Beiträge von Charles De Goal

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ich hab überhaupt keine Lust, sowas auszudiskutieren. Meine Aussage zum Spielverlauf orientiert sich an Fakten, das ist nicht arrogant. Und meinen Spielern Arroganz zu unterstellen ist total daneben. Du kennst weder mich, noch meine Mannschaft. Und selbst wenn - was ändert Arroganz an der Verletzung?


    Es geht hier nicht darum, dass ein Spieler unbedingt spielen wollte, sondern dass Arzt, Eltern und externer Chiropraktor ihr Okay gegeben haben. Das ist keine zu frühe Belastung und den Schuh ziehe ich mir auch nicht an.


    Das lasse ich mir auch nicht in die Schuhe schieben und Arroganz erst recht nicht. Das ist hier der Frust-Thread und ich schreibe über einen schwerverletzten Spieler, der nach dem Sommer noch den halben Herbst mit einem Rucksack rumlaufen muss. Stattdessen muss ich mich hier rechtfertigen, dass mich eine Teilschuld trifft und dass ich arrogant bin. Da muss ich mich wirklich zusammenreißen.

    Da ist es für die Zukunft vielleicht sinnvoll die "eigenen" Eltern über Wechselmodalitäten schon am Anfang der Saison aufzuklären, möglich bei einem Elternabend oder auch schriftlich und welche Wechselmodalitäten es am Ende zu beachten gibt und worauf es ankommt. Oft haben Eltern davon gar keine Ahnung und der potentiell "neue" Verein kann dann nicht mit der "wir schieben jetzt mal dem alten Verein den schwarzen Peter zu" Geschichte ankommen, dass der bisherige Verein den Spieler sperren würde. Dann können die Eltern sich ja beim Verband beschweren, der die Regeln festgelegt hat.

    Absolut richtig, das nehme ich für die Zukunft auf jeden Fall ins Programm auf.


    Allerdings ist es so, dass wir bei jeder Anfrage zum Probetraining oder zur Kontaktaufnahme dem potenziell-aufnehmenden Verein informieren, dass wir uns an diesen Ablösesummen vom Verband orientieren. Der Verein weiß also bereits VOR Kontaktaufnahme schon, was auf ihn zukommt und kann dementsprechend dann auch Abstand von dem Spieler nehmen, wenn er das nicht zahlen will.


    In diesem speziellen Fall wurde diese Kontaktaufnahme ausgelassen und die Abmeldungen lagen am 30.6. im Briefkasten der Geschäftsstelle. Es hieß dann "das haben wir dem Co-Trainer doch gesagt", der Cheftrainer wusste von nichts und hatte den einen Spieler schon als Kapitän für die neue Saison bestimmt.


    Mich schockiert, dass ich am Telefon mit Eltern diskutieren muss, obwohl das eine Sache zwischen zwei Vereinen ist. Und ich laut den Eltern persönlich den Spielern Steine in den Weg legen will, obwohl ich nur den Vorstandsbeschluss kommuniziere, der auf der Jugendspielordnung basiert.


    So leise vermute ich, dass das eine Masche des Vereins ist: unangenehme Angebote nicht beantworten, dann kurz vor Fristende Druck machen und alle möglichen Kanäle auf Krawall stellen, um den kleinen Verein einzuschüchtern, der dann klein (noch kleiner, als er eigentlich ist) beigibt, weil er ja sonst angeblich alles auf dem Rücken der Spieler austrägt und das dann publik gemacht wird.


    Nein: große Vereine tragen ihr Werben um Spieler auf dem Rücken der kleinen Vereine aus! Und die kleinen Vereine gehen dabei kaputt!

    Natürlich kam es wie erwartet: Einen Monat lang hat sich der Verein nicht mehr gemeldet, heute wurden wir dann bombardiert.


    Erst per WhatsApp, dann per Mail. Nehmt ihr das Angebot jetzt an oder nicht? Natürlich nicht. Dann sagt mir der Jugendobmann, dass sie den Spielern mitteilen werden, dass sie bis zum 1.11. gesperrt sind.


