Beiträge von Chris

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    Damit hier nicht der falsche Eindruck entsteht.


    Wir sind alles, nur kein toller Musterverein. Deswg. schreib ich hier ja auch (weitestgehend) anonym, damit ich im Zweifelsfall frei reden kann :)


    Wir spielen zwar in einigen höheren Spielklassen, aber wir sind nichts "Besonderes", auch außerhalb der Profivereine gibt es hier im Rhein-Main-Gebiet noch einige andere Vereine, die in den Spielklassen wie wir spielen (logisch, sonst gäbs ja keinen Ligenbetrieb). Unsere Struktur ist aber absolut die eines Dorfvereins. Wir leben eigentlich total über unsere Verhältnisse, organisatorisch wie finanziell.


    Um das, was wir in den letzten Jahren sportlich aufgebaut haben, nicht zu verlieren, wurden jetzt diese Schritte eingeleitet. Es ist noch lange nicht gesagt, dass das alles gut gehen wird...

    Möchtest du einen Jugendförderverein gründen, d.h. dir geht es um die Kohle? Dazu steht nix beim HFV.


    Oder einen Jugendfußballverein - also einen richtigen Verein, dessen Mannschaften dann im Spielbetrieb stehen? Da kann ich und der HFV dir evtl. helfen. Komme auch aus Hessen.

    Gestern waren die ersten beiden Elternabende (zwei Mannschaften). Mal ein erstes Feedback.


    Von 31 -Spieler-Eltern (von manchen waren auch beide da, aber die haben nur "einfach" gezählt, da es ja immer nur um einen Spieler geht) haben 30 grundsätzlich erklärt, "sehr" oder "eher" hinter dem neuen Konzept zu stehen. Lediglich einer hat "eher nein" angekreuzt, begründete das aber auf Nachfrage damit, dass sein Sohn (A-Jugend) nur noch ein Jahr im Verein wäre, und er das Konzept toll fände, wenn sein Sohn jetzt in der C-Jugend wäre.


    Zur Erinnerung: Von 6,50 € im Monat wollen wir auf 17 € bei A- bis E-Jugend gehen und auf 10 € bei F+G-Jugend. Zudem wollen wir den Jugendfußball als eigene Abteilung innerhalb des Vereins neu organisieren.


    Was uns am meisten überrascht hat: Wir haben ja auch um organisatorische Hilfe gebeten. Von den 31 Spieler-Eltern haben sich 23 auf den Zetteln verewigt, dass sie in der einen oder anderen Funktion helfen würden (Turnierkoordination, Turnierorganisation, Sponsoring usw.). Das ist sensationell - wenn wir nur aus jeder Mannschaft einen oder zwei helfende Eltern kriegen, machen wir einen Riesen-Schritt nach vorne.


    Interessant war auch: Der Beitrag wurde am wenigsten diskutiert. Unser Eindruck im Nachhinhein: Mit der Argumentation und Präsentation die wir vorbereitet hatten, hätten wir auch noch 5 € mehr im Monat nehmen können, und kaum einer hätte etwas gesagt. Die meisten Fragen kamen zu organisatorischen Dingen und dem Verhältnis zur Seniorenabteilung - die meiste Kritik gab es an der erwünschten verstärkten "Mitarbeit" der Eltern. Ein wenig verständlich, schließlich stellen wir uns hin und sagen: "Wir wollen mehr Geld von euch, und dafür dürft ihr auch mehr arbeiten" :love:


    Man kann also sagen, dass die ersten Elternabende ein ziemlicher Erfolg waren.

    Leider ist das echt, das ist der typische Alt-1980er, der durch seine ach so große aktive Karriere in der Bezirksliga Hochtaunus-West einen reichen Erfahrungsschatz an aktiver Trainingsmethodik angesammelt hat, den er nun weitergibt - was ein 20-Jähriger so natürlich gar nicht kann!


    Ich hätte den Typ zu gern mal live in ein Gespräch verwickelt, denn so viel Scheiße hab ich schon lang nicht mehr in zwei Absätzen gelesen.


    Aber
    - Ich bin in dem Forum (Eishockey) nicht registriert, war nur aus Recherche-Zwecken dort und bin über dieses Posting gestolpert
    - Der Typ hat leider nicht zu erkennen gegeben, in welchem Verein er ist
    - Es gab dort auch keine Kontaktmöglichkeiten
    - Das Posting ist über 2 Jahre alt...

