Beiträge von Goodie

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    Hallo,


    wir schreiben von Anfang an die Trainingsbeteiligung mit und stellen schon länger fest, dass die Kinder, die regelmäßig kommen, sich besser entwickeln als die, die im Schnitt nur jede dritte Woche mal kommen. Kinder werden krank, die Omas haben Geburtstag, Kindergarten- und Schulausflüge stehen an. Soweit so klar und nicht weiter verwunderlich.
    Und so sind es bei uns bis auf einen auch die Schlechten, die selten kommen während sich die Guten voll motiviert erst durch 39,5°C Fieber vom Training abhalten lassen.


    Wenn man den Anspruch hat, dass die Schere möglichst zu bleibt und man die Kinder könnenstechnisch zusammen bekommt, dann ist das aber ein echtes Dilemma.


    Bisher war zu beobachten, dass die Kinder - wenn die Trainingsbeteiligung nachlässt, häufig auf dem Absprung waren und irgendwann aufgehört haben. Jetzt ist das nicht mehr so. Betrachte ich die Trainings von Ende Hallenzeit bis Anfang Sommerferien, dann komme ich auf 20 Trainings. Die Besseren hatten 13-19 Teilnahmen, die Schlechteren 11-6.
    Der "Letzte" etwa, wird von seinen Eltern immer abgemeldet, wenn er nicht kommt. Auch sind wir so viele, dass es nicht stört, wenn 3-4 zum Training nicht kommen.


    Dennoch drängt sich mir die Frage auf, ab wann man die "Daumenschrauben" anziehen kann, was das regelmäßige Training angeht. Wie habt ihr das gehandhabt?

    Prüfungen und Wettkämpfe sind doch grundunterschiedlich!


    Eine Prüfung macht man für sich. Ungeachtet der Ergebnisse der anderen muss ich eine gewisse Leistung erbringen, um etwas zu erreichen. In deinen Beispiel der Fahrradprüfung etwa die Tauglichkeit, am Straßenverkehr sicher teilzunehmen. Kann man das noch nicht, darf man noch nicht zur Schule radeln. Das ist sinnvoll.
    Und auch eine meiner Grundsätze seit je her: "du kommst nicht auf den Baum? Dann kannst du nicht rauf. Irgendwann schaffst du es, ich hebe dich sicher nicht hoch." Und irgendwann schaffen sie es und sind stolz wie Bolle weil sie es geschafft haben.
    An Bronze hat mein Sohn 3 Monate rumtrainert, bis er die nötige Tempohärte hatte. Langsam schwimmen ging irgendwie nicht, da sackte er durch. Auch hier war er sehr sehr stolz, als er es endlich gepackt hatte.


    Deswegen ja: ich packe meine Kinder sicher nicht in Watte, ich bin der Part, der unten am Baum steht, nicht so genau hinschaut :whistling: , hofft, dass sie heile wieder runter kommen und ggf. erste Hilfe leistet!


    Bei einem Wettkampf jedoch geht es darum, besser als der andere zu sein. Projeziere ich das etwa aufs Arbeitsleben, so stehe ich nicht im Wettkampf sondern bin Teil eines Arbeitsteams, mit dem Ziel, eine gute Arbeit abzuliefern. Bei uns packt keiner die Ellbogen aus um sich in besseres Licht zu schieben. Vielleicht machen wir deshalb keine Karriere aber wir haben Spaß bei der Arbeit, unseren Verantwortungsbereich und einen Output.


    Sportlicher Wettkampf ist für mich hingegen ein Spiel, bei dem man bei allem sportlichen Ehrgeiz auch die Kirche im Dorf lassen MUSS. Sonst hat man nämlich die Brüllaffen, die Hooligans, die Dopingsünder. Wir sind doch alle Breitensportler. Auch meinetwegen Leistungssportler (ich bin in meiner Hauptsportart bis zur Oberliga gekommen) aber doch keine Hochleistungssportler oder gar Profis. Sportlich fair im Wettkampf, ehrlich in der Bewertung der Leistung (sorry, war foul) und nach dem Spiel ein gemeinsames Bierchen...


