Beiträge von Coach99

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Bei uns werden auch in den leistungsorientierten ersten Jugendmannschaften die Trainer geduzt und ich achte auch darauf, ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Kindern zu haben. Auch mit den Eltern duzen wir uns.


    Respekt und Anerkennung ergeben sich aus anderen Dingen als duzen oder siezen, wie es schon treffend bemerkt wurde.


    Ich könnte es mir auch ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass mich die Kids auf dem Fußballplatz siezen müssen und dann als Freunde meines Juniors duzen dürfen.

    Meinen Junior trainiere ich seit dem vierten Lebensjahr und bin wie die meisten eher zufällig dazu gekommen:


    Kein Trainer für die Altersklasse vorhanden, der Junior drängelt und dann lässt man sich - interimistisch :D - darauf ein.


    Der Junior ist jetzt zehn und und ich trainiere aktuell die ersten E-Junioren, die in der höchsten Spielklasse unseres Bundeslandes spielen.


    Von Anfang an habe ich von meinem Kind mehr verlangt als von anderen, um nicht wegen angeblicher Bevorzugung in die Kritik zu geraten.


    Das ist sicherlich recht hart für ihn gewesen, da er aber gut zwischen mir als Vater und als Trainer unterscheiden kann, klappt es dennoch sehr gut.


    Zu Beginn war er eher zu schüchtern und hat sich dann ab dem zweiten Jahr Bambinis zu einem der absoluten Leistungsträger entwickelt, der er über die Jahre geblieben ist.


    Derzeit bildet er mit einem Ausnahmetalent des jüngeren Jahrgangs eine der besten Sturmreihen der Liga (Aussage der gegnerischen Trainer) und er überzeugt erfreulicherweise auch durch ausgeprägten Teamgeist und Einsatzbereitschaft.


    Hierzu ein kurzes Beispiel:


    Unser Stammkeeper ist zuletzt kurzfristig erkrankt und ich musste zum Turnierbeginn einen neuen Keeper ernennen. Mein Junge hat sich als einziger gemeldet und dann an dem Wochenende eine Klasseleistung abgeliefert und auch eine Ehrung als bester Torwart bekommen. Letzteres war zwar eine schöne Bestätigung, es war mir aber genauso wichtig, dass er für die Mannschaft Verantwortung übernimmt. :D


    Um nicht in den Verdacht zu kommen, als Vater den eigenen Junior über den Klee zu loben (er muss auch wirklich viel Kritik einstecken):


    In der Brandenburger Landesliga müssen die gegenerischen Trainer im Rahmen der Talentsichtung des Verbandes die jeweils besten Spieler des Gegners benennen und da ist mein Junior nun einmal mit Abstand der meistgenannte meiner Spieler. Ich selbst schätze allerdings weitere zwei bis drei Spieler meines sicherlich gut besetzten Teams genauso hoch ein, das sind halt die vielzitierten Leistungsträger (einer ist der Sohn meines Co-Trainers).


    Damit er aber nicht auf mich als Trainer fixiert ist, lasse ich ihn gerne auch an externen Fußballcamps teilnehmen, wo er die anderen Trainer klaglos akzeptiert.


    Ab dem Großfeld (bei uns ab der C) haben wir bei uns im Verein aber feste Trainer und auch mein Junge wird dann nicht mehr von seinem Vater trainiert. Damit haben wir beide auch kein Problem.


    Schöne Grüße


    Coach99

    Hallenturniere sind für mich ein Teil der Arbeit in der Wintersaison, bei denen man gut die im Trainingsbetrieb geübten Dinge kontrollieren kann (Schwerpunkte Technik und Paßspiel). Außerdem habe ich hier die Möglichkeit, bei ausreichender Anzahl von Hallenturnieren allen Spielern viel Spielzeit zu geben, besonders auch denen, die sonst vielleicht nicht ganz so viel spielen.


    Bei der Auswahl der Hallenturniere achte ich darauf, dass das Teilnehmerfeld leistungsmäßig passt und dass meine Jungs auch gefordert werden. Lieber einmal ein Spiel verlieren und etwas dabei lernen als bei einem schwächer besetzten Turnier zu leicht durchziehen.
    Falls wir einmal ein Spiel verlieren, falte ich die Kids nicht zusammen, sondern versuche sie zu motivieren.


    Klar freuen sich die Jungs und auch der Trainer, wenn ein Turnier gewonnen wird (am letzten Wochenende waren es sogar zwei ;)), aber es ist doch kein Beinbruch, wenn man nicht vorne dabei ist.


