Beiträge von Chris

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    So unterschiedlich sind da die Meinungen...


    Da ja völlig unklar ist, ab wann wieder normal gespielt werden kann, macht es für mich z.B. keinen Sinn zu sagen, wir brechen jetzt alles ab und fangen im September mit 20/21 neu an. Wer weiß denn, ob das geht?


    Da würde ich lieber erst mal das Laufende beenden, und wenn es im Juli/August, September/Oktober wäre, und dann eben schauen, was man macht ab dann mit der kommenden Saison.


    Es lässt sich doch gar nicht vernünftig planen im Moment.

    Für mein Gerechtigkeitsempfinden würde ich die Herbstmeister in den aufstiegsberechtigten Jahrgängen heranziehen und gut ist!

    Hört sich auf den ersten Blick gut an, auch mit Quotient oder aktuelle Tabellen, aber das funktioniert nicht für viele Ligen nicht. Hier hat z.B. eine überkreisliche Liga 3 Absteiger und die sieben Kreismeister spielen nach der Saison die drei Aufsteiger in diese Liga aus. Sollen nun alle sieben aufsteigen?

    Video- und Computerspiele hat es schon vor mittlerweile 25 Jahren gegeben. Das fällt als Erklärung also aus.


    Kurze Zusammenfassung der wichtigsten Gründe, die aus meiner Sicht greifen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit


    1) Sehr großes Angebot an anderen Dingen, die man zum Zeitvertreib machen kann

    - Interessant, dass der Fußball trotzdem eine ziemlich starke Position hat. Es lohnt sich also zu überlegen, welche Aspekte den Fußball attraktiv machen und diese zu verstärken/zu betonen


    2) Internet/Medien sind ein Problem

    - Gemeinschaftserlebnisse sind dadurch viel einfacher online zu machen. Wozu man "früher" zwangsläufig zusammenkommen musste, um Gemeinschaft zu erleben, ist nun über online zocken, chatten, Facetime, House Party etc. möglich

    Für viele "Ältere" ist das nicht gleichzusetzen, aber es scheint dem Bedürfnis der Jugendlichen gerecht zu werden


    3) Hoher Grad an Individualisierung

    - Stichworte: Das "Ich" vor "Team", Helikoptereltern, weniger Bereitschaft im Verein zu helfen wenn es einem nicht direkt selber was bringt, usw.


    4) Geringere Frustrationstoleranz

    - Das soll sich nicht lesen wie ein alter Mann, der gegen Zocken wettert, ich mache das selber gerne, aber viele Jugendliche haben anscheinend eine immer geringere Frustrationstoleranz, Gründe dafür sind u. a. Computerspiele (läuft es nicht, kann man neu starten, cheaten, etc.), Eltern, die von früh an den Kindern viele Hindernisse direkt aus dem Weg räumen, das schon Angesprochene "Wenn du nicht willst gehst du heute halt nicht" anstatt "Beweg deinen Hintern ins Training", was früher sicher öfter vorkam. Das ist eines der ganz entscheidenden Dinge für mich!


    Wie oft habe ich mich schon, auch als Trainer, ins Training geschleppt, obwohl ich nicht sooo motiviert war. Die Motivation kam dann aber fast immer auf dem Platz! Ich habe darüber auch mal mit meinen Spielern gesprochen, wenn sie etwas älter waren, so 14/15, und bei vielen verhält sich das ganz genauso. Wenn es einem in diesem Punkt aber an Einstellung mangelt/bzw. die Eltern es vorleben, ist das ein ganz großes Problem


    5) Fehler der Trainer

    - Die meisten wollen sicher ihr Bestes geben. Stichworte, die den Drop-Out fördern: Übermäßiger Ehrgeiz, Unfaires Behandeln, nicht altersgerechtes Training, Training, das den Bedürfnissen der Spieler (Spaß! Erfolge!) nicht gerecht wird, pädagogisch schlechter Umgang, usw.

    An dieser Stelle aber auch mal eine Lanze für die Trainer: Die Anforderungen, um all dem gerecht zu werden, sind extrem hoch!


