Beiträge von golfstrom

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    Was die organisatorischen Dinge angeht, können wir dir keine Vorgaben machen. Aber hier ein paar Ideen und Ansätze.


    Idealerweise teilt man die Trainings auf beide Vereine auf.

    Also ein Training bei diesem Verein, ein Training bei dem anderen Verein. So ist jeder Spieler auch mal in seinem "Nest".

    Auf welchem Platz ihr eure Spiele macht, müsst ihr untereinander absprechen.


    Nach Stärke einteilen hängt von der Menge der Spieler ab.

    Wenn du nur 20-25 Spieler insgesamt hast, kannst du nichts nach Stärke einteilen. 20 Mann sollte der Kader immer mindestens haben. Wenn du zwei Teams bildest, würde ich aus meiner Erfahrung heraus immer nach Stärke aufteilen. Das wird einigen Kindern/Jungs/Mädels/Eltern nicht passen, ist aber sportlich absolut sinnvoll und in einer SpG durchaus auch gut umzusetzen.

    Du kannst die Spieler nach ihrer Stärke passend deutlich besser trainieren und sie vielleicht auch in den Spielklassen dort einordnen, wo sie je nach Leistungsstärke idealerweise hinpassen. Viel Spielzeit für alle willigen Kids muss in der C-Jugend auch eines deiner Ziele sein.


    Ansonsten beachten was der Verband auch vorgibt, siehe Antwort von dschibi


    Bei den Trikots empfehle ich ganz klar speziell für die SpG einen Trikotsatz anfertigen zu lassen mit neutraler Farbe und der Betitelung der SpG. So fühlt sich niemand benachteiligt und du kannst den Jungs das Gefühl geben, das hier trotz SpG ein Team auf dem Platz ist.


    Das wird sowieso die große Kunst für euch. Nehmt dieses Jahr nicht als Überbrückung hin. Für euch Trainer ist es vielleicht eine kurze Zeit, "Nur" 1 Jahr. Für die Jungs ist ein wesentlicher Teil ihrer Nachwuchsfußballerlaufbahn.


    Organisiert am besten am Anfang der Saison ein gemeinsames Trainingslager, sodass die Jungs sich kennenlernen können, ein Teamgefühl entsteht und die Jungs lernen, die SpG als ihr Team zu akzeptieren.

    Auch während der Saison ist jedes Teamevent lohnend. Plant eine Weihnachtsfeier, Teamabende und vielleicht auch ein gemeinsames Hallenturnier und eine Abschlussfahrt.


    Haltet in jedem Fall auch fest, dass die Spieler bezüglich Vereinswechsel nicht angesprochen werden dürfen von einem der Vereine. Häufig führen SpG auch dazu, dass die Kids angesprochen werden von einem der Vereine, doch hier rüber zu wechseln. Wenn sie das allein entscheiden ist das okay, wenn sie angesprochen werden von einem der Vereine, kann das zu großen Spannungen zwischen den Vereinen führen.


    Ein Verein muss zudem "federführend" sein in der SpG. Das spiegelt sich dann auch im Namen der SpG wieder und in der Anzeige des Wappens bei bspw. fussball.de.

    Normalerweise ist dies immer der Verein, der die größere Anzahl von Spielern in der SpG stellt. Manchmal ist es auch der Verein, der komplett die Sportanlagen für die SpG stellt. Aber wie geschrieben, normalerweise der Verein, der die größere Anzahl Spieler stellt.


    Ansonsten sind wirklich gute Absprachen wichtig zwischen den Jugendleitern beider Vereine. Idealerweise hält man diese Absprachen auch in einem Schriftstück fest und lässt alle Verantwortlichen dieses auch unterschreiben. Bei Streitigkeiten bildet diese Vereinbarung dann auch die Grundlage.

    In der C-Jugend ist das mitunter wirklich schwer, weil da noch große individuelle und körperliche Unterschiede vorhanden sind.


