Beiträge von let1612

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    HansMcMans : ich hatte bei meiner Frage gar keinen pädagogischen oder leistungsgerechten Hintergedanken - somit dachte ich auch nicht an ChampionsLeague-Modus, wie er im Kinderfußball umgesetzt wird, sondern an z.B. 4 Mannschaften jeder gegen jeden mit Punkte und Tabelle -> bei 12 Spielern im Training spielen sie 3 gegen 3 anstatt 6 gegen 6 und bei 16 Spieler 4 gegen 4 anstatt 8 gegen 8. Kann ich zumindest in der Halle oft beobachten - da machen es die Trainer oft aufgrund des Platzbedarfes. Auf dem Feld könnte man es ja 2x aufbauen. Ich finde das aus Sicht der gruppendynamischen Prozesse sehr interessant.

    Ein Abschlussspiel ab der E-Jugend ist oftmals von der Spieleranzahl auch geringer als ein "richtiges" Spiel. Viele haben ja keine Kader von 14 (7 gegen 7 wenn alle in der E-Jugend im Training sind) oder 18 Spieler (9 gegen 9 in der D-Jugend) bzw. 22 Spieler (11 gegen 11 in der C-Jugend). Von daher kommt die Anzahl meistens den "neuen angedachten" Wettbewerbsformen ab der E-Jugend schon sehr nahe.


    Ich hatte in meinen Trainings in der G- und F-Jugend keine großen Tore dabei (keine 5x2m Tore). Da hat kaum jemand nach einem Abschlussspiel gefragt. In der G-Jugend niemand, weil wir auch nicht im Spielbetrieb teilgenommen haben. In der F-Jugend (wir spielten Samstags 7 gegen 7) auf dem Feld relativ selten und in der Halle (Handballtore) hin und wieder. Jetzt in der E-Jugend habe ich meistens E-Jugend-Tore dabei und da kommt die Frage oft (nicht immer), obwohl wir meistens das Training über viele Spielformen machen. Wobei für sie auch ein Abschlussspiel ist, wenn auf ein E-Jugendtor und 2 Minitore gespielt wird (wenn ich keine 2 E-Jugentore dabei habe). Sozialisation und Infrastruktur spielen aus meiner Sicht in dem Fall eine Rolle (habe 1-2 Spieler, die erst seit kurzem von anderen Vereinen zu uns gestoßen sind, die fragen praktisch immer nach dem Abschlussspiel - teilweise schon vor dem Training).

    Habe gerade den sportschau-Bericht entdeckt (hat jemand schon das komplette Konzept gesehen?) - bin mal gespannt, ob man vom Präsidium etwas hört (heute ist ja der 04.12.). Ich gehe jetzt mal nur auf die U19 und U17 ein.

    - Pokalwettbewerb: das hört sich für mich wie der DFB-Pokal der Erwachsenen an - da dürfen auch einmal Amateure gegen Profis ran. Sofern sich die Amateure in einem Jahr vorher für den Wettbewerb qualifiziert haben. Das wäre aus meiner Sicht mit den Jahrgängen der Jugend nicht sinnvoll.

    - "Entwicklungsspiele": da wollen wohl auch die besseren NLZs öfters gegeneinander spielen - kommen dann die schwächeren, jüngeren Spieler wirklich zu mehr Einsatzzeiten? Die Mannschaften spielen ja schon heute Turniere (Pfingsten, Ostern) - wer wird da in welchem Spiel eingesetzt?

    - Eine "Leistungszentrum-Liga": wie findet die Qualifikation statt? Wird das wie bei der Youth-League gemacht? Da sind die Erwachsenen ausschlaggebend, wer mitspielen darf -> 1. Bundesligisten werden für Nachwuchsspieler interessanter (wo nehmen sie eine bessere Entwicklung? wirklich beim Bundesligisten?)


    Was ich beobachte:

    - Bundesligaspieler werden immer jünger

    - viele Bundesligisten schaffen die U23 ab

    - die Kader der U17 und U19 sind sehr groß und nur wenige schaffen es auf Anhieb in die 1. Mannschaft

    - U17 und U19 sind kostspielig - was ist der Ertrag?


    Ich könnte mir vorstellen, dass es zukünftig in folgende Richtung geht:

    - U19 oder U20-Nachwuchsteam (früher gab es mal eine U23 und später U21-Nachwuchsrunde): dort spielen alle talentierte Spieler (U17 bis U20) -> geringere Anzahl an Spielern (die meisten schaffen es sowieso nicht nach oben und die talentierten spielen heute schon mit 17 teilweise in der Bundesliga mit)

    - In der U17 spielen dann die Leistungsvereine + die U16 NLZ Teams (evtl. mit 3-4 U17 Spieler (Modell 2. Mannschaft mit ein paar Ältern bzw. Olympia))

