Ich fühle mich jetzt mal von Andre's Kritik angesprochen, weil ich hier immer eher eine Minderheiten-Position vertreten habe. Mit der Kritik kann ich gut leben, aber was mich stört, ist, dass hier im Forum überall Funino als Wettkampfform im Sinne einer heiligen Kuh als all selig machendes Dogma und Lösung für Alles dargestellt wird, was nicht mehr hinterfragt werden darf. Wer das tut, ist nach Ansicht von Andre und einiger Anderer ein Vollidiot, wenn nicht sogar gemeingefährlich.
Wir Alle bemühen uns um Kind-gerechten Fußball, der gleichzeitig Ausbildungs-orientiert ist und auch Freude (einschließlich Erfolg) bringt, wobei diesen beiden Zielsetzungen abhängig von der jeweiligen Trainerpersönlichkeit unterschiedliche Gewichttung beigemessen wird.
Ich denke es braucht, gerade mit dem Thema Funino, das man sich mal intensiv damit beschäftigt.
Es ist ja gar nicht so weit von den DFB Empfehlungen für kindgerechtes Training entfernt. (Viele Spielformen in kleinen Gruppengrößen etc. etc.). Funino ist auch nicht 4 kleine Tore, munter drauf los, sondern viel mehr.
Ich kann nur von mir selber sprechen, als einer, der das, damals ziemlich alleine im Kreis, seit 3 JAhren (leider nur im Training und auf selbstorganisierten Turnieren) wirklich praktiziert. Es geht um die Horst Wein Philosophie, die man im Training umsetzt. Dies tun auch NLZ im Grundlagenbereich ohne dabei immer auf 4 Tore zu spielen. Ich möchte nichts unterstellen, aber ich glaube das viele -Gegner- das Thema gar nicht verstehen, weil Sie es von vorneherein ablehnen. Ich trainiere nun eine D1, in der 6 meiner Spieler, die nach H. Wein trainiert haben, sind, sowie 11 Spieler
die das klassische Training genossen haben. Beide Jugenden waren bis zur E sehr ergebnis-erfolgreich.
Ein Training nach H.Wein schließt das ja auch nicht aus. Ich habe nun gestern einmal 5gg.5 Formino jung gg.alt spielen
lassen. 4x2007 er Jahrgang plus 2 2008er gegen 6 -2006er Jahrgang. Um das nicht auf Formino zu beschränken, (gewöhnungseffekt), habe ich das auch in einer Spielform (hier Umschaltspiel- auf Jugendtor, Angriffsrecht gewinn durch Anschlußaktion nach Ballgewinn auf 2 kleine Tore ) mit gleichen MAnnschaften praktiziert.
Die jüngeren haben beide Spiele nicht nur sehr klar gewonnen, sondern dominiert.
Auf dem 9er feld(für mich auch noch zu groß für D Junioren) spielen die jüngeren wie selbstverständlich, es gibt gar keinen Umgewöhnungseffekt, wobei die älteren schon im letzten Jahr, als Sie schon D Jugend waren, große Probleme in Punkto Wahrnehmung, Verstehen, entscheiden hatten. die Ausführung war kein Problem, das wurde ja ausschließlich trainert. Leider kam es meist zu einer falschen Entscheidung, sodaß die Ausführung relativ oft mißlang.
Langer Text, was ich aber damit sagen will: Ich habe oft an mir und dem Konzept gezweifelt, aber ich bin jetzt in der D Jugend mehr denn je davon überzeugt. Bis zur E Jugend kann man m.e. viel kaschieren. Durch Instruktionen, einzelne Topspieler etc. etc... Irgendwann wird deutlich, ob man seinen kleinen Beitrag zur Entwicklung der Kinder wirklich geleistet hat, indem man sich zurückgenommen hat.
Meine Meinung.
Edit: Die Kinder die nach der H.WEin Philosophie trainierten, verstehen Schwerpunkte, die durch Provokationsregeln gesetzt werden sehr schnell. Die -anderen- (die durchaus gute Fußballer an sich sind), können nicht beantworten, welche Schwerpunkte eine Spielform hat. Das ist m.e. auch ein schöner Nebeneffekt zur -Spielintelligenz-(hier mal bewußt anders gemeint)