    Keine 10 Minuten später rufen mich die Eltern an, was der Zirkus soll und wir sollen die Spieler freigeben.


    Hat wirklich Klasse, als NLZ eines Drittligisten die Eltern vorzuschicken und Druck zu machen. Wir würden den Spielern Steine in den Weg legen und das wäre eine Frechheit von uns.

    Ich habe ihm gesagt, dass wir niemandem Steine in den Weg legen wollen, sondern auf unserem Recht beharren und bereits vor einem Monat eine Stellungnahme geschrieben haben. Wenn der andere Verein sich erst 3 Tage vor Saisonbeginn meldet, können wir das nicht ändern.

    Zudem legt ja eher der andere Verein dem Spieler Steine in den Weg: indem er es erstmal einen Monat lang nicht für nötig hält, sich in der Angelegenheit zu melden, dann den Spielern sagt, dass wir sie sperren lassen und dann eine völlig unnötige dritte Partei - nämlich die Eltern - einschaltet.


    Absoluter Witz das ganze und einem Drittligisten, der die Region repräsentieren will, nicht würdig ist. Stellen ihre dritte C-Jugend und wir haben gerade mal 16 Spieler in der JSG, weil bereits 4 Spieler aus diesem Jahrgang dort spielen.

    Billigend eine Verletzung in Kauf nehmen ist aber trotzdem nochmal etwas anderes, als vorsätzlich verletzten zu wollen.


    Beides gehört sich nicht, klar, aber es ist trotzdem ein Unterschied.

    Ja, du hast recht. Ich war im Moment des Beitrags natürlich auch emotional geleitet, was ich normalerweise vermeiden möchte. Vorsatz hätte ja wirklich die Intention des letztlichen erneuten Bruchs, mit so einer Intention schubst kein 16-Jähriger. Billigend in Kauf nehmen mit dem Hintergedanken, dass der ja vor kurzem was hatte, trifft es wahrscheinlich eher.

    Da wäre sicher auch die Sicht der Gegenpartei interessant. Ist mir ein bisschen zu einseitig dargestellt. Vielleicht war der Einsatz des neuen Spielers zu früh/ zu übermotiviert nach der langen Verletzungspause.

    Eine Sicht der Gegenpartei brauche ich nicht zur Bewertung, da wir die Szene in 4K gefilmt haben und eindeutig zu sehen ist, was da passiert ist. Die beiden Spieler hatten zuvor weder Kontakt noch einen Zweikampf auf dem Feld, liefen das erste mal aneinander vorbei.


    Nach Ansicht der Bilder haben sowohl Schiedsrichter, als auch gegnerischer Trainer und Staffelleiter von einer klaren Roten Karte und unnötiger Gewalt gesprochen, aber Konsequenzen wird es sportlich keine haben. Ich hoffe auf den gegnerischen Trainer, der dem Spieler eine interne Sperre aufbrummt.

    Was mir auffällt an der Geschichte. Einsatz eines Spielers nach einem Schlüsselbeinbruch schon nach 10 Wochen, jetzt fällt er direkt wieder 3 Monate aus. Dann noch gegen sein altes Team.


    Kurze Google Recherche. Die meisten Empfehlen erst nach 12 Wochen mit dem Sport wieder anzufangen. Auch wenn der Arzt sein okay gegeben hat. Die B-Jugend ist mir eher bekannt, das es da harten Körpereinsatz gibt. Dann auch noch gegen seine ehemaligen Mitspieler was Konfliktpotenzial hat, 90% Ballbesitz, null Torchancen. Wie hoch ist den der Sieg schlussendlich ausgefallen?

