Beiträge von Charles De Goal

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    Der vormachende Trainer sollte im Rahmen ganzheitlicher Trainingsmethodiken und in Zeiten des differenziellen sowie impliziten Lernansatzes der Vergangenheit angehören. Technikkorrekturen - vor allem bei Kindern - richten mehr Schaden an, als sie nützen. Die Verbesserung einer Technik erfolgt schneller, effizienter und nachhaltiger, wenn sie spielnah und ohne Korrekturen trainiert wird. Der Straßenfußball gibt es vor. Darüber hinaus schränken Korrekturen die Wahrnehmung ein. In aller Regel ist auch nicht die Technik das Problem, denn sie steht erst ganz am Ende einer sehr komplexen Handlungskette. Stattdessen sind es oft unzählige Kleinigkeiten im Bereich der Vororientierung und Wahrnehmung, die den Ausschlag über Erfolg und Misserfolg einer Technik geben (Stichwort Ganzheitlichkeit).

    Diese Diskussion führe ich seit Jahren (siehe hier). Dass es anscheinend noch immer als unumstößliche Wahrheit gilt, dass man die Technik von Kindern und Jugendlichen instruieren/korrigieren muss, ist nur eines von vielen Versäumnissen der DFB-Trainerausbildung. Insofern halte ich auch die Aussage, dass Lizenzen Trainer besser machen, für sehr gewagt.

    So sehr ich deinen Ansatz und deine Argumente schätze: Hilfestellungen bei Techniken sind und bleiben meiner Meinung nach in einigen Bereichen notwendig!!! Ich spreche hier für den Bereich ab D-Jugend:


    Ich erlebe in Seniorenmannschaften 20-Jährige, denen nie erklärt wurde, wie man mit dem Vollspann schießt und das werden sie in ihrem Leben nicht mehr lernen, obwohl sie 12 Jahre lang Fußball im Verein gespielt haben.

    Es ist sehr wohl notwendig, Grundtechniken zu besprechen und zu erklären. Da wollen mir Erwachsene eine Bananenflanke als Flugball verkaufen und wundern sich, warum der Ball nicht geradeaus fliegt (und natürlich nicht ankommt). Das passiert, weil sie vermutlich nie die Unterschiede der Techniken erklärt bekommen haben und einfach nur an den Ball dreschen. Ich habe eine Seniorenmannschaft gesehen, in der die Spieler sich hohe Bälle zuspielen sollten und sie haben diese jedes mal direkt geschossen, weil sie sonst nicht über 30m Entfernung kamen - alles mangels Technikschulung in der höheren Jugend. Wo die Bälle gelandet sind, will ich euch ersparen.


    Man kann diese Techniken auch spielerisch und sogar in Spielformen erlernen, nachdem man sie kurz erklärt hat. Dann ist der technische Lernerfolg zumindest in die richtige Bahn gelenkt und die Jugendlichen sind nicht darauf angewiesen, sich selbst komplizierte Techniken beizubringen.


    Ich habe deinen Ansatz bisher so nicht verfolgt und kann ihn deshalb nicht bewerten - es ist sicherlich auch gut und effektiv, wie du es machst. Meinen Ansatz kann ich aber bewerten und vergleichen mit Spielern, die das in ihrem Leben nicht erklärt bekommen haben. Der Unterschied (seit vielen Jahren technische Aspekte und Hilfestellungen bei meinen Spielern gegen keine Hilfestellungen und Erklärungen bei anderen Spielern) ist gravierend deutlich.

    danke für den Hinweis.

    Jemand, der nie gut Fußball gespielt hat, kann sicherlich auch Kindern Fußball vermitteln und sie wunderbar beschäftigen, weil er eventuell andere Qualitäten hat - irgendwann wird aber auch er an seine Grenzen stoßen (z.B. ab B-Jugend-Landesliga, wenn er mal den Ball jonglieren soll).

    Das war eigentlich der kern auf den ich eingegangen bin. Meine Aussage bleibt dadurch unverändert.

