Beiträge von Charles De Goal

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Solche vergiftenden Bemerkungen schreien nach einer Zurechtweisung.

    Die MUSS und wird es geben. Im ersten Moment wird man von sowas eben überrumpelt und ich persönlich lasse es lieber geschehen, bevor ich etwas Falsches sage und warte den richtigen Moment ab, um dieses Thema in einer ruhigen Minute zu besprechen. Ich meine, ich stehe am Spielfeldrand und coache ein Spiel und muss mich plötzlich gegenüber Vater und Opa erklären, ob ich nächste Saison weiterhin Trainer bin oder nicht und dabei wird mir auch noch zwischen den Zeilen empfohlen, es nicht zu tun. Darauf war ich nicht wirklich vorbereitet. ^^


    Erinnert mich an etwas, was ich gestern gelesen habe:

    Die DFL testet gerade auch die Möglichkeit, per Mini-Drohne On-Field-Interviews mit Spielern während des Spiels durchzuführen

    Im FLVW ist das ebenfalls so, dort gibt es einen Paragraphen, der den Ausdruck "höhere Mannschaft" definiert. Dies ist bei uns nur z.B. eine D1 gegenüber einer D2, aber auf Kreisebene niemals z.B. eine A-Jugend gegenüber einer B-Jugend.


    Daraus schließt sich bei uns, dass Festspielen nur zwischen Mannschaften einer Altersklasse, aber nicht zwischen verschiedenen Altersklassen möglich ist.


    Da ich natürlich in einem anderen Verband bin, kann ich dir nicht versprechen, dass es bei dir genauso ist. Aber schau in eurer Spielordnung nach der Definition von "höhere Mannschaft", das bringt Licht ins Dunkel (sofern dies dort festgehalten ist).

    Interessanter Aspekt. Seit ich meine Kinder nicht mehr selber trainiere sind meine Worte vor dem Spiel nur noch: "Hab Spaß und genieße das Spiel." Nach dem Spiel (ich bin nicht bei jedem Spiel dabei) überlasse ich es den Kinder ob sie erzählen wollen oder nicht. Wenn ich dabei war und sie erzählen, dann sage ich aber schon was ich gesehen habe. Da ich aber weiß was die Trainer von meinen Kindern wollen und ich das unterstütze (Positionsrotation etc.) stärke ich immer die Trainer.

    Das sind meiner Meinung nach zwei wichtige Punkte: Erstens weiß der Elternteil meistens gar nicht, was Vorgabe und Spielidee des Trainers/Vereins sind. Wie kann man also dann Dinge kritisieren oder reinrufen? Im Beispiel von CoachT ist ja schon ersichtlich, was dann passiert: Vorgabe ist "flach rausspielen" und gebrüllt wird "hau den Ball raus"! Damit kann man Kinder wunderbar verrückt machen.


    Zweitens finde ich den Ansatz ganz gut, neutral zu bleiben, wenn man mit den Kids über das Spiel spricht. Jeder Trainer trifft mal Entscheidungen, die unglücklich sind oder die er im Nachhinein bereut. Aber das macht ihn nicht zu einem schlechten Trainer oder lässt grundsätzlich alles hinterfragen. Eltern können da eine große Wirkung auf Kinder haben und wenn die Eltern zu Hause negativ über den Trainer oder seine Entscheidungen reden, sorgt das ziemlich schnell für eine veränderte Einstellung des Kindes. Regt der Vater sich nach jedem Spiel darüber auf, dass die vermeintlich schwächeren Kinder dafür gesorgt haben, dass das Spiel verloren ging, will der Junge nicht mehr mit ihnen spielen - schon erlebt. Auf viele Ideen solcher Art kommen Kinder nicht von allein, da helfen Erwachsene gerne mal mit.


    Eltern vergessen manchmal, dass der Fußball in der Mannschaft das Hobby der Kinder ist und nicht ihr eigenes.

    Das geht schon in Richtung Autorität untergraben, denn man kann davon ausgehen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist und in den eigenen vier Wänden in der Familie noch ganz andere Dinge kritisiert werden. Eltern wissen gar nicht, was sie dem Trainer und vor allem dem Kind damit antun, welches beim Fußball was gesagt bekommt, was dann eventuell vom Vater nach dem Training direkt als falsch abgestempelt wird.

    Ein sehr interessantes Thema: Eltern und eigene vier Wände.

