Beiträge von Charles De Goal

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    Mein Problem mit Fußball ist hier, dass es nur ein Hobby ist.

    Es müssen in meiner Region schon Restaurants usw. (die auch Hygienekonzepte haben!) schließen oder haben erhebliche Einschränkungen. Da hängen Existenzen dran, für Inhaber und Beschäftigte.

    Da kann es dann nicht gleichzeitig erlaubt sein, dass Fußball immer noch erlaubt ist.

    Warum kann das nicht erlaubt sein?


    Du musst mir bitte mal erklären, warum es an der frischen Luft und mit Einhaltung der Abstandsregel für 95% der Zeit genauso gefährlich ist wie im gleichen Zeitraum in einem geschlossenen Raum an einem Tisch zu sitzen OHNE, dass man eine Abstandsregel einhält.


    "Weil das eine zu ist, müssen wir das andere auch zumachen" ist leider keine ausreichende Argumentationskette für mich.


    Warum darf ich morgens mit 4 Leuten joggen gehen und 2 Stunden später dürfen wir mit jeweils 4 anderen Leuten Joggen gehen? Und abends dann jeder nochmal mit 4 anderen? Aber diese Personen dürfen nicht zusammen joggen gehen, obwohl sie den Tag über gegenseitig mit sich Kontakt gehabt haben? Und dann noch an der frischen Luft?!


    Wie ich bereits schrieb: die Erkenntnisse der letzten 8 Monate sollten doch wohl dazu beitragen, dass man differenziert betrachtet und die Einschränkungen dort vornimmt, wo wirklich Gefährdung vorliegt: zum Beispiel in geschlossenen Räumen oder dort, wo die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann. Das ist in Restaurants ganz sicher anders als beim Fußball im freien - auch wenn am einen Existenzen hängen und das andere nur ein Hobby ist.

    Genau DAS ist es, was auch nicht in meinen Kopf will. Durch diese ganzen Registrierungen kann doch nachverfolgt werden in welchen Bereichen die Ansteckung am höchsten ist. Warum wird das bei den Maßnahmen nicht berücksichtigt? Das gibt doch überhaupt keinen Sinn! Warum werden Bereiche geschlossen/verboten wo nachweislich eine sehr geringe Ansteckungsgefahr herrscht? Kann mir das einer erklären?


    Im SWFV dürfen nun keine Pflichtspiele mehr stattfinden ab morgen. Allerdings wurden auch die beiden Spiele unserer Runde, die heute stattfinden sollten schon abgesagt. Freundschaftsspiele dürfen weiterhin stattfinden. Zuschauer sind in unserer Stadt keine mehr erlaubt.

    Also ich kann nachvollziehen, dass die Entscheider bzw. die Regierung sich nicht mit jedem Teilbereich beschäftigen kann und nicht für jede Branche, Bildungseinrichtung oder Sportart eigene Entscheidungen treffen kann. Gleiche gilt für Orte und Landkreise, man kann nicht jedem einzelnen gerecht werden. Das wäre bei der Vielzahl der unterschiedlichen Rahmenbedingungen utopisch, das rechtfertigt eine generelle Absage.


    Dennoch ist mein näherster Kontakt mit Corona bislang "Mein Onkel kennt jemanden, in dessen 2000-Mann-Firma jemand positiv getestet wurde". Da fällt mir schwer nachzuvollziehen, dass ich ab sofort weder Fußball spielen dürfte, noch Training anbieten darf. Zumal die Gefährdung beim Fußball minimal ist.


    Wozu haben wir ein Hygienekonzept erarbeitet? Ich behaupte, dass die steigenden Infizierten von den Menschen kommen, die entweder kein Hygienekonzept haben oder sich nicht daran halten. Ich höre ständig von Hochzeiten, Feiern oder Gaststätten, die sich nicht an die Vorschriften halten und die für Hotspots sorgen. Ich habe noch nicht von einem Fußballspiel gehört, bei dem ein Hotspot entstanden ist. Oder weiß da jemand mehr?

    Die Frage hatte ich beim ersten Lockdown schonmal gestellt:


    Hat jemand hier schon Erfahrungen mit Corona beim Fußball gemacht? Hat es schonmal Infizierte in eurem Teams, Vereinen oder Verbänden gegeben und sind diese nachweislich (so weit wie möglich) beim Fußball infiziert worden?