    Auch hat nicht jeder Spieler schon die Fähigkeiten sich wirklich auf taktische Dinge im Spiel zu konzentrieren. Viele Spieler sind da noch sehr mit den fussballerischen Basics, also sich selbst, beschäftigt.


    Meiner Erfahrung nach sollte man auch noch nicht zu viel Inputs dort in das Team bringen. Wenn du da die ganzen Faustregeln schon reinwirfst, darfst du nicht erwarten, dass sie es auch schon umsetzen.

    Ich würde mich erstmal auf das Verschieben und den Abständen zwischen den Verteidigern konzentrieren

    Hey Oesi81


    ich kann dein Problem gut nachvollziehen, weil ich selbst schon mehrfach mit solchen Kindern zu tun hatte.

    Ich habe solche Kids es meist nicht leicht gemacht beim Training. Habe sie relativ harsch, aber sachlich, aufgefordert mehr zu bringen und vor allem Einsatz zu zeigen.

    In den meisten Fällen erkennen Kids und Eltern dies irgendwann. Wenn es Gespräche mit den Eltern gab, habe ich relativ offen dargelegt, dass ich nicht den Eindruck habe, dass ihr Kind Spaß am Fußball hat und sie doch gern mal zuschauen sollen.


    Ab dem Großfeld hat solch schwache Motivation bei immer auch Einfluss auf die Nominierungen und Aufstellungen genommen, sodass die Kids meist selbst dann aufgehört haben. Ab diesem Alter lässt auch der Einfluss der Eltern merklich nach.

    Hey janosch ,


    3x Training in der Woche klingt erstmal nach einem ambitionierten Verein im gehobenen Landesspielbetrieb.

    Du musst dir bewusst sein, dass mit zunehmenden Alter die Spiele deutlich ausgeglichener und enger werden, weil schlecht trainierte Mannschaften und mittelmäßige Fußballer spätestens in der A-Jugend häufig aufhören. Dort findest du also in der Regel fast nur noch Teams, die wirklich kicken können.


    Dein Torverhältnis klingt jetzt nicht danach, dass du Packungen bekommst, sondern es sind eher knappe Niederlagen.


    Aus deinen Aussagen heraus ist es noch schwierig für uns dir Hinweise zu geben, weil du zwar einige Ansätze für die Gegentore genannt hast, diese aber sehr unterschiedlich sind.


    Konteranfälligkeit, schlechtes Verschieben, individuelle Fehler, unterschiedliche Halbzeiten und sinnloses Dribbling.

    Das sind schon sehr unterschiedliche Fehler und Szenarien, wo jedes andere Lösungen erfordert oder die Lösungen zum Teil überschneiden.

    Wir müssten uns auf eine Sache, die am dringlichsten ist, fokussieren. Und dann nach und nach die Themen angehen.


    Konteranfälligkeit - wie Leodegar schon schrieb, eher taktisches Verhalten, Thema Gegenpressing und Umschaltbewegung, aber auch das Thema Spielaufbau und Restabsicherung können hier mit einspielen. Wenn dein Team bspw. schlecht den Ball in den eigenen Reihen halten kann und dazu neigt weit aufzurücken, dann bist du automatisch quasi konteranfällig.

    Da müsste man also konkret wissen, wo die Problemstellung hier liegt.


    Schlechtes Verschieben - hat viel mit Kommunikation und Verantwortungsbewusstsein zu tun. Jeder muss sich bewusst sein, wie wichtig das ist. Kann man aber gut üben im Training.

    Sinnloses Dibbling - auch hier schrieb Leodegar schon Ideen. Warum dribbeln sie sinnlos? Gibt es keine Anspielstationen? Wie ist die Aufteilung der Jungs auf dem Feld? Wie bewegt sich das Team? Hast du sehr unterschiedlich starke Jungs im Team, dass die starken Dribbler lieber selber es probieren als abzuspielen?

