Frust bei den schwächeren Teams

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  • Hallo,


    unser Verein hat jetzt ungefähr 2-3 Mannschaften pro Jahrgang. Es wird jahrgangsbezogen gespielt und mehr oder weniger nach Leistung sortiert (ihr wisst bei Trainersöhnen ist das mit der gerechten Leistungseinteilung immer so eine Sache...)


    Es ist wie es kommen muss, die erste Mannschaft feiert sich und ihre Siege überschwenglich (sind ja alle so toll) die letzte Mannschaft fightet immer um den letzen oder vorletzten Platz.
    Das gibt natürlich ordentlich Frust bei Spielen aber auch Trainern.


    Es gibt immer einen gehörigen Schwund bei den Trainern der letzten Mannschaften. Die gehen oft in die Nachbarvereine weil sie dort 1. Mannschaften trainieren dürfen.


    Ich muss sagen, dich trainiere auch eine 3. Mannschaft, habe viele Neuzugänge und Sozialfälle. Da kommt schon auch öfter Frust hoch über mangelnde sportliche Erfolge, auch wenn ich sehe wie nur die
    ersten Mannschaften und deren Siege gefeiert werden.


    Aber was soll man tun?


    Duffy

  • Das ist ein Problem, für das ich keine Patentlösung sehe. Ich kann nur aus der Erfahrung bei uns berichten: ein Jahr "Prügel" stehen eine Mannschaft und die zugehörigen Trainer in der Regel durch, im folgenden Jahr sollte man aber dann schon versuchen, sowohl Trainer als auch Spieler in einer konkurrenzfähigen Mannschaft unterzubringen.


    Ich habe letztes Jahr auch viele Spieler (und einen Trainerkollegen) aus der D2-Jugend, die viele zweistellige Pleiten hinter sich hatte und das ganze Spiel eigentlich immer nur damit beschäftigt war, eventuell eroberte Bälle möglichst weit nach vorne oder ins Aus zu schlagen, in die C-Jugend bekommen. Mit dem Trainerkollegen arbeite ich ohnehin hervorragend zusammen, aber auch diese genannten Spieler haben sich an der Seite von stärkeren Spielern deutlich weiterentwickelt. Natürlich nicht alle in gleichem Maße, aber zwei Stück haben sich dadurch, dass sie am Anfang ohne größere eigene Verantwortung sich an den Nebenleuten orientieren konnten, im Laufe der Saison zu Leistungsträgern entwickelt.


    Vielleicht wäre auch bei euch eine Möglichkeit, abwechselnd einen oder zwei Spieler in der 1er- oder 2er-Mannschaft mitspieln zu lassen, um ihnen Erfolgserlebnisse zu verschaffen und von den besseren Spielern lernen zu lassen.

  • Kann ich alles verstehen, aber....


    -Was erwartest du, sollen sie dir Spieler schicken?


    Ich denke, man sollte da nicht hochschauen und die Dinge akzeptieren. Wirklich akzeptieren lernen und dann sieht man das mit ganz anderen Augen und kann an seine Aufgaben mit einem ganz anderen Gefühl gehen und so auch Kräfte freisetzen, die vorher nicht da waren.


    Wie sehen deine Kommentare denn gegenüber deiner Mannschaft bei deinem Denken aus. Sind die positiv gespickt oder mehr mäkelnd...bei dem Gedanken, dass du mißmutig auf die feiernde Erste schaust. Gruß Andre