    Ich bin nicht der Arzt und war auch nicht mit ihm im Krankenhaus. Ich kann nur auf das hören, was Arzt und Eltern sagen. Wenn das ist, dass er nach 8 Wochen wieder trainieren darf und nach 10 Wochen wieder zum Spiel kommen kann, dann muss ich darauf vertrauen - worauf sonst? Ich habe das zuvor auch alles nochmal in Erfahrung gebracht, damit wir kein Risiko eingehen. Mein Co-Trainer ist Chiropraktor und hat nach jeder Trainingseinheit Funktionsübungen mit ihm gemacht, es war alles frei beweglich und schmerzfrei. Der Bruch ist nun auch an einer anderen Stelle, dennoch das gleiche Schlüsselbein. Somit nehme ich auf jeden Fall eine zu frühe Belastung als Ursache raus.


    Die Empfehlungen treffen nun mal auch nicht immer zu: ich habe momentan einen gebrochenen Mittelfuß und Google sagte, es wird 8 Wochen bis zur Heilung dauern. Nächsten Montag sind es 4 Wochen und der Arzt sagt, ich darf ihn dann wieder belasten. Empfehlungen betrachten keine Einzelfälle hinsichtlich der Art des Bruchs, des Alters oder der Komplikationen.

    Dass der Spieler deinen Spieler foulen/schubsen wollte, das wird so sein, aber ihm hier Vorsatz zu unterstellen, dass er ihm wieder das Schlüsselbein brechen wollte, finde ich aus der Ferne erstmal schon überzogen.

    Ja, aus der Ferne.


    Wie interpretierst du es denn, wenn ein Spieler auf einen anderen zugeht, ausholt und ihm ohne ersichtlichen Grund einen kräftigen Schubser gezielt gegen die Schulter verpasst? Der foulende Spieler weiß genau, dass sein Gegenspieler vor 10 Wochen (als sie noch in der gleichen Mannschaft spielten und er vielleicht sogar bei dem Training anwesend war) exakt dort eine schwere Verletzung erlitten hat.


    Ja, das ist eine Unterstellung, bei der man sich aus dem Fenster lehnt. Aber allzu weit hergeholt und überzogen ist es nicht, dass der Spieler bewusst dort getroffen hat, wo schonmal eine Verletzung war. Man erinnere sich an Jermaine Jones gegen Marco Reus.

    Dennoch: es fühlte sich letztlich wie ein Sieg an. Einfach weil alle zusammen gekämpft und ihr Bestes gegeben haben. Die Jungs waren trotz der Niederlage gut drauf, weil sie gemerkt haben, dass sie selbst ohne Wechsler und in Unterzahl gegen eine stärkere Mannschaft einigermaßen mithalten können. Und das macht Hoffnung für die kommenden Spiele. Und deswegen steht es hier im Freudethread.

    Und das wird in ein paar Monaten viel wertvoller sein, als ein Sieg! Das schweißt die Mannschaft zusammen und du kannst sie immer wieder daran erinnern, wenn sie mal wieder in Unterzahl spielen müssen oder der Kader dünn ist.


    An so einen Sieg erinnert sich in ein paar Monaten keiner mehr!


    :thumbup::thumbup:

    Am Samstag hatten wir unser erstes Vorbereitungsspiel. Unter anderem haben wir einen Neuzugang eingesetzt, der sich vor einigen Wochen das Schlüsselbein gebrochen hatte (bevor jemand fragt: war ausgeheilt und vom Arzt freigegeben). Der hat sich total gefreut, nach der langen Pause endlich wieder auf dem Platz stehen zu können, dann ging es auch noch gegen seinen Ex-Verein.


    Spiel eindeutig gewonnen, 90% Ballbesitz und keinen Torschuss des Gegners zugelassen, obwohl ein Jahr älter.


    Und dann, kurz vor dem Ende: Völlig ohne Grund und ohne Ball wird unser neuer Spieler mit voller Kraft zu Boden geschubst und fällt natürlich auf seine gerade genesene Schulter: erneuter Schlüsselbeinbruch. Der Schiedsrichter hat das als handelsübliches Foul gesehen und Gelb gegeben. Wir unterstellen Tätlichkeit und Vorsatz, da der Gegenspieler ja wusste, dass das Schlüsselbein vor kurzem erst gebrochen war (die haben zu der Zeit noch in der gleichen Mannschaft gespielt).


