Beiträge von Fechter

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    Gespräche mit dem Trainer mögen sinnvoll sein, um die Situation klarer zu erkennen. Sie werden aber grundsätzlich an der Situation nichts ändern.

    Wenn der Papa Trainer gewesen ist, sollte er das Spielvermögen des Sohnes im Vergleich zu den anderen Spielern realistisch einschätzen können.

    Variante a: Der Sohnemann ist nicht schlechter als der Durchschnitt der anderen -> Dann ist es eine persönliche Sache -> Verein wechseln

    Variante b: Der Nichteinsatz ist wegen starken Leistungsgefälles gerechtfertigt. -> Verein wechseln.

    Hatte eine ähnliche Situation mit meinem Sohn, der extra von der C2 in die C1 geholt wurde, dann dort aber nicht gespielt hat. Er ist dann nach der Saison in sein altes Team zurück, war da Leistungsträger und hat regelmäßig gespielt.


    Also raus aus dem Team und damit den Frust beseitigen.

    Jense: Was soll denn der Trainer wegen der Gefühlslage machen? Ihn entgegen seinem Willen doch ab und zu ein paar Minuten spielen lassen? Das bringt doch nichts.

    Wie so oft sehen wir aber bei Teams vor dem Match , daß bei einem Torschuss sich immer noch die ganze Mannschaft in die Warteschlange anstellt und der Trainer vorlegt.

    Das haben wir aber immer so gemacht. :) Manches hat auch seine Berechtigung, auch wenn es nicht den neuesten Erkenntnissen entspricht. Einfach weil es ein geübtes Ritual ist. Das gibt ein wenig Sicherheit und Fokussierung. Und die Ballkontakte holen sich die Kids bei den Aufwärmübungen vor dem Torschuss. Gelegentlich lasse ich die Jungs auch mal eine Runde laufen. Einfach zum Runterkommen. Nach so einer Runde gehen die folgenden Übungen meistens ganz gut.


    Andere sind tatsächlich einfach resistent gegen jede Modernisierung. Die schauen in kein Buch, keine Trainingsvideos und gehen auch nicht mal zu kostenfreien Fortbildungen. Die wissen wie es geht, weil sie ja vor so und so viel Jahren ein guter Fußballer waren. Denen ist nicht beizukommen.

    Ich denke, dass Du bei Deiner Kalkulation Verwaltungskosten vernachlässigst. Angefangen vom Telefon über EDV, ggf. Vergütung für eine Teilzeitorganisationskraft, Beiträge an den Verband, Schiri-Vergütungen, Versicherung, etc. pp. Wenn der Verein mal ein Tornetz anschafft, Bälle etc. pp. geht das auch ganz schön ins Geld.

    Der Beitrag ist einfach viel zu niedrig. Quersubventionierung von Jugendmannschaften nach oben zu den Herren soll es geben. Wird wohl meist recht verdeckt gemacht, so dass das für Außenstehende schwer zu erkennen ist. Andererseits wirst Du vernünftige Großfeldtrainer auch nicht für umsonst aus den Eltern rekrutieren können. Das muss man sehen.

    Scheint so? Allerdings liegst Du falsch mit Deiner Vermutung. Richtig lesen bitte. Klar behaupten die nicht, dass es neu ist, sie tun aber so, als hätten sie es wiederentdeckt. Sandro sagt ja auch in etwa., "wenn ich das früher gewusst hätte"

    Und die von Dir genannten Provokationsregeln habe ich ja selbst erwähnt. Insoweit trägst Du Eulen nach Athen.

    Ist halt so, dass mit diesen Übungen idealtypische Mittelfeldspieler mit Offensivdrang vorwiegend geschult werden.

    Die sprechen so, als wär das jetzt ganz was neues und eine Sensation. Das gibt es ja nun schon wirklich bissel länger. Und nur funino oder formino ist auch langweilig. Wenn man das Prinzip verstanden hat, kann man sich selbst wie mit einem Baukasten ziemlich viele Formen zusammenbasteln. z.B. Außenanspieler seitelich oder in der Tiefe. Außenanspieler neutral oder nicht neutral von jeder Mannschaft. Mit 2 Toren, 4 Toren, wechselnde Tore, wechselnde Spielrichtung. Neutraler Anspieler im Feld, Torabschluss erst nach einer Anzahl von Pflichtpässen oder Maximalzahl von zulässigen Pässen, etc. pp. Ist alles klasse und funktioniert auch.

