Die besten Trainer trainieren bereits im Kinderfußball! Soll ich Namen nennen? Zodiak, Schimanski (evtl. kann man hier schon von Jugendfußball sprechen), Ersatzbank und alle anderen Trainer. Wären sie nicht die Besten, würde das bedeuten, dass Jugendleiter nicht die Besten auswählen (ich schreibe extra von trainieren und nicht arbeiten - für Arbeit gibt es nach der Definition ein Entgelt (ok, dann fällt Zodiak raus
) ; können Jugendleiter überhaupt auswählen?). Der 80ig jährige Opa, der die Kleinen mit Methoden aus dem Militär trainiert, ist der Beste, weil Einzige für die Kleinen - der steht zuverlässig und pünktlich auf dem Trainingsplatz und ist immer da (ob ich das nun gut finde oder nicht!?!).
Tuchel, Neururer, Guardiola, Schuster, Ancelotti - wer ist der beste Trainer (die schimpfen sich übrigens Fußball-Lehrer und nicht Trainer
)? Schuster war letzte Saison "Trainer des Jahres" und in seinem Lehrgang soviel ich weiss "Lehrgangsbester" (war Robin Dutt auch einmal
)
Dem "die besten Trainer für den Kinderfußball" setze ich "die besten Mathematiker in die Grundschule" entgegen. Ich könnte mir vorstellen, dass der eine oder andere nun sagt, dass dies Ressourcenverschwendung wäre.
Ich verabschiede mich mal von "beste", weil ich das nicht definieren kann.
"Mehr Trainer" steckt auch in der Überschrift. Ich kenne Mannschaften mit 3-5 Trainern, aber oftmals ist nur einer da. Ist das gut für die Kinder? Woche für Woche einen "Neuen" - wer will schon wöchentlich einen neuen Vorgesetzten? Brauchen Kinder nicht auch Konstanz? Was ist mit klaren Regeln und Verhaltensweisen ("Mama bekomme ich ein Eis?" - "Nein"; "Papa bekomme ich ein Eis?" - "Ja")?
Tuchel, Nagelsmann und Wolf (VFB Stuttgart) sind aus meiner Sicht gute Junioren-Trainer - jetzt sind sie Senioren-Trainer teilweise in ihren eigenen Vereinen. Warum? Ich sage jetzt mal, weil sie beides können und wollen. Norbert Elgert (Schalke 04 U19) wäre für mich ein anderes Beispiel.
Zum Thema Anerkennung: sind wir als Kindertrainer nicht die heimlichen "Helden" der Dörfer? Die Kinder kennen und grüßen einen genauso wie die Eltern. Wenn ich meine Kinder frage, ob ihnen das Training Spaß gemacht hat, schreien die aus vollen Kehlen "JA!". Eltern loben einen - wenn man mit aufhören droht, sogar die, von denen man es nicht erwartet hätte
. Auch die Presse schreibt über uns, wenn wir uns nur darum kümmern 
Was können 5.000 Euro/Monat für einen Kindertrainer auslösen? Traumjob? Neid? Ist es die Motivation den Kindern etwas Gutes zu tun oder nur einfach verdientes Geld? Wie sieht es im Verhältnis zum Verdienst der Erzieherin oder Sozialpädagogin im Kindergarten aus? Für wie viel Euro im Monat geben Vatertrainer ihren Job/Beruf auf und konzentrieren sich auf das Training? (wäre mal eine Umfrage wert
).
Verdammt. Ich bin keinen Schritt weiter bei der Frage (aber ich habe auch mal einen langen Eintrag wie TW-Trainer
- und ich bin noch nicht einmal auf ein bedingungsloses Grundeinkommen als eine Lösungsmöglichkeit oder die gesellschaftlichen Vergleiche (wie viele Facharbeiter werden zu Führungskräften und fehlen als Facharbeiter) eingegangen).