Beiträge von Chris

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Spätestens in der C ist für mich in der Vorbereitung das vorgegebene Laufen ein muss, weil der Platz einfach im Verhältniss zum Kleinfeld oder D9 erheblich größer ist und die Spiellänge auch jedes Jahr um 10 Min ansteigt.

    Nö. Will an dieser Stelle jetzt nicht zum 100. Mal zu sehr ins Detail gehen, aber dieser Satz ist, so wie er da steht, einfach falsch. Es gibt genug hochklassige Mannschaften und dort agierende Trainer, die sehr gut komplett ohne "Lauftraining" auskommen. Bei Bedarf auch gern im Detail. Aber bitte glaub mir einfach, die Aussage ist so nicht korrekt.


    Richtig ist: Man braucht es nicht und kann die Ausdauer sportartspezifisch effizienter und besser schulen und tut gleichzeitig auch noch fußballerisch etwas.

    Ich finde, dass wir seriös agieren.


    1) haben wir mal versucht, hat aber zu so vielen bösen Reaktionen der angesprochenen Trainer und Vereinsverantwortlichen geführt, dass wir wieder nach 3) vorgehen.


    Wie gesagt, mir gefällt 1) besser, aber dazu gehören zwei Seiten.


    Edit: Übrigens, unsere zwei Frankfurter Bundesligisten gehen auch nach 3) vor. Mainz 05 dagegen spricht uns direkt an. Erheblich sympathischer und da laufen die Verhandlungen mit diesem Verein auch immer einfacher. Ich hatte mir mal Mainz 05 als Beispiel genommen, aber es hat nicht funktioniert.

    Ich habe manchmal in diesem Forum den Eindruck, dass jeder Wechsel zu einem ambitionierten größeren Verein (Nicht NLZ) zu kritisch beurteilt wird.


    Hier bin ich aber eindeutig der Meinung, dass die richtige Entscheidung getroffen wurde. Mir fällt kein Grund ein, warum er jetzt hätte wechseln sollen, die Rahmenbedingungen im Heimatverein klingen gut für ihn. Bis zu Dornpunzels letztem Eintrag habe ich den Stützpunkttrainer sehr kritisch gesehen, jetzt finde ich, dass das OK klingt, insbesondere wenn er kein Problem damit hat, noch zu warten.


    Dein Sohn hat ganz sicher nichts verpasst. Wenn es später mit der "Karriere" oder einer bestimmten Spielklasse nichts wird, dann ganz sicher nicht, weil er diese 1-2 Jahre noch gewartet hat.

    Moralisch gilt für mich: Ich halte mich an mein gegebenes Wort. Ich hätte im vorliegenden Fall die Zusagen an den 14-Jährigen eingehalten, wenn ICH sie so gegeben hätte. Auch wenn es ein ganz, ganz saurer Apfel für mich gewesen wäre hinsichtlich des Verhaltens des anderen Vereins.


    Rein juristisch, nicht moralisch: Das ist so nicht ganz korrekt. Ich kann als Verein ja nicht steuern, was meine Trainer erzählen. Ich kann sie höchstens im Anschluss entlassen/maßregeln, wenn mir das zu weit geht. Die Aussage eines Trainers hat null Rechtskraft, egal was ich im Innenverhältnis regel. Hier geht es um Vertragsverhältnisse. Diese abzuschließen berechtigt ist im Vereinswesen immer nur der geschäftsführende Vorstand. Dazu gehört i.d.R. auch kein Jugendleiter. Ich lasse mich auch gern eines Besseren belehren.


    Solltet ihr es tatsächlich schaffen, das System der Ausbildungsentschädigung im Jugendbereich zum Kippen zu bringen, bin ich euer Fan :)

    Mal aus der Sicht eines Vereinsverantwortlichen, da ich bei uns auch über Freigaben/Nicht-Freigaben entscheide:


    Generell bin ich gegen Sperren im Jugendbereich. Sie gehören meiner Meinung nach abgeschafft, ersetzt durch eine Wechselfrist ein Mal im Jahr (Juni) und durch Wechselmöglichkeit bei mangelnder Einsatzzeit. Finanzielle Entschädigung der Ausbildung für die Vereine sollte am Ende der Jugendzeit erfolgen, je nachdem wie viele Jahre er bei welchem Verein gespielt hat und wo er seine Erwachsenen-"Karriere" beginnt.


    Aber das ist nicht der Ist-Zustand. Der Ist-Zustand ist, dass mein Verein in diesem Sommer ca. 65 Neuzugänge hat, von denen 80 bis 90 Prozent der Jungs von alleine gekommen sind, ohne von uns angesprochen worden zu sein. Die Hälfte dieser Neuzugänge wurde von ihren Altvereinen gesperrt. Manche wollen Geld sehen, manche wollen nur eine Abmachung, dass die Jungs jederzeit umsonst zu ihnen zurück dürfen (gibt es immer von mir), manche wollen die Spieler aus "Rache" sperren (waren ja oft die Leistungsträger in ihren alten Vereinen).


