Beiträge von Charles De Goal

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ich finde eigentlich, dass der untere Bereich gut abgedeckt ist. Mit einem Kindertrainer-Zertifikat, dem DFB-Junior-Coach und dem Teamleiter kann man sich schon ziemlich gut weiterbilden, um Mannschaften im unteren Bereich (bis E-Jugend) zu trainieren. Die C-Lizenz eignet sich dann für alles darüber, wer ambitioniert ist kann auch die B-Lizenz (oder mehr, wenn Anforderungen erfüllt sind) machen.


    Es ist sicherlich schöner, wenn sehr spezifisch ausgebildet wird. Allerdings hat -Nils- schon gesagt, dass der zeitliche Aspekt und der Nutzen eine Rolle spielen: Wie oft sollen solche Lehrgänge stattfinden, zum Teil müssen C-Lizenz-Lehrgänge abgesagt werden wegen mangelnder Teilnehmer.

    Und mehr Lizenzen zwischen Kindertrainer und B-Lizenz werden vielleicht spezifischeres Wissen vermitteln, aber mit Sicherheit in der Breite nicht mehr als die aktuellen Lizenzen.

    Ach und, als wir erfahren haben das Jonas nun wieder zuhause war, gingen wir alle statt zum Training, zu unserem verletzten und machten bei ihm eine pizzaparty... :)

    Das ist eine tolle Idee! Unser Spieler kommt wohl Ende der Woche aus dem Krankenhaus, entweder fährt bis dahin noch eine kleine Delegation zu ihm (Kapitäne und Trainer, sofern Corona es erlaubt) oder wir werden ihn dann zu Hause besuchen. Pizza-Party klingt natürlich super, wenn er wieder mobil ist, machen wir das bei uns am Sportplatz für ihn.

    Wow, das letzte Thema hier war unser Schlüsselbeinbruch. Gestern der nächste Bruch:


    Dreikampf am 16er, unser Spieler geht gegen zwei Gegenspieler zu Boden (handelsübliches Foul) und versucht sich mit links abzustützen. Beide Unterarmknochen durch. ;(;(


    Ich bekomme das Bild nicht aus dem Kopf, wie er schreiend auf dem Boden sitzt und ruft "Was ist mit meinem Arm??" und der Arm einfach nur schlaff und schief runterhängt. Zum Glück war seine Mutter am Platz, konnte ihn beruhigen. Ich habe ihm die Augen zugehalten und meine Jacke über seinen Arm gelegt, damit er es selbst nicht sehen muss. Der Krankenwagen kam schnell, 20 Minuten Behandlung auf dem Platz inklusive Tropf und Betäubung, weil die Schmerzen so heftig waren. Abends noch operiert worden, jetzt zwei Platten im Arm und noch 4 Tage Krankenhaus. Dazu wahrscheinlich 3 Monate kein Sport für ihn und unheimliche Schmerzen.


    Ich trainiere die Jungs jetzt seit 9 Jahren (inzwischen B-Jugend), vielleicht geht es mir deshalb so nahe. Aber Lust auf Fußball hatte ich heute keine mehr. :( Habe in der Pause die Mannschaft gefragt, was sie machen wollen und auch gesagt, dass ich jetzt keinen Fußball mehr brauche. Sie wollten es für ihn zu Ende bringen, haben noch den Anschlusstreffer geschafft aber das Spiel verloren. Erster Punktverlust seit der Corona-Unterbrechung, aber ich fand es total gut, wie das Ergebnis niemanden interessiert hat, sondern es Eltern, Spielern und dem Gegner nur um unseren Verletzten ging.


    Selbst der punktgleiche Tabellenzweite war mit einigen Spielern am Platz und hat nach dem Spiel seine Genesungswünsche ausgesprochen. Wenn man sieht, dass jede Rivalität und jedes Ergebnis in solchen Situationen egal ist, ist dieser Aspekt eher etwas für den Freude-Thread.

    Eine Übung kann vom Grundprinzip her noch so gut sein - daraus lernen wird ein Spieler denke ich nur, wenn er den Sinn dahinter versteht und ihn dann auch ins Spiel 11gg11 zu übertragen weiß.

