Beiträge von Coach1976

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    Wie alt ist euer Kind denn, und wo spielt er aktuell?

    Interessant wäre noch zu wissen, wie es mit der Entfernung der beiden NLZ zum Wohnort ausschaut.


    Grundsätzlich spricht gerade am Anfang natürlich nichts dagegen mehrere Optionen zu haben.

    Es hilft Euch und Eurem Sohn einzuschätzen, ob und wie man auf dem höheren Niveau mithalten kann und Feedback von zwei Seiten schadet natürlich auch nie.

    Das macht ja hoffentlich keiner. Meine Kids kicken auch sehr viel im Training und Anstellen wird so gut es geht verhindert, natürlich!

    Was ich meinte, war im Spieltag (mit Ergebnis, der Spannung, Trikots, Schiri, Zuschauer) muss ich nicht das Training fortführen, sondern lasse sie spielen und kontrolliere damit, ob das trainierte umgesetzt wird. Geht ja auch nicht anders, ich kann ja das Spiel nicht anhalten und Zeitlupe machen.

    Wir sind alle nicht weit auseinander, aber vier Tore statt zwei ist eben ein Ding, was mir nicht sonderlich gut gefällt. Beim Spieltag.

    Teilweise kann ich sogar nachvollziehen, was Du sagst.

    Ich finde Funino als Trainingsform genial und unverzichtbar.

    Im Spielbetrieb müsste es in meinen Augen tatsächlich nicht unbedingt sein, und Deinen Ansatz das Spiel dazu zu Nutzen die Erfolge des Trainings zu kontrollieren finde ich gar nicht so abwägig.

    Allerdings kann das Spiel dann eben kein 7 gegen 7 sein auf zwei eigentlich zu große Tore sein.

    d.h. in U7 und U9 müssten Anpassungen an Spielfeldgröße, Spieleranzahl und Größe der Tore gemacht werden.

    Wichtig wäre es außerdem, dass es eben nicht nur ein Spiel gibt, sondern so viele Spiele wie nötig sind, dass alle Spieler des Kaders unabhängig vom Ergebnis mit ausreichend Spielzeit bedacht werden können. Positionsrotation versteht sich ja von selbst.

    Da höchstwahrscheinlich eine Vielzahl der Trainer Wege suchen und finden würde diese Wünsche zu umgehen, wenn schon mal zwei Tore auf dem Feld stehen, ist es vermutlich einfacher wenn man Funino auch im Spielbetrieb einsetzt um den Kindern alters- und entwicklungsgerechte Wettkämpfe zu ermöglichen.

    Vorab: was Du beschreibst geht gar nicht!

    Als Neuling in Mannschaft und Verein wirst Du wenig Chancen haben hier kurzfristig etwas auszurichten.

    Du kannst natürlich mit den Eltern der anderen Kinder sprechen um herauszufinden, wie sie die Situation empfinden.

    Sollte hier die Mehrzahl ähnlich denken wie Du und sich bisher nur nicht getraut haben was zu sagen empfehle ich das Gespräch.

    Normalerweise immer mit dem Trainer direkt, so wie Du ihn aber beschreibst, könnte man auch darüber nachdenken direkt zum Vorstand oder Jugendleiter zu gehen.

    Wenn für die restlichen Eltern im Verhalten des Trainers kein Problem besteht, dann solltest Du das Thema klar und deutlich mit Deinem Sohn besprechen und ihm erklären, dass Du das Verhalten des Trainers nicht tolerieren kannst und ihm einen Vereinswechsel nahelegen.

    Sollte Dein Sohn tatsächlich die Gemeinschaft mit den anderen Jungs als so wichtig empfinden, dass er im Team bleiben will, solltet Ihr eine klare Vereinbarung treffen, dass er gerne mit seinen Freunden trainieren und spielen kann, Du ihn aber umgehend aus dem Team nehmen wirst, wenn Du feststellt, dass er sich durch das verhalten des Trainers und von Mitspielern, die dieses Verhalten nachahmen beeinflussen lässt.

    Grundsätzlich wünscht man seinem Kind natürlich einen besseren Umgang und bessere Rahmenbedingungen. Schlechte Vorbilder können aber auch zu positiven Ergebnissen führen, wenn in der Kommunikation mit dem eigenen Kind deren Verhalten entsprechend reflektiert wird und er sich ganz bewusst vom abschreckenden Beispiel des Trainers distanziert.

    Trotzdem schadet es nicht, sich mal nach Alternativen umzusehen, vielleicht findet Ihr ja eine Mannschaft, in der sich Dein Sohn auch wohlfühlen kann und in der die Rahmenbedingungen besser passen.

