Beiträge von Goodie

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    Koenigsblau warum genau(!) hast du denn die Befürchtung, dass das Team zerfallen könnte? Oder ist das nur ne diffuse Sorge?

    Klassische Teambuildingsmaßnahmen können sicher helfen aber da brauchst du ja sicher keine Nachhilfe, oder?


    Ich finde es schade, dass ihr jetzt einige auf die Bank setzt und das auch noch ohne Erfolg. Da wird wohl so mancher auf der Bank denken: "0 Punkte hätte ich auch hinbekommen." Und damit haben die Spieler ja auch recht. Vielleicht müsst ihr euch in der Tat mal überlegen ob man die Spieler oder die Liga in den Vordergrund rückt. Wenn die Liga wichtig ist, dann nehmt andere Spieler, die dem auch gewachsen sind. Oder ihr bietet euren Spielern die Liga, in der sie klar kommen.
    In einem Dorfverein wüsste ich was zu tun wäre. In einem leistungsbezogenen Umfeld läuft das sicher anders...

    ah, ok, weil ja die Ursprungsfrage auf ne U15 abzielte und du sagtest, dass ihr die Großen schon versucht, vorher zu bekommen. Von daher hatte ich die U15 auch als primäres Ziel gesehen.


    Beim Volleyball ist die Körperlänge elementar: ein D-Jugendlicher muss 175 cm haben, sonst hat er keine Chance auf ne Kreissichtung. Bescheuert, wenn man mich fragt, denn auch hier dürfte sich ein Blick auf die Eltern lohnen. Aber klar, du bekommst einen Großen schnell aber einen Kleinen nicht groß.

    Und natürlich kann man den Wachstum auch auf Perzentilendiagrammen verfolgen. Da bleibt man ja auch gerne über viele Jahre auf einer Linie.


    Nur: anders als beim Volleyball halte ich die Körperlänge beim Fußball für nicht soooo entscheidend, oder? Oder sind Lahm, Ribery oder Messi Auslaufmodelle? Würden sie, wenn sie heute 14 wären, gar nicht mehr durchkommen?

    Ich Kanten zur U15, was aber daran liegt, dass wir versuchen diese schon früher zu holen, in einem Alter, wo wir Koordination und Technik noch besser Schulen können.

    Ein Team, das eine gesunde Mischung hat.

    Ähm... mal ne bescheidene Nachfrage: Welche Größe ein Junge in etwa erreichen wird, kann ich an der Länge der Eltern ablesen aber wie bitte bestimmt ihr, wer schon mit 13 oder 14 wächst und nicht erst mit 15 oder 16? Oder hofft ihr einfach?

    Ich bin bei solchen "Verdächtigungen" immer extrem vorsichtig weil ich einige Kinder kenne, die außergewöhnlich groß sind.
    148 cm mit 8 Jahren!

    Ein sehr kleiner 13 Jähriger hat in der Tat schon leichten Flaum... Gerade in der D- und C-Jugend sind die körperlichen Voraussetzung ja extrem unterschiedlich.

    Aber mich erstaunt, dass die bei euch solchen Anzeigen und Meldungen nicht nachgehen. Wenn ich das Gefühl hätte, permanent beschissen zu werden, dann würde ich auf die Durchsicht der Spielerpässe bestehen! Und dann würde ich mir auch jedes Kind vom Kollegen zeigen lassen.

    Meine Prognose:

    Auch der Seniorenbereich wird in Zukunft mit Spielgemeinschaften arbeiten müssen.

    Die Einstellung der jungen Erwachsenen und die Anforderungen im Seniorenbereich passen einfach größtenteils nicht zusammen.

    Na ja, Verein mit seinen aktuellen Strukturen ist ja kein Naturgesetz und darf sehr wohl Veränderungen unterliegen.

    So richtig gibts Vereine seit grob 150 Jahren. Seit dem hat sich viel verändert und ändert sich weiterhin. Die Vereine tun gut daran, sich anzupassen, sonst sind sie bald komplett außen vor.


    SGs sind ja nicht prizipiell schlecht. Stelle ich den Sport in den Vordergrund und suche nach Lösungen sind sie sicher sinnvoll. Lege ich wert auf Tradition, Identifikation und Verein, dann wird dieser Weg sicherlich kaum Freunde finden. In den kleineren Sportarten mussten sich viele Vereine gesundschrumpfen, es gab Zusammenlegungen etc... und dann gibts eben nur noch einen Ruderverein und zwei Basketballvereine in einer Stadt und nicht mehr sechs wie noch vor dreißig Jahren.