    Das sehe ich ganz genauso! Die sind ja alle nicht doof, schauen Fußball im TV und interessieren sich dafür. Aber alles nach Gefühl lernen und unterbewusst die Instinkte ausbilden, kann auch in die falsche Richtung gehen: körperlich bessere und schnellere Spieler würden dann das Stellungsspiel nicht verbessern, weil sie die anderen ja immer noch einholen können.


    Mit voller Transparenz bei jeder Übung erklären, was das Thema ist, wo man es auf dem Feld braucht und wie man zu einer Lösung kommt, ist der Schubser, den viele brauchen. Das Training ist ein Angebot mit Hilfestellung, die Dinge zu lernen, die dann im Spiel umgesetzt werden sollten.


    Spielformen machen ohne etwas zu erklären verfehlt meist den Sinn.

    Das Problem ist: Mit Taktiktafel und minutenlangen Ansprachen kommst du in der Regel nicht weit, gerade in dieser Altersgruppe nicht. Verpacke ich das ganze in Übungen/Spielformen stelle ich aber auch keinen positiven Effekt fest. Zwar kann ich beispielsweise im Training eine Spielform zur Spielverlagerung einbauen. Das klappt auch oftmals ganz gut. Aber im Spiel erkennen meine Spieler dann z.B. trotzdem nicht, in welcher Situation es sinnvoll wäre, zu verlagern.

    Also meiner Erfahrung geht das alles in Hand in Hand. Wenn du eine Spielform oder eine Übung hast, in der du etwas erwartest, solltest du kurz und prägnant schildern, was du von den Jungs willst bzw. was ein Lösungsansatz der Situation wäre. Das muss kein Vortrag sein, am besten stellst du Fragen und lässt die Jungs selbst drauf kommen. Und wenn du dann ein paar gute Durchgänge der Übung gesehen hast, machst du die ganze Übung flexibler, sodass sie neue und unterschiedliche Situationen lösen müssen, in dem sie die ihnen nun bekannte Lösung adaptieren. Und schon hast du einen Lerneffekt, in dem sie erst Dinge nach Muster "nachmachen", dann selbst Lösungen finden und später dann immer wieder reproduzieren müssen, möglichst in ganz neuen Situationen! Dafür eignet es sich natürlich, eine ganze Woche ein bestimmtes Thema zu machen und immer wieder darauf einzugehen.

    Es gab allerdings auch schon Gastmannschaften, die das abgelehnt haben. "Tiefer Latten? Was soll das denn?", "Ne, die Ersatzspieler sitzen draußen und halten sich für Wechsel bereit" oder "So ein kleines Spielfeld? So wenig Spieler? Was ist mit unserer Taktik?"... Kopfschütteln, aber ich glaube das einzige Hindernis dabei sind dann die Trainer, nicht die Kids. Die wollen spielen und das bekommen sie, wenn sie 45 Minuten lang - egal auf welches Feld und mit welcher Spieleranzahl - kicken können! Ich war auch erst skeptisch, weil man es eben anders kennt. Aber wir machen es ja für die Kids und für die ist es das beste, wenn sie viele Aktionen haben!

    Heute war es dann mal wieder soweit, der gegnerische Trainer unserer F-Jugend wollte unbedingt 6+1 spielen. Von 4+1 hätte er noch nie was gehört und das hat doch nichts mit Fußball zu tun. Man hat sich dann darauf geeinigt, dass eine Halbzeit 4+1 mit den Ersatzspielern auf einem kleinen Spielfeld gespielt wird, anschließend in der zweiten Halbzeit dann 6+1.


    Es war nach der ersten Halbzeit dann schon so deutlich, dass unser Trainer mit 4+1 weitergespielt hat, während der andere Trainer auf 6+1 aufgestockt hat. Endstand war dann zweistellig zu 0 für die 4+1-Mannschaft. :(


    Man könnte fast glauben, dass es kein Zufall ist, dass die Mannschaft, die lieber 6+1 spielen wollte, deutlich schwächer ist. Bislang hatten beide Teams alle ihre Saisonspiele gewonnen, unsere aber alles in den 4+1-Spielen mit vielen Kontakten, während das andere Team eben nur 6+1 mit deutlich weniger Kontakten und Entwicklungschancen für jeden einzelnen gespielt hat.