    Sehe ich allerdings ein bisschen differenzierter. Ich habe meinen Sohn am Wochenende in seinen Entscheidungen bestätigt und unterstützt, auch wenn das der Trainer auf dem Platz anders gesehen hat und andere Anweisungen/Feedback gegeben hat. Warum sollte ich das zu Hause in den eigenen vier Wänden nicht machen (dürfen)?

    Ich bin selbst Trainer. Trainer machen auch Fehler - teilweise erkennen sie das erst Jahre später. Und Trainer kommen und gehen. Ich denke, dass es zur (Spieler-)Persönlichkeitsentwicklung dazu gehört.

    So habe ich das nicht gemeint: Es ist die Diskussionskultur. Natürlich weiß ich nicht, wie Eltern mit ihren Kindern zu Hause über den Fußball, die Mannschaft, den Verein oder den Trainer reden. Aber ich bin der Meinung, dass man sich da durchaus ein Bild vorstellen kann, wenn man das Verhalten von Eltern und Kindern auf und um den Platz bewertet. Der Vater, der an der Seitenlinie steht und den Trainer lautstark kritisiert wird zu Hause nicht sagen, dass der Trainer alles richtig macht. Das spiegelt sich dann auch im Verhalten der Kinder wieder. Man kann auch anderer Meinung sein, aber dabei respektvoll über andere reden. Im besten Fall lehrt man auch sowas wie Verständnis für Entscheidungen und unterstützt den Trainer glaubwürdig in seinen Aufgaben, während man einzelne Entscheidungen auch gerne kontrovers diskutiert.


    Beispiel: In der D-Jugend hatte ich mal so eine ähnliche Situation wie der Fragesteller, da wurde bei einem Freistoß keine Mauer gestellt und der Ball ging rein. War vorher mit der Mannschaft besprochen und alle fanden das richtig, weil der TW selbst auch gesagt hat, dass er lieber den Ball sieht, als die Hilfe einer Mauer zu haben. Zwei Väter an der Seite haben sich tierisch aufgeregt und gerufen "Wie kann man da keine Mauer stellen??". Beim nächsten Training wollte der eine Sohn das nochmal explizit diskutieren und über Mauern bei Freistößen diskutieren. Ich kann mir schon denken, was die vorherigen drei Tage Thema bei denen zu Hause war, zumal die Wortwahl die gleiche wie die vom Vater war und er vehement resistent gegen Argumente war, weil es grundsätzlich einfach falsch war, was wir gemacht haben. Und da es nicht das erste mal war, dass genau dieser Vater und genau dieser Junge solche Dinge kritisiert haben, zeichnet sich da ein Bild. Fun-Fact: im nächsten Spiel haben wir dann wirklich eine Mauer gestellt (war aber auch ein anderer Torwart) und der Ball ging trotzdem rein. Ratet mal, wer das wieder total falsch fand?!

    Bin ein Freund des wenig Coachens. Insges fahren wir E2 damit eigentlich ganz gut. Von Elternseite, teils durchaus fußballerfahren, erfolgt nicht ganz selten ein Reincoachen. Habe ich mir schon oft verbeten. Kommt aber immer wieder. Heute habe ich tatsächlich bei zwei Eckentoren gegen uns nicht deutlich genug auf die schlechte Positionierung bzw. Zuordnung hingewiesen. Ging etwas zu schnell. Kriege ich prompt eine Bemerkung vom Spielerpapa reingerufen. Auch war ich für einige Minuten ratlos, als unsere deutliche Halbzeitführung in rd 10 Minuten in einen Rückstand umgewandelt wurde. Haben wir dann noch mal in ein Remis ändern können.

    Ich bin eigentlich der Ansicht, dass ich es halt so gut ich kann mache und eben auch Fehler mache. Ist doch klar. Aber sofort steht man unter Kritik. Ich finde, auch einem Trainer, zumal Hobbytrainer muss man doch auch zugestehen, dass er nicht alles perfekt macht. Das kann ich doch von den Spielern auch nicht erwarten.

    Ich finde es wirklich respektlos, wenn sich Zuschauer (egal ob Eltern oder Fremde) da einmischen und sogar vor den Kids Entscheidungen in Frage stellen. Das geht schon in Richtung Autorität untergraben, denn man kann davon ausgehen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist und in den eigenen vier Wänden in der Familie noch ganz andere Dinge kritisiert werden. Eltern wissen gar nicht, was sie dem Trainer und vor allem dem Kind damit antun, welches beim Fußball was gesagt bekommt, was dann eventuell vom Vater nach dem Training direkt als falsch abgestempelt wird. Solchen Leuten kannst du nur anbieten, dass sie selbst mal das Training leiten oder sich einbringen, wenn sie es so gut wissen. Wie hat Christoph Daum gesagt: "Urteile erst über einen Menschen, wenn du einen Tag seine Mokassins getragen hast".