    Das finde ich eigentlich gar nicht soooo schlimm.


    Schlimm finde ich, dass viele Vereine inzwischen mit ihren Angeboten als angestaubt gelten und die Leute lieber in teure Muckibuden laufen. Man ist lieber Kunde als Mitglied. Vereine, die diesen Weg mitgehen und ihre Angebote zusätzlich als Kursangebote für Nichtmitglieder anbieten, machen damit gute Erfahrungen.

    Ich verstehe auch nicht so richtig, worüber du dich aufregst. Diese Derbys werden doch seit Jahrzehnten kultiviert! Da macht die Presse munter mit und jeder, der vorsichtig anmerkt, dass die Auswüchse nicht so ideal seien wird niedergemäht mit Sprüchen wie "Emotionen gehören dazu".

    Ist doch ein Kampf gegen Windmühlen! Nutze deine Energie lieber für was konstruktives...

    Mir ist das aber alles zu pauschal!

    Ja, wir haben eine Individualisierung in der Gesellschaft. Aber nochmal die Frage: auf wieviel % der Kinder, die wir betreuen trifft das denn zu? Und wieviele beachtet man gar nicht mehr weil sie das gewünschte Verhalten zeigen? (also Gruppentauglich sind)


    Und sind bei den Fällen nicht wie so häufig eher die Eltern das Problem?


    Nach dem Paretoprinzip sind nur 2-3 Dinge für 80% des Ärgers verantwortlich. Nach dem Prinzip sind es nur Einzelfälle, die uns immer wieder Fordern. Wir sollten daher den Blick schärfen auf die vielen Kinder, die normal ticken.



    Manchmal ist auch das, was wir fordern widersprüchlich.

    Zum Beispiel sollen die Kinder alles alleine regeln, Eltern haben in der Kabine nichts verloren. Dann beschwert sich der Trainer, dass immer alles mögliche liegenbleibt. Ja was jetzt? ICH weiß, dass mein Kind ne Schlampe ist. Bekommt er es deshalb besser auf die Reihe? Nö. Arbeite ich privat daran? Ja. Es hilft mir aber wenig, wenn ich am Ende zig Sachen neu kaufen muss, weil sie weg sind. Da reicht mir persönlich schon die Schule als schwarzes Loch für Handschuhe, Mützen und Jacken.

    Gucke ich mir die Fundkisten so an, dann scheinen wir in guter Gesellschaft zu sein, denn sie quellen förmlich über.



    Die Kinder sollen Raum zum Raufen haben aber mal ehrlich? Wir Trainer achten doch ziemlich penibel auf die Einhaltung der üblichen Regeln. Raufen im Sport heißt ja was anderes als Raufen zum Austragen von Konflikten. Reihen wir uns also nicht ein in die, die keinen Raum lassen?

    Also bekam er auch eine Menge Lob für mutige und gelungene Aktionen ab. Ich bekam dann am Rande mit, wie er zu einem erheblich besseren Spieler sagte : Na, du wärst doch sicher auch gerne so gut wie ich,oder? Wie geht man denn damit jetzt um?

    Ich handhabe es immer so, dass ich zwar allgemeines Lob laut äußere, persönliches Lob den Kindern aber immer Vertraulich zustecke, etwa beim Schuhe binden. Somit ist es quasi ein "Geheimnis" zwischen Spieler und Kind. Das Kind freut sich, weil es denkt, dass es dies exklusiv bekommen hat und tratscht das auch gewöhnlich nicht rum. Probier es mal aus.

    na ja, ich sehe diese Entwicklungen auch aber sind es alle, die so handeln? Sind es viele? Einige? Wenige?


    Ich glaube, hier kommt es stark darauf an, in welchem Umfeld man selber lebt. Einer im Brennpunkt wird sicher andere Beobachtungen machen als die die im Bionade-Biedermeier zu Hause sind.

    Die schlimmste Tendenz finde ich, dass die Kinder nichts mehr dürfen. Mit dem Fahrrad zum Freund, alleine in die Grundschule oder zum Spielplatz...

    In Zeiten von FB und anderen Onlinemedien wird suggeriert, dass hinter jedem Busch ein Unhold sitzt. Sich davon zu befreien ist schon nicht einfach, allein der Gedanke, dass dem eigenen Kind was passiert ist zu fürchterlich.