    Das hab ich kürzlich in einem Forum einer anderen Sportart (Nachwuchs) gefunden. Schlimm ist: Der Typ meint das ernst...



    Zitat

    Ein ähnliches Problem haben wir hier beim Fußball in der E-Jgd. von meinem Junior. Mittlerweile weht aber ein anderer Wind. Und wer da nicht knallhart mitzieht und sich im Training den Ar*** aufreißt, der sitzt auf der Bank. Die "Weichei-Clique" haben wir gesprengt, sehr zum Leidwesen einiger Elternteile. Zwar haben wir uns damit nicht gerade Freunde gemacht, aber jetzt kommt endlich der Erfolg an erster Stelle und nicht die Schönrederei. Ich will gewinnen und nicht zum Kaffeekränzchen fahren. Aber genau das haben einige 2 Jahre lang geglaubt.


    Viele haben Bauklötze gestaunt, als ich vor 2 Wochen erstmals im Training aufgetaucht bin und ein knallhartes Zirkeltraining durchgezogen habe. Mit dem neuen Trainerstab teilen wir uns jetzt die verschiedenen Bereiche und bringen unsere Erfahrungen ein, die einer mit 20 Jahren ganz sicher nicht hat.

    Meine Erfahrung ist die, dass eine Kinder bis inkl. D-Jugend nicht in der Lage sind, das mannschaftstaktische Element einer "Viererkette" (ballorientierte Gegnerdeckung, Verschieben) umzusetzen. Auch bei Bundesligisten habe ich das noch nie gesehen.


    Ab der C2 kann man die Abwehr dazu bringen, ziemlich gut als Viererkette zu stehen (innerhalb von vier Vorbereitungswochen) und zu verschieben, doch eine wirklich gut formierte Mannschaft erreicht man meist erst zum Ende der C2-Saison hin (Hier hab ich allerdings auch schon Bundesligisten gesehen, die das in der C2 über die gesamte Mannschaft hin sehr früh hingekriegt haben).


    Jegliches "Vortrainieren" von "Viererkette" in der F-Jugend ist absoluter Quatsch. Vier Kinder auf dem Feld in einer Reihe aufzustellen, hat nichts mit dem zu tun, was man in der Taktik unter "Viererkette" versteht.


    Was für mich eine gute Vorbereitung auf die Viererkette später ist: Die angesprochenen zwei Dreierreihen als Aufstellung (bei sieben Feldspielern halt ein 3-3-1) - wenn überhaupt eine Aufstellung her muß - und die Anweisung: Wir rennen alle da hin wo der Ball ist, und wir rennen alle nach vorne und alle nach hinten. Das impft den Kids von vornherein ein, dass eine Mannschaft da hinrennt ("Verschiebt"), wo der Ball ist und sich nicht sinnlos quer über das ganze Feld verteilt ("Du bleibst als letzter Mann hinten und wartest bis der Gegner und Ball kommt").

    Bei euch kommen anscheinend zwei Sachen zusammen: Der typische Drop-out und die nicht sonderlich guten Trainer.



    Allgemein ist das aber ein Trend, der nicht aufzuhalten ist. Ich glaube auch nicht, dass das schon je anders war. Der Beitrag von thom hat mich veranlasst, mal nachzuschauen, wie das bei uns ist. Von 39 C-Jugend-Teams verbleiben in der A-Jugend noch 25. Nicht ganz 50 % Verlust, aber doch schon ein Drittel.


    Für mich ist das normal. Warum? Naja, fast "jeder" Junge spielt irgendwann in seinem Leben mal Fußball. Logisch, dass die nicht alle dabei bleiben können - das Leben gibt eben manchmal andere Dinge vor (Freundin, Schule, Job, andere Sportarten).

    Ich möchte da ein wenig widersprechen: "Für 50/100 Euro kriegst du keinen qualitativ guten Trainer".


