Also das einzige Problem was ich finden kann ist der Umstand, dass die Kinder nur einmal die Woche trainieren. Zwei mal sollte in der F-Jugend schon möglich sein. Hast du denn die Trainer diesbezüglich mal angesprochen?
Dass die Trainer eher ruhig sind und den Kindern nichts vorgeben ist GUT. Das heißt nämlich, die Kinder dürfen ihre eigenen Entscheidungen treffen. Das schult ungemein und hilft langfristig mehr, als ein Pass zu XY, der besser steht.
Dass die Kinder noch nicht auf festen Positionen spielen ist ok. Damit fängt man üblicherweise in der F-Jugend an. Wichtig ist, dass hier noch keine feste Positionen zementiert werden (x ist Stürmer, y ist Abwehrspieler) Alle sollen alles spielen, auch Torwart.
Das er nicht mehr so leicht an den Gegenspielern vorbei kommt, soll er als Herausforderung annehmen und sich was ausdenken...
Ja, du wirst beobachten, dass Teams viel erfolgreicher sind, wenn sie schon Pässe hin und her spielen. Da ein Ball schneller rollt, als ein Kind laufen kann, haben diese Teams Vorteile. NOCH! (man nennt diese Teams passgedrillt)
Damit das gut klappt, muss man es bei G/F-Kindern intensiv trainieren. Das kostet Zeit. Zeit, die dann für Dinge wie Dribblings fehlt. Die Kinder können noch nicht gut abspielen, weil sie noch mit dem Ball kämpfen und ihn im Auge behalten müssen. Da sieht man die anderen Spieler halt noch nicht immer. Sie wollen den Ball auch noch gar nicht hergeben, weil er im dümmsten Fall nicht mehr zurück kommt und jeder Tore schließen will. Und weil auch diese passgedrillten Kinder noch nicht viel sehen, werden sie von außen instruiert. Meist ist das Spiel dann sehr stereotyp über die immer gleichen, einstudierten Wege.
Aber was passiert danach? In der E-Jugend lernen alle Fußballkinder den Pass von ganz alleine. Sie sehen die Mitspieler, verstehen, dass es nur gemeinsam geht. Ganz ohne große Anleitung von außen und reingerufe, wohin der Pass soll. Und sie werden auch lernen, wie man die Pässe der passgedrillten Teams nun abfängt. Und dann können sie ihre sehr viel besser geschulte Entscheidungsfindung und ihr besser geschultes 1:1 ausspielen. Sie entscheiden dann blitzschnell: dribbeln oder abspielen und entscheiden sich allzuhäufig dazu erstmal einen Gegenspieler auszuspielen und dann den Ball abzuspielen.
Ich habe das vor ein paar Jahren zwar hier bereits gelesen und konnte das nicht so wirklich glauben. Aber jetzt sehe ich es auch. Die Teams, die in der F-Jugend alles dominiert hatten, werden jetzt zwei Jahre später reichlich durchgereicht. Und weil sie das Verlieren nicht gelernt haben, hängt jetzt zum Teil sogar der Haussegen schief.