Welche Jugend ist es denn? Ich würde das Aufwärmen so gestalten, dass sie sich - grob umrissen - bei Anpfiff bereits "in der 2. Halbzeit" fühlen.
Ist ein junger E Jahrgang. Aufwärmen gestalte ich so das es zum Teil aus kurzen intensiven Läufen besteht, teilweise Passspiel (frei oder Rondo) und Torschuss. Ich wüsste nicht wie ich dabei HZ1 simulieren sollte ohne dabei die Kraft fürs Spiel zu rauben.
Schon überlegt ob es in dem Spiel wo ihr zur Halbzeit 0-8 zurückgelegen habt und es am Ende 4-8 stand nicht an Deiner Ansprache lag sondern einfach daran das es der Gegner nach der hohen Führung etwas lockerer anging und vermutlich seine schwächeren Spieler eingewechselt hat ?
Das beobachte ich oft das Trainer dann meinen das sie ihr Team in der Halbzeit wachgerüttelt haben weil es danach besser läuft.
Dabei hat der gegnerische Trainer zum Beispiel in der zweiten Halbzeit angesichts der immensen Führung einfach schwächeren Spielern eine Chance gegeben oder auf ungewohnten Positionen spielen lassen.
Das muss man den Trainer von den schwächeren Teams natürlich nicht unbedingt so klar vermitteln.
So können sich Trainer und Kinder dieses Teams auch über mehr Erfolgserlebnisse freuen und denken es liegt an ihrer Steigerung.
Das mag auch mit reinspielen jedoch erkennt man ja doch schon einen Unterschied ob man bei einem verlorenen ball stehen bleibt oder nachgeht, ob man nach einem pass durchläuft oder stehen bleibt, ob man dem Ball entgegen geht oder wartet bis er da ist etc.
Ich mach das jetzt nicht nur vom Ergebnis abhängig sondern vor allem von der Art wie Fußball gespielt wird. Oftmals sind es diese vielen "ganz einfachen" Dinge die erst in HZ2 klappen.
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Jeder Trainer hat sein eigenes Warm-Up, und um direkt im Spiel zu sein, sollte man dem Warm-Up aber auch eine hohe Priorität und Wichtigkeit beimessen.
Das Warm-Up sollte nicht kompliziert aber vorbereitet und intensiv sein.
Oft sehe ich, dass es als unwichtig und "locker" angegangen wird. Trainer haben nichts vorbereitet, dann stehen Kinder und albern rum, machen vielleicht Schweinchen in der Mitte, schiessen den Ball aufs Tor, etc. Viel Warte- und Standzeit, keinerlei Tempo, keine Intensität,...
Das muss in deinem Fall natürlich nicht sein, aber um direkt "im Spiel" zu sein, wird bei uns zb. viel in Rondos aufgewärmt. In meinen Augen ein ganz wichtiger Bestandteil, da sehr spielnah und intensiv.
Wir treffen uns 60min vor Anstoß umgezogen auf dem Platz, und starten in der Regel direkt im 3vs3 damit sie direkt ins Spielen kommen. Das 3vs3 ist sehr motivierend, da die Kinder spielen wollen und in ihrem Element sind.
Sie laufen, sie dribbeln, sie sind direkt aktiv. Kein Senioren-Warm-Up mit zb Laufen ohne Ball, kein Stretchen, ausser die Kinder denen der Arzt bestimmte Übungen empfohlen hat. Alles mit Ball!
Anschliessend gehen wir in eine Pass- / Technikübung, dann in ein Rondo, was ich als sehr wichtig und hilfreich finde, anschließend ins 1vs1, dann in den Torschuß der jedoch nicht statisch ist (Passen, auflegen, schießen), sondern beinhaltet in einer kleinen Übung das Andribbeln, Klatschen, spielen über den Dritten, hinterlaufen, Ball in die Schnittstelle und anschließender Ballmitnahme oder Abschluss.
Je nach Fingerspitzengfühl und Zeit machen wir das Rondo noch einmal. Für mich ist es das Rondo das ideale Element.
Das Rondo ist sehr spielnah und aufgrund des dauernden Gegner- und Zeitdrucks fordert es die Kinder sofort hellwach und aktiv zu sein und dass der Kopf direkt wach ist, und die Kinder handlungsschnell sind, ist immens wichtig.
Ich weiss, dass viele sagen, dass das Programm doch zuviel ist und die Kinder im Spiel platt sind, aber da kann ich nur entgegnen, dass das Spiel für mich nur die Fortsetzung des Trainings ist, und ich den Kindern nicht vermitteln möchte, dass sie sich ihre Kraft einteilen sollen. Denn dann wird das Kind diesen Satz immer im Hinterkopf haben und das möchte ich ihnen auf gar keinen Fall beibringen.
Auf dem Platz sollen sie alles raushauen und wer platt ist, kommt raus und ruht sich kurz aus und kommt dann wieder rein. Ich muss aber sagen, dass sich die Kinder an diese Intensität schnell gewöhnt und keinerlei Probleme damit haben,
Als Trainer ist es natürlich auch wichtig, dass man den Kindern auch direkt vorlebt wach und aktiv zu sein. Wenn man als Trainer gemütlich und langsam aufbaut, bei den Eltern steht, und beim Warm-Up keine Präsenz, keine Vorfreude, keine Motivation zeigt, werden das die Kinder 1zu1 übernehmen und so ins Spiel gehen.
Laute und klare Anweisungen/Erklärungen der Übungen, viel motivieren, positiv coachen, und die Kinder sind da. Als Abschluss vor dem Anstoss noch ein paar motivierende und positive Worte mitgeben, den Kindern den Motivationskreis übergeben mit einem lauten Motto auf die Positionen sprinten.