Beiträge von Powerzwergenpapa

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    Im Training machen sie dies meist nicht , sondern schließen schnell und direkt ab


    Ich hatte genau dies Thema gerade in einer Diskussion: Es gibt Kinder, die im Spiel gerade auch gegen starke Gegner sogar überraschend besser spielen als unter Trainingsbedingungen. Andere Kinder können selbst gegen schwache Gegner in Spielen nicht ihr Potenzial wie im Training abrufen.


    Unsere Theorie war, dass dies mit der Drucksituation zusammenhängt. Mein Gesprächspartner hat dazu ein Beispiel aus seiner Schulzeit gebracht. Eine Lehrerin habe damals gesagt, dass manche Schüler nach Abschluss der Leistungsbewertung ihre besten Leistungen gebracht hätten, andere würden leistungsmäßig völlig einbrechen. Anders gesagt: Manche Kinder brauchen den Druck, um Leistung zu bringen, andere können unter Druck ihr Leistungspotenzial nicht abrufen.


    Deine Kinder könnten demnach – Achtung Ferndiagnose! – zur letzteren Gruppe gehören. Das hieße dann in der Konsequenz, dass du als Trainer in deiner Ansprache und in deiner Haltung alles dafür tun solltest, möglichst den Druck rauszunehmen. Versuchen, so zu tun, als ginge es um nichts und wäre das nur ein lockerer Kick ohne jeden Ergebnisdruck. Versuchen, im Umfeld für eine entsprechend lockere Stimmung zu sorgen.

    Ich finde ja allgemein Schlachtrufe nicht besonders. Heute aber war der Schlachtruf unserer Gegner besonders unterirdisch: "1-2-3-4 dieses Spiel gewinnen wir, 5-6-7-8 der Gegner wird platt gemacht." <X:thumbdown:


    Ich hatte leider nach dem Spiel etwas Stress und musste schnellstmöglich los. Sonst hätte ich den gegnerischen Trainer gerne darauf angesprochen, wie seine Kids zu so einem üblen Schlachtruf gekommen sind.

    Hin wie her, wir reden hier einfach über ein strukturelles Problem, für das ich unter den gegebenen Umständen keine gute Lösung sehe.


    Natürlich kann man den Kindern Provokationsregeln geben. Ich kann in Bezug auf unser Spiel sagen, dass das alles schöne Tore waren. Teilweise schön herausgespielt, teilweise schöne "Einzelleistung". Es war sogar ein Kopfballtor dabei. Das waren keine Tore à la "von der Mittelline hoch und weit draufbolzen", das gibt es bei uns nicht.


    Positionen kann man durchwechseln (das passiert sowieso bei uns immer), spielt bei unseren Kindern aber auch nicht so die Rolle, weil sie sich eh nicht bzw. nur grob an die Positionsvorgaben halten.


    Man kann die besten draußen lassen. Ich finde, das geht aber nicht. Denn dann bestrafen wir diese Kinder für etwas, für das sie nichts können. Es ist ja nicht ihre Schuld, dass sie so überlegen sind. Wir rotieren sowieso immer durch, so dass alle gleiche Spielzeit haben und am Samstag hatten unsere besten Kinder im Verhältnis weniger Spielzeit.


    Ein Kind weniger aufstellen würde ich auch nie machen. Ich habe das schon bei anderen Teams beobachtet und würde auch erfahrungsgemäß sagen, dass das gar kein Nachteil für die bessere Mannschaft ist; sondern im Gegenteil ein Vorteil, weil die physisch stärkeren Kinder dann noch mehr Raum haben.


    Bei uns in der Staffel sind die Spiele leider für uns immer recht einseitig (wir werden die Staffel ziemlich locker und entspannt gewinnen). Aber jetzt am Samstag war es schon besonders eklatant. Man muss dazu sagen, dass es sich bei der Mannschaft, gegen die wir da so hoch gewonnen haben, um die "Resterampen-Mannschaft" eines großen Nachbarvereins handelt. Das ist ein Thema für sich, aber ich sehe es hochkritisch, wenn im F-Bereich Vereine ihre Kinder nicht ausbildungsorierentiert betrachten, sondern die Kinder selektiv in "erfolgversprechend" und "Parkplatz" einteilen. Bei unserem Samstags-Gegner handelte es sich um eine reine "Parkplatz"-Mannschaft. Da ist meiner Meinung nach etwas völlig schief bei einem Verein, der so vorgeht. Nebenbei bemerkt kann dieser Verein auch mit den aggressivsten Brüllaffen aufwarten, also da fügt sich ein Gesamtbild.

    du hast recht in der Stadt ist das sicher anders.