    Der Trainer des Gegners sagt "Ach, der hat ihn nicht gesehen" und "das passiert halt im Zweikampf". Glücklicherweise haben wir das Spiel aufgezeichnet und er konnte sich nochmal anschauen, wie gut der Spieler den anderen gesehen hat und das sowas normalerweise nicht im Zweikampf passiert.


    Habe den Vorgang jetzt an den Staffelleiter weitergeleitet und dann schauen wir mal, ob da noch eine nachträgliche Sperre kommt. Verdient wäre es!


    Für den Jungen tut es mir unglaublich leid: innerhalb von 10 Wochen zwei Schlüsselbeinbrüche. ;(

    Ich habe das Gefühl, dass du mir nicht ganz folgen kannst, also nochmal ganz langsam:


    Wenn man überdurchschnittlich groß sein muss, um Fußballprofi zu werden, ist die Wahrscheinlichkeit, Profi zu werden, geringer, wenn man unterdurchschnittlich klein ist. Wenn es egal wäre, wie groß man ist, wäre der Größendurchschnitt ja nicht abweichend vom Durchschnitt der Bevölkerung.


    Ich habe bereits gesagt, dass es immer wieder Ausnahmen gibt und die wird es auf bestimmten Positionen immer geben. Aber jeder 1,70 große Spieler braucht einen 1,98 großen Spieler zum Ausgleich, um den Durchschnitt zu erhalten, ist dir das klar?

    Dazu kommt eben noch, dass bei mehr kleinen Spielern zur Auswahl der Konkurrenzkampf bestimmter Positionen viel größer ist, somit ist es auch noch schwieriger, ins Geschäft zu kommen.


    Ich orientiere mich nur an den Zahlen und den Statistiken und nicht an Einzelfällen. Solange es nämlich auf die ganze Gruppe der Profis Einzelfälle sind, bestätigen sie die Regel.

    Fußball ist für Kinder/Eltern/Spieler der billigste Amateursport, den man finden kann. Gleichzeitig der für Trainer der am wenigsten lukrativste.


    Fußball ist aber für Fans und Zuschauer der Profis aber auch der teuerste Sport.


    Wenn NLZs und Verbände im Profibereich von der Arbeit der Amateurvereine profitieren wollen, sollten sie das auch entsprechend finanziell würdigen. Ausbildungsentschädigungen (dazu gibt es einige andere Threads), Trainervergütungen und so weiter. Wenn ich überlege, was für blödsinnige Investitionen es im Profifußball oder in den Verbänden gibt und mit welchem Bruchteil davon dem kleinen Dorfverein geholfen wäre, der den nächsten Spieler ins NLZ bringen könnte... Nicht sonderlich langfristig gedacht und das wird dem Fußball als Gesamtkonstrukt auch irgendwann auf die Füße fallen.

    Das kann man denke ich aber schon noch ein wenig differenzieren. Dass z.B. Torwart, Innenverteidiger oder (teilweise) zentrale Stürmer eine gewisse Körergröße mitbringen müssen ist sicher unstrittig. Die Frage ist, ob es diese Differenz zur Durchschnittsbevölkerung immernoch gibt, wenn man diese Positionen aussen vor lässt.

    Denn es gibt hier sicher niemanden, der sagt, dass aus den körperlich schwachen Jungs unbedingt der nächste Jerome Boateng wird, sondern vielleicht eher der 1,76m große zentrale Mittelfeldspieler.

    Ich verstehe leider den Sinn nicht, warum man das nun differenzieren muss. Muss jetzt jeder kleinere Spieler zentraler Mittelfeldspieler werden? Warum nimmt man bestimmte Positionen raus, um den Durchschnitt zu verfälschen? Damit es in eine bestimmte Argumentation passt?


