Mal ganz banal gefragt - und ich will nicht in eine bestimmte Richtung Meinung machen, sondern Meinungen/Ideen hören.
Was muss denn überhaupt passieren, damit wieder gespielt wird (Amateure und Jugend)? Ich bin bisher davon ausgegangen, dass das mit Öffnung der Schulen passieren wird. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.
Wir kriegen in den nächsten Monaten sicher keine Impfung. Wir kriegen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein "Heilmittel". Wir werden auch keine "Durchseuchung" haben.
Stehen wir nicht vor zwei radikalen Lösungen?
a) Wir öffnen weitestgehend alles wieder wie vorher, evtl. mit Einschränkungen und Masken, öffnen aber wieder ganz normal Kitas, Schulen, Geschäfte und auch Sportvereine und schlängeln uns zwei Jahre lang durch?
b) Wir lassen die nächsten 1-2 Jahre alles so wie es JETZT ist? Also gar kein Amateursport mehr? Bis wann? Nach meinem Wissensstand hat man bisher für gar keine der bereits bekannten Coronaviren Impfmittel gefunden.
Gibt es ein Szenario c), das mir nicht einfallen will?
Oder läuft es nur raus auf "Entweder mit dem Virus leben" oder "Jahrelang kein Amateur- und Jugendfußball"?
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Ich versuche einmal deinen und @Constantins Post in einen Beitrag zu packen.
Eine Durchseuchung wird mit ziemlicher Sicherheit keine Lösung der Regierung zu sein. Dafür wird zu oft erwähnt, man werde Normalität erst erreichen, wenn ein Impfstoff zur Verfügung steht. Bis dahin sollen sich so wenige Menschen wie möglich mit dem Virus infizieren. Weshalb uns, so sagte es bspw. Jens Spahn, die Hygieneregelungen und im Besonderen die Abstandsregelung noch über einen langen Zeitraum begleiten werde.
Ich mag vielleicht deshalb pessimistisch rüberkommen, weil ich mir nicht vorstellen kann, ein Impfstoff stehe innerhalb eines Jahres zur Verfügung. Selbst innerhalb von zwei Jahren wäre ziemlich sportlich. Bis z.B. der Impfstoff gegen das MERS-Coronavirus den Status der "klinischen Überprüfung" erreicht hat, vergingen fast 6(!) Jahre. Zugelassen ist er meines Wissens immer noch nicht. Und das sind Zeiträume, die keine Seltenheit darstellen. Wieso sollte es diesmal anders sein?
Die Situation sähe bestimmt anders aus, wenn es ein wirksames Medikament gäbe. Aber auch dies ist noch nicht absehbar. Der erfolgsversprechende Kandidat "Remdesivir" scheint zumindest nach Zwischenergebnissen einer ersten Studie doch nicht den großen Durchbruch zu bringen.
Solange die Maxime ist, im Alltag Abstand zu halten, kann ich mir schlichtweg nicht vorstellen, dass in absehbarer Zeit Gruppen- und Mannschaftssport erlaubt sein wird. Gleiches gilt für alles, bei dem näherer Kontakt stattfindet und nicht wirtschaftsrelevant ist.
Aus den oben genannten Gründen.
Dass dieser Zustand über einen längeren Zeitraum auch gesundheitlich negative Folgen haben wird, der vielleicht darin mündet, dass in ein paar Jahren noch mehr Menschen als heute zur potentiellen Risikogruppe gehören, ist nicht abwegig.
Und eins ist sicher: Das wird nicht die letzte Pandemie gewesen sein.
Ich fand den Begriff "Smart Distancing" von Prof Kekule ganz passend. Für mich bedeutet das, dort Abstand zu halten, wo es notwendig ist und Großveranstaltungen sowie große Reisen zu untersagen. Ziel muss es sein, und da komme ich auf Constatins Beitrag zurück, dass Infektionsketten nachvollziehbar sind. Ja, vielleicht muss sich dafür erst einmal eine bestimmte Infektionsrate ergeben. Den Rt-Wert würde ich hier, und das wurde in der heutigen PK auch erläutert, nicht unbedingt als wichtigste Kennzahl hernehmen. Ein Ausbruch in den vulnerablen Einrichtungen führt bei den recht niedrigen Zahlen unweigerlich dazu, dass dieser Wert steigt. Daran jedoch festzumachen, dass sich die Situation im ganzen Land verschlechtere, wäre ein Trugschluss.
Wenn wir also im öffentlichen Raum auf bestimmte Regeln (MNS könnte da dazugehören) achten, die besonders gefährdeten Einrichtungen schützen und auch von uns aus Rücksicht nehmen (indem wir bspw. unnötige Wege vermeiden), gleichzeitig Großveranstaltungen und Reisen ins Ausland untersagt bleiben (ist denke ich selbsterklärend), dann denke ich, wäre es kein Problem, Vereinssport zu betreiben.
Ps: Zumal untersucht wird, wie groß die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Virus ist. Sollte dort tatsächlich herauskommen, dass ihr Beitrag vernachlässigbar ist, werden Schul- und Kitaschließungen sowieso obsolet und somit auch das Verbot von Vereinsangeboten (zumindest im Kinderbereich).