  • Hallo Andre,
    die Stimmung bei uns ist erstaunlich gut. Ich lobe die Spieler ausdauernd und kritisiere wenig.
    Die meisten Spielereltern sind auch spitze. Bis auf die 1-2 obligatorischen, die zwar nie Zeit zum helfen haben, dafür umso mehr Zeit zu kritisieren und alles besser zu wissen.
    Aber damit kann ich gut leben.
    Aber natürlich wollen alle auch mal gewinnen. Ganz ehrlich, wundert es Dich, das die Trainer der dritten Mannschaften öfter das Weite suchen?
    Immer höre ich und lese ich das man nach Leistung sortieren soll, damit jeder auf seinem Niveau spielt. Das Argument von BJL, das die Schwächeren durchaus von den Stärkeren lernen und profitieren können und dann auch noch zu Leistungsträgern werden können, hört man eigentlich so gut wie nie. Warum eigentlich nicht? Muß man jetzt in jedem Breitensportverein tatsächlich immer strikt nach Leitstung trennen und so die dritten Mannschaften zum verlieren verdonnern?
    Duffy

  • duffy


    meine Kritik entstand aus dem Eindruck, den ich aus deinem Eingangsstatement gewann...sprich...du schaust auf die erste Mannschaft und die freuen sich über Siege und das können wir als Dritte nicht...das hat einen Beigeschmack. Dein Problem ist entsprechend nicht die erste Mannschaft, sondern deine Dritte.


    Es ist schwierig und es würde mir auch stinken und ich würde mir auch wünschen, dass sie mal gewinnen, auch wenn sie um die Goldene Ananas spielen.


    Wie gehst du vor? Lokalisierst du die Fehler? Woran liegt es? Wie arbeitest du dagegen? Trainingsbeteiligung? Ziehen die mit? Ist das Training anstrengend oder nicht...passt die Intensität? Liegt der Spielverlust an der Kondition, Spielverständnis, Umschalten, individuelles Abwehrverhalten, liegt es am Offensivverhalten?


    Das sind die Fragen die für mich als Trainer dann eine Herausforderung stellen würde.


    Zudem die Anmerkung: Hier ist es oftmals so, dass gerade in den hinteren Mannschaften die viel bessere Stimmung herrscht, schon allein deshalb, weil sich die Spieler seit Jahren kennen und miteinander leben. In den ersten Mannschaften sind oftmals Legionäre zu finden, die oftmals nur als Durchgänger vor Ort sind und das verhindert manchmal die Gemeinschaft, die anderen verbindet. Eigentlich armselig und oberflächlich was das angeht. Gruß

  • Hallo Duffy,


    das ist für mich ein viel diskutiertes Problem, dass in meinen Augen eigentlich keines ist. Oder nicht sein muss. Insbesondere im Breitensport hast du diese Situation immer. Aber auch in leistungsorientierten Vereinen gibt es immer die besseren ( oder bis dahin besser ausgebildeten ) und die "untalentierteren" Spieler bzw. dann Mannschaften.


    Das Entscheidende sind die Trainer. Die sollten für sich selbst zunächst entscheiden welche Einstellung sie haben. Worin sehen sie für sich selbst den Erfolg? In der Abschlusstabelle oder der Ausbildung? Ein Trainer, der seinen Erfolg von der Tabelle abhängig macht sehe ich im Grunde im Kinderfußball fehl am Platz. Im Jugendfußball ist das je nach Verein diskussionwürdig. Solch ein Trainer sollte auf jeden Fall Abstand davon nehmen eine zweite oder dritte Mannschaft zu übernehmen. Der tut sich selbst und erst recht den Kindern keinen Gefallen.


    Die Kinder u. Jugendlichen dürfen u. sollen gewinnen wollen. Keine Frage. Etwas anderes würde ich auch als Trainer nicht vermitteln. Die Frage ist dann nur wie ich als Trainer in meinen Entscheidungen damit umgehe. Das Wichtigste ist, dass ich als Trainer meinen Spielern immer die Begeisterung für den Sport vermitteln kann. Wenn die Mannschaft sieht, dass der Trainer wegen Niederlagen unmotiviert und sauer ist wird sie sich nicht anders verhalten. Das merkt die Mannschaft sehr schnell. Und das bringt niemanden weiter. Wenn ich aber ausbildungsorientiert denke werde ich immer Fortschritte sehen. Es sei denn ich ich lasse schlecht trainieren. Und wenn die Fortschritte meiner Spieler mich begeistern und ich das als Erfolg meines Trainings werte wird sich das auf Spieler u. Mannschaft übertragen. Insofern schließen sich die Ausbildung und Erfolg überhaupt nicht aus. Ganz im Gegenteil. Es kommt eben nur darauf an wie man Erfolg definiert.


