Beiträge von Dirk Coerverfan

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    Jugendabteilung
    puhh, du hast aber ne Menge Baustellen in deinem Team.


    Keine Kondition,
    dann fang mit der Koordination (ja auch die gehört zur Kondition). Die Lehrmeinung wird sich hier hoffentlich bald ändern.
    In deiner Alterstufe haben die Spieler, bedingt durch das Längenwachstum, oftmals extreme Koordinationsprobleme. Da kannst du im Bereich der Kondition gut ansetzen.
    Koordination kannst du mit deinen Jungs wenn möglich immer mit Ball trainieren, so dass sie gleich fussballspezifisches Koordinationstraining (FSKT) erhalten.
    Wenn du es geschickt machst, wird dabei die Grundlagenausdauer, die Schnelligkeit (hauptsächlich Kopfgeschwindigkeit) und wenn einige Spieler schon ihren Testosteroneinschuss haben auch die Kraft mit trainiert.
    Da Koordination nicht im ermüdeten Zustand trainiert werden sollte, bietet sich FSKT als Aufwärmphase an.


    3-5-2 Spielsystem Analyse
    Da kann ich dir weniger helfen, da ich immer den Kinder u. Jugendfußball aus der Ausbilder- und niemals aus der "Gewinnen-wollen/müssen-Sicht" sehe.
    Aus meiner Sicht möchte ich hier anmerken, dass
    1. der erste Verteidiger einer Mannschaft immer der/ Stürmer ist/sind. Also muss ich sie auch defensiv ausbilden.
    2. in der C-Jugend noch keine Systemschulung erfolgen sollte. Da es zwar Siege bringen kann aber die Jungs faul und bequem macht.Außerdem wird man zu früh in Positionen gepresst, die die Jungs in diesem Alter noch gar nicht ausfüllen können.
    3. es in dieser Alterstufe noch keinen Sinn macht von dem Ausbildungsschwerpunkt der Offensivschulung abzuweichen.
    4. in der C-Jugend nur die individelle defensive Taktik bis max 3 gegen 3 geschult werden sollte. Diese Gruppentaktik (3 gegen 3) gehört für mich erst frühestens in den alten Jahrgang C-Jugend bzw, jungen Jahrgang B-Jugend.


    Da ich so denke, würde ich niemals von meinem Ausbildungssystem abweichen. Entweder bin ich ein Freund der defensive Ausbildung, dann würde ich 4-4-2 ausbilden oder als offensiv Ausbilder würde ich das 4-3-3 ausbilden. Genial würde ich es finden wenn für die C-Jugend das 9er Feld verpflichtend eingeführt wird.
    Dann wäre das 3-3-2 die ideale Ergänzung für meinen Ausbildungsgedanken.


    Zusammenfassend kann ich dir nur den Tipp geben.
    Schule deine Jungs in der individuellen defensiven Taktik bis max Gruppentaktik auf einer Linie.(DVD oder Buch vom DFB "Modernes Verteidigen").
    Fange ihre Koordinationsprobleme mit FSKT auf.

    bonyamin
    Ich persönlich bin ein absoluter Verfechter des sportartspezifischen Ausdauertrainings.
    Aus meiner Sicht ist das sture Wald- und Rundenlaufen völlig contraproduktiv. Bei Fuß- und Handballern haben solche Ausdauerläufe darum nichts verloren.


    Allerdings könnte man, wenn es denn auf 1m genau die Position bestimmt, Runtastic auf den neuen Smartwatches bei meinem Training (alles mit Ball auf dem Acker) mitlaufen lassen.
    Dann macht eine Auswertung, so sehe ich es jedenfalls, Sinn.
    Trotz genauerster Beobachtung ist es mir nicht möglich zu ermitteln wieviel ein Spieler im Training läuft.


    So Jungs, jetzt ran ans programmieren. Diese App wäre mir glatt 5 Euro wert.

