Beiträge von Charles De Goal

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    Es geht nicht darum, was wie ansteckend ist, sondern was wie systemrelevant ist bzw. von den Entscheidungsträgern als systemrelevanter bewertet wird.

    Ehm, darum sollte es aber gehen, wenn man mit dem Lockdown die Zahlen senken will und gleichzeitig die Rechte der Menschen nicht wahllos beschneiden möchte.


    Nun ist auf jeden Fall fraglich, ob die Zahlen tatsächlich sinken und einige Dinge sind verboten worden, die vermutlich nichts mit der Verbreitung zu tun haben.


    Dein Argument mit der Systemrelevanz macht Sinn, allerdings kann Fortführung des Systems nur das untergeordnete Ziel sein, wenn man dringend die Zahl der Infektionen senken will. Wenn man einige der Hotspots (Schulen, Betriebe, ÖPNV) weiter offen lässt, muss man grundsätzlich gar keinen Lockdown verhängen.

    Das fällt mir aber schwer, wenn die Fußballjungs in der Schule sitzen, zusammen Bus fahren und nachmittags nicht auf den Sportplatz gehen dürfen.

    Kleiner Funfact: die Klassenzimmer werden extrem gelüftet oder mit offenen Fenstern betrieben, da es an der frischen Luft ja weniger gefährlich ist, sich anzustecken. Allein dadurch rechtfertigt man den Schulbetrieb mit mehreren Personen in einem Raum.

    Dennoch werden Dinge, die KOMPLETT an der frischen Luft passieren, verboten?


    Also unlogischer geht es kaum.

    Sehe ich auch so.


    Ich hatte an anderer Stelle schon geschrieben, dass man mit quasi den gleichen Einschränkungen wie vor 8 Monaten preisgibt, dass man kaum etwas gelernt hat. Trotz klarer Erkenntnisse, WIE und WO Infektionen am wahrscheinlichsten sind, treten quasi die gleichen Einschränkungen in Kraft wie zu Beginn, als man diese Erkenntnisse noch nicht hatte. Schlimmer noch: einige Dinge, bei denen eine Ansteckung wirklich gefährlich ist, werden ausgenommen (Schule, viele Arbeitsplätze, Öffentliche Verkehrsmittel, Friseure).

    Dazu kommt noch, dass jeder Verein ein Hygienekonzept erarbeitet hat, bei dem eine Ansteckung quasi unmöglich ist. Oder hat schon jemand von einer Ansteckung auf dem Sportplatz gehört?


    Hätte man sich in den letzten 8 Monaten ausgiebig mit dem Thema der Gefährdung auseinandergesetzt, hätte man sicher einleuchtende Regeln formulieren können, die sich auf die Erkenntnisse stützen: Im Freien kaum bis keine Ansteckungsgefahr und bei minimierten Kontakten kaum Ansteckungsgefahr.


    Für mich wirkt es nun wie "Mist, die Zahlen sind schon wieder so hoch, wir müssen das gleiche machen wie damals, aber lassen die Schulen offen, damit die Eltern arbeiten gehen können. Nennen wir einfach Lockdown Light, damit es positiver klingt".


    Es muss eben verständlich und nachvollziehbar sein, damit es mitgetragen wird. Das fällt mir aber schwer, wenn die Fußballjungs in der Schule sitzen, zusammen Bus fahren und nachmittags nicht auf den Sportplatz gehen dürfen. Und wenn ich dann lese, das einzelne Bundesländer den Sport doch erlauben, aber nur bis zu einem gewissen Alter, wird es noch weniger verständlich für mich.


    Hier gab es auch Beiträge, die aussagten, dass Schule offen und Sport zu rational erklärbar sind, weil das nötige bleibt und das unnötige geht. Aber DAS kann ja nun wirklich nicht der Punkt sein. Der Punkt muss sein: Gefährliches geht und Ungefährliches bleibt. Wir wollen schließlich die Zahlen senken und nicht einfach nur Sachen verbieten. Man sollte dann an den Punkten ansetzen, wo auch das größte Infektionsgeschehen zu finden ist.

    Schule geht Meilenweit vor Hobby.

    Ja, mag sein. Beim ersten Lockdown (und bei meinem lokalen Lockdown) war allerdings alles zu.