    Meine Verhandlungsstrategie ist da immer ganz klar Tit for Tat (https://de.wikipedia.org/wiki/Tit_for_Tat).
    Vereinfacht: Vereinen, die uns die Spieler freigeben, gebe ich die Spieler auch immer frei. Wer uns Spieler sperrt, dem sperre ich ebenfalls Spieler. Ich versuche grundsätzlich ein Übereinkommen mit anderen Vereinen zu erreichen, dass Spieler zwischen uns frei hin und her wechseln dürfen. Das tut manchmal weh, ist aber generell die beste Lösung. Ich "kaufe" Spieler oft für 100-250 Euro wenn sie 12, 13, 14 sind und "verkaufe" sie dann mit 16/17/18 für 250 bis 700 Euro. Wir machen mit diesem System also "Gewinn", trotzdem würde ich darauf lieber verzichten, denn ich stehe nicht auf diese nervenden Verhandlungen, tausende Telefonate und im Zweifelsfall spielt ein Spieler dann sechs Monate keinen Fußball (drei Monate, wenn er gesperrt zu uns kommt, drei Monate, wenn er gesperrt von uns geht). Dieses System kann nicht im Sinne der Förderung des Jugendfußballs sein.


    Von diesem Standpunkt aus kann ich das Verhalten von Verein V komplett verstehen und hätte ebenso gehandelt. Mit einer kleine Einschränkung: Ich hätte vorher nicht zugesagt, dass Max "auf jeden Fall" frei wird, sondern gesagt, dass es davon abhängt, wie sich sein neuer Verein uns gegenüber verhält und in der Vergangenheit verhalten hat.


    Kurz zum Rechtlichen: Das wurde meines Wissens nach schon versucht, unter anderem mit der Begründung auf das Recht der freien Entfaltung der Persönlichkeit. Der Verband bekam mit der Argumentation Recht, dass die Spieler an Training, Spielen und Turnieren teilnehmen können und eine dreimonatige Nicht-Teilnahme an Pflichtspielen nicht so wichtig ist, als dass diese Regelung zu Fall gebracht werden könnte. Schade.

    Video-Analyse ist ein Traum.


    Ich habe das, allerdings nur ein paar Mal, gemacht. Man sieht Fehler, die man vorher nicht erkannt hatte. Kann Dinge zusammenschneiden und den Jungs vorführen.


    Allerdings ist es ein UNGLAUBLICHER Zeitfresser, da muss ich fak absolut recht geben.


    Kleines Rechenbeispiel, C-Jugend:
    Ich schaue mir das Spiel nur 1x noch an. Sind 70 Minuten. Da ich zwischendrin anhalte und zurückspule und mir Notizen mache, werden da locker 100 Minuten draus.


    Wenn ich das Ganze dann noch zusammenschneiden will auf sagen wir 3-5 Minuten, geht noch eine Stunde mit dem Schnittprogramm drauf.


    Vorführung und Besprechung mit der Mannschaft: ca. 20 Minuten.


    Gesamtzeitaufwand: Rund drei Stunden für ein Spiel.

    Zitat

    "Ab 27 Grad sollten Kinder sich deshalb nicht mehr anstrengen. Sonst drohen Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung oder sogar Hitzschlag", warnt Fegeler.

    Nicht, dass ich mich lustig machen will. Aber wenn wir das so umsetzen, heißt es, dass wir von Anfang Juni bis Mitte September weder trainieren noch spielen dürften.

    Was mich interessiert bei denjenigen, denen unerwartete Abmeldungen ins Haus schneien:


    Redet ihr nicht im Frühling mit den Spielern, ob sie noch ein Jahr bleiben wollen? Wir machen das in jeder Mannschaft und haben so einen ganz guten Überblick, wer geht und wer bleibt. Klar gibt es immer noch Spezialisten, die dir erzählen, dass sie bleiben und sich dann doch unerwartet und ohne Absage abmelden, allerdings kommt das sehr selten vor.

    Ja, du solltest mal ein paar Ligenbezeichnungen ins Geschäft werfen, damit kann man mehr anfangen.


    Ich hab auch schon Trainer und Eltern hier erlebt, die haben die Kreisliga/Sonderliga als "höchste Liga" in der C-Jugend bezeichnet. Also, bessere Antworten kriegst du sicher, wenn du sagst, was du mit 1., 2. und 3. Liga meinst.

    Ich habe jetzt schon viele verschiedene Jahrgänge übernommen (oft auch in der D-Jugend angefangen) und die Erfahrung gemacht, dass man manche Dinge einfach immer wieder eintrichtern muss. Die Dinge wiederholen sich, sie sind als offensichtlich alterstypisch.


    Leichtsinn/Überheblichkeit empfinde ich als typisch für D-Jugendliche. Wenn man das Hinspiel 7:2 gewonnen hat, kannst du reden as du willst, sie werden dir im Rückspiel nicht immer abnehmen, dass es neu bei 0:0 losgeht. Dann fallen sie halt mal auf die Nase. Lerneffekt ist da. Dass einen das als Trainer ärgert/beschäftigt kann ich verstehen. Mir geht das sogar manchmal auch so, obwohl ich es besser wissen müsste. Es ist aber der falsche Ansatz. Kinder müssen da einfach ihre Erfahrungen machen. Im Endeffekt werden sie in Zukunft dann weniger auf die Nase fallen.


    Ganz frei wird man von sowas aber nicht. Selbst bei meiner jahrgangsalten B-Jugend, der ich seit der D-Jugend mühsam eingeimpft habe, dass sie jedes Spiel von vorne beginnen müssen, haben wir kürzlich den Gegner unterschätzt und nur mit Mühe das Rückspiel gewonnen, nachdem das Hinspiel 8:0 ausging. Selbst Profimannschaften sind ja nicht davon frei, nach einer Siegesserie Gegner zu unterschätzen.

    Ganz entspannt.


    Wenn der Spieler wirklich sieben Jahre lang kein Pflichtspiel gemacht hat, kriegt er vom Verband die sofortige Freigabe. Normal kann man das direkt auf den Vereinwechselantrag draufschreiben oder, sofern elektronisch, angeben.


