und dennoch nicht an die Zuschauerzahlen der Frauen-WM 2011 herankam.
Deine Aussage ist so nicht richtig
Die Live-Übertragung des Finals der deutschen Fußballerinnen bei der Europameisterschaft in London hat den elf Jahre alten Einschaltquoten-Rekord von der WM 2011 geknackt. Durchschnittlich 17,897 Millionen Menschen sahen am Sonntag in der ARD die 1:2-Niederlage der DFB-Auswahl gegen England nach Verlängerung. Der Marktanteil der rund zweistündigen Übertragung lag nach Angaben der AGF-Videoforschung bei 64,8 Prozent. [...]
Der bisherige Bestwert war bei der Heim-WM 2011 aufgestellt worden: Bei der Viertelfinal-Partie Deutschland gegen Japan (0:1) hatten 16,95 Millionen zugeschaut, der Marktanteil lag damals bei 59,3 Prozent.
Und dass zeitgleich die erste Runde des Pokals anstand, muss ich dir wohl eher nicht erklären.
Auch bei den TV-Geldern wird weiterhin die Nachfrage den Markt regeln. Wer weniger Zuschauer generiert, wird auch weniger TV-Gelder bekommen. Herren und Damen zusammen vermarkten wird mit Sicherheit nicht funktionieren. Und wie soll das mit der Übertragung funktionieren? Soll dann für jedes Damenspiel ein Kommentator bezahlt werden und soll der Aufwand mit zwanzig Kameras betrieben werden? Damit es dann vielleicht 5% der Herrenzuschauer generiert? Ich halte den Aufwand schon für z.B. Augsburg gegen Mainz übertrieben.
Na ja... 4 Mio gucken im Schnitt die Sportschau. Heißt überspitzt gesagt, dass es rund 75 Mio überhaupt nicht interessiert was da passiert, müssen aber dennoch den Zirkus (mit)finanzieren. Das macht immerhin 1/8 der GEZ Gebühren aus. Da werden öffentliche Gebühren her genommen, um den Status Quo zu festigen. Nicht nur, dass das Augenmerk brav bei den Männern bleibt, nein auch dass Bayern Meister wird. Der Teufel scheißt bei diesem System ganz offen auf den dicksten Haufen. "Interesse" ist im neuen Verteilschlüssel übrigens ziemlich nach hinten gerückt. So verteilt die DFL ab 2021/22 die TV-Gelder - kicker
Ich bin der Meinung, dass man Interesse sehr wohl generieren kann, wenn das Produkt gut ist. Bei vielen Sportarten haben wenige Protagonisten ausgereicht, einen Hype auszulösen, der sich sehr wohl in der TV-Präsenz niedergeschlagen hat. Michael Schuhmacher, Steffi Graf und Boris Becker, Jan Ulrich, Sven Hannawald, Herrenhandball. Dann hat man das Pferd geritten, bis es vor Altersschwäche tot umgefallen ist, sprich es wurde jedes Turnier, jedes Springen, jedes Rennen gezeigt bis gar nicht mehr zu übersehen war, dass der Hype abgeflaut ist. Hier fehlt es dann wie immer am Augenmaß.
Apropro Augenmaß, es geht nicht darum, dass man 20 Kameras in jedem Stadion aufbaut. Aber wäre es wirklich verwerflich, 1-2 Kommentatoren in 1-2 Stadion zu schicken und 1-2 Spiele verpflichtend im Rahmen der Sportschau und aktuelles Sportstudio zu zeigen? Ich meine hey, und wenn das ausgestrahlt würde - vielleicht mit einem kurzen Warnhinweis - könntest du dann ja noch kurz in den Keller, ein frisches Bier holen. ![]()
Ich bin der Ansicht, dass man mit vielen kleinen Schritten auch gut ans Ziel kommt anstatt jetzt mit viel Geld und Getöse ein "Produkt" zu kreieren, welches am Markt scheitert. Aber die kleinen Schritte, die muss man gehen, konsequent und permanent.
Im Volleyball etwa hat man im Rahmen einer "Professionalisierung" die Ansprüche sprunghaft derart hoch geschraubt, dass zahlreiche Vereine dankend ablehnen und freiwillig nicht aufsteigen oder schlicht pleite gehen. Medienpräsenz hats natürlich keine gebracht.
Ich glaube allerdings, dass die Zeiten gar nicht so schlecht für einen nachhaltigen Schub beim Damenfußball sind. Wenn ich in den unsozialen Medien Kommentare etwa zur Winter-WM lese, dann wenden sich immer mehr diesem völlig abgehobenen Zirkus ab. Mich stoßen zum Beispiel auch die gezahlten Summen inzwischen komplett ab. Soviel Geld wie da einige Männer in einem Jahr erhalten, kann man in einem ganzen Leben gar nicht ausgeben. Scheichs und Konzerne lösen im Grunde Vereinsstrukturen endgültig ab. Mich würde es nicht wundern, wenn sich immer mehr abwenden.
Ob diese Leute dann dem Frauenfußball eine Chance geben und/oder ggf. sogar eine neue Heimat finden, wäre den Beteiligten zu wünschen.
Eine Rückbesinnung auf einen gewissen Wertekanon im Herrenbereich sehe ich leider noch in sehr weiter ferne. Noch kann man diese Kuh wunderbar melken.
Die Platzzeiten sollten davon abhängen ob genug Spieler auf dem Platz sind unabhängig ob Männer, Frauen oder Kids. Wie oft sieht man Feierabendkicker die einen großen Platz beanspruchen und wo sich 10 Leute tummeln.
Würde man einen Boom lostreten und es gäbe in jedem Verein zusätzlich noch 7 Mädchen/Damenteams, dann würde es sicher deutlich zu eng. Hier wären dann eben die öffentliche Hand / Verbände gefragt, die Infrastruktur zu schaffen bzw. zu modernisieren (denn es gibt sie ja noch, die alten, aufgegebenen Ascheplätze)
Und das wäre dem Frauenfußball ja zu wünschen. Ich kenne Vereine, da sind die Mädchenteams inzwischen normal geworden. Die Mädels werden nicht geboostert aber sie leben in friedlicher Koexistenz. Das ist einer der kleinen Schritte, die ich meine.
Hier im Umkreis sind es vorallem die Vereine mit großen Platzanlagen, die die Mädels inzwischen willkommen heißen und die Strukturen schaffen oder geschaffen haben. Immerhin.
Aber selbst hier am Niederrhein müssen mehrere Kreise zusammengeworfen werden, um den C-Juniorinnen eine Liga zu basteln. Wie muss es da erst aufm platten Land aussehen?