    Vielleicht ist aber auch die Idee, dass Kinder betreut werden und nicht alleine zu Hause sitzen, wenn die Eltern arbeiten sind. Es hat keine Prioritätsgründe, sondern einfach den Nebeneffekt, dass Elter den Stress der Kinderbetreuung nicht haben.


    Rein vom logischen Denken her müssten Schulen als erstes zugemacht werden, da dort zum Teil 30 Schüler 6 Stunden in einem Raum sitzen.


    Du musst zugeben, dass die Ansteckungsgefahr dort deutlich höher ist als mit 15 Kindern in 90 Minuten an der frischen Luft, oder?


    Da darf nicht ausschlaggebend sein, was wichtiger ist, sondern was "gefährlicher" ist.

    Sorry aber wer hier Spielbetrieb und Training fordert hat den Ernst der Lage nicht erkannt.

    Vielleicht hast du auch die Kritik hier nicht verstanden.


    Ich glaube, niemand will Corona leugnen oder runterspielen. Dennoch muss man sich fragen, wie man auf solche Entscheidungen kommt. Ich erkenne keinen Faden und es wirkt eher willkürlich.

    Wie hoch schätzt du die Ansteckung bei einem Training ein? Und wie hoch bei einem Friseurbesuch? Warum darf man mit 30 Leuten Bus fahren, aber gar nicht in einem Restaurant sitzen? Erkennst du einen eine rote Linie? Bitte erkläre mir diese mal.

    Ist schon ein wenig ärgerlich. Aber jetzt lieber im Winter ein Monat kein Training und danach hat man es wieder im Griff, als dass man sich durch den Winter rummurkst und es im Frühjahr immernoch nicht besser ist (ja ich sauf mir die Situation da jetzt eventuell ein wenig schön, aber es hilft ja nix).

    Wo steht geschrieben, dass man in einem Monat wieder alles im Griff hat? Ich befürchte, dass man seit einigen Monaten nichts im Griff hat und dies auch Ende November nicht hat.


    Solange Kinder weiter in der Schule sitzen, Busse fahren, Menschen arbeiten gehen und einige Einrichtungen (z.B. Frisöre - warum auch immer) geöffnet bleiben dürfen, wird es weiterhin Menschen geben, die Corona verbreiten. Sobald man im Winter wieder alles öffnet, geht das ganze doch von vorne los.


    Wie genau hat man denn die Sommermonate verbracht? Was hat man von Regierungsseite geplant, damit diese Situation jetzt verhindert wird? Immer nur die Menschen zu ermahnen, sie sollen Kontakte minimieren hat ja offenbar nicht funktioniert.

    Hat man mal drüber nachgedacht, ob die aktuelle Verfolgungsmethodik moderner und einfacher geht? Damit man vielleicht dort nicht an die Grenzen stößt? Hat man sich in der Zeit mal damit auseinandergesetzt, WO und WANN die Infektionen geschehen? Damit man wie mit einem Skalpell die entsprechenden Bereiche schließen kann, aber nicht generell einen Lockdown durchführen muss?


    Offenbar ist der Plan im November der gleiche wie im März. Außer dass man jetzt Frisöre offenlässt und die Bundesliga spielen darf, weil täglich getestet wird. Hat man in den 8 Monaten tatsächlich nichts dazugelernt und muss alles zu 99% genauso machen? Ich finde das ziemlich erschreckend. Denn in der Zwischenzeit gab es die Aerosol-Information und es wurde auch die Tatsache enthüllt, dass bei 15 Minuten gegenüber sitzen ein höheres Risiko besteht. Das finde ich in vielen nun geschlossenen Bereichen gar nicht wieder. In einigen noch offenen Bereichen aber schon.

    Mein Problem mit Fußball ist hier, dass es nur ein Hobby ist.

    Es müssen in meiner Region schon Restaurants usw. (die auch Hygienekonzepte haben!) schließen oder haben erhebliche Einschränkungen. Da hängen Existenzen dran, für Inhaber und Beschäftigte.

    Da kann es dann nicht gleichzeitig erlaubt sein, dass Fußball immer noch erlaubt ist.

    Warum kann das nicht erlaubt sein?


    Du musst mir bitte mal erklären, warum es an der frischen Luft und mit Einhaltung der Abstandsregel für 95% der Zeit genauso gefährlich ist wie im gleichen Zeitraum in einem geschlossenen Raum an einem Tisch zu sitzen OHNE, dass man eine Abstandsregel einhält.