    Um es klarer auszudrücken, evtl. Wird er gar nicht an Grenzen stoßen, weil das Grenzen sind, die für den trainerjob und die kernkompetenzen irrelevant sind

    Das ist aber nur ein Beispiel neben zwei weiteren, die ich genannt habe und die Kernaussage war, dass es unterschiedliche Aspekte gibt, die je nach Mannschaft (Alter, Liga) unterschiedlich gewichtet sind.


    Ich stehe aber zu der Aussage, dass ab einem gewissen Grad die eigenen Fähigkeiten eine Rolle spielen. Wir reden hier immerhin von einem Spektrum, dass auch die Weltklasse beinhaltet und nur nicht von F- bis D-Jugend-Kreisliga. Glaubst du, dass jemand, der keinen geraden Kurzpass spielen kann in der Regionalliga einen Trainerjob bekommen könnte? Es wird sicherlich nicht beim Vorstellungsgespräch geprüft, aber wie will derjenige Ernst genommen werden, wenn er das erste mal eine Übung vormacht?


    Wir hatten die Diskussion schon an anderer Stelle, aber wie will jemand einen Flugball erklären, wenn er in seinem Leben noch keinen vernünftigen gespielt hat? Und da kann es noch so auf der Vermittlungsebene passen, wenn das Know-How nicht da ist, kann ich überhaupt nichts erklären.

    Es gibt da kein Richtig oder Falsch. Am Ende setzt sich "der Trainer" ja aus vielen Bausteinen zusammen, die mit Sicherheit in jedem Verein, bei jeder Mannschaft und sogar bei

    Jemand, der nie gut Fußball gespielt hat, kann sicherlich auch Kindern Fußball vermitteln und sie wunderbar beschäftigen, weil er eventuell andere Qualitäten hat - irgendwann wird aber auch er an seine Grenzen stoßen (z.B. ab B-Jugend-Landesliga, wenn er mal den Ball jonglieren soll).

    Da ist die Frage wie man - gut- definiert, und ob nicht der, der nie im verein war aber 3 stunden pro tag im hinterhof gekickt hat, nicht sogar bessere individual Fähigkeiten hat, als einer der landesliga gespielt hat. Daraus eine Fähigkeit abzuleiten, ob man ein guter Trainer ist, bezweifele ich zumindest. Ich kenne 14 jährige die 1000 mal den ball abwechselnd links rechts hochhalten und elite lizenz trainer die das 100 mal können. Auch flugbälle kann manch b Jugendlicher besser als manch landesliga kicker. Was sagt das also aus?

    M.e. nichts. Es geht u.a. um sachen wie analysefähigkeit, vermittlungskompetenz, reflektionsfähigkeit etc. Etc. Daraus folgt dann sein Training so gestalten zu können, das es der eigenen spielidee und der Entwicklung der spieler hilft...

    Es wäre super, wenn du meinen Beitrag nicht kürzt oder neu zusammenstellst, wenn du ihn zitierst. Denn du hast jetzt Teile in einer Reihenfolge und ohne Zwischentexte zitiert, die im Endeffekt etwas anderes als das aussagen, was ich eigentlich geschrieben habe. Du hast auch die Möglichkeit, die Abschnitte in zwei Zitate zu packen.


    Ich würde dich bitten, den Beitrag entsprechend zu ändern und dann auch deine Antwort zu überdenken, denn ich habe das, was du da zitierst, so gar nicht gesagt und deine Antwort passt somit auch gar nicht zu dem, was ich eigentlich geschrieben hatte.

    Es gibt da kein Richtig oder Falsch. Am Ende setzt sich "der Trainer" ja aus vielen Bausteinen zusammen, die mit Sicherheit in jedem Verein, bei jeder Mannschaft und sogar bei jedem Spieler anders wahrgenommen werden, sogar anders gefordert werden.