    Ach so, einen Punkt hatte ich noch vergessen. Gerade in der Halle wechsle ich gerne die Positionen der Spieler (defensiv <=> offensiv etc.). Am letzten Wochenende haben beim Ausfall unseres Keepers insgesamt vier Feldspieler wechselnd im Tor gestanden und einer wurde wegen seiner tollen Paraden sogar noch zum besten Torwart gewählt. :D


    Schöne Grüße
    Coach99

    Wir trainieren einmal in der Woche für 1,5 Stunden in der Halle und einmal - sofern die Witterung es zulässt - auch draußen. Bis zum aktuellen Wintereinbruch konnten wir auch draußen gut trainieren, da wir einen Kunstrasenplatz der neuen Generation haben, der auch im Winter außer bei extremen Witterungsbedingungen gut bespielbar ist. ;)


    An turnierfreien Sonntagen geht es auf Wunsch der Mannschaft (inkl. Eltern) weitere 1,5 Stunden in die Halle. Schwerpunkte des Hallentrainings liegen im technischen Bereich, wie draußen auch viele Spielformen, außerdem kann man ja gerade in der Halle zur Auflockerung auch mal etwas anderes wie Basketball oder Brennball etc. machen.


    Je nachdem, wie weit wir in diesem Jahr bei den Hallenlandesmeisterschaften kommen, die in mehreren Runden ausgetragen werden, nehmen wir an 10-12 Hallenturnieren teil. Am letzten Wochenende haben wir zwei Turniere gespeilt und allen ausreichend Spielzeit geben können (ich habe 13 Kinder im Kader).


    Ab Februar werden wir bei entsprechender Witterung draußen Vorbereitungsspiele machen (Rückrundenstart Anfang März) und es werden auch noch Feldturniere gespielt. Ostern und Pfingsten sind bereits für die Teilnahme an zwei großen Turnieren geblockt.


    Zum Saisonabschluss soll es noch eine Wochenendreise geben, möglicherweise in die Niederlande, da es einen meiner ehemaligen Kicker dorthin verschlagen hat und man gegen sein neues Team und (falls wir großes Glück haben) gegen die U11 des dortigen Ehrendivisionärs antreten und lernen könnte. Mal sehen, wohin es uns am Ende verschlägt (vielleicht bekomme ich ja noch über dieses Forum eine gute Anregung oder Einladung, wir sind ein spielstarker und netter 98er Jahrgang).


    Schöne Grüße


    Coach99

    Trainingsinhalte wie Finten gehören nach meiner Meinung auch bei F- und E-Junioren einfach dazu.


    Hierbei muss man natürlich beachten, welche Voraussetzungen die Kinder mitbringen bzw. welchen Leistungsstand sie haben und sich entsprechend anpassen. Finten und andere Tricks sind natürlich Dinge, die erst geübt werden sollten, wenn die Kinder balltechnisch ansonsten gut ausgebildet sind, d.h. für das Alter ordentliche Ballánnahmen und Pässe etc. beherrschen.


    Mit meinen Jungs, die allerdings fussballerisch für ihr Alter schon sehr weit sind, übe ich regelmäßig Finten. Zumeist muss ich sie nicht einmal vormachen, was erfreulicherweise gut klappt, sondern es die Kids brennen darauf, ihr Können zu zeigen und machen die Tricks dann vor.


    Ganz wichtig ist es, diese Themen auch nach dem Erlernen der Grundtechnik in altersgerechte, zunehmed komplexere Dribblings und Torschußübungen etc. einzubauen, damit die Kids sie auch in Spielsituationen anwenden.


    Hierbei gebe ich häufig nicht vor, welche Finte/welcher Trick ausgeführt werden soll, sondern gebe lediglich die Anweisung, eine derartige Technik anzuwenden und die Kids entscheiden selbst, welche sie nehmen. Das klappt ganz gut und es mehren sich die Spielsituationen, in denen die Jungs die erlernten Fähigkeiten auch im Wettkampf nutzen und teilweise schon sehr variantenreiche Dribblings zeigen. :D


    Schöne Grüße


    Coach99

    Für beide Seiten ist es schon wichtig, dass das Kind mehrfach mittrainiert, um festzustellen, ob und in welcher Mannschaft es passt.


    Wie Holler schon richtig bemerkte, sind die Anforderungen im breitensportlichen Bereich natürlich andere als im leistungsorientierten Fußball. Wir schauen uns die Kids sowohl unter sportlichen Gesichtspunkten als auch bezüglich des Sozialverhaltens an, wobei es hier erfreulicherweise noch nie Probleme gab.


