Beiträge von Grätsche

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    Als "klassische" Auftaktbewegung wurde das kurz kommen - lang gehen, bzw. lang andeuten und kurz kommen vermittelt, sowie das seitliche Pendant dazu. In Reinform sieht man so etwas in der Tat selten. Im Kern geht es aber doch darum, durch eine der Ballan- und -mitnahme vorgeschalteten Aktion Raum und damit Zeit zu gewinnen.

    Diese vorgeschaltete Aktion ist aus meiner Sicht abhängig von der Spielsituation. Mal ist zielführend im Anschluss aufzudrehen, mal ist zielführend kurz zu kommen, klatschen zu lassen und damit im Rücken Räume für die Mitspieler freizuziehen.

    Daher versuche ich nicht "die" Auftaktbewegung zu vermitteln, sondern bei den Kinder das Verständnis zu entwickeln, warum eine Aktion von Vorteil sein kann und welche Möglichkeiten es gibt. Ich sehe es ähnlich wie bei den Finten. Es gibt nicht "die" richtige Finte, sondern es hängt von der Spielsituation ab, welche erfolgsversprechend ist.

    Die Frage, wann fordert der Empfänger den Ball, ist sicherlich auch individuell zu beantworten. Ich habe Teams gesehen (vornehmlich ältere Jahrgänge) wo Kommando und Freilaufverhalten in der Tat abgestimmt waren.

    Bei meiner Truppe versuche ich eher vom Passgeber aus zu vermitteln. Ich fordere die Passgeber auf, darauf zu achten, dass sie in den gegnerfernen Fuß spielen. Vereinzelt klappt das schon mal ;)

    - möglicher Abnehmer einer Kopfballverlängerung

    Bei einer F?


    Hier spielt die F auf einem halben Großfeld, 1+7. Bis der lange Ball vom Keeper bei dem Stürmer ist (falls der Keeper überhaupt so weit kommt), ist ein Verteidiger längst zurück.


    Pressing ist strukturiert und aufeinander abgestimmt. Natürlich können das F/E-Kinder nicht.
    Hohes Zustellen ist evtl. sogar das Ergebnis altersgerechten Trainings.

    Sehe ich auch so.

    Grundsätzlich sehe ich hohes Zustellen als normales, kindgerechtes Verhalten an.

    siehe meinen Beitrag.

    Dem TE geht es um eine F . Eine Eröffnung mittels Doppelpass als Lösungsvariante passt da eher nicht.

    Außerdem verhindert die Mittellinienregel, dass die Verteidiger sich weit in die eigene Hälfte zurückziehen lassen. In der Halle mit Futsalregeln mag dies funktionieren. Hier spielen die F-Junioren aber 1:5, also wieder eine andere Ausgangssituation.

    Ich versuche so gut es geht die Richtlinien einzuhalten, aber solche Spiele lassen einen doch zweifeln, mehr auf Passstaffeten zu gehen und das zu zustellen zumindest mal zu üben.

    Wie würde denn ein Spiel ohne Instruktionen oder "taktische" Vorgaben von außen aussehen? Aus meiner Sicht ist es zunächst einmal völlig normales kindliches Verhalten, dass die angreifende Mannschaft drauf geht und auch zustellt. Sie wollen schließlich den Ball und zwar so schnell wie möglich. Kein Kind käme auf die Idee, sich erstmal bis an den eigenen Strafraum zurückzuziehen, um dort die "Räume eng zu machen".

    Wie würden die ballbesitzenden Kinder reagieren? Langer Ball oder ein Dribbling vom eigenen Strafraum angesetzt (siehe Bolzplatz). Entweder das Dribbling klappt oder es gibt ein Gegentor. Die Variante langer Ball wird (zumindest hier) durch die Regel beschnitten, dass der Abstoß/Abschlag/Abwurf nicht über die Mittellinie darf.

    Somit bleibt die Möglichkeit Dribbling. Offensives 1 gegen 1 und zwar für alle Kinder im Training.

    Schnell merkt dann der Gegner im Spiel, dass ein überdribbeltes Zustellen Räume öffnet und so schnell gefährliche Situationen entstehen. Die natürliche Reaktion der Kinder wird sein, vorsichtiger Anzugreifen.

    Der Schlüssel liegt also im offensiven 1 gegen 1.