    Ich kenne in meinem Umfeld leider genügend relativ junge Trainer mit alter Denkweise.

    Die sind meiner Meinung nach noch schlimmer als die "richtig" alten, weil sie dem System noch länger erhalten bleiben.

    Schwer zu sagen, wer da genau Schuld hat.

    An der NLZ-Förderliga ist der Verband ja letztendlich kaum bis gar nicht beteiligt. Die Liga findet letztendlich ja nur unter dem Dach des Verbands statt. Organisiert und ausgedacht haben sich diese vermutlich eher die Vereine, weil sie erkannt haben, dass der normale Spielbetrieb zumindest für die jüngeren Teams keinen Sinn macht.

    Ich glaube, eine Anregung aus den Vereinen käme, lasst die Wettbewerbe mit Auf- und Abstieg in der Jugend sein und organisiert einen Testspielbetrieb bei dem sich immer gleich starke Mannschaften neu finden und miteinander messen können, würde beim Verband (zumindest in Bayern) mit offenen Armen aufgenommen und umgesetzt werden. Die Ideen beim DFB zu einem sinnvollen Spielbetrieb im Nachwuchs gehen ja in die gleiche Richtung. Ich fürchte der Bremsklotz sind leider die meisten Vereine, die sich nicht von den alten gewohnten Rahmenbedingungen verabschieden möchten - siehe schleppende Umsetzung von Funino und 5+1 bzw. 4+1 ...

    Wenn ich sehe, dass bei uns nach wie vor die U7 und U9 Spiele und Turniere im 6+1 austrägt (das ist keine Verbandsvorgabe, sondern freie Entscheidung der Trainer), dann dauert es noch sehr lange, bis hier Vernunft einkehrt.

    Zur besseren Einordnung ergänze ich, dass es hier um eine U13 Mannschaft geht.

    In der Altersklasse darf es nicht sein, dass ein Spieler im Kader steht und nicht zum Einsatz kommt. (Ausnahme vielleicht Ersatztorwart, wenn sichergestellt ist, dass diese sich in einem definierten Rhythmus abwechseln). Von daher war es richtig allen Ersatzspielern Spielzeit zu geben. Vielleicht wäre es im Nachhinein schlauer gewesen zwei der schwächeren von Beginn an zu bringen und zwei stärkere draußen zu lassen, damit später immer ein schwächerer einen schwächeren ersetzt und gleichzeitig en stärkerer nochmal nachlegen kann. Aber hinterher ist man immer schlauer.

    Mir zeigt das nur wieder, dass auch in der U13 Wettbewerbe in denen es um etwas geht (egal ob Pokal oder Meisterschaft / Abstieg) nichts verloren haben. Wäre das Ergebnis egal gewesen, hättest Du ohne schlechtes Gewissen alle Deine Jungs spielen lassen ohne Dich vor Dir selbst und wahrscheinlich auch vor deinen ambitionierten stärkeren Spielern und deren Eltern rechtfertigen zu müssen.

    Grundsätzlich sind fünf Ersatzspieler in der U13 natürlich auch eine Menge bei 2x30 Minuten, vier würden da auch reichen. Wenn Du Deinem Anspruch an Spielzeit für alle und den Wettbewerben gerecht werden willst, dann bleibt Dir nur, dass Du in den Spielen in denen es um etwas geht nur die stärksten mitnimmst und die schwächeren bevorzugt gegen Schwache Gegner einsetzt oder separate Freundschaftsspiele ausmachst. - ich bevorzuge nach wie vor Abschaffung der Wettbewerbe.

    Wäre das Ergebnis nicht wichtig und würde das weiterkommen nicht daran hängen, dann wären Diene starken ausgewechselten Spieler sicher auch enttäuscht, sie könnten für sich aber auch sagen, solange ich dabei war haben wir 2:0 gewonnen...

    Ich habe in der NLZ-Förderliga jetzt die Erfahrung gemacht, dass die Jungs jedes Spiel mit Vollgas angehen, natürlich den Anspruch haben zu gewinnen bzw. ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Es gibt da auch eine Tabelle auf die die Jungs schauen, aber der Drittletzte versucht gegen den Tabellenführer trotzdem Tore zu erzielen und mauert nicht um das 0:0 für den Klassenerhalt mitzunehmen. Und wenn es nach dem 2. Drittel Unentschieden steht und ein etwas schwächerer Spieler noch nicht auf dem Feld war, dann bekommt er trotzdem das ihm zustehende Drittel an Spielzeit auch wenn das Spiel am Ende verloren wird, weil der überragende Innenverteidiger seine Pause bekommt und der Gegner einfach von der Bank besser nachlegen konnte. Man ist dann zwar enttäuscht, die Maßnahme an sich stellt aber niemand in Frage...