    Ich habe am Samstag ähnliche komische Dinge erlebt: Ein Spieleropa hat sich unser Spiel angeguckt und sagte irgendwann zu mir, er hätte gehört, ich würde im Sommer als Trainer der Mannschaft aufhören. Ich habe ihm gesagt, dass das nicht stimmt und er sagte, dass an solchen Gerüchten ja immer was dran sei und ich doch mal darüber nachdenken solle, ob ich weiter mache oder nicht. Dann gab es eine Schiedsrichterentscheidung, die etwas fragwürdig war und ich höre von hinten "der Streich wäre jetzt hier die Linie hoch und runter gelaufen und hätte sich laut beschwert", während ich da eben keine Reaktion zum Schiedsrichter gezeigt habe - wozu auch?! Nächste Situation: Spieler spielt einen anspruchsvollen Schnittstellenball mit dem Außenrist, kommt nicht an. Der Opa sagt "dann weiß der Spieler er ja, was er die nächste Woche trainieren muss. Nächste Woche sehen wir dann, ob das Training funktioniert". Als er ging kam er nochmal zu mir und meinte, dass die Mannschaft ja so ganz gut wäre, aber das wäre körperlich zu wenig - wir sind allerdings ein Jahr jünger als unsere Gegner (06er/07er gegen hauptsächlich 05er). Und ich solle doch dringend mal über die nächste Saison nachdenken, weil solche Gerüchte gibt es ja nicht ohne Grund. Auch ich habe ihm angeboten, dass er ja Co-Trainer werden könnte, um herauszukitzeln, was seine Intention dabei ist (das würde ich natürlich in Wirklichkeit niemals zulassen, weil die Aussagen schon von einer Art Fußball zeugen, die ich nicht unterstütze). Aber seine Antwort: "Nein, wenn ich das hier machen würde, dann dann würde es hier abgehen. Da bin zu alt für".


    Ich habe das Gefühl, dass zumindest dieser Opa, der Spieler und sein Vater hier gezielt gegen mich arbeiten und solche Gerüchte streuen, weil sie sich einen anderen Trainer wünschen. Das ist wirklich unangenehm, weil es offenbar nur darum geht, dass ich zu ruhig bin und nicht ausflippe, wenn der Schiedsrichter mal etwas übersieht oder ein Spieler Fehler macht. Ich bin jetzt neun Jahre ganz gut mit meiner Art der Mannschaftsführung gefahren und auch im Moment sind wir in der B-Jugend als Jungjahrgang nur zwei Plätze von der Kreismeisterschaft entfernt. Dreimal in der Woche Training, ich nutze alle Medien (Youtube/Spielanalyse) und habe immer wieder neue Übungen. Ich würde auch sagen, dass sich in dem 22er Kader alle Spieler in diesem Jahr weiterentwickelt haben und auch die Mannschaft sich in den letzten 12 Monaten klar verbessert hat. Es gibt überhaupt keinen Grund, hier etwas anzuzweifeln.

    Aus welchem Grund wurde denn die Findungsrunde abgeschafft? Die ist doch das ideale Mittel um die subjektive Einschätzung noch einmal zu objektivieren.

    Das hat sogar sehr nachvollziehbare Gründe: In der ersten Corona-Saison wurde die Findungsrunde gespielt und dann nur ein Spiel der Meisterrunde. Man hat sich nun gedacht: Wäre die Findungsrunde die Hinrunde der Meisterrunde gewesen, hätte man über 50% der Saison gespielt und es wäre wertbar. So hatte man eine Findungsrunde gespielt und konnte die Meisterrunde nicht werten. Da man natürlich im Sommer 2020 noch nicht wusste, wie das mit Corona und Saisonabbrüchen weitergeht, hat man sich für die "sichere" Variante entschieden und eine komplette Saison spielen lassen - so kam es dann ja letztlich auch 20/21.


    In der letzten Jugendtagung hat der Kreis allerdings schonmal eine Umfrage gemacht und sich ein Bild gemacht, wie die Vereine es möchten. Es läuft wahrscheinlich auf die alte Variante hinaus, was ich natürlich gut finde!