    Beim besten Willen kann ich Fußball an der frischen Luft mit 15 Personen auf 3500m² (Platzhälfte) nicht auf eine Stufe mit Feiern oder Schulen stellen, wo diese Personenanzahl an einem Tisch oder in einem Raum sitzt.

    Natürlich gibt es Zweikämpfe und natürlich gilt auch die Situation vor nach dem Sport zu berücksichtigen.


    Aber wenn doch die Aufklärung so weit fortgeschritten ist, dass Corona hauptsächlich über Aerosole in der Luft übertragen wird und außerdem Begegnungen von ununterbrochenen 15 Minuten Länge von Angesicht zu Angesicht zur Gefährdung führen - wo haben wir das beim Fußball oder anderen Sportarten?


    Wir haben jetzt fast 9 Monate Virus erlebt, bald werden die Kinder geboren, die in der Langeweile des ersten Lockdowns gezeugt wurden. Natürlich sind einige Fragen offen, aber in manchen Bereichen ist man eben weiter. Warum gedenkt man nicht, die Einschränkungen auch den Erkenntnissen anzupassen?

    "Individueller trainieren" würde ich nicht mit "Individualtraining" (Einzeltraining) oder "Individualisten" (Egoismus) gleichsetzen. Aus meiner Sicht sollten die individuellen Fähig- und Fertigkeiten genauso Berücksichtigung finden wie die individuellen Rahmenbedingungen (z.B. Körpergröße, -gewicht usw.).

    Und bei Stefan Kuntz interpretiere ich auch positionsspezifisches Training mit rein.

    Du hast sicher recht, dass es nicht das gleiche ist!


    Aber Individuelles Training trainiert eben in jedem Fall auch die Individualtaktik und die Technik. Und individualtaktisch gute Spieler werden gebraucht.


    Und auch positionsspezifisches Training ist Training der individualtaktischen und technischen Fähigkeiten, die eine bestimmte Position benötigt (je nachdem, was gefordert wird).


    Wenn ich erwähnen darf, welche Themen ich beim Stützpunkttraining in der Schulungswoche bei den Innenverteidigern trainiert habe:

    - 1 gegen 1 Frontal

    - 1 gegen 1, Gegner mit dem Rücken zum Verteidiger

    - Kopfballspiel

    - Freilaufen & Anbieten

    - Passspiel flach (zwischen 15 und 30 Metern)

    - Bälle abfangen (antizipieren von Pässen)


    Die Spieler haben also individuell (positionsspezifisch) in ihren individuellen Fähigkeiten trainiert. Spielaufbau oder Viererkette sind keine Themen im Stützpunkt, da diese wie an anderer Stelle erwähnt Themen der Vereinsmannschaft sind. Und jeder, der gewillt ist, kann das Stellungsspiel und die Laufwege dafür lernen.


    Und jetzt kann ich den Wortstamm von individuell nicht mehr lesen oder schreiben. =)

    „Definitiv muss das Training individueller gestaltet werden."


    Stefan Kuntz (bild.de)


    Da geht es Kuntz wohl wie mir - "Taktisch fehlt mir eine Alternative im Sturm." (Post #23)

    Interessant, in einem anderen Thread wird diskutiert, ob diese individuelle Ausrichtung vom DFB richtig oder falsch ist.


    Dort wird zum Beispiel bemängelt, dass im DFB-Stützpunkt Individualisten bevorzugt behandelt werden. Dabei ist das hier ja durchaus ein Grund, warum genau dieser Weg richtig ist.


    Gruppentaktik kann man im Prinzip jedem beibringen, der den Willen hat. Individuelles Talent und Technik sind nicht so leicht erlernbar, wenn man nicht die Grundvoraussetzungen mitbringt. Viererkette kannst du jedem beibringen, drei Spieler ausdribbeln und den Ball in den Winkel hauen kann nicht jeder lernen.

    wie oben schon gesagt, empfinde ich die Trennung nach individuell gut und strategisch/taktisch gut als völlig falsch.

    Man suggeriert, dass es nur entweder oder gibt, was meiner Erfahrung nach schlicht falsch ist.

    Ganz genau! Mir wird bei der Bewertung oft zu schwarz/weiß gedacht. Gleiches höre ich immer wieder in der Bewertung von Bundesligaspielern, selbst im TV. Da wird jedem Offensiven AV oder ZM die Defensivfähigkeit abgesprochen, andersrum das gleiche. Als ob man nur eins von beidem kann.