    Das Punktesystem könnte sich gerne danach aufbauen wie viele Jahre man in welcher dieser 3 Ligen gespielt hat.

    So ähnlich ist es auch, hier einsehbar. Ist schon eine Staffelung nach Ligen und es wird natürlich nur der Zeitraum bewertet, in dem man dort gespielt/trainiert hat. Ändert aber nichts daran, dass eine Saison Regionalliga viermal so viel wert ist wie eine Saison in der Landesliga. Und es auch egal ist, WANN das gewesen ist. Vor 08/09 ist die Regionalliga sogar 6 mal so viel wert, weil sie damals noch dritte Liga war.

    Viele Unis gehen ja mittlerweile weg von der reinen Notenbeurteilung und ersetzen / ergänzen diese durch ein Interview in dem man sich persönlich ein Bild vom Bewerber macht, mit dem man Nachteile in den Unterlagen / Voraussetzungen ausgleichen, genauso aber Vorteile verlieren kann.
    Auch so etwas könnte ich mir hier gut vorstellen, fürchte aber, dass die Kompetenz der verschiedenen Lehrgangsleiter hier unter Umständen an Grenzen stößt.

    Also quasi wie der Eignungstest mit einem kurzen Gespräch. Nimmt man sich pro Bewerber 10 Minuten Zeit (wie es in der mündlichen Prüfung der B-Lizenz ist) und redet mit ihm über 2-3 fußballspezifische Themen, kann man eigentlich sehr schnell feststellen, ob das jemand für die entsprechende Lizenz ist oder nicht. Fände ich eine gute Idee!

    Auf jeden Fall haben beide Punkte ihre Daseinsberechtigung und machen Sinn, das habe ich nicht bestritten.

    Das finde ich aber gar nicht verwerflich, weil die Lizenzen sind ja nicht nur da, damit sie gesammelt werden und man eine neue Urkunde im Schrank hat, sondern dass sie auch da zum Einsatz kommen wo sie hinpassen. Und wer auf Dauer nur bis U19 auf Kreis- oder Bezirksebene arbeiten möchte, der ist vermutlich mit der Elite-Jugend bzw. B+ bestens ausgestattet bzw. bereits überqualifiziert. Wer darüber hinaus möchte, der muss wohl oder übel auch die Grenzen seiner Lizenz ausloten und aus der Komfortzone Jugendtrainer im Heimatverein raus.
    Mit Elite-Jugend bzw. B+ deckt man bereits ein wirklich breites Spektrum an Trainerwissen ab um im gehobenen Jugendbereich fast alles zu trainieren, was man möchte. Die Forderung zum Erwerb einer höheren Lizenz bereits höher trainiert zu haben hilft ja auch dem zukünftigen Trainer erst mal zu hinterfragen, ob das überhaupt seine Welt ist.

    Ich habs weiter oben schon geschrieben: die Anforderungen für die Lizenzen sind den Ausbildungszielen angepasst. Es macht natürlich Sinn, dass die hohen Lizenzen auch (nur) für diejenigen angeboten werden, die sie für ihr Team brauchen. Mich stört dabei nur, dass es bisher nicht so lief und es jetzt ziemlich plötzlich so kommt. Ich hätte gerne jetzt in meinen "jungen" Jahren noch die A-Lizenz gemacht und mich in meinen 40ern in einem NLZ oder höherklassigen Verein eingebracht. Jetzt muss das quasi parallel laufen und das ist für mich nicht möglich.

    Auch der erleichterte Einstieg für ehemalige Profis ist meiner Meinung nach nicht verwerflich. Die müssen ohne jeden Zweifel vieles in Punkto Pädagogik und Psychologie lernen und werden sich dies in den A-Lehrgängen und ggf. beim Fußballlehrer auch alles erarbeiten müssen. Aber die haben im Laufe ihrer Laufbahn in der Regel schon zig Trainer und Trainingsübungen erlebt, von denen unsereins nur träumen kann. Dementsprechend sind sie sportlich mit Sicherheit so gut präpariert, dass für sie der Weg über C und B, den wir gehen müssen nicht nötig ist.

