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    Der Verlauf dieser Diskussion zeigt auch die Realität bei vielen Vereinen da draußen.


    Da kommt jemand neu in den Verein, spricht Dinge an die vielleicht besser gemacht werden könnten und sofort fühlt sich - egal von welcher Seite - jemand persönlich angegriffen.
    Beispiel:
    Wir hatten letztes Jahr das DFB-Mobil zu Gast. Für mich war das eine super Sache.
    Viele Trainer waren erst gar nicht gekommen, weil eh uninteressant und einige die da waren meinten danach: "Naja, das kannst ja eh nicht so in der Praxis machen." Aber warum?


    Da hat Andre natürlich schon a bissl Recht, dass es oft Trainer/ JLs oder Vorständler gibt die ja keine Veränderung wollen und gleich auf die Barrikaden gehen.


    Wenn das DFB-Mobil kommt, ist es ja nicht so das alles an den Pranger gestellt wird und gesagt wird, "das ist alles schlecht was ihr bisher gemacht habt".
    Das nehmen einige immer gleich viel zu persönlich. Da wird m.M.n. nicht zwischen persönlicher und fachlicher Kritik unterschieden.


    Und wenn es fachliche Kritik ist, sollte ich mich als Trainer damit auseinandersetzen.


    .

    Zitat

    Mag sein dass bei mir die Arroganz eines Fussballers gegenüber einem Nichfussballer hervorkommt


    Sehe ich bei dir - mir gegenüber nicht - ABER draußen bekommt man das als Quereinsteiger doch des Öfteren zu spüren.
    Deshalb halte ich auch oft meinen Mund, wenn ich was sehe was mir nicht gefällt. Erstens weil sie es persönlich nehmen und zweitens muss ich (mir und anderen) erst mal zeigen/beweisen, dass ich es "besser" machen kann.


    Gruß,
    sb




    Bearbeitet, weil ein Wort zu viel...

    Mal überlegt, dass dort auch keine Profis tätig sind? das auch nebenbei und ehrenamtlicht machen. für die es auch
    andere Sachen ausser Fussball gibt? Aber auch ständig von allen Seiten auf die Ohren bekommen.
    Garantiert weniger Anerkennung als der Trainer bekommt, der diese zumindest aus seiner Mannschaft erfährt.


    Nicht nur überlegt, ich weiß das... ;)
    Hatte letzte Woche unseren JL getroffen. Er hat bei uns im Ort und Verein keinen guten Ruf. Ich als Neuling frage mich immer warum, denn ich komme gut mit ihm aus.
    Viele sprechen schlecht über seinen Arbeit als JL. Da frage ich mich oft ob sie überhaupt wissen was es heißt JL zu sein. Also ich möchte nicht unbedingt mit ihm tauschen.
    In dem Gespräch sagte er mir auch offen, dass die Belastung in der letzten Saison für ihn schon extrem war. Da hatte er nebenbei als Trainer ausgeholfen und den JL-Posten.
    So belastet das er - für mich nachvollziehbar - überhaupt keine Lust hatte, irgendwelche Konzepte oder Visionen anzupacken. So etwas bekommen die Leute im Ort natürlich nicht mit.


    Gründe warum manches nicht gemacht wird hat jeder. Du hast doch für dich selbst auch einen genannt. Wenn du unbedingst wolltest, könntest du auch, zumindest tätig werden, wie es ausginge bleibt offen.


    Es ist halt sehr leicht, bei Misständen immer andere Verantwortlich zu machen

    Und da ist es leicht - da gebe ich dir Recht - die Missstände anzuprangern. Aber keiner von denen würde dabei helfen die Missstände oder Probleme zu lösen.


    Ich für meinen Teil ringe schon die letzten Wochen mit mir ob ich ihm weitere Hilfen anbieten kann.
    Einzig die Fragen für wen ich das mache, ob sich das lohnt und ob ich die Zeit dafür habe, halten mich noch davon ab.


    Gruß,
    sb

    Das kannst du ja auch. Und ich möchte nicht das du folgendes als böse Tat auf dich ansiehst.