    Die ersten Mannschaften, die ab der E alle höherklassig und leistungsorientierter spielen, stellen höhere sportliche Anforderungen und geben Kinder, die nach den Probetrainings weitermachen wollen aber noch nicht leistungsmäßig stark genug sind, in die jeweils passenden weiteren Teams der Altersklasse ab (nach Hause geschickt wird niemand, der Fußball spielen will).
    Da wir mit den Mannschaften Blocktraining in den Altersklassen machen (parallel), besteht immer die Möglichkeit, dass die Trainer sich die Kids gemeinsam ansehen und untereinander austauschen.


    Zu beachten sind noch versicherungsrechtliche Aspekte (am besten frühzeitig einen Aufnahmeantrag unterschreiben lassen, der nach der mit den Eltern vereinbarten Anzahl von Probetrainingseinheiten weitergereicht wird) und ggf. Regelungen des Verbands. Bei uns ist es nicht zulässig, Mitglieder anderer Vereine ohne Zustimmung des Stammvereins mittrainieren zu lassen (darum müssen sich aber die Eltern des Spielers kümmern).


    Schöne Grüße


    Coach99

    Erst einmal ein gesundes und erfolgreiches Jahr an alle! :D @ distefano Bevor ich qualifiziert auf deinen Beitrag eingehen kann, bitte ich noch um einige Infos: - In welcher Altersstufe hast du das Erlebnis gehabt und daraus deine Schlüsse gezogen? - Wie viele Spieler gehörten zur Mannschaft? - Kleinfeld oder Großfeld? - Wie wurden die Mannschaften vereinsintern eingeteilt (nach Leistung, Alter...) oder wart ihr das einzige Team in der Altersklasse? - Habt ihr auch im Verein das Thema diskutiert und ggf. daraus Schlüsse gezogen? Danke vorab für die Infos und schöne Grüße Coach99

    Für beide Varianten gibt es gute Argumente, deren Zugkraft auch von den Verhältnissen und der Ausrichtung eures Vereins abhängig sind:

    Wie viele Kinder gibt es in den einzelnen Jahrgängen und wie viele Mannschaften sollen/können zum Spielbetrieb angemeldet werden?

    Ist der Verein eher breitensportorientiert oder gibt es auch im Jugendbereich schon leistungsorientierten Fußball?

    Wie stark sind die Leistungsunterschiede im jeweiligen Jahrgang?

    Gibt es eine gemeinsame Philosophie im Verein und arbeiten die Trainer eher miteinander oder für sich?

    Wie gut ausgebildet sind die Trainer? Werden die altersgemässen Trainingsinhalte vermittelt?

    Ideal ist es nach meiner Erfahrung, wenn man in Jahrgangsmannschaften und leistungsmäßig homogenen Gruppen arbeiten kann, da dann die Kids über Jahre zusammen bleiben und sich dabei auch weiterentwickeln können. Das funktioniert aber nur dann, wenn man ausreichend Spieler und damit Mannschaften in den Altersklassen hat, ob das bei Bär der Fall ist, kann ich noch nicht beurteilen.

    Grundsätzlich sollte man aber die besten Kids in der ersten Mannschaft spielen lassen und notfalls auch einmal Jahrgänge mischen.

    In meinem Verein wird sowohl Breiten- als auch Leistungssport angeboten und es wird grundsätzlich in Jahrgängen zusammen gespielt. Da wir im Kinder und Jungendbereich bis zur D jeweils 2 Mannschaften des älteren und des jüngeren Jahrgangs haben, besteht die Möglichkeit, die Kinder auch in den Jahrgängen nach Leistung zu unterteilen und so optimal zu fördern.

    Außerdem wird in Brandenburg ab der E auch das Spielen in höheren Spielklassen auf Landesebene angeboten. Wir sind in allen Altersklassen auf Landesebene vertreten und auch mit meiner E1 spiele ich in der landeshöchsten Spielklasse. Die ersten Mannschaften (älterer Jahrgang, ergänzt um die besten Spieler des jüngeren Jahrgangs) spielen bereits ab der E leistungsorientiert (es wird trotzdem gemäß den Altersstufen ausbildungsorientiert gearbeitet, was auch vom Verein kontrolliert wird), die weiteren spielen im breitensportlichen Bereich, wobei die Mannschaften durchlässig sind.

    Bei der Auswahl der Spieler arbeiten die Trainer zusammen, in der E haben wir es dem Ende der vorigen Saison wie folgt gemacht:

    Die 98er Mannschaften haben gemeinsam trainiert und wir Trainer konnten über einen längeren Zeitraum die Kids beobachten und einer Sichtung unterziehen, ohne dass die Kinder sich dessen so voll bewusst waren und es wurde auch die Tagesform ausgeglichen. Außerdem haben uns die 99er Trainer, deren Teams parallel trainieren, die talentiertesten Kids zur Teilnahme rübergeschickt.