    Aber wenn man mal durchzählt, wieviele Kinder an einer normalen Grundschule alleine zu Fuß gehen und wieviele begleitet werden, dann dürfte man bei rund 80% liegen, von denen die dürfen. Die Erstklässer häufig noch begleitet, die Viertklässler eigentlich gar nicht mehr außer die, die außerhalb wohnen und gefahren werden.


    Ich frage mich ja nach wie vor, wo die Kinder nachmittags sind. Gruppen von Kindern, die durch den Stadtteil gehen, sieht man kaum noch. Als ich mitbekam, dass sich mein Sohn nachmittags mit mehreren verabredet hatte sagte ich: "Na, triffst du dich mit deiner Clique?", antwortete er empört: "Nein Mama, so was machen wir nicht" =):/

    Nein, du bist aber am Ende des Erträglichen angekommen, mit dem wir Normalos zurechtkommen. Hier muss ein Profi ran!

    Bei mir ist bei Beißen Schluss! Das hab ich bei einem Bambini auch seinerzeit durchgezogen. Beißen ist einfach widerlich! Da sind ja schon alle natürlichen Mechanismen außer Kraft gesetzt worden...

    Ergibt sich die Antwort nicht eher aus den Rahmenbedingungen?

    Habe ich für jedes Kind einen Futsalball oder muss man mit den normalen Bällen vorlieb nehmen?

    Ist die Turnhalle groß oder muss ich mit einer kleinen Keksdose vorlieb nehmen?

    Welche Turniere hab ich gebucht?

    Vergessen? Das Problem ist eher, dass der "normale" Vatertrainer dafür nicht ausgebildet ist. Ich bin Fußballtrainer aus Leidenschaft. Ich liebe es mit Kindern zu trainieren. Ich denke, dass ich über genug Einfühlungsvermögen verfüge, um die Kinder abzuholen wo sie gerade sind.

    Das gilt aber nur für Kinder, die eine halbwegs normale Frustrationstoleranz und kein übermäßig großes Aggressionspotenzial haben.


    Da stoße ich an meine Grenzen. Es ist für mich eine Illusion, diese Kinder dauerhaft und ohne fremde Hilfe zu integrieren.

    Da bin ich zu 100 % bei dir. Bei Kindern, die professionelle Hilfe brauchen benötigt man einen Profi. Punkt.


    Aber was ist mit denen, die man noch erreicht auf der Ebene Erwachsener -> Kind? So manches Kind mit EDS (Erziehungsdefizitsyndrom) kann man mit einer klaren Linie und guten Regeln/Konsequenzen sehr wohl erreichen. Zumindest vor der Pubertät. Mit selbiger habe ich noch keine Erfahrungen.


    Ich nenne mal ein Beispiel von gestern, was so untypisch nicht sein dürfte:
    Hallenturnier E-Jugend, die Atmosphäre heizt sich von Spiel zu Spiel ein bißchen mehr auf. Alles noch nicht dramatisch. Dann ein Spiel wo beide Trainer die Kinder im Vorfeld ordentlich "eingeheizt" haben UND es pfeift ein Schiri, der seine Funktion absolut unzureichend wahrnimmt. Die Kinder erwarten mehrfach zu recht einen Pfiff und gucken irritiert/auffordernd zum Schiri, der lässt laufen. Es kommt wie es kommen muss: es wird laut in der Halle, Eltern fangen an zu krakelen, die Kinder sind sauer, gefrustet, wütend. Mehrfach heulen Kindern nach Fouls. Ein Junge tickt aus, heult, tritt um sich und trifft einen Gegenspieler. Trainer nimmt ihn motzend vom Platz. "du kannst dich nicht benehmen...blablabla". Das alles in nur 10 Min. =O


    Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass dieser Junge Sanktionen vom Trainer erfährt oder Grundlage eines Beitrages hier wäre "E-Jugendlicher tickt aus, was kann ich machen?", dann geht das sowas vom am Ziel vorbei!

    In sofern glaube ich schon, dass man viele Dinge noch auf "unserer" Ebene ansprechen und lösen kann. Das sind auch die Problemfälle, die man aus sozial/gesellschaftlicher Sicht im Verein behalten sollte.

    Man konnte übrigens vorher schon gut sehen, dass der Bursche nicht mehr lange durchhalten würde. Mich hat der Ausraster jedenfalls nicht gewundert. Der Trainer hätte das erkennen und den Jungen rechtzeitig auswechseln müssen.