    Ich bin immer für offene Worte, ich kann das ab... Und mal nebenbei, würde ich mir das hier im Forum viel öfter wünschen. :D


    1. Kannst du ja verzichten und deine Aufwandsentschädigung zurückspenden oder verzichten


    Mit dem Geld was die Spielereltern zum Saisonende als Dankeschön an mich übergeben haben, habe ich Sachen fürs Training der Kids gekauft.
    Den Gutschein von meiner zweiten Mannschaft habe ich meiner Frau als Dankeschön weiterverschenkt. Hoffe das bringt kein Unglück... :D


    2. Aber zweitens -könntest du dir dann ja auch erlauben, dich an den Fortbildungen nicht zu beteiligen. Würde ich als eingesetzter Koordinator dann aber sehen, dass du gegen das Konzept verstößt (unmoderne Trainings, nicht altersgerecht, Bankdrücker, keine Rotation, zu laut etc.)...dann würde ich dich anzählen, notfalls müßte ich dich entfernen. In diesen Fällen würde ich vereinsseits sogar vorschreiben, dass eine Fortbildung für die Pflicht wäre auch für einen 100 Prozentspender...weil sonst die Moral kaputt ginge. Ich würde dir versprechen, dass das so interessant und lustig wäre, das du gleich nach der nächsten fragst und wenn du wolltest, könnte deine Familie im Anschluß noch zum Ausklang (Grillen/Kaffee/Kuchen/Bundesliga gucken) hinzu kommen.

    Nur mal so angenommen du würdest einen eigenen Verein aufmachen, wäre ich sehr daran interessiert dort als Trainer zu arbeiten. Das meine ich völlig ernst.
    Das was du hier im Forum ansprichst, ist ja auch genau das was mich "nervt" in meinem Verein. Es gibt keinen im Verein der die Sache mal gescheit in die Hand nimmt, Dinge offen anspricht und Lösungen erarbeitet. Also nochmal, deine Kritikpunkte sind berechtigt, deine Lösungsansätze zum Teil auch interessant. In der Theorie ist das alles ok aber es braucht halt Leute die das auch umsetzen. Mir fehlt da - wegen geringer Erfolgsaussichten - der Antrieb, weil es auch noch andere Sachen im Leben gibt - ACHTUNG! - außer Fußball... :whistling:


    Wenn es bei uns im Verein jemanden geben würde der das mal anspricht und anschiebt, wäre ich sofort dabei. Natürlich nur soweit es mit dem Privatleben vereinbar wäre. Und wenn es zu viel werden würde, würde ich den Posten auch aufgeben...


    Und das mit der Bezahlung ist nochmal wieder ein ganz anderes Thema, wie ich finde. Weiß nur noch nicht wie ich die Geldsache in Worte fassen soll. :D
    Spontan fällt mir dazu nur ein: Für Geld kann man sich nicht alles kaufen...

    Ich weiß nicht mehr wer es geschrieben hatte oder wo es geschrieben wurde:


    Mir persönlich geht es nicht ums Geld.
    Meine Frau meint auch immer: "Wenn du Geld dafür kriegen würdest, könntest du die ganze Woche weg sein." :P
    Aber darum geht es mir persönlich nicht.
    Ich möchte ein Ehrenamt (was mich natürlich auch von "Pflichten" befreit, weil ich es ja freiwillig in meiner Freizeit mache) ausüben.
    Möchte Kindern die Möglichkeit geben, ordentlich zu trainieren.


    Wenn sich Anfang des Jahres keiner dazu bereit erklärt hätte unsere Bambinis zu übernehmen, hätte es die Mannschaft vielleicht nicht gegeben.
    Für die Kids auch nicht weiter schlimm. Denn was man nicht kennt, kann man nicht vermissen. Oder sie hätten doch jemanden gefunden. Der hätte das besser oder schlechter als ich gemacht...


    Und da bringt es guenter auf den Punkt: Die "Probleme" im Verein werden dadurch nicht gelöst und Austritte würden auch drastisch zunehmen.
    Es sei denn, man kann es den Mitgliedern verkaufen und erklären, warum eine Erhöhung wichtig ist. Aber da wären wir wieder bei Punkt eins. Der Verein hat mehr mit sich selbst (Machtkämpfe, etc.) zu tun...

    Das Desinteresse an einer Trainerausbildung wird sehr häufig mit dem Zeitproblem beschrieben! Aber ist es das wirklich?


    Ist es wahrscheinlich nicht, stimmt schon. Es sind mehrere Faktoren die da mit reinspielen.