    Wir haben zurzeit ja schon gute Trainer, die das umsonst machen. Wir haben ein paar höhere Spielklassen, die uns auch für Trainer attraktiv machen. Ich kriege also immer wieder Anfragen von Trainern, die bei uns trainieren wollen. Diese haben keine Vereinsanbindung (können diese aber nach ein paar Jahren kriegen, so bin ich schließlich zu meinem heutigen Verein gekommen^^). Also interessieren sie sich für mehrere Vereine mit höherklassiger Jugendarbeit. Wo aber gehen sie hin, wenn sie bei beiden Vereinen mit den Rahmenbedingungen (Trainingsbedingungen, angebotene Mannschaft, Gespräche mit Jugendleiter) zufrieden sind: Zu uns, die wir nichts zahlen können, oder aber zu dem anderen Verein, der ihnen 50 oder 100 Euro oder gar 200 Euro Aufwandsentschädigung zahlen kann? Die Antwort fällt meistens eindeutig aus.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Trainer wirklich nicht nach Reichtümen fragen oder groß Geld verdienen wollen. Solche fallen bei mir eh durchs Raster. Aber eigentlich ALLE fragen zumindest nach ein bisschen Fahrtkosten - was ich VOLL verstehen kann. Wir haben im Sommer einen guten neuen Trainer eingestellt, der zuerst Geld wollte, sich aber dann erst mal drauf eingelassen hat, es ohne zu machen. Ihm macht es bei uns Spaß, aber er hat einen Anfahrtsweg von 25 km einfach. Macht ca. 800 -900 km Fahrt im Monat (14 Trainings + Fahrten zu Spielen). Das sind ca. 65-75 l Benzin, also ca. 85 bis 98 € im Monat. Das heißt, für eine Saison bei uns, 3x die Woche Training und 1x Spiel bringt er noch ca. 1000 bis 1200 € aus der eigenen Tasche mit, damit er anderer Leute Kinder trainieren "darf". Hier läuft doch etwas verkehrt, oder?

    Ich werfe nicht einfach mit Zahlen um mich, sondern die sind - für unsere spezielle Situation - mittlerweile explizit nachgeprüft und mehrfach überarbeitet worden.


    Klar kaufe ich nur einmal für 3.600 € Tore. Ich habe aber pro Jahr auch nur 2.000 € für Trainingsmaterial in meinem Beispiel kalkuliert. Und dann darf ich keine anderen Sachen mehr kaufen. Verteile ich den Torkauf mal über 6 Jahre, dann ergibt das 600 € pro Jahr. Dann hab ich noch 1.400 € für andere Sachen. Das ist immer noch knapp. Bei dir z.B. kommt ein Torkauf überhaupt nicht vor. Wenn sie dir jemand schenkt ist das toll für euren Verein (wirklich, ganz ohne Ironie), ansonsten gehört der Torkauf in die Kalkulation mit rein.


    Trikotsätze kann man weitergeben, kein Thema. Trainingsanzüge schon eher nicht.


    Zitat


    Rechne die Kosten pro Kind und Du wirst sehen, dass man gar nicht so viel braucht, um über die Runden zu kommen.
    Natürlich nur unter normalen Bedingungen, welche die meisten von uns vorfinden.
    Damit meine ich genau die Vereine nicht, die höherklassig spielen und/oder ihre Verbrauchskosten und Platzmiete selber zahlen müssen.

    Das mit dem höherklassig spielen akzeptiere ich, das kostet eben mehr. Aber nicht alle Vereine kriegen ihre Verbrauchkosten selber gezahlt, wie du hier auch an den Reaktionen siehst. Würde unser Verein NICHT höherklassig spielen, würden wir z.B. bei einer Großfeldmannschaft vielleicht rund 500 € pro Jahr sparen. Macht pro Spieler gerade mal 2,31 € Ersparnis im Monat. In unserer Auflistung siehst du, dass uns vor allem die Energiekosten schwer zu schaffen machen (rund 750 €).


    Und jetzt kommt das Übelste. Damit hast du keinen Trainer bezahlt. Ich mache als Jugendleiter zumindest die Erfahrung, dass es immer schwieriger wird, Trainer zu finden, die auch noch Geld mitbringen sollen. Wer bei uns als Trainer arbeitet, legt pro Monat ca. 50 - 100 € drauf, je nachdem wo er wohnt. Zumindest dieses Geld sollte man ihnen erstatten können, oder?

