Wahrscheinlich muss ich wirklich schon in Training die stärkerern miteinander und die nicht so starken miteinander trainiern lassen.
Zu dem Schluss bin ich auch von der G Richtung F gekommen und setze das in der F1 mittlerweile recht strikt um, sowohl im Training als auch bei den Spielen (ich habe Spiele für die Stärkeren, für die Schwächeren und gemischte Spiele). man kann geteilter Meinung darüber sein (Spätzünderdiskussion, schlecht für "Team-Spirit", usw usf) aber in unserer Konstellation klappt es sehr gut und alle ziehen (mittlerweile) mit.
Es gibt viele Trainingsübungen, die man in verschiedenen Komplexitätsstufen umsetzen kann, auch schon für die Kleinen. So haben trotzdem alle das Gefühl, eine Übung "gemeinsam" zu machen, nur sind die Teilaufgaben für die Besseren anspruchsvoller. Beispiel, Du hast 2 Kinder, einer steht mit dem Rücken zu einem Kegel, bekommt den Ball aus (variabel) z.B. 3m vom anderen Kind zugespielt, muss annehmen, um den Kegel drehen und auf ein Minitor schießen. Diese Übung ist skalierbar, d.h. statt Kegel ein anderes Kind, das erstmal nur dasteht, im nächsten Schritt auch angreifen darf und statt Minitor geht es dann auf Tor mit TW, etc. So versuche ich bei den meisten Übungen, diese Skalierbarkeit einzubauen, und wenn die Schlechteren eine Stufe geschafft haben, dann geht es weiter für sie mit dem nächsten "level". Ich mische aber bei solchen Übungen praktisch überhaupt nicht mehr die Guten mit den Schlechten, da es m.M.n. die Entwicklung der fußballbegeisterten, talentierten Kinder enorm hemmt und das für deren Motivation auch alles andere als förderlich ist.
Zusätzliche Randnotiz: Es gab seitens der Eltern vereinzelt Aufschreie, als ich damit begonnen hatte, ihr Kind würde ja nicht besser werden, wenn es nicht mit dem Mini-Messi Fritzchen Übungen macht. Ich habe auf einem Elternabend klar gemacht, dass in diesem Alter die Kinder nicht (hauptsächlich) besser werden, wenn sie 2x 15 Minuten die Woche mit Fritzchen eine Übung machen, sondern wenn sie jeden Tag auch außerhalb des Trainings gegen einen Ball treten (und sich idealerewise auch "passiv" mit Fußball beschäftigen), sei es mit Freunden auf dem Schulhof oder Bolzplatz oder einfach nur gegen eine Hauswand ballern. Ich habe den Kindern auch 5 technische Grundübungen gezeigt (mit Variationen), die sie daheim drinnen auf ca. 3-4qm üben können, um einfach das Ballgefühl zu entwickeln/zu verbessern. Soviel Platz hat jede Wohnung. Wenn ich alle paar Trainings mal frage, wer das denn auch zuhause geübt hat (ab und zu bauen wir die auch ins Aufwärmen mit ein), sind es die Guten, die den Arm strecken. ich habe dann mal einen der Schlechteren gefragt, wieso er das denn nicht gemacht hat und er sagte, er hat daheim gar keinen Fußball ...