    Bei mir ist die Einstellung ähnlich wie bei siebener. Man muss halt seine eigenen Prioritäten setzen.
    Ich habe geheiratet und Kinder in die Welt gesetzt, weil ich ein Familienleben führen wollte.
    Zeit mit den Kindern und der Frau verbringen. Ausflüge machen oder auch mal die Zeit im eigenen Garten verbringen.


    Dann kam die Frage ob ich nicht als Trainer helfen möchte (hatte mich ja auch angeboten).
    Alle Frauen bei uns im Ort haben meiner Frau erzählt wie schlimm es doch sei, wenn der eigene Mann Spieler oder Trainer beim Fußballverein ist.
    "Der ist kaum noch zuhause." "Kümmert sich nicht mehr um die Familie." etc.


    Für mich war von Anfang an klar, dass ich das nicht wollte. Es muss ja möglich sein ein Hobby und die Familie unter einen Hut zu bekommen.
    Ich mache mein Training und die Spiele. Ich gehe zur monatlichen Trainersitzung. Und gelegentlich schaue ich mir auch mal ein Spiel unserer anderen Mannschaften an. Aber selten.
    Ich sage ganz bewusst (damit die Leute das merken) auch mal NEIN, wenn es eine Feier oder Veranstaltung gibt.


    Manch einer schafft das genauso wie ich. Manch einer nicht, weil Fußball da über der Familie steht. Das ist halt dann so...
    An machen Tagen gibt man sich nur noch die Türklinke in die Hand und merkt das man gar keine Zeit mehr miteinander verbringt.
    Und dann überlege ich mir schon ganz genau ob ich meine Frau mit den Kindern eine Woche lang alleine lasse, nur damit ich mir einen Trainerschein an die Wand hängen kann.
    Oder sich der Verein damit schmücken kann: "Schau, wir haben jetzt einen Trainer mit Schein." "Aber neue Bälle oder Trikots gibt's nicht." :thumbdown:


    Was ich sagen möchte: ist wirklich der Faktor Zeit das Problem? Und wenn ja, wohin geht diese fehlende Zeit? Hat man sich vielleicht unbewußt zum Freizeit-Konsumenten gemacht? Genießt man die Möglichkeiten nicht nur hin und wieder, sondern verplempert täglich stundenlang seine Zeit damit und wundert sich darüber, dass es schon wieder Zeit zum Schlafen ist? Geht man mit guten Vorsätzen in den neuen Tag und bekommt dann wieder nicht den Allerwertesten hoch, um das zu tun, was mehr Spaß macht?

    Wie gesagt, Zeit mit den eigenen Kindern verbringen... ;)


    Gruß,
    sb

    Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung was das Spiel Raum/Kette im Detail ausmacht. Ist auch nicht meine Aufgabe in dieser Altersklasse. Damit würde ich mich im Detail befassen, wenn es soweit wäre...
    Dennoch sollte man sich auch als KiFu-Trainer Gedanken machen, was ein Spieler in den nächsten Jahren alles können sollte.


    Ich kann dir als KiFu-Trainer antworten wie ich die Spieler auf das moderne Spiel (Raum/Kette) in meiner Altersklasse (G-und F-Jugend) vorbereite bzw. vorbereitet habe:


    WIR gewinnen zusammen - WIR verlieren zusammen
    Heißt, den Spielern beizubringen was es heißt sich in einer Mannschaft zu befinden.
    Erreiche ich durch wechselnde Positionen. Der Stürmertyp der auch mal Verteidiger spielt, merkt dann was es heißt wenn nicht alle mit zurücklaufen beim Gegenangriff.
    Andersrum genauso. Da merkt der Verteidigertyp mal wie es als Stürmer ist den Ball 5mal am Tor vorbeizuschießen. Wenn nicht alle als Team zusammenarbeiten, haben Einzelne die A-Karte.
    Und auch wenn WIR ein Spiel verlieren, gibt es vielleicht den ein oder anderen der in diesem Spiel persönliche Erfolgserlebnisse hatte.


    Alle auf den Ball
    Soll heißen: Kein Spieler "klebt" auf der Torlinie. Jeder soll sich zum Ball bewegen.
    Jeder soll eine gewisse Gier auf den Ball entwickeln. Dabei die "Angst" vor dem Ball und den Gegenspielern verlieren.