    Ansonsten einfach mal beim Verband anrufen und klarmachen, dass der Spieler sieben Jahre lang kein Pflichtspiel bestritten hat. Spieler, die sechs Monate und mehr kein Pflichtspiel bestritten haben, sind immer direkt frei.

    Ich werde zur neuen Saison wohl erstmals eine D9-Mannschaft trainieren, als ich das letzte Mal D-Jugendteams trainiert habe, war das noch D11.


    Bei uns wird auch auf komplette Feldbreite gespielt (gilt wohl für das gesamte hessische Rhein-Main-Gebiet), so dass es sich bei unserem Platz statt 105x68 um fast ein Quadrat von 72x68 handeln wird. Diskussion darüber aktuell zwecklos.


    Wenn ich bei den Erwachsenen in fast jeder Dreierkette bei Ballverlust eine Fünferkette habe, weil die komplette Spielfeldbreite von drei Verteidigern nicht vernünftig abzudecken ist, kann ich in der D-Jugend bei 10-12-Jährigen wohl kaum mit einer Dreierabwehr spielen (wenn wie bei uns mit normaler Spielfeldbreite gespielt wird). Also ist die Viererkette wohl ein Muss. Mir schwebt aber eine ganz andere Nummer vor:


    Das, was ich spielen lassen will, würde ich mal mit 4-3-1 beschreiben, oder gerne auch 2-5-1. Da ich im Großfeld auf 4-3-3 stehe und sowieso nur in des Gegners Hälfte spielen will :D , ist das für mich eine gute Hinleitung zu diesem System. Ich spiele also mit zwei IV und zwei Außenspielern (LV/RV). Diese Außenspieler werde ich aber nicht Außenverteidiger nennen, sondern nur Außenspieler, da ich von ihnen eh erwarte, dass sie die ganze Zeit mit nach vorne gehen. So möchte ich mir die Außenverteidiger schulen, die in der C-Jugend kaum einer hat (wie viele AV in den Viererketten in C-Jugenden seht ihr, die nicht richtig mit nach vorne spielen?).


    Das Dreier-Mittelfeld spielt in der Regel nur zentral (kann natürlich mal nach außen abweichen), also mit einer 6 und zwei 8ern, wie beim 4-3-3. Ist viel Laufaufwand für die Außenspielere, da sie die Breite komplett alleine abdecken, aber dafür kann man ja wechseln. Bei Ballverlust gehen wir sowieso vorne sofort alle wieder drauf und holen den Ball :D


    Ich glaube auch nicht, dass man damit über Außen zu sehr ausgespielt wird, denn wie viele D-Jugend verfügen schon über perfekt mit nach vorne stoßende Außenverteidiger, die dann dort für Überzahl sorgen?


    Ob es klappt? Keine Ahnung, es wird auf jeden Fall sehr offensiv und witzig. Für das Großfeld muss man dann nur noch zwei Außenstürmer hinzufügen.

    Die Analyse bis hierhin ist schon sehr gut. Ich habe noch ein paar Punkte einzuwerfen, die das kurz zusammenfassen/ergänzen, aber bei einigen vielleicht nicht ganz populär sind:


    1) Handlungsschnelligkeit ist in der Tat der große Unterschied. Technisch hohes Niveau hat stets auch mit der Durchführung einer Bewegung unter Gegnerdruck zu tun. Hier krankt das Stützpunkttraining meines Erachtens sehr. Nebenbei sieht Frauenfußball untereinander deswg. technisch auch nett aus, stößt aber bei guten B-Jugendteams an die Leistungsgrenze.


    2) Das Niveau an den Stützpunkten ist nicht besonders hoch. Was dort spielt ist "best of the rest". Die Besten sind in der Regel in den NLZ. Meiner Meinung nach sind die Stützpunkte nur die Vorauswahl, wer wirklich hoch hinaus will, muss in der D-Jugend weg vom Stützpunkt und hin zum NLZ.


    3) Du hast als Dorfverein keine Chance, dieses Intensitätsniveau dauerhaft zu erreichen, das ergibt sich vor allem durch Konkurrenzsituation ("Wenn ich mich nicht reinhaue, warten außerhalb des NLZ zehn Andere, um meinen Platz zu nehmen) und durch die hohe Intensität im Training.


    4) Du kannst dich dem Niveau annähern, indem du "nach oben spielst" (das, was ihr versucht, indem ihr viele Gegner sucht, die eine Klasse höher spielen) oder zum Beispiel mit einer C1 gegen eine B-Jugend oder jahrgangsjunge B-Jugend spielst. Das ist anstrengend, sorgt aber für eine Anhebung des Niveaus auf Dauer.


    5) Eure Liga ist nicht hoch/gut genug. Im Rhein-Main-Gebiet selber gibt es eine Liga auf vergleichbarer Ligastufe, die aber stärker ist (da Ballungsgebiet). Dort ist die Spielerqualität dann so hoch, dass du mit solch einer Mannschaft eher mal mithalten kannst als U15 "Ambitionierter Dorfverein" v U14 Leistungszentrum. Aber in der Regel bewegt sich das dann so von 1:1 bis 1:4.


    Zum Ende: Mit Mainz 05 hattet ihr euch auch einen Gegner ausgesucht, der sehr, sehr gut arbeitet. Gegen andere NLZ ist (etwas) mehr drin.