    "Weil das eine zu ist, müssen wir das andere auch zumachen" ist leider keine ausreichende Argumentationskette für mich.


    Warum darf ich morgens mit 4 Leuten joggen gehen und 2 Stunden später dürfen wir mit jeweils 4 anderen Leuten Joggen gehen? Und abends dann jeder nochmal mit 4 anderen? Aber diese Personen dürfen nicht zusammen joggen gehen, obwohl sie den Tag über gegenseitig mit sich Kontakt gehabt haben? Und dann noch an der frischen Luft?!


    Wie ich bereits schrieb: die Erkenntnisse der letzten 8 Monate sollten doch wohl dazu beitragen, dass man differenziert betrachtet und die Einschränkungen dort vornimmt, wo wirklich Gefährdung vorliegt: zum Beispiel in geschlossenen Räumen oder dort, wo die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann. Das ist in Restaurants ganz sicher anders als beim Fußball im freien - auch wenn am einen Existenzen hängen und das andere nur ein Hobby ist.

    Genau DAS ist es, was auch nicht in meinen Kopf will. Durch diese ganzen Registrierungen kann doch nachverfolgt werden in welchen Bereichen die Ansteckung am höchsten ist. Warum wird das bei den Maßnahmen nicht berücksichtigt? Das gibt doch überhaupt keinen Sinn! Warum werden Bereiche geschlossen/verboten wo nachweislich eine sehr geringe Ansteckungsgefahr herrscht? Kann mir das einer erklären?


    Im SWFV dürfen nun keine Pflichtspiele mehr stattfinden ab morgen. Allerdings wurden auch die beiden Spiele unserer Runde, die heute stattfinden sollten schon abgesagt. Freundschaftsspiele dürfen weiterhin stattfinden. Zuschauer sind in unserer Stadt keine mehr erlaubt.

    Also ich kann nachvollziehen, dass die Entscheider bzw. die Regierung sich nicht mit jedem Teilbereich beschäftigen kann und nicht für jede Branche, Bildungseinrichtung oder Sportart eigene Entscheidungen treffen kann. Gleiche gilt für Orte und Landkreise, man kann nicht jedem einzelnen gerecht werden. Das wäre bei der Vielzahl der unterschiedlichen Rahmenbedingungen utopisch, das rechtfertigt eine generelle Absage.


    Dennoch ist mein näherster Kontakt mit Corona bislang "Mein Onkel kennt jemanden, in dessen 2000-Mann-Firma jemand positiv getestet wurde". Da fällt mir schwer nachzuvollziehen, dass ich ab sofort weder Fußball spielen dürfte, noch Training anbieten darf. Zumal die Gefährdung beim Fußball minimal ist.


    Wozu haben wir ein Hygienekonzept erarbeitet? Ich behaupte, dass die steigenden Infizierten von den Menschen kommen, die entweder kein Hygienekonzept haben oder sich nicht daran halten. Ich höre ständig von Hochzeiten, Feiern oder Gaststätten, die sich nicht an die Vorschriften halten und die für Hotspots sorgen. Ich habe noch nicht von einem Fußballspiel gehört, bei dem ein Hotspot entstanden ist. Oder weiß da jemand mehr?

    Die Frage hatte ich beim ersten Lockdown schonmal gestellt:


    Hat jemand hier schon Erfahrungen mit Corona beim Fußball gemacht? Hat es schonmal Infizierte in eurem Teams, Vereinen oder Verbänden gegeben und sind diese nachweislich (so weit wie möglich) beim Fußball infiziert worden?


    Beim besten Willen kann ich Fußball an der frischen Luft mit 15 Personen auf 3500m² (Platzhälfte) nicht auf eine Stufe mit Feiern oder Schulen stellen, wo diese Personenanzahl an einem Tisch oder in einem Raum sitzt.

    Natürlich gibt es Zweikämpfe und natürlich gilt auch die Situation vor nach dem Sport zu berücksichtigen.


    Aber wenn doch die Aufklärung so weit fortgeschritten ist, dass Corona hauptsächlich über Aerosole in der Luft übertragen wird und außerdem Begegnungen von ununterbrochenen 15 Minuten Länge von Angesicht zu Angesicht zur Gefährdung führen - wo haben wir das beim Fußball oder anderen Sportarten?