    Fußball ist auch Laufsport
    Jeder Spieler soll Spaß und Freude an der Bewegung haben und jeder sollte viele Bewegungen bzw. Bewegungsarten kennen.
    Außerdem sollte jeder Spieler sich richtig bewegen können. Das habe ich bei Simone Schubert auf der Trainertech aufgeschnappt, als es darum ging wie viele Spieler sich an einem Wochenende verletzen.
    Überlege gerade die letzten Wochen ob die Schnelligkeit bei Wettbewerbsspielen nicht kontraproduktiv ist, was die ordentlich ausgeführte Bewegung betrifft.


    Keine Angst vor dem Ball
    Jeder Spieler soll den Ball haben wollen, weil er damit was anfangen kann.
    Ich war früher lieber Verteidiger als Spielmacher oder Stürmer. Warum? Weil ich nicht gut gestellt war mit dem Ball. Mir fehlten die technischen Fähigkeiten.
    Ich war froh wenn der Ball wieder weg war und der Pass gerade so ankam. Ergo, schaue ich besonders drauf das ich keinen solchen Spieler in meiner Mannschaft habe.
    Auch die Spieler die technisch nicht so begabt sind, versuche ich weiterzuentwickeln. Zumindest soweit das sie im Spiel keine Angst davor haben, den Ball zu bekommen.
    Im Idealfall möchte ich das Spieler den Ball von sich aus fordern bzw. sich immer aktiv als Anspielstation anbieten.


    Immer den Kopf hoch
    Wie im letzten Punkt: Hat mir als Spieler gefehlt. Ich hatte den Blick zu viel auf dem Ball.
    Meine Spieler möchte ich soweit haben, dass sie den Ball führen können ohne draufzuschauen.
    Gelingt natürlich nicht bei jedem.


    Spielintelligenz
    Durch viele Spiele bzw. spielnahe Übungen können sich die Spieler selbst ausprobieren. Durch nachfragen und beantworten sollen die Spieler lernen, sich Gedanken zu machen.
    Auch die Spieler die "nur zum Bolzen" kommen merken dann: Oha, da steckt ja was dahinter. Es ist nicht nur hinten Bälle weghauen und vorne draufbolzen.


    Wahrnehmung und Handlungsschnelligkeit
    Habe ich auf der Trainertech auch zum ersten Mal so richtig wahrgenommen.
    Gerade die Aufgaben mit verschiedenen Toren, Bällen und farbigen Hütchen oder Leibchen finde ich klasse.
    Da kann mal als Trainer viel machen. Darf man natürlich nicht selbst durcheinander kommen. ;)
    Kreativität- und Techniktraining von Matze Nowak kann ich nur jedem empfehlen.
    Sollte sich jeder mal mit befassen. Und vor allem: Einfach machen. Egal wie gut man es kann oder lernt.
    Jeder steckt dort seine Ziele selbst ab. Der eine lernt es nicht so schnell, andere können davon gar nicht mehr genug bekommen.


    Das sind einige Punkte die ich als KiFu-Trainer unternehme um den Spielern eine Grundlage mitzugeben. Ich gieße das Fundament und errichte vielleicht noch die Grundmauern. Fenster, Türen und Innenausbau kommt dann Stück für Stück... :D


    Gruß,
    sb

    So sieht die Realität (leider) aus. Hätte ja fast mein Verein sein können... ;)

    Du stellst gerne alle Vereine an den Pranger, die keine ausgebildeten Jugendtrainer haben usw usw. Ich sage, ja klar, aber wie soll das machbar sein? Wie soll ich den 40Stunden arbeitenden Papa, der daheim zwei Kinder und eine Ehefrau hat, ein Haus, um das sich kümmern braucht, davon überzeugen, dass er jetzt als F-Jugendtrainer gefälligst den Übungsleiter machen soll. Sich dafür 3 Wochen Urlaub nehmen soll usw.


    übrigens haben wir noch jeden Monat Trainersitzung, es wäre schön, wenn du noch drei Wochen Urlaub nimmst, um deine Fortbildung zu machen, dann wäre da noch der Kurs zum Elektronischen Spielberichtsbogen, den du besuchen musst, ja deine Abschlußfeiern musst du auch selber organisieren, die Trikots sind auch schon 10 Jahre alt, such dir doch bitte nen Sponsor dafür, Bälle sind da, sind halt schon drei Jahre alt, schau sie mal durch, aber das schönste ist, du darfst das alles umsonst machen und deinen Sprit und deine Telefonkosten noch selber zahlen.


