Beiträge von Fechter

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    fahrender Vater Vater Ich empfehle mal das Buch von Malcom Gladwell "Überflieger".

    Darin sind ziemlich umfänglich allgemeine Erfolgsfaktoren im Leben genannt. Er geht dabei auch ausführlich auf den Sport ein. Er hat unzählige Quellen dafür herangezogen und erwähnt diese auch. Eindeutig belegt er dabei, dass für das Erlernen einer Technik bis zum Spitzenniveau die Wiederholungsanzahl (nicht der alleinige) aber maßgebliche Erfolgsfaktor ist. Wir reden hier von vielen tausenden Wiederholungen.

    Wenn das Training in Spielformen, was ja unstrittig ist, eine deutlich höhere Wiederholungszahl ermöglicht, dann ist damit eindeutig auch ein empirisch belegter Erfolgsfaktor.

    Strittig hier im Forum ist, ob das reine Trainieren in Spielformen quasi alles, also auch das Erlernen der Techniken hinreichend gewährleistet oder ob zusätzliches isoliertes Techniktraining sinnvoll ist. Ich glaube, dass das erforderlich ist, weil in den Spielformen eher bis ausschließlich intuitiv die Techniken verwendet werden, die die Kinder schon ein wenig beherrschen. Neue also automatisch kaum dazu kommen. Außerdem ist m.E. die Fehlerkorrektur bei einer "Trockenübung" einfacher. Vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Komplexen.

    Wobei wir uns hier im Forum in diesem Punkt im Kreise drehen. Geht m.E auch an der Realität auf dem Platz vorbei, weil die Realität dort nicht die Teams mit vielen Spielformen einerseits und die nur mit Spielformen andererseits sind sondern die mit langem Anstehen vor einer simplen Torschussübung, Ballannahme mit falschem Fuß, Passchleife und "Spiel den Ball lang."

    Hatte schon beides. Ein Team, das praktisch alle Testspiele gewonnen hat und eines, dass alle verloren hat, weil da einfach der letzte Wille fehlte. Das zweite Team hat aber in den Ligaspielen trotzdem recht ordentlich performt. Das heißt, die Testspiele haben trotz Niederlagen doch was gebracht. Also locker bleiben. Und wenn sie sich so hängen lassen, dass die Unlust sichtbar wird, dann halt erst mal keine mehr machen.

    let1612 Sind das von Dir ernst gemeinte Fragen, deren Beantwortung Du tatsächlich möchtest? Falls ja, bitte einen kurzen Hinweis, dann werde ich mich gern um dein Fragenkonvolut kümmern. Die Beantwortung wird aber etwas dauern.

    Allerdings ist Deine erste Folgerung, in anderen Sportarten würden die Kinder anfangs auch nicht von qualifizierten Trainern begleitet meiner Erfahrung nach, und ich bin in einigen Sportarten selbst und in anderen über die Kinder unterwegs gewesen, nicht zutreffend. Das Gegenteil ist der Fall.

    Könnte tatsächlich dahin gehen, dass die Vereine, die kein NLZ haben und einem solchen auch nicht irgendwie angeschlossen sind, noch mehr reine Freizeitsportvereine werden, was ja grundsätzlich nicht verwerflich ist.


    "Man braucht ziemlich viel Breite um Spitze zu generieren." Derzeit im Fußball ja. Andere Sportarten schaffen es aber aus weit weniger Sportlern Spitzenleistungen zu generieren. Andere Länder schaffen es auch im Fußball. Bin überzeugt davon, dass man das im Fußball bei uns auch schaffen könnte, wenn eben schon ab der G Jugend wirklich qualifizierte Trainer tätig würden.


    Und ja, Fußballschulen könnten an Bedeutung gewinnen, gerade wenn die Vereine eben nicht von Beginn an gute Trainer hinstellen können. Dass sie das vielfach nicht können, hängt m.E. auch mit dem Thema Geld zusammen. Ein Junge, der vielleicht alle Altersklassen durchlaufen hat und sich in Studium oder Ausbildung befindet, eine Lizenz, vielleicht sogar eine B gemacht hat, wird eben nicht so gerne für irgendwas unter 10 Euro die Stunde im Verein Trainer sein.

    Am Samstag zum Saisonabschluss, zugleich letzter Tag mit dem Team für mich, an einem Turnier teilgenommen und es auch denkbar knapp (punktgleich und treffergleich mit Sieg im direkten Vergleich) gewonnen. Sehr nette Verabschiedung der Eltern und vor allem auch der Kinder, alle haben mich umarmt. Echte Wertschätzung der Tätigkeit und auch persönliche Sympathie gespürt. Hat für ganz viel, was auf Vereinsebene nicht gut gelaufen ist entschädigt.

    Auch ein weinendes Auge, die Jungs gehen zu lassen, aber sicherlich viel positive Energie fürs Weitermachen an anderer Stelle.

