Beiträge von Chris

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Ecken lassen sich natürlich trainieren.


    Aber erst einmal muss man Anspruch und Wünsche klären:


    Wie viele Eckballtore hätte deine Mannschaft deiner Meinung nach im Schnitt so erzielen müssen bisher? Aus allen wie viel Ecken soll sie ein Tor machen? Jeder 5.? Jeder 10.? Jeder 15. Ecke?

    Rein spontan macht es für mich erst mal auch keinen Sinn, einen D-Jugendlichen in die schwächere jahrgangsjunge C-Jugend (C3 oder die 2002er/B-Mannschaft) hochzuziehen. Wozu?


    Das macht nur Sinn, wenn es in seinem Jahrgang 2003 entweder Ärger gegeben hat, die Trainer nichts taugen usw.


    Oder eben, wenn er so talentiert ist, dass er einen Jahrgang nach oben sollte. Dann aber eben in die C2 oder die 20002er/A-Mannschaft).


    Ich habe bisher auch den Eindruck, es geht hier vor allem mal wieder den Erwachsenen um Ligen, "höher spielen wollen" usw.


    Mir fehlt bisher auch ganz klar die Auskunft dazu: Wie findet dein Sohn das alles? Zufrieden? Glücklich? Wenn nein, warum nicht?

    Habe Fußball durch Fußball auch hier im Shop geordert und superschnell erhalten - top!


    Bin nur kurz fünf Minuten über Inhaltsverzeichnis und einige Seiten geflogen.
    Ersteindruck:
    Sehr gutes Buch.
    Allerdings deutlich leistungsorientiert/für ältere Teams von Nutzen.


    Beispiel?
    Der Unterpunkt Kindertraining umfasst 1 (eine) Seite.


    Der Unterpunkt mit Trainingsformen zum Rondo umfasst 15 Seiten.


    Für mich genau das, was ich gesucht habe, aber man muss wissen, was man von dem Buch will.


    Toll auch, dass man in Uwes Shop Fotos aus dem Inhaltsverzeichnis anschauen konnte - für mich war das ausschlaggebend für den Kauf.

    Natürlich können Frauen genauso gut als Trainerin oder Schiedsrichterin sein wie Männer. Es gibt keinen Grund, warum sie in irgendeiner Weise schlechter sein sollten.


    Fakt ist aber auch, dass mir momentan keine wirklich gute Trainerin bekannt ist. Bei Schiedsrichterinnen kann ich es nicht wirklich beurteilen.


    Woran liegt das bei Trainerinnen? Ich vermute mal, dass es damit zu tun hat, dass sie eben nicht so richtig mit dem Fußball aufgewachsen und verwachsen gewesen sind in ihrer Kindheit und Jugend wie viele Männer und eben damals, vor 15, 20, 25 Jahren nicht so gut ausgebildet wurden, wie viele Männer, die heute im Spitzenbereich tätig sind (ich bin sicher, dass sich die Ausbildung im Breitenbereich nicht groß unterscheidet).


    Heißt für mich: Je mehr sich Frauen-/und Mädchenfußball etabliert und schon von jungen Jahren an gespielt wird, desto bessere weibliche Trainerinnen (auch Schiedsrichterinnen?) werden wir bekommen. Es gibt keinen Grund, warum sie in der Spitze nicht eines Tages genauso gut wie Männer sein sollten.

    Wir haben ja recht viele Leute aus dem Raum Frankfurt hier, da sollte es schon einige Ideen geben, zumal es mit einer E-Jugend noch nicht so schwierig ist.


    Spontan fallen mir ein:


    Ronneburg (lange im voraus ausgebucht, früh anrufen)
    Jugendherberge Aschaffenburg hat uns mal einen Trainingsplatz dazu organisiert
    Jugendherberge Bad Homburg organisiert Trainingsplätze dazu


    Die Blockhütten in Grünberg sind auch noch relativ günstig, ansonsten finde ich Sportschulen ziemlich überteuert.