    Das ist ein Trugschluss.


    Auch dribbelstarke Spieler können gute Passspieler sein, sie haben nur den Fokus nicht so darauf.

    Wir haben das Problem, dass wir als 06er Jahrgang keinen 05er Jahrgang über uns haben. Dadurch haben wir jedes zweite Jahr immer das "Problem", gegen komplett ältere Teams zu spielen. Da wir körperlich nicht durchgängig dagegen halten können, haben wir uns gemeinsam darauf verständigt, dass man eben Spiele verlieren kann, wenn die Gegner z.B. einen Stürmer haben, der gegen uns 4 Tore schießt und wir 2:4 verlieren. Bei so einem körperlichen Nachteil muss man nunmal die Schuld nicht zwingend bei sich selbst suchen, sondern kann eher stolz sein, gegen Ältere 2 Tore geschossen zu haben. Aktuell haben wir halt den Vorteil gegen einige 07er Teams.


    Weitere wichtige Punkte sind, dass man die Eltern mit ins Boot holt und es denen auch so kommuniziert. Wenn die Jungs nach Hause kommen, wollen die Eltern nicht zuerst das Ergebnis wissen, sondern wie das Spiel war.

    Feedback beim nächsten Training ist auch wichtig: dann lieber nicht nur auf Gegentore, sondern auf spielerische Aspekte eingehen.


    Außerdem haben wir angefangen, beim Training nicht mehr die Tore zu zählen. Wer das unbedingt tun will, kann auf eigene Verantwortung machen, aber mich interessiert es nicht. Weiß doch eh in 2 Tagen keiner mehr, ob er heute beim Training verloren hat oder nicht. Und der Effekt ist eher besser, wenn man nicht die Köpfe hängen lässt oder mit einem 0:5 nach Hause kommt.

    Die meisten Kinder sind so lange motiviert, bis Trainer/Eltern/Erwachsene ihnen durch Ergebnisorientierung, Leistungsdruck und schlechtes Training den Spaß und damit die Motivation nehmen. Die meisten Kinder wollen nicht trainieren, sondern frei spielen.

    Was mir aktuell in der C-Jugend hilft ist, dass ich schon früh den Grundstein für alternative Bewertungen gelegt habe. Die Jungs wollen natürlich schon gewinnen, aber bewerten nicht einen Sieg als gut und eine Niederlage als schlecht. Stattdessen haben sie ein Gefühl dafür, ob sie gut/schlecht spielen oder dem Gegner über- oder unterlegen sind. Wenn man die letzten beiden Dinge mit in die Bewertung nimmt, kann man auch 0:3 verlieren und mit einem positiven Gefühl rausgehen. Das verhindert Kinder, die Samstag nachmittags unzufrieden über Spiele sind und über ein Karriereende nachdenken.

    Ein Training soll ausreichen, sich ein Bild zu machen?

    Jugendtrainer begleiten ihre Schützlinge teils bis zu 7 Jahre, kennen Spieler besser als ihre eigenen Kinder 😉 und werden nicht einmal zu einem ihrer Spieler gefragt? Entwicklung über die Jahre usw?

    Also ich weiß normalerweise nach einem Probetraining eines Spielers, ob er leistungstechnisch in meine Mannschaft passt oder nicht. Wenn natürlich 20 Spieler rumlaufen, die bewertet werden müssen, ist das ganze ein wenig aufwendiger. Gehen wir mal davon aus, dass bereits vorher gescoutet wurde und man sich bei einigen Spieler schon ein Bild gemacht hat - so läuft das nämlich üblicherweise im Stützpunkt. Wie sollen sonst diese Spieler eingeladen worden sein (abgesehen von Empfehlungen des Vereinstrainers)?


    Sicherlich wäre es sinnvoll, auch die Meinungen der Trainer einzuholen. Aber wieviele Trainer haben über 7 Jahre lang die Spieler in ihrer Mannschaft und welche interessieren sich überhaupt dafür? Und sollen nun 20 Trainer über jeden Spieler befragt werden? Soll bei jedem Spieler der Lebenslauf und der Werdegang bewertet werden? Das ist die Arbeit nicht wert für einen Stützpunkt, von dem es hunderte in Deutschland gibt.