    @ hinkebein


    Bitte bitte nicht in dieser Alterstufe mit dem Ball jonglieren.
    Kinder können es aufgrund ihrer körperlichen u. geistigen Entwicklung einfach noch nicht!
    (ja auch hier in der G-Jugend gibt es wie überall die weitentwickelten Überflieger aber die sind nicht der Maßstab für die Bambinitrainer)


    Welcher Vordenker das Jonglieren in den Leistungstest mit eingebracht hat bleibt wohl immer ein Geheimnis.
    Hier musste der Entwickler des Leistungstestes einen Kompromiss mit einem ewig Gestrigen eingehen.


    Ich persönlich halte Jonglieren als Trainingseinheit sogar für kontraproduktiv.
    Jonglieren hat keine Aussagekraft über den Leistungsstand eines Kindes.
    Naja so ganz stimmt meine Aussage auch nicht. Für Zirkuskinder wäre es ab dem Stützpunktalter (D-Jugend) wohl als Test geeignet aber diese Kinder wollen damit ja auch im Zirkus Geld verdienen

    @16aufmrücken
    Genau solche durch Zufall entstandenen Situationen erweitern den Erfahrungsschatz deiner Spieler.
    Auf diesen Schatz können sie in ähnlichen Situationen immer wieder zurückgreifen.


    Selbstformuliertes Ziel
    Bitte jetzt nicht persönlich nehmen oder böse werden. Das ist für mich echt ein rotes Tuch.


    Ich könnte kotzen wenn ich solche Dinge höre. In meiner Firma wurde über Jahre versucht, diese amerikanische braune Masse (Kack)- Führungstechnik zu installieren.
    Irgendwann haben die meisten der Führungskräfte in unserer Firma begriffen, dass dieses Führungsmittel richtig bescheuert ist. Sie wurde bis auf wenige Ausnahmen wieder eingedampft.
    In einigen Bereichen hat diese Technik auch ihre Berechtigung. Dann reden wir aber über Firmen in denen etwas produziert und vertrieben wird und vor allem reden wir dann von der Erwachsenenwelt.
    Leider gibt es einige Trainer im Erwachsenenbereich, die glauben mit dieser Führungstechnik könnte man Spieler motivieren. Über die aktiven Spieler, die eine Kindermanschaft trainieren, gelangt dann diese Führungstechnik in den Kinderfussball. AUUUUAAA!
    Spielkontext.
    Dann möchtest du Taktiken spielnah trainieren. Hab ich es richtig verstanden?

    Kontextgebundene Individualtaktik

    Hier ein Tipp von mir.
    Formuliere deine Ausbildungsziele um und zergliedere sie in kleinere Ausbildungsziele.
    Beispiel Gegner angreifen/stellen
    Ausbildungsziele:
    Der Spieler soll sich im defensiven 1 gegen 1 richtig Verhalten.
    Grundlagen die für alle Spieler, egal auf welcher Position sie spielen, gleich sind.
    1. Den starken Schussfuß des Gegenspielers erkennen, am Besten schon vor dem Spiel.
    2. Den Gegenspieler im Bogen schnell anlaufen und den starken Fuß dabei zustellen
    3. Das Tempo rechtzeitig herausnehmen und sich der Laufgeschwindigkeit des Gegenspielers anpassen
    4. Sich zwischen den Gegenspieler und dem Ball bringen.
    5. Den Ball erobern und behaupten.


    Wenn du das in der D- und C-Jugend (4 Jahre Ausbildungszeit) den Jungs vermittelt hast, bist du schon sehr weit mit deiner defensiv taktischen Ausbildung.


    Aggressiver draufgehen, darf kein Ziel für eine D-Jugend sein (meine Meinung).

    @ TW-Trainer
    wir haben, so glaube ich, die gleiche Trainerausbildung vom DFB genossen.
    Deshalb sind wir, gerade was die altersgerechte Ausbildung angeht, oft auf einer Wellenlänge.


    Günter


    In jüngeren Jahrgängen und im unteren Breitensport generell wollen zuviele Trainer einen Trainer im eigendlich Sinne spielen.