    Um dein Problem wirklich zu verstehen, musst du mehr Infos liefern:



    Wie alt bist du?
    Was hast du vorher an Erfahrungen im Trainergeschäft gesammelt (jeder fängt mal an!)?
    Wie kommst du mit den Kids und den anderen Eltern klar?
    Wie ist die Trainingsbeteiligung bei dir?
    Wie ist dein Verhältnis zur Jugendleitung? Wie kamst du zu dem Trainerjob?
    Wie groß ist deine Mannschaft?
    Was für ein Verein seid ihr? Dorfverein? Leistungsorientiert?
    Was kritisieren diese Eltern an dir? Was gefällt ihnen nicht?
    Wie äußert sich das? Du schreibst, die Kinder passen sich dem Verhalten der Eltern an. Was machen sie?


    Das sollte erst mal reichen :)

    Bei uns:
    G, F, E
    Nach Jahrgängen


    In der E1 nehmen wir absolute Ausnahemspieler des jüngeren E-Jugendjahrgangs auch mal mit rein. Kam zwei oder drei Mal vor in den letzten zehn Jahren.


    Ab der D:
    1er: Nach Leistung, in der Regel 1-3 des jüngeren Jahrgangs dabei
    2er: Jüngerer Jahrgang, plus den einen oder anderen des älteren Jahrgangs, die für Stabilität sorgen können um evtl. die höhere Liga zu halten
    3er: Der Rest

    Am Thema Mannschaftstaktik in der D-Jugend scheiden sich bekanntlich die Geister. Der DFB lehnt es offiziell ab. In NLZ ist es gang und gäbe. In höheren Spielklassen ebenfalls. Meine Philosphie ist aktuell, dass ich mit einer leistungsorientierten U13 definitiv in die Mannschaftstaktik gehen würde, mit einer U12, wie ich sie aktuell trainiere, nur ganz am Rand (wir haben ihnen gesagt, wie wir spielen wollen, verwenden daraufhin aber kaum Trainingszeit, sondern beschäftigen uns dort mehr mit 1:1, Technik, Koordination etc.).


    Nun bin ich heute über dieses Posting der Münchner Fußballschule (MFS) gestolpert (http://www.mfsfussballtraining…g/pressing-in-der-u12u13/)
    , indem für U13 und sogar U12 (!) Mannschaften ein ganzheitliches Pressingsystem (zwei Varianten) vorgeschlagen wird. Trainer "Faxe" fordert u.a.: "Das liegt daran, dass eben keine Struktur dahinter zu erkennen ist. Der oder die Stürmer jagen wie wild geworden den Ball, den ein technisch solider Gegner mit ein bis zwei Kontakten relativ locker in den eigenen Reihen hält. Die restliche Mannschaft rückt nicht geschlossen nach, spielt das Pressing ohne kompakten Verbund, stellt mögliche Passwege des Gegners nicht zu und bereitet den schnellen Angriff bei einem möglichen Ballgewinn überhaupt nicht vor"


    Das ist erfahrungsgemäß nur mit einem relativ hohen Anteil an Trainingszeit umzusetzen. Was "Faxe" dann noch bestätigt:
    "Denn wo soll denn Ball hingespielt werden, wenn er dann tatsächlich erobert wird? Nach vorne? Aber wohin und zu wem? All dies sollte meiner Meinung nach geplant sein und ich habe vor Allem die Erfahrung gemacht, dass dies funktioniert. Auch wenn es in der D-Jugend natürlich viel Arbeit macht, es den Spielern immer und immer wieder zu erklären."



    Was haltet ihr davon?


    Ich möchte nicht über die beiden Pressingvarianten als solche reden - sondern konkret um folgende Fragen:


    1) Mannschaftstaktik in der D-Jugend? ja oder nein? Wie intensiv würdet ihr das trainieren?


    2) Wie weit würdet ihr dabei gehen?


    3) Unterschied U13 zu U12?


    4) Reicht es in einer D-Jugend nicht, den Spielern rudimentär ein Pressing vorzuschlagen ("wir greifen alle an und erobern sofort den Ball zurück"), und das dann in der C-Jugend zu verfeinern?


    Ich denke momentan tatsächlich auch darüber nach, ein wenig Zeit mehr in meiner U12 in die konkreten Pressinglaufwege etc. zu investieren - das geht aber definitiv zu Lasten anderer Trainingsschwerpunkte.


    Bin gespannt auf eure Meinungen.