    Fakt ist: es sind mehr Profis 1,84 als 1,76. Klar sind mehr zentrale Mittelfeldspieler kleiner als 1,84 als größer. Aber die machen theoretisch auch nur ein Elftel der Profis aus. Das tut sich dann in keine Richtung etwas.


    Wenn ein Spieler klein ist, fallen für ihn ja offenbar schonmal einige Positionen raus. Dann ist doch gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit geringer, dass man Profi wird oder höherklassig spielt.

    Es gibt natürlich auch die 1,65 großen Supertechniker, die später Weltfußballer wurden ;)

    Davon gibt es in der "Neuzeit" einen und der bestätigt ziemlich klar die Ausnahme. Im Durchschnitt ist der Bundesligaspieler 1,84m groß, somit 4cm (!) über dem Bundesdurchschnitt der Männer. Zeigt: man muss eher überdurchschnittlich groß sein, um Profi zu werden. Wenn die Prognose ist, dass jemand deutlich kleiner ist und bleibt, dann wird es schwierig, Profi zu werden.

    Einigen wir uns doch mal darauf: es ist verdammt schwer die richtige Prognose zu treffen. Sowohl im NLZ als auch am Stützpunkt und auch in vielen Vereinen, werden Momentbetrachtungen nach bestem Wissen und Gewissen bewertet und Entscheidungen getroffen. Man bewertet, was jemand aktuell körperlich, technisch und kognitiv kann und versucht Phantasie zu entwickeln was noch dazu kommen oder verloren gehen könnte und fällt dann eine Entscheidung, die man in dem Moment für richtig hält.

    Es gilt dabei aber immer: hinterher sind alle schlauer - ganz besonders die, die vorher keine Meinung hatten und keine Entscheidungen getroffen haben, glänzen hinterher mit den schlauesten Sprüchen...

    Genau. Und da wird das oft erwähnte "Gesamtpaket" bewertet und nicht nur die Technik. Klar wird man sich immer wieder irren. Aber die Behauptung, dass nur auf kräftige Große gesetzt wird und nur aussortiert wird, weil jemand zu klein ist, ist eine ziemlich krasse Unterstellung. Denn diese Dinge gehören absolut in die Bewertung, wenn ich einen Fußballer bewerte.

    Und wer prognostiziert, dass der Körper dann mit 15, 16 oder 17 kein Vorteil mehr ist?


    Weder ist eindeutig vorherzusagen, dass die einen aufholen, noch, dass die anderen den Vorsprung behalten.


    In dem Moment, in dem sich ein Verein oder Stützpunkt für einen bestimmten Spieler entscheidet, muss alles mit einbezogen werden, was den einen Spieler zum besseren Fußballer macht. Und das kann jawohl nicht ausschließlich die Technik sein.

    Genauso wie technisch schwache große Spieler, die irgendwann eingeholt wurden gibt es auch super Techniker, die mit 19 noch 1,65 groß sind und sich nicht in der Kreisliga B durchsetzen können.


    Da man das pauschal nicht festlegen kann, ist es meiner Meinung nach legitim, die Momentaufnahme des Gesamtpakets als Indikator zu nehmen, anstatt auf gut Glück jemanden auszubilden, der irgendwann vielleicht mal was könnte, was jetzt nicht absehbar ist. Und gutgeheißen habe ich das nicht, das ist völlig wertfrei.

    Spielen denn diese 10kg schwereren und einen Kopf größeren Spieler besser Fußball? Und damit meine ich das Gesamtpaket, wozu auch das körperliche zählt. Wenn in diesem Moment der körperlich weitere Spieler das bessere Gesamtpaket ist, dann ist es nicht verwerflich, sich für diesen zu entscheiden.


