Ist ein Thema, was wir hier schon öfters in unterschiedlichen Fäden hatten. Die Wahrheit, wenn es die überhaupt gibt, liegt m.E. in der Mitte. Grds. bin ich bei Malikinho. Und ich wundere mich immer wieder, was Trainer da so machen mit Kontaktbegrenzung, ständigem Zurufen für den Pass, am besten noch zu wem. Habe mir auch schon viel Kritik von außen anhören müssen, teils direkt geäußert, mehr aber hinter vorgehaltener Hand Getuschel, dass es nicht richtig sei, dass ich es zulasse, den Spielern XY die Freiheit zu geben, mit dem Ball nach vorne zu gehen und den Torabschluss zu suchen.
Aber: Es geht schon auch ums Gewinnen. Ich finde das sollte nicht an erster Stelle stehen, aber es ist eben auch nicht irrelevant sondern elementarer Bestandteil eines Wettkampfsportes.
Es gibt sicherlich auch Grenzen des Dribblings. Es kann ja nicht sein, dass jeweils immer nur ein Spieler in Ballbesitz so lange dribbelt, bis er irgendwann an einem oder mehreren Gegnern hängen bleibt. Zur fußballerischen Ausbildung gehört auch das Auge für den Mitspieler und die individuelle Entscheidung, dass in bestimmten Situationen der Pass eben mal die bessere Aktion ist. Und vor allem eben auch eine Risikoabschätzung, dass ich in der Verteidigungszone nicht dieselben Risiken eingehen, wie vielleicht vor dem Tor des Gegners.
Und da bin ich dann tendenziell wieder bei Topepe. Die von ihm beschriebene Situation hatte ich als mein Sohn mit dem Fußball anfing. Er war mit den meisten anderen so mittelprächtig. Ein Spieler war am Ball überragend für sein Alter. Der Trainer hat das dann zugelassen, dass der praktisch das ganze Spiel allein macht. Und das kann es eben auch nicht sein. Der sicherlich begabte Junge spielt übrigens nicht mehr.