    „Ich habe Verständnis für vieles – aber vor allem bei einem Punkt gibt es bei mir eine klare Grenze: Es geht immer um die Qualität. Joshua Kimmich versucht immer, der beste Joshua Kimmich zu sein, den es gibt. Bei Robert Lewandowski ist es das Gleiche, auch bei Thomas Müller, Leon Goretzka und noch vielen anderen - und das ist der Anspruch, wenn ich Profi beim FC Bayern bin. Im Umkehrschluss heißt das auch: Wenn ich nicht permanent für den Extrameter bereit bin, habe ich beim FC Bayern nichts zu suchen. Und ich habe kein Verständnis dafür, wenn das jemand nicht begreift. Wir brauchen hier keinen Spieler, der immer nur so hoch springt, wie er springen muss. Die Einstellung muss sein, sich jeden Tag verbessern zu wollen. Aber genau das sehe ich in dieser Mannschaft bei jeder Kleinigkeit: Schon beim Fußballtennis im Training will keiner verlieren."

    Quelle: Bayern Magazin; 51 - Dezember 2020

    Coach1976 und TomGB : ich bin bei euch - wie wahrscheinlich viele in diesem Forum :). Wenn ich allerdings rüber zu facebook und auf die Kommentare zum weiteren Vorgehen im BFV schaue, ist diese Denkweise und Einstellung bisher nur bei den wenigsten angekommen. Hier mal ein Auszug:

    "spielen die Mannschaften die in der Spielrunde 1 fertig sind um die goldene Ananas"

    "als wieder eine Zusatzrunde einzuführen, wo keine Mannschaft Aufstiegsberechtigt ist"

    "Sowas hat mehr Anreiz wie ne wertlose Restrunde"


    Ich frage mich, warum spielen Kinder und Jugendliche Fußball? Wegen einer Tabelle? Falls ja, kann ich gut verstehen, dass die auf die PlayStation u.a. abwandern, weil da können sie stündlich/täglich sich in der Tabelle verbessern und auf- sowie absteigen.

    Ich weiß gar nicht, wo ich bei diesem Thread anfangen soll mitzudiskutieren und welche Intention hinter dem Thread liegt:

    - soll es hier um Kinder-, Jugendfußball oder den Übergang zu den Erwachsenen gehen?

    - soll es hier um Breiten- oder Leistungsfußball gehen? (bei den Erwachsenen wird auch zwischen Profi- und Amateurligen unterschieden)

    - soll es hier um den DFB (bzw. die Landesverbände) oder NLZs gehen?

    - welches Gesamtkonzept diskutieren wir hier?


    Wenn ich hier z.B. von Dirk Coerverfan lese: "Ich finde es völlig verrückt, dass von den besten Fußballern eines Jahrganges, die wir in Deutschland haben, einige auf der Ersatzbank versauern müssen, nur weil das Ergebnis wichtiger als die Ausbildung ist." frage ich mich ob die Aussage richtig ist. Die besten eines Jahrganges spielen - und das teilweise sogar schon in der Bundesliga (z.B. Moukoko, Wirtz, Musiala, Thielmann). Wenn ich jetzt davon ausgehe, dass die besten eines Jahrganges immer 15 Spieler eines Geburtsjahres in einem NLZ sind, dann sitzen davon logisch 15 Spieler auf der Bank, wenn ich keine U16 und U18 habe. Hier stellt sich mir die Frage, gibt es die aus Kostengründen nicht oder weil die schlechte Ergebnisse produzieren würde. Oder gibt es dafür noch andere Gründe?

    "Endlich wird der Ergebnisdruck von den Spielern und den Trainern genommen." gibt es den bei Turnieren oder Leistungsvergleichen nicht? Das würde ich stark bezweifeln. Den gibt es wahrscheinlich bei jedem Turnier - in der Liga im Mittelfeld habe ich in den letzten Spielen meistens auch keinen Druck mehr. Was ist denn die Ursache für den Druck?

    Gruppen- und Mannschaftstaktik gehört für mich in eine C- und B-Jugend mit rein. Wann soll man denn deiner Meinung nach damit anfangen? Oder liegt hier die Betonung auf "umfangreichen"?

    Zu guter Letzt: kläre mich bitte über Twente Enschede auf - ist das eine Anspielung auf Scout... (das war vor 10 Jahren - ist das heute auch noch so?) oder hast du mir einen Link zum Nachlesen? Danke.


    Coach1976 : findest du die Förderliga bei U12/13/14 in Bayern jugendgerecht (ab D-Jugend spreche ich von Jugend und nicht mehr von Kindern)? Ich habe da meine Zweifel, wenn ich Fahrzeit zu Spielzeit (3x 25 min.) ins Verhältnis setze und auch das Großfeld mit 11 Spielern und der extra Abseitsregel (U12) mir ansehe (Durchführungsbestimmungen).