    Es wird ständig so getan, als ob es bei der Eliteförderung nur um Technik geht. Der Stützpunkt, NLZs oder größere Vereine scouten aber nicht nach Spielern, die am meisten den Ball jonglieren können. Die beste Technik bringt nichts, wenn der Spieler keine 30 Meter am Stück sprinten kann oder sich nicht im Zweikampf behaupten kann, weil er zu klein ist.


    Natürlich hat es auch mit dem Körper und der Pubertät zu tun, die bei jedem anders verläuft. Da kann man nun wirklich Pech oder Glück haben. Aber bitte denk mal darüber nach, wen würdest du ganz objektiv für ein Förderprogramm wählen: den Spieler, der beste körperliche Voraussetzungen hat, gut in dem ist, was er macht und im Gesamtpaket gut mithalten kann oder den Spieler, der vermutlich erst in 2 Jahren das körperliche Niveau erreicht und momentan nicht hinterherkommt. Du kannst nur einen von beiden nehmen! Denn für jeden, den du reinnimmst, musst du einen anderen rausnehmen. Ich habe wie gesagt Verständnis dafür, eher den zu nehmen, der die besten Voraussetzungen mitbringt als den, bei dem man erst warten muss, bis er die körperlichen Voraussetzungen hat.


    Klar gibt es immer wieder Ausnahmen, sowohl im ganz großen (z.B. Messi), als auch in den oberen Amateur-Ligen und den unteren Amateurligen. Aber es braucht objektiv einfach eine ganze Menge, um körperliche Unterlegenheit auszugleichen. Nichts anderes gilt beim Basketball, wo die Größe so wichtig ist, dass manchen sogar von vornherein die Chance genommen wird, sich überhaupt zu entwickeln.

    Die Kinder werden immer mehr zum Geschäftsmodell. Gute Trainer gibt es kaum, sondern sehen die Kinder nur noch als Sprungbrett oder zur Selbstverwrklichung.

    Ich würde einen Schritt weitergehen: Auch viele Spieler wollen Vereine als Sprungbrett benutzen und die Eltern leben das vor. Vereine nutzen Trainer und Spieler für ihre Zwecke.


    Fußball ist in vielen Bereichen von einem Mannschaftssport für jedermann zur Sammlung vieler Ich-AGs geworden. Eltern schleppen Kinder von Verein zu Verein, um irgendwo dann groß rauszukommen. Kinder wollen weg, wenn ihnen die Mannschaft nicht "gut genug" ist und manche Trainer wechseln jedes Jahr ihren Verein, obwohl sie nur in der Jugend trainieren und da Konstanz etwas ziemlich positives ist.

    Vereine sammeln sich Trainer und Spieler zusammen, die für sie "arbeiten" und in einer Spielklasse spielen, die der Verein sich wünscht. Höherklassige Mannschaften zeichnen sich nicht mehr durch eine gute Jugendarbeit aus, sondern durch das beste Scouting und die beste "Mannschaftszusammenstellung".


    Aber solange es Vereine, Trainer, Eltern und Spieler gibt, die das alles mitmachen und vielleicht sogar so wollen, wird sich das nicht ändern.

    Ich werde das mal ausprobieren. Nach ein paar Monaten Erfahrungen auf dem Gebiet werde ich das sicherlich noch besser durch die Trainingsplanung steuern können. Allerdings bestimmen ja meist die Spieler selbst die Intensität im Training und das ist für den Trainer kaum planbar.

    Ich habe jetzt wie angekündigt damit begonnen, nach dem Training die Intensität/Ermüdung und den Spaß abzufragen. Die Jungs zeigen mir nach dem Training jeweils 1-5 Finger (1 = gering bis 5 = sehr hoch) und dann nehme ich den Durchschnitt von allen. Am Ende der Woche will ich dann in der Vorbereitung im Schnitt eine Intensität von 4 Fingern pro Training haben, beim Spaß sollten es natürlich immer 4-5 Finger sein. Bislang lag auch bei allen alles ziemlich gut zusammen, Abweichung war maximal 1 Finger.