    @Uzun:


    Deinem Beitrag Nr. 63 kann ich inhaltlich fast voll und ganz zustimmen. Das, was du da berichtest mit den Gymnasialempfehlungen ist eine Art strukturellen Rassismusses. Darüber ließe es sich prächtig und interessant diskutieren. Aber was ich von dir vermisse, denn sicherlich weißt du dazu mehr als ich, ist eine Aussage zu einer meiner Kernerfahrungen:


    Türkisch- und arabischstämmige Eltern ziehen sich im Schnitt weitaus öfter und mehr zurück als die Eltern anderer Nationen.


    Das ist bei mir kein Vorurteil - aufgrund der Struktur hier im Rhein-Main-Gebiet hatten meine Mannschaften immer einen "Migrationsanteil" von 20-40 Prozent. Dein Beispiel des Bundesligisten bringt nicht viel, denn das dort alle Eltern engagiert sind, ist die Regel. Es geht um den Normalverein. Wie gesagt, ich stütze mich da auf Beobachtungen über 18 Jahre und viele Mannschaften. Die Probleme gibt es so nicht mit Italienern, Asiaten, Amerikanern, Spaniern usw. Ich will nicht über die Ausnahmen in die eine oder andere Richtung reden, sondern über die Regel. Und wenn ich einige Beiträge in diesem Thread lese, bin ich mit der Beobachtung nicht alleine.


    Es gibt jetzt drei Möglichkeiten:


    a) Meine Beobachtungen sind falsch oder treffen nur auf meinen besonderen Fall zu (halte ich aktuell für unwahrscheinlich)
    b) Wir ignorieren das Thema weiter.
    c) Warum ist das so? Kannst du es mir erklären?

    Nur ganz kurz mal ein paar kurze Anregungen von mir.


    Ich trainiere eine U17, habe also regelmäßig mit 16-Jährigen zu tun. Erst einmal finde ich das Engagement von 16aufmrücken beachtlich. Wer sich in diesem Alter so sehr für die Materie interessiert, dass er sich in diesem Forum anmeldet und Diskussionen sucht, sollte erst einmal dafür ein Lob erhalten. Dass du, 16, bestimmte Dinge noch zu simpel siehst, ist alterstypisch und ich kann dir nur raten: Sieh manche Kommentare nicht als Angriff (auch das ist alterstypisch), sondern denke wirklich mal intensiv darüber nach, was du wie anders machen kannst. Ich finde, dass deine letzten Reaktionen zeigen, dass du dazu in der Lage bist. Viele Dinge sieht man durch gemachte Erfahrungen anders. Erfahrungen kann man mit 16 halt einfach noch nicht so viele haben.


    Auch immer wieder spannend finde ich, wie viele Dinge in anderen Vereinen anders laufen. Für mich zum Beispiel ist es ganz klar die Verantwortung der Eltern, wie die Spieler zu Spielen kommen. Ich gebe einen Treffpunkt vor (meist am gegnerischen Sportplatz um X Uhr), und dann müssen sich Spieler/Eltern selber kümmern. Gerne nehme ich jemand mit, der mich dann fragt.



    Zu uzunbacak möchte ich unbedingt etwas sagen: Ich finde es sehr gut, deine Meinungen hier zu lesen, da sie in diesem Gespräch mit "Naturdeutschen" :) oft eine andere Perspektive eröffnen. Aber ich kann sie nicht immer teilen. Ich finde, du machst es dir zu einfach, wenn du bestimmte Probleme nicht siehst/sehen willst(?). Ich habe 18 Jahre Erfahrung als Jugendtrainer im Frankfurter Raum und muss sagen – der Anteil an muslimisch/arabischen Eltern, die nicht teilnehmen am Fußballhobby ihrer Kinder, ist eindeutig höher als bei anderen Hintergründen. Natürlich gibt es auch deutsche/spanische/außerirdische Kinder, bei denen das so ist und es gibt unbestritten auch sehr engagierte muslimisch/arabische Eltern. Wenn man sie kennengelernt hat, kann man sich oft sehr gut mit ihnen verstehen (manchmal sind sie einen Tick zu fanatisch). Der Fakt aber bleibt, den ich in meiner Trainerkarriere so erkannt habe – sie ziehen sich öfter komplett aus der Affäre. Das sagt noch nichts über die Gründe aus, ist aber hier auch einfach so.


    Womit habe ich in dieser ganzen Migranten-Diskussion noch ein Problem?

    So lange irgendeiner, einen Buben, der hier geboren ist, als Migranten sieht und benennt, wird sich kaum was ändern. Immer sind die Migranten problematisch, asozial, unwillig, etc.


    Das ist leider auch viel zu oft der Fall. Da gebe ich dir Recht. Aber die Medaille hat, wie so oft, zwei Seiten:


    Frag doch einmal in einer typischen deutschen D- oder C-Jugend alle Spieler mit Migrationshintergrund, was Sie sind. Deutsche? Türken? Ich gebe dir Brief und Siegel, dass der allergrößte Teil der Spieler mit "türkischem Hintergrund" voller Stolz sagen wird: Ich bin Türke! Aber den deutschen Pass mit Vorteilen nehmen sie dann doch gerne. Der Russland-Deutsche in unserer D-Jugend sagt übrigens ganz klar, dass er Deutscher ist. Sein Vater spricht übrigens auch nur sehr gebrochen deutsch, der Junge fließend. Wie gesagt, es gehören zu allem zwei Seiten.

    Stimme euch beiden, Günter und SirAlex, zu.


    Im Laufe der ganzen Jahre wollten die Leistungsträger fast immer spielen, auch gerne in der 2. oder 3. Mannschaft. Klar, das hat auch damit zu tun, dass sie wussten, dass es nur "Aushilfe" ist. Aber die hatten fast immer Bock.