    Auch das macht Sinn und ist bisher ja auch schon in Ansätzen so gelaufen. B-Lizenz Eignungstest konnte übersprungen werden, ein bekannter von mir (bis vor 3 Jahren noch Bundesliga-Profi) durfte sogar direkt mit der Elite Jugend-Lizenz beginnen (warum auch immer). Ich habe auch kein Problem damit, wenn ein 38-Jähriger Profi ein Jahr nach seiner Karriere bei der Lizenz bevorzugt wird. Wenn er in den letzten 20 Jahren in dem Bereich unterwegs war, hat er genug erlebt, was ihn zu einem besseren Trainer macht und ihm bessere Voraussetzungen gibt. Wenn man allerdings ein paar Jahre zurückgeht und ein paar Ligen tiefer, dann habe ich das Verständnis leider nicht mehr, dennoch ist das so geregelt. Es wird auch salopp gesagt der Oberliga-Spieler, der in den 90ern dort zwei Saisons gespielt hat, anderen Bewerbern vorgezogen, die es vielleicht nur bis zur Landesliga geschafft haben.


    Diese Regelungen machen Sinn, aber so sind so pauschalisiert zusammengefasst, dass auch genügend Leute bevorzugt werden, die sich da "durchmogeln" können. Dass bestimmte Spielklassen Punkte geben und jeder am Ende nur an seiner nackten Punktzahl gemessen wird, ist schwierig.

    Wie sieht es mit Trainern aus, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder Schwerbehinderung diesen sportlichen Teil nicht machen können?


    Dürfen diese keine B-Lizenz erlangen oder gibt es da Besonderheiten/Ausnahmen?


    Kann mir nicht vorstellen, dass man ihnen diesen Lehrgang einfach so verwehrt.

    Dazu habe ich nur das (klick mich) gefunden.


    Allerdings geht es da um den DFB, die B-Lizenz läuft weiter auf Landesverbandsebene ab. Dazu habe ich dann das (klick mich auch) gefunden!

    Allerdings kann man auch ohne NLZ die Voraussetzungen erfüllen: "als Cheftrainer*in einer Juniorenmannschaft ab der U12 mindestens in der zweithöchsten Landesspielklasse"

    -> bedeutet, dass man ja auch in Bayern dann eine U13-Kreisliga-Mannschaft (da zweithöchste Klasse) trainieren könnte und damit dann die Voraussetzungen erfüllt wären.

    Weis nicht warum ihr euch alle so auf das NLZ als Voraussetzung einschießt?

    Du hast Recht, in der U12/U13 ist die Bezirksliga die höchste Klasse, darunter kommt auch in Westfalen direkt die Kreisliga A, in meinem Kreis die Kreisliga A Staffel 1.

    Absolut richtig, die "Hürde" Eignungsprüfung zur B-Lizenz siebt aus. Dennoch kann jeder, der an den Ball treten kann und sich im schriftlichen Test gut verkauft die Lizenz antreten, egal ob er Kreisliga C oder Landesliga gespielt hat. Egal ob Mitarbeiter im NLZ oder Trainer im Dorfverein. Das Aussieben geht hier nicht nach Karriere, Titel oder Trainerjob, sondern einzig und allein nach den Fähigkeiten, die jemand mitbringt und im Eignungstest präsentiert. Und wer eben nicht Fußball spielen kann oder nicht im schriftlichen Test überzeugt, der wird nicht zugelassen. Diese Meinung habe ich allerdings auch immer vertreten und das gewährt die Qualität des Lehrgangs, weil jeder Teilnehmer sich dort vorgestellt hat. Bislang war es dann so, dass man die "Leiter" weiter hochklettern konnte, wenn man sich beweist und entsprechende Noten bei seinen Lizenzen bekommt.


