Beiträge von Grätsche

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    Ja, aber da müssen dann mMn noch andere "Provokationsregeln" rein die das Ergebnis im Rahmen halten. Sobald es in der ersten Hälfte mehr als 5:0 steht musst du als Trainer reagieren, sonnst lernt niemand was. Der Gegner ist überfordert und deine Jungs sind unterfordert.

    Ich gebe dir recht. Nur was machst du, wenn die Regeln nicht greifen?

    Ich trainiere eine normale Dorfmannschaft. Wir hatten in der Hinrunde ein Spiel, bei dem der Gegner so deutlich unterlegen war, dass alle Versuche von mir nichts gebracht haben. Totalrotation bereits nach 10 Minuten, Torwartwechsel zur Halbzeit, Abschlüsse mit dem schwachen Fuß gefordert, Spiel über den eigenen Torwart. Natürlich kann man fordern, bestimmte Finten einzubauen, aber die Kids sind 10 Jahre alt und wissen eben, dass ein Tor auch ohne Finte zählt. Sollte ich sie wegen der fehlenden oder "falschen" Finte auswechseln?

    Wie sich im Nachhinein heraus stellte fehlten dem Gegner ein paar wichtige Spieler, der Torwart in Hälfte 1 hatte einen sehr unglücklichen Tag und es ist normal, dass irgendwann die Köpfe runter gehen, wenn es alle 3 Minuten klingelt.

    So eine Situation hatte ich jetzt mehrere Jahre nicht, zum Glück kommt sie wohl auch erst einmal nicht mehr vor.

    Wenn es natürlich jede Woche so wäre, müsste man überlegen, ob es Sinn macht, in dieser Staffel überhaupt anzutreten.

    Endstand war dann unter großem Jubel der gegnerischen Eltern ein 1:1.

    Wahrscheinlich wird der Trainer für seine taktische Meisterleistung gefeiert.

    Mir tun bei sowas nicht nur die Kinder leid, sondern auch der Trainer, der so eine Mannschaft dann mal "erbt". Da bleiben dann später die Ergebnisse aus und er steht als Depp da, obwohl eig. jemand anderes die Sache verbockt hat.

    let1612 Befürworter bin ich schon, auch wenn, wie oben geschrieben, das Torwartspiel nicht unbedingt gefördert wird. Zumindest im Kinderbereich finde ich, dass die Vorteile überwiegen. Die sehe ich darin, dass eher ein Spiel zustande kommt, als nach den alten Regeln. Es wird mehr flach gespielt, die Angriffe müssen weiter vors Tor getragen werden, da aufgrund des Balles, aber auch der kleineren Tore, Fernschüsse wenig erfolgreich sind.

    Ich habe mich immer massiv geärgert, wenn Mannschaften ihre körperlichen Vorteile nutzten und von der Mitte den Ball ins Tor gehauen haben, anstatt Fußball zu spielen.

    Die 4 Sekundenregel und die effektive letzte Minute bewerte ich auch positiv, weil dadurch das oft gesehene Geplänkel zum Ende des Spiels aufgehört hat.

    Nach meiner Erfahung fallen deutlich weniger Tore, als früher bei den großen Toren. Das ist teilweise positiv, weil so die Spiele enger sind und auch schwächere Teams Chancen auf ein gutes Ergebnis haben. Allerdings ist es mitunter auch langeweilig, wenn in knapp 3 Stunden Turnier lediglich 12 Tore fallen.

    Weiter habe ich beobachtet, dass einige Vereine mit gescouteten Teams, deutlich schlechter abschneiden, als früher. Körperliche Überlegenheit ist nicht mehr der alleinige Faktor. Auch spielen Teams in der Hallenrunde vorne mit, die im Ligabetrieb eher zum Mittelfeld gehören.

    Anfangs war die Skepsis hier weit verbreitet. Insbesondere Trainer, die ein eher körperbetontes Spiel fordern, machten gegen Futsal Stimmung. Inzwischen ist das Thema durch. Es ist Pflicht.