    Es ist und bleibt ein schwieriges Thema, ich kann das auch ganz gut verstehen, dass viele mit dem Gefühl, "aussortiert" worden zu sein, nicht so gut umgehen können. Aber oft ist es auch so, dass es vor allem die Eltern trifft ("mein Kind wird aussortiert/nicht gewürdigt/ungerecht behandelt") und mit einer positiven Grundeinstellung der Eltern viele Kinder sich auch in diesen 3er-Teams wohlfühlen könnten. Das sind Beobachtungen, die ich so definitiv gemacht habe.

    Was mir als Jugendleiter ein wenig aufstößt - ich bitte um Erklärung, wenn ich was falsch verstanden haben sollte beim Lesen:


    Es gibt/gab als 5 ehemalige D2-Spieler, die in die D3 sollten/da hingehen könnten, um mehr zu spielen. Das haben alle abgelehnt, weil sie ja 7.Klässler sind und die in der D3 eh zu schlecht und erst 1 Jahr Fußball spielen. Korrekt?


    Wenn jetzt aber die 5 Spieler und der Sohn von House alle in die D3 hingegangen wären, gäbe es dort doch schon mal mindestens sechs Spieler mit einem gewissen Niveau und Fußballerfahrung, inklusive der anderen Kinder wäre das dann doch eine ordentliche Mannschaft oder?
    Bei sowas hab ich immer das Gefühl, dass die D3 eine "unzumutbare Demütigung" ist...

    Ja das mit unserer D-Jugend muss man halt erst mal abwarten, wie sich das entwickelt. Mal sehen, allerdings bin ich da aktuell zuversichtlich. Gerne berichte ich auch im Winter und Frühling noch einmal.


    Danke auch an Günter, dass er noch mal relativiert hat, in der Tat schien mir deine Sicht etwas einseitig. Deshalb ist es ja gut, wenn man mal nachhakt und drüber "redet" :)



    TW-Trainer:
    Dein letztes Posting fand ich sehr interessant. Grundsätzlich stimme ich dir zu, diese Erkenntnis habe ich auch gemacht: Fußballferne Eltern, die aber vielleicht in anderen Bereichen ihres Lebens Erfolg und Leistung gewohnt sind (Beruf etwa), sind oft sehr ergebnisorientiert. Ebenso die bildungsfernen Trainer, auch das kann man durchaus erkennen.


    Oft auch sehr schlimm: Der "Altinternationale". Nicht unbedingt bildungsfern, aber früher ein sehr guter Oberliga- oder Verbandsligakicker, Pokalsieger und Aufsteiger geworden, der aber immer noch alles an den Maßstäben von damals misst: Die Jungs müssen fit sein, da wird zu wenig gelaufen, die machen keine Taktik, die "Männer" werden nicht gedeckt usw.
    Mit diesen Leuten ist sehr schwierig zu diskutieren, der "Erfolg gibt ihnen ja recht"...

    Danke für die Nachfragen. Ich habe diesen Thread dafür mal genommen, da es eben auch ein Thema betrifft, das mich trifft: Ich habe nicht immer die Trainer, die ich gerne hätte. Ich habe einige wenige Trainer, die manchmal zu oft rumbrüllen, wobei wir das im Lauf der Jahre quasi auf Null gefahren haben. Der letzte, bei dem das jetzt noch so war, hat letzte Saison den stellvertretenden JL als "Co-Trainer" bekommen und der hat ihm wohl einiges beibringen können in dem Jahr. Ich kann aber die Trainer nicht so stark verpflichten, wie ich das gerne hätte – sonst muss ich neue suchen, und das ist heutzutage sehr, sehr schwierig. Trotzdem stelle ich oft auch fest, dass unsere Trainer, vom Niveau her über dem Durchschnitt der Vereine rund um uns liegen. Und ich bin ihnen für ihre Arbeit immer sehr dankbar.

    Einiges habe ich wohl nicht deutlich genug ausgedrückt/ist missverstanden worden:


    TW-Trainer:

    "(bei 19 Kindern in der D 1 kann ich nicht erkennen, dass alle unter dem Gesichtspunkt von Forderung und Förderung ausreichende Spieleinsätze bekommen)"


    Da der Trainer fast zwei Spiele pro Woche veranstaltet (das Pflichtspiel und ein, meist hochkarätigeres, Freundschaftsspiel), scheint das momentan zu funktionieren. Zuletzt hatten die Eltern beim Elternabend eher mal gebeten, ein Spiel weniger auszumachen am Wochenende.


    Kreisliga ist für mich auch Breitensport. Für einen jungen Jahrgang (bei uns) aber manchmal durchaus fordernd und vor gut einem Jahrzehnt auch noch der Bereich, in dem sich die jungen Jahrgänge von Eintracht, Kickers Offenbach usw herumgetrieben haben.


    "Transferzahlungen" werden getätigt, wenn wir das Gefühl haben, dass uns ein Spieler sofort weiterhilft. Wenn ein Spieler ohnehin an die "Leistungsmannschaft" rangeführt werden muss, zahlen wir eher nicht. Mit vielen Vereinen haben wir aber auch die Übereinstimmung, dass zwischen unseren Vereinen hin- und hergewechselt werden kann.


    Der Zuwachs im E-Bereich ist von den Zahlen her nicht so groß. Der Unterschied ist, dass wir früher im E-Bereich nur Kinder aus dem Ort haben, jetzt sind auch mal 3-4 aus anderen Orten dabei.