    Die Spieler haben bei diesem Sichtungstraining die Chance, sich individuell gegen andere durchzusetzen und somit einen Platz in der Förderung zu bekommen. Wer nicht in den Fokus gerät, der hat leider Pech gehabt, einige Spieler trifft das halt so. Es wird sicherlich mal wieder ein Sichtungstraining geben, in dem die Spieler dann erneut die Chance bekommen.


    Ich gehe davon aus, dass zukünftige Bundesliga- oder nur NLZ-Spieler beim Sichtungstraining positiv auffallen und genau um diese geht es ja.

    Spätestens dann, wenn es um Verbandsauswahlen geht, sprechen wir auch über Mannschaften, deren Trainerinnen und Trainer auch am Erfolg gemessen werden und bei andauernden Mißerfolgen sich Sorgen um ihre Honorarverträge machen müssen..

    Ich weiß nicht, wie tief du in der Materie bist.


    Aber inzwischen werden mit jedem Spieler Einzelgespräche geführt, individuelle Ziele festgelegt und im Training darauf wert gelegt, dass an diesen Zielen gearbeitet wird. Das Training wird wöchentlich dokumentiert und die Spieler werden in der Leistungsdiagnostik getestet.


    Die Trainer müssen sich eher daran messen, ob ihre Spieler die gesetzten Ziele erreichen können.


    Auch in meinem Stützpunkt bin ich mit so mancher Spielerentscheidung nicht zufrieden. Aber man kann sich sicher sein, dass über jeden Spieler ausgiebig gesprochen wird/wurde, ich war ein Jahr lang dabei. Eventuell gibt es auch manchmal Gründe, die für den Vereinstrainer oder Elternteil nicht nachvollziehbar sind. Dann darf man aber auch gerne dem A- oder EJ-Lizenz-Trainer glauben. Vielleicht ist es in anderen Stützpunkten chaotischer oder schlechter organisiert. Aber grundsätzlich geht es nunmal darum, beim Sichtungstraining die Stützpunkttrainer zu überzeugen. Wenn das jemand nicht geschafft hat, dann mag das vielleicht Schade für jemanden sein, aber ist zu akzeptieren. Passiert auch in NLZs.


    Es mag sein, dass Verbandsauswahlen auf einer anderen Ebene arbeiten als Stützpunkte. Aber im Stützpunkt geht es nicht um Gruppentaktiken.

    Okay, das verstehe ich.

    Aber ist es denn nicht auch ein Talentmerkmal, wenn man Spielintelligenz hat, Übersicht, Passsicherheit?

    Mir kommt vor, dass das zweitrangig ist und eben die physischen Dinge komplett alles überragen.

    Das gefällt mir nicht, ist aber auch nur meine unmaßgebliche Meinung dazu.

    Absolut und ich bin der gleichen Meinung, dass das ein Talentmerkmal ist.


    Aber wir dürfen nicht vergessen, wozu der DFB-Stützpunkt da ist: Individuelle Förderung von Talenten! Das Individuelle wird also groß geschrieben, es soll keine Mannschaft aufgebaut werden. Wozu auch? Die Spieler trainieren in ihren Vereinen unter gruppen- und mannschaftstaktischen Gesichtspunkten, soll der DFB eventuell konträr zur Arbeit in den Vereinen etwas anderes lehren? Was ist, wenn der DFB die Dreierkette schult und im Verein Viererkette geschult wird?


    Ich habe unseren DFB-Stützpunkt ein Jahr lang begleitet (und hospitiert), die Truppe ist (durch den Corona-Ausfall) noch amtierender Meister unseres Landesverbandes. Selbst bei der Wochenschulung im Sportzentrum ging es nur um Individuelles. Ich habe die Innenverteidiger trainiert und durfte nur Individualtaktik trainieren, also maximal ein 1 gegen 1.

    Auch bei der Nachbesprechung der Spiele ging es niemals um Spielzüge oder Kettenverhalten, immer nur um einzelne Spieler.


    Für mich nachvollziehbar, denn der Stützpunkt bietet Training, das die Spieler individuell verbessern soll. Und logischerweise wird da auch auf die individuell besten Spieler gesetzt.

    Gedankt wurde ihm sein Spielverständnis und sein uneigennütziges Verhalten nicht.