    Man kann nicht pauschal sagen, dass ein Ex-Profi ein guter Trainer ist, man kann auch nicht pauschal sagen, dass ein sehr sozialer und verlässlicher Mensch ein guter Trainer ist. Auch ein A-Lizenz-Trainer muss nicht zwingend ein guter Trainer sein.

    Jemand, der nie gut Fußball gespielt hat, kann sicherlich auch Kindern Fußball vermitteln und sie wunderbar beschäftigen, weil er eventuell andere Qualitäten hat - irgendwann wird aber auch er an seine Grenzen stoßen (z.B. ab B-Jugend-Landesliga, wenn er mal den Ball jonglieren soll).


    Ich denke, dass es immer ein Zusammenspiel aller einzelnen Facetten des Menschen ist, das Gesamtpaket muss einfach bei dem, was er macht, stimmen. Zum Glück haben wir ja ein ziemlich breites Spektrum im Fußball zwischen allen Altersklassen und allen Ligen, sodass jeder einen Trainerjob finden kann, der zu dem passt, was er mitbringt. Der Animateur in der F-Jugend ist wahrscheinlich kein guter Senioren-Landesliga-Trainer. Der allerdings kann wahrscheinlich keine E-Jugend auf das 9 gegen 9 vorbereiten.


    Mit Sicherheit macht eine Lizenz einen guten Trainer besser und eine Lizenz (bzw. das dort vermittelte Wissen) ist einfacher zu erlangen, als den Charakter zu ändern oder nachträglich nochmal Profi zu werden.

    Vom Verein kam...… nichts.

    So habe ich es bei meiner (ehemaligen) Seniorenmannschaft auch erlebt, so haben es auch Jugend-Trainerkollegen erlebt: Die Mannschaften, Spieler, Eltern und Trainerkollegen sind da wirklich sehr aktiv was Verabschiedungen angeht, viele Funktionäre und Vorstände haben das gar nicht auf dem Schirm. Das ist vielleicht auch gar nicht böse gemeint, weil natürlich jetzt im Sommer auch vieles für die neue Saison vorzubereiten ist.


    Dennoch finde ich schon, dass es sich gehört, einem Trainer für sein ehrenamtliches Engagement zu danken. Und sei es eine Tafel Merci und ein Ball vom Verein, die Geste zählt.

    Also ich persönlich finde diese Parcours-Form für den Amateurbereich oder den älteren Jugendbereich super, um Grundlagenausdauer zu bekommen. Die Spieler sind durchgängig in Bewegung, es gibt Tempowechsel und fußballspezifische Aufgaben.


    Sechs Runden davon sind in der Dimension ca. 3 km und es ist mit Sicherheit spaßiger als stumpfes Laufen. Macht man zwei Teams und einen Wettbewerb daraus (nicht auf Tempo, sondern z.B. auf Treffer bei den Flugbällen, Lattentreffer), wird es den Ehrgeiz wecken.

    Ist der dicke Bolzer (sorry für diese Bezeichnung, aber jeder weiß welcher spielertyp gemeint ist) besser, weil er aus 30Meter schon aufs Tor holzen kann und deswegen bei so kleinen Kiddies im Tor 40 Tore in 5 Spielen macht? Oder ist der Spieler besser, der technisch gute Anlagen hat auch versucht den Ball laufen zu lassen aber auf Grund seiner dermaßen kleinen Körpergröße jeden Zweikampt verliert und kaum Bälle behaupten kann?

    Ich denke mal, dass stefan1977 letzteres meint: also Spieler mit technisch guten Anlagen, die auch schon in den Ansätzen zusammen Fußball spielen können. Eigentlich sehe ich das ideale Förderung an und auch bei uns im Verein (drei F-Jugenden) ist das so: die F1-Jungs spielen egal auf welcher Feld- und Mannschaftsgröße schon gut zusammen (vorzugsweise 3gg3 oder 3gg3 mit Torhütern), werden aber beim gemeinsamen Training oft genug durchmischt mit F2 und F3. Dagegen sind die etwas schwächeren Kinder öfters mit Kids in ihrer Stärke zusammen und entwickeln sich in ihrer Geschwindigkeit weiter. Ich kann mir absolut nicht vorstellen, was dagegen spricht.