    Wenn das sitzt, kann man das Freilaufverhalten thematisieren. Da kommen die Kinder nach meiner Erfahrung ab U 10/U 11 irgendwann auch allein drauf. Und spätestens dann ist mit reinem Zustellen sowieso nichts mehr zu gewinnen.


    Ein Hinweis noch: gerade bei Spielen, in denen eine Mannschaft massiv zustellt, erlebe ich immer wieder, dass der Trainer seinen Torwart anbrüllt er solle endlich spielen. Der Keeper weiß so schon nicht, wo er den Ball hin spielen soll und dann wird noch Druck von außen aufgebaut. Einfach mal machen lassen. Und wenn es ein Fehlpass wird, dann ist es halt so.

    Ehrlich gesagt entsteht gerade beim lesen des Frustabbau-Threads etwas Frust.

    Bei mir auch.

    Breitensport bedeutet Sportangebot für Jedermann. Wenn ein Kind regelmäßig (diszipliniert) trainiert, dann hat es auch ein Recht darauf, eingesetzt zu werden.

    Wenn wir Ihm die Grundlagen beigebracht haben, war meine Antwort.

    Genau so eine - Entschuldigung - dusselige Antwort hat ein mir bekannter Trainer einem Kind auch gegeben. Was soll das Kind damit anfangen? Wann beherrscht es denn die Grundlagen? Was sind überhaupt die Grundlagen?

    Nach meiner Erfahrung entwickeln sich Kinder (die wollen) am schnellsten, wenn sie regelmäßig gegen vergleichbar starke oder leicht stärkere Kinder spielen. Vom Zusehen wird wohl kaum ein Kind besser werden.

    Bei dem bekannten Trainer war es dann so, dass er Kinder auch nach 6 Monaten noch nicht gut genug fand. Überraschenderweise sind die Kinder aber bei ihm geblieben. Und als er sie wegen Spielermangel einsetzen musste, waren sie vollkommen überfordert. Obwohl er ihnen doch monatelang die Grundlagen beigebracht hat.

    totog

    Nein, es gibt keine Netze. Dafür aber eine Tribüne, auf der dann mitunter die Bälle landen. Außerdem gibt es nur Handballtore, so dass die meisten Bälle nicht im Tor landen. Torschuss binde ich natürlich ins 1 gegen 1 mit ein, aber dann ist es nicht explizit Schwerpunkt.

    Die Geräte sind leider so untergebracht, dass ich dazu über das Spielfeld muss.
    Werde aber mal versuchen, ein paar Spielformen für die Hallenecken zu entwickeln.

    In dieser Saison habe ich 1x pro Woche eine 3-Felderhalle komplett allein. Kinderzahl liegt zwischen 10 und 14, Platz ist also genügend vorhanden. Auf Torschuss werde ich auch weitgehend verzichten, weil dies meistens im Chaos umherfliegender Bälle endet.

    Schwerpunkt wird Dribbling, 1 gegen 1 und 2 gegen 2 sowie 1. Kontakt werden. Eine einheitliche Zeitvorgabe mache ich mir nicht. Es wird sicher auch wieder Einheiten mit 100 % Spielformen geben, aber auch Einheiten mit überwiegend Übungsformen.

    Ich würde sehr gern viel mehr mit Geräten, Hindernissen etc. arbeiten, um Wahrnehmung und Koordination zu schulen, ABER: ich bin fast immer allein und scheue den Zeitaufwand für Umbaumaßnahmen häufig. Meistens kann ich mit dem Umbau erst genau zum Trainingsbeginn beginnen, weil sie vorher noch belegt ist und zum Ende stehen schon 10 Minuten vor Abschluss die nächsten Kinder auf der Matte.

    Also ich habe da im Trainerlehrgang was anderes gelernt. Ein Aufbau möglichst wenig modifizieren, Wettkämpfe einbauen.
    Sicher kann man diese "fertigen Einheiten" modifizieren aber das muss man dann auch tun...

    Besonders "interessant" finde ich, wenn Dozenten in Lehrgängen etwas komplett anderes vermitteln, als sie dann als Mustereinheit veröffentlichen. Das Angebot des DFB ist sicher gut gemeint, aber ich verwende kaum Übungen aus diesem Angebot.

    Es macht doch gerade den guten Trainer aus, Schwerpunkte festzustellen und sich dann zu überlegen, wie diese effektiv bearbeitet werden können.