    Unterschiedliche Halbzeiten - welche Halbzeit ist normalerweise besser oder schlechter? Ist die erste Halbzeit normalerweise schlechter? Kann das dann am fehlenden Matchplan liegen? Das die Jungs nicht richtig wissen, was sie tun sollen? Haben sie Angst zu verlieren? Hier kommen viele psychische Punkte mit rein.

    Zweite Halbzeit schlechter? Lässt die Kraft nach? Wird zuviel Aufwand ohne Ertrag betrieben in der 1.Hälfte, sodass die Jungs langsam müde werden? Kannst du mit den Wechseln Impulse setzen oder wird das Team dann nur signifikant schlechter, weil die Jungs draußen deutlich schwächer sind, als die Jungs auf dem Platz - das wäre ein typisches Problem für die Dorfklubs.

    Hast du ein homogenes Team mit vielen etwa gleichstarken Kindern oder so wie es in Vereinen unterhalb der großen Vereine und Leistungsvereine üblich ist ein eher heterogenes Team, also große Leistungsunterschiede bei den Kids.


    Wenn Letzteres der Fall ist, dann wirst du das mit den Provokationsregeln nur im Training hinbekommen. Im Spiel werden die Leistungsträger sehr oft versuchen sich allein an den Gegnern vorbeizudribbeln bevor sie zu dem technisch deutlich schlechteren Nachbarspieler passen.

    Das ist ein ganz typisches Problem

    Hey,


    wie derZUliebeTrainer schon schrieb, eine ganz klassische Situation.


    Aber grundsätzlich finde ich 24 Spieler im Kader für eine D-Jugend schon sehr groß. In dieser Altersklasse sollte man alles unternehmen als Verein, um alle Kinder auch in Spielen einsetzen zu können. Aus 24 Kindern sollte man eigentlich zwei Teams machen können. Dann bekommen alle Jungs auch ihre Einsatzzeiten. Es kann aber sein, dass es dafür keine Trainer gibt. Wenn immer die selben Kinder spielen müssten ja zudem auch mindestens 10 weitere Elternteile eine ähnliche Meinung wie du haben.

    Hier sollte das Gespräch mit dem Trainer und der sportlichen Leitung gesucht werden!


    Dann sehen viele Eltern ihre Kids deutlich anders auf dem Spielfeld als es ihre Trainer sehen. Ich sage immer, dass Eltern ihre Kids durch die "rosarote" Brille häufig sehen, also deutlich stärker wahrnehmen, als das Kind eigentlich ist.

    Das hat damit zu tun, dass der Fokus von Eltern deutlich mehr beim eigenen Kind ist, wenn sie ein Spiel anschauen und die Aktionen deutlich positiver wahrgenommen werden als vom Trainer, der normalerweise das ganze Team beobachtet.


    Aber wenn der Trainer seine Spieler erst 5 Minuten vor Ende einwechselt und zudem immer die gleichen Jungs einsetzt, dann scheint der Trainer einen deutlichen Fokus auf die Ergebnisse zu legen und die Entwicklung aller Spieler scheint eher im Hintergrund zu stehen.

    Auch das ist ein Thema, was mit dem Trainer und der sportlichen Leitung diskutiert werden sollte!

    Ich bin gerade in einer B-Jugend und kann mir nicht vorstellen, dass es gar keine Spieler bei dir im Team gibt, die Verantwortung übernehmen könnten.

    Führungsspieler sind für mich im Nachwuchs Spieler die sportlich und menschlich unumstritten sind im Team und als Vorbilder in beiden Aspekten taugen.

    Menschlich ist mir sehr wichtig, dass der Spieler bei allem anerkannt und relativ beliebt ist, einen Draht zu den Jungs hat und eine gewisse Grunddisziplin und hohe Motivation mitbringt.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass es da in deinem Kader niemand gibt.

    Wir hatten früher sehr viele und gute Spezialisten. Weltklassestürmer, Weltklasseverteidiger etc.


