Beiträge von Fechter

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    Ja, aber sie sollten schon wissen, wo sie es suchen. Wenn der Verteidiger 10 m vor dem eigenen Tor den Ball hat und er hat eine sichere Anspielmöglichkeit, dann sollte er das 1:1 vermeiden. Risiko ja, aber an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit. In der Angriffszone ist das ganz was anderes.

    Und offen gesagt, ich rufe auch eher selten "gib den Ball ab", aber wenn der Angriffsspieler 3 mal hintereinander 15 m vor dem Tor ins 1:1 geht, den Ball dabei verliert statt ihn an einen freistehenden weiteren Angreifer abzuspielen, dann ist das auch irgendwie blöd und sollte mal vom Spieler überdacht werden.

    Also wenn ich das mal etwas überspitzt auf den Punkt bringe, dann bin ich ein guter Trainer, wenn die Jungs Spaß haben, alle mal auf allen Positionen gespielt haben, kein Problem mit Niederlagen haben und über mehrere Jahre dabei bleiben.


    Auf das Beherrschen von Grundtechniken, Individualtaktik oder Gruppentaktik scheint es dann ja eher nicht anzukommen. Und reaktions- und laufschnell müssen die Kinder dafür auch nicht sein. Ballbeherrschung nicht wichtig.


    Keiner der Jungs wird für das Verbandstraining ausgewählt, keiner der Jungs spielt dann später mal in höheren Liegen und meine Mannschaft spielt immer in der untersten Liga. Siege wären dann eher etwas, was so zufällig mal passiert. Und ich bin ein guter Trainer?


    Ich teile ja die Auffassung, dass man das Gewinnen nicht an allererster Stelle stellen soll und dem nicht alles unterordnen soll. Aber ich und meine Jungs treten an um zu gewinnen und Spaß zu haben und vor allem auch einen guten Fußball zu spielen. Und sie geben alles um zu gewinnen. Und wenn sie dann nicht gewinnen ist es keine Schande, wenn man alles gegeben hat. Mir geht es definitv darum, jede übernommene Mannschaft zu verbessern. Dabei sind Siege nicht der alleinige Gradmesser, aber schon etwas, was auch eine klare Bedeutung hat. Das ist für mich Sport.

    Caoching Zone hat eine Übung mit Co-Trainer in 5 Einzelpunkten beschrieben, die er seit 5 Wochen macht. Vielleicht habe ich die Übung nicht ganz kapiert, aber unter einer Spielform stelle ich mir was anderes vor.

    Denkst Du Goodie, dass das Problem jetzt gelöst ist? Und davon abgesehen geht es ja wohl nicht nur um Troete und sein Team allein sondern eben auch den Gedankenaustausch von allen Teilnehmern, was man in so einer Situation generell machen kann. Interessant wäre allerdings schon, wie es jetzt beim Team läuft.

    Wenn ich immer verliere heißt das ja wohl ich bekomme immer mehr Tore rein als ich schieße. Tore zu verhindern ist m.E. genau so wichtig, wie Tore zu schießen. Das müssen die Jungs verinnerlichen. Und dann wären wir beim von Constantin angeregtem 1:1, was ich dann aus defensiver Sicht in den üblichen Varianten (lange Distanz am Flügel, lange Distanz zentral, kurze Distanz, sowie Verteidiger im Rücken) trainieren würde.

    Springender Punkt ist m.E. dass der Verteidiger, der dem Angreifer zunächst entgegen geht, dann aber die Laufrichtung wechselt und mit dem Angreifer sozusagen mitgeht und ihn abdrängt und nicht nur entgegenläuft und dann einmal versucht das Bein zwischenzuschieben. Haben die Jungs das begriffen, sollte die Verteidigung sich deutlich verbessern und aus der verbesserten Verteidigung werden sich auch gute Gegenangriffe machen lassen.

    Und die oben von Troete beschriebenen Dinge, die er im Training versucht hat, die aber nicht geklappt haben mit (Kapitän etc.) würde ich statt sie immer wieder zu versuchen einfach mal für ne Weile ganz weglassen. Spart Frust auf beiden Seiten.

    Zum Thema Übungen unter Gegnerdruck brauche ich m.E. gar nicht eine bestimmte Anzahl von Spielern. Selbst bei einer simplen Torschussübung kann ich einfach einen Verteidiger mit einer kleinen Verzögerung so bringen, dass er den Torschützen in der Regel nicht erreicht, aber subjektiv einen gewissen Gegnerdruck erzeugt. Und das gilt für alle Übungen.


    Ansonsten einfach viel in Kleingruppen spielen lassen 3:3 auf kleine Tore (evtl. als Funino auf 4 Tore). (oder als uno, dos, tres mit Richtungswechsel und/oder Ballbesitzwechsel auf Zuruf). Mal einen Tennisball reinwerfen zum Weiterspielen. Spaß reinbringen. Hat bei uns viel verbessert, ohne dass ich viel geredet habe. Ist auch ne 2007 ner.