    Wir haben jetzt fast 9 Monate Virus erlebt, bald werden die Kinder geboren, die in der Langeweile des ersten Lockdowns gezeugt wurden. Natürlich sind einige Fragen offen, aber in manchen Bereichen ist man eben weiter. Warum gedenkt man nicht, die Einschränkungen auch den Erkenntnissen anzupassen?

    "Individueller trainieren" würde ich nicht mit "Individualtraining" (Einzeltraining) oder "Individualisten" (Egoismus) gleichsetzen. Aus meiner Sicht sollten die individuellen Fähig- und Fertigkeiten genauso Berücksichtigung finden wie die individuellen Rahmenbedingungen (z.B. Körpergröße, -gewicht usw.).

    Und bei Stefan Kuntz interpretiere ich auch positionsspezifisches Training mit rein.

    Du hast sicher recht, dass es nicht das gleiche ist!


    Aber Individuelles Training trainiert eben in jedem Fall auch die Individualtaktik und die Technik. Und individualtaktisch gute Spieler werden gebraucht.


    Und auch positionsspezifisches Training ist Training der individualtaktischen und technischen Fähigkeiten, die eine bestimmte Position benötigt (je nachdem, was gefordert wird).


    Wenn ich erwähnen darf, welche Themen ich beim Stützpunkttraining in der Schulungswoche bei den Innenverteidigern trainiert habe:

    - 1 gegen 1 Frontal

    - 1 gegen 1, Gegner mit dem Rücken zum Verteidiger

    - Kopfballspiel

    - Freilaufen & Anbieten

    - Passspiel flach (zwischen 15 und 30 Metern)

    - Bälle abfangen (antizipieren von Pässen)


    Die Spieler haben also individuell (positionsspezifisch) in ihren individuellen Fähigkeiten trainiert. Spielaufbau oder Viererkette sind keine Themen im Stützpunkt, da diese wie an anderer Stelle erwähnt Themen der Vereinsmannschaft sind. Und jeder, der gewillt ist, kann das Stellungsspiel und die Laufwege dafür lernen.


    Und jetzt kann ich den Wortstamm von individuell nicht mehr lesen oder schreiben. =)

    „Definitiv muss das Training individueller gestaltet werden."


    Stefan Kuntz (bild.de)


    Da geht es Kuntz wohl wie mir - "Taktisch fehlt mir eine Alternative im Sturm." (Post #23)

    Interessant, in einem anderen Thread wird diskutiert, ob diese individuelle Ausrichtung vom DFB richtig oder falsch ist.


    Dort wird zum Beispiel bemängelt, dass im DFB-Stützpunkt Individualisten bevorzugt behandelt werden. Dabei ist das hier ja durchaus ein Grund, warum genau dieser Weg richtig ist.


    Gruppentaktik kann man im Prinzip jedem beibringen, der den Willen hat. Individuelles Talent und Technik sind nicht so leicht erlernbar, wenn man nicht die Grundvoraussetzungen mitbringt. Viererkette kannst du jedem beibringen, drei Spieler ausdribbeln und den Ball in den Winkel hauen kann nicht jeder lernen.

    wie oben schon gesagt, empfinde ich die Trennung nach individuell gut und strategisch/taktisch gut als völlig falsch.

    Man suggeriert, dass es nur entweder oder gibt, was meiner Erfahrung nach schlicht falsch ist.

    Ganz genau! Mir wird bei der Bewertung oft zu schwarz/weiß gedacht. Gleiches höre ich immer wieder in der Bewertung von Bundesligaspielern, selbst im TV. Da wird jedem Offensiven AV oder ZM die Defensivfähigkeit abgesprochen, andersrum das gleiche. Als ob man nur eins von beidem kann.


    Das ist ein Trugschluss.


    Auch dribbelstarke Spieler können gute Passspieler sein, sie haben nur den Fokus nicht so darauf.

    Wir haben das Problem, dass wir als 06er Jahrgang keinen 05er Jahrgang über uns haben. Dadurch haben wir jedes zweite Jahr immer das "Problem", gegen komplett ältere Teams zu spielen. Da wir körperlich nicht durchgängig dagegen halten können, haben wir uns gemeinsam darauf verständigt, dass man eben Spiele verlieren kann, wenn die Gegner z.B. einen Stürmer haben, der gegen uns 4 Tore schießt und wir 2:4 verlieren. Bei so einem körperlichen Nachteil muss man nunmal die Schuld nicht zwingend bei sich selbst suchen, sondern kann eher stolz sein, gegen Ältere 2 Tore geschossen zu haben. Aktuell haben wir halt den Vorteil gegen einige 07er Teams.