    Ich weiß natülich, dass viele Vereine sich ihre Trainer nicht immer aussuchen können. Trotzdem liegt da für mich der Hase im Pfeffer begraben. Es steht und fällt mit dem Trainer selbst. Er muss sich als erste Person klar darüber sein welche Erwartungshaltung er hat.

    Wenn sie begriffen haben, daß zum Fußball auch Arbeit gehört, ist es zu spät. Dann werden sie Trainer. (Luis Aragonés)

  • Hallo Andre


    meine Spieler sind Jahrgang 2001 und schon alle aus der nahen Umgebung. Und die allermeisten sind wirklich klasse Jungs.
    Nur wenn man es so macht, wie du auch immer propagierst, die Mannschaften strikt nach Leistung einteilen,
    dann alle zu gleichen Anteilen spielen lassen, etc. hat mans wirklich schwer mal zu gewinnen.


    Freilich kann man im Training noch viel verbessern und noch viel mehr aus den Jungs rausholen - aber ich bin auch nur ein Mensch.


    Duffy

  • Meiner Ansicht nach liegt die Grundlage dieses Problems nicht bei Dir, sondern bei deinem Verein.
    Ein Verein der im - ich nehme mal an - Bereich der jüngeren Altersklasse, im Amateurbereich tätig ist
    und dann nach Leistung sortiert steht auf der Kippe.
    Sicher möchte man die Kinder und Jugendlichen optimal fördern und fordern. Das geht auch nur,
    in Mannschaften, in denen die Fluktuation der Leistung nicht zu hoch ist, aber das im Bereich
    der F-bis D-Jugend auf Kosten der sozialen Kompetenzen zu tätigen ist schon hart.


    Ab der C-Jugend kann meiner Ansicht nach die Einteilung nach Jahrgang und fussballspezifischem Können folgen.


    Gruß Steven

  • Hallo STORGE,


    unser Verein ist ein absoluter Amateur-Breitensportverein.
    Ab D-Jugend kann ich eine Einteilung rein nach Leistung verstehen, aber weiter unten (schon in der G-Jugend!) nicht.


    Allerdings scheine ich recht einsam mit meiner Meinung dazustehen, ab der F-Jugend scheint das in unserer Gegend und im Trainertalk weitverbreiteter Konsens zu sein.


    Duffy

  • Duffy,


    dein Eingangsstatement liest sich aber nicht für eine G. Auch ....ich habe dort Sozialfälle usw.....unsere Dritte....


    Bei einer G finde ich eine Leistungseinteilung nicht nötig, denn Spielen ist Spielen. Bei einer Kinderschwämme würde ich dort nach Jahrgang einteilen. So macht es meiner alter Verein auch. Wer dann da "unten" ein Überläufer ist, spielt dann ebend einen Jahrgang höher.


    Bei den Minis wäre mir das Ergebnis auch nach einem Jahr verlieren....echt Peng. Schießen sie denn überhaupt kein Tor? Wenn doch, ...feiert es wie den Sieg.


    Zum Schluß ...immer ein Elfmeterschießen, da ist alles andere doch schon wieder vergessen. Gruß

  • Hi Andre,


    ich habe gerade ein E-Jugend. Jahrgang 2001. Aber bei uns sortieren sie schon nach der G-Jugend.
    Wir haben ein Kinderheim in der Nähe, deshalb die "Sozialfälle".


