Ich kann nur meine Beobachtungen wiedergeben und für den Fußball hoffen, dass meine Prognose und Beobachtungen nicht stimmen bzw. nicht repräsentativ sind.
1) Verein hat einen überragenden 2007er und 2008er Jahrgang. Jeweils nach der E-Jugend werden sie auseinander gerissen. 2007er wechseln zu einem durchschnittlich ambitionierten Verein in die D-Jugend Bezirksoberliga. In der C-Jugend ist der Verein nicht mehr so hochklassig, bekommt keine guten Trainer und die Spieler hören auf. Trotz Ansprache und Bitten gehen sie nicht zu ihrem Heimatverein zurück.
2008er wechseln zu einem besseren ambitionierten Verein. Einer schafft es als C-Jugendlicher ins NLZ. Einer spielt noch beim ambitionierten Verein. Andere hören auf. Gehen auch nicht zum Heimatverein zurück.
=> 6 gute Kinder, die aufhören.
2) Jahrgang 2011 hat jetzt den 3. Verein - wurde im NLZ ausgemustert und spielt mit weiteren Wanderungsgedanken.
3) Wir (Kreisklasse) spielen gegen einen Bezirksoberligisten in der D-Jugend mit 11 Spielern, die bei uns angefangen haben + 2 die durch Umzug dazu gekommen sind. Wir verlieren zu Recht mit 2 Toren Unterschied. Beim Gegner spielen 5 Spieler, die dort angefangen haben und 8 die dazu gekommen sind (ca. 2 pro Jahr). Wo sind die 8, die dafür weichen mussten? Wie viele davon spielen noch?
4) SGs, JFGs, JSGs usw. handeln genau wie bisher die Vereine, d.h. Kinder spielen nicht und hören auf oder es kommt das Leistungsprinzip (Druck) und vergrault auch noch ein paar. Sie wundern sich, dass sie für A und B-Jugend noch mehr SGs usw. benötigen.
5) Es kommt zu ersten SGs und Fusionen bei den Erwachsenen, weil es nicht mehr genügend Spieler gibt.
Die Auswirkungen werden wir in 10 Jahren bei den Herren sehen - und deren Finanzierung und Weiterbestehen wird dann auch interessant werden. Wer will eine Mannschaft sehen, die relativ wenig mit dem Verein gemeinsam hat? Wer sind dann die Ehrenamtlichen vor Ort?
Das Vorgehen der Bundesligisten ist aus meiner Sicht kein Vorbild für die Amateurvereine - und ja, das fängt bereits in der 3. Liga an. Und die Regionalliga ist wahrscheinlich gerade die undankbarste Liga. In der Kreisklasse oder darunter wird das auf jeden Fall nicht funktionieren (könnt euch ja die Zuschauerzahlen früher und jetzt ansehen).
Ich habe nichts dagegen, wenn jemand den Verein wechselt (habe selbst 6x den Verein gewechselt als ich Fußball spielte (3x wegen Umzug; 2x niederklassig; 1x gleiche Ebene)), allerdings sind die meisten Wechsel aus meiner Sicht nicht unbedingt förderlich für die weitere Fußballkarriere.
Ich nehme mal das Beispiel von Charles De Goal . Bezirksliga gegenüber Kreisliga hört sich erst mal vernünftig an. In der Kreisliga bin ich gesetzt und Führungsspieler und spiele um den Aufstieg. In der Bezirksliga spiele ich gegen den Abstieg und bin einer unter vielen (evtl. sogar nur Ergänzungsspieler). Dann hört es sich schon nicht mehr so vernünftig an. Wo geht es nach 2 Jahren A-Jugend weiter? Habe ich da eine adäquate Perspektive bei den Herren?
Das Internet vergisst ja nicht
- mal sehen wie es in 10 Jahren aussieht.