Mein subjektiver Eindruck ist jedoch, dass bereits in den Kindergärten eine Art Verschulung stattfindet, sodass motorische Fähigkeiten aufgrund von Bewegungsmangel in der G-Jugend nachgeholt werden müssen. Konnten viele Kinder vor 30 Jahren zuerst klettern und dann lesen, so scheint sich dieses Verhältnis verkehrt zu haben? Leider gibt es zu wenig Untersuchungen darüber, sodass die Vermutungen sehr weit auseinander gehen.
Ich kenne hier drei Kindergärten im Ort und alle sind komplett unterschiedlich. In den Einrichtungen kann jeder sein eigenes Süppchen kochen und deshalb findet man auch unterschiedliche Konzepte. Was für alle gilt ist, dass die Kinder länger als früher in den Einrichtungen sind und daher nachmittags kaum noch Kompensation stattfindet. Man kann den Strukturen von früher, wo große Kinderbanden durch die Nachbarschaft gezogen sind, zwar nachtrauern, reaktiviert bekommt man diese jedoch nicht mehr. Man findet diese vielleicht noch in Neubaugebieten und bei uns ist es auch so, dass der Spielkamerad meiner Kinder nebenan wohnt, aber ich weiß auch von vielen, die per Auto zu jedem verabredeten Spielbesuch gefahren werden müssen.
Ich berichte mal von einer Situation bei uns in der Nachbarschaft diesen Sommer (ein Haufen Kinder zwischen 4 und 8): die Jungs rennen umher, spielen Ball, dann fangen, dann klettern sie auf den Baum, anschließen suchen sie Papier für Papierflieger und hüpfen doch noch mal schnell ins Planschbecken bevor sie eine Wasserschlacht anfangen. Das Programm einer knappen Stunde 
In der gleichen Zeit sitzten die Mädchen auf einer Decke und spielen mit ihren Puppen "Tee trinken".
Und das ist auch der Bogen zu folgender Frage:
Eine Frage, die in diesem Zusammenhang noch gar nicht gestellt wurde ist, warum so wenig Mädchen früh in den Vereinsfussball starten. Denn auch hier könnte die Vermutung naheliegen, dass es mit der Einstellung der Trainer für diese Altersgruppe zu tun hat? Sei es, dass die Mehrheit der Trainer den Fussball als Jungensport ansehen,
Ich glaube, der Gedanke, dass Fußball was für Jungs ist ist bei den Eltern sehr viel intensiver verankert als bei den Trainern. Die Mädchen selber haben einfach andere Vorstellungen, die rosa-glitzer-Welt ist ja Realität! Selbst Eltern von sportinteressierten Mädchen werden ihre Mädchen eher beim Tanz oder Tennis anmelden als beim Fußball... Bei den Handballminis waren wir 50:50 besetzt.
