Nicht direkt Frust, aber nachdenklich. Das Spitzenspiel um die Tabellenführung/Staffelsieg einer D Mannschaft angeschaut. Formal höchstes Level, was in dem Jahrgang in unserer Stadt/Land möglich ist. Waren 2 Jungs dabei, die ich zwei Jahre trainiert habe. Wollte mal sehen, wie es mit denen weiter gegangen ist. Der eine hat mich nicht mal gegrüßt, vielleicht auch nicht gesehen. Der andere dann nach Aufforderung durch seinen Papa. Beide gehörten zur Gewinnermannschaft.
Mir ist dann aufgefallen, dass man so ein Spiel, wenn man weder verantwortlicher Trainer noch Papa ist und auch nicht direkt zur Unterstützung eines Teams dabei ist, doch ziemlich anders und kritischer wahrnimmt. Das Spiel war extrem schnell, aber wirkte etwas fahrig und teils unkontrolliert, viel Stocherei um den Ball, sehr schnell in die Tiefe gespielt, kontrollierte Ballannahme nicht unbedingt die Regel. Bälle für mich zu wenig geführt, auch bei deutlichem Torevorsprung forderte der Trainer langes Abspiel und wechselte kaum Ersatzspieler ein.
Wir reden hier über Spielerausbildung / Entwicklung, obwohl wir hier vermutlich mehrheitlich keine Spitzenteams betreuen. Ausbildung vor Gewinnen, möglichst gleiche Spielzeiten, Spielaufbau vor Ball nach vorne dreschen, Ballbehauptung und 1:1 vor schnellem Passen etc. Und dann siehst Du, wie auf so hohem Niveau einfach nur brutal um den Sieg gekloppt wird und etwas überspitzt formuliert diese Grundsätze in die Tonne getreten werden und alle applaudieren und klopfen sich auf die Schulter. Bin dann doch recht nachdenklich, fast ein wenig traurig nach Hause gefahren.
Will die Trainerleistung nicht klein reden. Die konnten schon spielen. Hatte mir das aber deutlich anders vorgestellt, wie die Spielerentwicklung mit den Jungs weiter gehen würde.