    Bei uns kann jeder Verein seine Mannschaften selbst einstufen (Stärke 1 bis 5) und wird dann entsprechend eingeteilt. Vor Corona gab es dann immer eine "Findungsrunde" (6er-Gruppe ein- bis zweifach) im Herbst und dann eine Endrunde ab Frühjahr (6er-Gruppe zweifach). In den unteren Jugenden sind dann Teams hoch- und abgestuft worden, die vollkommen falsch in ihrer Liga aufgehoben waren. Ab D-Jugend sind die ersten beiden Teams der oberen drei Staffeln in die Meisterrunde gekommen und haben den Kreismeister ausgespielt. Es war also ziemlich flexibel und man hat mindestens ein halbes Jahr gegen passende Gegner gespielt.


    Nach Corona ist es ab D-Jugend so, dass in einer 10er Liga mit Hin- und Rückrunde der Kreismeister ausgespielt wird. Nach wie vor die Meldung nach Stärke (1-5) und dann die passende Einteilung danach. Einerseits ganz cool, eine große Liga zu haben, andererseits sieht man nach ein paar Spieltagen schon, wer in die Liga gehört und wer nicht. Mannschaften ohne Punktverlust in der untersten Staffel, Mannschaften ohne Punkte in den oberen Staffeln - und keine Möglichkeit etwas daran zu ändern, man ist ein Jahr lang in der Liga "gefangen" und muss es über sich ergehen lassen, dass man im Sommer vermeintlich falsch gemeldet hat.


    Somit finde ich den ersten Weg den deutlich besseren, wir sind im Jugendfußball und da gibt es nichts wichtigeres als Meisterschaftsspiele auf dem gleichen Niveau - das ist damit eher gesichert als mit letzterem Szenario. Zumal man jetzt nach Corona auch nur schwer die eigene Mannschaftsstärke einschätzen konnte.

    Reduzierung auf 3 Trainer. Bei fünf denken doch drei, dass man selbst heute mal aussetzen kann, da es ja noch vier sind.

    Die Erfahrung habe ich auch gemacht. Man braucht aber keine Trainer auf dem Papier, sondern auf dem Platz. Wenn es am Ende sowieso nur einer oder zwei machen, ist es nur schlecht, wenn die anderen drei noch "dazugehören", die sowieso nicht da sind. Da gibt es nur unangenehme Nachfragen, warum die nicht kommen.


    Lieber 2 zuverlässige Trainer als dazu noch drei, auf die man sowieso nicht zählen kann. Ist nämlich auch immer ein schlechtes Signal an die Spieler, die sich die Trainer (und meist dann am liebsten die, die durch Unzuverlässigkeit glänzen) als Vorbild nehmen.


    Edit: Gipfelte darin, dass unser E-Jugend-Trainerteam mit 3 Personen gestartet ist. Der Cheftrainer war mit dem Einsatz der beiden Kollegen unzufrieden und hat sich dann noch drei weitere Leute dazu geholt (unter anderem zwei B-Jugendliche, die mal zufällig zur Trainingszeit am Platz waren), von vornherein zum scheitern verurteilt. Dann hieß es "Wir sind jetzt 6 Personen, trotzdem bin ich immer alleine da". Oh Wunder! :/

    Das sehe ich ein, wobei ich eigentlich immer trainieren würde und dann eben spontan auf das Trainieren der Defizite der Anwesenden eingehen würde.

    Das kommt immer auf den Trainer, den Leistungsstand und die Mannschaft an. Mit fünf Leuten kann man auch super Training machen, das hat Corona in den Kleingruppen gezeigt. Wenn das aber drei Wochen am Stück passiert, wird es nun mal irgendwann langweilig und da kann ich auch jeden Trainer verstehen, dem entweder die Ideen ausgehen oder der dann andere Termine wahrnimmt. Man darf nur nie vergessen, dass jedes ausgefallene Training diejenigen trifft, die gekommen wären und nicht die, die nicht gekommen wären.

    Ok, habe ich verstanden. Halte ich aber für die falsche Herangehensweise. Ich würde eher eine Absage vom Training verlangen und wenn er unabgemeldet fehlt, dann gewisse Maßnahmen ergreifen.

    Richtig, die Selbstverständlichkeit der Anwesenheit muss suggeriert werden. Habe ich ja schon mal geschrieben: Die Absage ist der Ausnahmefall, die Zusage der Normalfall. Wenn Spieler auch aktiv werden müssen, wenn sie kommen, ist es für sie die gleiche Prozedur ob sie kommen oder nicht.


