Als Trainer bin ich schon
ein paar Jahre im C-Jugend und zuvor ein paar Jahre im D-Jugend Bereich
unterwegs gewesen. Ich merke tatsächlich, dass ich damit schon etwas weg vom
Kinderfußball bin.
„Früher“ habe ich selber
von der Bambini bis zur E-Jugend Mannschaften trainiert. Wir waren sportlich
erfolgreich (Ergebnisse), hatten eine schöne Zeit und rückblickend betrachtet
haben die meisten Jungs sich auch gut entwickelt.
Worauf ich hinaus will ist,
dass ich selber damals sehr jung war, keine wirkliche Ahnung hatte worum es
geht und mich erst nach und nach fortgebildet habe und erst noch später auch
von den gelehrten Dingen überzeugt wurde. Ich habe also selber viele Teile
meines eigenen C-, B-, A-Jugendtrainings auf die Bamini, F- und E-Jugend runter
gebrochen.
Wir hatten eine super
Gemeinschaft – vorletzten Freitag haben wir uns nochmal getroffen, da ein
Spieler jetzt zum studieren nach Barcelona geht und die „alte Truppe“ nochmal
eingeladen hatte. Ich war wirklich überwältigt, wie nachhaltig positiv die Zeit
den Eltern und Jungs in Erinnerung geblieben ist.
Ich glaube, dass dies
vornehmlich daran lag, dass wir viel miteinander unternommen haben und einfach
eine talentierte Truppe hatten, mit der die Ergebnisse von alleine gekommen
sind. Klar denkt jeder lieber an Siege, als an Zeiten mit vielen Niederlagen
zurück.
Letztlich muss ich heute –
mit deutlich mehr Sport- und Lebenserfahrung – sagen, dass die heutigen Trainer
im Kinderfußball vieles so machen, wie ich es früher auch machte. Das Ergebnis
sehe ich dann leider im C-Jugendbereich auf dem Großfeld.
Technik? Puh, das Thema
wird immer schwieriger. Immer wieder kommen Jungs zu uns, die in der C-Jugend
noch große Probleme mit der Ballannahme haben, sobald der Ball nicht ganz ganz
flach über den Boden rollt. Ein klein bisschen hoch springend, schon gibt es
Probleme.
1 vs. 1: Immer weniger
Spieler trauen sich das 1 vs. 1 zu (ich gebe zu, es ist nur ein Gefühl von mir,
das kann ich nicht belegen.). Aber was ich ganz eklatant beobachte ist, dass es
immer weniger Spieler gibt, die auf dem Platz mal fintieren! Das macht quasi
gar keiner mehr! Ab und an helfe ich mal in der D-Jugend aus und hier kennen
die Jungs manchmal noch nicht einmal den „Übersteiger“, erzählen mir aber, sie
können den „Zidane“ (die Finte, nicht die Kopfnuss
).
Ich muss ehrlich sagen,
heute würde ich mich viel mehr auf die Förderung des einzelnen Spielers
konzentrieren. Vielleicht habe ich dies sogar besser getan, als ich es heute in
Erinnerung habe, aber ich würde es viel viel bewusster machen.
Ich denke Funinio ist eine
super Sache, am Wochenende habe ich mich mal intensiver damit beschäftigt. Ich
finde es hört sich durch die Bank super an!
Jedoch sehe ich es auch so,
dass man hier nicht alles total schwarz/weiß sehen sollte. Es kommt von den
Eltern, aber eben nicht nur von den Eltern: Die Jungs wollen Tore schießen. Und
irgendwann auch „richtige“ Tore. Mit Netz, Torwart mit Handschuhen und so 
Ich würde einen Mix aus
beiden Varianten wählen. Warum auf eines klar und verbindlich festlegen? Rein
theoretisch gedacht, kann ich mir vorstellen, dass doch beides gemixt sehr
sinnvoll sein kann. Wobei ich klar sagen muss, dass ich den Funinoteil – sofern
das hier umsetzbar wäre, ich habe noch nie gehört, dass sowas hier angeboten
wird – überwiegen lassen würde.
Mit der Erfahrung vom
Großfeld bin ich immer mehr zu der Überzeugung gelangt, dass das
Ausbildungskonzept des DFB ziemlich gut ist! Problematisch ist, dass es von den
Stützpunkten nicht umgesetzt wird, an denen sich (meiner Meinung nach) hier
viele orientieren. Zumindest sehe ich dort häufiger Trainerkollegen und die
Schulungsabende sind gut besucht. Ebenso verhält es sich mit den NLZs, die sich
nach daran halten. Wenn man dann auf einem Turnier ein U9 NZL Team spielen
sieht, dann staunen alle, wie schön die schon zusammen spielen. Klar gerät der
Trainer des Dorfvereins dann unter Zugzwang und versucht auch in erster Linie
das Zusammenspiel zu fördern, schließlich will er dieses Lob doch auch haben.
Ich hoffe einfach, dass immer mehr Trainer dazu übergehen auszubilden! Vielleicht hilft hier ja auch das frühe WM-Aus und die älteren Aussagen von Herrn Scholl 