    Klar sind nicht alle Kinder und Eltern das ganze Jahr lang euphorisch. Einige kommen mit anderen Erwartungen, einige fühlen sich unwohl, usw. Aber das Entscheidende für mich ist, dass ein großer Teil eben auch nach der Saison bei uns bleibt. Wir haben keine besonders hohe Fluktuation mehr, nachdem einmal der "große Wechsel" in der D1 gekommen ist. Die Fluktuation ist sogar höher als früher. Nicht mit allen abgebenden Vereinen ist ein gutes Verhältnis möglich, aber ich denke, dass wir mit vielen davon mittlerweile Vertrauen aufgebaut haben und sie sehen, dass wir die Jungs dann auch gerne wieder zurückgeben, wenn diese wollen. Auch hier gibt es in den letzten Jahren viele vernünftigere Vereine, die sagen, dass sie einem Spieler den Weg zu uns nicht verbauen wollen.


    Die meisten Eltern, die zu uns kommen, haben nicht den Bundesliga-Traum. Die sind durchaus realistisch. Ein paar Spinner haben wir natürlich auch. Viele sind generell zu ehrgeizig. Die Kids im Alter von 11, 12 haben diesen Traum halt noch. Mit 13, 14, 15 dann eher nicht mehr. Trotzdem bleiben die meisten gerne bei uns.


    Wir halten keine Spieler zurück, die den Sprung auf die nächsthöhere Ebene machen können. Bisher musste noch kein Spieler, der von uns zu einem Profiklub gewechselt ist, eine Sperre aussitzen. Ein Spieler meiner Mannschaft wollte unbedingt noch höher spielen. Das ist absolut akzeptabel, ich war nur der Meinung, dass er sich dazu die absolut falsche Mannschaft mit übler Sozialstruktur ausgesucht hat. Es war für mich sehr schwierig, damit umzugehen. Sage ich ihm das, klingt es so, als ob ich ihn zurückhalten will. Ich habs ihm also nicht gesagt. Nach einer Woche Vorbereitung in dieser Truppe hat er das erkannt, das Training fand er nicht so gut wie bei uns :) und er wechselte direkt zurück. Ich denke, dass es so rum besser ist, als wenn ich ihn belabert hätte.



    AKjfv

    "Schaffen nur etwa 6 Spieler eurer D2 den Schritt in die D 1. Was je nach Stärke des Kaders weniger als 50% Prozent sind.
    Wie verfahrt ihr mit diesen Spielern. Habt ihr eine Auffangmannschaft, oder wird den Kindern nahegelegt den Verein zu verlassen."


    Im Kern ist das richtig. Die letzte D2 hatte nur ca. 13 Mann. Die meisten davon sind halt für höhere Spielklassen nicht wirklich geeignet gewesen. Was soll ich sagen? Wie gesagt, wenn ich Eintracht Frankfurt oder Kickers Offenbach auf einen Einzugsbereich von 3 km beschränke, werden die auch nicht viel zustandebringen, egal wie toll ihr Training ist. Wir haben eine Auffangmannschaft für diese Kinder, aber, das will ich gar nicht schönreden, das wird natürlich als Degradierung empfunden von vielen. Wir hatten schon in den vergangenen Jahren den Fall, dass Trainer die Kinder per Email "aussortiert" hatten ("Das hier ist der D1 Kader"), um sich um die unangenehmen Gespräche zu drücken. Furchtbar. Dieses Jahr habe ich auf persönliche Gespräche bestanden. Es haben diese Saison relativ wenige Kinder (aktuell 1-3) daraufhin den Verein verlassen. Es ist aber trotzdem interessant, dass im Lauf der Zeit auch viele der in der D1 "Aussortierten" lieber bei uns in der "Auffangmannschaft" bleiben, als sich einem anderen Verein anzuschließen. Ganz klar: Für unsere sportlichen Ziele brauchen wir keine Auffangmannschaften. Ich würde es aber hassen, Spieler aus dem Verein ausschließen zu müssen. Das geht meiner Meinung nach einfach nicht.



    Günter
    Ja, Geld sichert dir nicht unbedingt die besten Trainer. Aber es hilft schon, jedoch erst so ab 300-400 Euro. Ich habe das Beispiel mit der D1 nur genannt, weil die dieses Jahr wirklich sehr stark abgeworben haben und ich das nicht verschweigen sollte. Normal werben wir pro Jahrgang vielleicht 2-3 Spieler an.


    "Auch ein gut geführter Verein, der ihr ja offensichtlich seit, ist also nicht in der Lage aus eigenem Nachwuchs eine entsprechend leistungsstarke D-Jugend zusammenzustellen. Überall so, und ich finde dafür keine Erklärung."


    Für mich ist das wirklich simpel erklärbar: Man braucht schon ein gewisses Grundtalent bei den Spielern, um sie auf ein hohes Niveau bringen zu können. Das geht einfach nicht mit jeder Mannschaft.