    Bei der G-Jugend ist ein Jahr immer nur verlieren nicht so schlimm, die Kinder sehens wirklich gelassen und feiern tatsächlich jedes Tor wie einen Sieg.
    Auch als Trainer ist mir das dann echt wurscht bei den Minis.


    Aber ab F-Jugend ist es den Kindern langsam nicht mehr egal und E-Jugend Spieler wollen auch mal gewinnen und nicht immer nur die schlechten sein.



    Duffy

  • ich sehe es so :


    natürlich muss man bei den kids gewisse sachen wie freundschaften , fahrgemeinschaften usw beachten . wenn man aber deutliche leistungsunterschiede und genügend kinder hat , macht es schon sinn bei der mannschaftsbildung auf möglichst leistungshomogene teams zu achten . das macht auch das arbeiten mit der trainingsgruppe für den trainer etwas leichter . natürlich können sich schwächere spieler von stärkeren spielern im training etwas abschauen und profitieren davon wenn die mitspieler sich gut anbieten ... , aber sehr oft verlagert sich das spielgeschehen dann zu den viel stärkeren spielern und die schwächeren haben dann wenig ballkontakte/aktionen/eigene erfolgserlebnisse . hat man grosse leistungsunterschiede im team , kann es auch schnell mal zu dissonanzen der kids untereinander kommen und nicht immer kann man das als trainer dann 100% klären und abstellen . das sind zumindest meine erfahrungen bisher .


    je mehr spieler man hat , umso schwieriger wird es , es allen recht zu machen . ( ich zahl aber nix ins phrasenschwein ^^ )


    als trainer einer f3 oder f4 ist es sicher dann sehr schwierig die kids und sich selber zu motivieren und auch die eltern bei laune zu halten . in deinem falle als 2001er jahrgang habt ihr ja noch das 2te jahr e-jugend vor euch , wo ihr dann auf jeden fall nicht mehr auf ältere teams treffen könnt . da wird sicherlich auch was gehen bei euch. :D


    mfg

  • Duffy, ...ja ich sehe das so.


    Ich wünschte mir, dass jede erste Mannschaft mit den absolut derzeit besten Kickern besetzt wird...ab der F.


    Ich habe das mal anders gesehen, aber leider über Jahre mitbekommen, dass Kinder die da einmal drin waren, dann auch immer drin waren und das blieb dann so bis zur B. Vetternwirtschaft läßt grüßen und die hasse ich wie die Pest. DAS finde ich scheisse, sowohl für die Mannschaftskollegen, für den Verein, für das Kind. Das hat mit Überforderung zu tun, hemmt den Fluß, ist ungerecht dem Spieler gegenüber, der z.B. in der F 5 gebucht hat, obwohl er dort total unterfordert ist, hat nichts mit 100prozentiger Ausbildung am Hut.


    Demgegenüber steht die Option für die Freundschaften und Fahrgemeinschaften, dass der talentierte bei mir ebend tiefer spielen muß, umgekehrt käme das für mich und bei mir nie wieder in die Tüte und das gilt auch für die F. Ist halt meine Sichtweise, muß man ja nicht teilen. Gruß

  • sind hier alle für sortieren nach Leistung schon in der F-Jugend? Oder ab welcher Jugend?

    Wir machen das auch so. Natürlich gibt es jedes Jahr ein paar Unzufriedene. Allerdings sind dies immer die Eltern, fast nie die Kinder und die Unzufriedenheit findet man auch nur in den 2er- und 3er-Mannschaften, nämlich da, wo Eltern meinen, ihre Kinder seien viel besser. Es ist noch keiner gekommen und hat gesagt "Du, mein Sohn ist doch für die F1 viel zu schlecht, der gehört in die F2". ;o)


    Wir kommen mit der Einteilung nach Spielstärke seit zwei Jahren ganz gut klar. Dieses Jahr ist zum ersten mal ein Spieler gegangen, weil er "nur" in die D2 gekommen ist. Aber auch bei diesem Jungen sind die Eltern die treibende Kraft, die den Burschen total überschätzen. Er wechselt jetzt zu einem größeren Nachbarverein, wo er nach meiner Einschätzung niemals in der D1, mit etwas Glück in der D2, möglicherweise aber sogar in der D3 landen wird. Für manche Eltern zählt halt nur die 1. Mannschaft. Da spielt es auch keine Rolle, wie man die Einteilung vornimmt.