    Völlig wertfrei: Im Stützpunkt geht es nicht darum, eine gute funktionierende Mannschaft zu stellen, sondern um die Spieler individuell zu fördern. Die Spieler treffen sich einmal in der Woche und trainieren Technik und Individualtaktik. Es interessiert leider den Stützpunkttrainer wenig, welcher Spieler in der Kette immer richtig verschiebt und welche einen anderen absichern. Diese Dinge lernen sie (hoffentlich) in ihrem Heimatverein mit ihren dortigen Mitspielern. Denn völlig berechtigt muss man die Frage stellen: Warum sollen die Spieler im Stützpunkt eine Gruppentaktik einstudieren? Das ist Sache der Vereine und des Vereinstrainers.


    Gut und richtig finde ich das in der drastischen Form nicht, aber das Individualtraining in Kleingruppen im Stützpunkt wird immer ernster genommen und wird auch das Hauptaugenmerkt bleiben.

    Eine WM mag taktisch nicht das Niveau von Vereinsteams bieten, aber für ihr Land bei einer WM, da reißt sich bis auf Messi jeder seinen Arsch auf. Da läuft sogar Ronaldo 100% gegen den Ball, schon in der Vorrunde. Das kostet Körner.

    Das ist leider genauso populistisch wie die Bewertung eines Nationaltrainers anhand von Titeln.


    Wie kommst du darauf, dass Messi sich nicht den Arsch bei einer WM aufreißt? Wie kommst du darauf, dass Ronaldo 100% gegen den Ball arbeitet? Und wer sagt, dass dies bei einer EM nicht so ist?


    Das mag dein subjektiver Eindruck sein. Vielleicht ist es aber auch nur dein Eindruck, weil es in deine Argumentation passt. Ich kann auch behaupten, dass Ronaldo mit der gleichen Einstellung ins EM-Turnier 2016 gegangen ist wie in die WM 2018.


    Ist Messi nicht Spieler des Turniers 2014 geworden? Wahnsinn, dass er das geschafft hat, ohne sich den Arsch aufzureißen.


    Bitte besinne dich auf Sachlichkeit und Fakten. Und warum wir über Messis Einsatz bei der WM diskutieren, obwohl wir eigentlich auf der Suche nach der aktuellen Situation unserer Nationalmannschaft sind, erschließt sich mir nicht.

    Bei einer EM gewinnt auch mal Griechenland oder Portugal.

    Es gibt mit Frankreich, Spanien, Argentinien, Brasilien, Italien und Deutschland eigentlich nur 6 Nationen, die die Titel unter sich ausmachen.

    Also bei den letzten 5 Weltmeisterschaften hatten wir insgesamt 9 "Außenseiter" im Halbfinale, sogar zwei davon im Finale. Schauen wir noch 8 Jahre weiter zurück, kommen noch 4 weitere "Außenseiter" im Halbfinale dazu.

    Man kann also genauso sagen "Bei der WM kommt auch mal Kroatien ins Finale" oder "Bei der WM hat man auch mal Südkorea gegen die Türkei im Spiel um Platz Drei".


    Bei der EM ist es ziemlich genau die gleiche Anzahl an "Außenseitern" im Halbfinale, hier wird allerdings ein Spiel weniger gespielt (bis 2016) und es fallen zwei Nationen, die um den Titel mitreden, raus. Es ist also statistisch wahrscheinlicher, dass dort ein Außenseiter weit kommt.

    Naja, allein der Zeitpunkt lässt kaum einen anderen Schluss zu, oder?

    Weiter oben hatten wir die Anregung, dass ein schleichender Umbruch vollzogen werden sollte. Einige Spieler haben nach der WM von selbst aufgehört, vielleicht sollten die drei als stabile Säulen erstmal drinbleiben. Als dann ihre Form in den Keller rutschte (und das habe ich vor einigen Beiträgen bereits faktisch belegt), hat man sie nicht mehr in dieser Rolle gesehen und aussortiert.


    Nach wie vor bin ich der Meinung, dass ein komplettes Aussortieren ohne Hintertür zu hart war.


    Dennoch weiß man natürlich jetzt nach 1,5 Jahren besser, dass es damals der falsche Weg oder der falsche Moment war. Vor 1,5 Jahren war es leistungstechnisch aber utopisch, dass diese drei Spieler jemals nochmal den Unterschied bei der Nationalmannschaft machen können.

    Also ich würde Hummels und Boateng wieder nominieren. Ginter und Süle auch. Rüdiger, der nicht mal in seinem Verein spielt, nicht. Damit wäre das Innenverteidigerproblem vom Tisch. Can kann diese Position auch spielen, der gehört also auch nominiert.