    Eine etwas charmantere Lösung in diesem speziellen Fall wäre gewesen, die Kinder nicht nach Hause zu schicken, sondern in den Übungen, die auf eine bestimmte Anzahl begrenzt sind, zuschauen zu lassen, beim Rest mitmachen zu lassen. Ein Training, das durchgängig nirgendwo mal einen Spieler mehr (oder weniger) ermöglicht, ist sehr unflexibel. Man kann wirksam für alle auch erklären, dass XY jetzt nicht mitmachen kann, weil die Übung nur für eine bestimmte Anzahl ist und er nicht angemeldet war. Wird jeder verstehen und wird jedem eine "Warnung" sein. Ich habe bei mir schon erlebt, dass Spieler mir vorher schreiben, ob sie trotzdem kommen können, obwohl sie vorab abgesagt haben. Oder Spieler sind einfach aufgetaucht, obwohl sie abgesagt haben und konnten dann doch. Da freut man sich doch eher und baut sie ein.

    Problem ist meines Erachtens dann die Art der Bestrafung und es als Bezeichnung solcher. Ist Laufen eine Strafe? Ist Laufen nicht essentiell beim Fußball? Sollen 5-Jährige lernen, dass sie (nur) laufen müssen, wenn man etwas falsch gemacht hat? Das wird im Kopf gekoppelt und dann heißt es "Ich will nicht schon wieder laufen" und Laufen wird zu etwas Schlechtem.


    Strafen für sportliche Fehler (z.B. Tor nicht getroffen) finde ich ziemlich falsch. Einen Wettbewerb/Wettkampf um 10 Liegestützen hingegen finde ich ab D-Jugend absolut in Ordnung als Ansporn.


    Wenn ich mit der Konzentration im Training unzufrieden war oder einfach zu viel Blödsinn passiert ist, habe ich die ganze Mannschaft (ab D-Jugend) auf eine Runde geschickt - habe es aber nicht Strafe genannt, sondern habe ihnen gesagt, dass sie sich dann 1-2 Minuten unterhalten und austoben können. Wenn sie wieder da sind, arbeiten wir weiter. Niemand hat das als Strafe interpretiert, ich habe mal ganz bewusst nachgefragt. Wenn sie dann wieder da waren, war alles ausgesprochen und jeder hatte jedem alles erzählt, was er sonst während der Übung gemacht hätte.

    Hierbei ging es mir um die taktischen Elemente. Kinder haben kein Verständnis für die Räume auf dem Feld etc, die nehmen das nicht wie erwachsene wahr. Wieso glaubst du wohl, dass alle immer auf einen Haufen laufen und trotz unzähliger Kommandos, dass sie sich mehr verteilen sollen, trotzdem auf einem haufen laufen?

    Richtig, Kinder werden Probleme damit haben, sich selbst in der Situation aus einer Third-Person-Perspektive zu sehen und Fehler zu erkennen. Eigene Fehler erkennen ist zwar ein wichtiger Teil des Lernprozesses, allerdings ist in der F-Jugend noch niemand so reflektiert, dass er damit was anfangen kann, vor allem beim Raum- und Spielverständnis. In der F- und E-Jugend würde ich dann eine "Analyse" aufs Tore angucken beschränken, das wird bei den Beteiligten für gute Laune sorgen. Ich habe spaßeshalber im Jahr 2015 mal ein Spiel von meiner Mannschaft gefilmt, die Tore gucken sich die Jungs immer gerne wieder an. In der D-Jugend kann ich dann mal leicht Individualtaktik und Technik mit reinnehmen, ab C-/B-Jugend dann auch Gruppentaktik. Aber in gesundem Maße und wie oben beschrieben am besten per YouTube, dann kann es jeder schauen wo und wann er will und es muss keine Trainingszeit abgezwackt werden.

    Ich handhabe es auch so, dass grundsätzlich überall von jedem zugesagt ist und man aktiv werden muss, wenn abgesagt werden soll. Damit impliziere ich der Mannschaft, dass Anwesenheit "normal" ist und eine Absage der Ausnahmefall ist. Das ist überraschend gut angekommen und läuft inzwischen prima. Klar vergisst auch mal jemand seinen Urlaub oder meldet sich eine Stunde vor dem Training noch per Anruf ab, weil bei SpielerPlus eine Deadline gesetzt ist, aber das kommt vielleicht dreimal im Monat vor (bei 22 Spielern), dafür habe ich aber immer Planungssicherheit und einen Überblick. Die Absagen der anderen sind für Mitspieler allerdings unsichtbar, damit nicht jemand absagt, weil sein Kumpel auch abgesagt hat.