    Auch hier kann ich ja nur von meiner Vorgehensweise berichten: Ich sage nie einem Neuzugang, auch wenn ich ihn hole:
    "Du bist Stammspieler". Selbst wenn ich selber davon überzeugt bin, dass er einer der stärksten Spieler meiner Mannschaft ist. Meine mitgeteilte Einschätzung geht von "Du hast sehr gute Chancen, sehr häufig zu spielen, wenn du auch entsprechend trainierst" bis zu "es kann sehr schwer werden für dich wenn du kommst, es wird entweder die X1 oder X2 Mannschaft werden". Stammplätze vor der Saison zu versprechen finde ich schlecht.


    Wir hatten am Wochenende zwei Spiele.
    Das erste gegen einen Gegner, der am Ende doch ein wenig zu schwach war, wir haben hoch (aber nicht zweistellig) gewonnen und ich habe alle 20 Minuten die Aufstellung gewechselt. 13 von 18 Spielern waren dabei, jeder hatte mindestens 40 Minuten Spielzeit.


    Im zweiten Spiel hatte ich erneut 13 Spieler dabei. Alle Spieler, die am Tage davor nicht spielen durften, waren nun dabei. Acht oder neun Spieler durften in beiden Spielen antreten, einer war über das Wochenende weg verreist. Entscheidungsgrundlage waren bisher gezeigte Leistung und Trainingsfleiß (bei allen sehr gut. Teilweise haben ein oder zwei mehr absolvierte Trainings entschieden, wer doppelt randurfte). Der zweite Gegner war stärker, wir beherrschten ihn aber lange sehr deutlich und ließen keine Chancen zu, führten 3:0 (hätte höher sein können). Ich hatte vor dem Spiel jedem Spieler zwischen 30 und 40 Minuten versprochen, wollte aber nicht so krass hin- und herwechseln wie am Vortag. Am Ende des Spiels wollte ich jedem noch ein paar Minuten zusätzlich geben, so dass ich sehr viel gewechselt habe und meiner Meinung nach das Spiel zerwechselt habe (so habe ich es den Jungs auch nach dem Spiel gesagt). In den letzten 10-15 Minuten sind wir dadurch auf einmal mächtig ins Schwimmen gekommen, haben dem Gegner, der vorher maximal eine Chance in 45 Minuten hatte, auf einmal ungefähr fünf klare Torchancen gestattet, wodurch das Anstoßtor von 1:3 zustande kam.


    Am Ende hatte ich zwar Spielminuten verteilt. Aber ob das wertvolle Minuten waren für die Spieler, die noch mal reinkamen (es war ein ziemliches Chaos nur noch)?

    TW-Trainer, ich glaube, du drehst dir das ein wenig zu extrem ins Negative. Ich meine gar nicht mal meine Aussagen, sondern vor allem die letzte von tobn. Da war nirgends die Rede davon, dass Spielzeiten danach verteilt werden, ob jemand geholt wurde oder von sich aus gekommen ist. Was ich auch bei dir vermisse, ist neben der Kritik der konkrete (an diesem Beispiel oder gerne auch dem von raiccoon) Gegenvorschlag. Ich bin sicher, ich werde bei diesem nämlich auch Negatives finden. Es gibt in meinen Augen keine perfekte Lösung.


    Was uns betrifft:
    Aktiv "geholt" haben wir einen Spieler (Kategorie B/A). Das war einer, den ich ansprechen lassen habe und der dann wohl sagte, dass er von sich aus eh schon kommen wollte.


    Es kamen noch drei Spieler der Kategorie A von sich aus.


    Und vier der Kateogrie C von sich aus. Denen wurde allen gesagt, dass es die D2 ODER D3 werden kann. Bei zweien wurde des dann D2, bei den anderen D3. Einer dieser C-Spieler war so verunsichert, weil er in seinem Altverein in der E1 maximal fünf bis zehn Minuten bekam, dass er eigentlich aktuell der schwächste aus diesem Quartett war. Da er mir technisch im Training aber ganz gut gefiel und ich fand, dass er erst in sechs Monaten wieder genügend Selbstvertrauen bekommen kann, habe ich ihn nach Absprache mit den Eltern aus diesem Grund mit in die D2 genommen. Die Entwicklung der letzten Wochen war richtig gut bei ihm, er lacht jetzt endlich, macht auch mal Späße mit und die Leistung wurde auch besser.



