Etwas Nachdenkliches zum Rotieren und Positionieren.
Zurzeit trainiere ich meine damaligen Jungs 1996/97/98er (alle haben letzte Saison A-Jugend gespielt) wieder.
Wir hatten in den letzten Trainingseinheiten der Saison einige Spieler, die bei uns Probetraining gemacht haben. Man glaubt es nicht, aber alle Spieler wurden von ihren Eltern begleitet.
Am Ende wollten alle Eltern von mir wissen, was ich von ihren Söhnen halte und ob er genug Einsatzzeit bekommen würde und ob wir mit ihm den den Aufstieg schaffen.
Nach meine Standardsprüchen über Ausbildung,Tabellen, Rotation, positionieren, und gleiche Spielzeiten für alle fragte ein Vater, wie stark ich die Gegner in der nächsten Saion einschätze.
Mit so einer Frage habe ich überhaupt nicht gerechnet, weil mich die gegnerischen Mannschaften noch nie interessiert haben. Kurz überlegt
Dann hat sich folgendes Gespräch entwickelt.
Ich:"Schau mal kurz auf den anderen Trainingsplatz. Was siehst du dort?"
Seine Antwort: "Wenn mich nicht alles täuscht, müssten das eure 1.Herrenmannschaft sein"
Ich: " Schaue sie dir genau an, dass sind die Gegner für unsere Jungs"
Er: " Häh, das verstehe ich nicht?"
Ich: "Jeder einzelne von den Spielern, die dort trainieren besetzt einen Stammplatz, den unsere Jungs aus der A-Jugend in ein bis drei Jahren einnehmen wollen.
Jetzt schau dir mal den Spieler XXX (21 Jahre alt) der 1.Herrenmannschaft an, was hälst du von ihm?"
Er: " Den kenne ich sogar, der spielt auf der 6er Position und ist unglaublich stark, andere Vereine wollen ihn auch schon haben (diese Info stand in der Zeitung)."
Ich: " Er will aber sein Fußballerleben lang hier bleiben. Glaubst Du, dass auch nur ein Spieler der A-Jugend jemals sein Niveau erreicht?"
Er: "Nein"
Ich: "Wäre es jetzt sinnvoll einen Spieler der A-Jugend total auf diese 6er Position auszubilden, nur damit er, wenn er in den Herrenbereich wechselt, auf der Ersatzbank landet?"
Schon toll was dieses Gespräch bei dem Papa ausgelöst hat.