    Ich betreue die Mannschaft meines Sohnes, auch ein 2001er. Die Zusammensetzung der E1 in diesem Jahr ist anders als die der F1 vor zwei Jahren, obwohl wir vom gleichen "Spieler-Pool" ausgehen, weil sich einige Kinder ganz einfach besser entwickelt haben als andere. Warum soll man dem nicht Rechnung tragen und diese Jungs nicht in die erste Mannschaft nehmen? Die Eltern dieser Spieler könnten zu Recht unzufrieden sein, wenn man ihren Kindern diese Chance verwehrt, oder? Und wie soll man da argumentieren? Weil die Mannschaften halt so sind, wie sie sind oder immer schon waren? Eine Einteilung ist nur dann "gut" bzw. akzeptabel, wenn sie nachvollziehbar ist. Den Kinder tut es aus meiner Sicht gut, wenn sie immer mal wieder mit anderen zusammen spielen, da sie lernen, sich auf neue Mitspieler einzustellen.


    Das mit den schwächeren Teams ist, wie es ist. Du hast in jedem Jahrgang Kinder, die einfach erheblich weniger talentiert sind als andere. Natürlich kann man diese Spieler gleichmäßig auf alle Mannschaften verteilen, aber was soll das bringen? Der Frust für diese Spieler wird nicht geringer werden. Sie werden zwar nicht so oft verlieren, nehmen aber kaum am Spiel teil und werden sich daher auch kaum verbessern können. Sie spielen in den stärkeren Mannschaften gegen noch stärkere Gegenspieler. Wie soll das den Frust verringern? Die stärkeren Spieler im eigenen Team werden zudem diese Kinder wenig anspielen, weil sie wissen, dass der Ball schnell verloren geht. Das ist auch in der F schon so. Natürlich kannst Du als Trainer das von deinen starken Spielern fordern, vielleicht tun sie es dann auch, aber dann wirst Du erleben, dass auch die guten Spieler schnell frustriert sind, vor allem dann, wenn man sich ansonsten an die KiFu-Regeln hält (gleiche Spielzeiten, Rotation etc.). Der "Kreis der Frustrierten" wird dadurch m.E. nur vergrößert.


    Wenn man ein Team hat, das sehr schwach ist kann man aus meiner Sicht nur folgendes tun:
    - sich in die schwächste Gruppe einteilen lassen
    - Freundschaftsspiele gegen ebenfalls schwache oder jüngere Mannschaften austragen
    - intensiv an der Verbesserung der Kinder arbeiten
    - gemeinsam mit den Eltern und Kindern "alternative" Saisonziele formulieren

  • Hallo,


    ich muss sagen ich hab noch nirgends, ein keiner Freizeitbeschäftigung in keiner Sportart so überehrgeizige Trainer wie im Fussball gesehen.
    Wir sind ja immer noch ein Breitensportverein, bei dem die Kinder Freude an Bewegung und Spaß haben sollen.


    Mann stelle sich einen Amateurkinderchor vor, bei dem die Kinder geleich sortiert werden und nicht zu Aufführungen mitgenommen werden, weil sie nicht so gut singen...


    Deutschlandweit regen sich Eltern auf, weil Kinder in der Schule nach der vierten Klasse in Gymnasium, Realschule, Hauptschule sortiert werden und nicht länger zusammen lernen.