    Für mich ist es schwer zu verstehen, dass man sich diesem Gedanken nicht mal als Wunschvorstellung für seine Kinder anschließen möchte. Ich weiß freilich, dass die Realität auf vielen Fußballplätzen anders aussieht. Aber es gibt auch viele viele, die das durchbrechen wollen. Hier erschallt bei den Senioren (Kreisklasse) mehr als einmal ein "Hey, pass auf, Alter, wir müssen alle morgen wieder arbeiten".



    Zum Thema Schule und Leistung/Wettkampf/Druck könnte ich mich ja Stundenlang auslassen. Nur kurz: Wir bereiten die Kinder von heute mit den Lehrern aus den 70ern und den Konzepten aus den 50ern auf die Zukunft von morgen vor. Ich sag nur Overheadprojektor.
    So richtig rund scheint mir das Konzept nicht zu sein. Aber hier hat sich ein schlauer Mensch schon mal sehr pointiert Gedanken gemacht, welchen ich mich vollumfänglich anschließe. Wenn es dich interessiert dann lies mal hier in der Geo: http://www.geo.de/GEO/heftreih…l-macht-schlau-79266.html


    Ich sag ja: wir brauchen eigentlich radikale Lösungen für unsere Kinder von heute und den Anforderungen von morgen.

    Naja, Ich weiß nicht wie weit die Kinder (8-10 Jährige) bei euch im Verein sind, aber mittlerweile sind die Kinder weiter als vor 50 Jahren. Ich habe es schon mal gesagt, die Kinder übernehmen es nicht mal von den Eltern, das passiert schon über Medien, Lieblingsverein etc pp. Jeder hat sein Idol, und jeder möchte so sein / werdec wie sein Idol, und da ist schon der Druck den ein Spieler sich selbst macht.


    Warum gehen Kinder in Fußballschulen oder Feriencamps vongroßen Bundesliga Vereine ? Nicht weil sie mal eben bissl zocken wollen, nein die wollen besser werden, aber warum will man besser werden, warum muss man Tricks ala Ronaldo können ? Ist doch unwichtig mit 8 Jahre.

    Vor 50 Jahren hab ich nicht gelebt. Aber vor 30 war ich jung. Zu meiner Zeit wollten alle Matthäus oder Rummenigge sein, heute eben Ronaldo oder Messi. Wo ist der Unterschied?
    Und es geht nicht um das ein oder andere Talent. Sondern um so eine typische Dorftruppe mit dem dicken Paul und dem verträumten Philipp.
    Das ganze Leben (!?) ist ein Wettkampf? Au weia! Ich glaube, bei dir wäre ich eher nicht so gerne Kind.


    Um deine Frage zu beantworten:
    Also mein Sohn wollte in eine dieser Fußballschulen um seinen Idolen ganz nah sein. Hat auch geklappt. Stadionführung, Autogramm- und Interviewstunde, dazu noch ein Foto von ihm mit einem der Bundesligastars. Und zu guter Letzt durfte er noch etwas beim öffentlichen Training zugucken. Mein Sohn war 3 Tage im Paradies. Bei dieser Fußballschule war der Umgang seitens der Trainer mit den Kindern übrigens extrem nett und ausschließlich auf Spaß ausgelegt. Bei allen Spielen etwa mussten die Verlierer Faxensprünge machen, die die Gewinner sofort nachmachten.



    Wenn du schon verneinst, dass ein KO-Spiel anders ist als ein normales, dann lohnt wohl eine Debatte nicht weiter.

    Aber das ist es doch was die Kinder auch wollen, die Kinder sind nicht Dumm, sie wissen ganz genau, das es nur einen Sieger geben kann. Und Ich habe noch kein Kind gesehen das letzte wurde und anschließend einen Psychologe brauchte.


    Manche legen die Kinder bestimmt noch in Watte. Auf der einen Seite wollt ihr das durch die FPL die Kinder selbst ihre Erfahrungen machen, aber auf der anderen Seite wollt ihr sie vor allem beschützen. Gewinnen und verlieren gehört nun mal zum Fußball. Und selbst wenn es keine Ergebnisse oder Tabellen bei einem Turnier gibt, die Kinder wissen selber gut genug, das sie das Spiel gewonnen oder verloren haben etc pp.


    Also wickelt die Kinder nicht bei allem in Watte ein, das wird denen auch nicht gut tun.