    Aufgrund der Verletzungsgefahr sehe ich Hallenfußball bei älteren Jahrgängen eher kritisch, daran ändert auch Futsal nichts.

    Die Frage kann sich nur auf "private" Turniere beziehen?

    Die offiziellen Turniere werden nach Futsalregeln ausgetragen und da ist die Mitwirkung des Torwarts äußerst beschränkt.

    Bis einschließlich E-Junioren darf hier der Torwart zumindest noch angespielt werden, er darf den Ball nicht mit der Hand aufnehmen, aber zumindest noch mit dem Fuß mitspielen. Ab D-Junioren darf der Torwart nur dann angespielt werden, wenn nach dem Abwurf ein Gegenspieler den Ball berührt hat. Das früher weit verbreitete Klatschenlassen und dann den Ball nach vorn bolzen ist somit verboten.

    Diese Futsalregeln schränken nach meiner Meinung das Torwartspiel schon sehr weit ein. Alle wollen den mitspielenden Keeper, aber hier wird es fast unmöglich.

    In meiner Gegend gibt es so gut wie keine Turniere mehr, die noch nach den alten Regeln gespielt werden. Wenn, dann spielt der Keeper häufig bis max. Mittellinie mit oder wird durch einen 5. Feldspieler ersetzt, der sich aber auch nur bis zur Mittellinie mit einschaltet.

    Counterpressing91

    Ich finde es erst einmal toll, dass du ein Video von deiner Truppe eingestellt hast.

    Bei dem Video ist mir wieder einmal bewusst geworden, welche gravierenden Auswirkungen die Spielfeldgröße auf das Spiel an sich hat.

    Hier bei mir spielt die F auf einem halben Großfeld, mit 1+7. Die im Video gezeigte Sequenz kommt hier praktisch nur dann vor, wenn die verteidigende Mannschaft im Strafraum steht und die Angreifer drumherum spielen, also fast nie. Durch das größere Spielfeld muss mit einem Pass eine viel größere Distanz überbrückt werden. Dazu müssen die Spieler erst einmal in der Lage sein. Wenn sie es nicht sind, bleibt eigentlich nur die Option Dribbling. Die Spieler, die über größere Entfernungen passen können, haben häufig Probleme mit der Genauigkeit. Ich beobachte daher, dass ein Großteil des Spiels aus Dribblings und 1 gegen 1 Situationen besteht.

    Was ich daraus zum eigentlichen Thema ableite ist, dass wir alle nicht in Dogmen denken sollten. Die jeweiligen Situationen vor Ort unterscheiden sich teilweise deutlich, das hat mir das Video wieder einmal gezeigt. Wir schließen in der Regel aufgrund unserer Rahmenbedingungen auf andere und wenn bestimmte Hintergründe nicht explizit erläutert werden, dann besteht die Gefahr, dass man die Besonderheit übersieht.
    So ging es mir auch mit deinen Ausführungen. Ich kenne hier in der Gegend über die letzten Jahre hinweg kein Team, dass im F-Alter von sich heraus, d.h. ohne Instruktionen, verstärkt über Pässe zum Erfolg (Tore) gekommen ist. Die Mannschaften, die ohne Instruktionen spielen, zeichnen sich durch Dribblings und der Haufenbildung aus. Die "Passmannschaften" wirken gedrillt. Spieleröffnung über außen, Pass in die Mitte, von da Pass auf den Flügel und "Flanke" oder Flachpass in die Box, Abschluss. Oder Variante 2: irgendwie ein Pass auf den körperlich überlegenen Spielmacher und der haut den Ball von 15 Metern unter die Latte.

    Es gibt Studien darüber , dass die Schulanfänger heutzutage schwerer und unbeweglicher sind, sich schlechter konzentrieren können und mehr Zeit als früher vor elektronischen Geräten verbringen. Daraus ergibt sich für mich der Rückschluss, dass viel mehr Basisbeschäftigung als tatsächliches Training Schwerpunkt sein muss. Hinzu kommt, dass die Bestandteile des Trainings häufiger wechseln müssen, da sich die Kinder nicht so lange auf eine Sache konzentrieren können. Somit verkürzt sich die Zeit, an einer Übung "dran" bleiben zu können.