    Das liegt an unserer Art der Ausbildung. Wir rotieren viel im Nachwuchs und achten darauf unsere Kicker vollumfänglich alles beizubringen.


    Spezialisten auszubilden würde bedeuten, die Kids früh für bestimmte Positionen herauszusuchen und zu "casten" und dementsprechend dann in die Positionsausbildung zu bringen. Bei der Masse an Kids, die wir im Nachwuchsfußball haben, kann man das sicherlich machen. Die Franzosen könnte man hier mit ihrer Ausbildung als Vorbild nehmen. Wir haben uns aber lange an den Spaniern orientieren, die aber ähnliche Probleme haben wie wir. Auch die Spanier haben seit Jahren keine Weltklassestürmer als Beispiel.

    Ich trainiere eine B-Jugend und habe seit Jahren eine große Taktiktafel (ich glaube die ist 60cm * 45cm) mit Magneten und Stiften immer dabei. Die Taktiktafel ist in einer Tasche, die ich mir über die Schulter hängen kann.


    Vorteil der Taktiktafel ist, dass sie mobil ist. Ich habe nicht immer die Möglichkeiten, Folien aufzuhängen, bzw. sind potentielle Orte zum Aufhängen von Folien an Stellen, wo man schlecht das Team davor hinstellen/hinsetzen kann.


    Mit der mobilen Taktiktafel bin ich mitten drin bei den Jungs oder kann sie auch mal auf dem Platz mitnehmen. Diese Flexibilität finde ich sehr schön

    Das sind ganz typische Diskussionen, die du auch nie vollumfänglich verhindern kannst.


    Viele, vor allem Väter, versuchen ihre Erfahrungen über dein Training zu packen.

    Wichtig ist aber, dass du deine Philosophie den Eltern in einer Elternversammlung erklärst und dann auch danach handelst.

    Also du musst dich dann nicht nach jedem Training rechtfertigen.


    Diskussionen über Gruppeneinteilungen etc. beantworte ich immer ziemlich kühl damit, dass ich nicht nur auf ein Kind fokussiert bin, wie das naturgemäß bei Eltern nunmal der Fall ist, sondern das große Ganze im Blick haben muss. Also die ganze Gruppe und das mit Blick auf die nächsten Jahre.


    Fussballerische Ausbildung ist immer ein Marathonlauf und kein Sprint. Aktuelle Trainer sollten über informiert sein über aktuelle Trainingsphilosophien, die vom DFB und den Landesverbänden trainiert werden. Dies muss die Grundlage unseres Handelns sein. Ansonsten bräuchte der DFB nicht diese Investitionen tun.

    Das ist vor allem eine Kopfsache.


    Die Kids merken dann, der Gegner ist leicht und wir können ein paar Schritte weniger spielen, können vielleicht weniger sinnhaft spielen und machen bspw. mehr sinnlose Dribblings oder übereifrige und unüberlegte Aktionen.

    Der Gegner ist stark und die Kids wissen, dass sie sich an die Vorgaben des Trainers halten müssen.


    Das ist auch bei vielen Erwachsenenteams ein zu beobachtendes Phänomen.

    Im Erwachsenenfussball kommen noch taktische Aspekte hinzu. Starke Gegner mauern bspw. nicht nur und spielen mehr mit, dadurch gibt es mehr Räume fürs eigene Spiel und das ganze Spiel ist flüssiger und schneller, als wenn nur ein Team aktiv mitspielt und das andere Team bspw. nur mit hohen Bällen spielt.

    Ich sehe es auch so, dass die Körpergröße, wenn sie sich im normalen Rahmen bewegt, nicht so relevant ist und bei den Sichtungen auch nicht das Hauptaugenmerk ist.


    Meine Beobachtung geht einfach in die Richtung, dass die Scouts auf gewisse Grundtugenden achten, auf denen sie dann aufbauen können.