    Ich habe nichts gegen Siegen! Ich habe nur was dagegen, dass der fünfte Platz ein Scheiß sein soll! Schon der Zweite steht bedröppelt bei der Siegerehrung. Wenn vom Ergebnis abhängt ob man gleich heimfährt oder noch bleiben darf, wird der Druck viel höher als er wäre, wenn es "nur" ums gewinnen ginge.


    Bei Fußballturnieren findet man aber keinen besseren Modus als Viertel-, Halb- und Finale. Wer verliert ist raus! Wie bescheuert ist das? Nach einer Gruppenphase kann man einfach nach den Ergebnissen neue Gruppen zusammenstellen und wieder jeder gegen jeden spielen lassen. Der Sieger ergibt sich über die Tabelle. Und so kann man auch die Plätze 5-8 und 9-12 ausspielen. Somit bekommt man es in der zweiten Runde mit ähnlich starken Kindern zu tun. Auch die schlechteren Teams.
    Wenn es schon ein Baum sein soll, dann bitte als Doubleout - kann man bei den Beachvolleyballern abgucken!


    Hier in der Gegend hat eben erst ein Bauunternehmer Millionen in einen Stadtverein gesteckt und von einem anderen Verein von der D-Jugend aufwärts alle Trainer abgeworben. Was denkst du, was der vor hat? Fair Play und Spaß oder den Aufbau seines "Lebenswerks", mit allen Konsequenzen? Und der Vorstand hat diesen Einstieg des Großsponsors gefeiert. Andere Vereine sind immer noch zerknirscht, warum er nicht bei ihnen eingestiegen ist. Und gegen die müssen wir spielen.

    Joh mei! Dann verliert man eben diese Spiele. Ist das wirklich ein Drama?


    Wenn man mal die Kinder in den gedanklichen Mittelpunkt rückt, dann sind doch Vereine, die sich als LZ verstehen nicht falsch. Ein Kind, welches aus dem Können der anderen heraussticht, kann sich doch im Dorfverein gar nicht so entwickeln, wie es diesem Kind entspricht. Warum also sollte man die Talente nicht sammeln und unter ihresgleichen trainieren und ausbilden?


    Wenn man das System aus Bauernliga - Leistungsklasse - Topliga gutheißt, warum dann nicht auch Dorfverein - Leistungsverein - Topverein?
    Und aus Kindersicht müsste das auch durchlässig bleiben. Ein Kind, welches sich im Leistungsverein probieren will, sollte im Guten gehen (können) und wenn es auf die Nase fällt müsste es mit offenen Armen zurückempfangen werden. Aber auch hier müssten die Narzisten (Trainer, Vorstände, Eltern) freilich umdenken.



    Ich bin der Meinung, man muss das eine tun ohne das andere zu lassen: Die Guten fördern und die Schwachen nicht abhängen. Das Gesamtschulprinzip dürfte hier aber wenig erfolgsversprechend sein.





    In Watte packen?
    Das wohl nicht aber muss ich 9 Jährige einem "Harten Wettkampf" aussetzen? Warum? Weil man das mit uns vor 30 Jahren auch schon so gemacht hat? Oder erkenne ich an, dass die Kinder heutzutage schon im Alltag ganz anderen Belastungen ausgesetzt sind (Schule, Betreuung) und nehme in der Freizeit einfach mal den Dampf raus? Hier schaffen es Kinder vor lauter Hausaufgaben manchmal nicht pünktlich um 16:30 Uhr zum Training zu kommen...


    War das früher auch schon so? Nee. Da war Mama schön daheim, hat die Kinderchen mittags in einer bunten Rüschenschürze begrüßt und mit einem Lächeln das Essen serviert. Heile Welt - bis diese Frauen in der Altersarmut endeten weil der Herr Gemahl sich mit 55 eine jüngere, modernere Frau zugelegt hatte... Sorry, ist etwas überspitzt dargestellt aber ist doch wahr! Wir leben in einer anderen Welt als vor 30 Jahren. Da müssen uns doch auch andere Lösungen einfallen als das Verharren in alten Denkmustern.