    Warum nutzen eigentlich so viele SpielerPlus? Bietet es so viele Vorteile gegenüber Teampunkt? Teampunkt integriert immerhin schnell den kompletten Kader und Spielplan aus dem DFBnet.

    Es hat beides seine Vor- und Nachteile! Bei meiner Jugendmannschaft nutze ich seit der E1 SpielerPlus (inzwischen B1), in der Herrenmannschaft habe ich Teampunkt genutzt. Die Termine kann man in SpielerPlus ebenfalls per Excel importieren, natürlich müssen bei Verlegungen die Termine manuell geändert werden. Grundsätzlich ist der Mehraufwand aber nicht nennenswert. Die Option für Abstimmungen, die Übersicht bei Zu- und Absagen und die Nutzung im Browser sind für mich ein großer Pluspunkt, mit Teampunkt gab es immer mal wieder Schwierigkeiten beim Login und auch die Funktionen sind überschaubar. Hier der Vorteil einzig und allein die Anbindung ans DFBnet, die aber wie gesagt bei SpielerPlus per Import auch möglich ist. EDIT: Auch die Cloud mit 1gb Speicherplatz ist ziemlich gut, dort lade ich öfters wichtige Dokumente (Spielkonzept und Trainingseinheiten als PDF) hoch.

    Welche Lizenz für SpielerPlus habt ihr eingekauft? Mich schreckte ab, dass einige Funktionen hinter dieser "PayWall" liegen und dennoch die Nutzerdaten außerhalb der EU verwendet und vermarktet werden.

    Ich habe die Premium-Funktion und das ist es mir auch wert. Allerdings zahle ich seit 2016 knapp 30€ im Jahr. Solange ich nicht kündige, behalte ich den Preis wohl. Ich habe gerade nachgeschaut und gesehen, dass der Preis inzwischen bei 72€ liegt (rabattiert für 54€). Für den Preis würde ich es wahrscheinlich eher nicht machen. Die zusätzlichen Funktionen wie "wann hat wer abgesagt", eigene Rollen, Mannschaft benachrichtigen und natürlich das ganze ohne Werbung sind für mich schon wichtig. Aber wie gesagt: beim aktuellen Preis würde ich stark ins grübeln kommen und wahrscheinlich verzichten. Teampunkt dagegen ist kostenlos!

    Ich habe das in der C-Jugend probiert

    Aber das ist ja der Punkt. Im Kinderfußball (Bambinis bis E-Jugend) würde ich persönlich strikt die Finger davon halten, weil der Effekt gar nicht so groß sein kann. Allein wegen der noch nicht so weit vorangeschrittenen Entwicklung.
    Bei einer C Jugend kann das gut klappen, oft aber auch nur bei denen, die schon ein gewisses Grundverständnis haben.

    Richtig, mir war auch nicht klar, dass es hier grundsätzlich noch um Kinderfußball geht. Ich wollte nur meine Erfahrung teilen und dachte, hier hat sich jetzt eine Grundsatzdiskussion losgelöst vom Alter entwickelt!

    wie leitest du dann eine solche video-sitzung mit den spielern? das sind alles fragen, die du dir auch stellen musst, wenn es einen pädagogischen und inhaltlichen effekt haben soll, ist es mehr als nur: video zeigen und sagen "das war falsch".

    Ich habe das in der C-Jugend probiert, wir haben die Möglichkeit unsere ganzen Spiele vom Flutlichtmasten aufzuzeichnen. Das lief dann so: ich suche mir ein paar Szenen raus (z.B. Tore, Gegentore oder schöne Angriffe), lasse sie laufen und die Jungs erklären mir, was sie sehen und was passiert. Damit sie einfach ein Gefühl dafür bekommen, was auf dem Feld passiert, was man hätte anders machen können und was woraus resultiert. Das ganze ohne Wertung, sondern einfach objektiv beschreiben. In manchen Szenen erinnerten sich Spieler sogar noch und dann gab es durchaus mal Aha-Effekte, weil man auf der Draufsicht doch einiges anders sieht als in der Spielerperspektive. Wichtig war mir aber, vom Wort "falsch" wegzukommen, sondern immer Lösungen anzubieten - es soll ja eine Hilfestellung sein und keine Schuldzuweisung.