    Und wie soll man das seiner Frau verkaufen? :D
    Ich habe mich schon informiert über Trainerschein-Lehrgänge da mich mein Jugendleiter auch des Öfteren fragt.
    Aber bisher habe ich nicht die Absicht diesen zu machen. Erstens wegen den Gründen die Nela geschrieben hat, zweitens weil ich noch nicht genau weiß ob sich das für mich lohnt.
    Da stellt sich für mich die Frage nach Nutzen und Aufwand. Vertiefe ich meine Trainertätigkeit? Möchte ich irgendwann mal in einem größeren Verein arbeiten? Und da ist mir der Aufwand derzeit VIEL ZU GROß...


    Und auch so investiere ich viel Zeit und Engagement in meine Tätigkeit als Trainer. Mehr geht derzeit aber nicht...


    Gruß,
    sb


    P.S. Andre, ich mag deine anprangernde provokatorische Art (so kommt es für mich rüber) trotzdem. Ich glaube zu wissen wie du das meinst oder was du damit erreichen willst.

    Es ist so, dass ich unbedingt eine Altersklasse haben wollte mit der man Gruppentaktische Spielformen trainieren kann. Eine Altersklasse wo das Sinn macht und die Jungs langsam begreifen was es bedeutet ballorientiert zu verteidigen, Pressingzonen umzusetzen etc pp.


    Das finde ich super, dass du da klare Vorstellungen hast und gleich in diese Altersstufe gewechselt bist. Ich habe auch einen Kollegen der meinte, das ihm F- oder E-Jugend nicht mehr reicht, weil er eben auch gerne taktische Dinge trainieren wollte.
    Du machst dir Gedanken und hast deine Vorstellungen. Dazu noch in der für dich richtigen Altersklasse. Passt doch...


    Ich mache mir auch oft zu viel Gedanken. Jemand hat mir mal gesagt: "Hey, mach doch einfach mal." ;)

    Hi Marco,
    erst mal RESPEKT das du als Neuling gleich mal eine B-Jugend als Cheftrainer übernimmst. Bin 3 Jahre älter als du und ich hätte da so meine Bedenken gleich mal so "hoch" einzusteigen.

    Nun stellen sich mir mehrere Fragen:


    1. War mein Training zu langweilig?
    2. Spielen die Jungs nur locker weil sie denken ich sei so'n netter Kerl und sage nichts?
    3. Lag es am schlechten Zustand des Platzes?
    4. Ist die Art der "Bestrafung" bzw. des Einsatzforderns wirklich nötig oder muss ich das speziell in dem Team so handhaben um Respekt zu erlangen?


    Aus der Ferne sind die Fragen schwer zu beantworten, ich stand ja nicht auf dem Platz. ;) Aber dennoch gebe ich mal meinen Senf dazu:


    1. Fandest du dein Training langweilig? Du hast dir das ja vielleicht schon selbst beantwortet: "Als ich dann den Wettbewerbsmodus...angeschmissen habe". Vielleicht hat es der Modus von "langweilig" auf reizvoll gesteigert.
    Generell bin ich der Meinung, dass man sich nicht allzu viele Gedanken darum machen sollte ob ein Training langweilig ist oder nicht. Ich versuche in meiner Trainingsvorbereitung immer interessante und reizvolle Übungen oder Spiele einzubauen.
    Überlege mir auch wie ich jedem Spieler ein Stück weit gerecht werden kann. Aber dann - wie Björn schon sagte - muss ich das was ich als Trainer geplant habe, als Vorgabe verkaufen. Es ist ja auch so: Es hängt ja auch von der Tagesform der Spieler ab. Gestern hat das mit dem Wettbewerbsmodus geklappt, in der nächsten Woche klappt es halt nicht, weil die Spieler (oder Einzelne) nicht so gut drauf sind.


    2. Wie gesagt, mein größter Respekt. Was ich die letzten Wochen für mich festgestellt habe: Die Basis des Trainerdaseins ist fundiertes Fachwissen. Das ist m.M.n. das Wichtigste. Egal ob den Spielern oder Eltern gegenüber.
    Wenn die Spieler merken das dein Training auf Fachwissen aufgebaut ist und du auch noch ein sympathischer Kerl bist werden sie nicht versuchen dich zu unterwandern. Wenn sie sich fragen warum du jetzt so eine komische Übung machst, musst du ihnen das erklären können und verkaufen (sie mit ins Boot holen).