    Das Hallenturnier ist übrigens so weiter gegangen: Die Turnierleiterin *hüstel* hat lautstark übers Mikrophon alle Trainer zu einer kurzen Besprechung zu sich gerufen. Dann hab ich allen Kollegen erläutert, dass das genau die Art von Kifu ist, die keiner will. Und dass die Trainer sich jetzt alle mal wieder beruhigen, ihre Eltern und Kinder einfangen und dass die nächsten Schiris gefälligst ihren Job ordentlich machen sollen. Danach war wieder Ruhe in der Halle und die letzten Spiele konnten wieder normal geführt werden.

    Die erhoffte Wirkung durch diese Besprechung vorallem in Richtung Eltern ist eingetreten, was mich echt gefreut hat.

    Seit dem keine Probleme mehr, auch wenn die wieder kommen werden, wahrscheinlich.

    Vielleicht vergessen wir, den Kindern im Training Methoden und Lösungsansätze zu vermitteln wie man mit Ungerechtigkeiten auf und neben dem Platz sinnvoll umgehen kann.

    Mir fallen spontan zwei Situationen ein, wo Kinder ausgeflippt sind und eigentlich nur auf Erwachsene (ungeeignet) reagiert haben. So wähnte sich ein Junge sich nach einem vollkommen misslungenen Einwurf ausgelacht, dabei haben die Eltern am Rand gequasselt und über einen Witz gelacht.


    Beim Team meines Großen ist eine Sportpädagogin im Trainerteam und arbeitet ca. 5 Min mit den Jungs... Dadurch haben die Kinder als Team einen erkennbaren Fortschritt erzielt. So sollten sich die Jungs kürzlich gegenseitig erklären was sie am anderen schätzen: "das du gut kicken kannst weißt du selber aber in letzter Zeit meckerst du nicht mehr so viel. Das finde ich gut". Warmduschen nennt sie das. Und auch wenn die coolen Jungs das nach außen hin abtun, wird das seine Wirkung nicht verfehlen.


    Trainer E vielleicht gelingt es dir, den Jungen kurz vor einem neuen Ausbruch erneut emotional abzuholen, und ihm so eine weitere positive Erfahrung zu ermöglichen...

    Das klingt ja super!

    Man benötigt trotzdem für alle Spielfelder eine Aufsichtsperson und daran könnte das Projekt leider scheitern .

    Glaub ich nicht! Man muss die Erwachsenen nur entsprechend briefen. Viele Eltern der Minikicker müssen das Verhalten am Rand ja auch erst lernen. Vielleicht hatten wir Glück aber ich habe die Eltern vor dem allerersten Spiel sehr intensiv instruiert, dass wir so was wie schieß, lauf, spiel oder die Namen der Kinder nicht hören wollen. Das Vokabular der Eltern solle sich bitte auf Klasse oder weiter so und freundlichen Applaus für alle Minikicker beschränken.

    Das hat super geklappt. Und wir hatten Vollgaseltern in unseren Reihen... Aber am Rand verhalten sie sich in der Tat bis heute vorbildlich.


    Ich fände es ja sinnvoll, bei den Kleinen einen Fairplay-Beauftragten zu benennen, der für die Einhaltung der Trainer- und Elternregeln verantwortlich ist und für Ruhe am Platz sorgt.

    Ich weiß nicht, ob wir uns einen Gefallen tun, dass im Kleinfeld immer dafür gesorgt wird das jeder immer spielen darf ???

    Na das kommt ja darauf an, was ich fördern will. Im normalen Dorfverein hat jedes Team ein solches Kind, das glaube ich auch. Doch was passiert mit dem Kind, wenn es "fahrlässig" weggeschickt wird? Ich provoziere jetzt mal aber sind das am Ende nicht die, die den Omas die Handtaschen klauen?

    Was ich sagen will: Verein hat eine sehr wichtige Funktion in der Gesellschaft. Gerade in der Pubertät kann das für die Jugendlichen ein Halt sein, der das Elternhaus eben nicht bietet. Das ist auch kein Widerspruch zur "klarer Kante". Gerade solchen Halt durch klare Regeln und Grenzen wünschen sich viele Jugendliche.

    Skriwer die Idee mit Pass des Verteidigers zum nächsten Angriffsduo finde ich super und werde ich gleich beim Training mit einbauen.

    Ich würde dem Verteidiger auf die rechte Seitenwand eine Weichbodenmatte als Tor aufstellen, auf welche er dann unbedrängt mit links abschließen dürfte.