Weil es meist doch einfacher klingt als es am Ende ist.
Nehmen wir das Beispiel "Man könnte ja auch z.B. an Raststätten extra Zonen für Trucker aus anderen Ländern ausweisen.":
- Logistischer Aufwand alle Raststätten damit auszustatten (In kurzer Zeit mit welchen Arbeitskräften, die haben alle was zu tun)
- Jeder Rasthof/Parkplatz ist sehr inindividuell
- Wie soll das den ausländischen Fahrern erklärt werden wo sie zu parken haben? (Versetzt euch in die Situation, das ihr Müde auf so einen Parkplatz kommt und einen Stellplatz sucht, es muss also offensichtlich sein.)
- Alle Gebäude an Raststätten sind nicht getrennt (mal abgesehen von m/w) wie sieht da die Lösung aus?
- Gibts auch extra Tankstellen nur für Ausländische LKW mit extra Kassen für Ausländische LKW Fahrer
- wie weit treibt man das?
- wie viel bringts es und was kostet das?
Ich will auch nicht sagen, dass die Politik alles richtig macht. Nur für mich klingt das halt nach Stammtisch: "Man müsste mal..", "Kann doch nicht so schwer sein,..."
Jeder kennt das sicher von der Arbeit, so lange man sich in den üblichen Prozessen bewegt ist alles simple, aber möchte man mal etwas anders machen oder es kommen neue Aufgaben, fällt ein ganz Turm an Problemen über einem zusammen. Wir nennen das immer "minor engineering details". Und genau diese Themen sieht erst mal niemand, der so eine Problemlösung einfach mal raushaut. Erst wenn man sich dann mit dem Thema beschäftigt hat merkt man wie viel Aufgaben da plötzlich zu lösen sind.
In den Schulen ist das sicher nicht anders. Wenn man da anfängt mit Lehrern, Schulleitung und anderen Betreffenden spricht kommt man auch da vom hundertsten ins tausendste. Und jetzt stelle man sich vor, es gibt 100 oder 1000 solcher Ideen. Da ist es mit einer Arbeitsgruppe nicht getan.
Die Komplexität unserer Welt kennt eigentlich wenige einfache Lösungen.
Ich bin froh in einem Land zu Leben in dem diese Prozesse so gut funktionieren auch unter den Bedingungen von Corona. Und ja, auch bei uns haben die Prozesse Löcher.
Zum Thema: machen wir uns nichts vor, Vorausplanen für den Neustart von "Fußball" ist nicht wirklich möglich weil die ganze Situation so unvorhersehbar ist und auch bleibt. Jeder Plan hätte eine Halbwertszeit von <2 Wochen.
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Du willst also sagen, dass das alles zu kompliziert ist und man deshalb am besten einfach alles zumacht?
Da wir hier in einem Fußballforum sind und es eigentlich um Fußball geht: Vor ein paar Seiten erzählte jemand, wie Jugendfußball in Spanien ermöglicht wird, während wir mitten im Lockdown waren/sind. Das waren ziemlich einfache und einleuchtende Regeln (Kontaktverfolgung, Hygiene, Spielplananpassung, Pausen nach den Spielen). Und die Frage ist berechtigt: warum gibt es sowas hier nicht? Hier wird alles zugemacht, das kreativste ist im Moment, dass Friseure eine Woche früher aufmachen dürfen als der Rest.
Ich habe noch keine Regel oder Lockerung gelesen, die sich auf irgendwas logisches bezieht. Ich dachte, an der frischen Luft ist es weniger gefährlich - trotzdem gilt das gleiche wie in geschlossenen Räumen (beim Sport). Warum ist sämtlicher Sport verboten, wenn es doch Sportarten gibt, die sogar alle Regeln einhalten (Abstand beim Tennis)?
Hier hat niemand behauptet, dass es einfach ist, mal kurz ein Konzept aus dem Ärmel zu schütteln und alles wäre gut. Das waren bestenfalls Ansätze. Es gibt in jedem Bereich des öffentlichen Lebens Institutionen, die sich mit der Materie auskennen (und das wahrscheinlich besser als unsere Politiker). Sei es ein Sportbund, eine Einzelhandelsgesellschaft, das Schulministerium oder das Straßenverkehrsamt. Warum will man nicht von deren Erfahrungen und Wissen profitieren und lässt sie Konzepte erarbeiten?
Ist nur ein Beispiel: Der DFB könnte doch ein bundesweites Konzept erarbeiten, um sportliche Aktivität im Rahmen von Fußballtraining anzubieten. Die EHG kann erarbeiten, wie genau der Einzelhandel funktionieren kann. Dein Beispiel kann ein Straßenverkehrsamt umsetzen.
Aber auf mich wirkt es so, als würde man einfach sagen: wir machen lieber alles zu, ohne auch nur einen Funken Ahnung von der Materie und von den Möglichkeiten zu haben.
Das hat nichts mit Stammtischparolen zu tun, sondern ist reine Logik. Ich behandle doch auch nicht selbst meine Zahnschmerzen, sondern gehe zu einem Spezialisten. Lass die Leute ein Konzept erarbeiten, lies es durch und wenn es vernünftig klingt, dann nick es ab.
Alles zumachen und dann möglichst lange macht natürlich weniger Arbeit. Aber schränkt auch am meisten ein.