    Grundsätzlich ist es doch schon mal mehr als positiv, dass du reflektiert an die Sache rangehst und das Ziel hast alle mitzunehmen.

    Der Spagat ist im Breitensport nun mal wesentlich größer als im Leistungsbereich, weil man einerseits die starken weiter fördern und ihnen - wenn sie nicht der Ehrgeiz und ihr Potential nach oben zieht - so lange wie möglich eine Perspektive im Verein bieten will, man aber ganz genau weiß, dass man auch auf die schwächeren irgendwann einmal angewiesen sein wird.

    Da (zumindest in Bayern) in vielen Regionen wegen Corona im mit wesentlich kleineren Ligen geplant wurde als früher um den Spielbetrieb durchzuziehen war die Herbstrunde oft einfach viel zu früh beendet und im Rahmen des normalen Spielbetriebs war es quasi unmöglich ausreichend Spielzeit zu vergeben. Da bin ich wieder bei meiner Grundeinstellung, dass es im Nachwuchs keinen Ligabetrieb braucht...

    Im Prinzip hilft erst mal nur die offene Kommunikation mit der Mannschaft (und das sollte bei einer U15 absolut möglich sein), dass Du das Ziel hat jeden auf seinem Niveau mitzunehmen und weiterzubringen und deshalb die Spielzeit für alle möglichst gleich und gerecht, aber auf dem passenden Niveau zu ermöglichen.

    Bei "knapp 20 Spielern" inkl. 2 Torhütern haben also jede Woche 4-5 Spieler frei.

    Den Torwart würde ich wöchentlich oder 14-tägig wechseln und im Spiel tatsächlich nur bei Verletzung des Startkeepers. So sparst Du Dir schon mal eine Auswechslung je Spiel.

    Wenn Du die Stärke der Gegner einschätzen kannst, würde ich empfehlen die Kaderzusammenstellung gegnerorientiert zu Beginn der Rückrunde zu fixieren und allen Spielern mitzugeben. Jeder kann dann die freien Spieltage anderweitig verplanen oder gerne auch das Team als Fan unterstützen. Wir haben es auch schon so geregelt, dass bei Interesse die nicht berücksichtigten Spieler in der Zeit eine Trainingseinheit mit dem Co-Trainer absolvieren können, was wieder die individuelle Förderung von schwächeren wie stärkeren ermöglicht. Sagt jemand für ein Spiel, für das er eingeplant war ab, rückt ein anderer nach. Ob der Spieler der abgesagt hat dann an einem anderen Termin zum Einsatz kommt würde ich fallweise entscheiden (bei Verletzung, Krankheit ggf. ja, bei privater anderer Priorisierung eher nein. Grundsätzlich sollte aber die Rahmenplanung verlässlich und relativ fix sein.)

    Im Spiel würde ich auch gegnerorientiert starten, sprich gegen starke Gegner gerne auch mal die ersten 11 starten lassen. Wenn es gut läuft kann man ja auch schon nach 10 - 15 Minuten Wechseln und in der 2. Halbzeit die Rückwechseloption nutzen.

    Wenn Du Sorge hast, dass die stärkeren Spieler mit der Reduzierung ihrer Spielzeit zu Gunsten der schwächeren unzufrieden sind hilft nur die offene Kommunikation, dass das für Euch als Mannschaft einfach wichtig ist.

    Wenn es das Zeitbudget im Trainerteam zulässt bietet es sich natürlich an Testspiele gegen höherklassige Teams für die stärkeren anzubieten. Ggf. an einem Trainingstag, dann passt es zeitlich besser rein. Und wenn zum Spiel dann nur 12 o. 13 Spieler dabei sind, ist die Trainingsgruppe der Schwächeren noch groß genug, um mit diesen dann auch sinnvoll und gezielt arbeiten zu können.

    Eine andere Möglichkeit, wenn ihr zwei Trainer für die Feldspieler habt ist natürlich immer, dass man die Gruppen im Training zeitweise trennt und somit u.a. den stärkeren Spiele von höherer Intensität ermöglicht. Du schreibst ja, dass Du 11 stärkere hast abzüglich Torwart ergibt sich also die Möglichkeit 5gg5 im kleinen Feld mit denen zu spielen. Das bringt für die sportliche Entwicklung vermutlich mehr als ein Ligaspiel auf überschaubarem Niveau.

