Verlieren lernen...!

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  • Hallo.


    Also ich habe bei einigen Spielern das Problem, dass sie nicht verlieren können!
    Beim Match habe ich keine Problem, da überwiegt die Freude dass sie gegen andere Kinder gespielt haben.
    Das Problem ist im Training! - wenn ein Team besser ist als das andere, fangen einige zum "spinnen" an... Wie kann ich sie dazu erziehen, dass es egal ist wer im Training gewinnt ???

  • Du musst ihnen abgewöhnen, in solchen Trainingsspielen mitzuzählen. Ofiziell darf also nicht gezählt werde, das ist das wichtigste. Natürlich werden sie sich die Tore merken, abgewöhnen kannst du ihnen das mit Spielen, die so schnell gehen oder bei denen es so viele Punkte gibt, das es unmöglich ist, zu sehen, wer gewonnen hat, dann hat auch keiner verloren.



    Mit der Zeit, wenn sie älter werden, werden sie sich das eh abgewöhnen, aber sieh es positiv: Sie sind ehrgeizig.


    Motto: Gib niemals auf!
    Alter: 15

  • Mach mehrere Spiele/Wettkämpfe ohne Pause nach dem Ergebnis. ( Pausen innerhalb eines Spieles ) Verändere möglichst oft die Zusammensetzung der Teams. Versuche, die Ergebnisse möglichst knapp zu halten oder beim hart erkämpften "Unentschieden" zu beenden. So sollten die Kinder auch nach und nach lernen, dass "verlieren" nicht das "Ende" bedeutet, sondern immer wieder neue Spiele und neuer Spaß nachkommt. Dass sie grundsätzlich erst mal nicht verlieren wollen, ist positiv zu werten. Sie werden aber so auch lernen leistungen anderer anzuerkennen.



    Wichtig finde ich, dass im unteren Jugendbereich G/F bei Turnieren alle irgendwo Gewinner sind. Deshalb sollte auch der Letzte mit einem Preis /Medaille bedacht werden. Dies tut finanziell keinem wirklich weh und die Preise können sich schon unterscheiden. - Ganz schlimm finde ich es aber, wenn zum Beispiel 4 Mannschaften ein Turnier spielen und die ersten drei eine Medaille bekommen, und die vierte Mannschaft geht leer aus oder bekommt eine Tüte Bonbons.

  • Karl kann ich voll zustimmen.


    Mir ist aber schon wichtig, dass die Jungs verlieren lernen. das gehört wie das Gewinnen zum Spiel jeder Art, und sei es Monopoly.
    Der Umgang mit dem "Verlieren können" ist vor allem bei starken Mannschaften eine wichtige Aufgabe des Trainers.
    Ich hab das mit lockeren Sprüchen erreicht. Manchmal auch gegen Schluss bei der verlierenden Mannschaft mitgespielt, und war dadurch
    einer von den Verlierern, und konnte das Verlieren vorleben.vorgetäuschter Ärger, was die Kinder natürlich merkten, und dadurch selbt
    anders damit umgingen.



    Bei Abschlussspiel hat bei mir letztendlich immer der gewonnen, der das letzte Tor geschossen hat (nach Ansage) egal wie vorher das Ergebnis war.
    Hab dadurch erreicht, dass die Jungs den Spielstand gar nicht mehr mitzählten.
    Maulerei der hoch führenden Mannschaft war dann zwar immer, wurde aber mit der Zeit wurde das immer mehr eine humorvolle nicht ernst gemeinte Maulerei,
    und verursachte zum Trainingsschluss meist eine gute Stimmung.


    Günter

  • danke für die antworten!

    Zitat

    Deshalb sollte auch der Letzte mit einem Preis /Medaille bedacht werden.

    ja das machen wir schon immer so - bei uns bekommt jedes Kind eine Medaille. :!:
    _____


    hab auch oft das Problem wenn die Mannschaften zusammengestellt werden für ein kleines Abschlussmatch, dass dann auch einige zum zicken anfangen weil sie nicht mit dem Freund zusammenspieln.
    Wenn ich die Kinder wählen lassen, sind die Teams aber total unfair verteilt - sprich eine Mannschaft ist viel besser...
    Wie löst ihr dieses Problem?? Tipps? :)

  • Ich bin dabei mich auf das Rotieren umzustellen. Beim letzten Turnier habe ich damit begonnen. Es ging vom Ergebnis her zu 70% in die Hose. Ich werde den Weg weiter gehen und für mich persönlich das Verlieren lernen. Es gibt Gegner, gegen die gewinnen wir im Vorbeigehen, wenn wir auf unseren Stammpositionen spielen - aber auch gegen diese Gegner haben wir verloren. Der Erfolg wird sich wieder einstellen und bis dahin machen wir einen riesigen Lernprozess durch. Ich hoffe, dass die Kinder das begreifen und die Eltern mitspielen.

  • Das Problem ist im Training! - wenn ein Team besser ist als das andere, fangen einige zum "spinnen" an... Wie kann ich sie dazu erziehen, dass es egal ist wer im Training gewinnt ???