    6) Strukturfehler der Vereine

    - Vereine, die so gar nicht erkennen (wollen), dass sich Zeiten ändern und man auch diverse Anpassungen vornehmen muss, was ohne finanzielle Mittel oft schwierig ist. Damit zusammenhängend auch immer wieder das Thema, dass Fußball nichts kosten darf. Es spricht rein gar nichts dagegen, dass Fußball 20-50 Euro im Monat, je nach Ausrichtung des Vereins, kosten sollte (wer wirklich nicht zahlen kann, darf trotzdem mitmachen), aber da müssten die Vereine insgesamt mitziehen und das will einfach in den Kopf der Mehrheit nicht hinein

    Grundsätzlich gebe ich euch da zwar recht, wenn du aber etwas höherklassig spielst, musst du auch irgendwie zusehen, dass die Jungs fit bleiben, wenn es dann vielleicht - nur vielleicht - auf einmal doch weitergehen sollte.


    Die Fitness hältst du mit all diesen schönen kleinen Ballaufgaben und Challenges halt leider nicht am Leben und wenn man dann quasi von 0 auf 100 fahren würde, hast du auf einmal jede Menge Verletzungen...

    Goodie

    Da liegt ein Missverständnis vor. Ich habe mich nicht gegen eine eventuelle Unterbrechung oder Beendigung der Saison im Jugendfußball ausgesprochen. Ich rechen sogar fest damit.


    Ich sage nur, dass man Mannschaften nicht aufgrund der aktuellen oder Hinrundentabellen absteigen lassen kann.

    Spieler verletzen sich und werden krank, das ist normal ja auch "ungerecht". Mit dem Begriff kann ich in dem Zusammenhang also nicht viel anfangen.


    Sollte irgendwann der Punkt kommen, an dem der Spielbetrieb aus gesundheitlichen Gründen eingestellt werden muss, muss man eine Entscheidung treffen, wie man damit sportlich umgeht, inbesondere was Auf- und Abstieg betrifft.


    Da macht meiner Meinung nach nur Sinn, entweder Ligen "einzufrieren", also keine Auf- und Absteiger, oder eben den "Jetzt"-Zustand zu nehmen und dann ohne Absteiger, aber ggf. mit Aufsteigern und vergrößerten Ligen in der Saison 20/21 zu arbeiten.


    Absteiger aufgrund von eingefrorenen Ligen oder aufgrund einer Halbjahrestabelle würden teilweise klagen und m.M.n. gute Aussichten auf Erfolg haben, so punkten z.B. jahrgangsjunge Teams in Altjahrgangsligen in Rückrunden in der Regel besser als in der Hinrunde.


    Ich rede jetzt nicht von der Kreisliga, da denke ich spielt das keine große Rolle, aber in Ligen oberhalb davon würde ich mit Klagen rechnen.

    Wie soll man sich da vorher informieren?


    9 Minuten Spielzeit sind schon frech... vier Spiele in über fünf Stunden auch


    Eigentlich sind bei uns in Hessen 10 Minuten sogar Minimalspielzeit. Wird manchmal trotzdem missachtet.

    Krass, das hab ich so noch nicht gehört.


    Sollte natürlich der Verein übernehmen. Das ist genau das Ding - wenn das Geld dazu nicht reicht, die Beiträge erhöhen. Die sind in Deutschland einfach lächerlich niedrig.

    Ich kenne (grob) das Modell aus Hamburg und finde es super:


    19/20: Jahrgang 2007 ist die U13, sie steigen auf
    20/21: Jahrgang 2007 ist die U14, sie spielen nun eine Liga höher als vorher gegen andere 2007er-Teams, die im Vorjahr auch in diese Liga aufgestiegen sind/sie gehalten haben. Diese Beispiel-2007er steigen nun aber leider ab

    21/22: Jahrgang 2007 ist die U15, sie spielen nun wieder in der Liga, in der sie 19/20 waren, gegen anderen 2007er.


    Das funktioniert so auf kompletter Landesebene bis hin zur Oberliga. Wer in Regionalliga/Bundesliga aufsteigt, muss halt beachten, dass es diese Regelung dann so nicht gibt.


    Korrigiert mich, wenn ich falsch liege - bin kein Fachmann für das Modell in HH, aber stelle mir vor, dass es so nun auch in BAyern laufen soll.