    Wie eingangs schon erwähnt, finde ich, dass Du eigentlich schon alle Voraussetzungen mitbringst um die Situation gut zu managen. Wichtig ist, dass Du Deine Haltung gegenüber Spielern, Eltern und anderen Personen im Verein klar kommunizierst und vertrittst.

    Mit einem 3er Trainerteam sollte es meiner Meinung nach doch möglich sein das ein oder andere zusätzliche Spiel, sowie eine entsprechende Differenzierung in den Trainings zu realisieren.

    Aber ist es nicht grundsätzlich besser, wenn es in jedem Spiel für sich um etwas geht und wenn ich jeden Gegner so wählen kann, dass ich in jedem Spiel die Chance habe zu gewinnen oder zu verlieren?

    Was bringt es wenn ich durch die Ligeneinteilung heute bei der Übermannschaft antreten muss und mein Ziel kann nur sein eine zweistellige Niederlage zu vermeiden und in der Woche darauf komme ich zum Tabellenletzten und die Jungs empfinden einen Sieg unterhalb der Zweistelligkeit als Blamage?

    Ist jetzt sicher etwas überspitzt, aber diese Extreme habe ich in der Praxis mehrfach erlebt.

    Kein Trainer und Spieler der Welt braucht diese Extreme und man hat aber leider auch gar keine große Chancen da gegenzusteuern.

    Es gibt Dinge, die lernt man besser im Kindes- als im Erwachsenenalter.

    Dazu gehören: Sprachen, Mathematik, Sammlung von Bewegungserfahrungen

    zu letzterem zähle ich auch Fußballspielen und zwar ohne Druck, sondern frei und zwanglos im Rahmen der Regeln und der nötigsten taktischen Grundlagen. Aber eben nicht mit dem Rucksack dieses Spiel bloß nicht verlieren zu dürfen, weil sonst der Klassenerhalt futsch ist.

    Ich bin der Meinung das lernt man auch als Erwachsener mit gefestigter Persönlichkeit früh genug.

    Der Mehrwert dessen was Kinder und Jugendliche gelernt haben wenn sie mit Vollgas und Lust in jedes Spiel gehen, weil es immer komplett bei 0:0 startet und man immer nur gewinnen kann ist deutlich höher als der Umgang mit dem aktuellen Tabellenstand.

    Den Umgang mit Niederlagen lernt man in diesen Einzelspielen ja trotzdem und wer richtig Sportler ist, der ärgert sich über eine Niederlage im Freundschaftsspiel genauso wie im Punktspiel, schleppt die aber nicht eine ganze Woche oder noch länger mit sich herum...

    Alle Freundschaftsspiele wurden von den Vereinen abgesagt. Begründung: wir wollen Runde spielen.

    Das aktuell alle "tabellenverseucht" sind, ist ja unbestritten.

    Nur weil aktuell alle tabellenverseucht sind muss das ja nicht so bleiben.

    Das System würde vielen Vereinen, die irgendwo zwischen Breiten- und Leistungssport hängen das Leben einfach etwas erleichtern.

    Aktuelles Beispiel aus einem Nachbarverein U15:

    2019: extrem starker Jungjahrgang wird 2. in der Kreisklasse und steigt auf, weil der Meister verzichtet

    2020: jetzt Altjahrgang in der Kreisklasse wird Meister und hätte das Recht in die BOL aufzusteigen verzichtet aber auf den Aufstieg, weil man vermutet, dass die BOL für die nachrückenden Jungs zu stark wird.

    2021: Nachfolgetruppe ist bei weitem nicht so stark wie ihre Vorgänger und wird in der Kreisliga Gnadenlos abgeschossen

    => natürlich hätte der Verein auch sagen können die melden wir besser gleich für Kreisklasse oder Gruppe, aber da kommt dann auch wieder der Funktionärsstolz dazu...

    Hätte der Trainer dieser Mannschaft aber die Möglichkeit gehabt nach wenigen Spielen zu erkennen, das ist eine Nummer zu groß für uns. Wir spielen lieber dort wo wir hingehören, hätte er sicher dankend angenommen.

    Vermutlich hat let1612 aber recht, dass hier im Forum einfach zu viele Philosophen unterwegs sind, die keine Ahnung haben was die breite Masse will, dafür aber jede Menge Ahnung davon, was für die breite Masse gut bzw. besser wäre..