    Auch individualtaktische Dinge (im Falle meines Sohnes z.B. das defensive 1:1, das hat er aus meiner Sicht erst durch das Training in der Kreisauswahl bzw. später dann im Stützpunkt auf ein gutes Niveau heben können, sein Vereintrainer hat die offensichtlichen Fehler da nicht korrigiert) lernt man doch nicht (alle) automatisch. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es da nicht auch im hohen Maße auch vom Training abghängt, wie die Kinder sich entwickeln, auch wenn das vielleicht nicht für alle Kinder gilt.

    Das sehe ich auch so.

    Grundsätzlich halte ich den Einfluss der Trainer im Kinderbereich auch für überschaubar. Ob nun 10 % oder 20 % ist für mich unmaßgeblich, da sowieso nicht messbar.

    Allerdings und da bin ich bei coulibaly , würden Kinder ohne Trainer/Vereinstraining bestimmte Inhalte nicht oder nicht bewusst kennen lernen. Natürlich hängt dies von der Qualität der Trainer und des Teams ab. Bei einem Trainer ohne Plan würden die Kids vermutlich beim Kicken auf dem Bolzplatz mehr lernen.

    Ob die Kinder mit den Informationen des Trainers dann etwas anfangen können, ist natürlich etwas anderes. Also ob sie dann tatsächlich "besser werden". Aber immerhin haben sie die Chance darauf.

    Bsp. mein Torwart Nr. 1. Er hatte die Angewohnheit in die Knie zu gehen, d.h. bei hohen Schüssen kam er nicht an die Bälle, weil er sich klein gemacht hat. Er tat dies unbewusst, wie sich herausstellte. Ich glaube nicht, dass er auf dem Bolzplatz von selbst darauf gekommen wäre, sich stattdessen aufzurichten.


    Unabhängig von der fußballerischen Entwicklung kommt mir ein Aspekt in der ganzen Diskussion zu kurz: die charakterliche Entwicklung. Es doch unbestreitbar für die Persönlichkeitsentwicklung eine große Chance in einer Mannschaft Fußball zu spielen. Auch wenn nach 10 Jahren Fußball nicht die Bundesliga steht, so haben die Kinder viele wichtige Eigenschaften erworben, die in ihrem späteren Leben von Vorteil sind (Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Hilfsbereitschaft etc. ). Eigenschaften, die man durch Videospiele wohl kaum erwirbt. Und hier halte ich den Einfluss des Trainers schon für sehr hoch.

    Ich finde die Ausrede: "Ich schreibe morgen einen Test und muss lernen." immer fragwürdig und das kommuniziere ich auch. Wenn du es noch nicht kannst bringen dir die 2 Stunden extra zeit auch nichts.

    So eine Einschätzung maße ich mir nicht an. Das kann ich nicht einschätzen. Es gibt unterschiedliche Lerntypen und manchen hilft es wirklich, sich den Stoff bis in die Nacht vorher einzutrichtern.

    Wo ich bei dir bin, wenn freitags die Aussage kommt, ich kann 16:30 Uhr nicht zum Training kommen, weil ich lernen muss. Bei Schulschluss 13:30 Uhr und dem ganzen Wochenende ohne Termine habe ich dann auch kein Verständnis mehr.

    Ich meine mal gehört zu haben, dass die NLZs auf Schule durchaus Wert legen, damit die, die es nicht schaffen dennoch eine gescheite Grundlage für eine Zukunft haben.

    Es kommt auf den Altersbereich an. In den älteren Jahrgängen sind die Jugendlichen meist im Internat oder bei Gastfamilien untergebracht, außerdem in der Regel in einer kooperierenden Schule, d.h. Sportschule oder Ganztagsschule , eingeschult.

    Die von mir beschriebene Situation trifft vornehmlich die jüngeren Jahrgänge, bis ca. U 14 / U 15. Unterhalb U 15 werden die Kinder eher selten in Internat /Gastfamilie untergebracht. Somit müssen sie zum Spiel und zum Training pendeln. Es gibt zwar Fahrdienste, aber die decken häufig nur eine gewisse Entfernung ab. Hier stellt sich natürlich wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit einen 12-jährigen 70 km Anreise zum Training zu zumuten. Aber das ist ein anderes Thema.

    Von den NLZ wird dann trotz langer Anreise vorausgesetzt, dass die Trainings- und Spieltermine wahrgenommen werden. Hinzu kommen dann auch noch Termine mit Auswahlmannschaften (Lehrgänge und Spiele). Da interessiert es niemanden, ob die Hausaufgaben erledigt sind, am nächsten Tag ein Test ansteht oder die letzten beiden Schulstunden versäumt werden, weil der Spieler pünktlich zum Training/Spiel erscheinen will.

