loben oder tadeln

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung
  • Hallo
    frage bezieht sich auf leistungsfussball in den höheren altersklassen.
    sollte man eine spieler loben oder tadeln der 3 tore gemacht hat aber 7 häte machen müssen.
    lg
    hans

  • Kommt auf seinen Charakter an?
    Was schätzt du bringt ihn mehr?
    Waren das wirklich sieben Hundertprozentige, die er versiebt hat? Ansonsten sind drei Tore doch gar nicht schlecht und sicher lobenswert.
    Habt ihr 3:0 gewonnen? Dann wird er es wohl kaum verstehen. Also die Frage ist so nicht pauschal zu beantworten.

  • Von 7 satte 3 gemacht. Ich kenne Spieler, die hätten davon nur 1 oder 2 gemacht, dahingehend keinen, der von 7 mehr als 3 oder 4 geschafft hätte.


    Tadelst Du ihn, stellst Du das Schlechte vorran, könnte die Umkehr von dem bedeuten, was du erreichen willst, sprich, ...bei der nächsten Torschance vergeigt er, weil er Angst vor einem Fehler und dem folgenden Tadel hat. Wenn Du das nicht willst, würde ich Tadel vermeiden. Vielmehr könnte man die 3 Treffer feiern und herausstellen, dass noch mehr möglich gewesen wäre und Punkt. Damit sprichst Du ihn und sein Potenzial groß, ...denn er fuhr nur 180 und könnte sogar 220 fahren. Das hört sich anders an, als würde ich sagen, ...das jemand statt 220 nur 180 fuhr. ;) . Antwort/Fazit: Egal wie alt, ...kein Tadel (du änderst damit ehe nichts). Gruß Andre

  • tja, diese frage hat ja nahezu philosophischen charakter :rolleyes:
    in den letzten wochen ziehe ich persönlich bei ähnlichen fragestellungen gerne den vergleich mit dem keeper.
    wenn der nämlich von 7 schüssen 3 reinkriegt wird er auf jeden fall korrigiert bis kritisiert, oder?
    trifft der stürmer von den besagten 7 dann 3, ist er ein knipser...
    so verschieden ist oft die wahrnehmung :P


    persönlich würde ich keinen der beiden kritisieren sondern positiv aufbauen.
    der stürmer muss sich diese chancen erstmal erarbeiten und der keeper muss ebenfalls die 3 auch erstmal halten.
    so ist fussball, passieren keine fehler, ist das spiel langweilig aus sicht der offensive oder verherrend aus sicht der defensive.
    oh mann...

  • des spiel damal hatten wir 6:3 verloren
    aber vllt wars gar ned so schlecht
    denn seit der niederlage spielt die manschaft wirklich stark
    lg
    hans

  • Man kann alles sagen, die Frage ist immer nur wie wird es formuliert.


    Hat ein Spieler einen geistigen Höhenflug, wird man ihn sicherlich nicht loben für 3 Tore bei 7 glasklaren Chancen. Ist er sensibel bzw. braucht zuspruch macht Lob durchaus Sinn.


    Unabhängig davon bin ich der Meinung das die Torschützen oft zuviel Zuspruch und Lob erhalten. Schließlich spielt ihr als Mannschaft und da bekommt ein Spieler/Spielerin nur dann 7 gute Torchancen, wenn andere sie zuvor herausgearbeitet haben. Das bedeutet ohne die Unterstützung seiner Mitspieler/Mitspielerinnen kommt er oft garnicht an diese außergewöhnlich gute Quote von 7 Top-Torchancen.


    Ich lobe da lieber alle Beteiligten, die es mindestens genauso verdient haben.

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • @ Hans
    Wenn du an seiner Stelle wärst, was würdest du dir dann von deinem Trainer wünschen?
    Wenn er 4 Todsichere nicht versenkt hat, ist es doch dein ureigener Job als Trainer zu erkennen, woran es lag.
    Du solltest es ihm im Training durch geeignete Spiel- und Übungsformen ermöglichen, sein noch nicht perfektes Torschussverhalten zu verbessern.