    3. Entweder ist der Platz oder der Schiedsrichter schuld... :D


    4. Respekt erlangen... siehe Punkt 2. Respekt erlangst du durch Fachwissen, nicht durch Strafen. Christian Arentz hat auf der Trainertech z.B. angefangen im Spiel von 10 runter zu zählen. In dieser Zeit musste ein Tor erzielt werden, sonst hat der Gegner den Ball bekommen. Hat er gemacht, weil ihm das Spiel nicht schnell genug war. Oder das Spiel auf farblich markierte Tore. Zwischendurch hat er die Farben gewechselt oder ein Tor aus dem Spiel genommen. Oder Wechsel wie bei Uno, Duo, Tres mal die Spielrichtung. Also es gibt viele Dinge die du machen kannst. Vorsichtig würde ich dabei nur sein, denn die Übungen verlieren vielleicht schnell ihren Reiz. Aber man kann ja von sich ja überlegen wie man das beim nächsten Mal verändert oder steigert. Getreu dem Motto: Von einer guten zu einer grandiosen Übung... ;)


    Vielleicht konnte ich dir ein paar Gedanke mit auf den Weg geben...


    Gruß,
    sb

    TW-Trainer
    Danke für deine Worte. Ich habe das mal offen geschrieben, weil ich finde, dass es erstens viele Trainer gibt die das gleiche erleben wie ich und zweitens mir die Themen oftmals zu oberflächlich behandelt werden. Will ja keiner was preisgeben...
    Natürlich ist die Realität immer wieder verschieden, aber letztendlich sitzen, die die es betrifft, alle in einem Boot und da kann man das auch mal offen ansprechen.
    Hier im Forum bleibt es ja alles unter uns... ;)


    Die hohe Fluktuation dieser KInder- und Jugend-Trainer kann als Zeichen der Unzufriedenheit mangelhafter Ziele und Rahmenbedingungen gedeutet werden. Es steht zu vermuten, dass sich deshalb immer weniger Interessierte für diesen Job finden lassen, wenn der Trainerjob für diesen Bereich nicht deutlich aufgewertet wird.


    Dort wo es grössere Vereine in der näheren Umgebung gibt, in denen gut gearbeitet wird und die auch an einem guten Unterbau interessiert sind


    Ich sehe aber in vielen Fällen keinen Grund, (eben weil Ziele und Rahmenbedingungen fehlen), warum das so sein sollte und damit wäre schon mal ein nicht unbedeutender Teil der Fluktuation benannt.

    Bei uns haben Trainer deswegen aufgehört. Was ich schade finde, weil sie nichts übermäßiges gefordert haben. Es sind oftmals nur kleine Dinge die da gefehlt haben.
    In diesem Fall hat guenter Recht: das muss vom Vorstand kommen. Ich persönlich werde nur Sachen anpacken und ansprechen die mich und meine Mannschaft betreffen.
    In der stillen Hoffnung das jemand mal sagt: "Achso macht der das. Na, das könnten wir ja so übernehmen..."
    Wie gesagt: ich bin da Optimist oder besser noch: realistischer Optimist. ;)


    Ich mache ja nichts anderes. Wenn ich etwas lese oder mit anderen Trainern spreche, merke ich mir die für mich interessanten Dinge und übernehme sie.


    Gruß,
    sb

    Was vermutest Du ?


    Da ich Optimist bin: 80%. ;) Habe aber ehrlich gesagt keine Ahnung...


    Aber das zeigt ja genau was du angesprochen hast. Vereinfacht zusammengefasst:
    1. Gibt es in vielen Vereine keine Vorstellungen.
    2. Die Vereine brauchen dringend Trainer.
    3. Wenn sie neue Trainer haben werden diese ohne Ausbildung (oder Einlernen) ins kalte Wasser geworfen WEIL... siehe Punkt 1 oder 4.
    4. Traut sich der Verein nicht, seine Vorstellungen offen zu nennen WEIL... siehe Punkt 2.


    Ich für meinen Teil entspreche genau dem was du geschrieben hast.
    Ich brauche den Verein nicht. Ich helfe gerne im Verein, solange es erwünscht ist.
    Und das auch nur aus dem Grund weil ich Spaß dran habe und NUR für die Jungs und Mädels...

    Ich habe leider jetzt erst die Zeit gefunden ein Beispiel rauszusuchen. So sieht Fair Play Liga in der F im Kreis Köln aus:


    Das ist schon sehr heftig, wenn es zu Tätlichkeiten kommt.


    Aber wie TW-Trainer schon richtig sagt: Das kann man nicht allein durch Aus- und Fortbildung des Verbandes verhindern.
    Oder auch was guenter immer wieder schreibt: Das Umdenken braucht Zeit. Sehr viel Zeit. Viel Überzeugungsarbeit.
    Aber von oben (DFB) bis zu den Kreisen. In einer Sprache, damit es keiner so auslegen kann wie er möchte.
    Und wer sich nicht daran hält, der muss die Konsequenzen tragen.


    Kleines Beispiel: Unser JL meinte zur FPL, dass man da auch Schiedsrichter einsetzen kann, die jünger als 16 Jahre sind.
    Beim Vortrag von Ralf auf der Trainertech muss ich wohl geschlafen haben. Was stimmt jetzt? Mit oder ohne Schiedsrichter?
    Was wurde vom Verband an die Bezirke übermittelt? Was wurde vom Bezirk an die JLs übermittelt? Was vermitteln die JLs an ihre Trainer?


    Wie die Überschrift dieses Themas lautet: Kinder werden zu Vorbildern. Umgekehrt sollte es eigentlich sein...


    Gruß,
    sb

    Aber wie sieht es in der Realität aus ?


    In der Realität bei uns sieht es so aus:


    Dorfverein


    G-Jugend:
    Unser AL oder Vorstand ist zu der Erkenntnis gekommen, dass es bei uns im Dorf zu wenige Jungs gibt, die Fußball spielen.
    Also machen wir ab sofort eine G-Jugend auf. Keiner im Verein und Umfeld möchte die Position übernehmen. Also habe ich den Job als Neuling übernommen.
    Ansage sinngemäß: Naja, da spielst halt a bissl mit den Kleinen. Die brauchen ja nicht viel. Das ist ja kein Aufwand. Zielvorgabe: damit die Jungs im Verein bleiben.


    Tja, wie fängt man nun an?
    Ich habe mich beim DFB u.a. informiert was diese Altersklasse überhaupt bedeutet. Habe mir dann Tipps auf Trainertalk und Bambini-fußballtraining.de geholt.
    Dann haben wir Bälle bestellt (AL fragte erst warum. Können die nicht mit den F-Bällen spielen?) und los ging es:


    Ich hatte Jungs die konnten schon gut mit dem Ball. Ich hatte welche, die haben beim Dribbeln ihr ganzes Bein steif gemacht um den Ball mit der Innenseite zu spielen (oder sie vertauschten das mit der Außenseite). Ich hatte einen Jungen der fragte schon mit der Begrüßung ob wir heute auch mal richtig Fußball spielen. Ich hatte einen der hat aufgehört zu trainieren und hat am Rand angefangen zu essen. Der andere weinte sofort, wenn ihn der Ball auch nur gestriffen hat. Einer fand die Übungen und Spiele was für Babys und schrie laut umher. Einer von denen zählte alle Tore mit und prahlte wenn sein Team gewonnen hat und die Anderen verloren haben. Hatte auch einen Spieler der eine leichte Verhaltensstörung hatte.


    Habe dann gemerkt (ich habs mir ja fast schon gedacht) das man nicht mal so nebenbei eine G-Jugend trainieren kann...


    Im Internet habe ich dann geschaut was eigentlich - fernab des Fußballs - Kinder in dem Alter im Stande sind zu leisten. Welchen Entwicklungsstand haben sie.
    Dann habe ich mir überlegt wie ich das Training so gestalten kann, dass jeder Spaß hat, gefördert und gefordert wird.


    Unzählige Websites, Bücher und Zeitungen habe ich durchwühlt. An manchen Tagen - wie auch zurzeit in der Vorbereitung auf nächste Saison - habe ich so viele Sachen gelesen und gehört. dass es fast schon zu viel Input war. Irgendwann kommt man da durcheinander... :wacko:


    Jetzt zum Saisonende, hatte ich ein Team mit Jungs, die nicht mehr fragten ob wir richtig Fußball spielen. Die nicht mehr gleich weinten, wenn der Ball in ihre Nähe kam, als Baby-Übungen empfanden sie es auch nicht mehr und der Spieler der sich als Gewinner sah meinte nur noch: "Ja, ich habe gewonnen und 4 Tore geschossen aber wir haben ja alle gewonnen, weil wir was gelernt haben."


