Beiträge von Dirk Coerverfan

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    Big Bopper
    stimmt genau habe ich auch erwähnt
    siehe schwarze Schafe und
    Temperament (davon kann ich mich leider auch nicht ausnehmen, aber ich arbeite dran)

    Ich habe kurz mal in die Liste geschaut.
    6 sind Seniorentrainer
    2 Trainer trainieren eine Jugendmannschaft in der Verbandliga aber in einen anderern Kreis.
    Eine bildet die U12 Mächen-Kreisauswahl aus.
    Der Rest hat wohl aufgehört

    Seit 5 Jahren bilde ich als Vereinstrainer eine Mannschaft aus. Genau diese Philosophie, die du bei anderen Trainer bisher nicht gesehen hast, ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.
    Das Du diese kindgerechte Ausbildung und Betreuung nicht auf euren Plätzen siehst, hat mehrere Gründe.
    Einen möchte ich hier einmal aus meiner Sicht erläutern.

    In meinem KFV bilde ich in dieser Saison zum 4. Mal in Folge den Trainer C-Breitenfußball (früher Fachübungsleiter-C) aus. In diesen 4 Jahren haben ca. 60 Trainer das Kinder und Jugend-Profil mit Erfolg bestanden. Nimmt man noch die 10 C-Lizenz-Trainer, die das Kinder- und Jugendprofil erworben haben hinzu, dann kommen wir in meinem KFV auf 70 Personen, die wissen sollten wie Kinderfußball funktioniert. Die Lizenzen, die vor 2005 erworben wurden, habe ich nicht mitgezählt, da damals noch nicht zwischen Kinder- und Erwachsenenfußball unterschieden wurde.
    Wenn ich mir die Betreuerlisten der Kinder- und Jugendmannschaften meines KFV ansehe, finde ich nur 9 von diesen 70 wieder. In dem KFV sind in der Saison 2008/2009 insgesamt 203 Kinder-(G-C-Jugend) und 50 Jugendmannschaften (B-A-Jugend) gemeldet.
    Im Kinderbereich sind 7 und im Jugendbereich 2 tätig.
    Wenn man noch davon ausgeht, dass sich einige über das Internet oder über gute Bücher das Wissen aneignen(+5 Trainer), kommt man vielleicht auf 12 Trainer, die im Kinderbereich richtig arbeiten könnten. Das sind gerade mal 6 %
    Diese 12 Trainer wissen wie es funktionieren soll, aber auch hier gibt es schwarze Schafe, bzw. manchmal geht auch mit diesen Trainern das Temperament durch.

    Eine offizielle Statistik des DFB sagt aus, dass es 2006 im DFB ca. 19000 Jugendmannschaften und 81000 Kindermannschaften gab. Zum gleichen Zeitpunkt gab es aber nur ca. 29000 gültige Kinder und Jugendtrainer-Lizenzen(Jugendleiter, Teamleiter Kinder, Teamleiter Jugend, FÜL-C, Trainer C, Trainer B, Trainer A, Fußballlehrer).
    Wenn die Statistik aus meinem KFV repräsentativ wäre, dann würden nur ca. 1740 (6%) ausgebildete Trainer auf 81000 Kindermannschaften kommen.
    Das war eine sehr pessimistische Einschätzung der Lage.

    Ist damit Deine Frage beantwortet, warum Du keinen Trainer triffst, der so handelt, wie wir es hier schreiben?

    Einer von vielen Gründen warum der DFB den Straßenfußball wieder in die Vereine bringen möchte ist das Lernen in heterogenen Gruppen.
    Im Straßenfußball hat der Junge von dem Alten, der technisch Schwache von dem technisch Starken, der Egoist von dem Teamplayer usw. gelernt. Dabei wurde der Weitentwickelte nicht mit seinen Leistungen nach unten gezogen, sonder bekam einen Schub.
    Wer schon einmal Ausbilder, egal in welcher Fachrichtung, war kennt diesen Effekt.

    Durch das Lernen von anderen Kindern, gelang es den noch nicht so Guten das Level der "Besseren" viel schneller als im Vereinstraining zu erreichen.