    Eine positionsspezifische Schulung ist das aber eben nicht. Und dann sind wir wieder beim Thema Stoßstürmer und echter Abwehrrecke, welche tendenziell beide fehlen. Keine Ahnung wie man den Konflikt auflöst.

    Kleine Anekdote. Ist mir vor einigen Jahren auch so gegangen. War mein zweites Jahr als Jugendtrainer. Nach dem ersten Jahr mit fast nur Niederlagen hatten wir uns deutlich verbessert und ich bin zuversichtlich in ein Ligaspiel gegangen. War 1.E. Also 6 Feldspieler 1 Torwart.

    Dann haben die Gegner uns zusammengeschossen. Während des Spiels war ich nur konsterniert und wusste nicht so recht, wie uns geschieht. War irgendwie blockiert. Der Gegner hat aus unserer Hälfte lang nach vorne gespielt. Die hatten zwei pfeilschnelle Stürmer, die dann die Bälle erlaufen haben und meine aufgerückten Verteidiger konnten dann nicht hinterher. War immer gleich. Die hatten keinen Spielaufbau und waren insgesamt nicht wirklich besser, aber eben erfolgreicher. Trotzdem nichts, was ich irgendwie nachahmen würde.

    In dem Spiel war es natürlich meine Schuld, dass ich das zu spät realisiert hatte. Allerdings habe ich mit Taktikumstellungen in dem Alter eher schlechte Erfahrungen gemacht. Wenn man das vorher nicht schon mal so gespielt hat, nützt es meistens nichts, eine andere Formation zu wählen. Ich hätte einfach zwei Verteidiger tiefer stehen lassen müssen und dabei in Kauf nehmen müssen, dass wir in Unterzahl vorne sind. Aber was solls.

    Ich grätsche mal so rein, habe nicht alle Beiträge gelesen. Klar ist, dass es nicht den einen Grund gibt. Es sind mehrere, wahrscheinlich sogar viele. Ich persönliche sehe das Ballbesitzspiel als Selbstzweck sehr kritisch. Es läuft dann immer besser, wenn die gegnerischen Mannschaften nicht tief stehen und selber das Spiel machen wollen. Dann öffnen sich da eben mehr Räume.

    Ein Punkt ist mir noch in den Sinn gekommen, als ich die Doku "All or nothing" geschaut habe. Ich fand den Aufwand, der für das Team betrieben wurde irrsinnig. Psychologe, Physiotherapeut, Arzt, extra Spielanalytiker, modernste Multimediapräsentationen, gruppendynamische Erlebnisspiele, Luxusresort mit Familientag und und und. Rundum gepampert halt. Ich habe nichts gesehen, wo ich sagen könnte, das dass falsch war, was die gemacht haben. Ich hatte allerdings den Eindruck, dass das eine Art von Überbetreuung war und auch ein Übercoaching, was zu sehr auf einzelne Spielmomente runtergebrochen wurde.

    Man hält die Jungs in einer Wohlfühl-Erlebniswelt und meint alles im Vorhinein ausplanen zu können. Und dann kam es eben doch etwas anders als erwartet bzw. geplant. Vielleicht sind die einfach zu weich geworden und auch etwas unselbständig, um mit der Situation umgehen zu können. Na ja, nur so ein Gedanke.

    Na ja, wenn ich Philosoph wäre, hätte ich nichts gesagt. Die Aussage: "kommen von den besten Vereinen" suggeriert ein wenig, dass die Vereine die zu den besten Spieler gemacht haben und das ist im Jugendbereich definitiv nicht so. Bin da jetzt schon ein paar Jahre im Kleinfeldbereich unterwegs und die Guten gehen dann halt weg. Entweder von sich aus oder weil sie massiv abgeworben werden. Und dann schmücken sich die "guten Vereine" mit diesen Spielern und klopfen sich für ihre gute Jugendarbeit auf die Schulter.

    ... Wir bekommen erst ab B was und auch nur wenn was über bleibt. Dafür erhalten wir 100 € im Jahr Betreuergeld, dass landet in die Mannschaftskasse. ...... Ehrenamt ist keine Bereicherung sondern eine Ehre.