    Zur neuen Saison soll ich die G abgeben und die F übernehmen. Der JL meint es gut, damit ich mich auf eine Mannschaft konzentrieren kann.
    Als neuer "Trainer" sollte ein Spielervater kommen. "Ja, sein Sohn will jetzt auch mitspielen. Dann kann er ja gleich Trainer machen..."


    Der Spielervater hat - aus anderen Gründen - (vorerst) abgesagt.
    Ich habe meinen Jungs gesagt, dass ich sie - solange kein neuer "Trainer" da ist - selbstverständlich weiter trainieren werde.
    Ich kann sie nicht im Regen stehen lassen, dafür war der Aufwand zu groß... ;)


    So sieht die Realität aus...
    Na? Wer kann zwischen den Zeilen lesen? ;)


    Gruß,
    sb

    für mich kam da eine ganz wichtige Botschaft rüber:


    die Trainingsteilnehmer müssen die Begeisterung des Trainers für das was er tut spüren. diese Begeisterung übeträgt sich nämlich.


    Leider vermisse ich jedoch diese Begeisterung, wenn ich sehe, wie verbissen doch manche Trainer nicht nur im Training, sondern vor allem auch beim Spiel sich verhalten.


    Ein Trainer sollte natürlich Begeisterung ausstrahlen ABER manch einer kann halt auch nicht so aus sich herausgehen.


    Ich bin mit voller Begeisterung dabei, aber so rüber bringen wie Ralf oder auch Björn kann ich das (noch?) nicht.


    In der Öffentlichkeit, kann ich da nicht so aus mir rausgehen. Da bräuchte ich ein, zwei Bierchen zum Auftauen... :D
    Ich bin froh wenn keine Eltern beim Training zuschauen oder ich die Übungen a bissl abseits machen kann. Dann kann ich auch die Begeisterung zeigen.


    Ist halt die Summe mehrerer Faktoren. Was ist man für ein Typ? Ich komme ja eig. aus dem hohen Norden - denkt euch also die Smileys über dem Kopf ;)
    Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen aber auch Unsicherheit, zwecks fehlender Erfahrung (gerade als Trainerneuling) mischen da auch mit.

    Wer dabei war hat definitiv etwas mitgenommen.
    Ralfs positive und lockere Art gepaart mit seinem enormen Fachwissen sind einfach unglaublich.


    Die gute Laune steckt an - es ist ein Wahnsinn mit einem Menschen und Fachmann wie Ralf im täglichen Trainingsbetrieb zusammenzuarbeiten!


    Björn, ich bin ja sonst ein neidloser Mensch :whistling: aber dafür kann man dich echt beneiden.
    Welche Ausstrahlung Ralf hat wenn man mit ihm spricht oder wo er seinen Vortrag gehalten hat. Echt der Wahnsinn!
    Mitgenommen habe ich auf jeden Fall was ganz wichtiges - übrigens auch bei dir - enormes Fachwissen ist die Basis von alldem.


    Gruß,
    sb

    Möchte gar nicht eure Diskussion stören. :whistling:


    Wollte nur mal sagen, dass ich als (Immer noch)Trainerneuling eine Menge aufschnappen konnte.
    Gerade das von guenter angesprochene Argument wie "Eltern denken Kind ist beim Training und Trainer denkt Kind ist zuhause" finde ich sehr gut als Argumentationshilfe.


    Auch das Abmelden was mit Respekt zu tun hat, stimme ich euch zu.


    So, jetzt seid ihr wieder dran... :D

    an welchen Rahmenbedingungen hats bei dem Schweini gefehlt, als er ein Lied mitgesungen hat, wo die Gruppe die Spieler eines anderen Vereines -öffentlich- "H...söhne" genannt und (für mich) in einer sehr schlimmen weise -beleidigt- hat.

    Mangelnder Respekt, würde ich sagen, ohne Schweini da ein schlechtes Elternhaus oder einen schlechten Charakter zu unterstellen. Oder ganz einfach gesagt: "So was gehört sich einfach nicht." Und dann ist die Sache wieder gut... :D

    Naja, bei den Fotos mit mir bei Simones Übungen, hätte man ruhig etwas "photoshoppen" können. :D
    Aber sonst tolle Fotos, die mich an ein super Wochenende erinnern. Freue mich schon auf die Videos von den Vorträgen...