    @Folkao:
    "Wenn es für Euch ganz schlecht läuft, verlassen die ganz starken Spieler Euch wegen besserer Möglichkeiten und die noch nicht so Starken weil sie sich zu wenig wertgeschätzt fühlen."
    Ja, das wäre das Extrem-Beispiel, aber es ist eher unrealistisch. Nicht jeder von denen, die gerne wollen, werden bei einem Profiverein unterkommen. Nicht jeder von denen will auch. Und ich glaube nach jetzigem Stand, dass wir nicht viele Spieler verlieren, weil sie zu wenig spielen, das ist mir in der Vergangenheit auch nicht passiert. Mit dieser Mischung und diesem Verhalten habe ich schon mal Spieler der "Kategorie C" von der D- bis in die A-Jugend gebracht.


    Ich habe übrigens jetzt auch ein Kind aus der D1, das sich dort nicht wohl fühlte, zu wenig Spielzeiten erhält und sehr gerne zu uns gekommen wäre (wo es in der Vorbereitung ausgeholfen hatte) abgelehnt, weil unser Kader dann einfach viel zu groß werden würde. Trotzdem tat es mir für den Jungen sehr leid, ihm diesen Wunsch nicht erfüllen zu können.

    Ich würde das Thema hier gerne auf die Kaderauswahl beschränkt sehen und auch viele andere Meinungen dazu hören. Zur Positionsrotation kann/gibt es ja einen anderen Thread.


    Die Trainingsbeteiligung unterscheidet sich nach Kategorien überhaupt nicht. Im Kern kann man sagen, dass sie alle immer da sind, abgesehen von dem einen oder anderen privaten Termin, womit ich null Probleme habe, da sie alle sehr motiviert und engagiert sind.


    Früher hat man gesagt: "Papier ist geduldig". Das Internet auch. Klingt erst mal schön, was ich schreibe und das ist es momentan auch noch. Erfahrungsgemäß wird es nach einer Weile aber wohl auch bei uns Unzufriedene und Unglückliche geben. Eine ganze Mannschaft glücklich zu halten ist fast unmöglich, insbesondere wenn man etwas leistungsorientierter spielt.



    Der Eindruck ist auch bei mir, dass die "A-Spieler" (es gibt diese Einteilung nicht, aber bei dem einen weiß ja fast jeder, wie stark er ist und dass alle Profiklubs an ihm dran sind und dass er immer im Training ist) bei engen und wichtigen Spielen auch von den anderen Spielern und Eltern (und wem mache ich etwas vor: natürlich auch vom Trainer) gern auf dem Platz gesehen werden. Vielleicht ändert sich das aber auch noch. Wird interessant.


    @TW-Trainer
    Wir sind die D2 (U12). D1 (U13) gibt es auch. Die Kategorisierung A, B, C ist nicht erstellt worden, um damit zu arbeiten. Ich habe sie eher für das Forum so erstellt. Grundsätzlich habe ich 18 Spieler, davon kann man halt grob sagen, dass ein Drittel in die Kategorie sehr stark, das andere in stark, das andere in durchschnittlich-gut gehört.


    Ganz klar möchte ich noch sagen, dass ich die "schwächsten" Spieler nicht aus "Mitleid" mitgenommen habe, sondern weil ich sie gerne formen möchte und davon ausgehen muss, dass wir im Sommer zwei bis sechs leistungsstarke Spieler an größere Vereine verlieren. Diese Lücken sollen die anderen dann füllen können. Das klappt aber auf keinen Fall, wenn sie bis Sommer in der D3 wären – dort hätten sie INSGESAMT gesehen in einem Jahr sogar deutlich weniger Spielzeiten, obwohl sie vermutlich jedes D3-Spiel dabei wären.


    Du schreibst, dass 50 % zu wenig sind. Ich möchte widersprechen – es kommt nicht auf Prozente an, sondern auf absolute Zeiten. Wenn mein Kaderspieler Nummer 17 oder 18 in der D3 spielt, bestreitet er dort 75 % der Spielzeiten. Die Spielen aber im Jahr nur 20 Mal. Macht 15 komplette Partien. Bei uns hat er aber vielleicht 40-50 Einsätze mit 50 %. Sind 25-30 komplette Partien. Wenn man es aktuell vergleichen würde: Die D3 hatte bisher drei Spiele, selbst wenn er die komplett durchgespielt hätte, käme er auf drei Einsätze. Bei uns gab es bisher 12 Einsätze, halt nur zu 50 %, macht 6 komplette Einsätze – doppelt so viele wie er bei der D3 erhalten hätte. Oder bei vielen anderen D-Jugenden im Umfeld, die alle bisher so 3, 4 Spiele absolviert haben.


