Unerlaubte Anmeldung - Urkundenfälschung

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  • Hallöchen,

    bin gerade auf eine Sache gestoßen, die ich nicht für möglich gehalten habe.

    Bei uns hat sich vorletzte Woche eine Spielerin angemeldet, die sich ordnungsgemäß bei ihrem Altverein, vor dem 30.06 abgemeldet hat. Da der Pass beim Altverein nicht mehr aufgefunden werden konnte, hat der Altverein noch eine Bestätigung, eine sogenannte Paßverlustbescheinigung an die Spielerin geschickt.

    Für das bevorstehende Spiel am Wochenende habe ich bei Pass-Online geprüft ob sie für uns spielberechtigt ist. Was stelle ich fest. Die besagte Spielerin wurde von einem Drittverein, mit dem verloren gegangenem Spielerpass angemeldet. Die Mutter und die Spielerin versichern mir glaubhaft, das sie keine Anmeldebescheinigung für diesen Drittverein unterschrieben haben.

    Ich gehe zur Zeit davon aus, das jemand (ihr alter Trainer der zu diesem Drittverein gewechselt hat) eine gefälschte Anmeldung mit dem verloren gegangenen Pass, bei der Passstelle eingereicht hat.
    Mutter und Tochter sind außer sich und wollen den Verein verklagen.

    Könnt ihr euch einen solchen Vorgang vorstellen? Wie erreiche ich am schnellsten, das dieser Betrug geklärt wird, und die Spielerin für uns spielberechtigt wird?

    Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat bereits verloren

  • Was bitte???? Ist ja Katastrophal... aber klingt durchaus möglich...

    Ich würde bei der zuständigen Passstelle anfragen welche Informationen ihnen vorliegen, irgendwer muss das ja umgemeldet haben. Und den neuen Verein um Herrausgabe der Anmeldedokumente ersuchen zwecks Echtheitsprüfung der Unterschrift unter der Beitrittserklärung...

    Nach Absprache dann die Passverlustbescheinigung an die Passstelle schicken und somit zu beweisen versuchen, dass der Pass gestohlen wurde...

    Hoffe konnte dir etwas helfen...

    Gruss Yannik

  • Hallo bcefferen,

    das hört sich ja unglaublich an.

    Als erstes muss eine Überprüfung der Dokumente des Drittvereins stattfinden. Anhand dieser könnte zunächst die Echtheit geprüft werden.

    Was sollte aber der ehemalige Trainer davon haben? Erhofft er sich - unterstellt er wäre es tatsächlich gewesen - etwa, dass deine neue Spielerin aufgrund der bestehenden Spielberechtigung für seinen neuen Verein aufläuft? So dumm kann doch kaum einer sein.

    Außerdem hätte doch auch die Paßstelle hellhörig werden müssen. Mit der Verlustbescheinigung sowie dem entsprechenden Formular auf Erteilung einer Spielberechtigung habt ihr doch sicherlich fristgerecht einen neuen Spielerpass für die Spielerin angefordert. Normalerweise würde ich schon eine Rückfrage der Paßstelle erwarten, wenn sowohl der alte Spielerpaß als auch eure Unterlagen vorgelegt werden!!!

    Könnte es aber vielleicht sein, dass deine neue Spielerin doch zwischenzeitlich überlegt hatte, mit dem Trainer zu dem Drittverein zu gehen und dass in diesem Zusammenhang Dokumente unterschrieben wurden, an die man sich nicht mehr erinnert hat, weil der Wechsel jetzt zu euch erfolgte?

    Wie auch immer, extrem ungewöhnlich und ärgerlich. Sollte tatsächlich eine Urkundenfälschung vorliegen, würde ich an Stelle der Eltern deiner neuen Spielering den Urkundenfälscher anzeigen.

    Viel Erfolg bei der Aufklärung und dem schnellen Erhalt einer Spielberechtigung für das Mädchen.

    Schöne Grüße

    Coach99

  • Als allererstes würde ich mir von den Eltern bestätigen lassen, dass sie keinen Paßantrag bei einem anderen Verein unterschrieben haben und sie ausdrücklich wünschen, dass ihre Tochter bei Eurem Verein spielt.

    Auf dieser Bestätigung würde ich beide Elternteile unterschreiben lassen, so dass man beide Unterschriften als Muster hat. Dieses Schreiben würde ich dann mit einer Stellungnahme an den Fußballverband (Passabteilung) schicken und eine Kopie des Paßantrages des dritten Vereins anfordern. Dann können sowohl der Verband als auch Du die Unterschriften überprüfen.