    Die Basics mussten vor, ich sag mal 10 Jahren, nicht im Training bearbeitet werden, weil die Kids das in ihrer Freizeit oder im Sportunterricht bereits gemacht haben. Man konnte also viel mehr fußballspezifisch trainieren.

    Im Sportunterricht verschwindet vieles nicht nur wegen der Verletzungsgefahr, sondern auch weil bestimmte Dinge nicht mehr demonstriert werden (können). Kinder lernen in diesem Alter mit den Augen. Wenn aber nichts mehr gezeigt wird, weil die Lehrer es aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr können, dann bleibt es auf der Strecke, wie etwa die Rückwärtsrolle.

    Hier geht es mit den Smartphones etwa in der 3. Klasse los. Die Wenigsten sehen sich darauf Fußballvideos an. Und bislang hat mich noch kein Kind gefragt, ob ich ihm einen Trick zeigen kann.

    Natürlich wollen die Kinder Fußballspielen, deshalb kommen sie ja zum Training. Die Fangspiele bereiten ihnen dennoch Spaß, so zumindest meine Erfahrung.

    Und ohne ein Mindestmaß an koordinativer Ausbildung geht es nicht. Das ist aus meiner Sicht auch der wesentliche Unterschied zu den Bolzplatzkindern von früher. Die waren den ganzen Tag draußen und konnten sich einfach bewegen, deshalb konnten sie auch "gleich" Fußballspielen und mussten nicht mühsam lernen, rückwärts zu laufen.

    Ich denke Skriwer wollte auf den unterschiedlichen Ansatz von Anfriffs-, Mittelfeld- und Abwehrpressing hinweisen.

    Unabhängig von Definitionen verstehe ich unter einer Kontersituation, dass die verteidigende Mannschaft den Ball von der aufbauenden Mannschaft erobert. Nach meinem Verständnis kann somit eine Kontersituation sehr wohl auch am gegnerischen 16 er entstehen. Der Gegner staffelt sich zum Aufbauen und steht somit nach Ballverlust nicht optimal zum Verteidigen.

    Ersatzbank Deinen Ansatz, die verteidigende Mannschaft in Unterzahl agieren zu lassen, halte ich nicht für zielführend. Als verteidigende Mannschaft versuchst du ja gerade in Ballnähe Überzahl herzustellen, damit du erobern kannst. Und abgeleitet aus dem Spiel, wenn du als verteidigende Mannschaft gegen einen aufbauenden Gegner in Unterzahl gerätst, dann hast du etwas falsch gemacht.

    Ich würde daher im Training die verteidigende Mannschaft in Gleichzahl oder mit einem Mann Überzahl spielen lassen. Gerade die Balleroberung und das zielstrebige Spiel nach vorn soll ja geschult werden. Bei den Bsp. von Skriwer wird ja auch in 4 gegen 4, bzw. 5 gegen 4 gespielt.

    Das halte ich auch für spielnah.

    Eine Unterzahlsituation macht nach meiner Meinung mehr Sinn, wenn ich das Gegenpressing trainieren will. Mein Team greift an, verliert gegen die in Überzahl verteidigende Mannschaft den Ball und versucht nun, zunächst in Unterzahl, den Ball zurückzuerobern.

    und wenn diese Erkenntnis reift, ist das für viele eben auch nicht mehr der Weg. Das gilt doch sicher auch für Fußballer?

    Nach meiner Wahrnehmung hat sich durch die Entwicklung der NLZ hier schon einiges geändert. Im U 17-Bereich wird teilweise häufiger trainiert als bei den Profis. Die Intensität ist echt heftig und Spieler, die sich nicht "quälen" wollen schaffen es zumeist gar nicht in diese Altersklasse. Es gibt natürlich die berühmten Ausnahmen, die mit Talent so gesegnet sind, dass sie auch ohne erhöhten Trainingfleiß die A- oder B-Juniorenbundesliga erreichen. Allerdings wird des dann mit der großen Profikarriere wohl eher nichts. Wie oft hört man von denen, die es geschafft haben, dass andere mehr Talent, aber weniger Ehrgeiz hatten.