    Das frisst aber viel Trainingszeit und ist auch nichts für jeden, deshalb habe ich die Prozedur nach zwei bis drei Wochen geändert: Wie schon ein paar mal beschrieben setze ich mich nach dem Spiel hin und schaue es mir nochmal an. Dann suche ich mir Szenen stellvertretend für einen Trainingsschwerpunkt, den ich in der nächsten Woche angehen möchte (zuletzt war es z. B. Übersicht und Verlagerung). In die Szenen kann ich mit Kinovea alles mögliche einzeichnen und jederzeit kurz anhalten, das vertone ich und lade es auf Youtube hoch. Am Ende ist das Video dann ca. zwei Minuten lang und die Spieler können sich das jederzeit angucken und wissen dann, was in der Woche im Training gefordert wird und warum. Der Effekt ist zu merken, weil jeder vorbereitet ist!


    Spiel nochmal im Schnelldurchlauf anschauen (20 Minuten), Video Schneiden (15 Minuten) und vertonen (10 Minuten) kosten mich dann minimal 45 Minuten, nach oben sind natürlich was Aufwand angeht keine Grenzen gesetzt. Ich denke, das steht ganz gut im Verhältnis zum Nutzen.

    Wenn du die Aufzeichnungen hast, kannst du sie auch aufbereiten, mit Kommentaren versehen und "nicht öffentlich" auf Youtube hochladen. Wahrscheinlich eher nicht für F-Jugend, aber ab C-Jugend ein gutes Mittel. Können die Jungs sich zu hause anschauen und es geht keine Zeit auf dem Platz "verloren".

    Man steht sich also meiner Meinung nach zusammengefasst selbst im Weg, weil man einen stereotypischen Spielertyp scoutet und kaum Gruppentaktisch und Positionsbezogen arbeitet.

    Wir sind hier in einem Bereich (D- und C-Jugend) unterwegs, in dem schon eine Talentprognose schwierig ist und dann soll hier schon positionsbezogen in Bezug auf das Individuum trainiert werden? Wie oft wechseln da noch die Positionen? Selbst in der Bundesliga (von Trainer zu Trainer und Spielsystem zu Spielsystem) sind die meisten Spieler nicht auf eine Position "begrenzt" - ja, weil die auf eine Position ausgebildeten es meistens auch nicht in die Bundesliga schaffen.

    Natürlich ist die Talentprognose schwierig. Aber ist der Ausweg dann, dass man deutschlandweit die gleichen Spieler für den Stützpunkt sucht und sie alle gleich fördert? Klar kann der E-Jugend-Knipser später ein guter Innenverteidiger werden. Aber solange nur 1 gegen 1 und Dribbling mit wendigen und beweglichen Spielern geschult wird, werden auch weiter die Götzes dieses Landes Mittelstürmer spielen.

    Eine ganz an ander Frage ist, ob dort in den Stützpunkten die richtigen Kinder ausgewählt werden.

    Ich hatte den Eindruck, dass ein ganz bestimmter Spielertyp favorisiert wird. Mittelgroß, sehr beweglich und variabel, mit viel Offensivdrang und Mut im 1:1. So die Kreativspieler halt.

    Ist im Grunde auch nachvollziehbar.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass damit der beinharte Verteidiger, der vielleicht nicht so kreativ und beweglich ist, aber hinten zuverlässig alles abräumen kann, wenig Chancen hat, in die Förderung zu kommen. Aber solche Typen braucht es auf dem Großfeld auch. Somit werden dann später die Typen, die eigentlich fürs Mittelfeld oder den Sturm geeignet sind, aber in der Talentförderung sind, zu Verteidigern umgeschult, was mir nicht optimal erscheint.

    Wer auch eher nicht gewählt wird ist so der Stoßstürmer, der einfach den Riecher für die richtige Position hat und den Ball dann ohne Schnickschnack einfach rein zimmert.

    Ich gebe dir recht, es gibt ja nun auch Spielertypen bzw. Positionen, die in Deutschland im Profibereich traditionell in den letzten Jahren nicht gut besetzt sind. Das sind Außenverteidiger und Stoßstürmer. Gehen wir erstmal auf den Stürmer ein, der DFB lehrt in der B-Lizenz Anforderungen für bestimmte Positionen. Aber der von dir erwähnte "Torriecher" steht natürlich nicht drin basiert auch meist auf dem Zufall. Da kann der beste Stürmer durchs Raster fallen, wenn er im Sichtungsspiel zweimal falsch statt richtig steht. Oder er kann der unbegabteste am Ball sein, aber einfach richtig stehen, fällt aber keinem auf. Man schaue sich Mario Gomez an, der in meinen Augen genau dieser Spielertyp war: steht so gut wie immer richtig, aber meistens technisch doch eher unterklassig. Deshalb oft umjubelt, aber auch mit dem Ruf, ein Chancentod zu sein. Die Chancen hat er bekommen, weil er den richtigen "Riecher" hat, aber zum teil technisch kläglich die Chancen vergeben.