    Wenn Agilität und Schnelligkeit nicht vorhanden sind, sehen sie kaum Möglichkeiten diesen Spieler auf Spitzenniveau zu bringen. Und das ist auch in meiner Beobachtung mit die wichtigste Eigenschaft, die du im normalen Fußball heutzutage benötigst.

    Und sie lässt sich eben kaum signifikant verbessern. Du kannst an Feinheiten arbeiten, aber da gehört viel naturgegebenes Talent einfach dazu.


    Technik muss in den Grundlagen einfach schon ausreichend vorhanden sein, um darauf aufbauend die Spieler weiter verbessern zu können. Wenn die Basics noch nicht ausreichend sitzen, kann ich nicht in die Spitzenförderung gehen.


    Mut und Selbstbewusstsein sind essenziell, wenn du dich im Haifischbecken Leistungsfussball durchsetzen möchtest.

    Duschen ist meiner Meinung nach ein ganz eigenes Thema.


    Heutzutage kannst du eigentlich keine Duschpflicht mehr durchsetzen. Du musst hier viel Überzeugungsarbeit über den Sinn des Duschens reinbringen, musst tolerant sein und bspw. das Duschen in Unterhosen erlauben und natürlich auch organisatorisch dafür sorgen, dass bspw. keine anderen Teams und erst recht keine Männerteams zeitgleich in den Duschen sind, Handys nicht in die Duschen mitgenommen werden usw.


    Ansonsten ist der Schritt vom Kleinfeld auf das Großfeld bei vielen Kindern eine komplette Veränderung. Größeres Feld, andere Art des Fußballs, andere Mitspieler und oft auch Trainer, riesige Größenunterschiede gerade in der C-Jugend, Pubertät.


    Es ist nicht umsonst das Alter mit den meisten Austritten vom Fußball. Hier gilt es in Gesprächen zu erörtern was konkret stört und dann gemeinsam zu überlegen was sinnvoll sein könnte. Auch ein Vereinswechsel muss hier eine Option sein. Das ist ja nichts Schlimmes. Es gibt Chancen neue Umgebungen, Mitspieler, Trainer und Vorgehensweisen kennenzulernen. Erweitert also durchaus auch den Horizont deines Sohnes.

    Bei uns sind auch alle Trainer Ehrenämtler und bekommen lediglich die Fahrtkosten erstattet.

    Zudem gibt es noch Wäschegeld vom Verein. Auch in die Herrenteams geht bei uns kein Geld. Wir hatten jahrelang einen Beitrag von ca.10€ im Jahr, der reichte meistens gerade so aus um alle Ausgaben zu deckeln. Die schrittweise Anhebung auf 15€ soll bei uns für Aufwandsentschädigungen insbesondere bei den Trainer im Nachwuchs und bei den Herren eingesetzt werden. Wir wünschen uns hier mehr Qualität und Kontinuität.

    Weiter kommen aber die Spieler, die sich in 4 von 5 Aktionen festdribbeln und den Ball verlieren und nur einmal durchkommen und ihr Tor dann

    Hi Thomas, mein Sohn hat jetzt die beiden letzten Jahre in einem sogenannten Leistungsorientiertem Verein unterhalb der NLZ gespielt. In dieser Zeit haben 3 Spieler mich und auch die meisten anderen Väter, regelmäßig zur Verzweiflung gebracht. Alle 3 wirklich sehr gute Spieler im offensiven Tempo Dribbling, auch oft schön anzusehen, aber zu oft aus meiner Sicht "brotlose Kunst". Bei allen Dreien hatte man immer das Gefühl wenn die am Ball sind, entweder machen die ein Tor oder verlieren den Ball. Und die gesamte Mannschaft musste viel zu oft hinter dem Ball herrennen, kaum bis kein sinnvollen Pässe zum besser postierten Mitspieler, oder viel zu spät, nämlich dann wenn die Feldposition nach dem dritten ausgespielten Spieler doch eher aussichtslos erschien...


    Langer Rede kurzer Sinn. Spieler 1 ist bereits letzte Saison in ein NLZ gewechselt, Spieler 2 und 3 wechseln zur neuen Saison....