    Weitere wichtige Punkte sind, dass man die Eltern mit ins Boot holt und es denen auch so kommuniziert. Wenn die Jungs nach Hause kommen, wollen die Eltern nicht zuerst das Ergebnis wissen, sondern wie das Spiel war.

    Feedback beim nächsten Training ist auch wichtig: dann lieber nicht nur auf Gegentore, sondern auf spielerische Aspekte eingehen.


    Außerdem haben wir angefangen, beim Training nicht mehr die Tore zu zählen. Wer das unbedingt tun will, kann auf eigene Verantwortung machen, aber mich interessiert es nicht. Weiß doch eh in 2 Tagen keiner mehr, ob er heute beim Training verloren hat oder nicht. Und der Effekt ist eher besser, wenn man nicht die Köpfe hängen lässt oder mit einem 0:5 nach Hause kommt.

    Die meisten Kinder sind so lange motiviert, bis Trainer/Eltern/Erwachsene ihnen durch Ergebnisorientierung, Leistungsdruck und schlechtes Training den Spaß und damit die Motivation nehmen. Die meisten Kinder wollen nicht trainieren, sondern frei spielen.

    Was mir aktuell in der C-Jugend hilft ist, dass ich schon früh den Grundstein für alternative Bewertungen gelegt habe. Die Jungs wollen natürlich schon gewinnen, aber bewerten nicht einen Sieg als gut und eine Niederlage als schlecht. Stattdessen haben sie ein Gefühl dafür, ob sie gut/schlecht spielen oder dem Gegner über- oder unterlegen sind. Wenn man die letzten beiden Dinge mit in die Bewertung nimmt, kann man auch 0:3 verlieren und mit einem positiven Gefühl rausgehen. Das verhindert Kinder, die Samstag nachmittags unzufrieden über Spiele sind und über ein Karriereende nachdenken.

    Ein Training soll ausreichen, sich ein Bild zu machen?

    Jugendtrainer begleiten ihre Schützlinge teils bis zu 7 Jahre, kennen Spieler besser als ihre eigenen Kinder 😉 und werden nicht einmal zu einem ihrer Spieler gefragt? Entwicklung über die Jahre usw?

    Also ich weiß normalerweise nach einem Probetraining eines Spielers, ob er leistungstechnisch in meine Mannschaft passt oder nicht. Wenn natürlich 20 Spieler rumlaufen, die bewertet werden müssen, ist das ganze ein wenig aufwendiger. Gehen wir mal davon aus, dass bereits vorher gescoutet wurde und man sich bei einigen Spieler schon ein Bild gemacht hat - so läuft das nämlich üblicherweise im Stützpunkt. Wie sollen sonst diese Spieler eingeladen worden sein (abgesehen von Empfehlungen des Vereinstrainers)?


    Sicherlich wäre es sinnvoll, auch die Meinungen der Trainer einzuholen. Aber wieviele Trainer haben über 7 Jahre lang die Spieler in ihrer Mannschaft und welche interessieren sich überhaupt dafür? Und sollen nun 20 Trainer über jeden Spieler befragt werden? Soll bei jedem Spieler der Lebenslauf und der Werdegang bewertet werden? Das ist die Arbeit nicht wert für einen Stützpunkt, von dem es hunderte in Deutschland gibt.


    Die Spieler haben bei diesem Sichtungstraining die Chance, sich individuell gegen andere durchzusetzen und somit einen Platz in der Förderung zu bekommen. Wer nicht in den Fokus gerät, der hat leider Pech gehabt, einige Spieler trifft das halt so. Es wird sicherlich mal wieder ein Sichtungstraining geben, in dem die Spieler dann erneut die Chance bekommen.


    Ich gehe davon aus, dass zukünftige Bundesliga- oder nur NLZ-Spieler beim Sichtungstraining positiv auffallen und genau um diese geht es ja.

    Spätestens dann, wenn es um Verbandsauswahlen geht, sprechen wir auch über Mannschaften, deren Trainerinnen und Trainer auch am Erfolg gemessen werden und bei andauernden Mißerfolgen sich Sorgen um ihre Honorarverträge machen müssen..

