Meinen Junior trainiere ich seit dem vierten Lebensjahr und bin wie die meisten eher zufällig dazu gekommen:
Kein Trainer für die Altersklasse vorhanden, der Junior drängelt und dann lässt man sich - interimistisch
- darauf ein.
Der Junior ist jetzt zehn und und ich trainiere aktuell die ersten E-Junioren, die in der höchsten Spielklasse unseres Bundeslandes spielen.
Von Anfang an habe ich von meinem Kind mehr verlangt als von anderen, um nicht wegen angeblicher Bevorzugung in die Kritik zu geraten.
Das ist sicherlich recht hart für ihn gewesen, da er aber gut zwischen mir als Vater und als Trainer unterscheiden kann, klappt es dennoch sehr gut.
Zu Beginn war er eher zu schüchtern und hat sich dann ab dem zweiten Jahr Bambinis zu einem der absoluten Leistungsträger entwickelt, der er über die Jahre geblieben ist.
Derzeit bildet er mit einem Ausnahmetalent des jüngeren Jahrgangs eine der besten Sturmreihen der Liga (Aussage der gegnerischen Trainer) und er überzeugt erfreulicherweise auch durch ausgeprägten Teamgeist und Einsatzbereitschaft.
Hierzu ein kurzes Beispiel:
Unser Stammkeeper ist zuletzt kurzfristig erkrankt und ich musste zum Turnierbeginn einen neuen Keeper ernennen. Mein Junge hat sich als einziger gemeldet und dann an dem Wochenende eine Klasseleistung abgeliefert und auch eine Ehrung als bester Torwart bekommen. Letzteres war zwar eine schöne Bestätigung, es war mir aber genauso wichtig, dass er für die Mannschaft Verantwortung übernimmt. 
Um nicht in den Verdacht zu kommen, als Vater den eigenen Junior über den Klee zu loben (er muss auch wirklich viel Kritik einstecken):
In der Brandenburger Landesliga müssen die gegenerischen Trainer im Rahmen der Talentsichtung des Verbandes die jeweils besten Spieler des Gegners benennen und da ist mein Junior nun einmal mit Abstand der meistgenannte meiner Spieler. Ich selbst schätze allerdings weitere zwei bis drei Spieler meines sicherlich gut besetzten Teams genauso hoch ein, das sind halt die vielzitierten Leistungsträger (einer ist der Sohn meines Co-Trainers).
Damit er aber nicht auf mich als Trainer fixiert ist, lasse ich ihn gerne auch an externen Fußballcamps teilnehmen, wo er die anderen Trainer klaglos akzeptiert.
Ab dem Großfeld (bei uns ab der C) haben wir bei uns im Verein aber feste Trainer und auch mein Junge wird dann nicht mehr von seinem Vater trainiert. Damit haben wir beide auch kein Problem.
Schöne Grüße
Coach99