    Aber im Kinderfussballverein muss mit 7 Jahren schon sortiert werden, ist ja so wichtig, das die erste Mannschaft die vermeintlich besseren Spieler hat.


    Tut mir leid, aber der Ehrgeiz der "Funktionäre" und Trainer der ersten Mannschaften (bei Kindern unter 12 Jahren!!!) in Breitensportvereinen ist absolut lächerlich und unangebracht.


    So und jetzt schreibt mir alle wie falsch meine Meinung ist, weil Fussball ist Fussball und ganz was anderes.....


    Duffy

  • Du unterliegst dem weit verbreiteten Irrtum, dass eine Einteilung nach Spielstärke etwas mit Leistungsorientierung und/oder mit Ehrgeiz der Verantwortlichen zu tun hat. Wie hier schon mehrfach erklärt, geht es darum überhaupt nicht!


    Warum man in homogenen Mannschaften die Kinder zum einen besser fördern kann, ihnen zum anderen aber auch mehr Erfolgserlebnisse und damit auch mehr Spaß ermöglichen kann, wurde hier ebenfalls bereits mehrfach erläutert. Dazu kommt noch ein ganz pragmatischer Aspekt: es gibt keine nachvollziehbare und faire Alternative für die Einteilung und irgend eine Einteilung muss es ja wohl zwangsläufig geben.


    Bei uns ist die Situation in der F-Jugend dieses Jahr etwa wie folgt: 18 Kinder bleiben in der F, davon 2 aus der F1 und 16 aus der F2, die dieses Jahr 20 Kinder hatte. Dazu kommen 13 aus den Bambini hoch, 2 kommen von anderen Vereinen und 1 Kind ganz neu beim Fußball. Aus diesen 34 Kindern (15 x 2003, 19 x 2004) müssen wir drei Mannschaften machen. Wenn Du eine Einteilung nach Spielstärke ablehnst, dann erkläre mir bitte, wie diese Mannschaften gebildet werden sollen? Welche Kriterien setzt Du an?


    Mein persönliches Erleben ist, dass es in den Vereinen, wo es keine klare Einteilungsstrategie gibt, jedes Jahr erneut Hick-Hack gibt um die Spieler gibt. Gerade da, wo nach Gutdünken eingeteilt wird, gibt es Raum für persönlichen Ehrgeiz und Vetternwirtschaft.

  • Aus meiner Sicht gibt es nicht das EINE Einteilungskriterium. Für F-linge ist m.E. wichtig, dass sie mit den Klassenkameraden kicken können fals vorhanden. Aber hier gilt sicherlich: Die Gruppe darf nicht zu in-homogen sein, sonst leidet die Förderung der Spieler.


    Es ist auch hier - wie immer im Leben - ein für alle tragfähiger Kompromiss zu suchen.

  • Hi Ranwie,


    man kann doch die Mannschaften bis zu D-Jugend lassen, wie sie gewachsen sind.
    Die ersten 12 Kinder, die sich z.B. im Jahrgang 2006 anmelden sind die G1, die nächsten 12 sind die G2, die nächsten 12 sind die G3.
    Die Mannschaften bleiben so bis zur D-Jugend. Kinder die erst später (z.B. in der F-Jugend anfangen zu spielen, suchen sich halt aus in welche Mannschaft sie kommen).


    Dann wirst du eine Mischung in den Mannschaften haben, wie in einer Dorfmannschaft, die nur eine Mannschaft pro Jahrgang hat.
    Da funktioniert das mit den Leistungsunterschieden nämlich auch, ein guter Trainer muss das auch hinkriegen.
    Außerdem können die schlechteren auch von den besseren profitieren.


    Dann fällt meiner Meinung nach das unschöne Hick-Hack jedes Jahr weg, wer jetzt nach Leistung in die erste, zweite und dritte Mannschaft kommt.
    Weil da gehts auch immer ungerecht zu und viele regen sich auf (meine Erfahrung).