    Das ist absolut begrüßens- und ehrenwert, wenn das jemand aus diesem Antrieb heraus macht. Man muss das aber auch akzeptieren, wenn andere dazu nicht bereit sind. Gerade jüngere Leute. Mein Sohn 16, hat mir in der vorletzten Saison etwas assistiert und das ziemlich gut. Er hat seit der F alle Jugendteams bis hoch in die B durchgespielt. Er wird kein Leistungsfußballer, aber er ist ein guter und erfahrener Spieler. Er wäre der ideale Nachwuchscoach und mittelfristig sicher ein viel besserer Trainer als ich. Er ist aber für lau dazu nicht bereit. Wenn er was macht, möchte er sich schon ein erweitertes Taschengeld dazu verdienen. Und das kann ich auch verstehen in dem Alter, wo gleichaltrige, falls sie genug Zeit neben der Schule haben, irgendwo jobben gehen. So wie er, machen es viele halt nicht, obwohl sie dazu geeignet wären. Und deshalb stehen immer wieder ungeeignete Elterntrainer in den Jugendteams vor allem der untersten Jahrgänge am Spielfeldrand. Und das ist schade. Wenn wir die Misere im oberen Leistungsfußball sehen, hat das m.E. auch damit etwas zu tun, dass vielen Jungs eben gerade am Anfang nicht die nötigen Grundfertigkeiten beigebracht werden. Deshalb glaube ich, dass sich das über kurz oder lang professionalisieren muss. Und ehrlich gesagt verstehe ich auch Eltern nicht, die für ein gutes Sportangebot mit Lizenztrainern nicht bereit sind, mehr als 15 Euro pro Monat auf den Tisch zu legen. Das ist auch eine Missachtung der angebotenen Leistung.

    Sorry, aber mit so was macht man doch die Jungs kaputt. Da hat doch jeder (Spieler wie Trainer) spätestens am Saisonende die Lust verloren. Ich würde mich da weigern so einen Unsinn mitzumachen. Das widerspricht doch allem, was hinsichtlich Spielerentwicklung bisher Konsens war und ist.


    Und Haube, wie sollen die denn da Vollgas geben. Das ist doch bei den Laufwegen zum Scheitern verurteilt. Das ist doch überhaupt nicht über die Spielzeit durchzuhalten.

    Wenn da tatsächlich mit 9:9 auf dem vollen Großfeld gespielt würde, wäre das ja der komplette Schwachsinn. Die rennen sich doch tot die Jungs. Da brauchst Du keine Technik mehr trainieren. Nur noch Konditraining und lange Pässe trainieren. Also genau so, wie es eigentlich nicht sein sollte.

    Die besten Spieler kommen von den besten Vereinen. Das ist nunmal so.

    Sich in den besten Vereinen gegen die besten Gegenspieler bzw Vereine durchzusetzen ist ja schon mal eine gute Voraussetzung für höhere Aufgaben.

    Ne, die besten Spieler gehen irgendwann zu den besten Vereinen bzw. meinen sie müssten da hin. Irgendwann, wenn sie dann ne Weile dort sind und nicht wieder aussortiert wurden, dann stimmt die Aussage sozusagen im Nachhinein. Aber eigentlich stimmt sie nicht.

    granitX Deinen letzten Absatz kann ich unterschreiben. Wer es denn derzeit sein sollte, weiß ich auch nicht. Allerdings denke ich schon, dass ein neuer Trainer es einfacher hätte, neue Stimmung und Zuversicht zu wecken als einer, mit dem es bisher so schlecht läuft, wie mit Flick.

    Beim Thema Füllkrug sind wir bei einem besonderen Problem. Nämlich, dass ja manche meinen oder meinten, man brauche keine Stürmer. Die werden eben nicht herangezogen. Es wir der Idealtypus von offensivem Mittelfeldspieler für das Verbandstraining ausgesucht. Und später wundert man sich, dass es keine richtigen Stürmer mehr gibt. Ein großer, etwas ungelenker Typ, der einfach intuitiv weiß, wo er stehen muss und dann den Ball mit Picke, der Sohle oder dem Absatz irgendwie rein drückt kommt nicht in die Förderung.