    Das ist nun nicht mehr so: plötzlich muss ich entweder Profi gewesen sein (war ich nicht und das kann ich jetzt auch nicht mehr ändern) oder muss mir erstmal einen Job im NLZ suchen. Es kommt also nicht mehr direkt darauf an, was ich kann, sondern was ich mache oder wer ich auf dem Papier bin. Gewährleisten ein paar Regionalliga-Spiele vor 20 Jahren irgendeine Qualität? In der Regel nicht. Dahingegen gewährleistet das Vorspielen und eine Klausur zum Eignungstest schon eher eine Qualität.


    Richtig ist, dass ich im Dorfverein keine A-Lizenz brauche. Die brauche ich schon eher, wenn ich ins NLZ gehe oder Regionalliga trainieren möchte. Deshalb sind die Anforderungen für die Lizenz jetzt der Zielgruppe angepasst und das ist grundsätzlich nicht falsch. Ich muss ja auch nicht Medizin studieren, wenn ich in der Apotheke arbeiten will.


    Um es zusammenzufassen: Für die B-Lizenz wird jeder Teilnehmer angeschaut und kann sich gut oder schlecht präsentieren. Es kommt allein auf die Fähigkeiten an, die schon ein Qualitätsmerkmal sind. Ab 2022 wird dann aber für alles darüber ein bestimmter Trainerposten erwartet, den man gut oder schlecht machen kann oder nur auf dem Papier haben muss. Oder eben eine Karriere, die in den 90ern gewesen sein kann oder nur minimal höherklassig war. Das ist nicht so ein direktes Qualitätsmerkmal wie die persönliche Vorstellung beim Eignungstest. Deshalb sehe ich den Eignungstest weniger kritisch als blind nach Rang und Namen auszusieben.


    Grätsche Es ist aber nicht offiziell gesagt, dass man auch wirklich einen Lehrgang bekommt, da ja nach der Punktzahl der Spieler-/Trainerkarriere sortiert wird.

    Ich als unterer Amateurspieler, dessen Intention immer nur war Trainer zu werden, hat es jetzt wohl besonders schwer, oder wie???

    Also alles oberhalb der B-Lizenz erfordert ab 2022 nun ein Jahr Trainerarbeit in einem NLZ oder in einem höherklassigen Amateurverein. Dazu muss so eine Tabelle mit allen bisherigen Stationen ausgefüllt werden, bei der es dann Punkte für bestimmte Ligen gibt. Die Gesamtpunktzahl wird dann bei der Vergabe der Plätze berücksichtigt. Dazu können nun ehemalige Profis ganze Lizenzen überspringen oder werden bevorzugt.


    Wer nun also nicht im NLZ arbeitet, nie höher als Bezirksliga gespielt hat und sich einfach weiterbilden möchte, wird wohl keine Chance mehr auf eine B+- oder A-Lizenz haben. Das war zuvor nicht so!


    Und damit macht der DFB sich leider etwas unglaubwürdig: müssen ehemalige Profis weniger ausgebildet werden (nur weil sie vor bis zu 30 Jahren mal im Profibereich rumgelaufen sind)? Warum dürfen nur NLZ-Trainer bestimmte Lizenzen machen? Und der Zeitpunkt gibt dem ganzen noch eine ganz komische Note: Wie oben geschildert warte ich persönlich seit fast zwei Jahren auf Termine (habe beim DFB hospitiert und alles eingereicht) und erfahre nun, dass ich die Lizenz wahrscheinlich gar nicht machen kann.

    Ich finde den neuen Kinderfußball super und schaue wirklich gerne dabei zu, wenn die F-Jugenden vor meiner B-Jugend spielen. Es gibt wirklich immer was zu sehen und tolle Aktionen, unsere F-Jugendtrainer setzen das schon seit mehreren Jahren einfach um. Fünf gegen Fünf mit tieferen Torlatten (damit Fernschüsse schwieriger sind), daneben drei gegen drei auf 2 Minitore und drei gegen drei auf 4 Minitore. Dann wird alle 10 Minuten mal durchgewechselt und jeder der 11 Spieler aus den Mannschaften spielt mal alles. Dann kann auch wunderbar angepasst werden, wie stark die Mannschaften sein sollen. Meist pendelt es sich dann im fünf gegen fünf bei einem 17:17 ein und alle gehen glücklich nach Hause.