    Wir sind Großstadt. Die Staffeleinteilung wird durch den Kreis vorgenommen.


    Wir haben am Samstag 20:0 gewonnen. Unsere besten Kids konnten wir fast nicht aufstellen, sonst wäre es noch krasser ausgefallen. Unser Gegner hat nicht ein einziges Mal auf unser Tor geschossen; eigentlich ist er sogar praktisch nicht über die Mittellinie gekommen. Was soll sowas? Mir hat's sehr leid getan :(

    Diejenigen die 'Alter Art' im Breitensport Spieler ausgrenzen durch verantwortliche Bankdrückerei aufgrund der fehlenden Spielstärke,... sollten wegen vereinsschädlichem Verhalten den Verein verlassen müssen

    Mir geht es wie luibo, dass ich nicht verstehe, was Andre meint.


    Ich habe zu Saisonbeginn ein Spiel beobachtet, da hat der spielstärkste Spieler nur 14 Minuten (von insgesamt 40 Minuten) gespielt. Spielstand in diesen 14 Minuten war 10:0 und der Gegner hat es nicht mal über die Mittellinie geschafft.


    Ist es "vereinsschädliches Verhalten" im o. g. Sinn, dass der Trainer diesen Jungen nur 14 Minuten hat spielen lassen?

    für mich kam die Frage nach dem Druck auf die kleinen auf, anders kann ich mir diese Spielweise fast nicht erklären ggf könnte es noch gefördert/gefordert sein.

    Meiner Erfahrung nach kommen solche Verhaltensweisen immer durch Druck von außen. Normalerweise sind es die Eltern, die dahinterstecken. Bei uns mussten am letzten Spieltag zwei Spieler ins Krankenhaus nach einer heftigen Rangelei zwischen den Kindern (2010er!). Das sind zwei Mannschaften, mit denen wir auch schon unsere Erfahrungen gemacht haben. Das ist sehr traurig. Da gibt es für den Verband noch viel zu tun, um den Druck aus dem Kifu rauszubekommen und den Spaß am Fußball in den Mittelpunkt zu stellen.

    1. An 1. Stelle steht der Spaß (nicht das Ergebnis)

    2. Deshalb wollen wir gewinnen

    Das ist kein notwendiger Schluss.


    Ich zitiere mal aus dem von let1612 hier verlinkten Text:

    «Japanische Fußballspieler zeichnet eine hohe Gewandtheit, gute Technik und Eifer aus. Dagegen mangelt es an Spielverständnis, Effektivität und Siegeswillen. Ähnlich wie in den Niederlanden ist das 'schöne Spiel' wichtiger als das Ergebnis. So kennen die Spieler am Ende eines Trainingsspiels oftmals nicht das Resultat. Vielmehr wird mit Hingabe und Spaß gespielt.

    Noch immer kocht das Özil-/Gündogan-Thema und die Verantwortlichen reden sich zunehmend um Kopf und Kragen. Für mich ist das erschreckendste dabei die Planlosigkeit des DFB.


    Man hat einerseits die beiden zur WM mitgenommen. Andererseits tut man sich schwer damit, sich vorbehaltlos hinter die beiden zu stellen. Reden und Handeln der Verantwortlichen passen da nicht zusammen.


    Entweder man sagt, diese Foto-Aktion geht nicht. Dann muss man auch die Konsequenzen ziehen und wenigstens eine klare Entschuldigung der beiden Spieler einfordern.


    Oder man sagt, diese Foto-Aktion ist aus Sicht des Verbands zwar falsch, aber ansonsten Privatsache der Spieler, und stellt sich dann auch ohne Wenn und Aber hinter die beiden.


    Man kann diskutieren, welche von beiden Entscheidungen besser wäre (ich für meinen Teil würde ganz klar die zweite Variante besser finden), aber das wäre dann jedenfalls klar.

    Ich glaube, Klarheit ist wichtig.

    Klarheit auch gegenüber sich selbst. Das gilt auch für Regeln. Denn natürlich gibt es Regeln, über die man nicht diskutieren muss. Aber es gibt da ja auch einen Graubereich.


    Da hilft es nichts, danach zu schauen, wie andere das machen. Denn wenn ich da nicht mit Überzeugung hinter stehe, werden das auch die Kids nicht akzeptieren. Ich muss herausfinden, was mir wichtig ist. Das werden die Kinder meiner Erfahrung nach dann auch akzeptieren.

    Ich glaube, das ist eine Typfrage und man sollte mit pauschalen Antworten aufpassen (insbesondere im Internet, wo man das Gegenüber persönlich gar nicht einschätzen kann). Ich bin z.B. nicht der autoritäre "Chef-Typ". Wann immer ich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen versucht habe, so zu tun, als wäre ich das, sind mir die Gruppen entglitten.


    Ich glaube, Klarheit ist wichtig. Kinder haben ein feines Gespür für Unsicherheit.

    let1612,


    ich meine v.a. das, was man im Straßenfußball früher "fummeln" genannt hat. "Fummeln" ist überhaupt nicht effektiv und bedeutet eine Verlangsamung des Spiels. Ich glaube aber, dass man den Kindern die zweckfreie Freude mit dem Ball gönnen sollte, auch wenn es für das Spiel nichts bringt. Aber für die Kinder bringt es etwas. Sie gewinnen meiner Meinung nach durch das Fummeln Ballgefühl und -sicherheit. Sie üben, den Ball auch unter Gegnerdruck und in einem Spiel mit all den Nebengeräuschen, die es da gibt, zu behaupten und kontrollieren. Ich halte das im Blick auf die Ausbildung für sehr wertvoll, auch wenn es im Blick auf das Ergebnis eines Spiels zweckhafter wäre, schnell in die Aktion zu kommen, sei es im Dribbling oder durch einen Pass.

    Zu dem Zitat hier von Metzelder:


    Natürlich wird es auch in Zukunft die "Arbeiter" und "Teamplayer" geben müssen. Lauter "extrovertierte Egoisten" auf dem Platz ist natürlich auch nicht das Wahre.


    Ich glaube aber, dass es diese eher "individualistischen" Typen auf deutschen Fußballplätzen schwerer haben, weil auch Trainer tendenziell m.E. dazu tendieren, solche Spieler "einzunorden".


    Zum Beispiel habe ich vor kurzem in einem Trainingsspiel beobachtet: Der Mini-Messi hat durch eine tolle Aktion an der Außenbahn seinen Gegenspieler stehen lassen. Sofort ruft der Trainer von außen "Super und jetzt abspielen!" Aber warum abspielen? Der kleine Mini-Messi war voll im Tempo, er war unbedrängt, hatte Platz und die astreinen Anspielmöglichkeiten im Zentrum vor dem gegn. Tor habe ich nicht gesehen. Zumindest bestand keine Notwendigkeit, in dieser Situation abzuspielen.

    Technik? Puh, das Themawird immer schwieriger

    Meiner Meinung nach wird im Kifu (also v.a. F-Jugend) bereits zu großer Zeitdruck aufgebaut. Natürlich haben handlungsschnellere Teams einen Vorteil. Ich denke aber, dass darunter die technische Ausbildung leidet. Im Kifu sollte, finde ich, der alte handwerkliche Grundsatz "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" gelten. Sozusagen "fußwerklich" :)

    Ich hoffe, der Thread ist offen.


    Ich habe heute morgen nämlich auch ein sehr cooles Zitat gefunden, das auch gut in den Thread Dribbler oder Passmaschine? passen würde.


    «Der deutsche Fußball muss ertragen, dass es individuelle, extrovertierte Egoisten gibt, die auf dem Platz die entscheidenden Situationen kreieren. Die haben wir in Deutschland nicht, weil wir sie eigentlich auch nicht wollen. Aber wir brauchen sie in Zukunft, weil das die Spieler sind, die Spiele entscheiden.»


    Quelle und Auflösung.

    Peter L,


    nicht den Kopf in den Sand stecken :)


    Das Verhalten der Gruppe hat mit Sicherheit nichts mit dir zu tun. Ich habe selbst schon viele Kinder- und Jugendgruppen begleitet und es ist immer wieder spannend, welche Dynamik solche Gruppen haben. Ich kann dir auch versichern, dass du mit mehr Erfahrung auch ein besseres Gefühl dafür bekommst, wie eine schwierige Gruppe anzusprechen und zu händeln ist. Das passiert von ganz alleine.


    Man muss aber ganz klar sagen, auch wenn du da noch so viel Erfahrung hast, gibt es immer wieder Gruppen, die Probleme bereiten. Oftmals kann man gar nicht so genau sagen, woran es liegt bzw. es sind mehrere Faktoren. Aber es hat ganz sicher nichts mit dir als Person zu tun.