    Und warum spielen wir inzwischen mit ganz anderen Stürmertypen in der Nationalmannschaft? Götze, Schürrle, Müller, Werner? Das sind doch alles keine Stürmer, aber Typen, die eigentlich im Mittelfeld oder auf dem Flügel spielen. Genau wie du es sagst: man fördert überall den gleichen Spielertypen und muss diese Leute dann auf die vakanten Positionen verteilen.


    Bei den Außenverteidigern ist es das gleiche: Weltmeister mit Innenverteidiger Höwedes, 2010 mit Badstuber und Boateng als AV. Inzwischen haben wir dort auch lange Zeit den ZM Kimmich ausprobiert, Ginter und Kehrer (beide IV) durften es auch schon probieren. Ebenfalls Vakanz auf dieser Position. Die Anforderungen beim DFB sind etwas schwammig und man kann eigentlich bei nichts davon sagen "Jau, der kann das richtig gut, der wird Außenverteidiger".


    Man steht sich also meiner Meinung nach zusammengefasst selbst im Weg, weil man einen stereotypischen Spielertyp scoutet und kaum Gruppentaktisch und Positionsbezogen arbeitet. Meine Erfahrung vom Stützpunkt ist, dass zwar in Kleingruppen, aber für alle Spieler das gleiche Training angeboten wird. Am Abend hat der vermeintliche Stürmer das gleiche Training absolviert wie der Innenverteidiger. Einzig zur Wochenschulung in der Sportschule war ich mit und dort wurden dann aus mehreren Stützpunkten die Positionen aufgeteilt und positionsbezogen trainiert.


    Nachtrag: Ich habe einen Spieler in der Mannschaft, der als in der D-Jugend hauptsächlich AV gespielt hat. Der hat wirklich viele gute Eigenschaften für unser System auf dieser Position: Zweikampfstark, Kopfballspiel, unendliche Ausdauer, schnellster Spieler im Kader, und Offensivdrang. Kam zum Stützpunkt und war auch direkt ein Kandidat für die Landesauswahl. ABER: Der Stützpunkttrainer hat mir geraten, ihn als IV oder ZM spielen zu lassen, damit er mehr Bälle bekommt. Und dann stellt man sich wahrscheinlich vor, dass er die ganze Zeit auf einer anderen Position spielt, damit er mehr Kontakte hat, aber dann im Seniorenbereich wieder Außenverteidiger spielt? Auch da steht sich der DFB wieder selbst im Weg, wenn er Spielaufbau durchs Zentrum propagiert, aber sich gleichzeitig wundert, dass die Außenverteidiger eine Schwachstelle sind. Und was kam dabei raus? Im Mittelfeld war es frustrierend für ihn, da war er auf engem Raum nicht gut genug und sehr hektisch. Als IV konnte er seinen Offensivdrang nicht wirklich ausleben. Zuletzt also wieder Außenverteidiger oder Flügelstürmer (inzwischen B-Jugend).

    du stimmst doch auch nicht einer spielverlegung zu, weil der gegner die corona fälle nicht belegen kann... da würdest du doch niemals beim eigenen Verein soetwas zulassen

    Ich weiß jetzt nicht, was das damit zu tun hat. Es ist Sache des Staffelleiters, eine Spielverlegung wegen Corona durchzuführen, nicht die eines gegnerischen Trainers.


    Aber du hast recht, ich möchte das im eigenen Verein nicht haben.

    Ein Mädchen muss aber erst Stamm in der Auswahl des Landesverbands sein, um in den DfB Stützpunkt zu kommen, ein Junge nicht. Hessischer Fussball Verband

    Das war mir nicht bekannt, aber bedeutet dann ja folgendes: man kommt als Mädchen nur in den DFB-Stützpunkt, wenn man sowieso schon im Dunstkreis einer U-Nationalmannschaft ist. In der Zeit, in der ich im Stützpunkt hospitiert habe, waren in der Tat nur zwei Mädchen da und beide spielten Landesauswahl, eine sogar schon U-Nationalmannschaft.


    Das ist dann in etwa so, als würde man eine E-Jugend bewerben wollen mit der Aussage "99% aller Bundesligaprofis haben in der E-Jugend schon Fußball gespielt" :S