    2. und 3. Liga sind ja im Regelfall auch noch auskömmlich. 3. Liga wohl eher so, dass man im Anschluss noch arbeiten muss. Was in der Diskussion fehlt sind belastbare Zahlen bezogen auf Deutschland. Subjektiv teile ich den Eindruck von Neymar, dass es zu wenig schaffen. Könnte vielleicht daran liegen, dass in der Übergangsphase von der A-Jugend zur 1./2. Bundesliga eben viele ausländische Talente als Konkurrenz mit hinein wollen. Das ist so gesehen auch der Nachteil des vielen Geldes, was dort im Umlauf ist. In Kroatien, Tschechien oder Österreich dürfte es so gesehen vielleicht leichter sein für die dortigen Talente. Aber eben auch nur eine Annahme. Vom spielerischen Vermögen her bin ich felsenfest davon überzeugt, dass es pro oben mitspielender A-Jugend Bundesligamannschaft sicherlich mehr als 3 Spieler gibt, die in der Buli spielen könnten.

    Whow, vielen Dank für diese ausführliche und konstruktive Stellungnahme. Das sind gute Anregungen, die mir bestimmt einen Schritt weiter helfen. Mein Training war tatsächlich was Gruppen und Mannschaftsaktik angeht etwas unterbelichtet, auch weil ich ganz bewusst die Grundtechniken voran gestellt habe. Aber jetzt müssen wir wohl den nächsten Schritt machen. Vielleicht muss ich auch den Spielern eine Spielphilosophie näher bringen vom Verständnis her.


    Ach so. Hinweis noch für Constantin. D Jugend hier in Berlin spielt ohne Abseits über das Halbfeld. 7 Spieler + Torwart. Ich habe zunächst versucht, 2 , 3 , 2 zu spielen. Das hat aber nicht funktioniert, weil das Mittelfeld sich zu wenig für die Verteidigung eingesetzt hat. Somit spielen wir jetzt 3, 3, 1. Funktioniert besser, wenngleich wir damit im Angriff öfter in Unterzahl sind. Im zweiten D Jugendjahr werde ich es sicher noch mal mit der etwas offensiveren Variante probieren.

    Habe eine ganz passable D 2 (Jahrgang 07). Die Jungs sind schnell, recht beweglich und können auch ganz gut mit dem Ball umgehen. Im Spiel habe ich folgende Schwächen identifiziert:

    Pässe werden oft erst in Bedrängnis gespielt und dann mehr rübergeschoben als mit einiger Schärfe gespielt.

    Die Verteidigung in den 1:1 Situationen klappt ganz gut, wenn der Gegner direkt in die Tiefe geht oder diagonal läuft. Sobald der Gegner aber den Spielaufbau mit Querpässen vornimmt und ein wenig abwartet, fühlt sich auf keiner richtig zuständig, den Ballführenden zu attackieren.

    Wir haben relativ viele Balleroberungen, verschenken die dann aber oft wieder, weil der Ball nach Eroberung häufig nicht kontrolliert gepasst wird und vor allem, weil nicht nachgesetzt wird.

    Das Training bemühe ich mich, so einigermaßen nach DfB Standard zu machen. 20 - 30 Min vielseitige Bewegungsschulung mit und ohne Ball, teilweise dabei auch freies Dribbeln und freies Passen. Dann meist Technikübungen ca. 20 Min. Den Rest dann Spielformen oder auch freies Spiel, je nach Anzahl der Spieler. Grundsätzlich glaube ich, dass die Fähigkeiten eigentlich da sind, aber es wird in der Spielsituation manchmal nicht abgerufen oder einfach nicht gewollt.


    Freue mich über jede Art von Hinweisen.

    Toll wäre, wenn DerMarkE drüber berichten würde, was aus der Sache geworden ist. Ich würde auf jeden Fall die Jugendleitung mit einbinden, wie das hier auch schon vorgeschlagen wurde. Die ist dafür da. Ansonsten tendiere ich auch eher zu José s Meinung, dass der Trainier durchaus einen Einfluss auf die Entwicklung hat und m.E. sogar im Jugendbereich mehr als später, was dann natürlich auch wieder Spekulation ist.

    Letztlich beißt sich die Katze immer wieder in den Schwanz. Die Vergütung ist idR sehr gering, somit brauchst Du viel Enthusiasmus und es sind auch viele "echte Amateure" als Jugendtrainer unterwegs, die eben den guten Willen aber leider nicht die gute Ausbildung für den Kinderfußball haben. Sollte ihnen aber niemand vorwerfen, der es nicht besser macht. Denn würde es sie nicht geben, gäbe es halt gar keine.