    Nein, diese Spiele gehen dann oft in den Seniorenbereich oder hören ganz auf mit dem Fußballspielen. Viele U19-Teams bestehen heute in Wirklichkeit überwiegend aus dem U18-Jahrgang. Klar gibt es da auch Ausnahmen, aber das scheint schon häufig so zu sein.


    U14 und U15 sind die beiden Altersstufen, zwischen denen aufgrund der einsetzenden Pubertät der extremste Unterschied besteht. Auch hier gibt es natürlich wieder Ausnahmen, aber die Regel ist schon so. Und ausgerechnet die beiden Stufen werden zur C-Jugend zusammengefasst. Das ist unglücklich.

    Für mich ist es weniger der Dropout, der einen Grund für diese Reform bietet, als die Tatsache, dass U14/U15 einfach nicht gut zusammen passen und man viele U19 Spieler wegen Studium, Umzug etc. eh schon verliert.


    Daher passt das absolut.


    Ich finde das Modell von let1612 fast perfekt, ich bin mir nur nicht sicher, was 7/9 bei D/C-Jugend betrifft...

    Ja, bei U15 weiblich und U13 männlich ist das fast perfekt für die Mädchen: Sie sind in der Regel schon in der Pubertät, oft seit ein paar Jahren, die Jungs fast alle nicht, da ist der körperliche Vorteil oft stark auf Seite der Mädchen oder es existiert zumindest noch kein Nachteil. Reicht gegen starke D-Jugend-Jungs dann normal trotzdem nicht, aber auf Kreisniveau kann es gut passen.


    Ich hatte keine Erfahrung mit D- oder C-Jungs gegen Mädchen. Mit B-Jugendlichen haben wir immer wieder gegen Frauen-Bundesligisten gespielt, das konnte ich einordnen. Daher dachte ich damals: Gerade aus U13 gekommen als frische U14 gegen U17 Oberliga (w), das müsste ausgeglichen sein. War dann aber so deutlich für uns, dass ich dann als nächstes mit der U14 gegen eine Mannschaft aus der 2. Bundesliga Frauen spielen wollte, als wieder mal so ein Vergleich anstand. Das durften wir aber nicht, erst B-Jugenden (m) dürfen hier gegen Frauenteams spielen.


    Es ist oft sehr schwer hier für die U17 Mädels, angemessene weibliche Testspielgegner in der Nähe zu finden. Die weiblichen Teams, gegen die es Sinn machen würde, spielen oft in der eigenen Liga, da macht man nicht so gerne Testspiele. Die anderen weiblichen U17-Teams im Umkreis von 50-80 km sind dann oft zu schwach. Also sucht man Spiele gegen Jungs-Teams (trifft so auch auf die weibliche Bundesliga-Mannschaft zu).


    Da hat man es als Jungen-Trainer definitiv viel einfacher.

    Interessant - wie gesagt, den Unterschied Jungs/Mädels kann ich ganz gut beurteilen, aber U15 Mädchen gegen Frauen, da hätte ich mir kein Urteil zugetraut. Schien aber zu gehen.

    Klar, sie dürfen nicht zu stark sein und nicht zu schwach.


    Das ist ja auch immer eine Definitionssache, was man als leistungsstark sieht und was nicht.


    Als ich eine leistungsstarke U14 hatte, die aber weit weg war von NLZ-Niveau oder ähnlichem, hatten wir ein Testspiel gegen eine leistungsstarke Mädchen-U17 (nicht U15!). Diese Mädchen waren in der Saison ein Top-Team in der Oberliga (Platz 3), also eine Spielklasse unter der U17-Bundesliga.


    Es ging 8:0 für uns aus, die U17-Mädchen hatten keine Torchance.


    Insofern war meine Aussage zu verstehen: U15 Mädels gegen U14 Jungs nur, wenn die Jungs nicht zu gut sind, sonst könnte es bitter enden. Da fängt so langsam das Alter an, wo Dynamik und Körperlichkeit einfach zu weit auseinander gehen.

    3 Jahrgänge in einer Altersstufe ist ein Scheißvorschlag...


    Ich bleibe dabei, dass U14/U13 z.B,. viel besser zusammenpasst als U15/U14, daher ist das Modell hier für mich immer noch einleuchten:


    U19 Senioren


    U18/U17: A
    U16/U15: B

    usw.