    @Don Quijote
    Ja, mir ist das auch aufgefallen (seit Jahren), dass sich in diesem Alter extrem untereinander verglichen wird. Allerdings mag ich das nicht und bringe das auch deutlich rüber. Wir hatten ein Turnier, an dem mathematisch gleiche Spielzeiten nur möglich gewesen wären, wenn ich mir einen ähnlich komplexen Wechselplan ausgedacht hätte, wie tobn. Ich habe mich bei dem Turnier dafür entschieden, dass immer zwei Spieler durchspielen (es waren jedes Spiel andere). Da wir nur vier Spiele hatten, kamen aber nur acht Spieler in den Genuss durchzuspielen. Es kam auch prompt einer, der sich beschwerte: "Unfaiiiir". Ich habe ihm relativ deutlich klargemacht, dass er sich mehr mit sich selber und seinem Spiel beschäftigen sollte und ich die acht Spieler belohnt habe, die sich am meisten reingehängt haben. Und es an ihm liegt, ob er da dazugehört oder nicht (er bleibt gerne nach Ballverlust vorne stehen).


    Die von dir beschriebenen Praktiken sind bei NLZ gang und gäbe und auch ich habe das bei meinen "Leistungsteams" in der Vergangenheit schon so praktiziert (nicht ganz so schlimm, aber vergleichbar) und habe ähnliche Feststellungen gemacht wie du. Es ist einfach nicht gut so. Mein Ziel ist es, dass die Spieler, die ich diese Woche draußen lasse, am kommenden Wochenende in der Startelf habe. Ich habe es aber nicht so verkündet, weil man sonst sofort darauf festgenagelt wird, wenn man es EIN MAL anders macht (wie gesagt, die Kids sind bei so was hellhörig und für mich ist das Wichtigste, dass ich meine Zusagen unbedingt einhalte – daher halte ich mich manchmal aber lieber mit großen Versprechungen zurück).


    @tobn
    Wir sind drei fußballbekloppte Trainer und haben festgestellt, dass zumindest einer von uns immer da ist. Wir alle haben auch noch andere Termine und es kommt oft vor, dass einer von uns fehlt – aber es können halt immer mindestens ein oder zwei einen Termin wahrnehmen.


    Kommunikation ist für mich auch der Schlüssel. Wir haben den Eltern relativ lang erklärt, wie wir unsere Kader auswählen (nach welchen Kriterien). Das gibt sonst ja immer Debatten. Wir werden auf jeden Fall immer wieder aktiv auf die Kinder zugehen. Ich habe aber auch Jahre gebraucht, um zu erkennen, wie wichtig es ist, den Spielern immer wieder Rückmeldungen zu geben. Es ist für mich mittlerweile eine der wichtigsten Komponenten überhaupt.


    Lob versuche ich übrigens sehr gleichmäßig zu verteilen, habe aber zuletzt festgestellt, dass der beste A-Spieler (der, an dem alle Profivereine dran sind) von mir kaum noch gelobt wird im Spiel (im Training oft), da er eben konstant auf so hohem Niveau spielt, dass man sich quasi schon dran gewöhnt hat und ich andere Spieler für seine Leistungen erheblich mehr loben würde.

    Eine, wie ich finde, extrem gute Diskussion und vor allem für mich interessant, da ich mich aktuell genau in dieser Zwickmühle auch befinde.



    Ich will nun genauer beschreiben, wie ich es erst mal vorhabe, für mich zu lösen. Ich halte meine Vorgehensweise nicht für perfekt, aber mir fällt aktuell auch keine bessere ein, mit der ich alle Interessen halbwegs unter einen Hut bringe. 16er hat allerdings komplett fehlinterpretiert, was ich vorhabe und wie ich vorgehe – liegt nicht an ihm, sondern an zu wenigen Infos, deswg. führe ich es hier länger aus.