    Außerdem haben sich alle Jahrgangstrainer intensiv ausgetauscht und es wurde auch den Eltern und Kindern kommuniziert, welche unterschiedlichen Anforderungen in den Mannschaften gestellt werden.

    Mit dem Ergebnis sind wir bislang sehr zufrieden. Alle Teams sind relativ homogen in der Leistungsdichte und haben sich daher gut weiterentwickelt, da man das Training viel besser als bei großen Leistungsunterschieden zuschneiden kann.

    Bei meinen Kids (Schwerpunkt 98 + zwei sehr talentierte 99er) konnte ich einen enormen Leistungssprung feststellen, da sind nahezu alle deutlich besser geworden, da sie sowohl im Trainings- als auch Spielbetrieb stets gefordert werden. Probleme mit der Integration neuer Spieler hat es keine gegeben. Alle Kids sind von Anfang an wie ein Team aufgetreten und halten super zusammen.

    Wie geht es für mein Team im nächsten Jahr weiter? Die Mannschaft wird so zusammen bleiben, und als Unterbau für das Landesligateam dienen, evtl. muss ich einige wenige Leistungsträger an die erste Mannschaft abgeben, die im Folgejahr zurückkommen. Hierzu werden wir uns im Trainerkreis bereits im Frühjahr austauschen, da die Mannschafteinteilung langfristig erfolgen muss.

    Schöne Grüße

    Coach99

    @ all

    Hier sehe ich drei Fragestellungen:

    Ist es OK, dass ein Verein seine Zusagen nicht erfüllt und den Trainer offensichtlich mit der Hälfte des zugesagten Betrags im Regen stehen lässt?

    Meine klare Antwort: NEIN!

    Muß sich ein Trainer alles gefallen lassen: Ebenfalls ein klares NEIN! ;(

    Worin besteht die Hauptmotivation eines ehrenamtlichen Kinder- und Jugendtrainers und was folgt daraus? :D

    Wir alle machen einen häufig undankbaren und nervenzehrenden Job, der - Aufwandspauschalen hin oder her - seine Gegenleistung durch die Freude und Anerkennung der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen bezieht.

    In unserem Verein ist die "Trainervergütung" so geregelt, dass man de facto keinen Beitrag zahlen muss (aus steuerlichen Gründen wird der Beitrag gezahlt und man erhält eine Übungsleiterpauschale in gleicher Höhe, die ich erst einmal nachschauen müsste). Außerdem bekommen die Trainer der Mannschaften auf Landesebene die grandiose Summe von € 100 Spritkosten für die gesamte Saison, da wir in der Landesliga in Brandenburg spielen, ist das eher eine nette symbolische Geste, die die tatsächlichen Kosten in keinster Weise deckt. Darüber hinaus bezahlt der Verein die Ausbildungskosten der lizensierten Trainer (perspektivisch sind das bei uns alle).

    Damit habe ich aber kein Problem und mir ist es Lohn genug, wenn ich z.B. wie gestern Abend von verschwitzten, aber glücklichen Kindern nach einer intensiven Trainingseinheit gefragt werde, ob wir denn zum gewünschten zusätzlichen Training am Sonntag auch wirklich die Halle bekommen und die Eltern diese Freizeitbeschäftigung unterstützen, anstatt zu maulen, weil die Kids wieder gegen das runde Leder treten.

    Das will aber nicht heißen, dass ich nicht auch die Momente kenne, wo ein eigentlich eher nichtiger Anlass dazu führt, dass man genervt alles hinschmeißen möchte.

    Deshalb kann ich auch Trainer 123 verstehen, vermute aber, dass da mehr Punkte dahinter stecken, denn wegen 90 Euro hört doch kein engagierter Trainer auf, der sogar 2 Teams betreut (Hut ab, das würde nicht schaffen).

    Deshalb solltest Du, Trainer 123, Dich auch in Ruhe hinsetzen und aufschreiben, was für und gegen ein Weitermachen spricht. Damit kommst Du etwas von der Einzelthematik Geld weg und hast wahrscheinlich eine bessere Entscheidungsgrundlage.

    So ähnlich habe ich es vor nunmehr ca. drei Jahren gemacht, als ich mit meinem Junior den Verein gewechselt habe, was ich nicht bereut habe.

    Ich glaube aber nicht, dass Du wirklich aufhörst, vielleicht machst Du ja wonaders weiter, oder? :D

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo Sebi,

    auch von mir ein klares "weitermachen"! :D

    Es ist zwar oft hilfreich, wenn man als Trainer technische Fertigkeiten mitbringt, aber beileibe kein Muss. Wenn ich bestimmte Sachen aus nachvollziehbaren Gründen nicht beherrsche, dann muss ich mir halt jemanden suchen, der Übungen vormachen kann.

    Bei meinen E-Junioren habe ich sehr viele technisch beschlagene Kinder dabei, die sehr gerne auch selbst Übungen vorführen und stolz sind wenn das klappt. Klappt etwas einmal nicht so gut, ist es auch kein Beinbruch, dann muss halt doch der Trainer noch einmal ran. Da ich selbst ein recht passabler Fußballer bin, funktioniert das auch, ich bin mir aber sicher, dass ich keinen Autoritätsverlust befürchten müsste, wenn ich mir hier Verstärkung holen müsste.

    bcefferen hat einen wichtigen Punkt angesprochen, den ich noch mit einem Beispiel ergänzen möchte, der Einsatz moderner Medien:

    Vor kurzem habe ich mit meinen Jungs (98er) in unserem Vereinshaus in entspannter Atmosphäre einen Videonachmittag gemacht, bei dem auch viele Eltern interessiert dabei waren.

    Inhalt waren Szenen aus ähnlichen Spielsituationen, die in einem Match nicht so gut und ein anderes Mal klasse gelaufen sind (in dieser Reihenfolge: dosierte Kritik und Lob sowie die Botschaft: schaut mal, das sind wir, so gut können wir Fußball spielen). Die Kinder waren mit Begeisterung dabei und sehr wohl in der Lage, Fehler selbst zu erkennen und es wurde auch spontan Beifall geklatscht, als besonders gelungene Kombinationen gezeigt wurden. Interessanterweise kamen sogar bei guten Szenen noch sehr gute Verbesserungsvorschläge, die man aus Kindermund kaum vermutet hätte. Ich musste eigentlich nur noch ein bißchen moderieren und der Effekt war viel größer, als wenn ich auf dem Platz vieles vorgemacht hätte.

    Das Ganze hat auch noch einen weiteren Effekt, die Kinder sprechen miteinander und nehmen das Ganze nicht nur als Monolog auf und zumindest im Fall meines Teams hat sich das auch auf dem Platz weiter fortgesetzt (keine Angst, die Kids haben auch schon vorher miteinander gesprochen :) ).

    Viel Spaß mit den Kids, bleibe selbstkritisch und bilde dich weiter, dann wirst du auch als "Nichtfußballer" gute Erfolge als Trainer haben!

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo Andre,

    kannst du schon berichten, wie die Spruchkammer in der ersten Dezemberwoche entschieden hat oder dauert das noch?

    Hatte am letzten Samstag auch ein nettes Erlebnis. Wir hatten unser letztes Hinrundenspiel und es ging gegen eine Gegner aus den hinteren Rängen. Beim Spielbeginn hatte der gegnerische Trainer nichts gegen den Spielball (Größe 4 laut DFB-Richtlinien) einzuwenden, der auch von beiden Teams begutachtet und für gut befunden wurde.

    Beim Stand von 2:0 für uns monierte er plötzlich die Ballgröße und war der Meinung, es müsse mit einem 5er Ball gespielt werden. Der Schiedsrichter ließ mit dem Spielball weiterspielen und am Ende haben wir das Spiel auch sicher gewonnen.

    Im Nachgang zum Spiel behielt sich der gegnerische Trainer vor, wegen der Ballgröße Protest einlegen zu wollen. Auf meine Frage, ob er denn davon ausgehe, dass das Spiel mit einem in unserem Verband alternativ einzusetzenden 5er Leichtspielball anders ausgegangen wäre, antwortete er mit "vermutlich nicht, ich habe aber in der Saison schon dreimal bei anderen Vereinen wegen der 4er protestiert".

    Nach Rückfrage bei unserem Schiedsrichterkoordinator sowie dem Landesverband hätte ein eventueller formaler Protest gegen die Spielwertung wegen der Ballgröße keine Aussicht auf Erfolg, ich bin aber gespannt, ob der gegenerische Verein tatsächlich sportrechtliche Schritte einleitet. Das könnte ich noch verstehen, wenn entgegen der Regeln mit einem 5er Erwachsenenball gespielt würde, da das für die Gesundheit der Kids nicht gut ist.

    Letztlich zeigt das Ganze aber wieder, wie erfolgsorientiert manche Jugendtrainer sind bzw. wie sie möglicherweise auch bei ihrem Vereinen unter Druk stehen. Durch unseren Sieg sind wir aktuell Staffelerster, der Gegner ist dadurch aber auf einen Abstiegsrang aus der Landesliga gerutscht. Aber das Thema Auf- und Abstieg in den jungen Altersklassen haben wir ja an anderer Stelle schon ausführlich diskutiert...

    Schöne Grüße

    Coach99

    Völlig korrekt, bei uns machen es nur die hiesigen Bundesligisten Hertha BSC und Energie Cottbus so, selbst Hansa Rostock hat inzwischen die üblichen Altersklassen übernommen.

    Schöne Grüße

    Coach99

    @ Tomminator

    Da habe ich deinen Beitrag bezüglich des Mitgliedsbeitrags offensichtlich mißverstanden und es wichtigere Kriterien für den Einsatz in den Spielen, was ich gut finde. :)

    @ Marcel 18hl

    Wenn man deinen Beitrag liest, bekommt man den Eindruck, dass du in diesem Fall etwas vorschnell urteilst, ohne die Hintergründe vorher zu beleuchten. ;(
    Das mag mit deinem jungen Alter von 18 Jahren zusammenhängen, aus den Beiträgen vieler anderer (älterer) Trainer kannst du aber sehen, dass es sehr wichtig ist, sich vor einem Urteil die Umstände möglichst genau anzusehen.
    Versteh das bitte nicht falsch, in deinem Beitrag bezüglich des siebenjährigen F1-Spielers mit den Problemen im persönlichen Umfeld, den du besonders unterstützt, kann man ja sehen, dass du dich auch sehr intensiv mit Situationen auseinandersetzt. Stell dir einmal vor, es gebe Unterstellungen dir gegenüber, wenn sich der Junge auf deinen Schoß setzt und man würde nicht genau nachfragen, was es damit auf sich hat. Wie würdest du als betroffener Trainer reagieren?

    Schöne Grüße

    Coach99

    Hallo Kekses,

    als erstes würde ich versuchen, mir ein möglichst umfangreiches Bild von der Sache zu machen.

    Generell ist aus meiner Sicht nichts dagegen einzuwenden, wenn der Junior des E-Jugendtrainers auch als jüngerer Jahrgang in der E mitspielt, sofern er die notwendige körperliche und geistige Reife mitbringt und auch leistungsmäßig mithalten kann. Sofern das so ist, kann man einen Haken machen.

    Ob der Sohn der beschwerdeführenden Mutter wirklich so wenig spielt, muss auch geprüft werden, da das von den Eltern - vorsichtig ausgedrückt - häufig sehr subjektiv erlebt wird. Hatte auch schon Eltern, die meinten, das Kind habe nur 2 Minuten gespielt, obwohl es ein mehrfaches davon war, was die Eltern im Gespräch dann auch einräumten (ich hatte mir in diesem Fall bewusst die Einsatzzeiten notiert). Vielleicht gibt es hierzu ja Unterlagen/Informationen, obwohl sich die meisten Trainer - mich eingeschlossen - nicht soviel Arbeit mit entsprechenden Listen machen.

    Dass das Kind weniger spielt, könnte auch andere Hintergründe haben, wie z.B. eine unregelmäßige Trainingsteilnahme, das Stören des Trainings- und/oder Spielbetriebs etc. Ich wäre hier sehr vorsichtig, da nach meiner Erfahrung - die ja nicht repräsentativ sein muss - sich gerade die Eltern jener Kids beschweren, auf die die vorgenannten Punkte zutreffen.

    Dass du dir auch vom Schreien des Co-Trainers zuerst ein Bild machen willst, finde ich auch OK, erst die Informationen sammeln und dann ein Gespräch führen, wobei auch deine Kompetenzen ein wichtiger Punkt sind, wie es Andre schon angemerkt hat.

    In einem möchte ich dir und Tomminator aber heftig widersprechen: Die Mitgliedsbeiträge allein dürfen kein Argument für die Einsatzzeiten des einzelnen Spielers sein, hierfür gibt es diverse bessere (s.o.). Wenn man mir mit diesem Hinweis vereinsseitig vorschreiben würde, die Spieler nach der Stoppuhr und mit Listen ein- und auszuwechseln, würde ich mein Amt umgehend niederlegen (es sei denn, man würde mich als Trainer fest anstellen und fürstlich entlohnen :D ).

    Wünsche dir viel Erfolg bei der Lösung des Konfliktes, achte darauf, dass danach alle gut miteinander umgehen können.