    Auf dem Level kommt es auf Kleinigkeiten und auf Taktik an. Für mich ist das ganz klare Trainerverantwortung. Gerade bei den Herren, wo ja definitiv Spieler dabei sind, die in Vereinen auf hohem bis höchstem Niveau spielen. Nicht alle, aber ein guter Teil. Individuell bessere Spieler im Schnitt jedenfalls als die Teams, gegen die wir rausgeflogen sind.


    Und wenn die, die in der Verantwortung für die Schlechtleistungen sind, plötzlich mit Rezepten für Verbesserung kommen, ist das irgendwie komisch.

    Natürlich kann man sich auf den Standpunkt (den ich nicht teile) stellen, dass der Einfluss des Trainers nicht groß ist. Aber auch dann müssten die Trainer zurück treten, weil sie eben nichts bewirken können. Dann kann ich ja irgendeinen x beliebigen Trainer hinstellen und ihm 1/10 des Gehaltes von Flick geben.

    Löw hätte beim Vorrundenaus zurücktreten müssen, wenn er eine Spur Stolz gehabt hätte. Und Flick habe ich für einen sehr guten Trainer gehalten, aber wenn es eben nicht mit ihm klappt, gibt es keinen Grund es weiter zu machen. Zu den Damen will ich mich nicht äußern, weil ich da zu wenig geschaut habe. Es passt aber irgendwie alles in ein Gesamtbild. Deutschland befindet sich insgesamt in einem Abwärtsstrudel in vielen Sportarten. Und dann wird nach Geld gerufen und weiter so gemacht.

    Deshalb, es geht nicht darum, ob es in der Jugend Auf und Abstiege gibt in Deutschland, sondern ob die Jungs hungrig sind, ueber ihre Grenzen und aus ihrer Komfortzone raus wollen.


    Aber hier bei uns machen wir es noch angenehmer fuer unsere U19 Stars vom FSV Frankfurt, RW Essen, Wehen Wiesbaden, FC Heidenheim... Die muessen ins Zukunft auch nicht mehr zum "Poebel" fahren und sich mal in einer normalen Kabine umziehen oder mal auf einem Rasen spielen, der nicht aussieht wie ein Teppich.

    Da ist sicherlich einiges dran. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen meine Tochter ein Jahr zur sog. Eliteschule des Sports zu bringen (nicht Fußballerin, in anderer Sportart unterwegs). In die Schule gehen u.a. auch Nachwuchskicker eines Bundesligisten. Auffällig viele von diesen wurden in großvolumigen Suvs, nicht unbedingt Cayenne, aber in der Größenklasse zur Schule gebracht. Da habe ich mir auch oft gedacht, dass es möglicherweise für den Ehrgeiz und Antrieb nicht unbedingt hilfreich ist, wenn man schon in jungen Jahren so komfortabel lebt. Ein Bedürfnis nach sozialem Aufstieg kann es da ja gar nicht mehr geben. Kann man den Kids letztlich nicht vorwerfen. Sie sind da hineingeboren.

    Ich tue mich nach wie vor etwas schwer, während eines Spiels zu erkennen, welche taktischen Veränderungen notwendig sind.

    Geht mir immer noch so. Zumal Taktikanweisungen (ich spreche hier von Kleinfeld F bis D) häufig bei mir in die Hose gegangen sind. Hat unterschiedliche Gründe. Meistens sind die Kids nicht in der Lage, das richtig umzusetzen. Sie spielen immer am besten, wenn sie so spielen wie sie es gewohnt sind. Manchmal lag ich auch schlicht falsch. TrainerTalker: Habe nur die C Lizenz. Und da war das, was man an Taktik gelernt hat, doch recht begrenzt. Hatte eine 20 stündige Fobi für C / B Lizenz zu Angriffstaktiken, die dann aber auf Großfeld konzipiert waren. Insgesamt bin ich immer am besten gefahren, wenn ich Taktikerwägungen nicht in den Vordergrund gestellt habe.

    Habe auch schon mal nach Spielen mit dem gegnerischen Trainer gesprochen, wie er das gesehen hat oder welche Taktik die hatten. Da ist schon hin und wieder ein wertvoller Hinweis gekommen. Natürlich sind da nicht alle so offen. Die am wenigsten hilfreichen Tips kommen bei uns vom Spielfeldrand (Elternseite). Das muss man ausblenden.

    P.S.

    Für Großfeld ist die Seite Spielverlagerung.de wirklich inspirierend.