    Es gab allerdings auch schon Gastmannschaften, die das abgelehnt haben. "Tiefer Latten? Was soll das denn?", "Ne, die Ersatzspieler sitzen draußen und halten sich für Wechsel bereit" oder "So ein kleines Spielfeld? So wenig Spieler? Was ist mit unserer Taktik?"... Kopfschütteln, aber ich glaube das einzige Hindernis dabei sind dann die Trainer, nicht die Kids. Die wollen spielen und das bekommen sie, wenn sie 45 Minuten lang - egal auf welches Feld und mit welcher Spieleranzahl - kicken können! Ich war auch erst skeptisch, weil man es eben anders kennt. Aber wir machen es ja für die Kids und für die ist es das beste, wenn sie viele Aktionen haben!

    Sind die E-Jugenden denn streng nach Leistung aufgeteilt? Wenn dem so wäre und es wirklich eine Art "Hierachie" gibt (fände ich in der E-Jugend allerdings fragwürdig), dann müsste man den Weg des Vereins leider so akzeptieren. Wenn die Teams nach Jahrgängen aufgeteilt sind, dann wäre das für mich nicht nachvollziehbar. Denn nur weil ein Spieler älter ist, verdient er nicht mehr Spielzeit.


    Man muss sich natürlich fragen: warum sollten E1-Spieler ohne irgendwas mit der Mannschaft zu tun zu haben die E2-Spieler verdrängen und deren Spielzeit bekommen?

    Ich habe mal beim dfb nachgefragt: ab Ende Oktober kann man sich bewerben und bekommt dann einen Platz zugewiesen. Das erfolgt aber nach einem Punktesystem: je höher man gespielt/trainiert hat, desto mehr Punkte bekommt man. Ehemalige Bundesligaspieler werden zum Beispiel einen großen Vorteil haben. Mit etwas Pech bekommt man keinen Platz und kann es dann nächstes Jahr wieder versuchen.


    Das ist schon ziemlich frech, meine persönliche Situation: ich warte seit 1,5 Jahren auf neue Lehrgänge und stehe seit damals auf einigen Wartelisten. Durch Corona und die Umstrukturierung gab es aber so lange keine neuen Angebote. Wenn ich diese Phase keinen Lehrgang bekomme (ich habe leider nie im Profibereich gespielt, sodass ich weit unten in der Liste stehen werde), muss ich an 2022 die neuen Voraussetzungen erfüllen und müsste erstmal zwei Jahre im NLZ arbeiten, bevor ich diese erfülle. Also im schlimmsten Fall: Anfang 2020 zugelassen, 2025 im Lehrgang. :thumbdown:<X

    Meiner Erfahrung nach hat sich das in den letzten Jahren aber auch verändert. Zumindest in meinem Kreis und Umfeld gab es vor 8-10 Jahren noch hohe Siege/Niederlagen und ich war auch an beidem als Trainer beteiligt (natürlich habe ich mich um Fair-Play bemüht). Sowas habe ich aber in den letzten Jahren eher nicht mehr mitbekommen, das mag auch an den neuen Spielformen in der F-Jugend liegen und vielleicht auch an der Ausbildung der Trainer. Wenn ich überlege, was für Trainer mir da vor einigen Jahren noch gegenüberstanden und ihre Mannschaft zum 14:0 gebrüllt haben, während Spiele Heute 12:12 ausgehen, weil Trainer reduzieren oder reagieren, sehe ich auf jeden Fall eine positive Entwicklung im unteren Jugendfußball (wie gesagt in meinem Umfeld).


    Ein Dorn im Auge sind mir allerdings die Quali-Runden unseres Nachbarkreises, in dem wirklich von der C-Jugend eines Drittligisten bis zur 7er-Mannschaft eines Dorfvereins alles aufeinandertreffen kann, um sich dann ab Herbst für die entsprechende Liga zu qualifizieren: es gibt da zum Teil 2X:0-Siege. Muss auch in der C-Jugend nicht sein, denke ich. Wenn es Trainern nur noch darum geht, wer am höchsten gegen den Tabellenletzten gewinnt, sind sie falsch auf ihrer Position. Wenn ich sehe, dass eine Mannschaft nach 3 Spieltagen 1:44 Tore hat, brauche ich nicht mit der besten Elf hinfahren. Andererseits: da kann ein Kreis auch mal reagieren und vielleicht das Konzept des Spielbetriebs anpassen.

