Ich finde deine Einstellung alle gleich zu Behandeln genau richtig. Ich kann deine Fragen auch sehr gut Nachvollziehen da ich vor ähnlichen Problemen stehe bzw. Mitten drin bin und schon einiges Überlegt habe. Bei mir ist es so das ich Bereits in meiner F1 einen Spieler habe welcher Bereits zum E-Training ins NLZ eingeladen wurde (absolut verdient) und aber auch zwei Mädchen in der Gruppe habe welche (nicht übertrieben) nicht einmal rückwärts laufen können ohne zu stolpern. Nächstes Jahr geht es in die E und von der guten Sorte kommen noch drei hinzu plus ein weiterer am unteren Ende. Daher hoffe auch ich hier auf Anregungen. ![]()
In einigen gemischten Trainings (F1+E - Trainer war krank) habe ich schon ein wenig ausprobiert und gelernt.
Spiegeln der Übungen ist aufgrund der Anzahl der Kinder sicher richtig und gut. Allerdings führt eine Einteilung in "gute Gruppe" und "schlechte Gruppe" hier zu einem extremen Gefälle in der Ausführung. Bei den einen läuft es flüssig (Tor wird getroffen, Wechsel funktionieren, usw.) In der Anderen Gruppe ist das eben nicht der Fall (Bälle müssen viel öfters geholt werden usw.). Am Ende führst du den "schlechteren" nur ständig vor Augen wie es laufen könnte (gewollt oder nicht). Gleichzeitig musste ich feststellen das die Gefahr das sich die besseren auf Kosten der anderen Gruppen amüsieren sehr groß ist. Natürlich kann ich hier als Trainer einschreiten, ich bin aber auch nicht immer dabei und das Training wird ja auch in der Schule nach Thematisiert. Daher habe ich dies sofort wieder verworfen.
Viel besser funktioniert bei meinen Kindern hier ein Bewusstes zusammenpacken von guten und schlechten in eine Gruppe. Klar bei Technik-Teilen in der Gasse oder ähnlichem sollten sich zwei gute gegenseitig fordern. Diese Form ist aber bei mir generell selten. Bei anderen Wettbewerben oder Übungen mache es so das ich bewusst die guten und schlechteren Mische. Begonnen wird jede Übung (frei nach dem Grundsatz vom leichten zum schweren) mit einem Durchlauf den jeder kann. Anschließend wird gesteigert. Jeder soweit es gut funktioniert. Was gar nicht funktioniert muss derjenige auch nicht mehr mitmachen. Bei der Einschätzung was noch weiter probiert werden sollte und was nicht mehr unterstütze ich die Kinder natürlich.
So gibt es dann auch Wettbewerbe in denen die besseren Spieler mit anderen Aufgaben (z.B. Rückwärts dribbeln) laufen als andere. Meine Erfahrung zeigt das die Kinder hier sehr viel Ehrgeiz entwickeln. Sowohl jeder für sich als auch im Team. Ein Verspotten oder ähnliches konnte ich hierbei noch nicht beobachten. Meiner Meinung nach ist es zusätzlich eher so das sich die besseren Spieler gegenseitig mehr pushen wenn Sie anderen Teams angehören (laufen ja dann meist gegeneinander) und gleichzeitig sich die schlechteren eher mitreißen lassen bzw. sich auch mal Tipps und Hilfe beim Teammitglied holen und diese manchmal sogar von sich aus Hilfe anbieten oder Verbesserungen zeigen.
Gruß
Torsten