    Vernetzungsplattformen gibt es übrigens mittlerweile viele - und trotzdem wird immer wieder auf die (ehrenamtlichen Mitarbeiter der) Verbände zurückgegriffen ;)


    Nachdem im anderen Thread zur Zukunft des Kinderfußball und die Fairplay-Liga diskutiert wurde, möchte dazu nur anmerken, dass sich hier einiges zur Zeit bewegt - ich hoffe die Bewegung übersteht die Corona Zwangspause.

    Goodie : in #14 habe ich hier schon angesprochen, dass die Mitte wegbricht oder fehlt. Und wenn die Vereine der Mitte (zwischen NLZ und Bauernliga) gute Jugendarbeit machen, dann ist das auch lobens- und unterstützenswert, weil etwas langfristiges. Leider beobachte ich, dass die Jugendlichen von Verein zu Verein hüpfen und dort oftmals nur kurzfristig gedacht wird - und das bringt aus meiner Sicht weder den Vereinen noch den Jugendlichen etwas.


    Ich bin auch mal gespannt wie sich der Mitgliederschwund (BLSV prognostiziert einen Mitgliederverlust von 100.000) und die Meldeliga in Bayern auf die Vereinswechsel auswirken wird.

    "?? ist einer von den Jungs, die immer gewinnen wollen, die in jeder Sekunde des Spiels Gas geben, Druck auf den Gegner machen, Tore schießen wollen...Und deswegen ist er jetzt schon so gut, wie er ist."

    Quelle und Auflösung

    Aus meiner Sicht habe ich dazu gerade ein schönes Flipchart von Benjamin Adam (Bayer Leverkusen - U13; gepostet von Damir Dugandzic bei twitter) gefunden. Es stammt aus einem Vortrag vor den DFB Stützpunkttrainern in Mecklenburg-Vorpommern und handelt von Siegeswille vs. Trainingsentwicklung. Dort steht in der Mitte: Job als Trainer -> "Erfolg wahrscheinlicher zu machen". Ohne den Vortrag gehört zu haben, gefällt mir dieser Satz besser als das Scholl Zitat: "Erziehung zum Erfolg".

    Wladimir Klitschko erzählte am Samstag bei "Klein gegen Groß" (2:35:25), dass er mehr so mit 13/14 zum Boxen gekommen ist. Das Stützpunkttraining beginnt Ende der U11 / Anfang U12. Wenn man sich die Geschichte von Schweinsteiger/Neureuther so anhört, hörte Schweinsteiger mit 13 Jahren mit dem Skifahren auf und konzentrierte sich auf Fußball. Damit können wir Kindertrainer uns einfach zurücknehmen und die Kinder ihre Emotionen ausleben lassen. Als Jugendtrainer wäre man dann gefordert ;).

    Nehme ich die "Kernfaktoren für Gewinner" vom Flipchart: Leidenschaft, Harte Arbeit, dranbleiben, Fokus, Willensstärke, Mut, Überzeugung, aufgabenorientiert und Leistungsfähigkeit - könnte der Drop-out, der im Jugendbereich beginnt, auch damit zusammenhängen, dass die Jugendlichen feststellen, wir sind keine Gewinnertypen (und wollen auch gar keine sein), die Trainer aber auf einmal darauf Wert legen ("Bei Älteren Spielern sollte es aber ruhig ums Gewinnen gehen. Man macht doch Wettkämpfe, um Gewinnen zu wollen." siehe stefan1977 ). Im Leistungssport wahrscheinlich eine Grundlage für späteren Erfolg, im Breitensport evtl. ein Grund aufzuhören.

    Das vs. (gegen) in der Überschrift des Flipchart stört mich allerdings. Muss es wirklich gegensätzlich sein? Ich bin der Meinung man könnte es verbinden (z.B. Torschusswettbewerb 10/10 - "Nutze jede Torchance, sie kommt nicht wieder" führt wahrscheinlich dazu, dass man seine gewohnten Muster (z.B. starker Fuß) nicht verlässt und nichts Neues ausprobiert. D.h. ich muss das neue/geänderte Verhalten belohnen und bekomme dann neben dem Siegeswillen auch eine Trainingsentwicklung (z.B. schwacher Fuß zählt doppelt)).

    Heute waren über 6.000 Teilnehmer beim DFB Training :) zugeschaltet. Leider gab es technische Probleme. Aufbau, Erklärungen und Beispiele fand ich sehr gut. Platzbedarf und Wand waren aus meiner Sicht für ein Wohn- bzw. Kinderzimmertraining nicht optimal - es wurde allerdings aufgezeichnet und somit kann man es auch mit der Hauswand im Freien durchführen.

    Bleib' am Ball - bfv.de - einzelne Übungen des Verbandes


    derZUliebeTrainer : wie und wie oft kümmerst du dich um deine Mannschaft? Ich nehme in meiner Umgebung nur wahr, dass die wenigsten (Kinder)Trainer gerade etwas anbieten. Somit ist der Verein von Sun Ni aus meiner Sicht keine Ausnahme sondern eher die Regel - oder habe ich da eine falsche Wahrnehmung?