    Mal etwas weltfremd gedacht. Man stelle sich nur so mal vor, die Ergebnisse wären völlig irrelevant und es würde nirgends stehen wer wie hoch gewonnen hat und wer wieviele Tore geschossen hat so wie auf dem Bolzplatz in der Kreisklasse bis hoch in die C-Jugend. Kein Trainer kann sich mit dem anderen vergleichen und konzentriert sich nur auf die Mannschaft. Wer will vereinbart FS-Kicks gegen andere Mannschaften. Will man in einer Kreisliga, Gruppenliga, Landesliga kicken gibt es ein großes Fussballturnier und die besten Mannschaften spielen im kommenden Jahr eben dort.

    In der tat etwas weltfremd

    Klar, wohl die perfekte Welt für Jugendfußball, aber allein wegen der Mindsets der Kinder nicht möglich
    Ich hoffe, es kommt nicht so rüber, als wenn ergebnisse mir das wichtigste sind, weil dies nicht der fall ist

    Mein Ziel ist es, alle Kinder weiter zu bringen, die schlechteren aber auch die besseren.

    Nur sehe ich halt auch, dass die besseren gerne in den Liga-Spielern alle gegner schlagen wollen, und Tore zählen können sie von selbst, dafür braucht es nicht fussball.de

    Die sogenannten Mindsets der Kinder, die Du ansprichst sind doch eher die von Erwachsenen vorgegebenen Rahmenbedingungen, die diese in Ihr Mindset eingepflanzt bekommen.

    Natürlich brauchen Sportler (egal ob Kinder oder Erwachsene) Wettkampf und Wettbewerb.

    Aber Kinder und Jugendliche bräuchten noch keine Ligen mit Tabellen, aus denen man auf- oder absteigen kann, und in denen sie verleitet werden gegen die Topteams über sich hinauszuwachsen oder vor Angst zu erstarren bzw. gegen die schwachen Gegner entweder einen Gang zurückzuschalten oder sie zweistellig abzuschießen, weil man es genießt denen mal richtig die Hütte vollzuhauen.

    Ich bin der Überzeugung, dass es für alle Beteiligten (Trainer, Spieler, Eltern) sportlich wie sozial von Vorteil wäre, wenn es ausschließlich für sich allein stehende Freundschaftsspiele (evtl. auch 4er Leistungsvergleiche) geben würde, in denen jeder Spieler sein Bestes gibt und nach dem Spiel egal ob Sieg oder Niederlage heißt es: "Mund abputzen, abhaken, das nächste Spiel kommt bald und das ist genauso wichtig oder unwichtig wie das letzte." Es wird deutlich mehr intrinsische Motivation gefördert. Es gibt keine Blockaden oder Druck durch schlechte Tabellenplätze.

    Ich habe an anderer Stelle schon mal geschrieben was dafür meiner Meinung nach vorauszusetzen wäre:

    Jedes Team meldet sich in der "Testspielbörse" der Verbandes an, gibt eine realistische Einschätzung seiner Leistungsstärke an, die in einem Punktesystem von z.B. 1-10 ausgedrückt wird.

    Jetzt kann sich jeder Gegner suchen, die in seiner Range liegen. Ergebnisse werden nicht veröffentlicht, aber in der Testspielbörse gemeldet und verarbeitet. So passt sich der Score, den sich die Mannschaft zu Saisonbeginn gegeben hat ständig an und man kann entsprechende Gegner auswählen.

    Im Fall von CoachT könnte man dann eine zweite Mannschaft mit niedrigerem Score melden in der vermehrt die schwächeren zum Einsatz kommen und die stärkeren nur auffüllen.

    Vorteil gegenüber der Verbandsrunde ist: es gibt keinen Spielplan mit festen Terminen, die man Wahrnehmen muss, für die also immer ausreichend Spieler zur Verfügung stehen müssen, sondern man ist wesentlich freier in der Auswahl der Spieltermine und der Gegner.

    Natürlich ist der organisatorische Aufwand für Trainer / Vereine größer, weil man sich proaktiv um die Spieler kümmern muss und sich nicht der Verband um alles kümmert. Das sollte aber mit den heute zur Verfügung stehenden digitalen Möglichkeiten einfach zu realisieren sein und am Ende überwiegt der Vorteil bei der Entwicklung der Spieler sehr deutlich.

    Die Medaille hat wie immer zwei Seiten.

    Einerseits wird in der Struktur der Trainerausbildung zu sehr auf die höchsten Lizenzstufen fokussiert und hingearbeitet, was natürlich bei den "Trainern in Ausbildung" Begehrlichkeiten weckt. So wird - typisch deutsch - immer nach dem maximalen gestrebt.

