Beiträge von let1612

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    Gerechtigkeit und Gleichheit wird es da nicht geben - egal welche Entwicklungsgröße herangezogen wird. Auch der Gesamteindruck ist schwierig - wer soll das bewerten? (da gibt es bei den Behindertensportlern doch auch immer Diskussionen).


    Wir waren aber auch beim Stichtag. Und da frage ich mich, warum man eine Saison von August bis Mai spielt und den Jahrgang von Januar bis Dezember einteilt? Da kommt immer das Argument, weil die Erwachsenen so spielen (wegen Welt-, Europameisterschaften oder Olympischen Spielen). Noch dazu werden die besten (wettertechnisch) Monate halber Mai, Juni und Juli (in Bayern - Ferien meistens ab August) verschenkt.


    Warum spielt man nicht von März/April-Juni/Juli und von Juli/August-September/November (den Ferien der Bundesländer angepasst)? Warum spielt man ab der D-Jugend (bei uns in Bayern) eine Saison? In F- und E-Jugend schaffen wir es auch eine Orientierungsrunde zu spielen und dann "relativ" gleich starke Mannschaften zusammen zu bringen. Auch könnte man in einer Saison 2 Runden spielen. Ist zum Beispiel in Mexiko normal (Apertura und Clausura) - dann hätte eine Mannschaft von einem Aufstieg auch etwas in der Altersklasse und die andere könnte den Abstieg wieder gut machen. Und in der A-Jugend spiele ich dann halt nur eine der beiden Meisterschaften mit den Älteren aus (die werden dann in die Herrenmannschaft integriert) und die zweite mit den Jüngeren (3 Meisterschaften in der A-Jugend; zuvor immer 4).

    Constantin : Mann gegen Mann verteidigen - heißt das dein Torwart verteidigt einen gegnerischen Spieler (Stürmer) und dein Stürmer spielt gegen den gegnerischen Torwart? Das bedeutet auch, dass wenn ein 1 gegen 1 verloren wird der Gegner ein Tor schießen kann.

    Falls Mann gegen Mann bedeutet, das jeder Feldspieler einen anderen Feldspieler deckt, kann der Torwart frei durchlaufen.

    Ersatzbank : Das Hallenspiel mit offensivem Torwart hat bei den Erwachsenen und besser besetzten Jugendturnieren zu Ballgeschiebe geführt - ist ja klar, weil Überzahlspiel (wird dann so ähnlich wie beim Eishockey). Futsal führt zu mehr 1 gegen 1 und schnellerem Spiel bzw. schnelleren Ballbesitzwechsel. Auch muss ich mich besser freilaufen und passen. Der Ball sorgt auch für mehr Kombinationen und weniger Schüssen (Weitschüsse sind nicht so erfolgreich - diesen wurde früher hin und wieder auch mit der Regel "gestrichelte" Linie entgegengewirkt). Das sind viele Punkte, die wir immer wieder für den Kinderfußball fordern. Und trotzdem bin auch ich hin und her gerissen - und ja, mir fehlt die eigene Futsal Erfahrung. Wer hat beides selbst gespielt? Wo sind die Futsal Befürworter?

    Mir gefällt die Frage - auch beim Futsal :)

    a) bis zur E-Jugend darf ich den Torwart öfters anspielen: soll ich das trainieren oder sein lassen? In F- und E- wäre es ja erlaubt und von Vorteil - aber die Umstellung zur D-Jugend ist evtl. nicht vorteilhaft

    b) ab D-Jugend: ich darf den Torwart in der gegnerischen Hälfte anspielen. Wie bekomme ich ihn da hin? Inwiefern braucht ein Torwart im Handballtor seine Hände? "Wichtig ist nicht, wie du hältst, sondern ob du hältst." Silvio Heinevetter


    Leider habe ich da im Futsal zu wenig Erfahrung.


    Im "alten" Hallenspiel hat der Torwart meistens von hinten zentral oder einer Seite gespielt. Anstatt Dribbling war meistens der Torschuss ein Abschluss des Torwarts.

    onkel1978 : bei den Smartphones (kommen aus meiner Sicht hauptsächlich beim Übertritt in die weiterführende Schule) und bei den Videos auf youtube haben wir eine unterschiedliche Wahrnehmung (ich wäre froh die Kinder würden hier mehr Fußball und Tricks anschauen).


    Ich bringe meinen Spielern auch Schere, Übersteiger, Zidane usw. bei, allerdings kommen bei mir auch Fangspiele und Purzelbäume nicht zu kurz - Fangspiel ist für mich eine Grundlage des Dribbling (ausweichen, Abstand zum Fänger, Fange kann man auch mit Ball spielen) und Purzelbaum eine Grundlage zum Abrollen (manchmal wird man im Dribbling auch gefoult). Und genau dort, Purzelbaum, stelle ich auch über die Jahre fest (mache Trainingscamps für Kinder seit 2001), dass die Kinder schlechter werden und es nicht mehr können => höhere Verletzungsgefahr! (der Rückwärtspurzelbaum wurde aus dem Schul-Lehrplan genommen, weil sich so viele Kinder verletzten). Der Trick macht für mich nur Sinn, wenn die anderen Fähigkeiten auch vorhanden sind - sonst ist es Zirkus und nicht Fußball.

