bei gutem Elternkontakt hörst du die Flöhe husten, da kriegst du Wechselgedanken mit, bevor die Entscheidung gefallen ist, und kannst unter Umständen entgegenwirken.
Ich sehe das so: Ich bin neu im Verein und quasi ein absoluter Trainer Anfänger, wenn die Eltern etwas von mir wollen - sollen sie zu mir kommen - wenn sie davor Hemmungen haben ist das nicht mein problem. Außerdem will ich einem Spieler nicht mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen als er es verdient, vor allem vor dem Hintergrund, dass viele andere "stille" Spieler Potential haben und viel gefördert werden müssen. Meine Meinung ist teilweise mit der Meinung eines Elternteils inkompatibel, weil ich meinte, dass ich ein Spiel, bei dem meine Spieler umgehauen werden abbrechen würde, und ein Vater meinte dass er das nicht will - und ja es war ja nicht sein Sohn der umgesäbelt wurde!
Ich erlebe um mich herum egozentrische Eltern, die ihr wohl und das Wohl ihres Sohnes wollen, aber sich einen Dreck scheren um die Mannschaft als ganzes (nehmen Spieltermine nicht wahr, oder wollen 10 min früher gehen weil HSV in der Relegation spielt und und und, das sind nur wenige Beispiele, wer aber seine Egoistischen Interessen vor die Interessen der Mannschaft stellt, wird von mir die kalte Schulter zu sehen bekommen). Gilt ebenso für die Eltern die mich nicht mit genügend Respekt behandeln.
Die Eltern, bei denen ich sehe dass sie interessiert sind, und wenn das Kind Interesse hat und "Bescheidenheit" dann werde ich das kind 100% unterstützen, wenn aber Kinder kommen nach dem Motto "Ich, Ich Ich, ich will da Spielen, mein Kumpel will dort spielen, ansprüche Stellen, im Spiel aus der Abwehr ins Mittelfeld gehen ohne dass es vorher mit mir abgesprochen worden ist und mir auf der Nase herumtanzen, dann werde ich dieses Verhalten nicht unterstützen und sofort auswechseln (konnte ich bei dem Vorfall nicht da wir zu Acht in der Unterzahl waren).
Teilweise habe ich von den Müttern den Eindruck, dass sie sich wünschen dass ihr Kind glücklich ist und alles Friede Freude Eierkuchen ist, das ist zwar auch ein Idealzustand den ich definitiv anstrebe, mir aber gleichzeitig der Tatsache bewusst bin, dass Konflikte - unabhängig ob man sie selber verursacht hat oder nicht - unumgänglich sind, aufgrund verschiedener Interessen die zusammenprallen! Interessen der Spieler, Interessen der Eltern, Interessen des Trainers usw. d.h. das ist ein Konfliktfeld.
Was ich klarstellen möchte ist: dass ich Erstens: meine Arbeit gerne mache und sie mir viel Spaß macht (auch wenn Konflikte vorkommen)
ABER: Ich erwarte von den Eltern Interesse und respektvollen Umgang gegenüber meiner Person und Disziplin von der Mannschaft, dann bin ich gerne bereit Freiräume zu geben. Aber auch von mir erwarte ich viel: z.B. Geduld gegenüber den Kids, Fairness im Umgang mit Ihnen, dass ich mir Zeit nehme ihnen zuzuhören und sie zu Wort kommen zu lassen, Pünktlichkeit, ich erwarte von mir dass ich motiviert bin, dass ich kompetent bin, dass ich vorbereitet bin, dass ich ein Konzept habe und dass ich ein gutes Training abliefere, so dass ich mir am Ende sagen kann "Du hast heute die Arbeit sehr gut gemacht" - obwohl es an jemand fehlt der ein kritisches Feedback geben kann, so dass einzig und allein die Selbstreflexion bleibt.
Ich bin jetzt in einer Phase wo ich ein komplett neues Trainingskonzept erarbeiten und umsetzen will, und dabei will und kann ich mich nicht mit einzelnen Eltern aufhalten, die mich nur Zeit kosten. Diejenigen Eltern die Mannschaftsdienlich denken, und Interesse haben, werde ich in meine Arbeit so gut es geht involvieren, und versuchen einen regen Austausch mit ihnen zu pflegen.
3. Punkt. Als Trainer einer unteren D bin ich mir der Tatsache bewusst, falls ich die Spieler aufgrund meiner Arbeit positiv entwickeln, dass sie aus der Mannschaft weggenommen werden oder sich für ein anderes Team Zwecks besserer Entwicklungschancen suchen. Aber das weiß man schon vorher und stellt sich darauf ein, außerdem betrachte ich es als Fun und Spaß am Hobbie, ich mache die Arbeit gerne und trainiere lieber Neulinge anstatt mich um Spieler zu kümmern, deren Eltern denken, die seien etwas "besseres" als die anderen.
4. Ich betrachte meine Arbeit als eine Art Freiraum mich "auszuleben" , und um etwas aktiv zu gestalten - so wie der Künstler ein Bild malt, wo man sehr involviert ist und etwas "formt". Dass beim ersten Versuch so ein Gemälde nicht "perfekt" wird, das ist klar. Aber wenn es Spaß und Freude macht, dann hat es den Zweck erfüllt! Aber bitte nicht falsch verstehen: es geht nicht nur um meinen Spaß, sondern Freude am Vermitteln, d.h. ich erlebe freude und Interesse bei den Kindern und das weckt in mir Begeisterung.