    Schätze, es geht um das Abschlussspiel, richtig?


    Teile die Mannschsften so ein, dass sie ungefähr gleichstark sind. So mache ich es und hab keine Problem damit.


    Um welche Jugend handelt es sich eigentlich?

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Ich bin dabei mich auf das Rotieren umzustellen. Beim letzten Turnier habe ich damit begonnen. Es ging vom Ergebnis her zu 70% in die Hose. Ich werde den Weg weiter gehen und für mich persönlich das Verlieren lernen. Es gibt Gegner, gegen die gewinnen wir im Vorbeigehen, wenn wir auf unseren Stammpositionen spielen - aber auch gegen diese Gegner haben wir verloren. Der Erfolg wird sich wieder einstellen und bis dahin machen wir einen riesigen Lernprozess durch. Ich hoffe, dass die Kinder das begreifen und die Eltern mitspielen.

    Ja wie Tom schon gesagt hat geht es nicht um ein Turnier, sondern um das Abschlussspiel (im Training).
    Beim Turnier achte ich schon dass jeder zu genügend Spielzeit kommt - da ist mir oft das Siegen egal!!


    Ich trainiere Kinder zwischen 5 und 8 Jahre...

  • Ich mag Kinder, die sich ärgern wenn ein Spiel verloren geht, und sei es nur ein Trainingsspiel.


    nur der Umgang damit, das ist Aufgabe des Trainers, auch wenn das im einzelfall nicht immer leicht ist.


    in meinen Augen darf es einem Spieler nie gleichgültig werden, ob er gewinnt oder verliert.


    da ist wie Noten bei Klassenarbeiten.


    ärgern ja, aber auch akzeptieren können,


    günter

  • Super Günter. Auf den Punkt gebracht. Hätte von mir sein können ;)

    Das einzige, was wirklich gerecht verteilt ist, ist die Intelligenz.
    Ich habe noch nie jemanden sagen hören, er hätte zu wenig davon.

  • Ich mag diese Kinder, die immer gewinnen wollen, - und sei es die für alle anderen unwichtigste Sache, auch sehr. Vor allem, weil ich einen extremen Vertreter davon persönlich kenne. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es in einem solchen Fall lange dauern wird und gerade dann, wenn Du denkst, jetzt hat es das Kind "gerafft" kommt wieder ein "Rückschlag". Aber man schafft es, dass auch solche Kinder lernen, Niederlagen zu akzeptieren, weil sie einfach in allen Bereichen des Lebens dazugehören und immer wieder vorkommen. Im Training hat es bei mir geholfen, den Kindern und vor allem auch diesem Kind, das sich selbst solchen Erfolgsdruck macht, zu zeigen, dass nach einer Niederlage immer gleich wieder eine Chance für eine Revanche/neues Spiel/neuer Spaß mit Erfolgsaussicht wartet und ein verlorenes "Spiel" nicht das Ende ist. Deshalb lasse ich möglichst viele unterschiedliche Wettkämpfe während des Trainings austragen, wo möglichst wirklich jeder irgendwo mal zum "Gewinnerteam" zählt. So lernen sie allmählich auch mit Niederlagen umzugehen. Und mit gelegentlichen "Ausnahmen" durch einen einzelnen Spieler,muß man vielleicht manchmal leben. Mitunter kann dieser später eine Mannschaft, die sich schon mit einer Niederlage abgefunden hat, durch seinen Ehrgeiz noch mal "aufwecken".

  • Karl,


    deine Trainingsvorschläge findegut, hab das so ähnlich auch öfters gemacht.


    Schwierig wirds mit dem Kind, das selbst im Training nicht nur gewinnen will, sondern sich sogar dort unter Erfolgsdruck setzt.
    so einen Fall auch gehabt, da muss man dann schon als Trainer intensiver dran arbeiten. bedarf vieler Gespräche.und ständigem Einwirken.


    Gewinnen wollen hat ja nichts mit Erfolgsdruck zu tun.


    Mein Anspruch an die Kinder war immer: Gewinnen wollen, aber nicht gewinnen müssen, über Siege freuen, Niederlagen akzeptieren.
    das galt natürlich auch, oder vor allem, für die Eltern.


    Ich bin über all die Jahre gut damit gefahren.


    Günter


    Günter

  • Ich tendiere immer dazu, die Mannschaften zum Abschlussspiel frei wählen zu lassen.
    Sollte es doch Probleme bei der Stärkeverteilung geben, greife ich ab und an dann doch noch ein. Die Regeln für das Abschlussspiel gebe ich im groben Rahmen vor, den Rest dürfen die Kids selber regeln (wobei ich eben vorgeben, das auf kleine Hütchen- oder Passtore ohne festen TW gespielt wird etc.).


    Irgendwann kommt immer das allseits beliebte "Das nächste Tor entscheidet!"... wobei das scheinbar echt eine schlechte Wahl ist. Denn auch wenn bis dahin innerhalb von 10 Minuten 20 Tore gefallen sein mögen, ackern die Kids so extrem auf dem Platz, dass das letzte, entscheidende Tor mitunter mal 20 Minuten auf sich warten lässt....