    Und ja, ich habe teilweise ein Problem mit dem Torjubel.

    Ich fange mal bei den "Vorbildern" Trainer an:

    - da wir sich über ein 8:0 oder 9:0 mit einem Gesichtsausdruck von Klopp und der Beckerfaust gefreut

    - da gehen Trainer auf Knie und machen einen Knäuel bei einem 4:0 oder 5:0

    zu den Kindern:

    - da gibt es Jubel mit abfälligen Gesten

    - da gibt es Jubel mit Provokation und Verhöhnung

    - da wird das 3, 4 oder 5 Tor desselben Spielers gefeiert als wäre es die Weltmeisterschaft

    Vielleicht bin ich da ein bisschen zu sensibel, aber das hat aus meiner Sicht nichts mehr mit "faire Bewertung von Sieg und Niederlage zu vermitteln" (siehe Counterpressing91) zu tun.


    Und ich suche immer noch, wo die Medienpräsenz das Fußballspiel besser bzw. anders macht - weil das ist ja anscheinend der Unterschied bei 8 Jährigen früher und heute.

    zum Thema Medienpräsenz:


    positiv:

    - ich habe den Fallrückzieher von Klaus Fischer nachgemacht

    - den Pass mit dem Außenspann von Wolfram Wuttke oder

    - den langen Ball von Bernd Schuster

    - wir haben nicht das Foul an Ewald Lienen nachgespielt

    - Fußball-Mode: die Hose wurde hoch gezogen oder hing fast an den Knien, man trug Schweißbänder usw. (das meiste auf dem Fußballplatz)

    - hin und wieder wurde ein Torjubel nachgemacht

    negativ:

    - die "Hand Gottes" von Maradona (nur auf dem Bolzplatz)


    Was wird heute nachgemacht?

    - die Frisur, wie stehe ich beim Anlauf zum Freistoß von Ronaldo oder die Klamotten, die er außerhalb des Fußballfeldes trägt - leider nicht die Schußtechnik oder der Sprintstil


    Das ist zumindest mein Eindruck. Ich würde mich freuen, wenn der falsch ist und die Kinder aus ZDF-Sportstudioanalyse oder Telekom-Talk auch taktisches Verhalten mitnehmen würden. Genauso würde ich mich über neue Tricks der Kinder freuen - bei den 7 und 8 Jährigen kann ich das allerdings nicht beobachten. Ein paar Jahre später schon - aber da war es früher auch der Fall.

    Warum sehen das alle so negativ? Ich könnte auch sagen, das ist fürsorglich. Wenn ein Kind Freitags mein Training wegen Krankheit absagt, möchte ich auch wissen, was es hat bzw. ob es am Samstag spielen kann. Und wenn mir dann gesagt wird, das es 40 Grad Fieber hat, spielt es bei mir am Samstag nicht - auch wenn die Eltern sagen, es kann spielen.

    Genauso habe ich kürzlich Eltern mit einem Kind zum Arzt geschickt, weil das Herz eines Kindes sich nach kleiner Anstrengung fast überschlug. Zum Glück war alles in Ordnung - jetzt zeigt das Herz auch wieder ein normales Verhalten. Die Eltern waren übrigens dankbar für den Hinweis.

    Als Trainer haben wir eine Verantwortung für die Gesundheit der Kinder.


    Übrigens frage ich das auch meine Mitarbeiter - auch da trage ich eine (Personal)Verantwortung. Ob sie dann antworten oder nicht ist ihnen überlassen.

    Zum Thema Siegeswillen: Kann da nur zustimmen. Die heutigen 8 Jährigen sind nicht = den 8 Jährigen vor 15 Jahren.
    Die meistens wissen genau auf welchem Platz der Gegner steht, wie das Hinspiel ausging.. wie der Gegner letze Woche gespielt hat etc.
    Aber ja, unsere Aufgabe ist es trotz diese Umstände eine faire Bewertung von Sieg und Niederlage zu vermitteln!

    Sorry, das wusste ich auch - und ich habe 1979 mein zweites F-Jugend Jahr gehabt. Genauso wussten es meine Spieler 1990. Es war damals gang und gäbe sich darüber zu definieren. Ich gehe auch davon aus, dass es meine Spieler heute wissen - ich kann nur davon ausgehen, weil ich es nicht thematisiere (die Eltern wissen es - mit denen spreche ich auch manchmal darüber). Und natürlich will ich jedes Spiel (auch Trainingsspiel) gewinnen, aber wenn ich nicht gewinne ist es auch nicht schlimm (schlimm ist es im bezahlten Fußball, weil da teilweise Arbeitsplätze dran hängen - und ich meine jetzt nicht Trainer oder Spieler). Und es gäbe keinen Sieger ohne einen Verlierer!