    Am Montag haben wir einen Shuttle-Run gemacht, da war der Schnitt zwischen 4 und 5 - für mich das Signal, heute mal auf geschätzte Intensität 2 runterzufahren mit Fußballtennis und 4 gegen 2. So kam es dann auch in der abschließenden Bewertung von den Jungs zurück.


    Ich denke, das wäre die einfachste und unterste Ebene für eine Belastungssteuerung und die kann auch jeder ohne viel Arbeit umsetzen. Ich mache das bei einer B-Jugend, aber das kann selbst eine F-Jugend bewerten. Vielleicht führe ich es auch für meine Herrenmannschaft ein, weil ein bisschen Selbstreflexion und nochmal ins Gedächtnis rufen, was man so gemacht hat und ob es anstrengend war, schadet keinem. Noch dazu bekomme ich ein Feedback, was den Spielern gefallen hat. Und wenn da mal jemand in der Bewertung komplett abweicht, kann ich im persönlichen Gespräch erfragen, was der Grund ist.


    Ein ziemlich gutes Instrument, danke für die Inspiration im Thread hier!

    Einen Verein attraktiv gestalten. Da gehts los - 95% der Vereine wollen das nicht bzw. die Zeit braucht Veränderungen in den Strukturen. Es geht schon mit der Vorstandschaft los. Völliger Schwachsinn, denn keine Sau will sich das mehr aufbürden für nix und wieder nix. Es müsste eine andere Lösung her. Dann diese unsäglichen Vereinskriege. Ich glaube das es nicht Zielführend ist und zerstört auch die Vereine. Ein Miteinander wäre besser !

    Es hat meiner Erfahrung mehr damit zu tun, dass Vereinsarbeit und Vorstandsarbeit eben "Arbeit" enthält und Zeit in Anspruch nimmt. Dazu heißt es "Verantwortung". Es gibt leider in jüngeren Generationen immer weniger Leute, die sowas machen oder haben wollen. Unser Vorstand ist im Schnitt 45 Jahre alt, das empfinge ich schon als relativ jung. Wir möchte in paar Mitt-20er einführen, die fragen zuerst "wieviel muss ich da machen?" und "wofür bin ich da verantwortlich?". Ist mit Sicherheit nicht pauschal überall so, aber es man möchte sich einfach in dem Alter nicht verpflichten und keine Aufgaben annehmen, die Mehraufwand bedeuten.


    Dann noch das schlimmste was derzeit ist. Die starren Strukturen in der Altersbeschränkung. Das ist ein großer Punkt wo Kinder eben nicht mehr Fußball spielen wollen. Des sollte entweder Leistungsorientiert sein oder gar nicht. Diese Kategoriesierung ist ein Vereinskiller und verhindert ein Zusammensein von Fußballspieler und Talenten. Letzten Donnerstag gewann unsere Bambinis 24:0 !!!! Ein Spieler von meinen Training schoss alleine 20 Tore ! Wo ist der Sinn ? Der Spieler trainiert bei mir in der E Jugend und will eigentlich nicht bei den Bambinis spielen. Ich mache das schon seit längerem das ich talentierte Spieler mit älteren Jahrgängen trainiere - was jedoch zu extremen Konflikten führt seitens der Vereinsführung usw. Das Training in den jeweiligen Spielklassen ist aber ungeeignet für diese Spieler und verlieren bald die Lust. Weiter habe ich einen in der E Jugend der einfach nicht mithalten kann. Der Spieler müsste min. in die F2, da er sich kognitiv einfach erst soweit ist.

    Ich denke, dass diese Geschichte ein Einzelfall oder zumindest ein sehr seltener Fall ist. Und wenn sowas vorkommt, kann ich mir kaum Vereine vorstellen, die dafür keine Lösungen finden können. Ich würde nicht behaupten, dass das das schlimmste ist, was im Moment in Vereinen passiert und das ist mit Sicherheit auch nicht dafür verantwortlich, dass Vereine unattraktiver werden. Vielleicht für das eine Kind. Aber nicht für die 10-20 anderen Kinder, die in der Bambini-Mannschaft spielen.