    Auf der anderen Seite konnten wir ja auch hier im Forum bei der Diskussion über die neue Lizenz-Struktur lesen, dass viele sich benachteiligt fühlen, weil es für sie Quasi unmöglich ist in Zukunft A+ oder A abzulegen.

    Ähnlich läuft es ja auch im Arbeitsleben: jeder macht Diplom, Master oder Bachelor, um dann auf einem Beruf zu arbeiten, für den auch eine solide Ausbildung mit anschließendem Meister, Techniker oder Fachwirt völlig ausreichend wäre. Das Problem ist, dass die Unternehmen das Spiel noch mitmachen und die mit dem akademischen Abschluss besser bezahlen.

    Ähnlich läuft es in abgespeckter Form vermutlich auch im Fußball. Je höher die Lizenz desto leichter bekommt man auch auf unteren Ebenen einen Trainerjob bzw. vielleicht auch den ein oder andere Euro mehr.

    Natürlich gibt es die ambitionierten Trainerlehrlinge, die sich einen Nagelsmann, Wolf oder Tedesco zum Vorbild nehmen und deshalb in den Lizenzen so hoch wie möglich klettern wollen. Man darf dabei aber dabei nicht vergessen, dass von den ganzen Emporkömmlingen im Trainergeschäft außer Tedesco alle zumindest im oberen Amateurbereich oder NLZ gespielt haben. d.h. aus der Kreisliga in die Bundesliga oder zumindest in deren Dunstkreis nur durch gute Ausbildung schafft es immer noch kaum jemand.

    Darum wäre es vermutlich besser man setzt sich realistische Ziele wo man als Trainer maximal landen kann und will, und strebt dementsprechend die passende Lizenz für dieses Level an. Die Lizenz stellt dabei die Basisausbildung dar. Alles weitere was nötig ist ein guter Trainer zu sein lernt man in der Praxis bzw. durch Praxisbegleitende Weiterbildungen. In diese sollten genau die Punkte, die let1612 oben nennt einfließen.

    Stellt man dann fest, dass man Lust auf mehr hat dann sollte man Praxiserfahrung auf der entsprechenden Stufe sammeln und parallel dazu die entsprechende Lizenz angehen. Es macht wenig Sinn als Bezirksligatrainer eine A-Lizenz zu machen um irgendwann mal Jugendbundesliga zu trainieren... Und nur weil man die höhere Lizenz hat wird man auch kein besserer Bezirksligatrainer, da man m.E. die Spieler gar nicht hat um sein Wissen zielgerichtet anzubringen.

    Die von let1612 (Pädagogik, Didaktik, Integration, gesundheitsbewusstes Leben, Werte, Sozialkompetenz usw.) genannten Themenkomplexe passen in jede Traineraus- oder Weiterbildung und würden hier sowohl sportlich als auch gesellschaftlich einen riesigen Mehrwert darstellen und die Spieler vermutlich weiterbringen als der 1.000 Taktikkniff oder die x-te Grundaufstellung, die in den Lizenzlehrgängen aktuell vermittelt werden.

    Ein Urgestein ;)

    "Wenn man in den Akademien mal kontrolliert, etwa die U 19 des FC Bayern hat 29 Spieler im Kader. Das heißt: Wechselt der Trainer nicht aus und alle sind gesund, schauen 18 zu. Das ist ein Unding! Die jungen Leute müssen Fußballspielen. Auch im Training. Immer spielen."


    "Im Kindesalter müssen wir ran. Mit kleinen Spielformen, drei gegen drei, damit die Kinder viele Ballkontakte haben. Wir haben früher als Kinder in den Ferien acht Stunden gespielt. Als ich beim FC Bayern anfing, haben wir gerade in den Ferien zweimal am Tag trainiert. Da war keiner verletzt. Heute hört man nichts mehr von Adaption und Superkompensation, heute höre ich nur noch von Systemen und von Belastungssteuerung. Die gab es damals nicht. Übung macht den Meister, das war vor 50 Jahren so, ist heute so und in 50 Jahren auch noch."

    Quelle und Auflösung

    Recht hat er der Hermann...

    Gestern beim bedeutungslosen Qualifikationsspiel Deutschland gegen Liechtenstein haben doch tatsächlich mal die "Großen" für Freude gesorgt.

    Gleich zu Beginn gab es das brutale Foul des Liechtensteiner Verteidigers gegen Goretzka. Sah heftig aus und was es auch.