    Hier ein Link, der Dieses an einem Extrembeispiel verdeutlicht.
    http://www.trisomie21.de/wocken_integrationspaedagogik.html

    Teil 2

    Hier, die aus der einschlägigen Literatur entnommen Fähigkeiten und Fertigkeiten die ich im D-Jugendbereich nicht, schwer bzw. nur mit hohen Zeitaufwand schulen kann.
    Zu 1 Technik:
    Kopfball sollte hier erst begonnen werden.
    Torwart sollte erst hier spezialisiert werden.

    Zu 2. Taktik
    Gruppentaktik sollte hier erst ganz langsam beginnen.
    Mannschaftstaktik hat hier noch fast gar nichts zu suchen.

    zu 3. Kondition
    Kraft, Ausdauer (natürlich gibt es viele Teilbereiche dieser beiden Punkte die geschult werden können und müssen aber das ist auch durch verschiedenste Spielformen im Training möglich)

    Hier, die aus der einschlägigen Literatur entnommen Fähigkeiten und Fertigkeiten die ich im D-Jugendbereich besonders gut schulen kann.

    zu 1.Technik
    alle Techniken außer Kopfball- und Torwarttechnik und zwar in der Feinform unter Zeit-, Gegner-, und Raumdruck.

    zu 2.Taktik
    Einzeltaktik auf allen Positionen offensiv und defensiv unter Zeit-, Gegner-, und Raumdruck.

    zu 3. Kondition
    Schnelligkeit hier besonders, die Wahrnehmungs-, Entscheidungs-, und Handlungsschnelligkeit.
    Koordination hier besonders Reaktionsschnelligkeit, Rhythmusfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und Gleichgewicht.

    Wenn ich mir ansehe was ich alles in diesem Alter ausbilden kann, dann richte ich meine Trainingziele danach aus.
    Da der Wettkampf in diesem Alter nur eine Erfolgskontrolle des Trainings ist, muss der Wettkampf doch nach den Trainingszielen ausgerichtet werden.

    Vergleich 7er, 9er und 11er Feld

    Erfolgskontrolle Technik:

    11er Feld.
    Einige Spieler haben manchmal nur 4 oder weniger Ballkontakte im ganzen Spiel. Wie soll man da erkennen ob das Ziel erreicht wurde.

    7er oder 9er Kleinfeld.
    Da jeder Spieler auf diesen Feldern wesentlich mehr Ballkontakte hat, kann man doch hervorragend beurteilen ob die Ausbildungsziele im Technikbereich bereits erreicht sind.



    Erfolgskontrolle Taktik:

    11er Feld
    Nur die laufstärksten(also die körperlich an weitesten entwickelten Spieler) haben genügend Situationen in Ballnähe, um deren taktische Entwicklung beurteilen zu können.

    7er oder 9er Kleinfeld
    Dadurch, das jeder Spieler in sehr vielen Situationen eingebunden ist, kann man hervoragend erkennen, ob die offensiven und defensiven Taktiken von jeden Spieler spielnah angewendet werden.

    Erfolgskontrolle Kondition.

    11er Feld.
    Wahrnehmungs-, Entscheidungs-, und Handlungsschnelligkeit.
    Durch die wenigen Aktionen die jeder Spieler auf dem großen Feld hat, werden diese Eigenschaften kaum gefordert.
    Reaktionsschnelligkeit: Durch die extrem langen Wege, die der Ball zurücklegen muss und durch die wenigen Aktionen die die einzelnen Spieler haben, ist hier einen Schulung oder Beurteilung des Ausbildungsstands kaum möglich.
    Rhythmusfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und Gleichgewicht
    Lange Wege und viel Platz kaum Zweikämpe stellen keine hohen Anforderungen an diese Fertigkeiten/Fähigkeiten.

    7er oder 9er Kleinfeld
    Wahrnehmungs-, Entscheidungs-, und Handlungsschnelligkeit
    Sehr viele Aktionen der einzelnen Spieler, dadurch nicht nur eine Erfolgskontrolle sondern auch gleichzeitig Schulung unter Wettkampfbedingungen.
    Das Gleiche gilt für die Reaktionsschnelligkeit.
    Rhythmusfähigkeit, Orientierungsfähigkeit und Gleichgewicht
    Dadurch, dass die Kinder kaum Raum und Zeit haben, müssen sie sich sehr viel unter Änderung des Laufrhythmus der Geschwindigkeit und der Laufrichtung bewegen und immer neu im Raum orientieren. Hakenschlagen und kurze Sprints sind zwingend erforderlich um zum Erfolg zu kommen.
    Ich habe hier alles sehr vereinfacht dargestellt. Natürlich müsste ich noch viel tiefer ins Detail gehen. Und über einige Themen (sensible Phasen der koordinativen Fähigkeiten) gibt es in der Sportwissenschaft immer noch unterschiedliche Meinungen.