    Wenn sich Kind und Eltern in diesem Alter darauf einlassen, dann müssen sie in der Tat den kompletten Familienbetrieb auf diese Termine abstellen.

    und es für eine Zumutung halten jedes Wochenende im Winter ein Hallenturnier zu spielen

    Naja, da kann ich die Eltern schon verstehen. Bei mir gibt es die klare Ansage, dass von März bis Juni und von August bis Anfang November jedes WE Fußball ansteht, aber dafür zur Hallenzeit alles etwas ruhiger wird. Gerade bei den Turnieren ist ja meist der halbe Tag oder noch mehr weg.

    du kannst es als Elternteil nicht richtig machen. Bleibste am Platz bist du ruckzuck ne Helikoptermutter, gehste weg dann schallt dir der Vorwurf entgegen, dass die Kinder nur zur Bespaßung abgekippt werden. Bietest du deine Hilfe ein, dann mischt man sich ein, macht man es nicht, ist man nicht interessiert.

    Als Elternteil kannst du es dann richtig machen, wenn der Trainer eine Vorstellung davon hat, was er haben will. Wenn im Vorfeld nichts kommuniziert wird, ist natürlich klar, dass Fragen aufkommen.

    Für meinen Teil ist klar: ich brauche beim Training keine Eltern am Rand. Das teile ich vor der Saison immer mit und hatte damit noch nie Probleme. Wenn ein Elternteil dennoch bleiben möchte, von mir aus. Aber dann im gehörigen Abstand und ohne Kommentare zum Kind.

    Für die Spiele kündige ich vorher an, dass Hilfe benötigt wird (Platzaufbau, Verkauf etc.). Und es funktioniert. Natürlich gibt es da auch die Eltern, die nie da sind. Das muss ich halt akzeptieren. Wie Skriwer schon schrieb, sind das aber selten die Eltern, die Probleme machen.

    Spieler-Papas Anspruch etwa, dass sich das gesamte Familienkonstrukt an den Spiel-und Turnierplan der Tochter ausrichtet mag für ihn ok sein, für viele andere eben nicht.

    Sobald das Kind einen gewissen Leistungsanspruch hat und eine gewisse Spielklasse erreichen will, ist es so, wie es Spieler-papa geschrieben hat. Dann richtet sich die gesamte Familie nach den Terminen des Kindes. Wenn das Kind in einem NLZ spielen will, dann wird es schlicht vorausgesetzt, dass alles andere (auch die Schule) untergeordnet wird.

    Ich frage mich manchmal, ob das früher auch schon so war mit den Eltern. Aus meiner eigenen Jugend, habe ich keine Erinnerungen an solche Diskussionen.

    Aus meiner Sicht: ganz klar nein, es war früher nicht so. Die Eltern waren mit anderen Dingen beschäftigt (Arbeit, Haushalt etc.). Sie hatten überhaupt keine Zeit, sich 90 Minuten in die Kälte zu stellen und dem Training ihres 9-jährigen zuzusehen. Wenn ein Kind Fußballspielen wollte, dann musste es zusehen, wie es zum Training und zurück kam.

    Im Zeitalter der Einzelkinder fokussiert sich alles auf das Kind. Im Kita-Alter beginnt die Konkurrenzsituation. Ich kann es nicht mehr hören, wie sich Eltern bereits da duellieren, welches Kind was eher oder besser kann als ein anderes. Hinzu kommt, dass versucht wird alle Gefahren, Unannehmlichkeiten oder negativen Erlebnisse von den Kindern abzuwehren. Alles wird organisiert und geplant, damit ja nichts passiert. Die Kinder dürfen nicht zur Schule laufen, weil der Schulweg so gefährlich ist. Allein irgendwo spielen? Zu gefährlich, sie könnten sich verletzen oder verunfallen. Diese Kinder kommen dann zum Sportverein und dort vielleicht zum ersten Mal intensiv mit gruppendynamischen Prozessen in Kontakt. Bsp. das Herausbilden einer Gruppenstruktur. Völlig normal, aber von 12 kleinen Königen ist plötzlich nur noch einer das Alpha-Tier. Das geht dann weiter mit dem Thema Rotation. Warum muss mein Kind auf die Bank, nur damit ein anderes spielen kann? Ein völlig neuer Aspekt für die Kinder, aber auch für die Eltern.