    Über kurz oder lang wird sich das verändern müssen. Gute Ausbildung muss auch bezahlt werden. Das ist in anderen Sportarten schon lange so. Und wenn Du die Ausbildung gut bezahlst, dann kannst Du erstens auch erwarten, dass Du vernünftige Trainer findest und dass diese dann auch vernünftig arbeiten. Ich weiß, dass das mehrheitlich hier anders gesehen wird, glaube aber kaum, dass man daran vorbei kommt. Schließlich steigen die Anforderungen an die fußballerische Ausbildung. Das ist von Elternteilen ohne Trainerschein einfach nicht mehr zu leisten und selbst mit kein Kinderspiel.

    Nicht auf der Straße. Manchmal auf dem Bolzplatz. Aber man sollte sich diese im Verein selbst ranziehen. Dafür muss das Traineramt auch in Bezug auf die Bezahlung attraktiver werden. Deshalb gibt es m.E. einen ganz klaren Zusammenhang zwischen viel zu niedrigen Vereinsbeiträgen im Fußball und Trainermangel bzw. schlechten, nicht lizenzierten Trainern.

    Ein immer wieder auch in Zusammenhang mit den Traineraufwandsentschädigungen diskutiertes Thema. Bei uns in Berlin sind überwiegend auch Monatsbeiträge um die 10 Euro/Monat im Jugendbereich üblich, so dass bei 2 Trainingseinheiten € pro Woche kaum 1,5 Euro auf einen Termin entfallen. Davon müssen Verbandsbeiträge vom Verein abgeführt werden und Bälle, Leibchen, Spieletrikots gekauft werden. Somit ist klar, dass dann kaum Aufwandsentschädigungen im 3 stelligen Bereich für die Trainer/Übungsleiter gezahlt werden können.

    Ich halte das für schlecht, weil der Trainerjob nur mit sehr viel Idealismus gemacht werden kann. Es gibt sicher viele, gerade jüngere Fußballer, für die der Zeitverlust auch ein Arbeits- und Geldverlust ist, den sie nicht kompensieren können. Schon gar nicht sind sie bereit oder in der Lage, für umsonst die Trainerlehrgänge zu besuchen, oder wie es bei mir war, diesen sogar noch selbst zu bezahlen. Somit ist die Situation in den kleineren Vereinen die, dass zu einem großen Teil nicht lizenzierte Elternteile das Training so machen, wie sie es für richtig halten, aber eben sicherlich nicht gut. Nirgendwo auf der Welt kann man eine gute Leistung längerfristig ohne angemessene Gegenleistung erhalten.

    Ganz problematisch wird es dann, wenn das wenige Geld, was die Kinder bezahlen, vom Verein noch für die ersten Herren genommen wird, die irgendwo in der Kreisklasse kicken. Für die gibts dass Trainingsanzüge, evtl. gemeinsame MIttagessen und einen halbwegs bezahlten Trainer.

    Denke wir reden hier aneinander vorbei. Kommt im übrigen etwas überheblich rüber. Glaube kaum, dass Du aus zwei kurzen Wortbeiträgen beurteilen kannst, wie gut oder schlecht ich ausbilde. Wüsste auch nicht, warum Dein Funino besser sein sollte als meins. Mal abgesehen davon, dass wir viele unterschiedliche Spielformen praktizieren, bei denen Funino nur eine ist. Das 7:7 ist durch den Verband vorgegeben und von 10 bis 11 Jährigen auch ganz gut zu bewältigen. Das räumt ja auch Horst Wein ein. Im Training können wir das logischerweise eher selten machen, weil wir im Regelfall gar nicht 14 sind.

    @ Ersatzbank. Was meinst Du mit dem Satz: "Wenn die Spielform noch nicht angepasst ist"

    Wir spielen auch Funino, bei uns ist das aber ein 3:3 manchmal auch 4:3. Dort wird m.E. sogar mehr gepasst als beim 7:7 weil sich die Dreiecke mehr oder minder automatisch ergeben. Im Übrigen ist das für mich eine Ergänzung und keine Alternative zum 7:7, das wir ja in den normalen Punktspielen machen müssen. Insofern sehe ich hier kein Gegensatz sondern eine Ergänzung.

    Ballbeherrschung, Fintieren etc. alles wirklich schön und wichtig für die Spielerausbildung. Aber Fußball ist trotzdem noch ein Mannschaftssport. Und wenn ich einen sehr guten Dribbler im Team habe, der sich den Ball von der Grundlinie holt und dann durchs ganze Gegnerteam Slalom läuft und den Abschluss sucht, ist das ja ab und zu wirklich schön. Aber irgendwann geht es auch zu Lasten des Teams und der anderen Spieler, die sich auch beteiligen wollen und natürlich auch zu Lasten des Ergebnisses. Kann mir doch niemand erzählen, dass ihr nicht mit Euren Teams gewinnen wollt. Passen und freilaufen gehört m.E. ebenso zur Grundausbildung wie dribbeln und fintieren. Ich sehe hier nicht unbedingt einen Gegensatz.