    Die Vereine, die über Mitgliederschwund jammern, müssten in die Schulen! Dort sind die Kinder und langweilen sich in den Nachmittagsbetreuungen. Doch auch hier: wer soll das leisten? Kein Mensch hat um 14 Uhr Zeit für eine Schulmannschaft. Bezahlte Trainer gibt es nicht denn der Verein muss nachwievor schön billig bleiben. Es haben zwar viele Menschen kein Problem damit, für ne Muckibude 50 € im Monat pro Person abzudrücken aber im Verein? Niemals. Da können sich einige im Ehrenamt mal schön den Allerwertesten aufreißen.
    Und die Eltern hetzen nach der Arbeit noch schnell zum Aldi, dann muss der Kleine zum Flötenunterricht, der Große zum Training, heim, schnell was kochen, dann wieder alle einsammeln und abends die überdrehten Kindern ins Bett bringen.


    Nee, es wird wirklich Zeit für neue, bessere Lösungen. Das wären aber sehr radikale Schritte.

    Es scheint ja doch regional sehr große Unterschiede bei der Auslegung der FPL zu geben.


    Hier ist es so, dass Turniere keine Gewinner haben dürfen. Selbst Vergleichsspiele bei Turnieren mit zwei Gruppen sollen keine Rückschlüsse auf die Platzierung zulassen sondern willkürlich festgelegt werden (das finde ich übrigens doof) Jeder bekommt am Ende eine Medaille (ich weiß schon gar nicht mehr wohin mit den Dingern) und es fällt kein Wort über Platzierungen.
    Bei den Spielrunden werden wohl die Ergebnisse protokolliert aber nirgends öffentlich gemacht.


    Sobald die Kinder in die E-Jugend kommen (von vielen Erwachsenen übirgens sehnsüchtig erwartet) kommen dann Tabelle, Schiri und bei Turnieren auch ein Endspiel. Und ja, die Sieger freuen sich 10-30 Minuten ein Loch in den Bauch. Aber wer sich mal eine Stunde vor dem Endspiel ans Tor des Platzes stellt und die Kinder beobachtet, die ausgeschieden sind... da freut sich keiner. Bei einem 16er Turnier gehen 15 Teams als Looser nach Hause. Glückwunsch!
    Und die Aufbauarbeit, ein Team welches Tabellenletzter ist, wieder aufzurichten, dürfte viel schwerer sein, als ihnen rechtzeitig mitzugeben, dass das unwichtig ist.



    Ich beobachte hier, dass die FPL mit zunehmendem Alter der Kinder und dem bei Trainern und Eltern steigenden Anspruch an Können und Erfolg, abnimmt. So, als sei das was für die Kindergartenkinder.
    Die Alte F1 ist viel unterwegs gewesen, hat die Kinder bei internationalen Turnieren gemeldet und ist in Kreise gefahren, die mit Schiri und Pokalen spielen. Das wurde immer wichtiger. Und nun? Vier Leistungsträger wechseln den Verein, der Rest ist "nur noch" normal. Und alle gucken sparsam.
    Mein "Lieblingsverein" spielte letztes Jahr mit vier älteren Kindern gegen Gegner, die allesamt nur mit dem jungen Jahrgang spielten und räumten entsprechend alles ab. Der Trainer strahlte. Ich bin gespannt, wie es sich nächste Saison ausgewirken wird, dass diese Jungs natürlich durchspielen und Tore schießen durften und somit den Kleinen Spielzeit nahmen.


    Bislang sind solche Anwandlungen bei den Teams meiner Kinder noch nicht zu erkennen.
    Übrigens: meine Kinder sind beide ehrgeizig und wollen natürlich gewinnen. Das steht aber in keinem Widerspruch zum FP-Gedanken. Das hat nämlich was mit Erziehung zu tun, dass man Siege fair erringen muss.



    Zum Blick über den Tellerrand übrigens noch:
    Die Volleyballkinder pfeifen sich selber. Ab der F-Jugend müssen 5 Kinder das Schiedsgericht stellen. Drei Teams treffen sich, jeder gegen jeden, der dritte pfeift. DAS ist das Spiel, bei dem man als Trainer am meisten zu tun hat, denn das muss man den Kindern sehr intensiv beibringen. Da hockt man schon mal zur moralischen Unterstützung einen Satz beim 1. Schiri zu dessen Füßen auf dem Kasten. Wenn ein Trainer dazu keinen Bock hat, kommt nur Murks bei der Pfeiferei rum.
    Und eine Handballtrainerin berichtet über Spiele, die bei der F-Jugend verpfiffen wurden.

    Wie sollten denn diese Interessengruppen zusammenkommen?
    Wer etwas bewegen will, muss die Ochsentour gehen. Vorstandsarbeit, Kreis, sonstwas.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich - als Interessierte der FPL - nur für dieses Thema in einen Arbeitskreis berufen werden könnte!


    Und so sind es die, die es immer machen: häufig alte Männer weit weg von den Realitäten rund um Kinder.


    Die, die es wissen könnten sind schon genug beschäftigt mit Trainerämtern, Eltern, Taxifahrer, Nachhilfelehrer, Ersthelfer, Koch... - Eltern eben.


    Deshalb bin ich wenig optimistisch, dass sich was ändert.

    Der Krieg ist alt, sehr alt schon. Es gibt allerdings seit ein paar Jahren die Bestrebungen, das ganze zu befrieden und nach meinem Verständnis kann das nur von unten langsam rauswachsen.


    Bei den 08ern ist das Verhältnis gut, bei den 09ern auch. Der 10er Trainer ist schlimm... Hinter den Kulissen wird ja daran auch gearbeitet. Da unterhalten sich die Sozial- und Jugendwarte etc. Aber offen über Meldungen würde ganz sicher wieder alles zerdeppern.


    Ich bin ja ganz froh, dass es den anderen Verein gibt. Sonst hätten wir die Vollpfosten ja in unseren Reihen... :S:D

    Benimmt sich ein Trainer daneben und kommt es zu einer Verhandlung vor dem Sportgericht, so muß der Lizenztrainer bzw. sein Verein ebenfalls mit einer Strafe rechnen. Das kann bis hin zu einer lebenslangen Sperre als Trainer gehen. Insofern hast du vollkommen recht und das nicht mal zum Spaß! Allerdings gibt der DFB mehr Geld an Vereinszuschüssen für die Trainer aus, die sich nicht daneben benehmen und für ihren Verein und dem sozialen Umfeld wertvolle Arbeit leisten.

    Aber das ist doch total theoretisch!


    Wir bewegen uns doch alle irgendwie im Dorfumfeld, oder? Selbst in einer Großstadt sind es die immer gleichen 5-15 Vereine mit denen man zu tun bekommt. Wir haben hier die größten Probleme mit dem zweiten Dorfverein und hier würde KRIEG ausbrechen, wenn wir eine offizielle Meldung machten.


    Wenn man Fehlverhalten anspricht, folgen Beleidigungen über Facebook, so verschlüsselt dass jeder weiß wer gemeint ist, Postings aus beiden Lagern... das sind da noch die harmlosen Varianten. Und alle anderen Trainer? Die gucken betreten auf den Boden, finden das Verhalten einzelner Scheiße (sagen das aber nur leise) und versuchen sich so gut wie möglich rauszuhalten. Und um eine Lizenz zu verlieren muss wohl deutlich mehr passieren als am Rand enies Bambiniplatzes rumzubrüllen...


    Auch da müssten neutrale Beobachter an den Platz. Das passiert meines Wissens, wenn es beschwerden gab. Aber eben erst dann. Aber wie sollen einige wenige das auch stemmen?
    Da sind wir wieder beim FP-Beauftragten. Bei uns im Kreis finden vier Spieltage statt mit jeweils 4 Teams in Spielfesten statt. Davon gibts im Kreis 10 Stück, die alle die gleichen Termine haben. Man müsste also rein rechnersich zu einem (fremden) Turnier als Beobachter. Das könnte man schon organisieren...


    Ich habe meinen "Lieblingstrainer" in einem persönlichen Gespräch an den Hammelbeinen gehabt und er hat Besserung gelobt. Na ich bin ja sehr gespannt.

    Was mich übrigens bei den Brüllaffen besonders bei den Bambinis nervt ist, dass sie das Spiel unnötig schnell machen.


    Kinder haben keine gute Orientierung im Raum. Sie müssen einfach Zeit haben, den Kopf hochzunehmen, sich umzuschauen, den Mitspieler zu identifizieren und sich richtig zum Ball zu stellen, um ihn abzuspielen. In der Zeit überlegt sich das gegnerische Kind: soll ich angreifen oder lasse ich es lieber bleiben. Das Spiel wäre langsam und dem Entwicklungsstand der Kinder angemessen.