    Während früher in der Regel das Team im Vordergrund stand und sich die Spieler insoweit auch über ihre Mitgliedschaft im Team definierten (Wir sind Meister geworden), geht es doch heute fast nur noch um individuelle Erfolge und persönliche Glücksmomente.

    Zur Auftaktbewegung kann ich nur sagen das sollte immer Bestandteil einer Übung sein.

    Oftmals werden Übungsformen aus dem Stand gestartet. Das ist nicht nur viel zu statisch, sondern führt auch im Wettkampf zu Ballverlusten. Deshalb versuche ich selbst bei der billigsten Übung immer dahingehend zu coachen, dass alle Abläufe aus der Bewegung kommen.

    Zusätzlich wurde uns auch im Trainierschein eine Bewegung "in den Gener" also ein Wegdrücken gezeigt.

    Kommt aus meiner Sicht auf die Altersgruppe an. Bei einer U 10 würde ich es nicht vermitteln.

    die Ballannahme mit der Außenseite jetzt zunächst in den Fokus zu rücken.

    Da bin ich ehrlich gesagt nicht so ganz im Reinen mit mir. Auf der einen Seite versuche ich den Kindern möglichst viele Optionen zu zeigen und zu vermitteln, aber bei der An- und Mitnahme mit der Außenseite weiß ich nicht so recht. Auf der einen Seite ist es natürlich eine Möglichkeit, auf der anderen Seite wird es aber leider vorrangig genutzt, um den schwachen Fuß zu umgehen. Ich versuche zunächst die beidfüßige An- und Mitnahme mit der Innenseite zu vermitteln. Bei denen, wo das dann einigermaßen klappt, zeige ich auch die Außenseite, aber schule das nicht weiter.

    Aber jedes Wort, dass ich sage, wird als Kritik aufgenommen und sie nimmt es auch persoenlich. Und wenn sie dann wieder aufs Feld kommt, ist ihre Motivation noch weiter unten.

    Im Alter U13 generell ein schwieriges Thema, besonders bei Mädchen.

    Sie ist sehr talentiert, aber leider schwindet ihre Motivation sobald das "Team" schlecht spielt, dann wird auf einmal nicht mehr gekaempft oder gerannt.

    Das kommt auch bei weniger talentierten Spielern vor. Mitunter ist es eben eine Charaktereigenschaft schnell aufzugeben, wenn es nicht läuft.

    Bei talentierten Spielern ist hier die Frage, haben sie lediglich keinen Bock mehr, weil es nicht läuft oder würden sie in einem besseren Team bei Rückstand trotzdem weiter kämpfen. Das lässt sich nur herausfinden, in dem das Mädchen mal in einem besseren Team spielt.


    Sollte es tatsächlich die Charaktereigenschaft des Mädchens sein, schnell aufzugeben, wenn es nicht läuft, dann wird sie es ohnehin nicht "nach oben" schaffen.


    Versuche dem Mädchen ihre Bedeutung für das Team zu vermitteln, Rotation auf eine Position wo sie kämpfen muss und versuche ihr einen Einsatz in einem Team mit starken Mitspielern zu ermöglichen, egal ob Mädchen- oder Jungenmannschaft.

    Jetzt wird es spannend. Was sind denn deine Konsequenzen?


    Bitte genau beschreiben.

    Ich bin immer noch bei Ehrenamtstrainer, solltest Du bezahlte Trainer haben, dann reden wir aneinander vorbei.


    Einen Trainer "rausschmeissen" kann jeder, Alternativen zu bieten wird dann schon schwierig....

    Interessant, dass beim Thema Konsequenzen gleich der Rausschmiss kommt.

    Das wäre natürlich eine mögliche Konsequenz, als ultima ratio. Ich teile deine Auffassung, dass jeder einen Trainer rausschmeissen kann nur insoweit, als dass jeder Verein die Möglichkeit hat. Aber: von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, kann eben nicht jeder Verein. Warum?

    1. Keine Kenntnisse der Sachlage die zu einem Rausschmiss führen könnten. Häufig ist es den Entscheidungsträgern im Verein völlig egal, was im Nachwuchs läuft. Missstände sind somit gar nicht bekannt. Oder das Interesse der Entscheidungsträger ist vorhanden, aber keine Zeit da, um sich ernsthaft mit der Situation zu befassen.