    Sollte dann feststehen, dass der dritte Verein betrogen hat, dann würde ich sowohl von Elternseite als auch von Vereinsseite Anzeige erstatten.

    Im übrigen kommt mir sowas bekannt vor. Vor ca. 10 Jahren hat sich mal ein Trainer, der gleichzeitig auch noch im Seniorenbereich spielte, und dann den Verein wechselte, selbst die Freigabe erteilt, nachdem er sich den Vereinsstempel ausgeliehen hatte. Wir haben damals keine Anzeige erstattet, weil der aufnehmende Verein bereit war, das doppelte der im Herrenbereich üblichen Ablösesumme zu zahlen.

    Seitdem befinden sich die Vereinsstempel nur noch bei vertrauenswürdigen Funktionären. Ich kann daher nur allen Vereinen raten, ihre Stempel sicher zu verwahren.

  • Ich weiss nicht genau, aber Passbesitzer ist doch nicht die Spielerin und deren Mutter und auch nicht der Verein. Das ist doch die Passstelle, oder? Der Geschädigte sollte von diesem Sachverhalt in Berichtsform Kenntnis erhalten unter Benennung der Zeugen (Mutter mit Tochter, Verantworlicher des alten Vereins, welcher die Bestätigung geschickt hat, eventuell Bcefferen). Die werden schon wissen wie zu verfahren ist. Wenn die keine Anzeige erstatten würden, kann man das meiner Meinung auch selbst tun, weil Urkundenfälschung ein Offizialdelikt sein dürfte und von amtswegen Ermittlungen aufgenommen würden.

    Ich bin mir nicht sicher, aber hier würden meiner Meinung nach zwei Verfahren anstehen,

    a)auf der Fußballebene
    b)auf der strafrechtlichen Ebene

    Konkret würde ich die Passstelle anmailen und die vorhandenen Daten mitteilen und um Rückantwort mit der Information bitten, ob auch ein Strafverfahren angehängt wird. Bei uns im Verein ist da eine bestimmte Person Ansprechpartner, welche diese Mail steuern würde.



  • Nach Rücksprache mit meinem Jugendleiter verfahren wir folgendermaßen.

    1. Wir warten die zu erwartenden Rückmeldung der Passstelle ab. Sie wird in diesem Fall um weitere Aufklärung durch uns und den Drittverein bitten. Denn eines ist klar, die Passstelle weiß z.Zt. noch nicht wer lügt oder Betrügt.

    2. Wir werden Kontakt mit der Jugendleitung des Drittvereins aufnehmen und auf den vorhanden Sachverhalt hinweisen. Ich jedenfalls bin mir relativ sicher, das der Verein intern mit dem entsprechen Trainer ein Gespräch führen wird. Aus bisherigen Erfahrungen bin ich mir sicher das dem Drittverein kein Verschulden trifft.

    Schau wir mal wie lange sich ein solcher Trainer mit solchen Machenschaften hält.

    Hintergrund für diese Aktion ist wahrscheinlich, der angestrebte "komplette" Wechsel dieser Mannschaft zu diesem neuen Verein. Das heißt alle Spielerinnen haben sich fristgerecht abgemeldet und Trainer und Betreuer haben geglaubt, das alle im Team mit diesem Wechsel einverstanden sind. Obwohl einige Spielerinnen klar und deutlich gesagt haben, das sie dort nicht spielen wollen und werden.
    Dies kann man recht gut erkennen, da dieses als 11-er Mannschaft gemeldete Team zurückgezogen wurde und nun als 7-er Team in der Normalstaffel antreten wird. Die entsprechende Meldung dazu habe ich gestern erhalten.

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  • Rein taktisch gesehen haben die aber nun die Möglichkeit, den Pass verschwinden zu lassen. Wenn man jemanden strafrechtlich dran bekommen möchte, ist der Gaul theoretisch gesehen falsch gesattelt. Ich überteibs mal ein wenig: Die Polizei hätte mit einem Gerichtsbeschluss beim Trainer geklingelt und hätte sich -ohne zeitl. Verschiebung- den Pass -sozusagen das Korpus Delikti- direkt und unmittelbar aushändigen oder aus dessen Sporttasche geholt und dann weiter ermittelt. Nur so könnte man das "Abhandenkommen" des Passes verhindern. Es sei denn, es gibt noch eine Zweitschrift bei der Passstelle, das weiss ich aber nicht.