    Letztendlich war es aber eher der Ungeschicktheit und Unerfahrenheit des Verteidigers geschuldet als das man ihm Brutalität oder Rücksichtslosigkeit unterstellen kann. Zum Glück ist nicht mehr passiert.

    Ganz große Klasse war dann aber, dass der Verteidiger sein schlechtes Gewissen und Bedauern für die Aktion offen zum Ausdruck bringt, nach der (gerechtfertigten) roten Karte nicht einfach vom Feld schleicht, sondern wartet bis die Behandlung von Goretzka abgeschlossen ist, sich erneut entschuldigt, und ihn vom Platz begleitet. Genauso groß war Goretzkas Reaktion. Keine Vorwürfe und unnötige Theatralik. Er nimmt dem Gegner ab, dass er einsieht einen großen Fehler gemacht zu haben und akzeptiert die Entschuldigung. Am Ende hat der geschädigte Goretzka den Verursacher Hofer mehr aufgebaut als umgekehrt.

    Ich fürchte allerdings, der Ablauf war der Tatsache geschuldet, dass hier eine "große" gegen eine "kleine" Mannschaft gespielt hat.

    Mal angenommen Sergio Ramos würde Goretzka in einem Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Spanien so abräumen, würden die Reaktionen auf beiden Seiten vermutlich anders aussehen als gestern.

    Meine Aussage, dass es theoretisch möglich wäre spiegelt nicht meine Meinung zu dem Thema wieder.

    Ich fände es für diesen Winter mehr als vernünftig, wenn sich alle darauf verständigen könnten noch einmal auf Hallenturniere zu verzichten. Hallenturniere ohne Zuschauer sind illusorisch und nicht zu finanzieren. Überwachung von 2G für die meisten Vereine wirtschaftlich und organisatorisch nicht zu stemmen.

    Selbst wenn man nur Turniere ohne Zuschauer machen würde, wird es nur mit Spielern und Betreuern schon zu voll und unübersichtlich.

    Wo es das Wetter, Platzverhältnisse und das Alter der Spieler zulassen fände ich Training und Freundschaftsspiele draußen am sinnvollsten. Alternativ: Hallentraining nur im Mannschaftsverbund. Bis Jahresende ist das Thema 2G ja ganz gut gelöst (zumindest in Bayern, bei anderen Ländern fehlt mir der Überblick).

    Wichtig ist doch, dass man die Kinder in Bewegung hält und nicht wieder das Training komplett aussetzen muss. Da sind Hallenturniere aus sportlicher Sicht absolut verzichtbar...

    Eine Katastrophe in meinen Augen. Hallenmeisterschaften waren mir immer egal, ich hätte aber gerne ab kommender Woche Hallentraining gehalten. Jetzt muss ich wohl oder übel alle meine Spieler nach ihrem Impfstatus fragen und wie es aussieht ist wohl maximal die Hälfte meiner C-Jugend geimpft im Moment. Weiß jetzt gar nicht, ob ich überhaupt in die Halle gehen soll. Enttäuschte Kinder und frustrierte Eltern sind da auch wieder vorprogrammiert... Ich war bisher echt froh, dass Kinder und Jugendliche aus dieser Impfdebatte rausgehalten wurden, zumal die eh mind. 3mal wöchentlich in der Schule getestet werden.

    Darauf zielt mein Ansatz weiter oben ja ab.

    Kinder werden 3x pro Woche getestet. Wenn man sie jetzt noch im Mannschaftverbund trainieren lässt, dann ist die Anzahl der Personen in der Halle überschaubar und Kontakte sind noch einigermaßen nachvollziehbar. Die Kids haben die Möglichkeit Sport zu treiben und sich auszupowern. Hallenturniere mit Zuschauern führen egal ob 2G, 3G oder 3G+ zwangsläufig zu erhöhtem Infektionsverlauf.

    Trotzdem würde ich in Deinem Fall mit einer U15 so lange wie möglich draußen trainieren. Vorausgesetzt es sind genügend Platzzeiten bei Flutlicht vorhanden und das Wetter lässt es zu. Aktuell sind ja selbst die Rasenplätze noch in vertretbarem Zustand. Bei Verfügbarkeit von Kunstrasen oder Hartplätzen würde ich in der Altersklasse im Moment ganz auf die Halle verzichten solange Eis, Schnee und 2-stellige Minusgrade das nicht verhindern.