    2. Keine Alternative für die Trainerstelle. Mitunter wissen die Entscheidungsträger zwar von Problemen, zögern aber zu Handeln, weil niemand parat steht, die Aufgabe zu übernehmen. Andre `s Vorschlag wäre sicher eine Alternative für diese Fälle.


    Trainer rausschmeissen kann jeder: ich bin schon ein paar Jährchen unterwegs auf den Fußballplätzen der Region und habe auch schon einiges erlebt. Das im Breitensport- Nachwuchs ein Trainer rausgeschmissen wurde, ist genau zweimal passiert: einmal weil der Trainer angeblich gern mit den Kindern geduscht hat und einmal weil der Trainer in den Knast gewandert ist. Soviel zu der aufgestellten Behauptung...

    Dabei wäre es mitunter wichtig so ein Zeichen zu setzen, gegenüber Kinder, Eltern, Verantwortlichen etc. Ein Verein der sagt: seht her, uns ist nicht egal wie mit euren Kindern umgegangen wird.


    Konsequenzen für ein Verhalten welches nicht dem Ausbildungskonzept entspricht könnten sein: 1. ein erfahrenen Coach wird dem Trainer für einige Wochen an die Seite gestellt, 2. Trainerfortbildung durch externe Experten organisieren 3. Trainerworkshop mit Ist- Analyse und gemeinsamen Ziellsetzungen.

    Hier kann man natürlich einwenden, was machen, wenn dazu niemand bereit? Klar stößt das Ehrenamt hier an Grenzen, aber: ich habe noch keinen Trainer erlebt, der kein guter Trainer sein will. Hier würde ich ansetzen.

    Du gibt es eine taktische Formation vor, z.B. 4/4/2.

    Jetzt hast Du eine Mannschaft, was in einem Dorfverein schnell passieren kann, die ist einfach damit überfordert?

    Was machst Du dann?

    442 ist keine taktische Formation, sondern eine Grundordnung. Taktisch wäre es, wenn du vorschreiben würdest, wie dieses 442 zu spielen ist.

    Was heißt überfordert? Hier müsstest du erst einmal Kriterien aufstellen, woran du das fest machen kannst. Dann wäre zu analysieren, warum die Mannschaft damit überfordert ist.

    So etwas würde nicht in ein Konzept schreiben! Für mich gehört u.a. in ein Konzept, in welcher Altersklasse was trainiert werden soll und warum. Sofern es im Verein eine best. Philosophie gibt, wie etwa "Wir wollen ständig im Ballbesitz sein, um damit unseren Gegner zu dominieren", dann lassen sich best. Grundordnungen daraus ableiten. Allerdings sind die Voraussetzungen bei einem Dorfverein doch ganz andere, als etwa bei RB Leipzig, die in allen Großfeld-Jugendmannschaften ein einheitliches System anstreben.

    Etwas bindend vorzuschreiben, halte ich für nicht umsetzbar.

    Warum? Dann bräuchte man gar nix vorschreiben. Verstöße müssen Konsequenzen haben, die gilt es nur vorher zu kommunizieren.

    Überwachen? Sehr schwer bis unmöglich.

    Warum? Regelmäßige Hospitation der Trainings/Spiele.

    Des Weiteren was machst Du, wenn sich jemand nicht daran halten will?

    siehe oben.

    Ich finde es sehr gut, dass du dir im Vorfeld Gedanken machst und dass euer JL auch frühzeitig seinen Abgang kommuniziert hat. Deine Gedanken sollte sich grundsätzlich der Vorstand machen. Allerdings ist dies häufig nicht der Fall. Erster Hinweis von mir: frage doch mal bei deinem Vorstand nach, inwieweit das Thema dort auf der Agenda steht.

    Von den geschilderten Rahmenbedingungen liest die Ausgangssituation ganz gut. Ich selbst trainiere auch auf dem Land. Viele Sorgen von städtischen Vereinen kennen wir nicht, dafür haben wir allerdings andere. Bei 3500 Einwohnern und weiteren Dörfern in der Umgebung sollten genug Kinder für einen geordneten Spielbetrieb akquiriert werden können.