    Durch die Einflussnahme von draußen: "schneller, lauf, spiel ab, schieß!" wird das Tempo drastisch erhöht. Die Kinder laufen schneller, das bestätigen alle Gespräche mit anderen Trainern. Und die angestachelten werden das Spiel wahrscheinlich gewinnen.
    Dass man dabei die Eigenmotivation der Kinder komplett überfährt, wird vollkommen übersehen.
    Lasst den Kindern doch ihr Tempo... Aber hier wird man wohl gegen Windmühlen kämpfen.

    Es gibt diese Regeln! Es sind nur drei! Und ich kann dir auch sagen, an welcher Stelle sie scheitern.



    1. die Kinder entscheiden selber
    das klappt eigentlich ganz gut


    2. die Eltern bleiben 15 m vom Spielfeldrand entfernt
    funktioniert bei uns auch und wenn sich jemand auf den Rasen verirrt, dann wird er runterkomplimentiert. Ausnahme: jemand geht leise mit einer Kamera näher ran, macht einige Fotos und geht dann wieder.
    Das kann schon mal(!) zu Streß mit den auswärtigen Eltern führen, stört mich aber nicht.


    3. die Trainer leiten das Spiel aus einer gemeinsamen Coachingzogen (3m)
    So. Und hier liegt es im Argen. Meist steht der eine auf der einen, der andere auf der gegenüberliegenden Seite. Und dann wird entweder gerufen (ok) oder gebrüllt (nicht ok). Wenn jetzt aber der gegnerische Trainer (oder man vielleicht auch selber) über das Ziel hinausschießt: kann man das beeinflussen? Nein. Sonst muss man nämlich seine Kritik selber quer über den Platz bölken.
    Wir versuchen es so: wir begrüßen den gegnerischen Trainer mit Handschlag und fragen: stellen wir uns hier hin über rüber? Und dann kannst du schon an der Reaktion sehen obs ein Brüllaffe ist oder nicht. Denn verhindern, dass er einfach auf die andere Seite gehst, kannst du ohne Streß eigentlich nicht.


    Es ist leider immer der der Blöde, der auf das Einhalten der Regeln pocht. Gesellschaftlich sehr interessant aber immer wieder zu beobachten. Selten dass der Angesprochene sagt: ui, da haste Recht.
    In sofern wäre ein Beobachter durch den Kreis o.ä. in der Einführungsphase sicher sehr sehr sinnvoll! Der als Funktionär kenntlich die Protagonisten vor Ort informiert, aufklärt, belehrt - je nach dem was nötig ist.




    Btw: von wegen die Kinder kennen die Regeln nicht:


    Bambinis junger Jahrgang: aus, Tor, Anstoß, im Verlauf der Saison kommt Ecke hinzu.
    Bambinis alter Jahrgang: aus, Tor, Anstoß, Hand, der Torwart sollte mit dem Ball in der Hand nicht ins Tor latschen, Ecke...
    Das können deine nicht? Dann haben wir Wunderkinder...

    Meine Jungs haben mich nach jedem Spiel gefragt "Wo stehen wir eigentlich in der Tabelle..."

    na ja, das kann man aber recht schnell argumentativ vom Tisch bekommen. Nicht umsonst bekommen zum Beispiel Schulkinder erst in der dritten Klasse Schulnoten (zumindest in NRW und das war schon in den 70ern so)


    Schade, dass ihr meine Erfahrungen so gekonnt in der Debatte ignoriert. In unserem Kreis gibst die FPL seit 2014 und wir waren von Anfang an dabei...

    Meines Wissens werden die Ergebnisse sehr wohl erfasst und auch ausgewertet aber nicht veröffentlicht. Zur Rückrunde werden hier die Gruppen nach den Ergebnissen der Hinrunde neu gemischt. Die stärkeren einer Gruppe steigen auf, die schwächeren ab.


    Hier wird die FPL nur noch sehr selten in Frage gestellt. Immer nur durch die Erwachsenen und immer nach eher ruppigen Spielen. Und ja, so mancher Honk telefoniert samstags nach den Ergebnissen der anderen um eine "interne Tabelle" zu führen.


    Ich finde jedoch, wenn man den Kindern aufmerksam zuhört, dann kann man durchaus von ihnen lernen...
    Folgende Szene: rot schreit "Foul, Freistoß", blau wehrt sich "gar nicht, Ball gespielt". Die Kinder meckern sich an, sind aber recht weit von den Trainern entfernt. Dann legt sich rot den Ball zurecht und macht sich zum Freistoß bereit. Blau fügt sich. Der Freistoß führt zum Tor.
    Nach dem Spiel, welches blau 4:2 verliert, sind sich die blauen einig: "das Freistoßtor zählt nicht! Das Spiel ist nur mit 3:2 verloren gegangen" und gehen erhobenen Hauptes vom Platz. - Problem gelöst! So einfach kann es sein, wenn man die Kinder machen läßt.


    Wir hatten ein FS mit den Bambinis und am Ende haben alle gerätselt, ob es 5:5 oder doch 6:5 ausgegangen ist. Die eine Mannschaft meinte so, die andere anders. Alle glücklich.



    Ich sehe das nicht so, dass es FS-Charakter hat. Die fehlende Tabelle führt eher dazu, dass sich alle immer zunächst auf Augenhöhe begegnen. Da kommt dann eben einfach der FC Knickfuß und nicht der Tabellenvorletzte. Ein großer Vorteil, wie ich finde.
    Auch bei Turnieren wird hier kein Sieger ermittelt. Wo in einem normalen Turnier ein Team gewinnt, sind 7 andere traurig ausgeschieden.
    Wettkampf ja - sobald die Kinder das Trikot anhaben, sind sie im Wettkampfmodus.

    Ich finde, es gibt eigentlich nur sehr wenige Gründe richtig laut zu werden:


    ich will das Spiel unterbrechen ("STOP") weil jemand heult
    ich will ein Kind sofort erreichen wenn es sich grob daneben benimmt. (z.B. unbeherrschtes nachtreten)



    Für Hilfestellungen im Spiel und um die Kinder zur Auswechselung zu rufen reicht mE. eine kräftige Stimme.
    Der Unterschied dürfte hier vorallem im Tonfall zu liegen.

    Und meine Kinder sind selbst in der E noch alle ganz heiß auf kleine Spiele, hier halt 5gg5. Also am Alter liegt es wohl nicht. Aber klar es bedarf auch bei den Kindern Überzeugungsarbeit und das klappt auch oft nur wenn man selbst überzeugt voran geht. Alles andere merken die Kinder leider viel zu schnell.

    Ich glaube, wer keine kleinen Spiele ins Training einbaut, ist echt selber schuld. :thumbup:^^


    Mein Einwand bezog sich eher auf die Spieltage!

    @Goodie
    Warum denn nicht? Auch für die Spieler einer F ist doch das Spielerlebnis mehr im Tragen des Trikots und dem Auftreten in einem Team zu sehen. Wenn das ganze dann noch einen Turnier Charakter hat ist das Spielerlebnis fertig. Ob nun 7:7 mit Torwart oder 3:3 ohne ist den Kids dann egal. Wenn es keinen Torwart gibt kann es auch keine Diskussionen geben.


    Das sehe ich in der F-Altersklasse anders. (Mein Großer ist jetzt F1)
    Die Kinder hier waren wohl alle schon mal im Bundesligastadion (hier in NRW steht ja an jedem Laternenmast eins rum) und wollen alle ihren Idolen nacheifern. Sie wollen Fußball spielen wie die Großen. Mit allem: Ecke, Freistoß und ganz entscheidend auch mit Torwart. Am besten noch mit 11m-Schießen am Schluss. Sonst ist das kein richtiges Spiel.


    Wie gesagt: wir haben FPL min. seit mein Großer kickt und das klappt prima. Aber in den Bambinijahren haben sie noch ohne Ecke gespielt. Schon das gab gemecker auf seiten der Kinder (und wurde letzte Saison auch geändert)


    Ausm Bauch raus: für kleine super, für F-Jugend eher nicht mehr.



    Egal welche Spiele man sich ausdenkt, egal wie gut das läuft, im Training kommt immer die Frage: "Wann spielen wir endlich richtig?"





    PS: so kannst du dich auf die anstehenden Diskussionen wappnen...

    Also für Bambinis kann ich mir das gut vorstellen aber F-Jugend?


    Ich glaube, unsere Kinder (2010) - die fast alle Torwart sein wollen - würden heulen!
    Aber als Trainingsspiel machen wir das so ähnlich häufiger, vorallem in der Halle