    Die Kinder werden nicht gleich abgestempelt, das sie in der schlechten Mannschaft sind. Das sagen die Kinder in der F nämlich schon von selber!


    Meine Erfahrung ist, das viele Eltern dieses Model bevorzugen würden, die Kinder würden von sich aus sowieso nie darauf kommen, die Mannschaften immer nach Leistung zu verändern.


    Aber natürlich machen die größeren Vereine so etwas nie, da muss man ja nach Spielstärke aufteilen und natürlich ist das leistungsorientiert!


    Duffy


  • Duffy....es gibt solche Trainer, die so denken und handeln wie du beschreibst. Nach aussen verkaufen solche Trainer ihr Denken und Handeln anders, als sie es nach innen empfinden. Solche Trainer erzählen den Eltern, dass ihr F1 Sohn heute nicht gespielt hat, weil der noch nicht so weit ist und ähnlich vorgeschobenen Scheiss!


    Bei diesen Trainern, ...also bei diesen Egoisten, Narzissten und Lügnern, ....diesen Kinderverheizern zu ihrem Wohlgefühl...kann ich Deinem Statement zu 100 Prozent beipflichten, da hast recht!


    Ansonsten....bin ich hier voll bei Ranwie, der hat es schon gut beschrieben, aus welchen Gründen es VERANTWORTLICHE mit Charakter so und nicht anders machen....ebend Einteilung nach Leistung und das mit bestem Gewissen.


    Die Egoisten, Narzissten und Lügner würden mit ihrer leistungseingeteilten F auch eher von den Zielen dieser Altersgruppe weitflächig abweichen....sie sind eher diejenigen die wie wahnsinnig die Linie auf und ab rennen, rumschreien, drohen, Banksitzer erzeugen und den Joystick auspacken, damit die Zwangsjacke besser paßt.


    Der andere Trainer, der es aus den Gründen wie Ranwie es beschrieb es so betreibt....intensiviert die Ausbildung....innerhalb der Altersziele....bleibt bei den für die Altersgruppe vorgesehenen Ausbildungszielen, bearbeitet diese mit seiner Leistungsgruppe halt intensiver und variert hier im Rahmen seiner Philosophie. Er bedient sie meiner Ansicht nach innerhalb der Ziele, aber intensiver...halt F 1...statt F 6. Beide Leistungsgruppen lernen den technischen Pass, die F 1ler bei mir aber mit einer anderen "Schlagzahl"....vielleicht schwieriger gestaltet usw....halt leistungsangepaßt, wodurch sie angepaßt so mehr gefördert und gefordert werden, als das der Fall wäre, wenn es so nicht gemacht würde.


    Ich spreche hier aus der Erfahrung eines Trainers, der in einem Breitensportverein mit bis zu 9 F Mannschaften stammt. Hier gemischt spielen zu lassen, ....davon ginge die Welt nicht unter. Die Erfahrung zeigte mir aber, dass das Mischen zu viele Nachteile hatte, weil bestimmte Spieler zu Stars anschwollen, teilweise unterfordert waren und umgekehrt kam es auch zu Überforderungen anderer.


    Die Vorteile des Mischens ohne Leistungseinteilung sind für mich....dass der eine vom anderen lernen kann.


    Diese Vorteile wurden in meinem damaligen Verein dadurch kompensiert/erhalten....trotz Leistungseinteilung....dass man einmal die Woche ein gemeinsames freies Spieletraining auf vielen Kleinfeldern durchgeführt hat. Das fand ich klasse und kann ich so nur empfehlen. Da wurden die Mannschaften bunt gemischt.


    Was dabei wiederum auffiel war, dass die guten wieder die Stars waren und die mit denen bunt eingeteilten oftmals dann bei den Spieletrainings wieder rumstanden...brauchten ja nichts tun...hatte ja den Starken im Team. Das belegt ja, was ich vorhin beschrieb. Gruß Andre


    Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.