    Die Umlegung der Kosten von Tom ist ist ein wenig zu optimistisch.


    Ein Trainingsanzug - so er denn vom Verein bezahlt werden soll - hält niemals 4 Jahre. Abgesehen vom Materialverschleiß (bei Kindern sehr hoch) kann kein Kind vier Jahre lang den selben Anzug anhaben. Die wachsen :)
    Ein Trikotsatz - so er denn vom Verein bezahlt werden soll - reicht ja pro Mannschaft auch nicht.



    Und zu sagen, dass

    • Trainingshilfen (Hütchen, Stangen, etc)
    • Schiedsrichterkosten,
    • Turniergebühren
    • sonstige Strafen (obwohl diese eigentlich zu vermeiden sind)

    "locker" von 7.200 Euro für 200 Kinder bezahlt werden, halte ich leider auch für ein Gerücht.

    Yep, das ist so gefallen von einem Politiker (Linke). War aber genau so unangebracht, wie hier im Forum.


    Wir hatten wie gesagt gute Erfahrungen mit dem 1-Euro-Jobber. Und Arbeit gibts nun wahrlich genug zu tun.


    Zum Beispiel auch weil wir so einen gigantischen Sozialstaat haben, ist nicht mehr genug Geld da, um Platzwärte zu bezahlen oder Sportanlagen zu renovieren.


    EDIT: Ich wehre mich ein wenig gegen den Vorschlag, den Thread zu schließen. Ich würde gern sachliche Argumente hören. Gerne auch dagegen. Bis jetzt hab ich sowohl auf der politischen Ebene als auch hier nur polemische Gegenargumente vernommen.

    Das, was du reinhaust, ist ein Totschlagargument.


    Sachlichen Argumenten gegenüber bin ich offen. Es kann gut sein, dass ich das nicht gut durchdacht habe - daher auch die etwas polemische Überschrift. Ich lass mich also sehr gerne vom Gegenteil mit ARGUMENTEN überzeugen.


    Wir brauchen nicht Koch zu disktuieren. Der Typ ist indiskutabel, das dürften wohl die meisten Leute so sehen.

    Nein, das wird nicht jedes Jahr neu gekauft, aber wenn du das z.B. auf 10 Mannschaften umrechnest, ergibt das eine Summe von 2000 Euro.


    Soviel kostet alleine fast ein Großfeldtor. Wir haben zurzeit zum Beispiel 4 Kleinfeldtore, die ausgetauscht werden müssen, sie sind einfach hinüber. Das alleine ist eine Investition von ca. 3 600 Euro. Bälle für 200 Kinder sind pro Jahr allein 2000 Euro, wenn man sie nur alle zwei Jahre kauft, sind das eben 1000 Euro.


    2000 Euro Investition in Material pro Jahr ist wirklich nicht viel...




    Ausbildungsentschädigungen sind "Transfersummen" für Spieler, die zu uns wechseln. Das ist bei den Spielklassen die wir spielen so nötig. Gibt natürlich viele Vereine, die solche Ausgaben nicht haben. Die Auflistung gilt natürlich nur für uns. Jeder Verein hat andere Rahmenbedingungen.

    Mir gings bei der Aufstellung darum:


    Was würde der Spaß kosten, wenn Eltern wirklich das bezahlen, was geleistet wird. Ich will auf unseren Elternabenden so argumentieren:


    "Wenn ihr das, was wir hier leisten, bezahlen müsstet, würde euch das 16,21 bis 18,53 € monatlich kosten. Durch Zuschüsse der Senioren, durch Turniere etc. können wir den Beitrag aber auf 11 € monatlich drücken."


    In unserer Realität sieht das noch anders aus. Die genannten Zahlen sind die, um unseren jetzigen Betrieb aufrecht zu erhalten. Der ist, wie bereits gesagt, nicht besonders toll.


    Wenn wir uns so aufstellen, wie uns das vorschwebt (inkl. Ausrüstung für die Kinder vom Verein) kommen wir auf einen Monatsbeitrag von ca. 25 € bei den älteren Mannschaften und - jetzt wirds richtig lustig - wenn die jüngeren Mannschaften auch Trainer bezahlen, käme das dort sogar auf 26,80 € pro Kind. Trainerkosten sind einfach der größte Posten in so einer Rechnung, und da in einer älteren Mannschaft 18-20 Spieler einen Trainer bezahlen und in einer jüngeren Mannschaft nur ca. 10-11, werden Trainer für die Jüngeren von den Älteren quersubventioniert! Das war mir so auch noch nicht bewusst, finde ich aber sehr interessant!