    Goodie

    Es ging mir darum, zu verdeutlichen, welch geringe Wahrscheinlichkeit besteht, es in eine U-Nationalmannschaft zu schaffen.

    Die Gründe dafür sind sicher vielschichtig und es gibt sicher auch Spieler, die damit zufrieden sind, in einer U17 eines NLZ zu spielen.

    Ich denke aber, dass der Anteil von solchen Spielern geringer ist, als in anderen Sportarten.

    Bsp. Leichtathletik: ich kenne mehrere Sportler, die in ihren Disziplinen zur deutschen Spitze gezählt haben. Für die stand zu einem gewissen Zeitpunkt die Frage, Familie bzw. Beruf oder Sport. Und da die Wahrscheinlichkeit von ihrem Sport leben zu können gegen 0 ging, weil zur internationalen Spitze eben doch etwas fehlte, haben sie sich gegen den Sport entschieden. Ähnliches ist mir auch vom Mädchenhandball bekannt. Verglichen damit, ist die Chance beim Fußball doch recht hoch, zumindest einen sehr guten Nebenverdienst erzielen zu können.

    Wir hatten das Thema hier schon mehrfach.

    Fußballcamp/-trainingslager


    Kinder fördertraining

    Aus meiner Sicht sind das Ferienspiele mit Fußball, also eine Kinder-Bespaßung

    So sehe ich es auch. Im besten Fall eine sportliche Betätigung in den Ferien. Eventuell neue Eindrücke, neue Freunde und neue Erfahrungen. Fußballerisch signifikante Fortschritte habe ich bei meinen Kids nicht feststellen können.

    Natürlich locken die großen Namen der Vereine. Allerdings haben die Trainer in den meisten Fällen nix mit den NLZ zu tun. Teilweise sind die Fußballschulen wohl sogar eigene Gesellschaften.

    Die Qualität der Trainer, die ich bislang kennengelernt habe, war auch sehr unterschiedlich. Teilweise sehr engagierte junge Leute (oft Studenten oder Auszubildende), teilweise Ex-Profis, die ihre Inhalte eher gelangweilt rüber gebracht haben. Da sich jedes Kind anmelden kann, sind die Gruppen häufig sehr heterogen. In der Regel wird ja nach Altersgruppen geteilt.

    Zu den Preisen will ich nichts weiter sagen, offensichtlich sind viele Eltern bereit sie zu zahlen.

    Und genauso wenig sind das Sichtungstrainings für die Bundesligisten

    Vielleicht hoffen Eltern, dass ihr Kind bei so einem Camp entdeckt wird. Die Mutter eines Spielers erzählte mir einmal ganz stolz, dass ihr Sohn zu einem BVB-Camp fährt und dass die besten Kinder dann zu einem Probetraining nach Dortmund eingeladen werden. Mit dieser Erwartungshaltung hat sie dann den Jungen zum Camp geschickt...

    In der Altersklasse U 8 / U 9 ist es natürlich von Vorteil, kleinere Trainingsgruppen zu haben, weil dann viel individueller auf die Kinde eingegangen werden kann. Sobald gruppen- oder mannschafttaktische Abläufe in älteren Jahrgängen trainiert werden, braucht man aber eine Mindestanzahl von Spielern.

    Beim Lesen musste ich schmunzeln: 12 Kinder und dafür 2 Trainer. Ich hatte auch schon mal 20 Kinder und war alleine. Natürlich ist das anstrengend und natürlich sind auch Kinder dabei, die ihre Stärken woanders haben. Deswegen komme ich aber doch nicht auf die Idee sie wegzuschicken.

    Wir konnten die Spieler zum Glück dazu bewegen, nur noch an einem Tag zu kommen,

    Das ist traurig.


    Bei 16 Kindern gehen zwei 4 gegen 4 Spielformen genau auf. So können sogar zwei homogene Gruppen gebildet werden. Fast schon ideal.


    Ich kenne einen Trainerkollegen, der ist dermaßen unflexibel, dass er einen Spieler das ganze Training Runden laufen lässt, wenn seine geplante Spielerzahl nicht passt. Leider kein Witz.

    nicht verwunderlich ist die Tatsache, dass wieder mal hauptsächlich die neg. Aspekte beschrieben werden.

    In meinem Statement ging es mir nicht darum, bewusst negative Aspekte zu beleuchten, als vielmehr darum, realistisch von Erfahrungen zu berichten.

    Ich freue mich wirklich für dich und deinen Sohn, wenn es bei ihm so gut läuft. Ganz ehrlich. Und ich finde es auch toll, wenn jemand wie du von deinen Erfahrungen berichtest. Davon lebt dieses Forum, viele verschiedenen Erfahrungen, viele unterschiedliche Sichtweisen.

    Nach meinen Erfahrungen stellt dein Sohn das eine Ende des Spektrums dar, nämlich das positive.

    Eine weitaus größere Zahl von Spielern, wird aber wohl eher das andere Ende erreichen.

    Gegenwärtig gibt es 42 B-Juniorenbundesligamannschaften. Das dürften dann rd. 840 Spieler sein.

    Soweit ich weiß, gibt es in Deutschland 55 anerkannte NLZ. Somit spielen mindestens 13 NLZ keine Bundesliag, d.h. es kommen noch mal rd. 260 Spieler dazu. Es spielen also rd. 1100 Spieler in B-Juniorenmannschaften der NLZ.

    U 16 und U 17 Nationalmannschaft haben zusammen einen Kader von rd. 20 Spieler. Grob vereinfacht schaffen es aus den NLZ damit 3,6 % der Spieler in die U Nationalmannschaft. Ein weiter Weg.

    Genau der Punkt, mit dem ich mich schwer tue. Rate ich so einem Spieler, bei uns zu bleiben, ist die Tür in den Profibereich zu. Wechselt er zu einem NLZ, hält er sie zumindest eine Weile offen. Zu welchem Preis? Finde ich sehr schwierig.

    Ich handhabe es so, dass ich Kind und Eltern die Optionen aufzeige, ggf. die Pro´s und Contra´s, die ich einschätzen, in die Diskussion einwerfe, aber letztlich keine Empfehlung abgebe.

    Vor kurzem hatte ich wieder einen Spieler, der im NLZ zur Probe mittrainiert und mitgespielt (Leistungsvergleiche, Testspiele) hatte. Die Eltern kamen dann auf mich zu und wollten meine Meinung zu einem Wechsel hören. Im Gespräch berichteten sie dann von einigen Bauschmerzen, weil wohl das ganze "Drumrum" doch nicht so war, wie sie sich das vorgestellt hatten und das Kind sich auch nicht richtig wohl fühlte.

    Ich habe dann einen Wechsel zu einem anderen Verein ins Spiel gebracht. Dort ist der Spieler dann auch hingewechselt. Die Rahmenbedingungen passen dort sehr viel besser, Kind und Eltern fühlen sich wohl. Es war letztlich ihre Entscheidung.

    Trotzdem gebe ich Dir Recht, dass viele NLZ körperlich starke Spieler bevorzugen.

    Aktuell ist das wohl bei den meisten NLZ so. Allerdings zeigt ja die anhaltende Diskussion "Wir brauchen wieder mehr Fummler", dass hier ein Umdenken einsetzen könnte. Bis dies in den ältesten Jahrgängen ankommt, wird es allerdings ein paar Jahre brauchen.

    Einen Grund für das Bevorzugen körperlich starker Spieler sehe ich in dem Leistungsdruck der NLZ. In den obersten Ligen geht es für U 15, U 17 und U 19 vielfach um den Klassenerhalt. Da ist es leider häufig nahe liegend, auf Spieler zu setzen, mit denen man die Klasse eher hält. Bei U 17 und U 19 ist es in manchen Jahren so, dass fast die halbe Staffel gegen den Abstieg spielt.

    Wenn man sein Studium mit Fußball in der 4. oder 5. Klasse verdienen kann, ist das doch auch nicht schlecht.

    In der 4. Liga "nebenbei" zu studieren dürfte nur noch in Ausnahmefällen funktionieren. Sicher gibt es Spieler, die pro forma an der Uni eingeschrieben sind, allerdings spielt das Studium eher die 2. Geige. Kenne jemanden persönlich, bei dem es so war.

    Das Aufwand in Liga 4 ist bei den ambitionierten Mannschaften schon fast Vollzeit.

    Ich denke, wir alle sollten beim Thema Talentbeurteilung nicht den Profibereich im Kopf haben. Wenn wir ein bis zwei Nummern kleiner denken, bleiben wir in unserem Kompetenzbereich.
    Nach 10 Jahren im Kleinfeldbereich, kann ich halbwegs beurteilen, wer Chancen auf den U12-Stützpunkt hat und wer vermutlich eine Anfrage vom benachbarten NLZ bekommt. Mehr nicht. Alles, was darüber hinausgeht, ist für die meisten von uns Kaffeesatzleserei.

    Da bin ich vollkommen bei dir. Wie kann man beurteilen, was man nicht kennt? Wer nie selbst im Profibereich gespielt oder trainiert hat, kann überhaupt nicht einschätzen, welchen Entwicklungsstand ein Spieler im Alter von xy Jahren haben sollte. Im besten Fall hat man schon einmal einen Spieler trainiert, der es dann in diesen Bereich geschafft hat. Dann kann man zumindest sagen, dieser Spieler hatte im Alter xy diesen Stand und möglicherweise kann ein Spieler mit ähnlichem Stand eine vergleichbare Entwicklung nehmen. Mehr auch nicht.

    Finde es deshalb immer amüsant, wenn Personen ohne Erfahrungswerte einem Kind oder dessen Eltern die große Karriere voraussagen.

    Um Profi zu werden, muss man also mit 12, 13, 14 alles diesem Ziel unterordnen - hat aber trotzdem nur eine verschwindend geringe Chance, dort anzukommen.

    ... und dann versuchen sie mit 17 oder 18 Jahren ihre "Jugend" nachzuholen... Kenne da ein paar Beispiele, die zweifellos genug Talent hatten, um in Liga 5 oder 6 anzukommen, dann aber lieber feiern gingen und mit Anfang 20 mit dem Fußball aufgehört haben oder heute irgendwo in der Kreisliga kicken.

    Ich denke, es ist ein schmaler Grad zwischen "Anfeuern" und "Anpeitschen".

    Kinder- und das dürfen wir niemals vergessen- haben unheimlich sensible Antennen.

    Da reicht oftmals schon alleine die Betonung und es geht die Post ab.

    Dafür muss ich nicht mal in die Halle gehen!

    Da gehe ich voll mit. Selbstkritisch muss ich eingestehen, dass mir ab und zu wohl auch die Empathie fehlt, um einschätzen zu können, welche Wirkung das eine oder andere in Eile gesagte Wort wohl haben kann.

    Ich wehre mich dagegen, dass z.B. ein 9-Jähriger ohne Zutun von Außen bereits zu einer eingesprungenen 3m-Grätsche ansetzt (und sich dabei selber verletzt).

    Meiner Meinung nach würde ein 9-Jähriger eher versuchen den Ball abzulaufen als zu grätschen.

    Überwiegend mag das stimmen. Allerdings gibt es auch immer wieder Kinder, die von sich aus die Grätsche auspacken, sogar gegen die ausdrückliche Anweisung des Trainers.



    Ganz grundsätzlich fällt mir auf, dass die Stimmung bei Hallenturnieren sehr viel häufiger kippt, als bei Spielen im Freien, selbst ohne Zuschauerzone. Vereinzelt haben mir meine Spieler auch gesagt, dass sie der Lärmpegel nervt und sie lieber in Ruhe kicken wollen.

    Besonders unruhig werden die Kinder, wenn die letzte Minute durch Musik begleitet wird. Bei einigen Turnieren ist das so üblich. Da werden plötzlich selbst die entspanntesten Kicker nervös und das große Gebolze setzt sein.