    WICHTIG: Es ist nicht so, dass wir in der E-Jugend sechs Neue holen, dann in der D2 noch mal sechs Neue, und dann davon die Hälfte in der D1 aussortieren. Wir haben keinen starken Zuwachs im E-Jugendbereich. Der typische Werdegang ist der, dass wir im G- und F-Bereich den Zulauf normaler "Dorfvereine" haben. In der E-Jugend kommen dann, ohne dass wir sie abwerben, 1-3 Spieler von außerhalb hinzu, weil wir einen relativ guten Ruf haben. Vielleicht ähnliches nochmal in der D2. Dann haben wir in der Regel einen Kader, der nicht stark genug ist, für die höchste D-Jugendliga. Zum D1-Jahr kommen sie dann "aus allen Ecken" des Kreises und darüber hinaus und wollen bei uns D1 spielen. Seit Jahren wünsche ich mir schon, dass diese Spieler wenigstens zur D2 oder noch lieber zur E1 kommen würden, aber das ist halt nicht so. Der Kader, der dann entsteht, bleibt im Kern dann so bis zur A-Jugend zusammen. In der A-Jugend bröckelt es dann wieder, da dort eben viele andere Probleme und Interessen entstehen.
    Man kann das sehr gut an meiner aktuellen Mannschaft illustrieren, U17:


    Seit der D1 im Verein: 55 %
    Seit der C2 im Verein: 70 %
    Seit der D1 im Verein: 55 %
    Seit der D2 oder vorher schon im Verein: 10 %


    Günter
    "nur 5-6 Kinder setzten sich aus den bisherigen Mannschaften durch? Berücksichtigt man jetzt noch, dass bereits in der E Zulauf von Aussen kommt, ist das doch ein Armutszeugnis für die KIFU-Arbeit in einem solchen Verein"
    Wie gesagt, das kam anscheinend zu extrem rüber. Wir haben keinen besonders starken Zulauf von außen im E-Jugendbereich. Unsere aktuelle E1 ist so stark (mit einem super Trainer), dass wir dort dann wohl von 13 Kids alle oder 11-12 in den D1-Bereich übernehmen können. Eine sehr gute Ausbildung lohnt sich schon. Aber auch hier hat sich das halt rumgesprochen, so dass er schon 3-4 Kinder von außerhalb hat.


    "von der C bis Ende B gibt es eine steigende Tendenz an Unzufriedenen."
    Habe ich so in der Regel bei uns nicht festgestellt. Aber klar, wer sich zwei, drei Jahre Hoffnungen macht, in die Stammelf zu kommen und es dann nicht schafft, wird halt unzufrieden.


    "Dies kenn ich nun etwas anders. Der Prozentsatz, derer, die in der D zum Kader gehörten und noch in der A-Jugend dabei sind ist unter 50 % Eigendlich ein Zeichen, dass da bei euch doch etwas besser läuft."
    Ich hoffe es, aber in der A-Jugend ist es aktuell sehr schwierig. Ist seit Jahren ein schwieriges Thema.


    "Was ich kritisiere ist einmal bei den Vereinen, dass sie sich nicht auf die wirklich talentierten Spieler bei der Aufnahme begrenzen, sondern sich der Masse an durchschnittlich guten Spielern bedienen, einmal um einen grösseren starken Kader zu bekommen, andererseits in der Hoffnung, dass sich möglicherweise der ein und andere doch besser entwickelt."


    Ganz ehrlich, das machen wir auch. Aber diese Spieler sprechen wir nicht an. Sie kommen von sich aus. Und wir wollen halt auch keine Spieler wegschicken und ihnen die Aufnahme in den Verein verweigern. Denn dazu sind wir meiner Meinung nach nicht groß und wichtig genug.



    Wie gesagt, ich bin nicht mit allem glücklich, was bei uns passiert.

    Hier sind doch so einige Sachen, die mir nicht ganz passen. Vielleicht versteh ich es aber auch nur falsch, weil ich mich als Jugendleiter in so einem "mittleren Leistungsverein" – ohne jetzt hier stundenlang auf Definitionen eingehen zu wollen – sehe. Das wird ein sehr langer Text. Wer will, kann gern überfliegen, aber bitte lest den letzten Absatz.


    Nur kurz zur Definition: Im Sportstudium habe ich gelernt, dass Leistungssport da beginnt, wo beim Treiben des Sports das Erzielen einer Leistung im Mittelpunkt steht. Nach meiner Definition würde ich das, was wir machen (Jugend: Oberliga bis Kreisliga in den älteren Klassen) durchaus als Leistungssport bezeichnen. Ich habe mal ausgerechnet, dass sich die Mannschaften bei uns in den Top 5 % des Bundeslandes bewegen. Klingt erst mal unheimlich toll, ist aber noch nicht so bedeutsam, wenn man bedenkt, wie viele Fußballmannschaften und -spieler es gibt. Das, was z.B. TW-Trainer als Leistungssport bezeichnet, ist für mich der Hochleistungssport (auf nationaler Ebene). Aber klar, das was wir machen, kann man auch als Breitensport mit leistungsorientierter Komponente beschreiben. So ist das halt mit Definitionen, es gibt wenige, die allgemeingültig sind.
    Was stört mich an der Diskussion, die gerade hier läuft?


    Für mich wird ein wenig der Eindruck erweckt, dass es keinen Sinn machen würde, zu einem Verein mittlerer Leistungsebene wie uns zu wechseln. Entweder NLZ oder Dorfverein. Alles zwischendrin ist nur was für Traineregomanen und überehrgeizige Väter.


    Hier ist die Realität, wie sie sich bei uns darstellt, offen, ehrlich und ungeschminkt (und solche Postings wie das hier sind der Grund, das ich gerne anonym bleibe, sonst könnte ich das nicht schreiben):


    Mit unseren Trainern bin ich nicht immer glücklich. Mehr und mehr muss ich auch (im Vergleich zu früheren Jahren) nehmen, was ich kriegen kann. Das Training ist mir oft nicht gut genug vorbereitet. Leider sehe ich bei uns auch ab und zu noch sinnlose Laufübungen und überehrgeizige Trainer. Manchmal werden aufgrund des gewinnen wollens zu wenige Spielzeiten verteilt. Allerdings kommt dieser Druck nicht von der Jugendleitung. Plätze und Ergebnisse spielen schon eine gewisse Rolle.


