Sicherlich sollte das Hobby auch Spaß machen, aber reine Spaßtruppen werden den Spaß relativ schnell verlieren.
Nach meiner Ansicht sind in den älteren Jahrgängen nicht die hier so häufig angesprochenen Schreitrainer das Problem, sondern diejenigen die das Fördern und Fordern aus Bequemlichkeit und Konfliktvermeidung fast gänzlich einstellen und den schlechten Ausbildungszustand lediglich verwalten.
Warum wird eigentlich Spaß immer mit Beliebigkeit gleichgesetzt?
Ein intensives Training kann Spaß machen oder eben auch nicht, je nach Gestaltung. Definitiv hat das aber nichts damit zu tun, Fördern und Fordern sein zu lassen.
Zieh doch mal den Vergleich zum Job heran. Mein Job macht mir Spaß. Ich gehe gerne arbeiten. Und ich bin fest überzeugt, deshalb leistungsfähiger und leistungswilliger zu sein als so mancher, der sich mit langen Zähnen morgens zur Arbeit schleppt. Wir machen kurze Pausen, erzählen, lachen und machen dann konzentriert weiter. Unser Chef käme nicht auf die Idee, die Teeküchengespräche zu unterbinden, um alle wieder an die Arbeit zu scheuchen. Er weiß, dass gerade an der Kaffeemaschine wichtige Infos ausgetauscht werden und kreative Ideen geboren werden. Und ja, manchmal hinterfragen wir Entscheidungen vom Chef weil wir wissen, dass das schlechteste Team immer noch mehr kann als der beste Einzelkämpfer. Dennoch erkennen wir ihn als Chef an und wenn er sagt: "schluss jetzt, da lang!" dann folgen wir ihm.
Und beim Hobby soll das nicht gelten? Da muss alles streng nach Trainingsplan laufen, ohne Raum für Späßchen? Weil man sonst wichtige Trainingszeit verschwendet?
Sicher, Kinder muss man anleiten, wann es Zeit ist, die Kaffeetasse wieder hinzustellen und zurück an die Arbeit zu gehen aber die Päuschen haben wir alle verdient. Tummelphasen, kurze Auflockerung- und Tobespiele mittendrin, Abschlussspiel. Das sind die Kaffeepausen...
Und es ist einfach ein Unterschied, ob ich zu einem Kind sage: "Auf geht's, Kevin-Rüdiger, bei nächsten mal hast du den Ball." oder "Boar Kevin-Rüdiger, du bist so lahm, du wirst den Ball nie bekommen"
Selbst die Profis im TV sagen total häufig: ich geh jetzt raus auf den Platz und habe Spaß...

. Klar kann man Kindern je einen Ball geben und sie dribbeln lassen. Dann fordert man sie auf schneller zu laufen, noch schneller. Irgendwann ruft man Stop und nichts passiert. Gleiche Übung nur sind diesmal alle Autos: jetzt seid ihr ein Traktor, jetzt ein Golf, jetzt ein Porsche. und dann rufst du "ROT!". Die meisten werden stehen. Probier es aus. Rückwärtsgang, einparken in eine Garage, um die Ecke fahren, mit Anhänger (zu zweite an der Hand)... gerade das Autothema gibt so viel her.