    Ich beginne mal mit dem organisatorischen Aufbau. Aus meiner Sicht sollte der JL keine Mannschaft trainieren. Es hängt einfach zu viel dran, um "nebenbei" auch noch ein Team zu trainieren. Außerdem halte ich eine gewisse Distanz für erforderlich. Der JL soll die Trainer natürlich unterstützen, bei Fehlentwicklungen aber auch eingreifen. Das gelingt besser, wenn es nicht auch ein Trainerkollege ist, sondern eher ein Vorgesetzter, wobei das in einem Dorfverein natürlich trotzdem in der Regel ein Bekannter sein wird.

    Sehr wichtig finde ich, dass der JL Rückendeckung vom Vorstand hat. Natürlich wird der Vorstand einem neuen JL erstmal alle Unterstützung zusagen, wie es dann in der Realität aussieht, ist eine andere Geschichte. Da du konkrete Vorstellungen bzgl. den Konzeptes hast, würde ich den Vorstand gleich damit konfrontieren. D.h. wenn du dem Vorstand signalisierst die Aufgabe zu übernehmen, dann mit der Maßgabe das Konzept auch umsetzen zu wollen. Am besten gleich noch einen Vorstandsbeschluss dazu fassen lassen.

    Zur Frage wer das Konzept überwacht: natürlich der JL! Bei Sanktionen muss aber der Vorstand mitziehen. Für die Fortentwicklung des Konzeptes würde ich alle Trainer mit ins Boot holen.

    Lizenz würde ich an deiner Stelle schnellstmöglich machen. Sie macht keinen besseren Trainer aus dir, aber in Diskussionen lassen sich häufig Gesprächspartner mit einer Lizenz überzeugen, ist in Deutschland halt so...

    Kooperationen würde ich versuchen mit der Kita und Grundschule einzugehen. In diesem Alter muss man die Kinder in den Verein bekommen, später wird es enorm schwierig.

    Trainer zu gewinnen sehe ich ähnlich wie du, im Dorf vielleicht noch einfacher als in der Stadt. Wenn ihr einen erfahrenen Bambinitrainer habt ist dies eine feine Sache. Er legt die Basis. Elterntrainer sehe ich nicht grundsätzlich als Problem. Bei einer guten Begleitung durch den JL kann sich vieles entwickeln. Sofern noch nicht gemacht, würde ich beim Vorstand für eine Übernahme der Gebühren für die Lizenzen werben. Engagierten Trainern wird damit zugleich ein Stück Wertschätzung zu Teil.

    Das bringt mich zum nächsten Punkt. Wertschätzung. Ich finde es ganz wichtig, den Trainer regelmäßig danke zu sagen. Das kann man z.B. beim letzten Saisonspiel der Herrenmannschaft machen. Hier sind zugleich ein paar Zuschauer vor Ort und vielleicht bekommt man so auch einen neuen Trainer oder Co. interessiert. Je nach finanziellen Möglichkeiten des Vereins würde ich den Trainern ein kleines Präsent zu kommen lassen (Gutschein örtliches Restaurant, Tankgutschein o.ä.). Für kleines Geld liese sich auch ein gemeinsamer Grillabend oder ein Ausflug mit Ehepartnern organisieren. Schön wäre es, wenn der Vorstand dabei vertreten wäre. Als JL würde ich eine Jahresplanung machen und dort ein-zwei dieser Termine gleich an den Vorstand durchstellen.

    Zu den Aufgaben des JL gehört für mich auch die Trainerweiterbildung. Das musst du nicht selbst übernehmen (mit Lizenz wäre das natürlich auch leichter möglich), DFB-Mobil ran holen oder mal einen Stützpunkttrainer ansprechen, geht immer. Bei den älteren Jahrgängen könnte der Herrentrainer mal eine Fortbildung machen: Thema Spielphilosophie und wie erleichtere ich den Nachwuchsspielern den Einstieg in den Herrenbereich.

    Grundsätzlich muss man sich aber im Klaren sein, dass vieles gut gemeinte sehr lange dauern kann. Funino, kein stures Rundenlaufen, jedes Kind spielt, etc. sind Dinge, bei denen sich viele Beteiligte schwer tun. Deshalb mein Rat: nicht zu viele Baustellen auf einmal angehen. Schritt für Schritt. Und hol dir Gleichgesinnte ins Boot, übertrage Aufgaben. Der JL muss nicht bei den F-Junioren den Platz abkreiden und in der Halbzeit Kaffee verkaufen.


    Ich hoffe das war jetzt nicht zu unstrukturiert, aber ich bin grad aufgestanden. :sleeping: