Beiträge von Grätsche

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    Mich regt so etwas auch immer auf. Als Trainer gehe ich zum Schiri und verweise auf unsere Spielordnung, danach haben nämlich Zuschauer im Innenraum nichts zu suchen.

    Als Zuschauer habe ich mit Erfolg folgendes praktiziert: Ich spreche denjenigen an, dass er bitte den Platz verlässt und neben dem Tor nichts zu suchen hat. Reagiert er nicht oder gibt dümmliche Antworten (häufig der Fall) stelle ich mich einfach genau wie er neben das Tor. Gerne auch an den Pfosten gelehnt. Spätestens wenn ich dann noch ein paar Kommentare zum Spiel abgebe, merken selbst die größten Ignoranten, dass es so nicht geht und verlassen den Bereich neben dem Tor.

    Die Blicke von denen, wenn ich dann plötzlich auch neben dem Tor stehe sind unbezahlbar. :P

    totog

    Der Zeitaufwand von rd. 15 Minuten (5 Min. vor dem "eigentlichen" Training und 10 Min. Trainingszeit bezieht sich in der Tat auf den Teil 1 und 3.

    Beim Lehrgang wurde von jeweils 8 Minuten für Teil 1 und 3 gesprochen. Wobei du ja über die Distanzen auch die Zeit etwas steuern kannst.

    Teil 2 erfordert die meiste Zeit, ca. 15 Min. bei den Anfängern. Bei meiner U11 klappen einige Übungen (z.B. Oberschenkel hinten) nicht von allein. Da ist mir das Risiko zu groß, sie die Übungen ohne Aufsicht machen zu lassen.

    Ich beschränke mich daher auf 1+3, in der Erwärmung vor einem Spiel würde ich Teil 2 auch nicht machen.

    Ab U 14 wird bei ambitionierten Vereinen mindesten 3 mal wöchentlich trainiert. Dort sollten sich zwei Wiederholungen pro Woche einbauen lassen.

    Beim Lehrgang wurde zumindest auf 2 mal pro Woche orientiert und auch was die Altersklasse betrifft ging man eher von U 14 aufwärts aus. Es wurde aber auch empfohlen, in den jüngeren Jahrgängen mit den Übungen anzufangen, die problemlos machbar sind, insb. Teil 1 und 3, damit diese Übungen dann schon sitzen, wenn die Spieler mit Teil 2 beginnen.

    Skriwer Ich rede schon von der E-Jugend.

    Habe hier aus der aktuellen Saison zwei 2007er vor Augen. Beide ca. 1,65 m. Technisch nicht schlecht, aber längst keine Raketen.

    Die werden häufig mit dem Rücken zum Tor angespielt, drehen sich um die Gegner herum und hämmern von 15-20 Metern den Ball unter die Latte. Oder werden in den Lauf angespielt, legen den Ball am Gegner vorbei und rumms.

    Der Großteil meiner Spieler liegt zwischen 1,40 m und 1,50 m.

    Das der Ball bei einer Spieleröffnung durch den Torhüter gerne mal beim Gegner landet kenne ich auch, aber Distanzschüsse nicht.

    Nach dem Ballverlust durch den Fehlpass schießen unsere Gegner in der Regel gleich auf das Tor. 1. weil der TW oft nicht im Tor, sondern daneben steht und 2. weil die Gegner damit dem 1 gegen 1 gegen unseren Verteidiger aus dem Weg gehen.

    Wie kommt es denn in der E zu so vielen Distanzschüssen bei gleich starken Gegnern? Da würde ich mir eher Gedanken machen warum mein Team nicht in die Zweikämpfe geht/kommt.

    Akzelerierte Gegenspieler legen den Ball einfach am Verteidiger vorbei und schießen auf´s Tor. Keine Finte, kein mutiges Dribbling, aber halt erfolgreich...

    Alleine die Routine beim Warm machen vor den Spielen ist, finde ich, gut und kann von den Spielern alleine umgesetzt werden.

    Die Übungen leben von regelmäßigen Wiederholungen und vorallem der richtigen Ausführungen. Nach meinen Erfahrungen braucht es gerade im Nachwuchsbereich schon einige Einheiten, bis die Übungen sitzen.

    Natürlich kostet es Traininingszeit. Allerdings kann die Zeit auch für Aufbau/Umbau oder Elterngespräche genutzt werden.

    Mit geht es häufig so, dass ich zwar rechtzeitig auf dem Platz stehe, aber durch Gespräche/Aufbau etc. das Training eben erst doch 5-10 Min. verspätet startet. Die Kinder sind doch i.d.R. mind. 5 Minuten vorher umgezogen auf dem Platz. Wenn der Kapitän dann die Übung übernimmt und zügig durchzieht, fehlen tatsächlich vielleicht 5-10 Minuten Trainingszeit. Einmal pro Woche im Training und vor dem Spiel am Wochenende sollte meiner Meinung nach reichen.

    Es ist auch sinnlos, einige Trainer -erziehen- zu wollen. solche wie MightyReds sie beschrieb erzieht (oder belehrt Sie eines besseren) man nicht. Man kann aber davon ausgehen, das die Kinder solcher Trainer ähnlich abgehen werden

    Ähnliches Bsp. vor kurzem gesehen: U10, Spiel um die berühmte goldene Ananas, eine Mannschaft körperlich und fußballerisch deutlich überlegen, nach 10 Minuten Spielstand 4:0. Was macht der Trainer? Animiert die Kids, den Ball schneller aus dem Tor zu holen, damit sie schnell das nächste Tor schießen können. Zur Halbzeit ist das Spiel längst entschieden, zweistellig. Lässt der Trainer seine Kinder rotieren? Natürlich nicht. Die drei Kids aus der Defensivreihe bleiben artig in der eigenen Hälfte stehen wie in Hallbzeit 1 und gucken ihren Kollegen beim Toreschießen zu. Ergebnis: alle 2-3 Minuten ein Tor. Negativer Höhepunkt: nach dem Spieler regt sich der Trainer noch auf, dass solche Spiele nichts bringen.

    Da fällt mir nichts mehr ein. Natürlich sollen die Kinder ihre Erfolgserlebnisse haben und auch sehen, dass sich ihre Aufwand lohnt. Ich glaube aber nicht, dass sich ein Kind nach seinem 8. Tor zum 15:0 wirklich mehr freut, als wenn sein Mitspieler, der sonst im Tor steht oder in der Abwehr, sein 1. Saisontor zum 8:0 erzielt.

    Gast22222

    Ich kann das Verhältnis zu dem Trainer deines Kindes nicht einschätzen. Auch kann ich die soziale Kompetenz des Trainerkollegen nicht einschätzen.

    Ganz allgemein möchte ich aber folgende (mögliche) Sichtweise vermitteln.

    Fußball ist Manschaftssport. Das bedeutet u.a., dass man sich an gemeinsame Regeln und Normen zu halten hat. Bei den F-Junioren wird hier bereits der Grundstein für die gesamte fußballerische Laufbahn der Kinder gelegt. Wenn den Kindern (und in dem Alter eben auch den Eltern) vermittelt wird, es ist egal ob ihr euch abmeldet oder nicht, dann wird sich dies in den späteren Jahren nicht mehr reparieren lassen. Dann kommt es dazu, dass ein Trainer vor jedem Spiel umher telefonieren muss, um überhaupt spielfähig zu sein. Bei den F-Junioren mögen noch genug Kinder zur Verfügung stehen, weswegen das Fehlen eines einzelnen nicht tragisch erscheint, in späteren Jahren kommt es oft auf jedes einzelne Kind an.

    Eltern haben ein Kind, vielleicht zwei, um die sie sich Gedanken machen. Ein Trainer hat 10, 15, manchmal 20 Kinder zu betreuen. Und er macht es in seiner Freizeit. Deshalb meine Nachfrage, ob du ehrenamtlich engagiert bist. Die Trainer im Breitensport machen das alles nebenbei. Es ist ungemein frustierend, sich in seiner freien Zeit Gedanken zu machen, einen Plan aufzustellen, mglw. dafür die eigene Familie hinten an zu stellen und dann am Treffpunkt vergebens auf ein Kind zu warten.

    Denkbar ist doch auch, dass es von anderen Kindern schon mehrfach unentschuldigtes Fehlen gab. Vielleicht hat der Trainer doch jetzt auch irgendwo den Kanal voll und reagiert deshalb so rigoros. Dass es nun gerade euch trifft, ist mglw. einfach unglücklich.


    Natürlich lässt sich darüber streiten, ob die Reaktion des Trainers angemessen war. Mir ging es einfach darum, einmal aufzuzeigen, dass es wie immer im Leben verschiedene Sichtweisen gibt.

    Hallo,

    ich habe in der Suche nichts passendes gefunden, daher ein neuer Thread.

    In meiner aktuellen Mannschaft habe ich einen Spieler, an dem ich verzweifel.

    Meine Wahrnehmung:

    Der Spieler ist oft unkonzentriert. Im Training erzählt er während der Übung über diverse Dinge, meist Computerspiele. Es ist dabei egal, ob es sich um Übungs- oder Spielformen handelt. Da er nicht "bei der Sache" ist, misslingen ihm natürlich dann die Aktionen. Er ist zu Beginn des Trainings immer motiviert, freut sich auf das Training. Wenn er dann eine gute Aktion hat, feiert er diese überschwenglich und lautstark. Passieren seinen Mitspielern Fehler, kritisiert er deutlich. Unterläuft ihm selbst ein Fehler, ist er schnell ganz unten und beschimpft sich selbst. Hilfestellungen, auch wenn ich sie noch so vorsichtig formuliere, quittiert er stets mit der gleichen Antwort: Ich weiß, ich bin schlecht. Bei der nächsten geglückten Aktion ist er aber sofort wieder oben auf. Trainingsbeteiligung ist sehr hoch, er fehlt nur, wenn er wirklich krank ist.

    Bei den Spielen verhält es sich ähnlich, allerdings wirkt er hier konzentrierter. Er möchte immer im Sturm spielen, um Tore zu schießen. Geht dort auch mit vollem Einsatz zu Werke, oft etwas umgestüm. Läuferischer Einsatz stimmt, obwohl er relativ schnell platt ist. Das hat sich allerdings im Laufe der Saison gebessert. Seine besten Spiele hat er eigentlich in der Defensive gemacht. Dort kann er seine Schnelligkeit ausspielen. Die Technik ist nicht besonders, wird durch die fehlende Konzentration im Training auch nicht spürbar besser. Interessanterweise versucht er dennoch im Zweifel die schwerere Option zu wählen (pro Spiel mindestens ein Fallrückzieherversuch). Das klappt natürlich fast nie und dann ist er wieder mit sich unzufrieden.

    Er ist ein Scheidungskind, was beim Vater lebt. In der Schule wegen seiner großen Klappe eher weniger beliebt. In der Mannschaft ist er akzeptiert. Meist gut gelaunt und spaßig aufgelegt.

    Nach dem letzten Spiel eskalierte sein Verhalten gegenüber den Gegnern. Er beschimpfte die Gegner und zeigte ihnen den Mittelfinger.


    Ich habe mit ihm schon mehrfach unter 4 Augen gesprochen. Mal einfühlsam, mal deutlich, keine spürbaren Erfolge. Sein Vater ist mir keine Hilfe, "da musst du ihm ne Ansage machen", war sein Vorschlag. Wenn ich das mache, macht der Junge komplett zu und fängt an zu heulen.

    Meine Einschätzung ist, dass er ganz wenig Selbstvertrauen hat und eig. sehr unsicher ist. Dies versucht er mit seiner großen Klappe zu überspielen.

    Wir beide haben ein gutes, freundschaftliches Verhältnis.


    Wie bekomme ich ihn überzeugt, dass er mit mehr Konzentration auch mehr Erfolge erreichen wird?

    Vielleicht hat jemand von euch schon einmal einen ähnlichen Kandidaten gehabt?

    Das entscheidende ist m. M. n. , die Kinder immer wieder in solche (Stress-)Situationen zu bringen, denn das sind nun einmal die Wettspiele am WE gegen andere Teams!

    Wenn dann mal wieder einer meiner Jungs vor dem möglichen Abschluss den schwachen Fuß umläuft und dadurch im besten Fall verzieht und im schlechtesten Fall den Ball verliert, frage ich immer und immer wieder, woran es gelegen hat.

    Die Antwort ist in 95% der Fälle, dass man den anderen Fuß hätte nehmen müssen...

    So sehe ich das auch.

    Im Training werden alle Übungsformen beidfüßig gemacht. Klappt bei fast allen Spielern auch ganz gut. Am Wochenende wird bis auf zwei Ausnahmen immer der starke Fuß genommen. Auf Nachfrage immer die Antwort, ich weiß, ich muss den anderen Fuß nehmen.

    Ich hoffe ein Lernprozess, bei dem es irgendwann klick macht.

    Wird bei euch der neue Termin denn nicht vorher telefonisch oder per Email zwischen den Trainer abgesprochen?

    Ist bei uns im Kreis zumindest Usus, auch wenn manche Trainer schwer zu ermitteln bzw. zu erreichen sind.

    Das läuft meist über die Jugendleiter und den Staffelleiter. Faktisch ist es so, dass du als Heimmannschaft praktisch alles verlegt bekommst. Und wenn bei den Auswärtsspielen stimmen die meisten Vereine halt um des lieben Friedens willen zu.

    Ich habe allerdings meinem Jugendleiter gebeten, bei zwei bestimmten Vereinen nicht mehr zuzustimmen. Habe sonst immer zugestimmt, wohl wissend, was die eigentlichen Hintergründe der Verlegung waren. Habe mir gesagt, es ist Kinderfußbal, Ergebnis egal. Allerdings wollte ich dann bei den beiden jeweils aus wirklichem Personalmangel (Krankheit) verlegen und habe beide Male spielen müssen, ohne Wechselsspieler und mit teilweise noch kranken Kindern.

    totog Ich finde es gut, dass du das Thema aufgegriffen hast. Und ich finde es immer interessant zu erfahren, wie die Situationen in anderen Vereinen ist. Hierbei stelle ich immer wieder fest, dass es teilweise gravierende Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten gibt. Einfach spannend.

    In meinem Verein können aktuell alle Nachwuchstrainer die Wochenenden absichern, ca. 1/3 die Wochentage dagegen nicht.

    Du hast noch das Thema Verlegungen angesprochen. Einerseits gut, dass sie kostenlos sind. Andererseits gibt es auch Trainer, teilweise sogar Vereine, die das leidlich ausnutzen. Hier gibt es Experten, die lassen sämtliche Heimspiele auf Wochentage verlegen und versuchen auch bei Auswärtsspielen so viele Verlegungen wie möglich. Dahinter steckt einerseits ein Platzproblem, was sich allerdings lösen liese, andererseits (Hauptgrund) der Einsatz von Spielern in mehreren Mannschaften. Kommischerweise werden die Wartepausenregelungen damit immer umgangen.

    Was mich daran auch nocht stört: wenn Spiele am Wochenende planmäßig stattfinden, dann richte ich meine Trainingstermine danach aus. Hat man dann aber mehrere dieser Verlegevereine in seiner Staffel, dann trainiert man wochenlang nur noch einmal pro Woche, weil man mal dienstags, mal mittwochs, mal donnerstags spielt.

    Da wäre ein einheitlicher Tag besser. Wobei ich aber glaube, dass die Verlegemannschaften dann plötzlich nur am Wochenende könnten...

    Sind hier ja im Frust-thread. ;)

    Aber wie soll das funktionieren wenn die überwiegende Mehrheit der Kleinfeld-Trainer aus berufstätigen Erwachsenen besteht?

    Hinzu kommt, zumindest hier auf dem flachen Land, die Entfernung bei Auswärtsfahrten. Bei einer Std. Anreise und Spielbeginn um 17 Uhr, ist die Abfahrt um 15.15 Uhr am Treffpunkt und da müssen die Kinder ja auch erstmal hingebracht werden.

    Was für mich auch gegen die Spiele zwischen Montag und Freitag spricht, ist die schlechte Trainingsplanung. Regelfall ist: Di. und Do. Training, Sa. oder So. Spieltag. Also immer ein Tag Pause für Regeneration od. andere Dinge. Ist der Spieltag nun Mittwoch, kann man weder Di. noch Do. voll "belasten". Das spielt vielleicht bei G oder F keine Rolle, bei D allerdings aus meiner Sicht schon. Sind die Spieltage Dienstag oder Donnerstag, ist die Frage, ob man Kids und Eltern motiviert bekommt, am Wochenende zu trainieren. Für viele Eltern haben Spiele eben doch noch eine andere Bedeutung, als "nur" Training.

    Nur haben von denen auch nach und nach fast alle aufgehört. Weil trotz aller Spielzeit die echte Fußballbegeiterung halt nicht da war und nur verlieren nun noch weniger Spaß machte...

    Ich glaube der entscheidende Punkt ist, ob die Kinder für Fußball brennen oder einfach nur dabei sind, weil ihre Freunde kicken oder sie von ihren Eltern hingeschickt wurden.

    Beides habe ich erlebt. Bei denen, die aufgrund eigenem Willem kommen, hat sich meistens eine Entwicklung eingestellt. Bei denjenigen, die wegen anderen Gründen kamen, tat sich reinweg gar nichts. Trotz gleicher Spielzeit und teilweise sehr intensiver Betreuung. Zu Beginn meiner Trainerzeit habe ich mich schlimm über ältere Trainer geärgert, die zu bestimmten Kindern meinten, das wir eh kein Fußballer. Ich war der Meinung, mit Gleichbehandlung können sich alle Kinder entwickeln.

    Inzwischen sehe ich das differenzierter. Und verteile auch die Spielzeiten nicht mehr genau gleich. Mittlerweile maße ich mir auch an, einigermaßen einschätzen zu können, ob es Sinn macht, viel Zeit in ein Kind zu investieren oder nicht.

    Ich behandele deswegen kein Kind schlecht, sondern ermutige es am Ball zu bleiben, allerdings stecke ich meine Energie lieber in Kinder, die für den Fußball brennen und dabei ist es egal, welchen Stand sie aktuell haben.


    Zum Thema Gewinnen: Natürlich gewinnen Kinder gern. Spaß können sie aber auch ohne Gewinnen haben. Es ist die Frage der Erwartungshaltung. Kinder wollen ihren Eltern gefallen und deren Erwartungen erfüllen. Beim Fußball kommt die Erwartungshaltung des Trainers hinzu. Wird von den Erwachsenen tatsächlich eine Haltung gelebt, bei der es eben nicht auf das Gewinnen ankommt, so spiegelt sich das auch auf das Verhalten der Kinder wider.

    Auch hier eine Einschränkung: wird die Niederlage zu deutlich, dann ist es natürlich auch mit dem Spaß vorbei. Das kann dann auch niemand mehr schön reden. Bei engen Spielen habe ich es aber auch schon erlebt, dass die Kids bis zum einem Alter von 7/8 Jahren am Ende gar nicht wussten, wie das Spiel ausgegangen ist. Wenn man dann gesagt hat, toll, ihr habt 5 Tore geschossen und sie gelobt hat und in der Halbzeit den Keeper gewechselt hat, so dass jeder der beiden nur 4 Gegentore bekommen hat, dann war die 5:8 Niederlage überhaupt kein Thema.

    Andererseits habe ich es auch schon mehrfach erlebt, dass Kinder trotz eines hohen Sieges keinen Spass hatten. Der Trainer forderte und forderte und war am Ende immer noch unzufrieden, weil noch mehr Tore hätten fallen müssen.


    Die Sensibilisierung der Eltern hängt natürlich sehr stark von den einzelnen Charakteren ab. Gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, wenn die Eltern auch als Einheit aufgetreten sind. So etwas lässt sich natürlich nicht erzwingen, aber durch einige Maßnahmen kann man diese Zusammengehörigkeit natürlich fördern. Gerade in Zeiten vieler Einzelkinder hilft eine Gruppendynamik eben auch die Spielzeit von schwächeren Kindern zu akzeptieren. Dann ist es nämlich nicht mehr der dicke Paule, der den Sieg kostet, sondern dann ist es Paul, der Freund, der auch gern mitspielen soll.


    Zum Thema Druck: Druck in Maßen kann durchaus leistungsfördernd sein. Fehlender Druck führt mitunter zur Beliebkeit, zu fehlender Einstellung. Kinder lernen für eine Arbeit ganz anders, wenn es Noten gibt. Ich bin kein Freund der Wattebausch-Pädagogik. Das Ergebnis sehe ich jedes Jahr wenn die neuen Azubis anfangen und einige ganz schnell wieder aufhören.

    Bezogen auf den Fußball heißt das für mich, wer am Training teilnimmt, Hauptsache er ist da, bekommt am Spieltag die Konsequenz durch weniger Spielzeit. Mitunter ist das den Kids egal, nämlich denjenigen, die eh nur wegen ihren Freunden dabei sind, dann ist es nicht einmal eine "Bestrafung" für sie.


    Training bei Ex-Profis: Es ist nun einmal so, dass große Namen Strahlwirkung haben, bei Kindern und bei Eltern. Der Name überstrahlt dabei manchmal sogar die eher mäßige Qualität des Trainings. Hier ist im Vorfeld zu klären, was will ich? Fußballcamps sind für mich Ferienbeschäftigungen. Die Kinder werden abgegeben, damit die Eltern arbeiten gehen können. Die Kids sollen sportlich beschäftigt werden und dabei Spaß haben. Letztlich ist es fast egal, was dort gemacht wird. Bezahle ich hingegen Geld für Training/Zusatztraining, weil das Kind möglicherweise so einen Leistungssprung machen kann, dann muss auf die Qualität geachtet werden.

    Spieler von mir die zu Camps fahren, berichten hinterher auch von den tollen Übungen und wenn ich Ihnen dann sage, die Übung haben wir an dem und dem Tag schon mal im Training gemacht, sind sie erstaunt.


    Lizenz: Wir sind uns einig, dass eine Lizenz allein niemand zu einem guten Trainer macht. Ich habe von Fußballlehrern auch schon richtig schlechte Einheiten erlebt. Es sind auch nur Menschen. In der Tat ist aber so, dass (ähnlich den Ex-Profis) eine Lizenz vieles überstrahlt.

    Ich habe allerdings auch schon das Gegenteil erlebt. Ungefragt wollte ich einem Trainerkollegen Hinweise für ein kindgerechtes Training geben. Der Kollege hat noch ein paar Jahre mehr Erfahrung als ich auf dem Buckel, allerdings ganz andere Ansichten. Auf Grund des fehlenden Konzepts wurschtelt halt jeder Trainer vor sich hin. Ergebnis meiner gut gemeinten Hilfe war, dass der Kollege mit unterstellte, nur weil ich über eine Lizenz verfügte und er nicht, dass ich sein Training schlecht machen wollte, dabei verfügte er über mehr Erfahrung. Mein Satz, 20 Jahre etwas zu machen, heißt nicht, etwas 20 Jahre richtig zu machen, führte dann schließlich fast zur Eskalation...

    wenn der Ball auf der linken Seite ist und der rechte offensive Spieler an der rechten Aussenlinie parkt entstehen weder Räume noch Anspielmöglichkeiten.

    Das ist aber jetzt sehr überzeichnet.

    Ich habe ja verstanden, dass es dir um die inhaltlich nicht näher untersetzte Forderung geht, das Spiel breit zu machen. Dennoch sehe ich es als absolut notwendig an, den Kindern die Vorteile des breiten Spielaufbaus zu vermitteln und die breite Staffelung auch einzufordern.

    Nochmal, wir sind hier in der Thematik Kinderfußball. Bis zum 9 gg 9 habe ich bis auf einzelne Ausnahmen (NLZ) noch keine Mannschaft im KiFu erlebt, die raumbezogen verteidigt. Alle verteidigen Mann gegen Mann. D.h. mit einem breit stehenden Außen ziehe entweder einen Verteidiger raus oder aber (falls der Verteidiger pennt) entsteht eine Anspielstation.

    Vermittele ich den Kinder die Thematik richtig, so wird der freie Spieler auch nicht an der "Außenlinie parken", wie du es nennst.

    Als konkretes Bsp. will ich unser Spiel vom Wochenende nehmen. Gegner stand mit 3-4 Spielern Höhe Strafraum, davor zwei kleine wuselige Kerle, die den Ballführenden angelaufen sind.

    Welche Lösungmöglichkeiten boten sich?

    1. Ballführender geht ins 1 gg 1

    Diese Variante wurde am häufigsten gewählt. Ergebnis: Entweder direkt den Ball verloren oder vom ersten, vielleicht auch noch am zweiten Verteidiger vorbei gekommen und dann stand mein Spieler am Strafraum vor den 3-4 übrigen Gegnern. Es folgte meist eine Rudelbildung.

    2. Fernschüsse

    Ohnehin nicht unsere Stärke, wurde es mehrfach versucht. Durch die beiden anlaufenden Gegnern gab es kaum freie Schussgelegenheiten. Falls doch, muss der Ball noch an den übrigen Verteidigern vorbei. Das klappte ab und an, aber der Keeper war auf Zack und entschärfte fast alle Bälle.

    3. Verlagerungen

    Diese Option wurde zwar am wenigstens genutzt, sorgte aber für die gefährlichsten Aktionen. Einmal sogar als 25 m Flugball von der linken Seite auf die rechte Seite. Spielerisches Highlight ein Seitenwechsel durch 3 Spieler mit jeweils einem Kontakt (ohne es trainiert oder gefordert zu haben).

    Letztendlich merkten meine 2-3 besten Spieler von selbst, dass gegen diesen tief stehenden Gegner ein breiter Aufbau ein erfolgversprechender Ansatz war.

    Als Literatur kann ich "Verteidigen mit System" empfehlen, gibt es hier im Shop.

    Grundlage sollte immer das 1 gg1 sein. Soweit deine Spieler individualtaktisch sowei sind, kannst du zum Verteidigen zu zweit gehen.

    Du hast leider nichts zu deiner Mannschaft geschrieben (Spielklasse, Niveau). Von einer "normalen" Breitensportmannschaft ausgehend, sollten die stärksten Spieler zum Ende der U 11 schon in der Lage sein, die grundlegenden Verhaltensweisen bei Verteidigen zu zweit zu verstehen. Bei den durchschnittlichen Spielern habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie auch in der U12 und U13 noch nicht immer so weit sind.

    Von einer starren Vorgabe (in 1 3/4 Jahren zu beginnen) würde ich daher absehen.

    Rückfrage: warum legst du dich bereits jetzt auf eine Grundordnung (3-4-1) fest? Gibt es diese Vorgabe bei euch im Verein?

    Falls nicht, würde ich erst einmal abwarten, wie sich die Kinder entwickeln.

    Aktuell trainiere ich eine U 11. In den Osterferien habe ich mit dem Verteidigen zu zwei "begonnen", allerdings unabhängig von einer Grundordnung und schon gar nicht bezogen auf das 9 gg 9.

    Im 9 gg 9 bevorzuge ich, sofern es die Spieler hergeben, ein 2-4-2. Hier bleiben die Verteidiger erstmal im für sie bekannten Verteidigen zu zweit. Die äußeren Mittelfeldspieler erlernen die Aufgaben der Außenverteidiger und ich habe eine gute Grundlage für das 4-4-2, welches aber der U14 gespielt werden kann, weil nur noch die AV dazu kommen und die übrige Aufteilung so bleiben kann.

    Im Übrigen würde ich die Dreierkette nicht aus dem Verteidigen zu zweit entwickeln, sondern erst einmal die Viererkette vermitteln und dann die Dreierkette daraus ableiten. Das ist aber nur meine subjektive Meinung.

    Denn man sieht leider sehr oft, dass die Flügel quantitativ stärker besetzt sind, als die zentralen Räume. Die Folge davon ist in aller Regel, dass der Ballvortrag kaum kontrolliert abläuft. Auf dem Flügel ist man durch die Seitenlinie begrenzt, wohingegen man im Zentrum in alle Richtungen weiterspielen kann. Und wenn die Mitte eng besetzt ist, hat man einerseits mehr Optionen für das Ballbesitzspiel und andererseits kann man nach Ballverlusten sehr gut die wichtigen Räume zustellen.


    Das ist der Thread "Wie sollte man Kinder an Spielsysteme und Taktiken heranführen". Im Kinderfußball habe ich noch nie beobachtet, dass die Flügel stärker besetzt sind, als die Zentrale. Mitunter bieten sich ein, zwei Spieler bei Abstößen auf den Flügeln an, im Spiel ist es doch in der Regel sehr zentrumslastig.

    "Ballbesitzspiel" habe ich im Kinderfußball, wenn überhaupt, nur sehr rudimentär gesehen. Warum auch, es gibt kein Abseits.

    Wenn der Ball im Zentrum ist und dort die Räume eng sind, ist kaum ein Kind in der Lage, die Situation eigenständig aufzulösen. Die richtig guten Spieler lösen es eventuell im Dribbling. Häufig kommt dann von draußen ein Brüller und der "erzwungene" Pass nach außen.