    Genau so sehe ich es.
    Vergleichen wir unsere Situation als Trainer mit der schulischen Ausbildung dann sind wir bis einschließlich C-Jugend in der Grundschule bzw. in der Orientierungsstufe.
    In dieser Alterstufe wird kein Lehrer der Welt von einem Kind verlangen, dass er ein Studium beginnt oder einen Job als Geselle annimmt.
    Im Fußball versuchen aber 99 % der Kinder- u. Jugentrainer die Zwischenschritte, die die Spieler bis zum kompletten Fußballer brauchen, zu überspringen.
    Und alles wird immer und immer wieder mit der Tabelle oder dem "Gewinnenwollen" begründet. Dabei ist es immer eine Statistik die von Erwachsenen für Erwachsene gemacht wurde, Das Gewinnenwollen (jeder Mensch will gewinnen und das ist gut so) wird extrem schnell zum Gewinnnenmüssen (Von Erwachsenen gewollt)


    Meine, ihr durchaus vorhandene theoretisches Wissen über Taktik und System (woher auch immer und von welcher Ebene das stammt) bei ihrer Mannschaft an den Mann
    bringen zu müssen, ohne die Bedürfnisse und Grundlagen der Mannschaft zu berücksichtigen.


    Sorry, ich verstehe nicht wie du es meinst.


    Wäre weniger nicht mehr? Müsste bei dieser Zielgruppe nicht mancher Trainer doch etwas zurückrudern? Eiinfacher, statt immer komplizierter und ins Detail gehend?


    Absolut.
    Fußball ist wie die Schule ein Reifungsprozess, den man nicht durch noch mehr Stoff in immer kürzerer Zeit beschleunigen kann. Das Wissen, welches sie fürs Leben benötigen/gebrauchen, ist am Ende der Schulzeit dadurch nicht höher.
    Und genau so ist es mit der fußballerischen Ausbildung.
    Weniger ist mehr, wenn sich diese Weniger dann auch richtig verfestigt.
    Hier noch einmal mein Beispiel mit dem Fundament.
    Forumkritik


    Ist der hohe Ausbildungsgedanken im KIFU-Bereich und Unterklassig wirklich derart von Bedeutung, oder kann dies nicht auch zu einer gewissen Lustlosigkeit
    und auch falschen Grundlagensetzung führen?


    einfach ausgedrückt: Wollenund erwarten viele (oder auch nur einige) Trainer nicht einfach zuviel.?


    Sorry, ich stehe schon wieder auf dem Schlauch.
    Was wollen und erwarten die Trainer?

    @16aufmrücken


    Einfache Taktiken:


    Laufwege um ständige Überzahl zu garantieren.
    Das ist keine einfach Taktik. Es ist eine hochkomplexe Gruppentaktik. Das können nicht einmal alle Bundesligamannschaften.
    Das darf gerne der Trainer im Seniorenbereich einstudieren, wenn er es denn kann.
    Für mich wären eine offensive Individualtaktik z.B.: Den Ball mit dem gegnerfernen Fuss führen.
    Den Körper zwischen Ball und Gegner bringen. Welches gegnerüberwindende Dribbling wende ich wann und wo an.
    Gehe ich in das gegnerüberwindende Dribbling oder spiele ich doch lieber ab.
    Wann setze ich zu einem raumüberwindenden Dribbling (Tempodribbling) an.
    usw. usw.


    Leider kann ich mit dem Begriff "Defensive Kontextgebundene Individualtaktik" überhaupt nichts anfangen.
    Magst du es mal an einem Beispiel erläutern.


    Ebenso ist mir das Wort "Spielkontex" nicht geläufig.
    Auch hier wäre ein Beispiel nicht schlecht.


    Jeder ist auf sich selbst fixiert. Das ist in der D-Jugend nicht zielführend.
    Meine Meinung:
    In der D-Jugend ist die individuelle technische Ausbildung absolut zielführend.
    Taktik macht die jungen Spieler faul und bequem und entläst ihn oftmals aus der Verantwortung für das ganze Spiel.
    Jeder Spieler übernimmt nur für seinen Teil des Spieles die Verantwortung. Das ist ja auch der Sinn der Taktik im Erwachsenenbereich.
    In der Ausbildung habe ich aber ein völlig anderes Ziel. Hier möchte ich, dass der Spieler umfassende taktische Aufgaben selbst erfährt und meistert.
    Die vom Trainer vorgegebene Taktik lässt den einzelnen Spieler kaum Freiräume, um eigene Erfahrungen zu sammeln.


    Deine Jungs befinden sich zum Teil in der sogenannten vorpuberalen Phase. Ihr Verhalten ist altersentsprechend. Wenn du jetzt mit Druck arbeitest verlieren die Jungs noch mehr die Lust am Fußball.
    Mache lieber außerhalb des Fußballs. z.B. Stadionbesuch, Schwimmen, Kegeln, Kanufahren, Kinobesuch, usw.
    Die Jungs brauchen Gemeinschaft. Du kannst sie ihnen vermitteln.


    Es ist doch toll, dass sie sich über ihr einziges Tor bei einer so hohen Niederlage noch freuen können.

    @16aufmrücken


    Ralf Rangnick ist ein Profitrainer, der meiner Meinung nach genauso wenig im Kinder- und Jugendbereich etwas zu suchen hat, wie
    ein Robin Dutt.
    Ein Profitrainer sollte sich um Senioren kümmern und nicht um die Arbeit im Nachwuchsbereich. Hier sollte der Profitrainer Vorschläge machen, wie die Ausbildung aus seiner Sicht verbessert werden könnte. Die Entscheidung sollte er aber den Pädagogen überlassen.


    Wenn du mein Post noch einmal liest, dann wirst du erkennen, dass ich von geschulter Taktik ab B- und A-Jugend spreche.
    Vorher sollen sich die Kinder und Jugendlichen im Defensivbereich selbst ausprobieren.
    In der Offensivbereich beginne ich in der D-Jugend mit der geschulten Individualtaktik.



    Magst du meine Fragen noch beantworten?

    @16aufmrücken
    Welche Taktiken kannst du deinen Spielern beibringen?
    Wie bringst du ihnen Taktiken bei?
    Was bedeutet deine Überschrift desintresse an taktischen Dingen/EGOMANIE?


    Ich kann immer nur auf meine sehr altes Posting verweisen.
    F-Jugend: Feste oder wechselnde Positionen?


    So wie ich es dort beschrieben haben, habe ich auch bis einschließlich D-Jugend (9er Feld) gehandelt.
    Die Erfolge sind auch aus heutiger Sicht immer noch gigantisch.


    Die meisten meiner damaligen Spieler spielen oder spielten in den 4 höchsten Ligen der A/B-Jugend.
    Sie sind trotz oder gerade weil ich sie taktisch nicht geschult habe heute unglaublich flexibel in ihrer taktischen Gelehrsamkeit.
    Auch heute ist jeder von ihnen in der Lage fast alle Positionen zu spielen.


    Ich bin ein Anhänger des DFB Konzeptes. Es ist durch und durch schlüssig.
    Nur im taktischen Bereich, so glaube ich, will das DFB Konzept den Kindern und Jugendlichen zu früh Vorgaben machen.


    Wer hier als Trainer entspannt bleibt und es den Jugendlichen erlaubt, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, der wird am Ende die flexiblen Seniorenspieler ernten.
    Meiner Meinung nach spielt es überhaupt keine Rolle ob ich im Breitenfußball oder im NLZ trainiere.
    Fußball im Kinder- und Jugendbereich sollte, so bin ich der festen Überzeugung, viel mehr ein "sich selbst ausprobieren" sein.
    Ganz nach dem Motto:


    Lass es mich selbst erfinden, und ich beherrsche es!


    Für mich steht fest,stand heute,dass die defensive Individualtaktik erst ab der B-Jugend geschult werden sollte.Hier sollten dann aber nur Trainer arbeiten, die wirklich wissen wie es geht. Leider gibt es immer noch zu viele Trainer, die glauben wie es gehen könnte!
    Ab der A-Jugend, darf es dann auch schon defensiv in die Kleingruppentaktik gehen.
    Den Rest der Ausbildung bestimmt der Trainer der Seniorenmannschaft, denn erst das stellt sich raus, welche Position in welchem System der Spieler spielt.

    Francesco1912 (Post 137)
    Die DVD "Play like the Stars" ist eher für Spieler, die sich selbst etwas beibringen wollen, gedacht.
    Für Trainer sind die "Improve your game", die "Make your move" und die Session-Planner-Reihe gedacht.
    Eine Bambini-Mannschaft nach Coerver-Coaching zu trainieren, halte ich persönlich für zu früh. Hier solltest Du die Kinder lieber polysportiv (sportlich vielseitig) ausbilden.
    So sieht das Training nach Coerver-Coaching ungefähr aus.
    http://www.coerver-coaching.de…40960a3a37947b2834ebd.jpg


    Je nach Altersstufe unterscheiden sich die Inhalte und die Dicke Törtchen.
    Die Törtchenstücke stellen den prozentualen Anteil des Trainings da.

    TW-Trainer (Post 134)
    Geniale Abwandlung vom "Diamantenklau".
    Ralf Santelli hat uns auf der Trainertech eine ähnliche Variante gezeigt.
    Toll, wie sich die kreativen Trainer immer neue Spiele und Übungen einfallen lassen.
    Diese Übung werde ich mit einer A-Jugend ausprobieren und in meinen Fungame-Fudus übernehmen.

    @personatiltyX (Post 133)
    In der "Improve your Game" und in der "Session Planner " DVD findest Du viele Ideen. In der Session Planner Reihe ist ein ganze DVD nur mit Fun-Games.
    Manchmal nehme ich auch einfache Fussballspiele, z.B. die Champions-League in der 1 gegen 1 Variante oder eine abgewandelte Form von Rugby als Fun-Game.
    Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Für jede Übung, die du findest gibt es immer eine Steigerung. ZB. die "Bauch, Beine, Po Funjogging-Übung"
    In dem Video siehst du schon 3 verschieden Varianten. So kann man es mit allen Übungen oder Spielen machen.

    Hier hat sie ja echt viel getan. Tsssss 2 Wochen nicht in den Trainertalk geschaut und schon gibt es in diesem Thread viele neue Postings.


    Selbstbeweihräucherungsmodus an!
    Bevor ich sie beantworte freue ich mich über 2 weitere U-Nationalspieler aus meiner Coerver-Dorf-Fußballschule.
    Bennet Schauer hat sein erstes Länderspiel als Torwart absolviert. Den fußballerischen Feinschliff hat er sich 2 Jahre bei uns auf dem Dorf geholt.
    Wie ich es schon geahnt habe, ist Fiete Arp zum DFB Sichtungslehrgang und soll dort auch überzeugt haben. Mal schaun wann er das erste Mal den Adler auf der Brust trägt.
    Fiete hat 2,5 Jahre lang einmal wöchentlich an unserem Coervertraining teilgenommen.
    Selbstbeweihräucherungsmodus aus!

    Zitat

    Jeder Spieler, der dabei ist, wird eingesetzt - gilt das für euch immer?


    Ja


    Meine Begründung aus der Ausbildersicht.
    Wenn ich Ausbilder in der Schule(Lehrer) bin, dann ist es meine Auftrag jedes Kind individuell zu fördern.
    Die Klassengemeinschaft nutze ich, um dieses Ziel so gut wie möglich zu erreichen.
    Schüler die noch nicht so weit entwickelt sind, werden trotzdem die Arbeiten mitschreiben.
    Niemals würde ein Lehrer auf die Idee kommen, nur damit seine Klasse den besten Notenschnitt in der Alterstufe hat, die Schwächeren nicht mitschreiben zu lassen.


    Wenn ich Ausbilder in einem Ausbildungsbetrieb bin, nutze ich alle Lehrlinge und alle Gesellen um den Auszubildenden bestmöglich individuell zu fördern.
    Niemals würde ein Ausbilder, nur damit sein Betrieb im Durchschnitt die Besten Noten hat, einem Azubi die Zwischenprüfungen oder die Gesellenprüfung verweigern.


    Was würden Lehrer und Ausbilder machen?
    Genau, sie bieten für die nicht so weit Entwickelten eine Zusatzförderung an.


    Warum, soll das im Kinder- und Jugendfussball anders sein?
    Nur weil spielergebnisorientierte Trainer ihren Ego befriedigen wollen.


    Wenn jemand schon weniger zum Training kommt, dann hat er doch automatisch Rückstände in der Ausbildung.
    Wenn ich diesen Spieler am Wochenende nicht mitspielen lasse, werden die Rückstände größer oder kleiner?


    Bezahlen eigentlich alle Spieler den gleichen Beitrag-- oder bezahlen die weiterentwickelten Spieler mehr Beitrag?
    Können sich Spieler durch einen höheren Beitrag mehr Spielzeit erkaufen?


    Im Breitenfußball gelten für mich die gleichen Regeln wie im ambitionierten Amateurfußball oder in den NLZ.
    Warum sollen diese Handsektierten Spieler, die es bis ins NLZ geschafft haben, sich auf der Auswechselbank verbessern.
    Das wiederspricht jeder Methodiklehre.


    Und genau hier fehlt uns eine Regeländerung. Das ständige Ein- und Auswechseln muss im Jugendbereich erlaubt werden.
    Dann gelingt es, dass bei 16 Spielern alle Feldspieler eine Einsatzzeit von 60 Minuten bekommen.


    So ich fahre jetzt zu Werder Bremen und werde ihnen die Coerver-Methode näher bringen.
    Drückt uns mal die Daumen, dass es uns endlich einmal gelingt ein NLZ langfristig für die Methode zu begeistern.

    Unterschied:
    Ambitionierter Verein und NLZ:
    Welcher ambitionierte Verein fährt mit seiner F-, E- oder D-Jugend mehrmals im Jahr zu Turnieren, die mehrere 100Km entfernt sind.
    Hier würden ausgebildete Pädagogen eine Riegel vorschieben.
    Ist der Druck in den ambitionierten Vereinen von Eltern, Vorstands u. Trainerseit genau so hoch wie im NLZ? Sorry, ist wohl nicht so rübergekommen. Ich sprach auch bei den ambitionierten Vereinen von Trainern die nach dem DFB-Konzept bzw. angelehnt an dessen Richtlinien ausbilden.
    Da hat sich das "Brüllen" von selbst erledigt. Auch das würden Pädagogen niemals machen.


    Setzen sich die KInder im NLZ viel mehr unter Erfolgsdruck als im ambitionierten Vereinen? Ließ dazu mal das Buch "Kreativ offensiv Fußballspielen" von Udo Bassemir.
    Bessemir hat das damals überaus erfolgreiche Konzept des FC Bayern München mit seinen Partnervereinen entwickelt und mit Leben erfüllt.
    Leider hat Sammer das Konzept 2012 eingedampft.


    Zu deiner Aussage über die Pädagogen in NLZ "Das ist schlicht falsch", hier mal ein Zitat von Sir Alex.

    Zitat

    Nur ein paar Beispiele:
    SSV Ulm
    Hier sind n der Regel die Trainer von der U7-U13 für einen Jahrgang verantwortlich, oft sind es Väter von einem Spieler
    .


    Und genau so habe ich es an vielen NLZ erlebt. Wenn ab und zu ein Student dabei ist, das ist dann der Quotenpädagoge. :thumbup:
    Mir ging es nicht um diese wenigen Studenten, sondern um die gesamte pädagogische Arbeit in den untersten Alterstufen der NLZ.
    Es wäre schön wenn ich mich irren würde. Da darfst es gerne mit einer Statistik wiederlegen.


    Meiner Meinung nach gehören pädagogisch ausgebildete Trainer auch in die älteren und ältesten Jahrgänge der NLZ.
    Dann würden auch lange nicht mehr so viele Spieler aus dem Raster fallen, denn Pädagogik ist immer langfristig angelegt.


    Die NLZ kommen mir manchmal wie börsennotierte Unternehmen vor, die jedes Quartal bzw. jedes Halbjahr Ergebnisse melden müssen.
    Dazu trägt leider auch das Q-Managment des DFB mit bei. Um Punkte für die Sterne zu sammeln müssen alle 6 Monate Leistungsbeurteilungen geschrieben werden.
    Diese werden dann sehr oft von den NLZ als Ausschlusskriterium genommen. Statt geduldig auf den natürlichen Reifeprozess des Kindes zu warten, wird es dann aussortiert.
    Mir persönlich werden dort viel zu früh viel zu viele Kinderseelen verbrannt und alles nur weil das Kind nicht mehr als Kind sondern als Subjekt gesehen wird.(Danke Günter für die Formulierung)


    Trotz der obigen Kritik bin ich ein absoluter Befürworter der NLZ.Allerdings gibt es dort immer noch viele Verbesserungsmöglichkeiten.
    Ich finde es ist echt klasse wie sich auch durch ihre Mithilfe das Ausbildungsiveau im Bereich des DFB gesteigert hat.

    Ich bin einer von denen, die der Meinung sind, dass ein Wechsel frühestens in der U 15 erfolgen sollte.
    Hier meine allerdings nur kurze und somit nicht vollständige und nicht tiefgreifende Begründung.


    1. In den NLZ herrscht Leistungsdruck. Dabei spielt es keine Rolle ob der Druck von den Eltern, Funktionären oder Trainer kommt, bzw. ob sich die Spieler selbst unter Druck setzen.


    2. Die Trainer in den unteren Jahrgängen an den NLZ haben nur eine ca. 200 stündige Ausbildung (C- eventuell B-Lizenz) absolviert. Diese Ausbildung beinhaltet sehr viel Traingstheorie und -praxis. aber nur sporadisch Pädagogik.


    3. Die Leiter der NLZ haben, mit wenigen Ausnahmen, auch nur eine Fußballlehrer-Lizenz. Warum diese Lizenz sie zu pädagogischen Handeln befähigen soll, erschließt sich mir nicht.
    Die wenigen Stunden die sie sich mit dem Thema in ihrer Ausbildung beschäftigt haben, reichen jedenfalls nicht um pädagogische Konzepte in den NLZ zu installieren oder ihren Trainer Richtlinien vorzugeben, bzw. sie dann auch durchzusetzen.


    3. Damit die jungen Talente nicht sofort verheizt werden, müsste die Ausbildung der Trainer an den NLZ grundlegend geändert werden.


    4. Da dieses noch in weiter Ferne ist sind die Ideen von Udo Bassimir aktueller denn je.


    5. Die genauso gut ausgebildeten Trainer, die in den Breitensportvereinen oder ambitionierten Amateurvereinen und nach dem DFB Konzet arbeiten bringen die Kinder bis zur U15 in ihrer Entwicklung viel weiter als die NLZ Trainer. In diese Vereinen kann relativ druckfrei gearbeitet werden.


    6. Erst wenn die Ausbildung der Trainer an den NLZ einen großen pädagogischen Anteil hat, sollten dort die Mannschaften unter der U15 gemeldet werden. Denn erst so ausgebildeteTrainer sind in der Lage, den Kindern den Druck zu nehmen.

    Hier mal meine Sicht auf das Thema:


    Klugscheissermodus an!
    Wir züchten keine Spieler heran. Züchten hat was mit Genselektion zu tun.
    Das ist passiert bevor die Spieler zu uns in den Verein kommen. Obwohl, bei Günther ???<img)');"" src="http://www.trainertalk.de/fussballtrainer/wcf/images/smilies/happy.gif" alt="" title="fröhlich">


    Wir sind Trainer. Trainer wird häufig übersetzt als Ausbilder, Vermittler, Schulungsleiter.
    Somit sehe ich mich persönlich als Ausbilder der Fußballkinder.


    Das ist aber nicht Alles. Als Fußballtrainer bin auch ein Teil des pädagogischen Umfeldes der Kinder und somit auch pädagogisch tätig. Hier habe ich nicht über die Qualität meiner pädagogischen Arbeit geredet, nur das ich pädagogisch tätig bin.
    Wenn ich pägdgogisch auf die Kinder einwirke, muss ich mich ein gaaaanz klein wenig mit Pädagogik befassen.


    Es gibt in der Pädagogik 3 Thesen, was Pädagogik zu leisten vermag. In Klammern eine super kurze für jeden, so glaube ich, verständliche Erklärung. Details kann man in unendlich vielen Erziehungsbücher nachlesen.


    1. pädagogischer Optimismus (ein Kind kommt als unbeschriebenes Blatt zur Welt und wir können durch Erziehung alles erreichen)
    2. pädagogischer Pessimismus (ein Kind kommt als voll beschriebenes Blatt zur Welt und wir können durch Erziehung nichts erreichen)
    3. pädagogischer Realismus ( ein Kind kommt mit Veranlagungen zur Welt, die wir durch Erziehung fördern können)


    Hier ein Link, der es auch sehr gut erklärt: http://www.lerntippsammlung.de/Erziehung.html


    Zum Thema Druck in der Ausbildung. Wer meint er müsse Druck bei den Kindern aufbauen, damit sie gute Fußballer werden, hat meiner Meinung nach im
    Kinder- und Jugendfußball egal ob Dorfverein oder NLZ nichts zu suchen.
    Als Trainer will ich meine Kinder fördern u. fordern.
    Hier ein Link:
    http://www.kinder-respektvoll-…ller_Erziehung.php?mid=10


    @günther
    so wie im letzten Link beschrieben, haben die 68er versucht zu erziehen. Adler und Dreikurs waren die Vorbilder der damaligen Generation.
    Das diese Art der Erziehung in Deutschland neu war, liegt daran, dass die Bücher und die Lehre dieser Beiden Vordenker im 3. Reich verboten war.
    Für die Opa und Omas der 68er Kinder waren diese Ansätzte gleichbedeutend mit "nicht Erziehung". Was aus heutiger sicht natürlich totaler Quatsch ist.

    Zurzeit liege ich jeden Tag in Scharbeutz am Ostseestrand (Luft 30°, Wasser 23°) und lasse das Knie von meiner Frau pflegen. Mir
    hat die Trainertech super gefallen. Ist schon klasse was ich an neuen Ideen mitnehmen konnte/durfte. Nicht nur die anderen Referentenaren waren sensationell auch von den Teilnehmern
    kamen super Anregungen und Ideen. Sollte es noch eine Veranstaltung geben,
    bin ich gerne wieder dabei.
    Danke Mädels und Jungs ihr ward Spitze.

    sk-blue
    Ein paar theoretische Grundlagen:
    1. F-Linge können Bewegungen nur in der Grobform lernen. Es reicht wenn sie das Bewegungsmuster gespeichert haben.
    2. Zum Speichern von Bewegungen brauchen Kinder sehr viele Wiederholungen.
    3. Um Bewegungen zu schulen, braucht man als Trainer methodische Grundkenntnisse.
    4. Meine langjährigen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass wenn man nach der DFB Methodik trainiert. (Vom Leichten zum Schweren; vom Einfachen zum Komplexen, vom Bekannten zum Unbekannten) ungefähr 6- 8 Trainingseinheiten benötigt, bis alle Kinder die Grobform können.
    Diese Werte sind nur Mittelwerte und können bei weit entwickelten Spielern nach unten und bei spät entwickelten Kindern nach oben abweichen.
    5. Kein Kind ist gleich. Jedes Kind lernt anders und hat andere körperliche, geistige, und soziale Vorraussetzungen
    6. Wir trainieren Individuen. Somit solltest du auch das Training individuell anpassen. Das kann man durch Kleingruppentraining erreichen.
    7. Schaue immer auf das Kind, welches am wenigsten weit entwickelt ist. Erst wenn er die Bewegungen gespeichert hat, kannst du dir ein neues Lernziel vornehmen.
    8. Trainiere niemals Gleiches mit Gleichem. Das soll heißen, dass du 6 - 8 mal hintereinander die Passtechnik trainieren solltest, aber nimm dafür immer andere Übungs- und Spielformen.
    9. Niemals vom Trainingsschwerpunkt abweichen nur weil du andere Schwächen erkannt hast. Denn sonnst trainierst du die Kinder methodisch gegen die Wand.
    10. Trainiere niemals ohne Lehrplan für mindestens eine Halbserie. Wer ohne Lernziele trainiert verliert sehr schnell den Faden. Alles was ich mir als Trainer theoretisch ausgedacht habe, werde ich auch im täglichen Trainingsbetrieb beherzigen.
    11. Trainier nur das was altersentsprechend auch wirklich geschult werden kann.