    Habe bei mir (E Jugend) festgestellt, dass die es teilweise bei weiteren Distanzen einfach selber gemacht haben, was ich dann auch zugelassen habe. Bei kürzen Distanzen muss ich das Flachspiel aber immer wieder einfordern. Direkt trainiert habe ich höhere Bälle nicht in der E, denke aber, dass man es dort schon machen könnte, je nach Leistungsstand.

    So früh wie möglich einschreiten. Auch wenn das hier teils anders gesehen wird, bringt es m.M.n. nichts, wenn man den Trainer direkt anspricht. Ich würde über Jugendleitung / Vorstand an die Angelegenheit ran gehen. Möglich ist auch eine Beschwerde über den Verband. Hatte ich auch schon mal gegen mich. Ich hielt dies für gänzlich ungerechtfertigt. Aber der Verband ist tätig geworden. Hat schriftlich um Stellungnahme gebeten und zeitnah einen Spielbeobachter geschickt. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Dafür möglichst viele Fakten merken oder dokumentieren.

    So wie es oben geschrieben steht, ist es sehr allgemein und wenig greifbar. Besser ist, konkrete Aussagen /Handlungen zu benennen, wann, wo und wem gegenüber. Deshalb möglichst viele Fakten merken oder dokumentieren.

    Nicht direkt Frust, aber nachdenklich. Das Spitzenspiel um die Tabellenführung/Staffelsieg einer D Mannschaft angeschaut. Formal höchstes Level, was in dem Jahrgang in unserer Stadt/Land möglich ist. Waren 2 Jungs dabei, die ich zwei Jahre trainiert habe. Wollte mal sehen, wie es mit denen weiter gegangen ist. Der eine hat mich nicht mal gegrüßt, vielleicht auch nicht gesehen. Der andere dann nach Aufforderung durch seinen Papa. Beide gehörten zur Gewinnermannschaft.

    Mir ist dann aufgefallen, dass man so ein Spiel, wenn man weder verantwortlicher Trainer noch Papa ist und auch nicht direkt zur Unterstützung eines Teams dabei ist, doch ziemlich anders und kritischer wahrnimmt. Das Spiel war extrem schnell, aber wirkte etwas fahrig und teils unkontrolliert, viel Stocherei um den Ball, sehr schnell in die Tiefe gespielt, kontrollierte Ballannahme nicht unbedingt die Regel. Bälle für mich zu wenig geführt, auch bei deutlichem Torevorsprung forderte der Trainer langes Abspiel und wechselte kaum Ersatzspieler ein.

    Wir reden hier über Spielerausbildung / Entwicklung, obwohl wir hier vermutlich mehrheitlich keine Spitzenteams betreuen. Ausbildung vor Gewinnen, möglichst gleiche Spielzeiten, Spielaufbau vor Ball nach vorne dreschen, Ballbehauptung und 1:1 vor schnellem Passen etc. Und dann siehst Du, wie auf so hohem Niveau einfach nur brutal um den Sieg gekloppt wird und etwas überspitzt formuliert diese Grundsätze in die Tonne getreten werden und alle applaudieren und klopfen sich auf die Schulter. Bin dann doch recht nachdenklich, fast ein wenig traurig nach Hause gefahren.

    Will die Trainerleistung nicht klein reden. Die konnten schon spielen. Hatte mir das aber deutlich anders vorgestellt, wie die Spielerentwicklung mit den Jungs weiter gehen würde.

    Das Duschen ist wieder so ein Sonderthema. Wird ja empfohlen, das im Verein zu machen. Aus kulturellen Gründen dann einige mit Unterhose in der Dusche, der Trainer muss raus (Jugendschutzschulung gerade gemacht), bei weiter entfernten Kabine tatsächlich auch für abholende Eltern ein Zeitfaktor. 10 Jährige müssen entsprechendes Equipment mitnehmen (ältere natürlich auch), zwei mal an- und ausziehen. Das nasse Handtuch dann mit der gerade geduschten Unterhose in die Trainingstasche, die neue Unterhose ist dann für den nächsten Tag schon mal vorgewärmt oder wird dann noch mal eine neue aus dem Schrank geholt?

    Meine Meinung: Duschen ist wichtig aber zuhause wird man genau so sauber wie in der Kabinendusche, spart Zeit und doppeltes Umkleiden. Springt man danach in den Pyjama wohl auch hygienischer, als wenn man die Tagesklamotten noch mal anzieht. Aber ja, ich weiß, es sollen alle duschen.

    Ist mir nicht bekannt. Habe das aber bei meinem aktuellen Team erstmals eingefordert, zumindest ein Vereinstrainingsshirt zu kaufen. Haben dann auch alle gemacht. Hat glaube ich irgendwas über 10 Euro gekostet. Kein Verständnis, wenn jemand dazu nicht bereit ist.

    Sir Alex

    Da liegen wir doch gar nicht so weit auseinander. Özil war sicherlich in der von Dir benannten Periode ein begnadeter Spieler. Das kann ich absolut unterstreichen, auch wenn ich seine Außendarstellung mit Erdoganverehrung und recht geringer Identifikation mit seinem Geburtsland, für das er gespielt und das ihm seine Ausbildung ermöglicht hat, bissel komisch finde. Und bei den Talenten sagst Du ja selbst, dass es schwierig ist, die überhaupt als solche einzuordnen. Dass wir in der Spitze auch gute Leute haben, zeigen ja sicherlich auch die 4 WM Titel mit weiteren 4 zweiten Plätzen auf.