    Schöne Grüße

    Coach99


    Wir werden mit unserer E am kommenden Samstag im Anschluß an unser letztes Punktspiel zunächst Pizza essen und dann Kegeln (praktischerweise haben wir eine Kegelabteilung im Verein und können die Bahn sehr günstig mieten).

    Die Eltern sorgen dann noch für Kaffee und Kuchen und dann werden die Jungs sicherlich auf Premiere das Spiel Hoffenheim gegen Bayern verfolgen (welches der Aufsteiger hoffentlich gewinnt :D ).

    Bei uns spielen wir in der Halle erst ab der D mit 1 +4, davor mit 1 + 5, wo ich mit 2-3 am besten gefahren bin.

    Vorletztes Wochenende haben wir an einem Hallenturnier des hiesigen Bundesligisten (alles 98er) teilgenommen, da dieser seine 98er wie bei derartigen Klubs üblich schon in der D spielen lässt, hatten wir das Vergnügen mit 1 + 4.

    Habe dann 2-2 spielen lassen, wobei alle Spieler sich sowohl Offensivspiel als auch das Defensivspiel einschalten mussten (analog 1 + 5). Erforderte zwar eine hohe Laufbereitschaft und viel Disziplin, hat aber sehr gut geklappt. =)

    Wenn deine Jungs damit Schwierigkeiten haben, ist es natürlich sicherer, wenn ein Abwehrspieler hinten absichert.

    Draußen lasse ich 3-3 Spielen, wenn wir im benachbarten Berlin unterwegs sind (bei uns in Brandenburg wird ab der F auf dem Kleinfeld mit 1+7 gespielt).

    Zur Frage des Umstellens des Spielsystems:

    Das hängt sehr stark von den Fähigkeiten und dem vorhandenen Spielverständnis der Kids ab. Wenn sie schon sehr weit sind, kann man sogar innerhalb eines Spiels umstellen, wenn es nicht wie gewünscht läuft. Bei meiner Truppe klappt das schon ganz gut und wird ím Bedarfsfall auch so gemacht (ist aber selten), vor einiger Zeit habe ich aber unsere E2 in einem Freundschaftsspiel gecoacht und da war das nicht möglich.

    Mit einer Aussage (die möglicherweise aber von mir falsch interpretiert wird), habe ich ein Problem:

    In der F (und generell nicht im Kinderfußball) würde ich gegen einen schwachen Gegner nicht das Spielsystem wechseln, um möglichst viele Tore zu schießen, sondern nur, um mit meinen Jungs neue Varianten auszuprobieren.
    Es geht doch nicht darum, den armen unterlegenen Gegner abzuschiessen und zu frustrieren, sondern altersgerecht gute Fußballer auszubilden. Und da nützen den Kids Erfahrungen mit einem für sie ungewohnten Spielsystem oder Positionen erheblich mehr als viele Tore. Wenn wir deutlich führen, nutze ich das zum häufigeren Durchwechseln und Spielen auf eher ungewohnten Positionen, auch wenn das zu Lasten des Ergebnisses geht.

    Schöne Grüße

    Coach99


    Leider haben wir alle schon einmal die Dinge erlebt, die bcefferen zu Recht anprangert. Auf die Frage nach den Hintergründen fallen mir spontan 3 Hauptgründe ein, die einzeln oder auch zusammen zutreffen können:

    - Falsche (erfolgs- und nicht ausbildungsorientierte) Denkweise und daras resultierender Erfolgsdruck durch die Vereine

    - Erfolgsgeilheit der Trainer (und/oder Eltern)

    - Unfähigkeit der Trainer, die ihnen anvertrauten Kids auch wirklich altersgerecht auszubilden

    Aus meiner Sicht müssen wir halt alle in unserem Umfeld versuchen, die Situation in kleinen Schritten zu verbessern.

    Das ist zwar sehr mühselig und häufig auch frustrierend, aber aus meiner Sicht auch die einzige Möglichkeit.

    Hatte am Wochenende auch wieder ein kleines Frusterlebnis:

    Witterungsbedingt musste man den Platz unseres Gastgebers eigentlich als unbespielbar erklären (Eis und Schnee wie an den meisten Orten). Dennoch wurde durch den Gastgeber (und auch dessen Schiedsrichter, der sich dann als typischer Heimschiedsrichter herausstellte) der Platz für bespielbar erklärt. Der Grund war klar: unser Gegner erhoffte sich aufgrund der Platzverhältnisse, die kein Fußballspielen zuliessen, Vorteile für sein spielerisch deutlich unterlegenes Team, welches im Zweikampfverhalten die Grenze der Fairness des öfteren überschritt (ohne dass der Schiri einschritt).
    Am Ende haben wir dann das Spiel trotzdem sicher gewonnen und ich war aufgrund der Rahmenbedingungen froh, dass sich nicht noch jemand verletzt hat. Bezüglich der Hintergründe bin ich mir aber nicht sicher, ob es an der generellen Einstellung des gegnerischen Trainers lag oder ob dieser zu viel Druck hatte, mit seinem abstiegsbedrohten Team auch endlich gegen einen Gegner aus der Spitzengruppe zu punkten.