    Wenn man einen Umbruch machen möchte, dann würde ich einen der jungen Spieler neben einen Routinier spielen lassen. also dann Ginter neben Hummels oder Boateng. Nicht zwei junge Spieler gleichzeitig. Oder den jungen Spieler wechseln etc. Das sollte ein weiteres Leitprinzip sein, wobei vorwiegend die Leistung im Verein darüber entscheidet, ob jemand dabei ist oder nicht. Das setzt sich dann für alle Positionen fort. Deshalb gehört Müller selbstverständlich auch zur Nationalmannschaft, eher als ein Draxler. Denkst du nicht ? Bei Reus muss man noch etwas die Entwicklung nach seiner Verletzung abwarten, aber bei guter Form gehört er natürlich dazu. Kimmich, Goretzka, Gnabry, Sane, Havertz, Werner, Gündogan, Gosens, Waldschmidt als Option. Ich denke wir finden bei diesen Spielern eine passende Aufstellung ohne, dass das von dir befürchtete 1-6-1 mit 3 Torhütern zustande kommt (auch das haben meine Jungs nicht vorgeschlagen).

    Das zum Beispiel ist ein hervorragender Lösungsansatz. Eine Ausbootung von Müller und Hummels (gegebenenfalls Boateng) wäre nicht nötig gewesen, man hätte sie auch in eine andere Rolle schlüpfen lassen können. Man bricht sich auch in diesem Bereich als Trainer keinen Zacken aus der Krone, wenn man erfahrene und verdiente Spieler mit anderen Aufgaben betreut. Warum nicht Hummels in der Dreierkette in der Mitte spielen lassen, damit er mit seiner Erfahrung Ginter und/oder Süle coachen kann? Lukas Podolski war dies jahrelang in der sozialen Komponente im Team.

    Die beiden Systeme, die im Raum stehen, 3er oder 4er Kette können übrigens alle genannten Spieler aus ihren Vereinen spielen. Es stellt sich also wieder die Frage, warum man, wenn man denn andere Formationen testen will, dies nicht mit den jeweils besten Spielern tut ?

    Eine mögliche Erklärung wäre, dass man eben nicht nur auf das Hier und Jetzt schaut, sondern auch in Richtung 2022 und 2026. Dann werden Müller und Hummels definitiv keine Rolle mehr spielen. Das mit den "besten Spielern" ist subjektiv (ich zum Beispiel halte Hummels momentan nicht für einen der besten deutschen Innenverteidiger), das Alter ist aber objektiv. Soll der meiner Meinung nach talentierte Rüdiger für die nächsten 3 Jahre nicht mehr berufen werden, um dann eventuell sehr plötzlich eine tragende Rolle zu spielen? Oder woher sollen dann in einigen Jahren plötzlich die Spieler kommen, die Müller und Hummels ersetzen? Das Problem können wir natürlich auch immer weiter nach hinten schieben.


    Einigkeit haben wir wohl jetzt darin, dass ein Umbruch schleichend vollzogen werden sollte, also Müller und Hummels als Routiniers wertvoll für die Mannschaft wären. Nur irgendwann kommt eben der Punkt, an dem sie nicht mehr da sind und dafür muss man vorbereitet sein.


    Diesen schleichenden Umbruch hat es nun aber auch in Ansätzen nach 2018 gegeben, die drei Spieler sind ja erst nach mehreren Monaten ausgebootet worden (und das dann wie schon erwähnt zu einem Zeitpunkt, an dem es verständlich war).

    Ja, das sorgt auch bei uns in NRW für Verwirrung bei den Vereinen. Es hat mich jeder Trainer aus unserem Verein jetzt schon mindestens einmal gefragt, ob die denn trainieren und spielen dürfen.


    Aber der Sportbetrieb ist (momentan) bei 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner im Landkreis nicht betroffen. Wundert mich sehr, da es beim bundesweiten Lockdown (und auch bei unserem speziellen zweiten Lockdown) verboten war.