    Ausgangslage: Seit Anfang der Saison trainieren wir (eingespieltes Trainerduo plus ein Nachwuchstrainer) eine U12, die letzte Saison als U11 alle "Titel" (Liga, Pokal, Halle) auf Kreisebene gewonnen hat, im überkreislichen Vergleich aber Defizite offenbarte.



    Die Mannschaft hat aufgrund der "Erfolge" automatisch viele Neuanmeldungen gehabt. Im Rahmen der Vorbereitung haben wir einen Teil der Spieler in die U12 eingeteilt, einen anderen Teil der Spieler in die D3. Aus der alten Truppe (16 Spieler) haben wir nur zwei Spieler nicht mitgenommen in die U12.



    Unsere Kadergröße beträgt jetzt 18 Spieler, also doppelte Anzahl der Spieler, die spielen. Ich hätte vielleicht lieber 16 Spieler, habe aber bewusst 18 genommen, weil die Trainingsqualität in der D3 leider so ist, dass diese durchaus talentierten Spieler, die ich dann hätte abgeben müssen, sich dort nicht so weiterentwickeln würden.


    Grob kann ich meine Spieler so in Gruppen einteilen:



    A: Sehr leistungsstark. Mehrere Spieler bei den Profivereinen im Rhein-Main-Gebiet auf den Zetteln. Einer kann sich aussuchen ob Mainz, Eintracht, FSV Frankfurt oder Kickers Offenbach (nur Darmstadt hat ihn glaube ich noch nicht). Sind immer da, trainieren fleißig.



    B: Richtig gute Spieler. Sind auch immer da und trainieren fleißig.



    C: Relativ durchschnittliche (gute?) Spieler. Sind auch immer da und trainieren fleißig.



    Diese "Gruppeneinteilung" ist nicht rigide und fest, sie ist eine Grobeinteilung in meinem Kopf.



    Bisher:
    Viele Spiele in der "Vorbereitung" (das Wort gefällt mir für eine D-Jugend nicht wirklich, aber das ist ein anderes Thema). Neun Wochen, elf Spiele, zwei Turniere.



    Spielanteile: Wer da war, wurde nominiert und hat 50 % Spielanteile bekommen, egal ob bei Turnier oder Spiel. Ganz simpel.



    Stimmung in der Mannschaft und zwischen den Jungs untereinander ist sehr gut. Wir haben immer wieder betont, dass jeder uns wichtig ist, und dass jeder Spieler als Mensch respektiert werden muss. Klar, mal abwarten was in den nächsten Monaten passiert.



    Aber auch: Die Spieler, egal ob A, B oder C, sind alle nicht so happy damit, "nur" 30 Minuten auf dem Platz zu stehen. Sie würden gerne länger spielen. Und es wurde ebenso die Erkenntnis bestätigt, dass zu viel Rotation dem Spielfluss nicht gut tut. Ich will den Spielfluss nicht unbedingt um des Ergebnisses, aber wenn alles nur noch Stückwerk ist, weil man permanent wechselt, macht das Spiel auch nicht wirklich viel Spaß (auch den Kids nicht).


    Aktuell:
    Die "Punktrunde" hat angefangen. Jetzt DARF ich keine 16, 17, 18 Spieler pro Spiel mehr mitnehmen, sondern nur noch maximal 13. Somit muss ich gewisse Ausschlüsse vornehmen. Es passt mir nicht wirklich, da eigentlich nach wie vor alle verdient haben zu spielen.



    Was mir aber auch aufgefallen ist: Stelle ich Spieler der Gruppe B/C mit denen der Gruppe A zusammen auf, spielen sie auch besser (klar, sie erhalten bessere Bälle/Anspiele, sind nicht so viel Druck ausgesetzt usw.). Das heißt, wenn ich einem Spieler der Gruppe B/C eine faire Chance geben will, muss ich ihn normalerweise mit mehreren Spielern der Gruppe A stellen. Das ist aber auch keine neue Erkenntnis, sondern wurde hier nur wieder einmal bestätigt.



    Wenn jemand meint, dass er schlecht trainieren kann oder sich öfter Fehlzeiten erlauben kann oder sich schlecht benehmen darf (kam bisher noch gar nicht vor), dann spielt er natürlich nicht. Egal, wie sein Leistungsniveau ist. Das weiß auch jeder.