    Ja, das ist das was ich sage.
    Es spielt in der E-Jugend (das sind die Jahrgänge, wo für den Stützpunkt gesichtet wird) nicht die Rolle, ob du taktisch klug spielen kannst. Darauf schauen die Scouts nur nebensächlich. Es zählt einzig und allein die individuelle Klasse.

    Dort ist die Denkweise so, dass sie sagen, dass die taktischen Dinge und das Thema Spielintelligenz später ab der C-Jugend erlernt werden können. Aber die Basisgrundlagen, auf denen alles Weitere aufbaut, die müssen sehr ausgeprägt vorhanden sein.

    Und das ist eben Schnelligkeit, Agilität und Technik am Ball (hier vor allem das offensive 1 gegen 1)

    Es gibt garantiert auch Stützpunkttrainer hier, die ihre Sicht bestimmt mal darstellen können.


    Ich bin seit 15 Jahren in diesen Altersklassen dabei und habe bereits einige Sichtungen mit meinen Kindern mitgemacht und auch direkten Draht und teilweise Freundschaften mit einigen Stützpunkttrainern gepflegt.


    Die Art der Sichtungen haben sich in den letzten 15 Jahren auch teilweise signifikant verändert. Vor 10-15 Jahren gab es noch relativ starre "Stationen", die die Kinder mitmachen mussten.

    1. Jonglieren mit links und mit rechts und im Wechsel -> das Ganze wurde mitgezählt und dokumentiert

    2. Dribbelparcour --> hier ging es um die Geschwindigkeit des Dribbelns, die Zeiten wurden dokumentiert

    3. Sprintparcour --> teilweise mit Richtungswechseln und ohne Richtungswechsel, die Zeiten wurden dokumentiert

    4. Spielformen --> Beurteilung durch die Trainer


    Vor 10-15 Jahren wurden die Werte der Punkte 1-3 zusammengezählt plus die Spielformen beurteilt und dann sind die Kinder genommen worden oder nicht.


    Mittlerweile hat sich das teilweise massiv geändert und man lässt die Kids meist nur noch in Spielformen spielen und beurteilt sie, wie sie darin sich zeigen. Die Teams werden immer wieder neu gemischt in neuen Spielen bei der Sichtung und die Kids teilweise auch neu positioniert und darin wird dann beurteilt, wer geeignet ist oder nicht.


    Dadurch wird die Auswahl der Kids deutlich willkürlicher und ist stark abhängig davon, wie das Kind von den Scouts gesehen wird.

    Aus meinen Gesprächen mit den Stützpunkttrainer (Scouts) habe ich teilweise sehr unterschiedliche Standpunkte herausgehört und dementsprechend werden teilweise sehr unterschiedliche Parameter zur Beurteilung des Talents angezogen.


    Was ich aber von allen Trainern herausgehört habe ist, dass das taktische Verhalten auf dem Platz eher nebensächlich ist.

    Es spielt also eher eine untergeordnete Rolle, ob das Kind den besser positionierten Nebenspieler sieht und anspielt oder ob er die Pässe über 20-30 Meter gut an den Mann bringen kann.


    Die Kinder werden meistens anhand relativ weniger Parameter als gut beurteilt:

    1. Geschwindigkeit, Dynamik, Agilität --> was ich in den Gesprächen mit den Scouts gehört habe, ist dies eines der wesentlichsten Merkmale derzeit. Wer von Natur aus nicht schnell, dynamisch und agil ist, wird diesen Rückstand fast nie aufholen können, so der Standpunkt. Ein technisch starker aber langsamer Spieler lässt sich kaum auf Spitzenniveau bringen als ein technisch unsauberer aber extrem schneller und dynamischer Spieler. Technik und Spielintelligenz lässt sich schnell antrainieren, Geschwindigkeit, Agilität und Dynamik lässt sich kaum signifikant verbessern - so der Standpunkt der Trainer