    @ bcefferen
    Leider erhielten die Torschützen in den letzten Jahren nie genügend Zuspruch. Oftmals wurden die Anspieler in den Himmel gelobt und der Torschütze wurde sich selbst überlassen. Ich habe es bis vor 5 Jahren leider genau so gehandhabt. Die Folge davon ist doch, dass sich kaum noch Kinder und Erwachsene finden, die selbstbewusst, entschlossen, risiokbereit und mutig den Weg zum Tor bzw. den Abschluss suchen. Die Spieler schieben den Ball lieber 10 Mal vorm Tor hin und her, sie wurden und werden für das Abspiel ja immer gelobt, statt den finalen Schuss selbst anzusetzen.
    Mit der nächsten Behauptung überziehe ich ein ganz klein wenig.
    Wenn wir alle unsere Torschützen mindestens genauso viel loben wie die Abspieler und uns viel intensiver um den Torabschluss im Training bemühen, bräuchte die Bundesliga lange nicht so viele Legionäre. Fast alle Top 15 Torjäger der letzten 10-12 Jahre sind Importspieler. Unter www.Fussballdaten.de sehr gut zusammengefasst.

    Ein Kind trainieren heißt nicht, eine Vase zu füllen, das heißt, ein Feuer anzuzünden

    Einmal editiert, zuletzt von Dirk Coerverfan ()

  • Leider erhielten die Torschützen in den letzten Jahren nie genügend Zuspruch. Oftmals wurden die Anspieler in den Himmel gelobt und der Torschütze wurde sich selbst überlassen. Ich habe es bis vor 5 Jahren leider genau so gehandhabt. Die Folge davon ist doch, dass sich kaum noch Kinder und Erwachsene finden, die selbstbewusst, entschlossen, risiokbereit und mutig den Weg zum Tor bzw. den Abschluss suchen. Die Spieler schieben den Ball lieber 10 Mal vorm Tor hin und her, sie wurden und werden für das Abspiel ja immer gelobt, statt den finalen Schuss selbst anzusetzen.


    Das kann ich an der Stelle aber nicht ganz mit meinen Erfahrungen bestätigen: immer wieder sehe ich auch, dass das Kind, was von guter Vorarbeit profitierte, jubelnde Ehrenrunden dreht und gefeiert wird und der gute Vorarbeiter hinten runterfällt. Wiederum eine Erfahrung, die ich gemacht habe (vor allem im Mädchenbereich) ist, dass viel zu oft das kreative Einzelspiel dem Mannschaftsspiel untergeordnet wird, Passen statt Dribbeln. Und wenn mal eine dabei ist, die wirklich auf dem Weg zum Tor das 1:1 sucht, dann wird sie bei dem ersten Ballverlust gleich "eingenordet", dass sie doch passen muss. Dadurch kommt natürlich der Effekt zustande, den Du beschreibst.


    Zitat

    Wenn er 4 Todsichere nicht versenkt hat, ist es doch dein ureigener Job als Trainer zu erkennen, woran es lag.
    Du solltest es ihm im Training durch geeignete Spiel- und Übungsformen ermöglichen, sein noch nicht perfektes Torschussverhalten zu verbessern.


    So sollte es sein :thumbup: Dadurch, dass man ihm vorhält, wieviele er hätte machen müssen, wird er nicht besser beim nächsten mal. Du solltest nur als Trainer die vergebenen Chancen unter den Tisch fallen lassen, was Du ja mit Dirk seinem Verhaltensvorschlag auch nicht tun würdest, trotz Lob für die drei Tore ;) Und mit einem Spieler in der höheren Altersklasse Leistungsfussball kann man sicher auch den Bedarf an Verbesserung auf dem Gebiet besprechen, ohne Tadel.

    "Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen."
    Lao-Tse (chinesischer Philosoph)

  • Dirk, ich bleibe dabei, die Vorarbeit ist genauso wichtig wie das Tor selbst.


    Würde ich meine Spielerinnen selbst entscheiden lassen, hätte ich 11 Stürmerinnen. Warum? Weil sie tatsächlich glauben die Torschützen wären die Besten, weil sie zumindest bei uns doch besondere Anerkennung von Eltern und Zuschauern erhalten.


    Außerdem ist die Abwehr- und Torwartleistung ebenfalls entscheident für einen Sieg. Deshalb immer Lob für alle die es tatsächlich verdient haben

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren