Beiträge von Powerzwergenpapa

Du bist noch kein Trainertalker? Registriere dich kostenlos und nehme an unserer Community teil!

Du bist Trainertalker? Zur Anmeldung

    Wir Betreuer sind Befürworter der Idee, dass über allem die persönliche individuelle Entwicklung der Kinder mit Ball am Fuß (dribbelnd und schießend) steht.

    Das ist auch genau richtig.


    Negativ verbieten eher nicht. Den Ball stumpf und blind wegballern sollte natürlich unterbunden werden.


    Aber besser die Kids positiv motivieren, ermutigen und bestärken. Die Kinder viel loben, wenn sie sich etwas zutrauen und ins 1:1 gehen. Sie darauf hinweisen, dass sie den Ball annehmen sollen, kein Direktspiel (auch wenn die Eltern das ganz toll finden). Egal wo, auch vorm eigenen Tor, 1:1 ist im Bambini-Alter immer gut.

    JUH1973, das ist jenseits der Interessen der Kinder ein wichtiges Argument, sich auf die Besetzung der TW-Position nicht zu früh festzulegen.


    Wir haben bei uns einige Kinder, die regelmäßig gerne ins Tor wollen. So ist es optimal.


    Ansonsten würde den TW jedes Spiel (bzw. in der HZ) regelmäßig so wechseln, dass jedes Kind reihum mal im Tor stehen muss.


    Gegenüber den Eltern ist es sehr wichtig, solche Grundsätze transparent zu kommunizieren. Bei findet etwa 2x/Jahr ein Elternabend statt, i.d.R. ist der JL mit dabei, der den Überblick über alle Jugendmannschaften hat und seine Erfahrungen ggf. beisteuern kann.

    bei uns trifft es häufig die TW-Position. Wir spielen noch ohne feste TW. Und jeder der möchte, darf auch mal rein. Die Eltern halsen, wenn die Kinder deswegen ein Spiel verlieren, vorallem wenn beim Gegner ein "TW-Talent" alles rausholt, was irgendwie haltbar ist, während unseren Kurzen die Bälle zum Teil durchrollen.

    Bei unserem letzten Turnier (reiner Jungjahrgang) hatten mehrere gegnerische Teams große Spieler (Altjahrgang) im Tor, unter anderem auch der Turniersieger. TW-Position macht halt sehr viel aus und ich gehe da schon von strategischen Entscheidungen der Trainer aus.


    Ich halte es dennoch im Sinne der Kinder für falsch, die TW-Position fest zu besetzen. Trotzdem schauen wir bei Turnieren, dass Kinder ins Tor gehen, die da Lust drauf haben und nicht völlig talentfrei sind. Ich finde das vertretbar, da so ein guter Spielaufbau möglich bleibt und nicht vermeidbare Gegentore wegen ständiger blöder TW-Fehler das Team demotivieren.

    Im Training müssen alle mal ins Tor. Im Abschlussspiel wird alle paar Minuten der TW gewechselt.


    In Spielen haben Lust und Laune der Kinder ein höheres Gewicht. Aber die TW-Position ist nicht festgelegt, sondern wechselt spätestens zur Hälfte eines Turniers.

    Das ist ja nicht das erste Mal, dass Libra solche Geschichten erzählt und ich fühle da sehr mit ihm mit, weil ich weiß, wie es in einem Dorfverein abläuft. Als Trainer muss man sich da irgendwie hineinfinden und irgendwie für sich einen Weg finden; da nützt einem abstraktes "Besserwissen" überhaupt nichts.


    Auch wenn es ärgerlich sein kann, muss man da mitunter in den sauren Apfel beißen oder zumindest Kompromisse finden. Solche vermeintlichen Nichtigkeiten können im dörflichen Umfeld ganz schnell weite Kreise ziehen. Und Vereinsleben und Dorfleben sind nicht selten untrennbar verwoben.

    Bisher hast du ja zumindest einmal nicht so zeigen können, was du bewirken kannst. Das mag womöglich vor allem in der Mannschaft begründet gewesen sein, die du Katastrophenmannschaft nennst, aber das ist aktuell dein "Zeugnis".

    @SirAlex, das ist richtig, aber es handelt sich da um eine D-Mannschaft. Das ist ein ohnehin ein schwieriges Alter; wenn dann die Mannschaft schwierig ist (offenbar will ja niemand dieses Team trainieren), die Motivation auch nicht so hoch, die Leistungsbereitschaft und die Erfolge halten sich auch in Grenzen, dann sind das für einen sehr jungen Trainer-Neuling sehr ungünstige Bedingungen, sein Trainer-Können zu zeigen.


    16er: Mach mit den Eltern der G am Anfang einen Elternabend. Da stellst du dich vor. Gehst offen damit um, dass du zwar fußballerisch viel drauf hast, aber als Trainer noch ziemlich unerfahren bist. Ich bin mir sicher, du kannst eine fitte Mama als Hilfs-Trainerin gewinnen. Dann gehst du demütig an die Aufgabe ran und in 5 Jahren wirst du der "Cheftrainer" einer megastarken E-Jugend-Mannschaft sein :P:)

    Ich sollte noch erwähnen dass ich in 6 Jahren Trainertätigkeit noch nie eine Mannschaft hatte an der man annähernd so viel Spaß haben konnte wie an dieser, denn die Truppe ist echt toll. Nette, gut erzogene Jungs mit Talent.

    Ja, so macht das Spaß; kann ich gut nachvollziehen. Und doch, sagst du, fühlst du dich nicht ausreichend gefordert.


    Aber klar ist auch, wie du sagst, die vakanten Trainerposten in der B und D kommen definitiv nicht infrage. Vereinswechsel aufgrund vertraglicher Bindung auch nicht. Also was dann?


    Nochmal meine Frage: Was ist mit der G2?


    Die haben ihre komplette Entwicklung vor sich und wenn du von dir und deinen Fähigkeiten überzeugt bist, ist das doch optimal.

    Von stark überlegen will ich da nicht reden

    Hört sich nicht so an. Aber ich habe das Spiel nicht gesehen.


    Ändert aber für mich nichts: Ich würde im F-Bereich (zumindest Jungjahrgang) keine Trainingszeit für Passspiel verschwenden. Ich würde das im Spiel auch nicht fordern. Im Gegenteil, denke ich, es ist wichtig die Kinder beim zu schnellen Passspiel zu bremsen. Anhalten zur Ballannahme und zum überlegten Spiel. Direktspiel versuchen zu unterbinden.

    luibo,


    ich habe mir dein Video jetzt nochmal in Ruhe angeschaut. Wie schon in einem früheren Video zum Thema eines anderen Users macht es auch hier den Eindruck, dass Team weiß in diesem Spiel sehr stark überlegen war. Es wirkt auf mich so, dass da zwei Kids richtig Lust auf Fußball haben und die andern schauen ihnen dabei zu bzw. stehen da so'n bisschen Spalier.


    Ich will das nicht schlecht reden. Die Kids haben Spaß am Fußball, das sieht man. So soll es sein.


    Die Frage ist halt, wie aussagekräftig dieses Vid in Bezug auf die Passspiel-Fähigkeiten von F-Kindern ist. Da wäre ich sehr zurückhaltend.

    Was ist mit der neuen G2?


    Da werden die Grundlagen gelegt. Heutige erfolgreiche F-Mannschaften, spielen häufig schon Jahre zusammen. Wenn dann noch die Trainingsinhalte stimmen und du die Mannschaft länger begleiten darfst, kannst du mit nachhaltiger Arbeit viel bewegen.


    Abgesehen davon, dass Bambinis riesigen Spaß bringen. Ich habe heute nach längerer Zeit mal wieder unserer G-Mannschaft bei einem Spiel zugeschaut und das sehr genossen.

    Zitat

    Nach meiner Beobachtung spielen oft kleinere Kinder den Ball eher ab, als große/körperlich Starke.

    Kann ich nicht bestätigen. Statt klein "motorisch schwach" würde ich sagen. Aber was du schreibst:

    Zitat

    Jedes Kind sucht für sich die einfachste Lösung.

    Das ist der Punkt. Da geht es aber nicht um Passspiel in einem guten Sinn, sondern darum, den Ball loszuwerden. Pointiert formuliert, das Ziel ist Fußballvermeidung ("Ich sorge dafür, dass der Ball möglichst schnell von mir limitiertem Spieler weg zu einem Spieler kommt, der mehr mit dem Ball anfangen kann"). Am besten direkt gespielt… Eltern und leider auch manche Trainer bestärken Kinder dann noch in dem Gefühl, so eine gute Lösung gefunden zu haben. Das ist aber nicht der Fall.


    Deshalb möchte ich dieser Aussage entschieden widersprechen:

    Zitat

    "Gerade im Kleinfeldbereich sehe ich den Einfluß des Trainers als völlig überbewertet."


    Es ist eine wichtige Aufgabe eines guten Trainers, solche Zusammenhänge zu erkennen und gegenzusteuern.

    Du hast Recht. Bei Turnieren oder Spielen sieht man immer wieder Teams mit klaren taktischen Vorgaben. Die sehen aber oft so aus, dass zwei Spieler immer hinten stehen bleiben. Und einer immer vorne stehen bleibt.

    Heute wieder bei den meisten Teams so beobachtet. Man sieht immer wieder lustige Dinge, etwa schon Bambini-Trainer mit Taktiktafel.


    Heutiger Turniergegner. Für uns ging es um Platz 1 oder 2. Gegner stand bereits als Letzter fest. 30 Minuten vor Spielbeginn hat sich der Trainer mit seinen Kids in die Kabine verkrümelt. Was auch immer die armen Kids sich da 30 Minuten lang über Pressing, Konterspiel, Verschieben, Manndeckung u.Ä. anhören mussten…

    Zitat von Follkao

    Fähigkeiten im 1:1 sowie Mut, ins 1:1 zu gehen, sind Voraussetzungen, um später unter Druck den Ball zu behaupten.


    Ich habe über das Thema nochmal nachgedacht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dich da richtig verstehe. Aber so wie ich dich verstehe, möchte ich dir widersprechen.


    Natürlich gibt es im Kifu viele Zweikämpfe. Denn die Kinder machen noch viele Fehler. Dadurch kommt es zu vielen 1:1-Situationen. In diesen setzen sich normalerweise immer die physisch stärkeren Kinder durch. Ist ja logisch und genau so beobachte ich es auch immer wieder. Wenn 1:1 und Zweikämpfe im Fokus stehen, werden die physisch starken Kinder bevorzugt.


    Tatsächlich sind es gerade im Kifu zwar in der Regel, aber wenn man davon absieht ja nun nicht immer nur die großen, kräftigen, starken Spieler, die Spiele gewinnen. Maradona etwa ist nur 165cm klein. Messi, Kimmich, auch keine Hünen. Warum ist das so? Weil die großen, athletischen Spieler nicht zwangsläufig die besseren Fußballer sind und der Fußball ist grundsätzlich nicht unbedingt auf Zweikämpfe, sondern mindestens genauso oder sogar vor allem auf die Vermeidung von Zweikämpfen hin ausgerichtet. Tricks, Körpertäuschungen, Finten und auch das Pass-Spiel sind Techniken zur Zweikampfvermeidung. Das ist ja auch die Kunst beim Dribbeln, eine so große Geschicklichkeit an den Tag zu legen, eine so enge Ballführung und große Beweglichkeit mit dem Ball zu entwickeln, dass der Gegner keine Chance hat, in einen Zweikampf um den Ball zu kommen.


    Enge Ballführung, Schnelligkeit, Beobachtungsgabe und Reaktionsfähigkeit sind wichtiger als Physis und Kraft. Das gilt in der Ausbildung umso mehr, als man als Trainer ja auf die physische Konstitution seiner Spieler gar keinen Einfluss hat. Wenn die eigenen Spieler nunmal kleiner und schwächer sind, was willst du daran machen? Ist halt so. Kleinere bzw. schwächere Kinder haben eigentlich nur eine Chance, wenn sie Zweikämpfe vermeiden, wenn sie technisch so stark sind, dass sie den Gegner gar nicht erst in die Zweikämpfe kommen lassen.


    Zweikämpfe und 1:1 sehe ich daher in der Ausbildung als untergeordnet.

    Zitat von Counterpressing91

    Klar, der Gegner war kein Maßstab, aber dadrum gehts ja auch nicht


    Na eben doch! Die Kids spielen praktisch ohne Druck. Es ist eigentlich fast merkwürdig, dass sie da nicht mehr Lust auf Fußball haben und sich stattdessen den Ball hin- und herschieben.