    Ich glaube ein Rüdiger, ein Ginter und ein Tah gehören nicht in die Stammformation der Nationalmannschaft zur Vorbereitung auf die EM. Beim letzten Spiel hat der Kommentator im TV (öffentl-rechtl.) beispielsweise die Zweikampfstatistiken der Spieler genannt. Wenn ich mich recht erinnere waren das bei Hummels 65, .. % wahrend Ginter und Rüdiger, die da gerade auf dem Platz standen) bei 52 bzw. 57 % im Schnitt liegen, wenn sie denn überhaupt in ihrem Verein spielen dürfen.

    Okay, dann fliegen deiner Meinung nach diese drei Spieler raus - wenn auch nur aus der Startelf. Dafür dann Hummels rein. Und weiter? Wer spielt mit Hummels zusammen Innenverteidiger und welche Spieler müssen im Kader dafür weichen?

    Meine F-Jugendspieler haben nichts von Reus, Sancho, dem lieben Gott oder sonst wem gesagt, sondern, zutreffend, das Prinzip benannt, das gelten sollte. Die Besten sollten spielen. Fertig.

    Also dann nochmal die Frage: Zukünftig im 1-6-1-System mit 3 Torhütern? Hier sind wir eben wieder an dem Punkt, dass es eine F-Jugend ist und diese keine Nationalmannschaft beruft und das auch seinen guten Grund hat. Und auch zum obigen Abschnitt die Frage: Wer soll stattdessen spielen? Hummels und? Es fehlen noch zwei Alternativen, da ja drei Spieler rausgehen und nur einer reinkommt.

    Bleibe bitte bei den Argumenten und versuche nicht eine Diskussion, zu der du selber angeregt hast, ins Lächerliche zu ziehen, indem du Schlüsse oder Analogien ziehst, die erkennbar abwegig sind und nie im Raum standen. Wenn du kein Interesse an einem Meinungsaustausch hast und lieber den Bekehrer deiner eigenen Ansichten mimen willst, dann lass es mich wissen und wir sparen uns den Dialog.

    Ich habe Interesse an einem Meinungsaustausch und lasse mich auch gerne überzeugen, dass der Kader der Nationalmannschaft schlecht nominiert und nicht nach dem Leistungsprinzip nominiert wird. Bislang ist das aber nicht überzeugend.


    Mein Problem ist, dass solche Kritik leicht ausgesprochen ist. Dass Löw falsche Entscheidungen trifft, ist auch einfach gesagt. Wenn es aber mal darum geht, konstruktive Kritik auszuüben (die Löw natürlich nicht selbst liest) und Lösungsansätze erarbeitet werden sollen, kommt nicht mehr viel dabei rum. Dabei wären logische und erklärte Lösungen die besten Argumente. Ich würde mir gerne mit der flachen Hand auf die Stirn hauen und sagen "Wow, warum kommt da sonst keiner drauf", aber solange die Nichtnominierung von Hummels und Müller der einzige Beleg sind, warum das Leistungsprinzip nicht gilt, ist das wenig überzeugend. Ich habe zu jedem Zitat hier mehrere Fragen, weil man offenbar die Kritik nicht zu Ende gedacht hat und die Ansätze nicht weiter verfolgt. Löw tut dies bei seinen Entscheidungen - weil es seine Aufgabe ist - deshalb glaube ich auch eher an seinen Lösungsansatz als die hier präsentierten.


    Sowieso finde ich es etwas zu "schlicht" gedacht, wenn man behauptet, dass es mit Hummels und Müller wieder alles gut werden würde und die beiden Puzzlestücke die Nationalmannschaft plötzlich um mehrere Stufen verbessert. Neben den beiden (+ Boateng) sind inzwischen Khedira, Lahm, Özil, Schweinsteiger und Klose aus der Nationalmannschaft zurückgetreten oder haben ihre Karriere beendet. Sind nunmal 8 Stammspieler des WM-Erfolgs, die man nicht ohne Weiteres ersetzt.

    Also das verstehe ich nicht. Wer ist wir ? Und selbst wenn wir alle einen Umbruch wollten, war damit dann gemeint, dass das Leistungsprinzip nicht mehr gilt ?

    Mit "wir" meine ich den Tenor in Deutschland - vor allem nach dem Gruppenaus bei der WM. Da war der Schrei nach Umbruch und neuen Wegen groß. Vor allem, da man die U21-Europameister und die jungen Confed-Cup-Sieger im Nationaldress sehen wollte.


    Und wo genau gilt das Leistungsprinzip nicht mehr? Dass die drei mehrfach genannten Spieler aussortiert wurden und man dies mit einer Verjüngung rechtfertigte, war zu dem Zeitpunkt nachvollziehbar und logisch.