    In Bayern steht die Krankenhaus-Ampel mittlerweile auf ROT.

    d.h. 2G für Zuschauer und Sportler bei Indoorveranstaltungen. (gilt für alle ab 12 Jahren aufwärts)

    Wenn sich das vernünftig überwachen lässt spricht eigentlich nichts gegen eine Hallensaison.

    Wenn man die Impfquoten, die für über 12 jährige im Raum stehen aber betrachtet, wird es für viele Teams schwierig werden Mannschaften zu stellen bzw. für Veranstalter entsprechende Teilnehmerfelder zu erreichen.

    Vom Umsatz durch Verkauf von Essen und Getränken etc. will ich hier gar nicht erst anfangen.

    Die beste Lösung in meinen Augen wäre:

    Training im Freien bis mindestens Ende November

    Verzicht auf Hallenwettbewerbe

    Dezember + Januar Hallentraining nur im Mannschaftsverbund unter 3G (Schultests der Kinder reichen aus) mit Trainingspause in den Weihnachtsferien

    ab Februar Training im Freien mit Freundschaftsspielen / Leistungsvergleichen bis im März die Freiluftsaison wieder starten kann.


    So würde den Kindern die Möglichkeit gelassen auch im Winter Sport zu treiben und sie wäre nicht wieder für 3-6 Monate eingesperrt.

    Verzichten müsste man dafür bei den Vereinen auf Einnahmen aus Turnieren und bei Trainern und Eltern auf die "Goldene Ananas".

    Coach1976

    Würde man misslungene/dumme Entscheidungen häufiger mit Karten ahnden, so würde wahrscheinlich kein Spiel mit 11 vs 11 beendet werden. ^^

    Ich habe ja nicht angezweifelt, dass die Rote Karte eine Fehlentscheidung war.

    Trotzdem muss man bei der Kritik am Schiedsrichter bzw. eher am VAR auch so ehrlich sein, dass die Aktion in Realgeschwindigkeit sehr wohl dazu verleiten kann ein grobes Foul wahrzunehmen (v.a. wenn man bedenkt von wo Hummels angeflogen kommt).

    Dementsprechend muss er auch bei allem verständlichen Frust über die ungerechte Behandlung mit dem Vorwurf leben, dass er durch diese unsinnige Grätsche dem Schiedsrichter überhaupt die Möglichkeit eröffnet hat diese Fehlentscheidung zu treffen.


    Ich finde außerdem man sollte auch noch mal über die Schauspieleinlage von Anthony sprechen.

    Selbst wenn man der Meinung ist, dass Hummels durch die brutal aussehende Grätsche eine schwere Verletzung in Kauf genommen zu haben wurde der Spieler gar nicht getroffen (im Gegenteil er hat den Verteidiger erwischt), weshalb es meiner Meinung nach grob unsportlich ist, dass er mit seiner simulierten Verletzung den Schiedsrichter in die irre führt.

    Ich habe neulich ein D-Jugend-Spiel mit einem Schiedsrichter, der in etwa das Alter der Spieler hatte erlebt.

    Die fachliche Leistung (Regelanwendung, Entscheidungen in engen Situationen) war im großen und ganzen OK bis gut.

    Die größte Freude hat mir aber das Miteinander von Schiedsrichter und Spielern während der kompletten Partie bereitet.

    Es gab Kommunikation auf Augenhöhe in beiden Richtungen (Schiri => Spieler und umgekehrt).

    Entscheidungen wurden erklärt. War ein Spieler mit einer Entscheidung nicht zufrieden, hat er das ab und zu auch in respektvollem Ton geäußert (z.B. "ich habe doch den Ball gespielt" etc.), aber trotzdem die Entscheidung des Schiedsrichters akzeptiert.

    Im Gegenzug kam vom Schiedsrichter darauf aber auch kein "Halt die Klappe, ich bin hier der Chef", sondern eher ein "ich habe es aber so gesehen und deshalb so entschieden und jetzt lass uns weiterspielen".

    Mein Lob geht hier an die sozialen Kompetenzen der Spielern und des Schiedsrichters, die sich alle so verhalten haben, wie man es sich von Kindern / Jugendlichen in dieser Altersklasse öfter wünschen würde.

    In den Frustabbau-Thread gehörte dagegen das Verhalten einiger Eltern in beiden Teams. Die hätten z.T. noch etwas Nachhilfe von Ihren Kindern vertragen können.

    Ich würde die Situation auch eher so bewerten wie von Dir dargestellt.

    Ändert aber nichts an der Tatsache, dass für einen Innenverteidiger in dieser Situation an dieser Position die Aktion die Hummels gewählt hat mit die schlechteste Entscheidung ist, die man treffen kann.