    Auch damals gab es welche, die Sportschau gesehen und den kicker gelesen haben. Somit ist das auch kein Unterschied zu den 8 Jährigen von damals. Den einzigen Unterschied, den ich nennen kann ist, dass zu der Zeit die Kinder nicht schon 3-4 Jahre Fußball hinter sich hatten (Fußball-Sozialisation), sondern ein Jahr (1979) oder vielleicht zwei Jahre (1990) - der Drop out hat sich in der Zeit auch von der A- über die B- zur C-Jugend hin verschoben (z.B. 2.4. Teilnahme am Spielbetrieb - oder Seite 65 Tab. 32).


    Ich lasse mich aber gerne aufklären, was die heutigen 8 Jährigen gegenüber denen von vor Jahren auszeichnet, dass Einfluss auf das Fußballspiel hat (sind sie im Durchschnitt größer? kräftiger? ist das periphäre Sehen besser ausgebildet? sind sie selbstbewusster? usw.) - und gibt es dafür wissenschaftliche Belege oder ist es nur ein Gefühl?

    Ersatzbank : Gold- und Silber-Runde ist auf jeden Fall eine Verbesserung zum sonst üblichen Modus mit 8 Mannschaften und dem Halbfinale und Finale (so hat auch jedes Team sichere 5 Spiele).

    Ich tendiere allerdings auch zu den Turnieren mit 6 Mannschaften und weniger Wartezeit. Deshalb plane ich für unser eigenes F2 Turnier mit 6 Mannschaften und jeder gegen jeden. Von der Turnierleitung und bei der Siegerehrung werden wir keine Platzierung nennen - Eltern und andere Trainer rechnen sich das sowieso selbst aus. Um den Druck vor der Siegerehrung zu nehmen und weil wir die Halle für 4 Stunden haben, überlege ich mir vor der Siegerehrung ein 3er Elfmeterschießen zu machen (ich habe 2 Tore und man könnte ja auf einem Tor Mannschaft A auf Torwart B; Mannschaft B auf Torwart C und Mannschaft C auf Torwart A schießen lassen und die anderen 3 auf dem anderen Tor). Das würde bedeuten, dass wir ca. 3,5 h (Spielzeit: 12 min. + Wechselzeit: 2 min.) für das Turnier und ca. 20-30 min. für das Elfmeterschießen (max. 10 Schützen pro Team - jeder schießt einmal) brauchen. Bei einer schnellen Siegerehrung sind wir nach gut 4h durch. Was haltet ihr davon?


    Noch eine Frage: können Kinder in dem Alter etwas mit einem Hacky-Sack anfangen? Den würde es nämlich im Budget von 2,5 Euro/Kind geben.


    Das Argument, dass 8 Mannschaften mehr Gewinn machen ist mir bekannt, aber aus meiner Sicht geht der auf Kosten der Kinder und Eltern durch die Wartezeit oder weniger Spielzeit.

    "Die Kinder müssen abspielen, dürfen sich nicht mehr im Dribbeln ausprobieren. Sie kriegen nicht die richtigen Hinweise, warum ein Pass nicht gelingt, warum ein Dribbling nicht gelingt, warum der Zweikampf verloren wurde. Stattdessen können sie 18 Systeme, rückwärtslaufen und furzen." Mehmet Scholl (kicker.de)

    Ich kenne Fußballcamps von professionellen Schulen und vom eigenen Verein. Habe an beiden Arten auch schon als Trainer mitgearbeitet. Aus meiner Sicht gibt es folgende Qualitätskriterien:

    - Anzahl der Spieler pro Trainer (ich finde 12 Kinder/Trainer ideal; +/- 2 Kinder ist OK)

    - standardisiertes Programm (wird das versprochene Programm auch eingehalten)

    - abwechslungsreiches Programm

    - fremde oder bekannte Trainer

    - Trainingszeit zu "Freizeit"

    - Durchgehendes Programm oder werden die Kinder sich teilweise selbst überlassen oder gibt es eine Mittagsruhe (klappt ja ;))

    - Preis/Leistung (Sportartikel, Verpflegung, Betreuung u.a.)

    - Besonderheiten (Ballmaschine, Geschwindigkeitsmessung u.a.)

    - "Wiederholer" (Kinder, die öfters teilnehmen)


    Und wie überall gibt es auch hier sämtliche Qualität - allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass aus meiner Sicht schlechte Qualität trotzdem gut bei den Kindern angekommen ist. Die sind auch bei schlechten Camps (aus meiner Sicht) hinterher glücklich.


    Zur Sichtung: aus meinem Verein kamen 2 Spieler über ein Camp zum "NLZ" (einmal, weil sie ihn nicht sichten konnten, weil er immer bei den Älteren gespielt hat und einmal, weil der einfach überragend ist und sie Kinder für die U9 benötigen - haben keine Altersklasse davor und wollen sich die Spieler raus suchen).


    Viele Schulen bieten eine Vermittlung auch nicht mehr offiziell an, weil der "Telefonterror" der Eltern unerträglich ist.


    Und ich sage auch, dass Vereine, die ein Camp öffentlich ausschreiben und veranstalten, dies aus vielerlei Punkten machen:

    - Image

    - Mehreinnahmen

    - Spieler kennen zu lernen (mögliche neue Spieler)


    Bin mal gespannt, wann die Stiftung Warentest Fußballcamps prüft ;)