    Die Fachleute des DFB macht sich mächtig stark für das 7er und 9er Feld.
    Aber wie immer, gibt es überall Provinzfürsten, die keine Ahnung haben wie Kinder "ticken". Phrasen wie "Das war schon immer so" oder "Immer diese Besserwisser vom DFB", oder "Die da oben haben doch keine Ahnung wie es an der Basis aussieht" verhindern leider eine bundesweite Durchsetzung des Kleinfeldes.
    Auf dem letzten Bundesjugendtag hat ein Landesverband den Antrag gestellt, die Kleinfeld-Empfehlung des DFB für D-Jugendliche verbindlich für alle Verbände vorzuschreiben (Richtlinie wurde von der Kommission Qualifizierung erstellt).
    Der Bundesjugendtag(Alt-Herren-Riege und Provinzfürsten) schlug vor diesem Antrag nicht statt zu geben, mit dem Ergebnis das es immer noch eine Kann-Bestimmung ist.

    Ende

    Hallo Jenne,
    da hast Du mein Lieblingsthema getroffen:In einen anderen Forum habe ich mal folgendes gepostete:

    Da wir uns in diesem Alter im so genannten "Goldenen Lernalter" befinden und natürlich noch fast am Anfang der Ausbildung, sollten wir
    uns immer fragen, was sind die Ziele unserer Ausbildung.
    Hier hat jeder natürlich andere Vorstellungen.
    Meine zukünftigen Herrenspieler sollten:

    1. auf einem technisch sehr hohen Niveau spielen. Hier noch einmal die 5 Grundtechniken wie sie der DFB
    definiert(Passen, Ballan- und
    Mitnahme, Dribbling, Kopfball, Stoßtechiken). Die Torhütertechnik setzt sich mittlerweile als 6. Technik durch.

    2. Taktisch mit allen Wassern gewaschen sein. Hier geht die Talentforschung davon aus, das die Spieler erst mit ca. 24 bis 26 Jahren 90
    % ihrer taktischen Fähigkeiten entwickelt haben. Auch hier noch einmal die Grundbegriffe der Taktik. (Einzeltaktik defensiv und offensiv, Gruppentaktik defensiv und offensiv, Mannschaftstaktik defensiv und offensiv)

    3. konditionell 90 Minuten in der Lage sein, den Gegner unter Druck zu setzten. Hier die Oberbegriffe der Kondition(Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit zurzeit noch Koordination)

    Somit habe ich grob meine Ziele definiert.
    Wie komme ich an diese Ziele?
    Gibt es eventuell sensible Phasen, in denen Kinder eine Fertigkeit schneller erlernen als in anderen Altersstufen. Gibt es Fähigkeiten
    und Fertigkeiten, die ich noch gar nicht oder nur mit großen Aufwand in bestimmten Altersstufen schulen kann (körperliche und geistige
    Voraussetzungen beachten)?

    Ende Teil 1

    ´türlich sehe ich es mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
    Es zeigt einfach, wenn man in diesen Alter total offensiv ausbildet, dass dann die defensiv Anteile gleich mitgeschult werden. Da in der Kreissauswahl defensiver gespielt und ausgebildet wird, freuen sich die Jungs um so mehr auf mein Training.

    sanja1302
    Sorry sollte bei meinem ersten Postinga auch
    @ Magics(SGS) heißen.