    Genau das ist mein Punkt: Spieler gehen von einem Kreisligisten mit großen Erwartungen zum größeren Verein, in dem sie dann in der B3 geparkt werden und am Ende in der gleichen Liga wie der Heimatverein spielen. Den Aspekt mit den Mitgliedsbeiträgen hatte ich so nicht auf dem Schirm. Natürlich kann eine B3 die Infrastruktur nutzen, die einer B1 oder B2 zur Verfügung gestellt wird: also haben die Spieler sicherlich andere Trainingsmöglichkeiten als im Heimatverein. Aber ist das den Aufwand für die Spieler wert?


    Vielleicht denke ich zu romantisch und altmodisch, aber ich gehe mit meinem Jahrgang jetzt in das neunte Jahr (B-Jugend) und ich blicke auf viele tolle Jahre zurück, die Hälfte der Mannschaft besteht so seit der F-Jugend und alle anderen sind per JSG dazugekommen (ebenfalls seit der F-Jugend im anderen Verein). Immer wieder sind Spieler weggegangen, manche aber auch wiedergekommen und manche andere kommen regelmäßig zum Training und machen mit, wenn in ihrem anderen Verein kein Training ist (ist natürlich abgesprochen). Ich behaupte, dass eine solche Konstante im Leben gut für Kinder ist. Ständig wechselnde Trainer, Mitspieler, Vereine oder Mannschaften bringen sicherlich auch gute Abwechslung, aber seit 8 Jahren Montags, Mittwochs und Donnerstags in das gleiche Umfeld mit den gleichen Leuten und dem gleichen Spaß zu kommen gibt vielen ein gutes Gefühl, sagen mir Spieler und Eltern. Warum müssen andere Vereine in solche funktionierenden Systeme Unruhe reinbringen?

    In welchen Regionen ist das denn so?


    Ich meine, bei uns gibt es auch Vereine, die sich aktiv um die besten Spieler eines Jahrgangs bemühen.

    Das hat meines Wissens nach aber noch nicht dazu geführt, dass in Gänze der Spielbetrieb eingestellt werden musste.

    :/:/:/:/

    Bei uns im Kreis sind inzwischen knapp 60% der Mannschaften JSGs. Würde es die Möglichkeit zur Spielgemeinschaft nicht geben, könnten diese Vereine allein keinen Spielbetrieb aufrecht erhalten.

    Wir haben im Umkreis von 30 Kilometern einen Erstligisten, einen Zweitligisten und einen Drittligisten, dazu im Einzugsgebiet zwei Regionalligisten, vier Oberligisten und drei Verbandsligisten. Das ist keine ungewöhnliche Zahl, aber diese machen uns schon das Leben schwer mit den ständigen Spieleransprachen. Allein aus unserem B-Jugend-Jahrgang (05/06) fehlen uns 12 (!) Spieler, die irgendwann mal zu diesen Teams gewechselt sind. Mit unseren verbliebenen Spielern hätten wir eine zweite B-Jugend oder müssten keine JSG bilden, so stellen wir als JSG sogar nur eine Mannschaft. Dagegen melden die meisten der obengenannten Vereine drei (!!!) B-Jugenden.


    Was soll das?

    Es bilden sich von selbst Cluster, das ist ganz interessant. Gestern war es bei 15 Kategorien nur einmal so, dass alle zusammenstanden.


    Normalerweise gibt es immer zwei bis drei große Lager, und dann wird erstmal geguckt, wer um wen steht und was die anderen so denken. Manchmal läuft auch noch einer rüber, weil er seine Meinung ändert. Also es macht unheimlich viel Spaß und danach haben alle gute Laune. Es alle drei Monate zu machen reicht auch, möglichst wenn mal alle da sind!


    Habe ich übrigens von SoccerCoachTV, sehr empfehlenswerter Kanal!!