    Aber auch: Unsere Trainer sind alle überdurchschnittlich engangiert. Sie trainieren 3x die Woche für ein Taschengeld (50-150 Euro im Monat), machen zusätzlich noch extrem viele Turniere und Freundschaftsspiele aus, mit dem Ziel, allen Kindern Spielzeit zu verschaffen. Wir haben die Regel, dass bei uns jeder Spieler am Wochenende ein Trikot anziehen und spielen soll. Dafür melden wir oft zusätzliche Mannschaften, die dann – weil es an Trainern mangelt – von den Haupttrainern noch "nebenher" am Wochenende betreut werden, damit alle Spielpraxis haben. Oft füllen wir diese Teams dann quer mit jüngeren oder anderen Spielern auf, die dann am Wochenende ein zweites Spiel bestreiten, damit wir genug Spieler haben, um den anderen 6-7 Jungs Einsatzzeiten zu geben.


    Wir werben ab. Aber gezielt. Wir sprechen in der Regel nicht 20 Spieler eines Jahrgangs an, sondern den einen oder anderen gezielt. Der Großteil der Spieler, die in einem Sommer als Neuzugang bei uns landen, kommt von sich aus. Wir haben einen relativ guten Ruf ("die machen gute Jugendarbeit") bei den Meisten, wobei ich mich manchmal frage, ob wir nicht einfach nur alle guten Spieler zusammenholen und dann zu wenig mit ihnen machen. Da bin ich sehr gespalten. Es ginge mehr. Wir könnten besser trainieren. Besser fördern. Aber wir stoßen dann eben auch an Grenzen, personeller Art. Es ist letztendlich nur Freizeit.


    In den vergangenen Jahren war es oft so, dass wir in der F und E Jugend "keine Rolle" spielten, wie ein Forumsteilnehmer vorher zitiert hat und erst in der Tat dann stärker wurden, als wir in den älteren Jugenden Zulauf von außen erhielten. Wir haben stark daran gearbeitet, im unteren Jugendbereich bessere Trainer zu haben und besseres Training anzubieten. Nun sind unsere Mannschaften dort auch "stärker" (aber wieso ist das überhaupt ein Maßstab?), allerdings nicht nur, weil wir dort besser arbeiten, sondern auch, weil sich das anscheinend wieder rumgesprochen hat und wir nun auch schon in der E-Jugend stärkeren Zulauf von außerhalb erhalten haben. Das ist irgendwo auch ganz natürlich. Wenn Bundesligist XY in seiner Arbeit nur auf Spieler beschränkt wäre, die aus einem Umkreis von 3-5 km kommen würden, könnte er ein tolles NLZ haben wie er wollte – die Mannschaften wären trotzdem kaum wettbewerbsfähig!


    Unsere neue D1 besteht aus 19 Spielern (wie gesagt, viele Spiele und Turniere). Die Trainer haben sehr intensiv an- und abgeworben, oft aber auch in gutem Gespräch mit dem abgebenden Verein. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sich fast alle Kinder und Eltern dann auch für uns entscheiden, was aber letztendlich der Fall war.
    D1 ist in der Regel das Alter, wo wir anfangen, stark leistungsorientiert einzuteilen. Wir reißen oft die alte D2 auseinander, da wir in diesem Alter einen großen Zulauf von außerhalb erhalten. Manchmal gelingt es uns, sehr viele Kinder in die neue D1 zu übernehmen. Oft aber auch nicht. Dieses Jahr sind es glaube ich 5-6 Stück. Der Rest ist neu. Trotzdem entsteht dort gerade wegen der guten Arbeit der beiden jungen und motivierten Trainer (die längst nicht alles richtig machen, aber sehr engagiert und lernwillig sind und toll Spielzeiten verteilen) gerade eine super Mannschaft.



    Und das ist für mich der springende Punkt:

    Wie finden es die Kinder, bei uns zu spielen? Ich erhalte momentan eine Menge positives Feedback (was ja eigentlich ungewöhnlich ist). Tenor in der D-Jugend ist, dass (fast) alle total glücklich sind hier zu sein, es toll finden, dass sie hier mit gleichstarken Mitspielern zusammenspielen können, wo sie auch mal einen Ball zurückbekommen können, dass es toll wäre, dass die Trainer hier so engagiert wären, dass der Jugendleiter mal bei Spielen vorbeischaut, im alten Verein hätte man den nie gesehen, usw. Darum geht es letztendlich: Die meisten Jungs, die zu uns wechseln, bereuen das nicht. Sie sind froh, diesen Schritt gemacht zu haben, weil sie "mehr" wollen, als das, was sie im Dorfverein erreichen können. Sie wollen sich messen, wollen sehen, wie weit sie kommen. Irgendwann in der C-Jugend setzt bei den meisten die Erkenntnis ein, dass es mit dem Profitraum nichts wird. Trotzdem bleiben unsere Mannschaften, die sich in der D-Jugend finden, im Kern (60-75 %) die nächsten sechs Jahre zusammen (im A- und Seniorenbereich trennen sich die Wege dann oft wieder, Uni, Job, Geld für Seniorenmannschaften werden dann entscheidend, was ja auch ok ist). Aber für diese sechs Jahre fühlen sich viele Spieler bei uns sehr wohl (klar gibt es auch die Unzufriedenden, die dann schlecht über uns reden oder sogar mit dem Fußball aufhören) – und dafür lohnt es sich dann eben.