Sportplatz-Schlägerei: Sperren für drei Spieler
TSV Korntal wird gegen Bescheid des Fußball-Bezirksgerichts Einspruch einlegen - Unverständnis über Strafen bei beiden Vereinen
Korntal-Münchingen. Milde Strafen hat das Sportgericht des Fußball-Bezirks Enz/Murr ausgesprochen. Nach der Schlägerei bei der A-Liga-Partie zwischen dem TSV Korntal und ACI Markgröningen verhängte das Gericht Sperren zwischen einem und 2,5 Monaten gegen drei Spieler.
Von Michael Nachreiner
Und das Gerangel geht in die zweite Runde. Wolfgang Lutz hat bereits angekündigt, dass die Sache in Berufung gehen wird. "Dieses Urteil können wir so nicht stehen lassen", sagt Korntals Spielleiter. Im Einzelnen will sich Lutz aber nicht näher dazu äußern: "Ich werde ich dazu nicht so viel sagen - und möchte es auch nicht. Wir geben es an einen Rechtsberater." Bis zum 13. November ist Zeit, das Sportgericht des Württembergischen Fußballverbands (WFV) anzurufen. Dessen Entscheidung ist rechtskräftig und kann nicht mehr angefochten werden. Auch der ACI Markgröningen erwägt, Einspruch einzulegen. "Der Vorstand berät noch", erklärt Spielertrainer Pasquale Bellarosa. "Die Schilderung mit dem Kabinentrakt ist schlicht falsch. Warum hätte sonst Wolfgang Lutz Anzeige gegen unbekannt gestellt, wenn unser Spieler auf ihn eingeschlagen hätte. Und es wird bei den Sperren mit zweierlei Maß gemessen."
Was war passiert? Beim Stand von 3:2 für den gastgebenden TSV Korntal hat der Schiedsrichter die Partie gegen den ACI Markgröningen abgebrochen. Ein 34 Jahre alter Markgröninger Spieler hatte einem 28-jährigen Korntaler mit der Faust auf den Hinterkopf geschlagen. Daraufhin hat sich der Korntaler mit einigen netten Worten bei seinem Kontrahenten bedankt, worauf der Unparteiische beide Spieler mit der Roten Karte vom Platz stellte. Zwischen beiden Spielern kam es zu einem Gerangel, zu dem weitere Spieler und auch Zuschauer hinzueilten und das dann in einer Schlägerei mündete.
Doch mit der Hinausstellung der beiden Spieler war die Situation nicht beendet. Im Kabinentrakt ging die Auseinandersetzung weiter. In der Urteilsbegründung des Bezirksgerichts heißt es: "Es kommt zu weiteren tätlichen Auseinandersetzungen, wobei der Markgröninger Spieler auf einen Korntaler Betreuer und den Korntaler Spieler einschlägt. Vier bis fünf Zuschauer von Italia Markgröningen dringen in die Umkleidekabine ein, um ihre Spieler zu ,schützen". Ein Spieler der zweiten Korntaler Mannschaft, der schlichtend eingreifen will, wird verletzt und muss ins Krankenhaus zur ambulanten Behandlung eingeliefert werden."
Der 28 Jahre alte Korntaler Spieler wird für einen Monat bis einschließlich 26. November gesperrt. Den 34-jährigen Markgröninger sperrt das Sportgericht für zehn Wochen bis einschließlich 11. Januar. Zusätzlich erhält er eine Geldstrafe von 50 Euro.
Außerdem hat ein weiterer Markgröninger Spieler einen weiteren Korntaler mit Worten beleidigt. Der 29 Jahre alte Spieler wird vom Sportgericht für sechs Wochen bis einschließlich 11. Dezember gesperrt. "Eine Beleidigung ist eine Beleidigung. Unser Spieler wird für anderthalb Monate, der Korntaler laut Urteilsbegründung für fast die gleichen Wörter und dazu noch eine Tätlichkeit nur einen Monat gesperrt", echauffiert sich Bellarosa. Auch versteht der Markgröninger Spielertrainer nicht, warum sein Spieler für eine Tätlichkeit zusätzlich zur Sperre eine Geldstrafe bekommt, der Korntaler aber nicht. Bellarosa: "Insgesamt 280 Euro sind sehr viel Geld für uns." Dagegen findet Lutz die Sperren gegen die Markgröninger viel zu kurz: "Nach dem, was da passiert ist, hätte ich mit härteren Strafen gerechnet."
Gegen beide Vereine wird zudem eine Geldstrafe verhängt. Korntal muss 180 Euro, Markgröningen 230 Euro zahlen. Das Spiel wird für beide mit 0:3 als verloren gewertet. Bellarosa: "Das ist sehr hart. Kein Wiederholungsspiel, gar nichts. Allerdings hatte ich damit gerechnet, dass nur wir das Spiel verlieren."
05.11.2008 - aktualisiert: 05.11.2008 06:04 Uhr
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