    Weiter fällt mir regelmäßig auf, dass die größte Unruhe vom Anhang der Teams verbreitet wird, die ein Turnier unbedingt gewinnen wollen. Insbesondere lautstarke Kritik an den Schiris kommt fast ausschließlich aus dieser Richtung.


    Bei eigenen Turnieren laden wir solche Teams daher gar nicht erst ein bzw. fahren auch nur zu Turnieren, wo wir die Veranstalter kennen und wissen, dass sie ähnlich ticken wie wir.

    let1612 und Ersatzbank

    In der Forumstheorie klingt das ganz toll, aber wisst ihr Staffelplanungen in der Praxis ablaufen?

    Die Kritik ging ja in Richtung Funktionäre. Und jeder Staffelleiter ist an die Verbandsvorgaben gebunden. Im besten Falle macht der Landesverband dem Kreisverband keine Vorgaben oder schreibt FPL vor. Dann kann jeder Kreis für sich eine Lösung finden, die z.B. Spielfest heißen kann. Allerdings entscheidet so etwas eine KJW nicht allein. Der muss einige andere Leute fragen, die mit Kinderfußball nichts am Hut haben. Und am Ende muss die Lösung auch von den Vereinen akzeptiert werden. Und gerade Vereine, die sich feiern, weil eine U9 die U8 aus dem Nachbardorf abgeschossen hat, werden sich gegen Spielfeste aussprechen.

    Schreibt der Landesverband bestimmte Dinge vor, dann kann der KJW überhaupt nicht davon abweichen. Zumindest nicht als offizielle Verbandsveranstaltung. Somit kann es nur als private Initiative gestartet werden. Fragt doch mal euren KJW ob er das nebenbei noch mitmachen kann?! Mal davon abgesehen, würden solche privaten Initiativen in Konkurrenz zu dem Ligabetrieb stehen.

    Grundsätzlich kann man sagen, das bessere Modell setzt sich durch. Ich habe versucht euch aufzuzeigen, wie das hier im dünn besiedelten Bereich aussieht. Wie soll das funktionieren, wen von den wenigen Mannschaften eine Hälfte Liga spielt, die andere Hälfte bei privaten Turnieren? Beides gleichzeitig wird wohl kaum funktionieren. Das mag bei euch in der Region vielleicht anders aussehehen. Ein Grund mehr gegen pauschale Äußerungen.

    Das Modell einer Herbst- und einer Frühjahrsrunde finde ich persönlich gut. Scheitert hier aber an den Vereinen, u.a. wegen der Entfernungen.

    Somit bleibt für mich das Fazit, dass die geäußerten Vorschläge wenn überhaupt auf Vereinsebene bzw. auf privater Ebene umzusetzen wären, nicht aber auf Verbandsebene.

    Ich erkenne in solchem Unsinn immer sofort Faulheit und innere Kündigung der Funktionäre, die so einen Schwachsinn aufrecht erhalten.

    So eine pauschale Verunglimpfung finde ich recht primitiv. Warst du schon mal in der Verantwortung Spielpläne erstellen zu müssen?

    Wenn nicht, dann solltest du dich mit einem so allgemeinen Urteil zurück halten.

    Situation hier auf dem flachen Land: Es gibt in F und E nur eine Ligahöhe. Um die Fahrtwege noch einigermaßen im Rahmen halten zu können, müssen eben die nächstgelegenen Mannschaften in einer Staffel spielen. Es gibt wenig Vereine, denen es gelingt reine Jahrgangsmannschaften aufzustellen. Da muss dann gemischt werden, um überhaupt spielfähig zu sein.

    Bsp. in meinem Wohnort wurden in einem Jahrgang ganze 4 Jungs geboren, der Rest alles Mädchen. Von den 4 Jungs spielt genau einer Fußball.

    Und was soll nun der "faule" Funktionär machen? Die Jungjahrgänge in der F wegen 40 Minuten Spielzeit 2 Std. ins Auto setzen?