    Und ich bin auch der Meinung, dass das 7gg7 nicht per se schlecht ist. Das war immerhin jahrelang unser System in der F-Jugend und auch in diesem System sind Weltklasse-Spieler entwickelt worden. Wahrscheinlich ist es sogar am besten, da Abwechslung drin zu haben und es immer mal wieder zu wechseln. Das wird in älteren Teams schließlich zum guten Werkzeug des Trainers: Mal 2gg2, mal 4gg4, mal 9gg9, mal 11gg11. Warum bei den Kids nicht variieren? Natürlich: hauptaugenmerkt auf kleine Spielformen mit vielen Ballkontakten. Aber alle zwei Wochen mal ein 7gg7 zu spielen wirft mit Sicherheit nicht alles über den Haufen.

    Dann hätte ich den Vorschlag, diese ganzen neuen Regeländerungen zusammenzufassen und in einer neuen Sportart "Fußball 2" oder so zu spielen. ^^


    Also ich stehe zu meinem Beitrag #21 weiter oben, dass der Fußball durch solche Regeländerungen an Identität und Tradition verliert. Wir enden sonst in ein paar Jahren hier!

    Also generell den Einwurf abschaffen halte ich nichts davon. Aber warum nicht bis zur E-Jugend vielleicht generell eindribbeln (in den jungen Jahren viel einfacher und praktischer) und alles was älter ist dann mit Einwurf anfangen.

    Das klingt für mich auch vernünftig.


    Bis zur F oder E ist ein Einwurf ja eher eine zufällige Spielfortsetzung ohne echten Vorteil für die ausführende Mannschaft.

    Zumindest für die meisten Teams, die, vernünftigerweise, kein Einwurftraining in der F machen ...

    Das sehe ich auch so. Zumal man bei den flachen Toren in den neuen Spielformen auch den Ball am Boden lassen sollte. Und welcher F-Jugendliche kann schon einen springenden Einwurf-Ball verarbeiten? Nein nein, in den Altersklassen sollte man "den Ball flach halten". Weiter oben ist es nun mal traditioneller Teil des Sports, dass es einen Einwurf gibt.

    Sicherlich interessant, es mal zu probieren.


    Aber mir wird das mit den Regeländerungen und den veränderten Grundlagen des Spiels in letzter Zeit zu viel. Das geht los bei Umstrukturierungen von Wettbewerben (WM, EM, CL, Conference League, Nations League), geht über organisatorische Änderungen (Auswärtstorregel, Wechsel, Karten für Trainer) bis hin zu Regeländerungen (Wechsel, Handspiel, VAR, Mauern). Die letzten großen Änderungen in diesen Bereichen liegen 20-30 Jahre zurück, jetzt kommt etwas viel auf einmal.


    Nicht, dass diese Änderungen für sich allein gesehen grundsätzlich falsch wären. Aber in den letzten vier Jahren hat der Fußball sich mehr verändert als in den 20 Jahren davor. Ich bin nicht der Meinung, dass man in unserer aller Lieblingssportart so viele Veränderungen vornehmen muss, um sie eventuell attraktiver zu gestalten.


    Warum der Einwurf mit der Hand ausgeführt wird, ist wahrscheinlich wirklich nicht rational erklärbar. Aber so ist es im Fußball eben seit Jahrzehnten bzw. einem Jahrhundert. Warum muss das JETZT geändert werden?

    Ich denke, die Argumente sind jedem hier geläufig und es ist einfach sinnig, dass dort, wo sowieso keine Taktik möglich ist, auch so gespielt wird, dass Taktik gar keine Rolle spielen kann. Minis und F-Jugendliche lernen mit vielen Kontakten und vielen Toren (also den Zielen) das meiste, da macht es viel Sinn. In der E- und D-Jugend sehe ich es wie -Nils-, da muss man sich langsam an die richtige Wettkampfform gewöhnen. Warum nicht wie aktuell E-Jugend im 5gg5/7gg7 auf 5m-Tore, in der D-Jugend dann im 9gg9 auf 5m-Tore. Wir reden da über 9- bis 13-Jährige, die die Grundsätze der Individualtaktik und vielleicht erste gruppentaktische Dinge (gegenseitig absichern, Hinterlaufen, Pressing) schon verstehen und umsetzen können. Da kann es dann gerne auch schon "spielnah" zum wirklichen Spiel werden.


    Die Erfahrung aus den letzten 20 Jahren haben mir auf jeden Fall gezeigt, dass dieses 7gg7 auf 5m-Tore bei Minis und F-Jugend was für Zuschauer (vorrangig Väter, die heiß sind) ist, aber nichts für die Entwicklung der Kinder.

    Habe heute zufällig einen ehemaligen Spieler aus meiner B-Jugend getroffen, er hat seit Anfang der Saison pausiert wegen Schule, Führerschein und Taekwondo.


    Er hat gesagt, dass er ab nächster Saison wieder kommt, seine Noten sind gut und Führerschein hat er auch bestanden. Hat mich sehr gefreut, weil er damals als Verbandsauswahlspieler einfach alles hingeschmissen hat und andere Prioritäten gesetzt hat.


    Schön, dass der Fußball trotz anderer Versuchungen im Leben nicht vollkommen vergessen wird.

    wer sich hier aufregt und es ernst nimmt, hat selber noch nie hoch gespielt. Da haben die aber verduzt geguckt.

    Verstehen viele Eltern nicht... Es ist auch ein weiter Weg von D-Jugend-Kreisliga bis zur Senioren-Kreisliga A. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber als Jugendspieler auf Landesliga-Niveau kann man sicher gerade gut in der Kreisliga A Fuß fassen. Und irgendwoher müssen auch die Kreisligen C und D ihren Nachwuchs bekommen.


    Am liebsten sind mir die Eltern, die sich gar nicht in die Lage eines Kindes hineinversetzen können. Die Dinge erwarten und Kommandos geben, die kein Kind verstehen kann. Da wird manchmal mit Vokabeln um sich geworfen, die manches Kind in seinem Leben niemals verstehen wird.

    Das ist natürlich ehrenwert von Dir und pädagogisch zu begrüßen. Ich hatte das mehr aus der Perspektive des Trainerkollegen gesehen, der einfach mal seinen Frust loswerden muss. Und das ist ja irgendwie auch wichtig, für sich mal einen Strich zu ziehen und zu sagen, so hier ist die Linie überschritten und das lass ich halt nicht mit mir machen.

    Richtig, das ist ja hier der Frust-Thread. Da wollte ich meinen Frust ablassen, aber habe ja nun eine Lösung gefunden, die auf eure beiden Tipps beruht. Ein Zwischending sozusagen!

    Wie ist das eigentlich: Kann man nach solchen Erfahrungen für das nächste Spiel einfach die gegnerischen "Fans" ausschließen? Nach dem Motto: "Ihr habt Euch das letzte Mal so schlecht benommen, also kommt ihr hier nicht mehr rein"? Oder muss man sozusagen erstmal die "Öffentlichkeit herstellen" und kann nur bei erneuten Störungen wieder ausschließen? Ist das irgendwo in den DFB-Statuten geregelt?

    Ich hatte schon so einen ähnlichen Fall, ich habe dann im Vorfeld einen "besseren" (bzw. höherklassigen) Schiedsrichter angefordert und den Staffelleiter eingeladen. Beiden Wünschen ist man nachgekommen und es war dann ein ruhiges Spiel, weil der Schiedsrichter alles im Griff hatte und der Staffelleiter sich vor dem Spiel den Eltern vorgestellt hat. Vielleicht ist auch das in deinem Verband möglich.

    Wow, genau so habe ich das auch schon etliche male erlebt. Mal selbst als Schiedsrichter, mal als Zuschauer, aber auch als Trainer.


    Lass dich davon auf jeden Fall nicht runterziehen. Solange du nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hast, musst du dir keine Vorwürfe machen, an der Eskalation irgendeine Schuld zu haben. Man stelle sich vor, das ganze wäre weiterhin als Fair Play-Spiel gelaufen... Das Spiel ist solange Fair, bis Trainer und Eltern eingreifen, meistens sind die Kids von sich aus fair und lösen schon alles (sofern sie damit groß bei Minis, F- und E-Jugend geworden sind).


    Wenn man allerdings mit Hausrecht jemanden von der Anlage verweist und dieser nicht gehen will, ganz im Gegenteil noch einen draufsetzt, wäre das Spiel meiner Meinung nach abzubrechen. Zumindest die Androhung würde helfen. Oft sieht man Schilder auf Sportplätzen "Wer den Schiedsrichter angreift oder beleidigt, kann der Anlage verwiesen werden" - wenn nicht in dieser Situation, wann dann? Ein netteres Angebot wäre ja gewesen, dass dieser Vater selbst pfeift. Mal schauen, wie er sich in der Situation gemacht hätte.


    Aber ich kann dir schon versprechen: Viele Zuschauer/Eltern haben in der Gruppe eine große Fresse und trauen sich alles. Da stehen ja noch ein paar andere daneben, die im Zweifelsfall das gleiche rufen würden oder die Zwischenrufe unterstützen. Wenn man ihnen dann aber eine Aufgabe überträgt oder sie zur Rede stellt, wirds schnell leise. Ich genieße in solchen Momenten auf jeden Fall immer die Macht, alles anzuhalten und jemanden zur Rede zur stellen. Wenn das ganze Spiel warten muss und alles auf eine Person gerichtet ist, die sich für ihr negatives Verhalten rechtfertigen muss. Ich habe am Donnerstag bei einem Hobbyturnier gepfiffen und auch dort waren einige Personen auf und neben dem Feld, die mit meinen Entscheidungen nicht einverstanden waren. Habe dann relativ oft unterbrochen und einfach mal laut nachgefragt, was die Leute denn wollen, wenn sie gemeckert haben oder sich beschwert haben. Zu viel Aufmerksamkeit wollen sie für ihren Stuss dann doch nicht und merken, wie blödsinnig sie sich verhalten. Meistens kommt dann nur "lass uns weiterspielen" und es ist Ruhe.

    Ich habe mich dafür entschieden, ihm klar zu sagen, was er für eine Zusage gegeben hat und er sich entweder daran halten sollte oder alternativ wenigstens mit mir als Trainer sprechen sollte, wenn er sich nicht daran halten kann/will. Einfach nicht mehr kommen und totschweigen ist mit Sicherheit der falsche Weg und das wird auch dem tollen Jahr, das er bei uns hatte, nicht gerecht.


    Er wollte das aber heute Mittag nicht einsehen, ich habe ihm viel Erfolg für die Zukunft gewünscht und ihn und seine Eltern aus allen Gruppen entfernt. Aber es gab dann im Laufe des Tages offenbar doch etwas Einsicht: Er hat mir später noch geschrieben, dass er das zugesagt hat und somit auch zum Training kommen wird, solange er zugesagt hat.


    Wie gesagt: darüber kann man sprechen und wenn er mir sagt, dass er sich beim neuen Verein eingewöhnen will und sich seine Meinung geändert hat, werde ich nicht nein sagen. Aber sowas gehört nun mal besprochen.

    Ich ärgere mich maßlos über einen Spieler und einen anderen Verein:


    Der Spieler war in der D1 zu einem anderen Verein gewechselt und ist im letzten Sommer (B1) zu uns zurückgekommen, jetzt muss er aber in die A-Jugend hoch, während der Großteil der Mannschaft mit mir als Trainer in der B-Jugend verbleibt. Er hat bis März immer zugesagt, dass er in unserer A-Jugend spielen wird, dann hat er plötzlich gesagt, dass er ein Angebot eines anderen Vereins hat und dorthin wechselt, dieser Verein hat uns allerdings nicht kontaktiert oder um ein Probetraining gebeten (welches allerdings dennoch stattgefunden hat).


    Die letzten 3 Wochen war er nur einmal beim Training, weil sein Fuß weh tat. Allerdings ist mir von dritten mitgeteilt worden, dass er beim neuen Verein am Platz war. Diese Woche hat er dreimal unentschuldigt gefehlt und war stattdessen beim Training des neuen Vereins.


    Das ist grundsätzlich nicht verwerflich und ich möchte ihm auch keine Steine in den Weg legen. Wenn es sein Wunsch ist, sich dort einzugewöhnen, spricht da nichts gegen. Allerdings war, als er mir den Wechsel mitgeteilt hat, klar kommuniziert, dass er bis zum 30.6. bei uns ist und das auch vernünftig zu Ende bringt (wir haben noch zwei Freundschaftsspiele, zwei Turniere und eine Abschlussfeier).


    So einen Abgang finde ich verwerflich und das kann man auch mit 17 Jahren wissen. Zumal er sich durch dieses Verhalten die Chance nimmt, in einem Jahr zurückzukommen, um wieder in der Mannschaft vom letzten Jahr zu spielen. Zumal es seine zweite Chance ist, bei seinem Wechsel in der D-Jugend ist das ähnlich gelaufen.

    Solange es sich um sachliche Gespräche über relevante Themen handelt und kein Tratsch über das Privatleben einzelner Spieler/Eltern/Familien ist, sollte dagegen nichts einzuwenden sein. Wenn ein Spieler etwas eindeutig als vertraulich kennzeichnet, sollte das aber natürlich auch vertraulich behandelt werden.


    In deinem Fall handelte es sich offenbar um Fußball- bzw. Mannschaftsrelevante Themen, die im Trainerteam besprochen werden MÜSSEN. Wenn man da in Doppelfunktion als Betreuer/Trainer und Elternteil ist, ist das natürlich unglücklich. Aber Sachlichkeit und Rationalität sollte man da von jedem grundsätzlich erwarten.


    Dazu scheint es ja selbst vom Spieler/von der Spielerin nicht als vertraulich behandelt worden zu sein.


    Somit ist da meiner Meinung nach auf deiner Seite nichts falsch gelaufen, offenbar eher auf Spieler- und Elternseite!

    Und ich kann dir sagen, wer von Papa oder Opa Geld bekommt für jedes geschossene Tor. :evil: Auch ne geile Unsitte.

    Ich führe schon ab und an Gespräche mit Eltern aber bei den Opas hab ich Beishemmung. (Respekt vor dem Alter und so)

    Man kommt unweigerlich immer zu der Frage: Darf ich mich da einmischen oder nicht? Wir sind 3-6 Stunden in der Woche für die Jungs verantwortlich und wollen ihnen Fußball (und wenn möglich auch soziales Verhalten) beibringen. Den Rest der Zeit und für den Rest der Entwicklung sind die Eltern zuständig. Ist es mein Recht, dann in die Erziehung einzugreifen? Wir sehen natürlich nur bestimmte Bereiche und können gar kein umfassendes Bild der Kinder bekommen.


    Für mich ist es immer ein No-Go gewesen, die Erziehung in Frage zu stellen oder zu kritisieren. Ich kritisiere wenn dann nur bestimmte Verhaltensmuster oder Aktionen. Wobei es manchmal vielleicht besser gewesen wäre, ganze Erziehungsmethoden zu kritisieren. Aber das ist wie gesagt nicht meine Aufgabe als Hobby-Fußballtrainer und das kann auch sehr schnell sehr schlecht wirken.