    Ich weiß nicht, wie tief du in der Materie bist.


    Aber inzwischen werden mit jedem Spieler Einzelgespräche geführt, individuelle Ziele festgelegt und im Training darauf wert gelegt, dass an diesen Zielen gearbeitet wird. Das Training wird wöchentlich dokumentiert und die Spieler werden in der Leistungsdiagnostik getestet.


    Die Trainer müssen sich eher daran messen, ob ihre Spieler die gesetzten Ziele erreichen können.


    Auch in meinem Stützpunkt bin ich mit so mancher Spielerentscheidung nicht zufrieden. Aber man kann sich sicher sein, dass über jeden Spieler ausgiebig gesprochen wird/wurde, ich war ein Jahr lang dabei. Eventuell gibt es auch manchmal Gründe, die für den Vereinstrainer oder Elternteil nicht nachvollziehbar sind. Dann darf man aber auch gerne dem A- oder EJ-Lizenz-Trainer glauben. Vielleicht ist es in anderen Stützpunkten chaotischer oder schlechter organisiert. Aber grundsätzlich geht es nunmal darum, beim Sichtungstraining die Stützpunkttrainer zu überzeugen. Wenn das jemand nicht geschafft hat, dann mag das vielleicht Schade für jemanden sein, aber ist zu akzeptieren. Passiert auch in NLZs.


    Es mag sein, dass Verbandsauswahlen auf einer anderen Ebene arbeiten als Stützpunkte. Aber im Stützpunkt geht es nicht um Gruppentaktiken.

    Okay, das verstehe ich.

    Aber ist es denn nicht auch ein Talentmerkmal, wenn man Spielintelligenz hat, Übersicht, Passsicherheit?

    Mir kommt vor, dass das zweitrangig ist und eben die physischen Dinge komplett alles überragen.

    Das gefällt mir nicht, ist aber auch nur meine unmaßgebliche Meinung dazu.

    Absolut und ich bin der gleichen Meinung, dass das ein Talentmerkmal ist.


    Aber wir dürfen nicht vergessen, wozu der DFB-Stützpunkt da ist: Individuelle Förderung von Talenten! Das Individuelle wird also groß geschrieben, es soll keine Mannschaft aufgebaut werden. Wozu auch? Die Spieler trainieren in ihren Vereinen unter gruppen- und mannschaftstaktischen Gesichtspunkten, soll der DFB eventuell konträr zur Arbeit in den Vereinen etwas anderes lehren? Was ist, wenn der DFB die Dreierkette schult und im Verein Viererkette geschult wird?


    Ich habe unseren DFB-Stützpunkt ein Jahr lang begleitet (und hospitiert), die Truppe ist (durch den Corona-Ausfall) noch amtierender Meister unseres Landesverbandes. Selbst bei der Wochenschulung im Sportzentrum ging es nur um Individuelles. Ich habe die Innenverteidiger trainiert und durfte nur Individualtaktik trainieren, also maximal ein 1 gegen 1.

    Auch bei der Nachbesprechung der Spiele ging es niemals um Spielzüge oder Kettenverhalten, immer nur um einzelne Spieler.


    Für mich nachvollziehbar, denn der Stützpunkt bietet Training, das die Spieler individuell verbessern soll. Und logischerweise wird da auch auf die individuell besten Spieler gesetzt.

    Gedankt wurde ihm sein Spielverständnis und sein uneigennütziges Verhalten nicht.

    Völlig wertfrei: Im Stützpunkt geht es nicht darum, eine gute funktionierende Mannschaft zu stellen, sondern um die Spieler individuell zu fördern. Die Spieler treffen sich einmal in der Woche und trainieren Technik und Individualtaktik. Es interessiert leider den Stützpunkttrainer wenig, welcher Spieler in der Kette immer richtig verschiebt und welche einen anderen absichern. Diese Dinge lernen sie (hoffentlich) in ihrem Heimatverein mit ihren dortigen Mitspielern. Denn völlig berechtigt muss man die Frage stellen: Warum sollen die Spieler im Stützpunkt eine Gruppentaktik einstudieren? Das ist Sache der Vereine und des Vereinstrainers.


    Gut und richtig finde ich das in der drastischen Form nicht, aber das Individualtraining in Kleingruppen im Stützpunkt wird immer ernster genommen und wird auch das Hauptaugenmerkt bleiben.