    Wir sagen also:
    Wir stellen uns neu auf, bieten das und das und das.


    Das würde euch bei 1:1 Umlegung der Kosten auf die Eltern 25 € für Spieler ab der D-Jugend und 21 bis 26 € für Spieler ab der G-Jugend im Monat kosten. Wir können es aber dank Veranstaltungen und Zuschüssen für 17 € für die Älteren und 10 € für die Jüngeren anbieten.

    Kosten einer Jugendmannschaft (ab D-Jugend) bei uns pro Jahr


    Heizung, Strom, Wasser: 750 €
    Beiträge zum Fußballverband und Landessportbund (Versicherung etc.): 70 €
    Schiedsrichterkosten: 600 €
    Verbandsstrafen (meist zu spät gemeldete Ergebnisse): 50 €
    Ausbildungsentschädigungen Verlust: 333 €
    Material (Tore, Tornetze, Hütchen, etc.): 200 €


    OHNE einen Trainer bezahlt zu haben, sind wir somit bei 2003 € pro Jahr.


    Das, was man für einen Trainer ausgibt, ist ja variabel. Aber da wir 3x die Woche trainieren ab der D-Jugend und auch relativ weite Auswärtsfahrten haben, sind da so 150 bis 200 € pro Monat angebracht. Sind also weitere 1500 bis 2000 € pro Jahr (10 Trainergehälter im Jahr). Macht bei 18 Spielern einen Monatsbeitrag von 16,21 bis 18,53 €.



    Bei einer jüngeren Mannschaft (G bis E-Jugend)


    Heizung, Strom, Wasser: 150 €
    Beiträge zum Fußballverband und Landessportbund (Versicherung etc.): 70 €
    Schiedsrichterkosten: 350 €
    Verbandsstrafen (meist zu spät gemeldete Ergebnisse): 50 €
    Ausbildungsentschädigungen Verlust: entfällt
    Material (Tore, Tornetze, Hütchen, etc.): 200 €



    OHNE einen Trainer bezahlt zu haben, sind wir hier bei 820 € pro Jahr.


    Hier wird nur 2x die Woche trainiert und im näheren Umkreis gefahren, daher wären vielleicht 75 bis 100 € Minimum pro Monat angebracht. Macht bei 11 Spielern 11,90 € bis 13,79 € im Monat.


    Soweit die bittere Realität, wenn man alles nur auf die Eltern umlegt.

    Hallo zusammen,


    eine etwas provokative Überschrift, aber ich hoffe, dadurch gucken viele hier rein. Vorneweg: Ich denke nicht, dass wir den "brutalstmöglichen Aufklärer" Roland Koch oder seine Partei hier politisch diskutieren sollten, dazu ist nicht der richtige Ort hier. Mir geht es darum: Koch hat vorgeschlagen, Hartz-4-Empfänger zu Arbeitsdiensten heranzuziehen, wenn es gar nicht anders geht dann eben zum Gemeinwohl und in der Kommune. Ganz ehrlich? Ich finde das eine phantastische Idee und habe mich schon vor Jahren gefragt, warum das nicht gemacht wird.


    Zunächst einmal ist festzustellen: Der Etat für Sozialleistungen ist der größte oder zweitgrößte im Bundeshaushalt Deutschlands. Was aber kriegt die Gesellschaft für diese Unsummen an Milliarden Euro dafür zurück? Zunächst einmal das Gefühl sozialer Sicherheit (soziale Marktwirtschaft), an dem ich auf keinen Fall rütteln würde. Aber sonst? Da geht mehr meiner Meinung nach. Wenn ich ganz ehrlich bin: Ich kenne Hartz-4-Empfänger, die sich relativ bequem eingerichtet haben und nicht wirklich heiß darauf sind, wieder zu arbeiten. Damit will ich auf keinen Fall alle H4E so darstellen, aber ein guter Freund von mir z.B. muss zwar mit dem Geld etwas knausern, hatte aber z.B. im letzten Sommer gehofft, dass er keine Arbeit bekommt, weil man so schön im Schwimmbad abhängen kann. Im Winter hat er es versucht zu vermeiden, weil er einen neuen PC hat und viel daran spielen will. Nun will er frühestens im August ernsthaft auf Arbeit hoffen, denn vorher kommt ja die WM, und da will er alle Spiele gucken...