    Ansonsten verfahre ich grob so, wie ich es vorher beschrieben habe:



    Ca. 6-7 Spieler sind quasi immer dabei (das wechselt auch von Woche zu Woche ein wenig, wer die 6-7 sind. Ist wie gesagt keine feste Gruppe), da sie IMMER trainieren und (fast) IMMER gut spielen.



    Die restlichen Spieler rotieren nach Trainingseinsatz und (zu einem geringeren Maße) nach gezeiger Leistung.



    Wer bei Spielen dabei ist, soll mindestens 50 % Einsatzzeit, im schlimmsten Fall mal 40 % Einsatzzeit erhalten. Dabei geht es weniger um Gewinndenken, aber manchmal will ich als Trainer bestimmte Dinge sehen ("Ich will noch 10 weitere Minuten sehen, wie sich X gegen diesen schnellen Gegenspieler schlägt" "Ich will noch abwarten, bis ich Y rausnehme, der bis jetzt echt schwach war, sich gerade aber ein wenig fängt"). Da Eltern und Kinder mitunter jedes Wort auf die Goldwaage legen, möchte ich mich im Vorfeld ungern festlegen ("Jeder spielt mindestens 50 % eines Spiels").



    Mehr als ein Spiel sollte kein Spieler aussetzen müssen.



    Im Gegensatz zum Beispiel von Tobn sind wirklich auch viele Freundschaftsspiele gegen Gegner unterschiedlicher Qualität geplant. Grob kann man sagen, dass wir ein zusätzliches Freundschaftsspiel alle zwei bis drei Wochen anpeilen. Bis Winter stehen jetzt schon drei Spiele. Hallenturniere sind ca. 10-20 geplant. An Spielpraxis wird es den Spielern also nicht mangeln.



    Kommuniziert wurde das nur grob so. Ich will die Kinder gar nicht rigide in "Gruppen" einteilen und ihnen erst recht nicht sagen, "du bist A", "du bist C", da kann nicht viel Gutes bei rauskommen. Es werden sowieso auch mal Spieler der Gruppe A aussetzen, entweder weil im Vorfeld klar ist, dass der Gegner so schwach ist, dass ich möglichst wenige Spieler der Gruppe A mitnehmen will, oder weil sie eine Woche verreist waren.



    Was wir gesagt haben ist: Es wird jetzt nicht mehr jeder gleich viel spielen, aber jeder wird spielen und seine Chancen erhalten. Trainingsbeteiligung und Leistung entscheiden ebenso wie Leistung im Spiel (Benehmen ist wie gesagt aktuell kein Thema).



    Wir haben Spielern und Eltern gesagt, dass wir die Spieler dazu ermuntern wollen, bei uns nachzufragen, wenn sie nicht im Kader sind. Sie haben ein Recht darauf, zu erfahren, warum wir sie aktuell nicht ausgewählt haben und was sie tun können, um beim nächsten Mal ausgewählt zu werden. Am Anfang werden wir jedem Spieler vor jedem Punktspiel kurz erklären, warum er dabei ist. Nach ein paar Wochen dann nur noch auf Nachfrage, die wir aber immer wieder einfordern und ermutigen wollen. Feedback ist sehr wichtig für Spieler.



    "Konkurrenzkampf" finde ich nur insofern förderlich, als dass den Spielern klar sein muss: "Wenn ich einfach mache, was ich will, und es schleifen lasse, spielt statt mir jemand Anderes." Der Mensch ist von Natur aus bequem. Dass die Spieler sich als Konkurrenten begreifen sollen, meinte ich damit auf gar keinen Fall!



    Ziele:
    Fairen Umgang der Spieler untereinander.
    Jeder Spieler soll sich anerkannt und wohl fühlen.
    Platz eins und Aufstieg (ich würde lügen, wenn ich es nicht so sehen würde, aber das ist mein "Hintergrundziel", mit den Jungs haben wir darüber noch gar nicht gesprochen).
    Sehen, was mit den äußerst talentierten Spielern maximal möglich ist (in Testspielen gegen sehr starke Gegner).
    Fehler bei sich und Mitspielern als etwas Normales zu akzeptieren.
    Die weniger talentierten/leistungschwächeren Spieler näher ranführen an die anderen/Gruppe A (allerdings ist es wenig realistisch, wie tobn meinte, dies in 6-8 Wochen zu tun. Ich denke da eher in Maßstäben von 6-12 Monaten).
    Alle Spieler individuell weiterzubringen (und hier werde ich wohl scheitern. Es wird Unzufriedene geben, so oder so, die gibt es fast immer).
    Spaß!