    Das hört sich schon etwas anders an. Eine von ganz ganz vielen Umschaltübungen:
    In der Hoffnung, das die Textgrafik sauber rüberkommt.
    Hier eine von den laut Uwe(Admin) streng geheimen Speed-Übungen von Coerver. überbeideohrengegrinst

    Legende:
    O....O = Tore
    Hü= Hüttchen
    A = Spieler der Mannschaft A
    B = Spieler der Mannschaft B

    ---- Hilfslinie für die Grafik
    .......Hifslinie für die Grafik

    --------------------AAAAA
    ........O......O.........................O.........O

    .....Hü......................................................Hü





    .....Hü......................................................Hü


    ........O......O.........................O.........O

    -------------------BBBBB

    Das Spielfeld ist ca. 15 m lang und 10 m breit
    Die Tore sind ca. 1 bis 2 Meter breit.
    Regeln:
    Jeder Spieler hat einen Ball
    Ein Tor zählt wenn der Ball durch eines der gegenüberliegende Tore geschossen wird.
    Der Angreifer muss, sobald er den Ball durch das Tor geschossen hat, sofort um das Hüttchen laufen und den Spieler der anderen Mannschaft angreifen.
    Die nächste Spieler darf erst starten, wenn der Ball über die Tor oder Torauslinie gerollt ist.
    Der Angreifer muss, sobald er den Ball durch das Tor geschossen hat, sofort um das Hüttchen laufen und den Spieler der anderen Mannschaft angreifen.
    Spielbeginn.
    Ein Spieler der Mannschaft A läuft mit Ball auf eines der B Tore und erzielt noch ohne Gegnerdruck ein Tor. Ein Spieler von B läuft, sobald der Ball die Linie überquert hat, mit dem Ball auf die A Tore und wird dabei von dem gerade noch Torschützen bedrängt. So geht es immer weiter und weiter. Sollte ein Verteidiger den Ball erobern, so darf er einen Treffer erzielen und wird dadurch wieder zum Verteidiger.
    Am Anfang legst du die Hüttchen sehr weit rechts und links vom Tor damit der Angreifer fast immer gewinnt. Später ziehst du die Hüttchen immer mehr zur Mitte, damit sind die Chancen irgendwann mal 1 zu 1.
    Es gewinnt die Mannschaft, die zuerst XX Treffer erzielt.
    Geht natürlich auch mit 2 gegen 2
    und macht riesigen Spaß

    Verständlich?

    Hallo sanja1302
    Lade Dir die folgende Datei doch einmal runter:
    http://www.dfb.de/uploads/media/tr_1gegen1_defensive_02.pdf (ca. 1,3 MB groß)

    Hilft dir vielleicht zu verstehen, warum Gruppentaktiken nicht wirklich in der E-Jugend trainiert werden sollten.

    Ansonsten kann ich nur die DVD Reihe "Modernes Verteidigen" empfehlen.
    Hier sind die Übungen methodisch perfekt aufgebaut und erklärt.

    Ich selbst trainiere auch eine E-Jugend. Da ich nach Coerver ausbilde, ist alles was ich in dieser Altersstufe mache offensiv ausgerichtet. Dabei bekommen die Kinder automatisch auch das richtige Gespür für die defensiv Arbeit. Das reicht sogar soweit, dass die Spieler aus meiner Mannschaft, die in der Kreisauswahl spielen dort das Abwehrbollwerk darstellen. Natürlich sehr zu meinem und zum Leidwesen der Kinder, da ich in dieser Alterstufe die absolute Offensive propagiere.
    Im Verein dürfen sie sich dann wieder offensiv austoben.

    Bitte lieber Jugendtrainer1986 sag oder denke nie, dass deine Kinder schlecht sind.
    Sie sind einfach noch nicht so weit entwickelt wie die Kinder die du vorher hattest. Jetzt liegt es an Dir sie auszubilden und ganz weit zu entwickeln.
    Viel Spaß dabei
    Manchmal helfen auch ganz viele Fang- und Tickerspiele in dem Alter, damit sich Kinder erst einmal koordinativ entwickeln. Erst wenn sie ihren Körper beherrschen, lernen sie auch den Ball zu beherrschen.
    Ansonsten kann ich ich nur wuggman´s Rat zustimmen.