    2. Technik --> kreatives Dribbling in hohem Tempo, Agilität mit Ball am Fuß und enge Ballführung und guter erster Kontakt sind ebenso wichtige Parameter. Sie gelten als Grundlage für den weiteren Aufbau und sind ebenso wichtig

    3. Mut --> die Trainer wollen selbstbewusste Kinder sehen in der Sichtung. Wer eingeschüchtert sich zeigt, gilt als schwacher Charakter, der sich in dem starken Konkurrenzkampf später nicht behaupten kann


    Diese drei Dinge müssen ausgeprägt sichtbar sein in den Sichtungsspielen. Kinder, die bei einem dieser drei Parameter nicht ausreichend ausgestattet sind, werden kaum berücksichtigt.


    Spielintelligenz, Zweikampfverhalten, Teamorientierung, taktische Dinge spielen bei der Einordnung der Kinder kaum (noch) eine Rolle. Diese Dinge gelten als gut erlernbar bei dem späteren Training.


    Aber das ist nur meine Beurteilung der Dinge und das was ich aus den Gesprächen herausgehört habe.

    Wenn ich meine Kids aus meinen Teams zu den Sichtungen schicke begleite ich sie und gebe ihnen anhand meiner Erfahrungen auch Tipps. Ich sage ihnen, dass sie mutig sein sollen, sich Dribblings zutrauen sollen und vor allem aktiv in den Spielen zeigen sollen.

    Viele Vereine haben keine zeitgemäßen Mitgliedsbeiträge, weil man sich häufig nicht traut an diese mal heranzugehen.

    Sorry, kurz anderes Thema:

    Was habt ihr für Beiträge? Wir haben 40€ / Jahr. Die Kinder bekommen als Begrüßungsgeschenk ein Shirt und eine Flasche.

    Wenn wie mehr Geld verlangen würden, gehen die Kinder halt in einen der 5 binnen 5km entfernten Nachbarvereine.

    Wir sind bei den Junioren und Erwachsenen bei 15€ im Monat! Das ist nahezu identisch bei uns über alle Abteilungen (Fußball, Volleyball, Gymnastik, Tischtennis, ...)

    Im Umkreis von uns haben alle Vereine einen Beitragssatz von mindestens 10-12€ im Monat. Einige Vereine liegen bei 18-20€ im Monat.

    Als Begrüßungsgeschenk gibt es bei uns gar nichts. ;)

    Der Standardtrainingsanzug wird bei uns zu 2/3 gesponsert, sodass die Eltern hier nur 15,- bezahlen müssen.

    Gezahlt werden kann vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich.


    Bei 40€ im Jahr würden wir keine Fördergelder mehr bekommen. Die Gemeinden/Städte und Verbände in unserem Bundesland erwarten einen Mindestbeitragssatz von uns, bevor sie Fördergelder bereitstellen.


    Wir sind aber in der Situation, dass wir im "Speckgürtel" einer Großstadt angesiedelt sind und in den letzten 20 Jahren durch neue Wohngebiete etc. unsere Anzahl der Mitglieder auf fast 1000 nahezu verdoppeln konnten.

    Zudem ist bei uns in der Umgebung fast nur Mittelstand und gehobener Mittelstand angesiedelt. Also kaum Arbeitslose und kein schwaches soziales Umfeld, sondern eher gehobener Wohlstand, viele Leute wohnen in Eigentum.


    Also der Beitragssatz hängt sicherlich stark von der Umgebung und der Art der Mitglieder ab, aus welchem sozialen Umfeld kommen die Mitglieder.

    40€ im Jahr erscheint mir aber trotzdem extrem wenig. Das sind ja im Monat weniger als 4€, wenn man das noch herunterbricht auf die Anzahl der Trainingseinheiten, dann ist das quasi geschenkt für die Eltern. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ihr damit eure Ausgaben bezahlen könnt.