    Meiner Meinung nach löst solch eine Arbeitspflicht zum Gemeinwohl viele Probleme, die Sportvereine haben.


    Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt hat man hier den Sportvereinen fast alle Platzwärte zusammengestrichen (zu teuer), gleiches gilt für viele Putzhilfen. Warum keine Hartz-IV-Empfänger für Platzwarttätigkeiten? Warum keine Hartz-IV-Empfänger zum Reinigen der Kabinen, was zurzeit bei uns nur alle 3-7 Tage passiert, trotz 100 Kindern, die dort täglich rein- und rausgehen und duschen? Fähige H4-Empfänger könnten z.B. auch als Trainer eingesetzt werden und so ein weiteres Problem der Vereine (Übungsleiterschwund) verbessern. Wir hatten vor kurzem einen H4E als 1-Euro-Jobber, der dort Platzwarttätigkeiten ausgeführt hat und die Kabinen durchgewischt hat jeden Tag. Das war ein Traum, man hat es gleich auf dem ganzen Sportgelände gemerkt, dass es viel sauberer und ordentlicher war. Er hätte das auch gern weitergemacht, aber nach 6 Monaten oder so musste er aufhören vom Amt her, um glaube ich irgendeine Fortbildung zu machen. Einen Job hat er heute aber nicht.


    Ein solcher Vorschlag würde auch nicht den ersten Arbeitsmarkt schädigen, wie von einigen interessierten Kreisen gerne schnell behauptet. In der Realität ist es so: Für Platzwarttätigkeiten hat der Verein kein Geld, das muss nebenher gemacht werden von Leuten, die sich eh schon über Gebühr ehrenamtlich engagieren. Geputzt wird dann eben nicht, dafür hat der Verein auch kein Geld. Trainer findet man dann manchmal nicht, was zu Unterbetreuung führt.


    Morlock, der niedersächsiche Arbeitsminister der SPD, sagt dazu: "Jede Arbeit, die ohne ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis verrichtet wird, schadet dem ersten Arbeitsmarkt. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen verdrängen schon heute viele Vollzeitjobs. Jetzt auch noch alle Hartz-IV-Empfänger zur Arbeit zu verpflichten, würde vielen Arbeitern und Angestellten die Existenzgrundlage entziehen. Ein solcher Drehtüreffekt schadet dem ersten Arbeitsmarkt. Es gibt keine Arbeit, die nicht auch durch einen sozialversicherungspflichtigen Job erledigt werden kann. Nur weil die öffentliche Hand nicht bereit ist, diese Arbeitsleistung entsprechend zu bezahlen, können wir nicht Menschen zur Arbeit zwingen, die auf unsere Solidarität angewiesen sind. Das ist eine Frage des Anstands." Für mich ist das absoluter Bullshit, sorry, undeutlicher kann ich das nicht sagen. Am Beispiel Sportverein wird doch deutlich: Diese Tätigkeiten werden dann eben GAR NICHT ausgeführt. Ginge es der Gesellschaft, die dafür ohnehin Geld bezahlt, nicht besser, wenn man so etwas einführen würde? Und wieso bitte kann ich "nicht Menschen zur Arbeit zwingen, die auf unsere Solidarität angewiesen sind"? Ich muss keine Mütter Volltags auf solche Jobs schicken, die ihre Kinder betreuen müssen (aber halbtags wenn sie in der Schule sind ginge doch, oder?), ich würde keine Kranken dort hinschicken - aber wo bitte ist bei dem Rest das Problem?


    Hier könnten der Staat und die H4-Empfänger der ganzen Gesellschaft massiv einen Dienst erweisen. Und ich glaube auch, dass es Vielen bei der Wiedereingliederung helfen würde, solch eine Tätigkeit auszuüben - wie viele Jobs sind schon über Vereinskontakte untereinander vergeben worden!


    Wieso gibt es das nicht schon lange?