Coach31 zum thema 7vs7 und 4vs4 verstehe ich eigentlich nicht das du so dagegen bist wenn du doch eh so viel Erfahrung hast wogegen so viele Argumente die auch großenteils in Studien belegt sind dafür sprechen dass es in Spielformen mit weniger Spieler weit intensiver zugeht als in Spielformen mit mehr Spielern.
Da du gerne deine Erfahrungen teilst möchte ich dich an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.
Vorab möchte ich sagen das ich aus Österreich komme und wir dort den 4er Fußball Landesweit seit fast 8 Jahren praktizieren. Ich habe den Übergang erlebt von 6+1 auf 4+1 und kann dir nur sagen das es eine Bereicherung in allen belangen für die Kinder ist.
Beim 6+1 hatte ich früher immer 12 Kinder dabei und habe nach 15 min Spielzeit von insgesamt 30 min Blockweise gewechselt. Oft hörte ich "Ich bin noch nicht müde" oder "Ich hatte den Ball erst 5x am Fuß"
Dann kam der wechsle auf 4+1, kleiner Spielfelder und kleinere Tore. Da ging die Post ab, es gab keine Distanzschussduelle mehr, der Ball über segelte nicht den Tormann und es gibt wenig bis gar keine Kinder mehr die nicht nach 15 min raus wollten weil sie KO waren und eine Pause brauchten.
Kinder streiten sich mittlerweile um die Torartposition war weil es nun auch was halten gibt und sie ein teil des Spieles sind. Wie viele von den Tormänner die Aktuell Profi sind waren wirklich ab dem 7 Lebensjahr im Tor?
Der Ball muss mittlerweile gezielt vor das Tor gebracht werden um ein Tor zu erzielen und dazu bedarf es Lösungen in Spielerischer Hinsicht.
Früher reicht ein Distanzschuss wenn ein solider Verteidiger am Feld stand der nicht umspielt werden konnte, heute müssen sich die Kids was einfallen lassen um an diesem Spieler vorbeizukommen um das Tor zu erzielen.
Schnelles umschalten, eine gezielte Finte (1vs1), ÜZ/UZ Situation ausspielen oder eben gezieltes Passspiel.
Es wir auch gern der kleine Wundermessi genannt der Spiele alleine entscheidet, haben wir auch in Österreich, sehr viel sogar. die werden dann schnell 1- 2 Jahre höher eingesetzt weil er technisch und physisch den gleichaltrigen Spielern überlegen ist. In der U9 blüht er dann richtig azf. spielt er seinen Gegenspieler aus und zimmert den Ball aus 15 Meter ins Tor (Spielfeld 35x50m, Torgröße 5x2m, Spieler 6+1), echt GEIL der kommt weit wen nicht sogar mal in die BULI!!!
Dann hat man mal Not am Mann und holt den Spieler in die U8 zurück zu seinesgleichen und was muss man erkennen, der kann dem Spiel ja gar nicht den Stempel aufdrücken??? Grund ist weil der Gegner, Raum und Zeitdruck höher ist, (Feldgröße 25x35m, Torgröße 3x1,6m Spieler 4+1) nach dem ersten Haken der nächste Gegner da steht, der Ball aus 15m nicht reingeht weil das Tor kleiner ist und der Torwart auch Bälle halten kann. Erst als er sich auf seine wurzeln besinnt Fußball zu spielen und lösungen findet klappt es aucjh. Damit meine ich aber nicht den Haken und den Schuss aus 15 Meter sondern oben angesprochen Dinge wie durch ein 1vs1 ein ÜZ Situation schaffen und diese dann erfolgreich zum Abschluss zu bringen oder durch ein schnelles umschalten eine ÜZ Situation herstellen.
Ich habe in meinen Teams nie mit einem fixen Torwart gespielt, wenn einer immer drinnen stehen wollte war Voraussetzung das er sich bei allen Angriffen aktiv ins Spiel einschalten muss. Es gab kein Torarttrikot und keine Handschuhe, nur ein Überziehleibchen.
Andere Trainer nannten mich Arrogant bezüglich meiner Spielweise, war mir aber egal weil ich Fußballer ausbilden wollte und nicht einen Tormann der nur Bälle fangen und wegdreschen kann. Der muss genauso das spiel lesen können, schnell handeln und auch Fußballspielen können. Wenn mein Torwart den Ball der von links gekommen ist gestoppt hat und dann auf der gegenüberliegenden Seite im 1vs1 den noch einzigen Gegenspieler vor dem Tor vernascht hat und sein Tor machte hörte ich nicht nur einmal "das ist ja Unfair"
Aber was ist daran unfair wenn er schneller schaltet, was kann er dafür das alle Spieler auf der linken Seite stehen und rechts nur einer?
Also, wenn du nun so wie beide Erfahrungen machen durftet, für welche würdest du dich entscheiden?
Tatsache:
Früher gab es wenige Ausnahmetalente(Herzog,Polster,usw.) in Österreich die den Sprung ins Ausland schafften. Heute gibt es ganze Generationen die es geschafft hat, auch teilweise Leistungsträger in ihren Teams sind wie zb Alaba, Grillitsch, Schaub,Gregoritsch, Hinteregger, Sabitzer, Lainer, Kainz, usw. Es werden auch noch viele die in Österreich spielen umworben, wie ein Schlager, Wolf, Murg, usw.
Für uns hat sich die Umstellung klar ausgezahlt und der Erfolg gibt uns recht, sieht man auch in den jüngeren Nationalteams das dort die Lücke zu den großen Nationen kontinuierlich kleiner wird.