    Wir müssen Mieten für die Sportstätten, Benzingelder für die Trainer, Schiedsrichter etc. ja auch alles bezahlen.

    Provokationsregeln wirken in Spielformen wahre Wunder. Das ist meine Erfahrung. Und sie geben einer Spielform immer ganz intensive Trainingsinhalte.

    Wie schon geschrieben, maximale Anzahl an Kontakte vorschreiben!

    Je nach Niveau und Alter beginnend mit maximal 5 Kontakten (mehr zählen die Kids und du als Trainer sowieso nicht mit), dann runter bis zu 2 Kontakten!

    1 Kontakt macht keinen Sinn, das würde immer Direktspiel bedeuten und ist eher praxisfremd.

    Das kann man in bestimmten Räumen mit einbinden, wenn man bspw. bei Großfeldteams oder Männerteams offensive Abläufe einübt.


    Was auch noch sinnhaft sein könnte ist, dass man verbietet über Kniehöhe zu passen.

    Wenn sich niemand freiläuft neigen, die Kids dazu aus Verzweiflung hohe Bälle nach vorne zu passen.

    Sie suchen dann den letzten tödlichen Ball hinter die Abwehr.


    Mit den beiden Provokationsregeln "Maximal 2-5 Kontakte" (je nach Niveau) und "Nicht über Kniehöhe" (ansonsten wechselt der Ballbesitz) erzeugst du einen Zwang sich freizulaufen, sich vom Gegner zu lösen und alles Weitere was du für schnellen und flüssigen Kombinationsfußball brauchst. Du kannst auch bestimmte technische Inhalte aktiv coachen (offene Stellung, An- und Mitnahme).

    Ein Nachwuchsleistungszentrum hat ja auch in der Grundidee vor allem ein Vereinsinteresse. Es geht darum für das eigene 1.Team Spieler zu entwickeln oder Spieler zu entwickeln, welche dann teuer verkauft werden können. Also ein rein monetäres Interesse.


    Deswegen werden dafür auch Spieler von anderen NLZ und Vereinen verpflichtet und Spieler aus der ganzen Welt verpflichtet.

    Natürlich grasen die NLZ erstmal ihren eigenen Umkreis ab, weil natürlich Spieler, die daheim wohnen, auch in der Betreuung günstiger sind. Wenn im eigenen Umkreis aber nichts in der gewünschten Qualität zu finden ist, dann schauen die Vereine in der ganzen Welt.

    Häufig gibt es Kooperationen etc.


    Es geht also primär im NLZ nicht um die reine Ausbildung. Sondern die dort ausgeführte Ausbildung dient ganz gewissen Zielen.

    Normalerweise müssen sich diese NLZ auch refinanzieren durch Transfereinnahmen oder signifikante Zufuhr an Spielern für die erste Mannschaft und damit geringeren Transferausgaben.

    Normalerweise sollte in der E-Jugend derart taktischer Inhalt noch nicht so im Fokus stehen. Erfreue dich daran, dass die Jungs technisch anspruchsvoll spielen können und erweitere mit Ihnen auf dem Kleinfeld diese Fähigkeiten.


    Der taktischere Teil sollte dann im Großfeld mehr in den Mittelpunkt rücken.

    Was ich gerne gemacht habe ist die Spielformen regulieren. Bspw. maximal 3-5 Ballkontakte für jeden Spieler. Da sind sie gezwungen abzuspielen und die Mitspieler sind gezwungen sich dafür auch entsprechend vom Gegner zu lösen oder in freie Räume zu bewegen.


    Je nach Fähigkeit der Jungs kannst du die Anzahl der maximalen Ballkontakte verringern. Bei maximal 2 Ballkontakten brauchst du schon ein Team, welches das Freilaufverhalten sehr gut beherrscht. Gleichzeitig kannst du dabei auch das vernünftige Vororientierungen und Ballannahme und Ballmitnahme mit 2 Kontakten trainieren. Auch wichtige Facetten im Kombinationsspiel.