    Du hast leider recht, in 99% der E- und F- Jugend Mannschaften wird der Torwart leider nie durchgewechselt. Wenn es dann doch einmal der Fall ist, kannst Du davon ausgehen, dass es sich bei dann um einen ausgebildeten Trainer handelt.
    In meiner Mannschaft sind von der Rotation 4 von 10 Spielern von der Rotation ausgenommen.
    Folgende Gründe dafür:
    1. Absolute Angst vor hohen scharfen Bällen,
    2. Mutter will es partout nicht
    3. Totale Angst vor der Verantwortung
    4. Ein Mädchen, das von den Jungs nur im Feld anerkannt wird.
    Kleine Geschichte nebenbei: Wir haben im letzten Jahr 2 Spiele und ein Turnier gegen die E-Jugend des HSV gespielt. Dort wird das Wechseln auch im Torhüterbereich konsequent durchgezogen. Dort werden Fallübungen aus einer Kampfsportart auch regelmäßig mit allen Kindern geübt.

    Meine Gründe für das sehr späte spezialisieren auf der Torhüterposition.
    Ich arbeite seit ca. 15 Jahren mit Kinder und Jugendmannschaften. In den ersten 10 Jahren habe ich immer mit festen Torhütern gespielt. Ratet mal wie viele ich von diesen Torhüter für die Herrenmannschaft ausgebildete habe?
    Riiiiichtiiiiig - NULL
    3 von Ihnen spielen jetzt als Feldspieler in der aller untersten Betonklasse.
    1 hat komplett aufgehört.
    1 wird wohl als Feldspieler den Sprung in die Kreisliga schaffen.

    Und dafür habe ich unendlich viel Torwart-Trainingszeit geopfert!?

    Vor drei Jahren habe ich ein eintägiges Torwart-Training-Semiar besucht, dort viel es mir wie Schuppen von den Augen. Der erste Frage des Referenten war: "Wer sind die beknacktesten Spieler auf dem Platz?" Antwort im Chor " Der Torhüter und der Links-Außen"

    Und genau das ist der Punkt. Torhüter sein bedeutet nicht nur alle Techniken und Taktiken zu beherrschen. Torhüter sein bedeutet vor Allem, dass folgende Charaktereigenschaften viel stärker als bei Feldspielern ausgeprägt sein müssen:
    1. Selbstbewußtsein
    2. Verantwortungsgefühl
    3. Fähigkeit zur Selbstkritik
    4. Sofortige Bewältigung von negativen Erlebnissen.
    5. Mut
    6. Risikobereitschaft

    Diese Eigenschaften prägen sich laut Referent erst während und nach der Pubertät aus.
    Daher sollten vorher so viele Feldspieler wie möglich in den Torwarttechniken geschult werden.

    Ich persönlich habe vorher kein Erfolg mit der Ausbildung von festen Torhütern gehabt. Da ich auch jetzt noch keine Ahnung vom Torhütertraining habe(das hat mir der Lehrgang eindrucksvoll vor Augen geführt), werde ich erst im alten D-Jugend oder im jungen C-Jugend Bereich damit beginnen. Immer in der Hoffnung, dass ich dann einen Torwarttrainer-Lehrgang gemacht habe.
    Alles andere ist für mich "Perlen vor die Säuen schmeißen"
    Wer aber seinen Erfolg über Ergebnisse definiert, sollte unbedingt einen Torhüter ausbilden.

    Noch eine Vorteil, der mir jetzt erst einfällt.
    Früher haben die Feldspieler immer über die Torwartleistung gemeckert. Heute wissen alle, bis auf die 4, wie schwierig der Job ist. Meckern über die Torhüterleistung gibt es in meiner Mannschaft nicht.

    Jetzt aber wirklich kurz.
    Die Angaben schwanken tatsächlich, je nach dem welches Interesse der Veröffentlicher verfolgt, von 44 % der gesamten Bundesligaspieler, bis 67 % der eingesetzten Bundesligaspieler.
    Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. :)
    Hier eine sehr schöne Seite für Statistiker: http://www.fussballdaten.de
    Die Torjägerstatistik der letzten 8-10 Jahre könnte meine These untermauern wenn man sie den so interpretieren möchte.
    Hast Recht das Problem ist nicht die fehlende Coerver-Ausbildung, sondern das die Ausbildung im DFB erst seit ca. 2005 flächendeckend kindgerecht ist. Bis das Konzept bzw. die Umsetzung des Konzeptes greift, vergeht aber locker noch ein Jahrzehnt.

    Leider liegen mir keine Ausbildungskonzepte aus den Ostblockstaaten vor. Ich nehme aber mal an, dass die Kinder dort noch über Straßenfußball zum Fußball kommen. Das ist aber reine Spekulation von mir.

    Natürlich greifen diese Nachteile nicht nur bei der Coerver-Methode.
    Hier aber besonders, da es sich bei den meisten Übungen um Neuland für die Trainer handelt, während man sonst auf eigenes Wissen zurückgreifen kann.

    Grundüberlegung:
    Wiel Coerver hat in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderst Feyenoord Rotterdam trainiert.
    Er hat sich mächtig über die schlechten offensiv Qualitäten der Spieler aufgeregt. Es gab bis dahin auch keine Schulung wie man sich im offensiven 1 gegen 1 durchsetzen kann. Er begann die damals besten Spieler (Pele, Beckenbauer, Maradonna usw.) und deren Tricks zu analisieren. Dabei stellte er fest, das die Fähigkeiten dieser Spieler nicht angeboren waren, sondern trainiert werden können.
    Vorteile:
    Wer nach Coerver ausbildet, wird Spieler ausbilden, die im offensiven Bereich viel stärker sind als die Kinder die diese Schulung nicht genießen durften.
    Persönliche Meinung: In Deutschland werden zurzeit Abpieler wie Sand am mehr ausgebildet. Abspieler gibt es an jeder Straßenecke. Fußballer, die außer das Passen auch das 1 gegen 1 Beherrschen und die in Deutschland ausbildet wurden gibt es kaum. Diese Spieler holen wir uns aus dem Ausland.
    Diese Kinder fallen durch eine sehr gute Körper und Ballbeherrschung auf. Durch das Anheben das technischen Niveaus jedes einzelnen Spielers wird das Niveau der gesamten Mannschaft angehoben. .
    Anders bei Coerver:
    Extreme individuelle Schulung. Ergebnisse im Kinderbereich zählen überhaupt nicht. Abschaffung der Tabellen im Kinderbereich wurde von ihm schon 1991 gefordert. Erfolge werden nicht als Ergebnis sondern in der Ausbildung und deren Umsetzung im Spiel definiert.
    Ein sehr wichtiger Grundsatz ist das "positiv pushing" (Loben, loben, loben bzw positives formulieren der Korrektur).
    Nachteile
    Coerver ist keine Hexerei, Aber nichts ist Perfekt deshalb gibt es auch hier Nachteile.
    1. Tausend falsche Wiederholungen bringen den Spieler nicht voran. Wer nicht in der Lage ist, falsche Bewegungen zu korrigieren, der sollte sich nicht mit Coerver befassen.
    2. Der Trainer sollte den Kindern immer einen Schritt voraus.
    3. Der Trainer muß erkennen können wann die Kinder die Übungen alters entsprechend Beherrschen, um eine Stufe höher gehen zu können.
    4. Die Passübungen sind teilweise extrem komplex, man muss lernen sie so zu zerlegen, dass sie von den Kindern schnell gelernt werden können.
    5. Die Trainer müssen lernen wie man Bewegungen zergliedert. Ansonsten dauert die Ausbildung doch etwas länger als geplant.
    6.Wer gegen Kinder-Mannschaften spielt, die nach Coerver ausgebildet werden, wird sich über die sehr hohe Zahl der Zweikämpfen wundern. Oft werden diese Situationen durch extrem aggressives Tackling der gegnerischen Verteidiger unterbunden.

    Ich bin mir nicht sicher welche 5 DVD du meinst.
    Ich habe öfter Angebote mit 5 DVD gesehen. Dort wurden 2 Videos der Masterclass Series und die 3 Make your move angeboten.

    Da habe ich mit "De complete werken" wohl Glück gehabt. Ich habe sie 2007 von einen niederländischen Trainerkollegen bekommen.

    Die Masterclass Series ist genau das was Du suchst.
    Es ist ein sehr einfaches "football english". Wer die englischen Begriffe nicht mag, holt sich Peter Schreiner "Erfolgreich Dribbeln Teil 3" und übernimmt seine Begriffe für die Moves.
    Oder man erfindet einfach deutsche Begriffe. "Drag Back Pusch On" hört sich zwar toll an aber mit "den Ball zurückziehen und vorspielen" können die Kinder mehr anfangen.

    Wer die "Reine Lehre" bevorzugt, sollte sich Teil 1 und 2 der Dubai Reihe ansehen.