    Man muss parallel immer wieder an sich selbst arbeiten, um die gewollte Vorbildfunktion auch ausfüllen zu können. Ich gebe aber offen zu, dass mir das am letzten Samstag schwer gefallen ist.

    Schöne Grüße

    Coach99

    Leider kenne ich nicht das Regelwerk eures Fußballkreises, da die Statuten ja leider nicht bundesweit einheitlich sind.

    Ich sehe da aber grundsätzlich keine Schwierigkeiten, sofern der Schiedsrichter auch pfeifen durfte, was mir aber so zu sein scheint. Wenn ein des Feldes verwiesener Spieler auch nach weiterer Aufforderung - und das ist ja offensichtlich geschehen - den Platz nicht verlässt, ist ein Spielabbruch doch die logische Konsequenz.

    Wie es jetzt weitergeht, hängt von euren regionalen Statuten ab. Möglicherweise kann der Staffelleiter anhand des Sonderberichts entscheiden oder es befasst sich ein Sportgericht damit. Letztlich gehe ich davon aus, dass das Spiel mit 2:0 Toren und 3 Punkten für den Platzverein gewertet wird und hoffe, dass auch der gegnerische Trainer noch einen Denkzettel für sein erfolgsgeiles und unsportliches Verhalten bekommt.

    Wir hatten vor zwei Jahren bei dén G-Junioren (!!!) einen ähnlichen Fall. Bei unserer G war das Teams eines ebenfalls sehr erfolgsgeilen Vereins zum Spitzenspiel zu Gast. Gepfiffen hat ein Jugendlicher (mit Schiri-Schein), der mit zunehmender Spieldauer und Spielstand zugunsten der Heimmannschaft immer massiver vom gegnerischen Trainer und Anhang beleidigt wurde. Als der gegnerische Trainer dann auch noch ohne Erlaubnis laut zeternd den Platz betreten und auch nach Aufforderung nicht wieder verlassen hat, wurde das Spiel durch den Unparteiischen abgebrochen und ein Sonderbericht geschrieben. Das Ganze kam vor das Sportgericht und das Spiel wurde nicht nur zugunsten der sich ordentlich verhaltenden Heimmannschaft gewertet, nein, der gegnerische Trainer hat auch noch wegen des grob unsportlichen Verhaltens eine saftige Geldstrafe bekommen :D:D:D

    Schöne Grüße und viel Erfolg vor den zuständigen Instanzen

    Coach99

    Hallo krappkamp,

    das ist keine Frage der Schußstärke sondern der Schußtechnik, die du mit den Jungs üben musst. Hierbei ist wichtig, dass du in kindgerechter Form erklärst und den Kids beibringst, wie sie den Ball treffen müssen (Schußformen, Schußhaltung, wie stehe ich zum Ball etc.).

    Das Schußtraining sollte auch nicht losgelöst betrachtet werden, sondern es sollte immer Bestandteil der gesamten, technisch ausgerichteten Ausbildung sein. Schon in den jungen Altersklassen immer wieder beidfüßig schulen, das wird auf lange Sicht große Erfolge bringen. =) Baue immer wieder Spielformen ein, die ein genau getimtes Paßspiel und auch den Torabschluß beinhalten.

    Hierzu ein kleines Beispiel:

    Habe einen Spieler (98er) in meinem Team, der körperlich eher sehr schmal gebaut ist (Körperbau und Spielweise Typ Marin) und anfangs bei den Bambinis auch kaum einen harten Schuß oder Pass spielen konnte. Durch eine konsequente ganzheitliche Ausbildung der technischen Fähigkeiten hat sich das sehr schnell und rapide gebessert, als 8-jähriger hat der Junge mit mehr als 70 km/h bei Fun-Torschußwettbewerben auch zwei Jahre ältere Kids hinter sich gelassen. Rund die Hälfte seiner Tore macht der Bengel übrigens mit dem schwachen Fuß, der auch ganz ordentlich draufhämmern kann. :)

    Schöne Grüße

    Coach99