    Um die damaligen Umstände nochmal ins Gedächtnis zu rufen:

    Deutschland war in der Gruppephase ausgeschieden, der Kader wurde in der Öffentlichkeit als satt und unmotiviert beschrieben. Es wurde ein Umbruch gefordert, der die U21-Europameister und Confed-Cup-Sieger einbaut.

    Müller war zu dem Zeitpunkt in der schwächsten Form seiner Karriere und nebenbei durch einen Kung-Fu-Tritt in der CL Rotgesperrt. Der bekam medial ganz schön was zu hören und war absolut umstritten.

    Hummels machte nur die Hälfte der Bayern-Spiele, zum Teil reichte es leistungstechnisch nicht und zum Teil war er krank/verletzt. Das gleiche galt für Boateng, beide spielten kaum gemeinsam und wurden durch Süle und/oder Martinez ersetzt. Hummels verließ aufgrund dessen die Bayern Richtung Dortmund, Boateng stand auch auf dem Abstellgleis und wurde mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht.


    Damals galt eindeutig das Leistungsprinzip: die drei sind auf dem absteigenden Ast und haben in der Nationalmannschaft bei den aufstrebenden jungen Spielern nichts mehr zu suchen.


    Ob man das mit so einer Endgültigkeit kommunizieren hätte müssen und keine Hintertür aufließ - darüber kann man streiten und diese Meinung vertrete ich auch nicht. Über die Leistung der Spieler zum Zeitpunkt der Aussortierung kann es faktisch keine zwei Meinungen geben.


    Dass mindestens Hummels und Müller (Boateng mit Abstrichen) wieder gute Leistungen zeigen können, hätte man damals berücksichtigen müssen und sie nicht endgültig aussortieren sollen. Aber nochmal: zum damaligen Zeitpunkt (Anfang 2019) aufgrund der Leistungsdaten und der öffentlichen Wahrnehmung eine vertretbare Entscheidung.

    Hören wir mal auf die Kinder. Wenn ich meine F-Jugend gestern beim Training frage, wer in einer Auswahl spielen soll, dann sagen mir 12 von 12 Kindern, dass in die Auswahl jeweils die Besten gehören. Und damit haben sie recht. Das ist der auch schon der einfache Grund der gegenwärtigen Lage jenseits aller Taktik- und Trainerfragen.

    Nö, wir hören jetzt mal nicht auf die Kinder, den die haben leider von Mannschaftsplanung und Taktischen Vorgaben keine Ahnung. F-Jugendliche fordern Reus und wundern sich, warum Sancho nicht in der deutschen Nationalmannschaft ist, der spielt doch in Deutschland (habe ich erlebt). Berufen wir die besten Spieler, nehmen wir 6 Torhüter und 12 zentrale Mittelfeldspieler mit, aber keine Außenverteidiger oder Mittelstürmer. Da brauchen wir schon ein Gleichgewicht und letztlich auf die Spieler für ein System und eine Taktik, die gespielt werden soll.


    Löw hat meines Wissens immer kommuniziert, dass es eine funktionierende Mannschaft braucht (auch wenn diese zum Teil nicht funktioniert hat) und nicht die besten Einzelspieler. Das ist übrigens eine gängige Einschätzung von jedem Trainer, der im Großfeldbereich arbeitet.


    Also mal an dich die Frage, die du auch gerne mit einer Liste, beantworten kannst: Welche Spieler gehören leistungstechnisch aktuell nicht in die Nationalmannschaft und welche sollten stattdessen mitgenommen werden? Vielleicht können wir da ja auf einer Grundlage diskutieren, die zielführend ist. Denn "das Leistungsprinzip gilt nicht" ist eine unbelegte Aussage, die ganz schön viel Wirbel macht.


    Und will man eine Mannschaft, die sowieso schon kaum zusammenkommt um Dinge einzutrainieren, durch noch mehr Fluktuation kaputt machen, weil sie durch kurzfristige Formschwankungen zusammengestellt wird? Dann kommen wir zu dem Punkt, an dem ein Spieler nicht nominiert wird, weil er in der Woche vor der Nominierung kein Tor gemacht hat aber ein anderer mitkommt, weil er in der niederländischen Liga einen Hattrick gemacht hat. Ist das der Weg? In welcher Nation läuft das denn so?