    Nun kommt es darauf an, wie der fremde Verein damit umgeht. Halt uns doch mal auf dem Stand der Dinge, wäre ganz interessant.

    In jedem Fall wird die Sauerei beendet und das ist menschlich gesehen hier wohl das Wichtigste, finde ich jedenfalls.

    Einmal editiert, zuletzt von Andre ()

  • Beide Jugendleiter haben miteinander gesprochen.

    Der Jugendleiter des anderen Vereins ist aus allen Wolken gefallen und hat sofort kleine Brötchen gebacken. Er teilte mit, das er im Rahmen einer Sammelanmeldung, auch die entsprechende Spielerin ebenfalls vom seinem neuen Trainer als neue Spielerin gemeldet bekommen hat.

    Er teilte mit schnellstmöglich ein intensives, internes Gespräch mit seinem neuen Trainer zu führen, um den Sachverhalt aufzuklären.

    Unser Jugendleiter hat dem anderen Verein eine Frist bis Montag eingeräumt, damit sie gegenüber der Passstelle ihren Fehler eingestehen und die Spielberechtigung rückgängig machen. Sollte bis dahin nichts passieren, wird die Sache bei der Passstelle durch alles was erforderlich ist eskalieren.

    Letztlich ist das aus meiner Sicht viel zu großzügig gegenüber dem anderen Verein bzw. gegenüber dem entsprechenden Trainer. Der müsste aus meiner Sicht aufgrund fehelendem Charakters für immer entsorgt werden. Aber auch ich kann verstehen das man gegenüber anderen Vereinen nicht immer gleich die größte Keule schwingen sollte. Schließlich pflegen wir zu diesem Verein einen guten Kontakt. Unabhängig davon hat nicht der Verein nicht in böswilliger Absicht gehandelt, sondern ein böser, böser Trainer der dorthin gewechselt hat.

    Immerhin haben wir durch diesen Vorgang etwas gut beim anderen Verein. Wer kann schon wissen ob man nicht auch einmal unschuldig in eine solch blöde Situation gerät. ;)

    Der entsprechenden Spielerin nützt das alles nichts, sie wird und wurde dadurch um einige Saisonspiele gebracht.

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  • Ich finde auch, dass der andere Verein nicht unbedingt etwas dafür kann, man kann ja nicht jeden Trainer auf Schritt und Tritt kontrollieren. Richtig ist allerdings, dass ich mich von dem anderen Trainer wohl trennen würde, allein schon, weil er den eigenen Verein in Probleme gebracht hat.

    Uns ist erst kürzlich etwas ganz ähnliches passiert: Wir haben einen Neuzugang in der D-Jugend, der erst einmal gesperrt war. Eines Tages gucken wir ins DFBnet und waren froh, dass er auf einmal spielberechtigt war, gingen davon aus, dass der Altverein die Freigabe geschickt hat und haben ihn dann im ersten Punktspiel eingesetzt. Das hat der alte Verein mitbekommen und beim Verband nachgefragt, wieso dieer Spieler spielen dürfte, er wäre doch gesperrt.

    Der Verband schickte dem Altverein dann die vorliegende Freigabe für den Spieler, woraufhin der Altverein erklärte, dass dies eine Fälschung sei! Bei uns natürlich erst mal helle Aufregung. Ich als Jugendleiter würde nie eine Freigabe fälschen, der, der bei uns die Pässe verwaltet würde das auch nie machen und auch für unsere D-Jugendtrainer lege ich diesbezüglich die Hände ins Feuer. Die "Fälschung" war auf Originalpapier des Vereins, nur mit einem anderen Text als ihn der Verein normal für Freigaben nutzt und einer nicht identifizierbaren unbekannten Unterschrift.

    Gott sei Dank glaubte uns der Verband recht schnell, dass wir so etwas nicht tun würden. Wir hatten halt gedacht, der Altverein hätte sich im Nachhinein besonnen und dem Spieler doch noch erlauben wollen höherklassig zu spielen und die Freigabe erteilt. Wir haben uns jetzt mit dem Altverein für einen geringen finanziellen Betrag geeinigt und der Spieler durfte nun nach einer Woche Pause (so lang lag er auf Eis) wieder spielen und hat gleich zwei Tore gemacht :)

    Es ist (zumindest uns gegenüber) nie rausgekommen, wer diese gefälschte Freigabe verschickt hat. Meine Vermutung ist, dass dies ein alter, nicht mehr aktueller Funktionär des Altvereins war, der dem Jungen halt das Spielen ermöglichen wollte.