    In der Breite könnte es m.E. besser sein. Und da kommen dann wieder die Trainer der Kindermannschaften ins Spiel, die die Kids erst mal dahin bringen müssen, dass sie überhaupt Talent zeigen können. Ich habe einfach den Eindruck, dass da zu viel rumgewurstelt wird. Aber natürlich gibt es auch viele gute, engagierte Kindertrainer.

    Du hast 3 Teams gleichzeitig trainiert? Wahnsinn. Wie hast Du das denn an Spieltagen gemacht? Konntest Du überhaupt bie allen Spielen dabei sein?

    Bei uns ist da die Jugendordnung wie folgt: Max 3 Spieler des nächst höheren Teams. Also 3 Spieler der E3 könnten in der E4 spielen. Oder 3 Spieler der E1 in der E2. Diese dürfen dann am Spieltag (das ist das Wochenende) nicht noch mal in einem anderen Team spielen. E2 oder E1 dürften grundsätzlich nicht E 4 spielen. Das gilt, wenn die Kinder in ihren Teams festgespielt sind. Festgespielt sind sie nach 5 Spielen in dem jeweiligen Team.


    Beim Kinderfußball erfolgt derzeit bei uns keine Spielfreigabe und die Jugendordnung setzt die o.g. Regel (jedenfalls so wie ich sie verstehe) außer Kraft.


    Kann natürlich abhängig vom jeweiligen Landesverband abweichen.


    Fair play ist es jedenfalls nicht, wenn es so läuft, wie oben dargestellt.

    Wenn es normal ist, dass es in einem Team entscheidende Spieler gibt, ist es doch wohl auch normal, wenn ich als Gegner diesen Spieler unter besonderes Augenmerk nehme und die Kids halt auch mal darauf hinweise, dass der eben nicht so viel Entfaltungsmöglichkeit bekommen darf wie der Blümchenpflücker, der ohnehin nicht an den Ball kommt oder falls er den bekommt, den Ball nicht weiter verarbeiten kann. Ich würde nie anweisen, dem auf die Füße zu treten oder ihn irgendwie körperlich anzugehen aber der Hinweis, dass der prioritär zu decken ist, gehört für mich schon dazu. Ggf. auch mal umstellen, damit der Gegenspieler eben leistungsmäßig passt.

    Man hat mal wieder einen Moukoko gefunden 😉

    Finden scheint das neue Fördern zu sein. :S

    Sehe das "Finden" von Talenten aus dem Ausland auch kritisch. Da ich enge Beziehungen zu Ecuador habe muss ich allerdings sagen, dass Geburtsangaben aus dem Land generell als zuverlässig eingestuft werden dürfen. Die Verwaltung funktioniert dort relativ gut, jedenfalls viel besser, als wir es von hier aus von einem Entwicklungsland erwarten. Es ist dort definitiv nicht so, dass da irgendwann jemand aus dem Djungel kommt und nach ein paar Monaten oder Jahren die Geburt seines Kindes anmeldet. Das könnte bestenfalls für Indigene aus der Amazonasregion vorkommen. Diese finden sich aber nicht unter den Fußballern des Landes. Guyaquil ist die größte Stadt des Landes, hat Schulen, Universitäten, Militär, ÖPNV, Krankenhäuser und Verwaltungsbehörden, wo die Geburten registriert werden. Insgesamt war das ein relativ gut funktionierendes Land, welches allerdings in letzter Zeit durch Migrationsströme zum Drogenumschlagsplatz geworden und stark destabilisiert wurde. Leider.

    Wenn die Vereine bei uns besseres Training anbieten würden, käme es auf so eine frühe Auswahl von Spielern durch den Verband vielleicht weniger an. Werf ich mal so als Gedanken ein. Außerdem wird m.E. Talent überbewertet. Zumal es in der Phase, in der die Auswahl von Spielern stattfindet schwer erkennbar ist, ob jemand höher talentiert ist oder eben durch gutes und schon längeres Training einfach weiter ist in seiner Entwicklung.

    Tendenziell würde ich maximal einen Jahrgang höher spielen. Bei zwei Jahrgängen scheitern m.E. gute Aktionen öfters an der rein körperlichen Überlegenheit der Gegner. Was mich etwas irritiert ist, dass Ihr Scorerpunkte zählt und dass Du das gute Zusammenspiel erwähnst. Das interpretiere ich mal als Pass- und Stellungsspiel, welches schön aussieht, aber nicht unbedingt Aufschluss über die Spielerentwicklung des Einzelnen gibt.

    Insgesamt schwer zu beurteilen. Entscheidungskriterium wäre für mich der Spaßfaktor (aus Sicht des Jungen, nicht aus Deiner) und wo er mehr Bewegung und mehr Ballkontakte hat. Da wird er sich besser entwickeln.