    Ist das das Gelbe vom Ei? Sicher nicht. Ich denke aber, dass es für unsere Mannschaft aktuell die bestmögliche Lösung ist. Bessere Ideen? Immer her damit!

    Ich finde einige Reaktionen hier hoch interessant. Nicht, weil ich mich angegriffen fühle, sondern weil ich aktuell vor einem ähnlichen Problem stehe und es so angehen will und daher ganz konkret frage:


    Wie sieht denn für eine C-Jugend eure Alternative aus? Jeder kriegt gleich viele Spielanteile? Immer? Unabhgängig von Leistung UND Trainingsbeteiligung?


    Erfahrungsgemäß kann ich berichten, dass Konkurrenz auf gutem Niveau zu besserer Trainingsbeteiligung und -intensität führt, solange gewährleistet ist, dass man sich "Reintrainieren" kann.


    Will es aber auch nicht nur schönreden. Führt auch zu absinkender Motivation bei den Spielern, bei denen es sportlich nicht reicht, egal wie sehr sie sich Mühe geben (leistungsorientiert, nicht breitensportlich).

    Wenn du mehr als "reine Bespaßung" willst und nicht über 25 weitestgehend gleichwertige Spieler verfügst, würde ich die Mannschaft in drei Gruppen einteilen:


    1) 8 Spieler, die fast immer dabei sind. Die leistungsstärksten und trainingsfleißigsten. Also die, bei denen BEIDE Komponenten stimmen.


    2a) 8 andere Spieler


    2b) 8 andere Spieler


    Spiel 1: es spielen 1+2a
    Spiel 2: es spielen 1+2b
    Spiel 3: es spielen 1+2a
    usw.


    Die Gruppen sollten fließend sein. Wer es verdient hat, kann von 2 in 1 kommen und umgekehrt.

    Genau das meinte ich mit Frau Neid (wollte nur vorbauen, falls jemand sie genannt hätte). Es gibt ja auch genug Spielerinnen, die hinter mehr oder weniger vorgehaltener Hand sagen, dass Neid taktisch zum Beispiel sehr schwach ist.


    Und um es mit Sir Alex zu sagen: Ich habe auch schon viele Männer-Trainer getroffen, die ich erheblicher schlechter fand (destruktiv, Brüll-Affen, Runden-Laufen-Training) als die schlechteste weibliche Trainerin, die ich bisher kennengelernt habe.

    Ich oute mich gleich mal provokativ:


    Ich habe noch keine Frau getroffen oder mich mit ihr unterhalten, die WIRKLICH Ahnung von Fußball hatte. Mit der man etwa über Pressingfallen, Taktik, Trainingslehre usw. inhaltlich wirklich gut reden konnte. Und ich habe mich u.a. schon mit Frau Neid unterhalten.


    Heißt das, dass ich es ausschließe, dass eine Frau das kann? Nein, natürlich nicht, es gibt überhaupt keinen Grund, warum Frauen das schlechter können/verstehen sollten. Ich habe halt bisher noch keine getroffen.

    Sehe ich auch so - bei einer schwächeren Mannschaft die viele Probleme hat, würde ich mir keine großen Gedanken über die Formation machen.


    Spiel etwas einfaches - mein Vorschlag wäre ein 4-4. Das ist stabil und hat nur zwei Linien. Im Training arbeite an den anderen Schwächen und Problemen.

    Es kann sein, dass die Ausbildungsentschädigung als solche sich kippen lässt.



    Ich glaube aber einfach nicht daran, dass Grundrechte dadurch verletzt werden, wenn man ein paar Punktspiele nicht mitmachen darf. Der Verweis, dass Training, Testspiele und Turniere möglich sind, müsste ausreichen, um diese Grundrechte zu gewährleisten.



    Wie gesagt, keine moralische Wertung. Einfach nur mein Rechtsverständnis (das aber nicht tiefer geht).