    Habe nachträglich noch eine Info vom Verband bekommen. Wenn die Mannschaft nicht gemeldet wurde, dürfen keine Spiele ausgetragen werden, dazu zählen leider auch Freundschaftsspiele.

    Ich liebe den Bürokratismus rund um Kindersport. <X

    Der Blödsinn dabei ist, dass man damit bei versäumten Fristen Vereinen und Kindern die Möglichkeit nimmt, zu spielen. Dabei geht es ja um genau das.


    Der Sinn dabei ist, dass Vereine und Mannschaften natürlich am Spielbetrieb des Verbandes teilnehmen sollen. Man öffnet ja sonst wilden Ligen oder Alternativwettbewerben Tür und Tor.


    Wenn mir der Verband nicht passt, dann melden 10 Vereine nur für Freundschaftsspiele und machen ihre eigene Liga. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein.


    Allerdings, wie am Anfang geschrieben: Wenn die Frist versäumt wurde, sollte man nachmelden können (und dann ohne Wertung einsteigen) oder wirklich nur Freundschaftsspiele austragen können, um wenigstens ein bisschen Spielbetrieb zu ermöglichen.

    Klar kann man anaeroben Ausdauer super mit Intervalltraining schulen. Das steht ja gar nicht zum Diskurs. Mittel- oder Langstreckenläufer trainieren so ja auch.


    Aber im Fußball ist es eben strittig, ob man die wenige Trainingszeit für isoliertes Training ohne Ball nutzen sollte, wenn man auch gute Ergebnisse bezüglich des selben Schwerpunktes erreicht, aber nebenbei noch andere Aspekte mitschult - vom motivalen Aspekt ganz zu schweigen.

    Im 1gg1 oder 2gg2 auf doppeltem 16er zb, habe ich auch 10-20 Meter Tempoläufe drin, aber eben auch vieles mehr.

    Liegt ja im Ermessen des Trainers. Ich habe in der Woche drei Einheiten (+ Spiel), da ist genügend Trainingszeit da, um sowas in der Vorbereitung einzustreuen.


    Wie viele 16er hast du denn im Training zur Verfügung, um mit 20 Spielern 2 gegen 2 im doppelten 16er zu spielen? =)

    Wie oben schon von mir erwähnt bin ich der Meinung, dass im Breitensport (und darum geht es hier ja) und vor allem in der Jugend mit spielnahen Formen und mit Ball gearbeitet werden sollte, um Fitness zu erarbeiten.


    Allerdings hat das ganze meiner Meinung auch einen psychologischen Aspekt: Ab ambitioniertem Großfeld ist die Fitness ein ganz entscheidender Punkt, der auf dem Kleinfeld noch einigermaßen kaschiert werden kann. Da gebe ich den Spielern (B-Jugend) schon gerne das Gefühl, dass sie etwas für ihre Fitness tun müssen und letztlich dann was getan haben. 12 Minuten Intervallläufe eignen sich schon gut dazu, da sie a) die Fitness wirklich spezifisch verbessern und b) jedem das Gefühl geben, dass sie richtig was getan haben. Den zweiten Aspekt erreicht man mit Spielformen meist nicht, weil es eben "spielen" ist.


    Ich muss aber eine Aussage revidieren: ALLES mit Ball ist natürlich auch nicht sinnig, denn im Spiel hat man ja nun auch nicht immer den Ball, die meiste Laufarbeit verrichtet man sogar ohne Ball. Wir spielen Angriffspressing mit vielen 10-20m langen Tempoläufen und anschließender Erholung, das kann man wunderbar ohne Ball mit Intervallläufen trainieren.


    Beim Threadersteller scheint es aber eher die Grundlagenausdauer zu sein, die schlecht ist. Deshalb sollte es reichen, alle in Bewegung zu halten und wenig Pausen im Training zu haben. Standzeiten minimieren und das Tempo hochhalten.